COV Inland

Laut aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums (Stand: gestern, 23.00 Uhr) sind bisher 21.405 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Zahl der bisher durchgeführten Tests liegt mittlerweile bei 910.437.

700 Menschen starben in Österreich am Coronavirus. Für die Zählung ist die Definition des Epidemiologischen Meldesystems (EMS) ausschlaggebend.

Die Zahl der Spitalspatientinnen und -patienten stieg ebenfalls: Es werden 113 Menschen im Krankenhaus behandelt – das sind 20 mehr als am Vortag und sieben mehr als vor dem Wochenende. Die Zahl der Intensivpatienten blieb relativ stabil: 21 Menschen müssen derzeit auf der Intensivstation betreut werden, einer mehr als am Vortag.

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Hinweis zur Aktualisierung der Daten

Um die Daten aktuell zu halten, übernimmt ORF.at die Informationen direkt aus dem offiziellen Dashboard des Gesundheitsministeriums. Die aktuellen Fallzahlen im Kopf der Seite werden stündlich aktualisiert, die Verlaufsgrafiken zum Tageswechsel, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Genaue Informationen zu Definitionen, Herkunft der Daten, Aktualisierung und FAQs finden sich im Infopoint Coronavirus von ORF.at.

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Viele Familien müssen noch immer auf staatliche Coronavirus-Hilfe warten. Bisher wurde erst weniger als die Hälfte der Anträge – genau 28.569 von 65.000 – auf Unterstützung aus dem Mitte April eingerichteten Familienhärtefonds erledigt. Wie aus der Beantwortung einer SPÖ-Anfrage durch Familienministerin Christine Aschbacher (ÖVP) weiters hervorgeht, bekamen 20.600 Antragsteller CoV-Hilfe, 7.969 wurden abgewiesen.

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Die Coronavirus-Krise hat auch auf Autofahrerinnen und Autofahrer starke Auswirkungen. So flossen im ersten Halbjahr im Vergleich zur selben Zeit des Vorjahres deutlich weniger Diesel und Benzin in die Tanks ihrer Fahrzeuge, da deutlich weniger gefahren wurde. Zudem lagen die Spritpreise um etwa ein Zehntel tiefer als vor einem Jahr. So sparten sich die Autofahrerinnen und Autofahrer mehr als eine Milliarde Euro, so der Verkehrsclub Österreich (VCÖ).

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COV Ausland

Die Vereinten Nationen (UNO) warnen wegen der Schulschließungen im Kampf gegen das Coronavirus vor einer „Katastrophe für eine ganze Generation“. Oberste Priorität müsse die sichere Rückkehr der Schülerinnen und Schüler in den Unterricht haben, sagte UNO-Generalsekretär Antonio Guterres heute bei der Eröffnung der UNO-Kampagne „Save our Future“.

„Jetzt stehen wir vor einer Katastrophe für eine ganze Generation, durch die unermessliches menschliches Potenzial verschwendet, jahrzehntelanger Fortschritt untergraben und tief verwurzelte Ungleichheiten verschärft werden könnten“, sagte Guterres.

Sobald die erste Übertragung des Coronavirus an Ort und Stelle unter Kontrolle sei, müsse es höchste Priorität haben, die Schülerinnen und Schüler so sicher wie irgend möglich wieder in den Unterricht zu bringen, mahnte der UNO-Generalsekretär. Die Beratung von Eltern, Betreuern, Lehrern und Jugendlichen sei dabei von grundlegender Bedeutung.

US-Präsident Donald Trump geht von einem wirksamen Coronavirus-Impfstoff „weit vor Ende des Jahres aus“. Einzelheiten gab er auf einer Pressekonferenz gestern Abend aber nicht bekannt.

Trump drängt weiter auf eine Öffnung der Wirtschaft, da ein „dauerhafter ‚Lock-down‘“ kein „gangbarer Weg vorwärts“ zur Pandemiebekämpfung sei. Andere Länder würden trotz weitreichender Beschränkungen einen Anstieg der Fälle verzeichnen.

Attacke auf US-Virenexpertin Birx

Zuletzt hatte Trump die Koordinatorin des Coronavirus-Krisenstabs des Weißen Hauses, Deborah Birx, offen attackiert. Er bezeichnete Birx als „jämmerlich“, nachdem die Virenexpertin vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus gewarnt hatte. Der Präsident warf der Medizinerin vor, sie habe sich von Oppositionsführerin Nancy Pelosi zu ihren Aussagen verleiten lassen.

Birx: „Neue Phase“ der Pandemie in USA

Birx äußert sich für gewöhnlich in der Öffentlichkeit zurückhaltender als Taskforce-Kollege Anthony Fauci, der mit ungeschminkten Warnungen vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus regelmäßig für Aufsehen sorgt. Am Sonntag sprach Birx aber im Sender CNN von einer „neuen Phase“ der Pandemie in den USA. Die ländlichen Regionen seien inzwischen von dem Virus genauso bedroht wie die Großstädte.

Zuletzt weniger Neuinfektionen

In den USA ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus den zweiten Tag in Folge zurückgegangen. Innerhalb von 24 Stunden seien 46.321 neue Ansteckungen registriert worden, teilte am Abend die Johns-Hopkins-Universität mit. Zugleich habe es 532 weitere Todesfälle gegeben.

In der vergangenen Woche waren an fünf Tagen hintereinander mehr als 60.000 neue Fälle registriert worden. Am Sonntag sank die Zahl dann auf 47.508, nun ging sie nochmals leicht zurück.

Das Coronavirus könnte in Italien einer Studie zufolge sechsmal stärker verbreitet sein als bisher bekannt. 1,48 Millionen Menschen – 2,5 Prozent der Bevölkerung – haben Antikörper gegen SARS-CoV-2 entwickelt, so eine Untersuchung des Gesundheitsministeriums und des Statistikamts Istat.

Die Studie basiert auf Tests bei 64.660 repräsentativ ausgewählten Menschen von 15. Mai bis 15. Juli. Es gibt jedoch große regionale Unterschiede: In der Lombardei wurden bei 7,5 Prozent der Menschen Antikörper festgestellt, in Süditalien bei weniger als einem Prozent.

Conte-Appell zu Mundschutz

Gesundheitsminister Roberto Speranza sagte, dass ohne die zweimonatige Ausgangssperre im März und April die Verbreitung des Virus noch höher gewesen wäre. Die von der Regierung ergriffenen Maßnahmen hätten das verhindert.

Premier Giuseppe Conte rief die Italiener erneut zu Vorsicht auf, um die Verbreitung des Coronavirus einzugrenzen: „Es ist verantwortungsbewusst, auch im Sommer Mundschutz zu tragen. Das betrifft Jugendliche ebenfalls. Sie werden zwar weniger häufig angesteckt, können Covid-19 jedoch ihren Eltern und Großeltern übertragen. Daher muss man vernünftig handeln.“

Scharfe Kritik an Salvini

Kritik zog sich Lega-Chef Matteo Salvini zu, der die Regierung zuletzt angeprangert hatte. So zwinge sie die Italiener zum Tragen von Atem- und Mundschutz, zugleich lasse sie jedoch zu, dass sich Hunderte in Italien eingetroffene Geflüchtete der Quarantänepflicht entziehen, kritisierte Salvini, der sich bereits öfters geweigert hatte, in der Öffentlichkeit eine Maske zu tragen.

Sozialdemokraten-Chef Nicola Zingaretti beschuldigte Salvini daraufhin, den Migrationsnotstand in Hinblick auf die Regionalwahlen am 20. und 21. September zu Zwecken der politischen Propaganda zu nutzen. „Mundschutz, Hygiene und Abstandsregeln sind der einzige Weg, um sich und den Nächsten zu schützen.“

Kritik musste Salvini auch seitens der regierenden Fünf-Sterne-Bewegung hinnehmen. „Im Gegensatz zu Salvini trage ich den Mundschutz, weil ich nicht die Covid-19-Todesopfer, die Intensivstationen voller Patienten und den Lock-down vergesse. Ich tue nicht so, als würde ich nicht sehen, was in Belgien und Spanien geschieht, die neue Ausgangssperren zur Bekämpfung der Infektionsherde beschließen müssen“, sagte Vizeindustrieminister Stefano Buffagni, Spitzenpolitiker der Fünf-Sterne-Bewegung.

Im beliebten Urlaubsland Portugal hat es erstmals seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie Mitte März einen Tag ohne offiziell bestätigten Todesfall in Zusammenhang mit Covid-19 gegeben. Binnen 24 Stunden seien aber 106 neue Infektionsfälle registriert worden, teilten die Gesundheitsbehörden gestern in Lissabon mit.

Der erste Todesfall in Zusammenhang mit dem Coronavirus war in Portugal am 16. März verzeichnet worden. Es handelte sich damals um einen 80 Jahre alten Mann, der mit dem Virus SARS-Cov-2 infiziert war. Seitdem hatte es keinen Tag ohne CoV-Tote gegeben. Insgesamt verzeichnete Portugal nach amtlichen Angaben mehr als 51.000 nachgewiesene Ansteckungen sowie 1.738 Todesfälle.

Lange Zeit galt Portugal als eines der Länder in Europa, die vergleichsweise gut und mit geringen Ansteckungs- und Opferzahlen durch die Krise gekommen waren. Seit einigen Wochen wird aber eine Zunahme der Neuinfektionen vor allem im Großraum Lissabon verzeichnet. Die Lage dort hat sich in den vergangenen Tagen leicht entspannt. Der „Lock-down“ in mehreren – von Touristen und Touristinnen weniger besuchten – Vororten der Hauptstadt wurde kürzlich aufgehoben.

Ausland

Im Ringen um die Entwicklung von Atomwaffen macht Nordkorea Berichten zufolge Fortschritte. Mehrere Länder gehen davon aus, dass die Autokratie „wahrscheinlich kleine nukleare Vorrichtungen entwickelt“ hat, die in die Sprengköpfe ballistischer Raketen passen, wie aus einem vertraulichen UNO-Bericht hervorgeht.

Das Dokument des Expertengremiums der Vereinten Nationen zur Einhaltung der Sanktionen gegen Nordkorea betonte dabei, dass die Einschätzungen auf Informationen eines Mitgliedslandes zurückgingen. „Die Demokratische Volksrepublik Korea setzt ihr Atomprogramm fort, einschließlich der Produktion von hochangereichertem Uran und des Baus eines experimentellen Leichtwasserreaktors“, heißt es in dem Bericht weiter.

Dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nach Atomwaffen strebt, ist kein Geheimnis. Erst vor wenigen Tagen machte er in einer Rede deutlich, dass er im Atomwaffenarsenal seines Landes eine Garantie für die Sicherheit sieht. „Dank unserer zuverlässigen und wirksamen nuklearen Abschreckung zur Selbstverteidigung wird es ein Wort wie Krieg in diesem Land nicht mehr geben“, hatten ihn die Staatsmedien Ende Juli zitiert.

Die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel war der zentrale Streitpunkt bei mehreren Verhandlungsrunden zwischen Washington und Pjöngjang. Die bilateralen Atomgespräche stecken seit dem gescheiterten Gipfeltreffen von US-Präsident Donald Trump mit Kim im Februar 2019 in Vietnam fest. Beide Seiten konnten sich nicht auf einen Fahrplan für die atomare Abrüstung Nordkoreas und die Gegenleistungen Washingtons einigen.

Die Staatsanwaltschaft in Manhattan pocht weiter auf die Einsicht in Finanzunterlagen von US-Präsident Donald Trump. Sie erhofft sich davon offenbar Hinweise auf möglichen Versicherungs- und Bankbetrug durch Trumps Firma und dortige Angestellte, wie aus einem Schreiben von Staatsanwalt Cyrus Vance gestern an ein Gericht hervorgeht.

Bisher war bekannt, dass sich Ermittlungen von Vance’ Behörde um angebliche Schweigegeldzahlungen drehten, die Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen dem Pornostar Stephanie Clifford (Stormy Daniels) und dem ehemaligen Playmate Karen McDougal gezahlt haben soll. Beide Frauen geben an, Affären mit Trump gehabt zu haben, was dieser dementiert.

Der Staatsanwalt erklärte in seinem Schreiben nicht explizit den Gegenstand und das Ziel seiner Ermittlungen. Er wies allerdings die Annahme von Trumps Anwälten als falsch zurück, dass sich die Ermittlungen auf die angeblichen Schweigegeldzahlungen beschränkten. „Unbestrittene“ Medienberichte über „möglicherweise umfangreiches und langwieriges kriminelles Verhalten bei der Trump Organisation“ machten deutlich, dass seine Behörde eine rechtliche Grundlage habe, Finanzunterlagen von Trumps Buchhalterfirma Mazars anzufordern, erklärte Vance.

Trump-Anwälte: Subpoena in „böser Absicht“ ausgestellt

Die Staatsanwaltschaft hatte Mazars unter Strafandrohung aufgefordert, Finanzunterlagen von Trump und dessen Firmen herauszugeben. Trump versucht das zu verhindern und war in dem Rechtsstreit bis vor das oberste US-Gericht gezogen. Der Supreme Court hatte Anfang Juli entschieden, dass auch der Präsident nicht von der Pflicht ausgenommen sei, bei entsprechender Aufforderung Beweise in einem Strafverfahren zu liefern. Damit sprach das Gericht dem Staatsanwalt in Manhattan grundsätzlich das Recht zu, im Zuge von Ermittlungen Finanzunterlagen einzusehen. Die Einzelheiten müssen nun aber in unterer Instanz geklärt werden.

Trumps Anwälte hatten ein New Yorker Gericht vergangene Woche aufgefordert, die Staatsanwaltschaft an der Vollstreckung der Aufforderung unter Strafandrohung zur Herausgabe der Finanzunterlagen Trumps zu hindern. Die Subpoena sei „wahnsinnig umfassend“ und „in böser Absicht“ ausgestellt worden, argumentierten sie.

Die USA haben die Aufstockung ihrer Truppen in Polen um 1.000 Soldaten im Zuge des Teilabzugs aus Deutschland bestätigt. Die Zahl der über Rotationen in Polen eingesetzten US-Soldaten werde von derzeit 4.500 auf 5.500 erhöht, teilte das US-Verteidigungsministerium gestern mit. Grundlage sei ein neues Abkommen, mit dem die Verteidigungspartnerschaft zwischen beiden Ländern „zementiert“ werde.

Der polnische Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak hatte am Freitag gesagt, die USA würden „mindestens“ 1.000 US-Soldaten nach Polen verlegen. Zwei Tage zuvor hatten die USA den Abzug von knapp 12.000 Soldaten aus Deutschland verkündet. Ein Teil der Truppen soll in die USA zurückkehren, ein Teil in andere europäische Länder verlegt werden.

Bei der Entsendung der 1.000 Soldaten nach Polen sprechen die USA nicht von einer dauerhaften Stationierung, sondern von einer Rotation. So werden die Soldaten nicht von ihren Familien begleitet. Die NATO hatte Russland 1997 zugesagt, auf eine dauerhafte und umfangreiche Stationierung von Truppen in Osteuropa zu verzichten.

EU

Die EU hat die Behörden in Hongkong dazu aufgefordert, Entscheidungen zur anstehenden Parlamentswahl zu überdenken. „Die vorgeschlagene Verschiebung der Wahlen zum Legislativrat um ein Jahr (…) würde die Erneuerung seines demokratischen Mandats verzögern und die Ausübung der nach dem Grundgesetz von Hongkong garantierten demokratischen Rechte und Freiheiten infrage stellen“, erklärte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell gestern Abend im Namen der Mitgliedsstaaten.

Zudem schwäche der jüngst verfügte Ausschluss von demokratiefreundlichen Kandidaten den internationalen Ruf Hongkongs als freie und offene Gesellschaft. „Der Schutz der bürgerlichen und politischen Rechte in Hongkong ist ein wesentlicher Bestandteil des von der EU unterstützten Prinzips ‚Ein Land, zwei Systeme‘“, heißt es in der Erklärung.

Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam hatte am Freitag bekanntgegeben, dass die für September geplante Parlamentswahl in der chinesischen Sonderverwaltungsregion um ein Jahr verschoben wird. Sie begründete die Verlegung mit dem Risiko durch das Coronavirus, da die Zahl der Neuinfektionen in Hongkong jüngst wieder angestiegen ist. Kritiker sehen in der Wahlverschiebung hingegen den Versuch, eine Blamage zu verhindern, da der Unmut über das pekingtreue Regierungslager und das umstrittene neue „Hongkong-Gesetz“ groß ist.

Frankreich stoppt Auslieferungsabkommen mit Hongkong

Als Reaktion auf das neue umstrittene „Hongkong-Gesetz“ stoppt die französische Regierung die Ratifizierung eines Auslieferungsabkommens mit der chinesischen Sonderverwaltungszone. Angesichts der „jüngsten Entwicklungen“ werde Frankreich das im Mai 2017 unterzeichnete Auslieferungsabkommen vorerst nicht ratifizieren, erklärte das Außenministerium unterdessen in Paris.

Das „Hongkong-Gesetz“ schränkt die Autonomierechte Hongkongs stark ein. Seit seinem Inkrafttreten im Juni haben bereits Länder wie Deutschland, Großbritannien, Kanada und Australien Auslieferungen nach Hongkong eingestellt.

Nach dem umstrittenen Gesetz können Aktivitäten, die von den Behörden als subversiv, separatistisch, terroristisch oder als Verschwörung mit ausländischen Kräften eingestuft werden, mit lebenslangen Haftstrafen geahndet werden. Bestraft wird unter anderem das Propagieren der Unabhängigkeit Hongkongs. Dafür reicht es, im Besitz entsprechender Flaggen, Aufkleber bzw. Flugblätter zu sein.

Das Gesetz stellt damit den bisher schwersten Eingriff in den Autonomiestatus Hongkongs dar. Der früheren britischen Kronkolonie waren bei ihrer Übergabe an China 1997 für 50 Jahre Sonderrechte gewährt worden, darunter Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

Inland

Der ehemalige freiheitliche Politiker Uwe Scheuch muss sich ab heute am Landesgericht Klagenfurt vor Richter Dietmar Wassertheurer unter anderem wegen Bestechung verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm, zwei weiteren Angeklagten und der Werbeagentur Ideenschmiede Bestechung, Vorteilszuwendung, Geschenkannahme durch Beamte und Vorteilsannahme vor.

Über die Agentur sollen aus Aufträgen von Scheuchs Regierungsbüros Kick-back-Zahlungen geflossen sein, die ihm bzw. der Partei zugutekamen, so der Vorwurf. Ein Mitarbeiter eröffnete damals ein Bankkonto, über das laut Anklage Gelder für den Politiker bzw. die Partei verwendet wurden.

Das Regierungsbüro wie auch der Beamte hätten in ständiger Geschäftsbeziehung mit der Werbeagentur gestanden, die von 2006 bis 2014 Aufträge des Büros mit einem Volumen von fast 1,5 Millionen Euro erhielt. Über Scheinrechnungen an die Werbeagentur floss Geld auf das Bankkonto. Es ist der bereits vierte Strafprozess gegen den 51-jährigen Ex-Politiker, bisher wurde er dreimal rechtskräftig verurteilt.

Wirtschaft

Rückstellungen für den Glyphosatvergleich in den USA haben dem deutschen Pharmakonzern Bayer einen Milliardenverlust eingebrockt. Im zweiten Quartal fiel ein Nettoverlust von gut 9,5 Mrd. Euro an, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 404 Millionen zu Buche gestanden war. Analysten hatten laut Vara Research im Schnitt mit einem Verlust von rund 7,9 Mrd. Euro gerechnet.

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern setzte in der Coronavirus-Krise 10,05 Mrd. Euro um, ein Rückgang von währungsbereinigt 2,5 Prozent. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen (EBITDA) stieg dank Zuwächsen im Agrargeschäft um 5,6 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro.

Bayer hatte Ende Juni bekanntgegeben, sich im Rechtsstreit wegen des angeblich krebserregenden Unkrautvernichters Roundup mit einem Großteil der Kläger geeinigt zu haben. Für den Vergleich und mögliche künftige Fälle werden insgesamt bis zu 10,9 Mrd. Dollar (9,3 Mrd. Euro) fällig. Die Klagewelle hatte sich Bayer mit der rund 63 Mrd. Dollar teuren Übernahme des Glyphosatentwicklers Monsanto eingehandelt.

Vorsichtige Prognose

Der Konzern blickt vorsichtiger auf das laufende Jahr und verwies auf ein geringer als bisher angenommenes Wachstum sowie in der Agrarsparte auf einen wettbewerbsintensiven Sojabohnenmarkt. Für das laufende Jahr peilt das Management nun vor Wechselkurseffekten sowie dem Zu- und Verkauf von Unternehmensteilen ein Umsatzwachstum von null bis einem Prozent an auf 43 oder 44 Mrd. Euro. Bisher waren 44 oder 45 Mrd. Euro geplant gewesen.

Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie vor Sondereinflüssen sollen davon weiterhin etwa 28 Prozent hängen bleiben, womit sich ein operatives Ergebnis von etwa 12,1 Mrd. Euro ergebe. Bisher waren hier 12,3 bis 12,6 Mrd. Euro in Aussicht gestellt worden.

US-Präsident Donald Trump würde einen Kauf des US-Geschäfts der populären Video-App TikTok durch eine amerikanische Firma eigenen Aussagen zufolge unterstützen. Er „hätte nichts gegen“ die Übernahme durch Microsoft oder ein anderes US-Unternehmen, sagte Trump gestern im Weißen Haus. Wenn es bis zum 15. September aber keine Einigung gebe, würde der Betrieb der Plattform in den Vereinigten Staaten eingestellt. Trump machte deutlich, dass er erwarte, dass das US-Finanzministerium von einem Deal profitieren müsse.

TikTok ist eine international erfolgreiche Videoplattform mit Hunderten Millionen Nutzern und Nutzerinnen weltweit. Diese können dort eigene Clips hochladen und Videos von anderen ansehen. Der chinesische Mutterkonzern Bytedance bemüht sich schon seit einiger Zeit, seine internationale Plattform von der chinesischen Version zu trennen.

Politischer Druck auf Microsoft

TikTok versichert, Chinas Regierung habe keinen Zugriff auf Nutzerdaten und habe das auch nie verlangt. Die Daten von US-Nutzern würden sowieso in den USA gespeichert und verarbeitet. In Festlandchina gibt es nur die zensierte Version Douyin. Als Chef von TikTok wurde jüngst der Disney-Manager Kevin Mayer geholt, der bei dem US-Konzern lange als Kronprinz galt.

Zuletzt hatte Microsoft sich nach starkem politischen Druck aus dem Weißen Haus in Stellung gebracht, das US-Geschäft TikToks zu übernehmen. Der Softwarekonzernriese will bis Mitte September einen Deal mit dem privaten chinesischen TikTok-Eigentümer Bytedance aushandeln. Microsoft bestätigte die Gespräche am Sonntag (Ortszeit) erstmals, nachdem Trump am Wochenende mit einem Verbot der Plattform unter Verweis auf die Datensicherheit gedroht hatte.

Sport

Chronik

Die Stadt L’Aquila hat bei der italienischen Regierung um Hilfe gebeten, nachdem mehrere Brände gelegt worden waren. Seit fünf Tagen wüteten die Feuer, betroffen war auch ein Naturschutzpark der Abruzzen. Bereits 1.000 Hektar Wald wurden zerstört, da sich die Flammen wegen des starken Windes schnell ausbreiteten.

In der Ortschaft Pettino gingen Einwohnerinnen und Einwohner aus der Sorge heraus auf die Straße, die Flammen könnten ihre Häuser erreichen, berichteten Medien heute. Die Behörden in den Abruzzen baten die Regierung um zusätzliche Hilfe.

Laut Ermittlungen wurden die Brände gelegt. Die Flammen breiteten sich an mehreren Stellen mit großer Geschwindigkeit aus, auch mit Hilfe des starken Schirokko-Windes. Feuerwehrleute und Canadair-Flugzeuge waren im Löscheinsatz.

Der Hurrikan „Isaias“ ist in der Nacht auf heute (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern nahe der Küstenstadt Ocean Isle Beach (US-Bundesstaat North Carolina) auf Land getroffen. Das teilte das Nationale Hurrikanzentrum der US-Klimabehörde NOAA auf Twitter mit. Das entspricht einem Hurrikan der Stufe eins, der niedrigsten Kategorie.

Das Wetteramt warnte die Bewohner der betroffenen Gebiete vor Sturmfluten, Überschwemmungen und gefährlich starken Winden. Der Hurrikan bewegt sich den Angaben zufolge mit rund 35 km/h vorwärts. Über North Carolina sollte er sich heute abschwächen und in Küstennähe nach Nordosten weiterziehen.

Hurrikan in South Carolina
APA/AFP/Getty Images/Sean Rayford

„Isaias“ war am Samstag als Hurrikan über Teile der Bahamas hinweggezogen, schwächte sich auf dem Weg in Richtung der Ostküste Floridas aber wieder zu einem Tropensturm ab. Der Sturm war in Florida nicht auf Land getroffen, wurde dann aber wieder zu einem Hurrikan hochgestuft.

Am ersten großen Waldbrand des Jahres im US-Bundesstaat Kalifornien könnte ein defektes Fahrzeug schuld sein. Nach Angaben der Behörden gestern Abend (Ortszeit) soll das Feuer im Bezirk Riverside County rund 130 Kilometer östlich von Los Angeles durch brennende Auspuffemissionen ausgelöst worden sein.

Feuerwehrleute vor großen Flammen in Banning, Kalifornien
AP/Ringo H.W. Chiu

Seit Ausbruch des Feuers am Freitag hatten sich die Flammen in kurzer Zeit auf eine Fläche von gut 107 Quadratkilometern ausgedehnt. Nach Angaben der Feuerwehr waren knapp 2.300 Helfer im Einsatz. Bisher konnte das Feuer nur zu fünf Prozent unter Kontrolle gebracht werden.

Knapp 8.000 Einwohner mussten vorsichtshalber ihre Häuser verlassen, doch ein Übergreifen der Flammen auf Siedlungen konnte bisher verhindert werden. Das Feuer fraß sich hauptsächlich durch trockene Vegetation in ein Wildnisgebiet vor. Hitze und starker Wind erschwerten die Löscharbeiten.

Kalifornien, das oft unter Trockenheit leidet, wird jedes Jahr von Waldbränden heimgesucht. Gewöhnlich toben die schwersten Brände erst am Ende eines langen, heißen Sommers. Besonders schlimm traf es im November 2018 den Ort Paradise in Nordkalifornien, wo heftige Winde das „Camp Fire“ sich schnell ausbreiten ließen. Es war durch eine defekte Stromleitung ausgelöst worden. 85 Menschen starben, Zehntausende wurden obdachlos.

An ihrem ersten Ausbildungstag ist eine 23-Jährige auf dem Rathausplatz der deutschen Hafenstadt Kiel (Schleswig-Holstein) auf tragische Weise ums Leben gekommen: Die Frau wollte sich gestern gemeinsam mit 50 weiteren neuen Lehrlingen für ein gemeinsames Foto auf den Rathausplatz stellen, wie die Stadt mitteilte. Dabei wurde sie von einem Fahnenmast erschlagen.

Der Mast wurde am Rande des Platzes durch einen Lastwagen beim Rangieren umgestoßen. Der Mast sei abgebrochen und auf die 23-Jährige gestürzt. „Ich bin zutiefst erschüttert und geschockt“, sagte Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). Er war Zeuge des Unfalls. „Es gibt keine Worte für das Entsetzen über dieses tragische Geschehen. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen.“ Ein Kriseninterventionsteam kümmerte sich um die anderen Auszubildenden. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Gesundheit

Kultur

Popstar Taylor Swift (30) hat den Rekord für die meisten „Billboard Hot 100“-Einträge von Frauen in der Geschichte der US-Charts gebrochen. Swift liegt mit 113 Liedern vor der US-Rapperin Nicki Minaj mit 110. Das berichtete das „Billboard“-Magazin, das die US-amerikanischen Charts veröffentlicht.

Da alle 16 Songs von Swifts neuem Album „Folklore“ ihr Debüt in den Charts feierten, stieg die Gesamtzahl von 97 auf 113 Titel. Minaj (37) hatte die Bestmarke seit dem 1. April 2017 gehalten. Sie überholte damals die verstorbene Soul-Ikone Aretha Franklin, die mit 73 Liedern in den US-Charts fast 40 Jahre lang den Rekord gehalten hatte.

Panorama

Das Weltraumunternehmen Virgin Galactic will im Frühjahr 2021 erstmals einen Touristenflug ins All starten. Erster Weltraumtourist soll der Firmengründer und britische Milliardär Richard Branson sein, wie das Unternehmen gestern mitteilte.

Das Unternehmen plane, im Herbst mit zwei bemannten Flügen „in die nächste Phase seines Testflugprogramms“ zu treten. Sollten die Flüge wie geplant verlaufen, könnte Branson im ersten Quartal 2021 seine Reise antreten und damit den Startschuss für kommerzielle Weltraumflüge geben.

Virgin Galactic will zahlende Weltraumtouristinnen und -touristen mit einer Mischung aus Rakete und Flugzeug ins All bringen. Die Passagiere sollen mehrere Minuten im Weltraum verbringen und durch große Fenster die Erde von oben beobachten können, während sie die Schwerelosigkeit erleben.

Bisher konnte Virgin Galactic nach eigenen Angaben Reservierungen von mehr als 600 Interessenten aus 60 Ländern verbuchen. Bei dem Projekt kam es aber immer wieder zu Verzögerungen. Ein schwerer Rückschlag war ein Unfall 2014, bei dem ein Kopilot ums Leben kam.