Inland

Während die Ermittlungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft über mutmaßliche verdeckte Parteienfinanzierung der FPÖ am Anfang stehen, sind die seit Jahren laufenden Ermittlungen um die ÖVP offenbar in der Schlussphase. Ein Vorhabensbericht ist laut Staatsanwaltschaft Wien in Vorbereitung. Wie die Rechercheplattform Addendum berichtet, untermauere ein Gutachten Zahlungen von einer Mio. Euro.

Aufträge von ÖVP-Ministerien an Mediaselect vergeben?

Dass über die Agentur Mediaselect verdeckte Parteispenden von staats- und parteinahen Firmen in Höhe von mehreren hunderttausend Euro an die ÖVP geflossen sein sollen, ist bekannt. Außerdem soll die ÖVP bei Aufträgen mitgeschnitten haben, die von ÖVP-geführten Ministerien an Mediaselect vergeben wurden – und zwar durch „Gutschriften“, die auf ein eigenes Konto der Partei bei der Agentur geflossen sind. Somit habe die ÖVP davon profitiert, wenn schwarze Ministerien über die Mediaselect Inserate schalteten.

In einem Gutachten des Sachverständigen Matthias Kopetzky ist laut Addendum nun von Zahlungen im Ausmaß von einer Million Euro am die Agentur die Rede. Unter anderem sollen 251.467,40 Euro von der RLB OÖ gekommen sein, 250.800 Euro von der Telekom Austria und 218.632,84 Euro von den Casinos Austria bzw. den Lotterien.

Bis zu sechs Wahlkampagnen finanziert

Finanziert wurden damit bis zu sechs Wahlkampagnen auf Bundes- und Landesebene in den Jahren 2002 bis 2010 – die Nationalratswahlen 2002, 2004 und 2008 sowie die Bundespräsidentenwahl 2004, die Europawahl 2009 und die Wiener Landtagswahl 2010.

Aber auch Werbekosten für die „Superpraktikant“-Aktion des früheren ÖVP-Chefs Josef Pröll und Inserate einer anonymen „Plattform Versprochen Gebrochen“ gegen SPÖ-Kanzler Alfred Gusenbauer wurden laut den Angaben über die Mediaselect abgewickelt. Bei Letzteren hatte die ÖVP im Jahr 2007 offiziell jede Involvierung dementiert.

ÖVP: Betrifft nicht „neue Volkspartei“

Die ÖVP sagte, dass die Vorwürfe bis zu 19 Jahre zurückliegen und daher „nicht die Vertreter der neuen Volkspartei, sondern die Vorgänger betreffen“. Außerdem habe auch die damalige ÖVP nicht strafbar gehandelt, und der Vorwurf der Wahlkampffinanzierung durch Spenden sei in dieser Form nicht nachvollziehbar.

Ermittelt wird dem Bericht zufolge gegen zwei frühere Geschäftsführer der Mediaselect und den Organisator eines Personenkomitees für den früheren ÖVP-Chef Wilhelm Molterer im Wahlkampf 2008. Wie die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte, ist ein Vorhabensbericht in Vorbereitung.

Der Inhalt – also ob etwa eine Anklage oder eine Einstellung des Verfahrens angedacht wird – ist aber nicht bekannt. Das Verfahren gegen den früheren ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka war 2017 wegen Verjährung eingestellt worden. Die ÖVP hat eine Rückzahlung der Gelder in mehreren Raten bis 2024 vereinbart.

Nach dem Gesundheitsausschuss soll nun auch der Sozialausschuss sowie Wirtschaftsausschuss und Rechnungshof-Ausschuss des Nationalrats abgesagt werden. JETZT-Abgeordnete Daniela Holzinger zeigte sich heute empört über das Vorgehen von ÖVP und FPÖ im Parlament. Sie sprach von einer „Frotzelei“. „Das Parlament wird an der Nase herumgeführt und von ÖVP und FPÖ stillgelegt.“

Holzinger hatte sich schon am Montag darüber geärgert, dass die für den 26. Juni geplante Sitzung des Gesundheitsausschusses durch eine Aussprache der Abgeordneten ersetzt werden soll. Dieser Ausschuss wird von der FPÖ-Abgeordneten Brigitte Povysil geleitet. Heute erfuhr Holzinger, dass auch der Arbeits- und Sozialausschuss am 27. Juni nicht stattfinden wird, weil die ÖVP der Tagesordnung nicht zustimmt.

Aus dem ÖVP-Klub wurde bestätigt, dass anstelle einer Sitzung eine „Aussprache“ gewünscht wird. Das sei angesichts der zahlreichen Fristsetzungen der beste Weg, um die Nationalratssitzung Anfang Juli vorzubereiten.

SPÖ will Sozialausschuss abhalten

SPÖ-Sozialsprecher Josef Muchitsch – er fungiert als Leiter – will den Sozialausschuss nicht absagen. Es sei unverständlich und nicht erklärlich, „dass die ÖVP einer Ausschusssitzung nicht zustimmen will, die seit Monaten terminlich festgelegt ist und wo Materien, die die Lebensbedingungen der Bevölkerung betreffen, behandelt werden“.

„Nichtsdestotrotz werde ich das Gespräch suchen und alles unternehmen, damit eine Sitzung stattfindet“, teilte Muchitsch per Aussendung mit.

Die ÖVP will, dass das Rauchverbot in der Version eingeführt, die schon ursprünglich 2015 geplant war und erst unter ÖVP und FPÖ wieder außer Kraft gesetzt wurde. Das teilte der Parlamentsklub mit und betonte, dass man sich mit den anderen Parteien (außer der FPÖ) einig sei.

Änderungen in kleineren Details werden allerdings nicht ausgeschlossen. Wichtig war der Volkspartei, dass das Verbot erst mit 1. November in Kraft tritt, um entsprechende Übergangsfristen zu gewährleisten.

Auch Wasserpfeifen und E-Zigaretten betroffen

Der Beschluss aus dem Jahr 2015, der unter SPÖ und ÖVP erfolgte, sah ein komplettes Rauchverbot in der Gastronomie (ausgenommen Gärten) vor, das auch Wasserpfeifen und E-Zigaretten umfasste. Betroffen waren alle öffentlichen Orte, wo Speisen und Getränke hergestellt, verarbeitet, verabreicht oder konsumiert werden (z. B. auch Versammlungen in Pfarrsälen und Feuerwehrfeste), nicht ortsfeste Einrichtungen wie Festzelte, Mehrzweckräumlichkeiten sowie schulische Einrichtungen und Freiflächen, in denen Kinder und Jugendliche beaufsichtigt und beherbergt werden (z. B. Internate).

In 10.000 Betrieben darf noch geraucht werden

Der Fachverband Gastronomie in der Wirtschaftskammer hat sich in einer Stellungnahme gegenüber der APA unterdessen gewünscht, dass die Situation für die Gastwirte klar geregelt werde, denn die Außerkraftsetzung der Regelung sei sehr rasch gekommen. Schätzungen gehen von rund einem Drittel aller Betriebe aus, in denen bisher noch geraucht werden darf – das sind rund 10.000.

Was die Kosten für Rückbauten betrifft, wurde die letzte Erhebung im Jänner 2015 gemacht, als bekanntwurde, dass ein generelles Rauchverbot beschlossen werden soll. Dabei wurden für 2009 bis Ende 2014 Investitionskosten für Raumabtrennungen und Lüftungsanlagen in Höhe von 150 bis 200 Millionen Euro festgestellt.

Die Wirtschaft benötige jedenfalls Berechenbarkeit und Rechtssicherheit. Kosten für Investitionen, die nun nicht mehr genutzt werden können, müssten abgegolten werden, fordern die Wirte.

Ausland

Eine UNO-Menschenrechtsspezialistin sieht „glaubhafte Hinweise“ für eine mögliche persönliche Verantwortung des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman für die Tötung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi (Dchamal Chaschukdschi) in der Türkei.

Zur Klärung der Schuldfrage sei allerdings noch eine weiterführende Untersuchung nötig, schrieb Agnes Callamard in ihrem Bericht an den UNO-Menschenrechtsrat, der heute in Genf veröffentlicht wurde. Kronprinz Mohammed war mehrfach als Drahtzieher der Tötungsaktion verdächtigt worden.

Verlobte begrüßt UNO-Bericht

Die Verlobte Khashoggis, Hatice Cengiz, begrüßte den neuen Bericht. In einem Tweet schrieb sie: „Der Aufruf der UNO-Sonderberichterstatterin, gegen MBS wegen des Mordes an meinem geliebten Jamal zu ermitteln, ist eine willkommene Entwicklung.“ „MBS“ steht für Mohammed bin Salman.

Jetzt müsse die UNO der Empfehlung folgen, forderte Cengiz. „Der Gerechtigkeit muss gedient und die Wahrheit enthüllt werden.“

Türkische Regierung unterstützt Erkenntnisse

Die türkische Regierung unterstützt die Empfehlung Callamards, weitere Ermittlungen in die Wege zu leiten. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu zitierte Außenminister Mevlüt Cavusoglu mit den Worten: „Wir unterstützen inständig die UNO-Empfehlung, den Mord an Khashoggi aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verdächtigt ausländische Kräfte, bei der Neuwahl des Bürgermeisters von Istanbul am Sonntag die Hände im Spiel zu haben. „Warum interessieren sich so viele Kreise im Ausland so sehr dafür, wer Istanbul führen wird?“, fragte er heute in einer Wahlkampfrede im Istanbuler Stadtviertel Sancaktepe.

„Kümmern wir uns etwa darum, wer Bürgermeister in London, Berlin, Paris, Wien, Amsterdam oder Brüssel wird? Das bedeutet, da steckt etwas dahinter.“ Erdogan warf zudem dem aussichtsreichen Kandidaten Ekrem Imamoglu von der größten Oppositionspartei CHP vor, aus dem Ausland und von Terroristen unterstützt zu werden.

Imamoglu landete knapp vor AKP-Kandidaten

Bei der Kommunalwahl am 31. März hatte Imamoglu zunächst überraschend und knapp vor dem Kandidaten der Regierungspartei AKP von Erdogan, Ex-Ministerpräsident Binali Yildirim, gewonnen. Die AKP hatte in Istanbul lange das Machtmonopol. Die Wahlkommission annullierte nach Anträgen der AKP das Ergebnis aber wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten und setzte die Wiederholung der Wahl für den 23. Juni an. Die Entscheidung stieß international auf Kritik.

Der bis vor wenigen Wochen unbekannte Lokalpolitiker Imamoglu war mit seinem Überraschungssieg gegen die AKP zum Shootingstar der türkischen Politik geworden. Für Erdogan-Verdrossene steht er nun als Symbol dafür, dass politischer Wandel möglich ist.

Die Haftmine, die im Golf von Oman nach US-Angaben ein Loch in den Öltanker „Kokuka Courageous“ gerissen haben soll, ähnelt nach Angaben der US-Marine iranischen Minen. Die Mine habe „verblüffende Ähnlichkeit“ mit iranischen Fabrikaten, sagte der Kommandeur der 5. Flotte, Sean Kido, heute zu dem Vorfall. Kido sprach vor Journalisten in der Nähe von Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Ermittler der US-Marine hätten die Seite des japanischen Frachters untersucht und dort Finger- und Handabdrücke entdeckt, sagte Kido. Die entstandenen Schäden deckten sich auch nicht mit der These, dass ein Flugkörper – etwa eine Rakete – das Schiff getroffen habe.

Durch Mine beschädigter Tanker
APA/AFP/Mumen Khatib

Der Angriff auf die „Kokuka Courageous“ und die „Front Altair“ einer norwegischen Reederei vor einer Woche hatten Sorgen über eine militärische Eskalation am Golf erhöht. Die USA und zuletzt auch die britische Regierung kamen zu dem Schluss, dass der Iran hinter dem Angriff steckt. Stichhaltige Beweise wurden dafür bisher aber nicht bekannt. Der Iran weist die Vorwürfe zurück.

Der frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy muss sich wegen des Vorwurfs der Bestechung vor Gericht verantworten. Der Kassationshof als oberste französische Instanz wies heute den letzten Einspruch des konservativen Politikers gegen die angeordnete Prozesseröffnung zurück, wie es vonseiten der Justiz hieß.

Sarkozy soll versucht haben, einen Staatsanwalt am Obersten Gerichtshof zu bestechen, um Informationen zum Verlauf eines ihn betreffenden Verfahrens zu erlangen.

EU

Vor dem morgen beginnenden EU-Gipfel, bei dem es unter anderem um die nach der Europawahl neu zu besetzenden EU-Spitzenjobs – Kommissionspräsident, Ratspräsident, Parlamentspräsident und Außenbeauftragter – geht, hat sich heute der EU-Hauptausschuss des Nationalrats mit den Themen des Treffens der Staats- und Regierungschefs befasst.

Dabei steckten die Fraktionen gegenüber Kanzlerin Brigitte Bierlein und Außenminister Alexander Schallenberg ihre Positionen ab, welche Haltung die Bundesregierung in Sachen der Bestellung des Kommissionspräsidenten vertreten solle.

„Fingerspitzengefühl“ nötig

Bierlein betonte, bei der Verteilung der Topjobs seien Gender-Gerechtigkeit, Transparenz und sowie eine ausgewogene geografische Verteilung wichtig. Laut den EU-Verträgen sei unter anderem auch das Ergebnis der EU-Wahl zu berücksichtigen. Daher brauche es „Fingerspitzengefühl“ und „Kompromissbereitschaft“ unter den Mitgliedstaaten.

Sie gehe „ergebnisoffen“ in den Gipfel und werde unter ihren Amtskollegen den Dialog suchen. Sollten sich mehrheitsfähige Personalvorschläge von Ratspräsident Donald Tusk „auftun, werden wir uns anschließen“, sagte Bierlein.

JETZT und FPÖ gegen „vorschnelle“ Festlegung

Während für die ÖVP Reinhold Lopatka für das Spitzenkandidatensystem und damit für Manfred Weber von der Europäischen Volkspartei (EVP) eintrat, die bei der Wahl trotz Verlusten erneut stärkste Kraft wurde, und die NEOS-Abgeordnete Stephanie Krisper für die dänische Liberale Margrethe Vestager warb, warnten FPÖ und JETZT vor vorschnellen Entscheidungen.

Ein JETZT-Antrag, der die Regierung ersucht hätte, bei der Wahl des neuen Kommissionspräsidenten vorläufig keinen Kandidaten zu unterstützen, wurde aber nur von der FPÖ unterstützt und fand so keine Mehrheit. Die SPÖ wiederum setzt auf einen breiten Dialog in Österreich über die EU-Personalia und einen „möglichst breiten Konsens“, wie Parteivorsitzende und Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner sagte.

„Österreich bleibt in Europa handlungsfähig“

Kanzlerin Bierlein versicherte: „Wir suchen den Dialog mit allen Parteien (…) wir stehen für Kontinuität in der Europapolitik.“ Österreich werde seine Stimme auf dem Gipfel genauso ausüben, wie eine nach einer Wahl gebildete Regierung. „Österreich bleibt in Europa handlungsfähig.“

Im Gegensatz zum JETZT-Antrag einstimmig angenommen wurde ein Antrag der FPÖ. Dieser fordert die Regierungsmitglieder auf, alles zu unternehmen, um den Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu erwirken.

Chronik

Wirtschaft

Die Signa Prime Selection AG des Unternehmers Rene Benko bekommt einen neuen Investor: Die Investmentgesellschaft der Gebrüder Peugeot, die FFP, erwirbt um 186 Mio. Euro einen Anteil von fünf Prozent an der Signa Prime. Eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg wurde heute vom Signa-Sprecher gegenüber der APA bestätigt.

Die an der Euronext notierte Beteiligungsgesellschaft FFP (Societe Fonciere, Financiere et de Participations) gehört mehrheitlich der Peugeot-Familienholding. Sie wird von Robert Peugeot geführt und ist einer der führenden Aktionäre des französischen Autoherstellers Peugeot SA.

Per Jahresende 2018 hielt die Signa Prime, Teil der Signa-Gruppe, Vermögen von rund elf Mrd. Euro. Zum Portfolio gehören die KaDeWe-Geschäfte in Deutschland, Oberpollinger und Alte Akademie in München, sowie das Goldene Quartier und das Hotel Park Hyatt in Wien

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat die Europäische Zentralbank (EZB) vor Kritik an ihrem geldpolitischen Kurs in Schutz genommen. „Es ist so unfair, Zentralbanken anzugreifen, wenn es um ihre Unabhängigkeit geht“, sagte Juncker heute bei der EZB-Notenbankkonferenz im portugiesischen Sintra.

Es sei nun einmal eine Stärke von Zentralbankern, Märkte mit einem einzelnen Satz in einer Rede zu bewegen. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump die EZB kritisiert und die Wechselkursauswirkungen als „unfair“ bezeichnet.

Am Vortag hatte EZB-Präsident Mario Draghi mit der Aussicht auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik heftige Bewegungen auf den Finanzmärkten ausgelöst. Draghi hatte gesagt, sollten sich der Ausblick für die Konjunktur nicht verbessern und die Inflation im Euro-Raum nicht anziehen, seien „zusätzliche Stimuli“ erforderlich.

Sport

Abgekämpft, müde und mit zerzausten Haaren hat Michel Platini tief in der Nacht nach dem Verhörmarathon die Antikorruptionsbehörde in Nanterre verlassen. Mehr als 15 Stunden hatten die Ermittler den Ex-Präsidenten des Europäischen Fußballverbands (UEFA) vernommen, ein Verfahren gegen den Franzosen wurde nicht eingeleitet. „Ich bin gekommen und wurde in Gewahrsam genommen. Das tut weh. Es war viel Lärm um nichts“, sagte Platini heute nach seiner Entlassung.

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Science

Drei Jahre haben US-Astronomen das Weltall nach außerirdischer Intelligenz abgesucht – aber vergeblich. Das teilten die Wissenschaftler des kalifornischen SETI-Instituts gestern in zwei Publikationen mit. Das Programm „Breakthrough Listen“ hatte 1.327 Sterne im Umkreis von bis zu 160 Lichtjahren abgesucht. Es war die bisher umfassendste Suche dieser Art nach außerirdischer Intelligenz.

Suche nach „Nadel im Heuhaufen“

Es sei buchstäblich eine Suche nach der „Nadel im Heuhaufen“ gewesen, heißt es in der Mitteilung des Programms. Mit Hilfe von Radioteleskopen in den USA und Australien hatten die Wissenschaftler Milliarden von Funkfrequenzen nach Signalen abgehört, die zu genau definiert sind, um einen natürlichen Ursprung zu haben. Die Frequenzen, auf die das zutraf, stammten jedoch nicht von außerirdischen, sondern von menschlichen Technologien.

„Das muss aber nicht bedeuten, dass es da draußen kein intelligentes Leben gibt“, sagte Danny Prince, der bei dem Projekt mitwirkte. Das Programm „Breakthrough Listen“, das vom russischen Milliardär Juri Milner mit 100 Mio. US-Dollar (knapp 90 Mio. Euro) finanziert wird, hat sich zum Ziel gesetzt, eine Mio. Sterne und 100 benachbarte Galaxien zu überwachen. „Vielleicht haben wir nur noch nicht am richtigen Ort gesucht“, bemerkte Prince.

Religion

Kultur

Die ersten Festwochen unter dem eilig nach Wien geholten neuen Intendanten Christophe Slagmuylder sind geschlagen. Noch ist der Festwochen-Karren nach den zwei Jahren unter Thomas Zierhofer-Kin nicht aus dem Sand. Und beim Programm bleibt Luft nach oben. Doch der Mut, etwa die Festwochen nach 1220 Wien, also im Yung-Hurn-Paradise, zu landen, könnte auch mehr Respekt verdienen als manche Feuilletonmatschkerei.

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Der Revolver, mit dem sich der Maler Vincent van Gogh das Leben genommen haben soll, ist in Paris für 162.500 Euro versteigert worden. Der Schätzwert von 40.000 bis 60.000 Euro wurde heute im Auktionshaus Drouot damit deutlich übertroffen. Neuer Eigentümer ist ein unbekannter Privatsammler, der per Telefon mitgesteigert hatte.

Mutmaßlicher Suizidrevolver Vincent van Goghs
Reuters/Charles Platiau

Von Landwirt auf Feld entdeckt

Der Revolver der Waffenschmiede Lefaucheux war 1965 von einem Landwirt in einem Feld in Auvers-sur-Oise nördlich von Paris entdeckt worden. Dort war Van Gogh am 27. Juli 1890 schwer verletzt aufgefunden worden. Die Waffe vom Kaliber sieben Millimeter wurde nach ihrem Fund dem Besitzer der Herberge Ravoux in Auvers-sur-Oise übergeben, in welcher der niederländische Impressionist zwei Tage nach dem tödlichen Schuss verstorben war.

2012 wurde der stark beschädigte Revolver erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Vier Jahre später wurde er im Van-Gogh-Museum in Amsterdam ausgestellt – auch wenn vermutlich nie mit Sicherheit gesagt werden kann, ob sich der Maler der berühmten „Sonnenblumen“ tatsächlich mit dieser Waffe das Leben nahm.

Schon 2011 hatten US-Forscher die These aufgestellt, Van Gogh habe sich nicht selbst angeschossen. Vielmehr sei er versehentlich von einer Kugel getroffen worden, als junge Männer mit einem Revolver hantiert hätten.

Wie die irische Tageszeitung „Belfast Telegraph“ berichtet hat, haben die Dreharbeiten für das Prequel von „Game of Thrones“ („GoT“) bereits begonnen.

Während der Titel für die Fortsetzung der Erfolgsserie des US-Bezahlsenders HBO noch auf sich warten lässt, wurden bereits Informationen zum Drehort öffentlich. Angeblich sollen erste Kameras an einem geheimen Ort in County Down an der irischen Nordküste aufgestellt worden sein. Auch sollen vergangene Woche Drehorte in der Provinz Belfast eingerichtet worden sein. HBO wollte dazu nicht Stellung nehmen, berichtete CNN gestern.

„Abstieg in die dunkelste Stunde“

Bereits Teile der insgesamt acht Staffeln der Erfolgsserie wie die „Rote Hochzeit“ und die „Schlacht der Bastarde“ wurden in Nordirland gedreht.

Das Prequel spielt laut HBO Tausende Jahre vor den bereits bekannten „GoT“-Ereignissen und soll „den Abstieg der Welt vom goldenen Zeitalter der Helden in die dunkelste Stunde“ zeigen. Die Hauptrolle wird dabei die Oscar-nominierte Schauspielerin Naomi Watts übernehmen. Sie soll „eine charismatische Persönlichkeit spielen, die ein dunkles Geheimnis verbirgt“.

„Game of Thrones“ basiert auf der Fantasy-Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“ des US-Autors George R. R. Martin.

Gesundheit

Sie sind so groß wie eine Scheckkarte, kosten rund 40 Euro und sollen „Krankheiten aller Art heilen“: „Magische Karten“ aus Indonesien, die sich laut der englischsprachigen Tageszeitung „Bangkok Post“ („BP“) derzeit vor allem bei Thailändern und Thailänderinnen großer Beliebtheit erfreuen.

Laut „BP“ wurden bei diesen allerdings gefährlich hohe Radioaktivitätswerte festgestellt. Dem Büro für Atomenergie für den Frieden in Bangkok (OAP) zufolge wiesen einige Proben eine Strahlung auf, die den Sicherheitsgrenzwert für den Menschen um das 350-fache übersteigt.

„Wir versuchen gerade den Grad der radioaktiven Kontamination in der Region zu ermitteln“, hieß es in einem Statement des Atombüros. Eine Röntgenuntersuchung ergab, dass die Karten eine Kombination aus Uran und Thorium enthalten, die gleichmäßig über die Oberfläche verteilt ist.

Radioaktive Karten auf Körper gelegt

Gerade vor dem Hintergrund, dass die Nutzer die Karten auf verschiedene Stellen ihres Körpers legen oder sogar in ihr Trinkwasser tauchen, warnt die OAP vor hohen Gesundheitsrisiken. Karteninhabern wurde geraten, das thailändische Institut für Kerntechnik zu fragen, wie sie ihre Karten sicher entsorgen können.

Die Karten selbst enthalten keine Informationen über ihre angeblichen medizinischen Eigenschaften. Doch laut Berichten teilte das Unternehmen, das sie zur Verfügung stellte, den Bewohnern und Bewohnerinnen eines nordthailändischen Dorfs mit, dass die Karten „Energie“ emittierten, die zur Verbesserung der Gesundheit beitragen könnte.

Leute

Whoopi Goldberg (63) kritisiert US-Schauspielerin Bella Thorne (21), die Oben-ohne-Fotos veröffentlicht hat, um einem Erpresser zuvorzukommen. „Wenn du berühmt bist, egal wie alt du bist: Du machst keine Nacktfotos von dir“, sagte die Oscar-Preisträgerin in der US-Talkshow „The View“. Thorne reagierte erbost und mit Tränen auf die Aussage.

„Die Mädchen zu beschuldigen, dass sie überhaupt Nacktfotos machen? Ist krank und ehrlich gesagt ekelig“, schrieb die 21-Jährige gestern (Ortszeit) auf Instagram. „Dein Blick auf die Sache ist schrecklich. Ich hoffe, du änderst deine Denkart, zumal du in deiner Show junge Mädchen ansprichst.“ Später veröffentlichte sie kurze Videos, in denen zu sehen ist, wie sie in Tränen ausbricht.

Am Wochenende hatte Thorne („Assassination Nation“) mehrere Fotos veröffentlicht, die eigentlich für ihren Freund bestimmt waren und ihren Aussagen zufolge von einem Hacker geklaut wurden. „Viel zu lange habe ich mich von diesem Mann ausnutzen lassen. Immer wieder. Ich habe es satt“, schrieb sie dazu. Am Ende drohte sie dem Erpresser: „Das FBI wird in Kürze bei dir sein. Also pass auf!“

Panorama

Das deutsche Influencer-Paar Catalin Onc und Elena Engelhardt hat Anfang Juni auf der Crowdfunding-Plattform „Go Fund Me“ einen ungewöhnlichen Spendenaufruf gestartet: 10.000 Euro wollen „Cat and Elena“, um mit dem Tandem von Deutschland „Richtung Afrika und noch weiter“ zu radeln. Zehn Tage später spendeten lediglich 21 Personen 312 Euro.

"Wir könnten einen langen Text schreiben über Mental Health oder die Erderwärmung. Wir könnten euch erzählen, wie wichtig es ist, seinen Träume zu folgen und aus der eigenen Komfortzone auszubrechen. Wir könnten euch erzählen, wie schön es ist zu reisen. Zusammen können wir einen Unterschied machen“, schrieben sie unter den Aufruf, den sie auch auf ihrer Instagram-Seite veröffentlichten.

„Sucht euch einen Job!“

Viele ihrer insgesamt 42.000 Follower und Followerinnen zeigten sich davon wenig begeistert. „Absolute Frechheit, was für eine peinliche Aktion!“, „Armselige Träumer“, „Euer Egoismus ist zum Kotzen!“, „Nutzt euren Einfluss, um etwas Positives zu tun“, sind einige der mittlerweile über 2.000 Reaktionen. Auch die Empfehlung, dass sie sich doch einen Job suchen sollen, ist oft zu lesen.

Beide sind derzeit arbeitslos und leben laut eigenen Angaben von Spendengeld. Auch werden sie durch die Mutter von Onc unterstützt. Seine Begründung: „Ich habe zu viel gesehen und getan, um zu einem normalen Job zurückzukehren.“ Das Paar beschreibt sich selbst als „Liebende, Reisende und Traumfänger“.

Für ihren Umzug von China nach Island sind in Schanghai heute zwei Belugawale an Bord eines Frachtflugzeugs abgehoben. Das teilte eine Sprecherin der luxemburgischen Fluglinie Cargolux mit. Die Weißwale Little Grey und Little White sind auf dem Weg in ein Freiwasserreservat vor der Insel Heimaey (Westmännerinseln) im Süden Islands.

Dabei handelt es sich um eine bis zu zehn Meter tiefe Bucht, die unter Wasser mit Netzen zum offenen Meer hin abgegrenzt ist. Die Abgrenzung soll auch dem Schutz der Wale dienen. Nach zwölf Stunden Flug und rund 10.000 Kilometern sollte die Maschine am späten Nachmittag in Island landen.

Für Unterhaltungsshows im Meeresaquarium eingesetzt

Die beiden Belugas aus dem Tierpark Changfeng Ocean World in Schanghai waren die meiste Zeit ihres Lebens in Gefangenschaft. Sie wurden zuvor auch für Unterhaltungsshows im Meeresaquarium eingesetzt. Mit ihrer Ankunft in Island fällt der Startschuss für das Reservat, das von der Umweltschutzorganisation Sea Life Trust eröffnet wird. Dort sollen die Wale in einer natürlichen Umgebung leben können. Es sei geplant, noch weitere Belugas aufzunehmen, teilte Sea Life Trust mit.

Little Grey und Little White legen die Reise per Lastwagen, Flugzeug und Fähre zurück. Nach ihrer Ankunft in Island werden sie mindestens 40 Tage in einem Quarantänebecken des Schutzgebietes verbringen, wo sie überwacht werden und sich erholen können. Später werden sie dann in die geschützte Bucht gelassen.

Eine nordnorwegische Insel will die auf ihr geltende Zeit abschaffen. Weil Sommaröy im Sommer von der Mitternachtssonne gesegnet sei und die Sonne knapp 70 Tage nicht untergeht, bemühe sich die Insel darum, offiziell als erste zeitfreie Zone anerkannt zu werden, so Kjell Ove Hveding von der entsprechenden Initiative. Weil es immer hell sei, müsse man nicht so genau wissen, wie spät es gerade ist.

Tourist blickt über die norwegische Insel Sommaröy
Reuters/Yannis Behrakis

„Wenn du im Norden Norwegens lebst, hat es keinen Sinn, über Zeiten fürs Abendessen oder irgendeine andere Zeit zu reden“, sagte Hveding. „Uns wird beigebracht, abends ins Haus zu gehen und um 21.00 Uhr Fernsehen zu schauen. Wir denken darüber gar nicht nach. Aber warum soll man um 17.00 Uhr essen, wieso nicht erst um 22.00 Uhr? Lasst uns um Mitternacht Fußball spielen, warum nicht?“ Zeitliche Begrenzungen gebe es so nicht.

Fußballspielen um Mitternacht

Sommaröy (deutsch: „Sommer-Insel“) liegt bei Tromsö im hohen Norden Norwegens. Für die rund 350 Bewohnerinnen und Bewohner der Insel verschwinde die Sonne vom 18. Mai bis zum 26. Juli nicht hinter dem Horizont, sagte Hveding. Das sorge dafür, dass Kinder auch mitten in der Nacht draußen spielen und Hausbesitzer ihre Fassaden auch nachts streichen. „Die Mitternachtssonne macht Uhren bei uns überflüssig.“

Hveding räumt ein, dass es sich um eine durchaus verrückte Idee handle. Diese habe aber einen ernsten Hintergrund: „Wir haben mehr und mehr darüber diskutiert, wie unsere Uhr uns Zeit nimmt, anstatt sie uns zu schenken“, sagte er. Und die Idee nimmt immer konkretere Züge an: Eine Petition wurde unterzeichnet, Hveding überreichte sie vor wenigen Tagen einem Parlamentsmitglied. Ob die Regierung in Oslo dem Ganzen zustimmt, ist noch unklar.

Die zehnjährige Amerikanerin Selah Schneiter hat als jüngster Mensch bisher den teilweise senkrecht abfallenden El Capitan im Yosemite-Nationalpark im US-Bundesstaat Kalifornien bis zu seiner Spitze erklettert. Der höchste Punkt des Felsens liegt 2.307 Meter über dem Meeressspiegel.

Selah Schneiter am El Capitan im Yoesmite Park
Reuters/Schneiter Family

„Unser großes Motto war: Wie isst man einen Elefant? Mit kleinen Bissen“, sagte die Zehnjährige in einem Interview. Begleitet wurde sie von ihrem Vater und einem Freund der Familie. Insgesamt dauerte ihre Route fünf Tage – mit Übernachtung in der Felswand. Je weiter oben, desto herausfordernder ist die Route. Nach der erfolgreichen Besteigung sagte Schneiter, dass sie andere Mädchen inspirieren wolle, aktiv zu werden.

Selah Schneiter am El Capitan im Yoesmite Park
Reuters/Schneiter Family
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