Ausland

US-Richter stoppt Trumps geplante Verschärfung des Asylrechts

US-Präsident Donald Trump hat bei seinen Plänen zur Verschärfung des Asylrechts einen Rückschlag vor Gericht erlitten. Ein US-Bezirksrichter in San Francisco stoppte gestern vorübergehend mit einer einstweiligen Verfügung den von Trump Anfang November angekündigten Asylerlass. Damit sollten Menschen, die illegal von Mexiko aus über die Grenze kommen, von einem Asylantrag ausgeschlossen werden.

Menschenrechtler sahen darin einen Verstoß gegen geltendes US-Recht. Trump hatte das Thema Immigration und illegale Einwanderung zu einem Hauptthema im Wahlkampf vor den Kongresswahlen gemacht. Einige tausend Menschen aus Guatemala, Honduras und El Salvador, die sich über Mexiko auf den Weg in die USA machten, bezeichnete er als „Invasion“, die er auch mit Hilfe der Armee stoppen wolle.

Bericht: Ivanka Trump nutzte privates Mailkonto für Dienstliches

Die Tochter des US-Präsidenten Donald Trump, Ivanka Trump, hat einem Medienbericht zufolge Hunderte dienstliche E-Mails von einem privaten E-Mail-Konto aus verschickt und damit in vielen Fällen wohl gegen Vorgaben des Weißen Hauses verstoßen. Das berichtete die „Washington Post“ gestern (Ortszeit).

Die Zeitung zitierte einen Anwalt von Ivanka Trump, der die Teilnutzung des privaten Mail-Accounts seiner Mandantin einräumte und betonte, das sei geschehen, bevor sie über die Regeln zum Umgang mit E-Mails informiert worden sei. Der Anwalt versicherte auch, keine dieser Mails habe als vertraulich eingestufte Informationen enthalten. Ivanka Trump habe das persönliche Mailkonto „manchmal“ genutzt für logistische Fragen und terminliche Absprachen bezüglich ihrer Familie.

Trump hatte Clinton dafür kritisiert

US-Präsident Trump hatte seine Tochter Ivanka als „Beraterin“ ins Weiße Haus geholt wie auch ihren Ehemann Jared Kushner. Die E-Mail-Praxis seiner Tochter ist für Trump heikel, da er seiner Konkurrentin im Präsidentschaftswahlkampf 2016, Hillary Clinton, die Nutzung eines privaten Mailkontos für dienstliche Belange in höchst angriffslustiger Weise vorgehalten hatte.

Clinton hatte in ihrer Zeit als US-Außenministerin offizielle E-Mails über einen privaten und nicht gesicherten Server verschickt. Das FBI ermittelte deswegen, kam aber im Sommer 2016 zu dem Schluss, dass sich die Demokratin nicht strafbar gemacht hatte. Trump hielt Clinton das Thema aber immer weiter vor und schlachtete die E-Mail-Affäre für seine Zwecke aus.

Festnahmen wegen Terrorverdachts in Australien

Wegen mutmaßlicher Anschlagspläne in der australischen Stadt Melbourne sind drei Männer festgenommen worden. Die drei australischen Staatsbürger türkischer Abstammung seien bei nächtlichen Razzien gefasst worden, teilte die Polizei heute mit. Die Männer seien von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) inspiriert gewesen, Verbindungen zum IS seien aber nicht bekannt.

Die Sicherheitsbehörden hatten die drei Brüder im Alter von 21, 26 und 30 Jahren bereits seit März im Visier. Nach der Messerattacke vom 9. November, bei der ein Angreifer in Melbourne einen Menschen tötete und zwei weitere verletzte, seien die Verdächtigen aktiver geworden, so die Polizei.

Reisepässe dieses Jahr eingezogen

Nach Angaben eines Sprechers der Anti-Terror-Behörden wollten sich die Männer halbautomatische Gewehre beschaffen, um belebte Plätze in Melbourne anzugreifen. Konkrete Anschlagsziele hätten sie noch nicht gehabt. Die Behörden befürchteten aber, dass sie in der Vorweihnachtszeit zuschlagen könnten.

Nach ihrer Festnahme wurden die drei Männer der Vorbereitung einer terroristischen Straftat beschuldigt. Ihnen droht lebenslange Haft. Die Verdächtigen sind nicht vorbestraft. Allerdings waren in diesem Jahr ihre Reisepässe eingezogen worden. Es bestand der Verdacht, dass sie sich Terrorgruppen im Ausland anschließen wollten.

Messerattacke in Melbourne

Die Festnahmen erfolgten rund zehn Tage nach der Messerattacke von Melbourne. Ein 30-jähriger Mann aus Somalia war am 9. November in der Innenstadt von Australiens zweitgrößter Stadt mit einem Messer auf Passanten losgegangen. Er erstach einen 74-jährigen Cafebesitzer und verletzte zwei weitere Passanten. Dann attackierte er eintreffende Polizisten und wurde schließlich von einem der Beamten erschossen.

Der getötete Cafebesitzer wurde heute mit einem Staatsbegräbnis geehrt. An der Trauerfeier in der St.-Patrick’s-Kathedrale in Melbourne nahmen Hunderte Menschen teil.

Neue Kämpfe im Jemen

Im Jemen dämpfen neue Kämpfe die Hoffnungen auf einen Waffenstillstand. Die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz attackierte gestern Abend mit mehr als zehn Luftschlägen Stellungen der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen in der Hafenstadt Hudaida, wie Einwohner und Einwohnerinnen berichteten.

Zuvor hatte Informationsminister Moammar al-Erjani mitgeteilt, dass die Huthis eine Rakete in Richtung Saudi-Arabien abgefeuert hätten, die aber im Jemen niedergegangen sei. Eine Stellungnahme der Rebellen dazu war noch nicht zu bekommen.

Gestern Vormittag hatten die Huthis noch mitgeteilt, ihre Drohnen- und Raketenangriffe auf die jemenitische Regierung sowie deren Verbündete Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate zu stoppen. Sie zeigten sich zudem bereit für einen umfassenderen Waffenstillstand, sollte die feindliche Koalition den Frieden wollen. Diese hatte zuletzt ihre Offensive auf Hudaida unterbrochen. Die Vereinten Nationen hoffen auf Friedensgespräche noch in diesem Jahr.

Riad weist Vorwürfe gegen Kronprinzen zurück

Saudi-Arabien verwahrt sich gegen die angebliche Einschätzung des US-Auslandsgeheimdiensts CIA, Thronfolger Mohammed bin Salman habe die Ermordung des Regierungskritikers Jamal Khashoggi (Dschamal Chaschukdschi) angeordnet.

Einen entsprechenden Bericht der „Washington Post“ kommentierte Außenminister Adel al-Dschubair mit den Worten: „Wir im Königreich wissen, dass solche Behauptungen gegen den Kronprinzen völlig falsch sind, und wir weisen sie entschieden zurück.“ Es handle sich lediglich um Medienberichte und es gebe dazu nichts Offizielles vonseiten der USA. Der Diplomat äußerte sich in einem Interview der vom saudischen Staat finanzierten Zeitung „Al-Schark al-Awsat“, das gestern Abend veröffentlicht wurde.

Darin stellte Dschubair klar, dass die Monarchie in Riad keine Anschuldigungen gegen ihre höchsten Würdenträger dulden werde: „Ich möchte betonen, dass die Führung des Königreichs Saudi-Arabien, vertreten durch den König und den Thronfolger, eine rote Linie ist. Wir werden keine Versuche zulassen, sie anzutasten, von wem auch immer und unter welchem Vorwand auch immer.“

Frankreich plant Strafmaßnahmen gegen Saudi-Arabien

Nach Deutschland plant auch der enge EU-Partner Frankreich Strafmaßnahmen gegen Saudi-Arabien. „Wir arbeiten derzeit mit Deutschland zusammen“, sagte Außenminister Jean-Yves Le Drian gestern Abend im Sender Europe 1. „Wir stimmen mit ihnen (Deutschland) überein und wir werden unsererseits sehr rasch über eine gewisse Zahl von Sanktionen entscheiden“, sagte der Außenamtschef.

Sieben Wochen nach der Tötung Khashoggis hatte Deutschland mit 18 Einreiseverboten für saudische Tatverdächtige und einem vollständigen Rüstungsexportstopp reagiert.

Le Drian sagte, man müsse über Sanktionen hinausgehen: „Die gesamte Wahrheit muss bekanntwerden“, forderte er. Saudi-Arabien ist einer der wichtigsten Kunden der französischen Rüstungsindustrie und hat ihr im vergangenen Jahr nach offiziellen Angaben Waffen im Wert von 1,38 Milliarden Euro abgekauft.

EU

Kunasek begrüßt Beschlüsse zu EU-Verteidigungspolitik

Verteidigungsminister Mario Kunasek (FPÖ) hat wesentliche Beschlüsse zur EU-Verteidigungspolitik begrüßt. Vor einer Sitzung mit seinen EU-Kolleginnen und -Kollegen heute in Brüssel sagte Kunasek: „Ich bin sehr froh darüber, dass es diese verstärkte militärische Zusammenarbeit gibt und dass Österreich im Zuge der Ratspräsidentschaft einen sehr guten Beitrag geleistet hat.“

Österreich sei im Rahmen der EU-Militärzusammenarbeit PESCO (Permanent Structured Cooperation) federführend mit einem Projekt der ABC-Sensorik dabei. Dabei gehe es um das Aufspüren von atomaren, biologischen und chemischen Kampfstoffen zu Luft, Wasser und Land. Das sei bisher „eine Fähigkeitslücke“ gewesen, wo die EU eigenständiger Kapazitäten bedürfe.

„Ein Meilenstein“

Österreich habe diesbezüglich viel Know-how und Kompetenz, auch mittelständische Unternehmen seien über die Forschung eingebunden. „Ich bin froh, dass hier auch kleinere Länder wie Österreich sich aktiv einbringen können“, sagte Kunasek.

Zum anderen brauche es auch eine Finanzierung und Führungsstrukturen. Mit dem EU-Verteidigungsfonds in Höhe von 13 Mrd. Euro sei „ein Meilenstein“ gesetzt worden, die nachfolgende rumänische EU-Ratspräsidentschaft könne dazu im Jänner die finale Phase einleiten.

Auf die Neutralität Österreichs angesprochen sagte Kunasek, wo österreichische Soldaten zum Einsatz kommen, sei Sache des nationalen Parlaments, „hier glaube ich, dass Österreich auch aufgrund der Neutralität nie abweichen kann“.

Debatte über Operation „Sophia“

Die EU-Verteidigungsminister beraten heute auch über die Zukunft der Operation „Sophia“ im Mittelmeer, gegen die sich Italien wegen der geretteten Flüchtlinge querstellt. Kunasek äußerte Verständnis für die Position Italiens.

„Hier braucht es eine gemeinsame Lösung. Österreich ist gerne bereit, hier als Brückenbauer aufzutreten.“ Wenn es zu keiner Lösung komme, wäre „Sophia“ beendet, das wäre aber nicht gut im Sinne der Bekämpfung illegaler Migration und der Schlepperei. Man dürfe aber Italien auch nicht alleine lassen, so Kunasek.

DUP versagt May bei Abstimmungen Gefolgschaft

Die kleine nordirische DUP hat der von ihr gestützten Regierung von Premierministerin Theresa May bei mehreren Abstimmungen über ein Finanzgesetz die Unterstützung verweigert. Bei den ersten beiden Abstimmungen gestern enthielten sich die Abgeordneten der DUP der Stimme, bei der dritten Abstimmung votierten acht DUP-Parlamentarier für den Änderungsantrag der oppositionellen Labour-Partei.

Zwar konnte die Regierung ihr Vorhaben durchbringen, Beobachter und Beobachterinnen werteten das Verhalten der DUP angesichts der Spannungen der Partei mit der Regierung wegen des „Brexit“-Abkommens aber als Warnung.

DUP-Chefin kritisiert „Brexit“-Vertrag

DUP-Chefin Arlene Foster hatte den vorliegenden „Brexit“-Vertrag als schlecht kritisiert, da er Großbritannien an die EU binden würde und die territoriale Integrität des Vereinigten Königreichs untergraben könnte. Die von der EU geforderte Sonderrolle Nordirlands ist weiter ein Hauptstreitpunkt.

Foster forderte May auf, einen besseren Austrittsvertrag aushandeln. Nur einen „Brexit“ nach dem vorliegenden Vertrag oder einen ungeordneten Austritt als Alternativen darzustellen, sei falsch.

Die Konservative Partei hat keine Mehrheit im Unterhaus und hat daher mit der DUP ein Unterstützungsabkommen geschlossen. Darin hat die DUP zugesagt, die Regierung unter anderem beim Haushalt und bei Finanzgesetzen zu stützen.

Inland

Österreich in Zivilgesellschaftsrating herabgestuft

Österreich ist nach einem Jahr ÖVP-FPÖ-Regierung nicht mehr „offen“, sondern „eingeengt“. Das hat das internationale Netzwerk CIVICUS festgestellt – und den Status im Zivilgesellschaftsrating herabgesetzt. Das heimische NGO-Netzwerk Bündnis für Gemeinnützigkeit ist davon nicht überrascht. Denn die Regierungsarbeit finde jetzt weitgehend unter Ausschluss der Zivilgesellschaft statt.

CIVICUS begründet seine Entscheidung damit, dass die ÖVP-FPÖ-Koalition den strukturierten Dialog mit der organisierten Zivilgesellschaft verweigere und diese öffentlich immer wieder diskreditiere. Die Regierung lasse sich nur „von einem sehr überschaubaren Personenkreis beraten“ und lege offenbar keinen Wert auf ein größeres Miteinander, so Bündnis-Sprecher Franz Neunteufl in einer Aussendung mit Hinweis auf die Kritik der Rechtsanwälte an „mangelhafter Qualität“ der Gesetzgebung. Er forderte eine bessere Einbindung der Zivilgesellschaft, etwa mit einer verpflichtenden mindestens sechswöchigen Gesetzesbegutachtung.

Von Armutskonferenz bis Ökobüro

Im Bündnis für Gemeinnützigkeit haben sich 18 Verbände mit mehr als 1.000 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen soziale Wohlfahrt, Beschäftigung, Inklusion, Kultur, Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit zusammengeschlossen, darunter Armutskonferenz, Fundraising-Verband, Behindertenrat und Ökobüro.

Kritik an Verbot von Extremistensymbolen

Neben den Terrororganisationen Islamischer Staat (IS) und al-Kaida will die Bundesregierung nun auch die Symbole extremistischer Organisationen vor allem aus islamischen Ländern verbieten, deren Ziele im Widerspruch zu den Grundwerten der Republik und der gesellschaftlichen Pluralität stehen. In der Begutachtung gab es nicht nur von der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) Kritik.

Die entsprechende Novelle des Symbolegesetzes steht morgen auf der Tagesordnung des Ministerrats. Im Dezember soll sie im Nationalrat beschlossen werden. Betroffen sind die Muslimbruderschaft, die Grauen Wölfe, die Kurdische Arbeiterpartei (PKK), die Hamas, der militärische Teil der Hisbollah und die kroatisch-faschistische Ustascha.

Auch Symbole von Teil- und Nachfolgeorganisationen aller Genannten und generell von „Gruppierungen, die in Rechtsakten der Europäischen Union als terroristische Vereinigungen, Körperschaften oder sonstige Organisationen angeführt werden“, dürfen nicht gezeigt, getragen oder verbreitet werden. Wer genau hier betroffen ist, kann die Regierung per Verordnung festlegen. Gegen religiöse Symbolik will man sich nicht wenden. In Kraft treten soll das Gesetz am 1. März 2019.

Kritiker befürchten „massive Willkür“

In der Begutachtung hatte sich vor allem die IGGÖ mit dem Vorhaben unzufrieden gezeigt. Das Einbeziehen der Muslimbruderschaft werde lediglich durch eine Publikation eines neokonservativen Thinktanks gestützt, die wegen „wissenschaftlicher Mangelhaftigkeit und ideologischer Befangenheit“ völlig ungeeignet sei. Die Verordnungsermächtigung ermögliche „massive Willkür“.

Kritik übten auch der ÖGB und die Arbeiterkammer an der Dimension der Strafen. Das Symbolegesetz sieht Strafen von bis zu 10.000 Euro vor, die Verbreitung von NS-Symbolen (die im Abzeichengesetz geregelt ist) wird aber höchstens mit 4.000 Euro sanktioniert.

Für AK und Gewerkschaftsbund und auch für das Amt der Wiener Landesregierung ist nicht klar, warum einige Organisationen vom Verbot erfasst sind, andere aber nicht. Die Wiener Landesregierung sieht ebenfalls Willkür und weist darauf hin, dass auch Bewegungen der Neuen Rechten unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehen.

Dritte Runde der Beamtengehaltsverhandlungen

Nach dem Abschluss der Metaller gehen heute neben den Handelsangestellten auch die Beamten und Beamtinnen in ihrer dritte Runde der Gehaltsverhandlungen. Zuletzt hatten Regierung und Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) außer Streit gestellt, dass zumindest die Inflation von 2,02 Prozent abgegolten werden soll.

Ein Abschluss schon in der dritten Runde wird nicht ganz ausgeschlossen, obwohl die Gewerkschaft bisher noch keine konkrete, in Zahlen gegossene Forderung auf den Tisch gelegt hat. Das sollte aber heute Abend erfolgen. Und nach der letzten Runde hatten sowohl GÖD-Vorsitzender Norbert Schnedl als auch Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) von einem „wertschätzenden Umgang“ mit der jeweils anderen Seite berichtet.

Im Vorjahr hatten die Beamten und Beamtinnen bei einer Inflationsrate von 1,87 Prozent für heuer eine Gehaltserhöhung um 2,33 Prozent bekommen. Die Metaller haben am Sonntagabend nach zähen Verhandlungen einen Abschluss zwischen 3,0 und 4,3 Prozent, im Durchschnitt 3,46 Prozent, für 2019 erzielt.

Wirtschaft

Bitcoin-Absturz setzt sich fort

Der Sinkflug vieler Digitalwährungen wie Bitcoin hat sich auch heute fortgesetzt. An der großen Handelsbörse Bitstamp fiel der Kurs für einen Bitcoin in der Früh bis auf 4.485 US-Dollar. Das war der tiefste Stand seit Oktober 2017. Allein seit Mittwoch hat die älteste und bekannteste Kryptowährung mehr als ein Viertel ihres Werts eingebüßt. Das Rekordhoch vom Dezember 2017 bei 20.000 Dollar ist schon lange außer Reichweite.

Nicht nur Bitcoin, auch andere bekannte Digitalwährungen wie XRP, Ether und Bitcoin Cash standen heute weiter unter Druck. Das Internetportal Coinmarketcap gibt den Wert aller rund 2.000 Kryptoanlagen aktuell mit rund 152 Milliarden Dollar an. Das sind fast 60 Milliarden Dollar weniger als noch vor knapp einer Woche. Zu Zeiten des Krypto-Booms vor etwa einem Jahr hatte der Marktwert aller Digitalwährungen bis zu 830 Milliarden Dollar betragen.

Mehrere Gründe

Fachleute nennen viele Gründe für den aktuellen Ausverkauf von Digitalanlagen. Unter dem Strich laufen viele Argumente auf eine schlechte Stimmung unter der Krypto-Anhängerschaft und interessierten Anlegern hinaus. So gibt es etwa Streit über die Aufteilung („Hard Fork“) des „kleinen Bruders“ von Bitcoin, Bitcoin Cash.

Hinzu kommen Entscheidungen der US-Börsenaufsicht SEC, die am Freitag zwei Unternehmen wegen digitaler Börsengänge (ICOs) zu Strafen verurteilt hat. Außerdem warten Anleger seit Langem vergeblich auf die Zulassung eines börsengehandelten Indexfonds (ETF) auf Bitcoin.

Warnstreik bei Eurowings in Düsseldorf angelaufen

Auf dem Flughafen im deutschen Düsseldorf haben erste Eurowings-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter im Rahmen eines Warnstreiks ihre Arbeit niedergelegt. Bereits heute Früh habe es eine gute Beteiligung gegeben, sagte ver.di-Sprecher Volker Nüsse. „Wir sind ganz entschlossen und kämpferisch.“

Im Tarifstreit mit der Lufthansa-Tochter hatte die Gewerkschaft die Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen der Airlines Eurowings und LGW zu einem Streik von 4.30 bis 12.30 Uhr aufgerufen. Sie hatte die Aktion gestern Abend angekündigt.

Eurowings-Passagiere müssen sich deshalb heute auf Flugausfälle einstellen. Laut einem Flughafensprecher sind 14 Flüge betroffen, bei Eurowings war indes gestern Abend von 18 Flügen die Rede gewesen. Die Kunden und Kundinnen seien vorab informiert worden, die Ticketschalter wurden zur Sicherheit dennoch mit mehr Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen als sonst besetzt. Der Flughafen berief einen Krisenstab ein. „Wir helfen, wo wir können“, so der Sprecher.

Verhalten „für niemanden nachvollziehbar“

Ver.di reagiere mit dem Warnstreik auf die Weigerungshaltung der Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen, so die Gewerkschaft. Sie fordert unter anderem verlässliche Dienstpläne, Arbeits- und Bereitschaftszeiten und auch einen schlagkräftigen Betriebsrat. Eurowings lehne das ab und ändere Arbeitszeiten ohne tarifliche Grundlage, klagt die Gewerkschaft.

Die Airline verurteilte das Vorgehen der Gewerkschaft. Der Streikaufruf erfolge, obwohl die Fluggesellschaft bereits die nächsten Gesprächstermine mit ver.di vereinbart habe. „Dieses Verhalten ist für niemanden mehr nachvollziehbar“, teilte das Unternehmen mit.

Sport

Chronik

Südautobahn in Kärnten nach Lkw-Unfällen gesperrt

Wegen der winterlichen Witterung ist es heute Früh in Kärnten zu mehreren Lkw-Unfällen gekommen. Die Südautobahn (A2) war in Kärnten deshalb in den Morgenstunden an zwei Stellen gesperrt, wie die ASFINAG in einer Aussendung mitteilte. Auf der A2 zwischen Arnoldstein und der Grenze zu Italien blockierte ein ins Schleudern geratener Lkw alle Fahrstreifen in Fahrtrichtung Wien.

Zu Behinderungen kam es außerdem in Richtung Wien zwischen Wernberg und Velden-West nach einem Unfall mit drei Lkws. Die ASFINAG appellierte an alle Autofahrerinnen und Autofahrer, ausreichend Sicherheitsabstand zu halten und auf die Geschwindigkeit zu achten.

„Aufgrund der aktuellen winterlichen Fahrverhältnisse stehen wir seit Stunden im Volleinsatz. Bei beiden Unfällen versuchen wir aktuell, möglichst rasch Fahrspuren für den Verkehr zu öffnen. Das ist wichtig, damit auch unsere Pflüge wieder vorankommen. Bitte unbedingt die Fahrweise an die Witterungsbedingungen anpassen“, so ASFINAG-Regionalleiter Hannes Zausnig. Die Dauer der Sperren ist derzeit nicht abschätzbar.

Italienisches Dorf „blitzt“ 58.000 Raser binnen zwei Wochen

Nach etlichen Jahren rasender Autos und Motorräder hat der Bürgermeister des norditalienischen Dorfs Acquetico, Alessandro Alessandri, Anfang November ein Radargerät aufstellen lassen. Nach nur zwei Wochen wurden exakt 58.568 Fahrer bzw. Fahrerinnen „geblitzt“. Das Dorf selbst hat nur rund 120 Einwohner und Einwohnerinnen.

Die Höchstgeschwindigkeit in Acquetico soll italienischen Medien zufolge 50 km/h betragen. Allerdings wurden auch Werte bis zu 135 km/h gemessen. Durchschnittlich sei alle paar Minuten die Geschwindigkeit übertreten worden, rund die Hälfte aller Fahrzeuge sei zu schnell unterwegs, so Alessandri.

Auf dem schnellsten Weg nach Piemont

Die Zahlen zeigten laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA, dass die 20 schnellsten Raser bzw. Raserinnen mitten am Tag durch das Dorf fuhren, entlang einer Schnellstraße, die durch Acquetico führt.
Das Dorf liegt zwischen der italienischen Region Piemont und der Nordküste. Die Schnellstraße, so wird Bürgermeister Alessandri zitiert, sei die beste Möglichkeit, Verkehrsberuhigungsmaßnahmen und Mautgebühren zu vermeiden.

Der Bürgermeister sagt jetzt, er habe keine andere Wahl, als den Probelauf der Radarkamera in einen fixten Bestandteil des Dorfes zu verwandeln. "Wir hoffen, dass diese Geschwindigkeitsmesser eine wirksame Abschreckung für Autofahrer darstellen und dass sie den Bürgern von Acquetico zugutekommen können. Wir wollen kein Geld einnehmen, aber für die Sicherheit der Menschen ist die Kamera notwendig.“

Science

NASA verkündet Landeplatz für „Mars 2020“-Rover

Ein neuer Rover der US-Raumfahrtbehörde NASA soll 2021 in einem alten Krater auf dem Mars landen. Der Jezero-Krater mit einem Durchmesser von rund 45 Kilometern sei nach rund fünfjähriger Suche als Favorit unter etwa 60 Kandidaten hervorgegangen, teilte die NASA in der Nacht auf heute mit.

Er sei geologisch sehr interessant, allerdings sei eine Landung dort wegen zahlreicher Klippen und Steinbrocken auch eine große Herausforderung und nur dank neuer Technologien möglich.

Der Rover mit dem Arbeitstitel „Mars 2020“ soll im Juli 2020 starten und nach der Landung nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten suchen. Er ist eine Art überarbeitete Version des 2012 gelandeten Rovers „Curiosity“.

Montag soll Roboter ankommen

Zuvor soll ein weiterer NASA-Roboter auf dem Mars ankommen: Bereits für Montag ist die Landung von „InSight“ geplant. Anders als „Curiosity“ und „Mars 2020“ kann dieser Roboter allerdings nicht rollen, sondern ist stationär. Seine Mission ist auf rund zwei Jahre angelegt.

Religion

Polens Bischöfe entschuldigten sich bei Missbrauchsopfern

Die Bischofskonferenz Polens hat sich bei den Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester entschuldigt. „Wir entschuldigen uns bei Gott, den Missbrauchsopfern, ihren Familien und der Kirchengemeinschaft für das Leid, welches Kindern, jungen Menschen und ihren Angehörigen zugefügt wurde“, hieß es in einer gestern Abend veröffentlichten Stellungnahme nach einer Versammlung in Czestochowa.

„Mit Trauer stellen wir fest, dass es auch in Polen Fälle sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen durch einige Geistliche und Kirchenvertreter gegeben hat“, hieß es weiter. Um Ursachen und Anzahl der Fälle einschätzen zu können, würden nun entsprechende Daten gesammelt.

Debatte nach Kinofilm

Die Bischöfe appellierten an die Opfer, Fälle sexuellen Missbrauchs sowohl in den Kirchengemeinden sowie bei den entsprechenden staatlichen Organen zu melden. Das Verhalten der Täter werde von der Kirche als „schwere Sünde und Verbrechen“ gewertet, hieß es. Dass Kinder statt Fürsorge Gewalt erfahren würden und ihre Würde verletzt werde, sei besonders schmerzhaft und empörend.

In Polen, dessen Einwohner zu mehr als 90 Prozent Katholiken sind, hatte zuletzt ein Kinofilm über pädophile Priester eine Debatte über Missbrauch in der Kirche ausgelöst. Der Film „Kler“ (Klerus) von Regisseur Wojciech Smarzowski lockte seit Ende September rund fünf Millionen Menschen in die Kinos. Filmemacher Smarzowski wollte nach eigenen Angaben mit dem kritischen Werk die katholische Kirche in Polen auffordern, Verantwortung zu übernehmen. Kritikern zufolge wird sexueller Missbrauch in der Kirche in Polen oft vertuscht.

Leute

Anklage gegen Rapper 6ix9ine wegen Bandenkriminalität

US-Rapper 6ix9ine wird von der New Yorker Staatsanwaltschaft vorgeworfen, als Teil einer Gangsterbande mehrere Gewalttaten angeordnet oder daran teilgenommen zu haben, wie mehrere US-Medien gestern (Ortszeit) übereinstimmend berichteten.

Rapper 6ix9ine auf der Bühne
APA/AFP/Getty Images/Bennett Raglin

In der Anklage ist die Rede von Drogenhandel und einem bewaffneten Überfall auf ein rivalisierendes Bandenmitglied, bei dem mehrere Schüsse fielen. Der 22-Jährige war am Sonntag verhaftet worden. Eine Freilassung auf Kaution lehnte das Gericht ab, da er als eine wahrscheinliche Gefahr für die Öffentlichkeit angesehen wurde.

6ix9ine, der mit bürgerlichem Namen Daniel Hernandez heißt und auch unter dem Namen Tekashi69 aufgetreten ist, ist ebenso erfolgreich wie umstritten. Sein Album „Day69: Graduation Day“ ist im Februar erschienen und rangierte hoch in den Charts. Zusammen mit Nicki Minaj hatte er den Single-Hit „Fefe“. Sein Äußeres ist auffällig: Er trägt Dreadlocks in Regenbogenfarben, Gesichtstattoos und bunte Zahnaufsätze.

Amy Schumer verschiebt Shows auf ärztlichen Rat hin

Die US-Schauspielerin Amy Schumer (37, „Dating Queen“) muss mehrere Comedy-Auftritte verschieben – sie leidet an einer schweren Form von Schwangerschaftsübelkeit. Deswegen ließ sie sich einige Tage im Krankenhaus behandeln. „Ich bin so froh, dass ich mich besser fühle und meine Tour fortsetzen kann“, schrieb sie gestern (Ortszeit) auf Instagram.

Allerdings hätten ihr ihre Ärzte abgeraten, durch das ganze Land zu reisen, daher müsse sie geplante Auftritte in Seattle, Phoenix und Oakland verschieben. Dazu postete sie ein Foto von sich mit nacktem Babybauch. Mit dem Gruß „Happy Thanksgiving“ und einem Truthahn-Emoticon schloss Schumer ihre Mitteilung an die Fans ab.

Vergangene Woche hatte sie ein Foto von sich am Tropf in einem Krankenhausbett gepostet. Dem Baby und ihr selbst gehe es ansonsten gut, versicherte sie: „Doch jeder, der behauptet, das zweite Trimester sei einfacher, der erzählt nicht die ganze Story“, fügte sie hinzu. Ihr gehe es schlechter als in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten. Die Schauspielerin ist seit Februar mit dem Koch Chris Fischer verheiratet, die beiden erwarten ihr erstes Kind.

Kultur

Europäische Serien dominierten internationale Emmys

Die 46. International Emmy Awards sind gestern Abend im New Yorker Hilton vergeben, um herausragende Leistungen im internationalen Fernsehen zu feiern. „Wir setzen kein Land an erster Stelle,“ sagte Bruce Paisner, Präsident und CEO der International Academy of Television, Arts & Sciences. Dennoch schienen die Mitglieder der Akademie eine Vorliebe für europäische Serien zu haben.

So war Brasilien in diesem Jahr mit sechs Nominierungen zwar der große Favorit gewesen, gefolgt von Kanada mit vier, aber beide Länder gingen letztlich leer aus. Die diesjährigen Gewinner kamen aus insgesamt zehn Ländern und dabei vor allem aus Europa: Belgien („Did You Get The Message?“), Israel („Nevsu“), Portugal („Ouro Verde“), Spanien („La Casa de Papel“), die Niederlande („Etgar Keret: Based on a True Story“), Großbritannien („Man in an Orange Shirt“ und „Goodbye Aleppo“), Chile („Una Historia Necesaria“) und den USA („El Vato“ Staffel zwei).

Als bester Schauspieler wurde der Däne Lars Mikkelsen für „Herrens Veje“ prämiert, die deutsche Darstellerin Anna Schudt tat es ihm gleich. Sie konnte sich mit ihrer Leistung in „Ein Schnupfen hätte auch gereicht“ durchsetzen.

1.400 Beiträge insgesamt

Streamingdienste kamen nur auf zwei Nominierungen. Die Nominierung für Netflix fand sich in der Comedykategorie für die mexikanische Serie „Club de Cuervos“ („Club of Crows“), während sich Amazon für das indische Kricketdrama „Inside Edge“ Hoffnungen auf einen Emmy machen durfte.

In diesem Jahr gingen 44 Nominierte aus 20 Ländern ins Rennen, ausgewählt aus 1.400 Beiträgen, ein Anstieg von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vergeben werden die Preise seit 1969 von der International Academy of Television, Arts & Sciences, eine Organisation von Fernsehsendern mit Mitgliedern aus über 60 Ländern und über 500 Unternehmen.

Panorama

Trump nahm Christbaum für das Weiße Haus in Empfang

US-Präsident Donald Trump hat gestern gemeinsam mit seiner Frau Melania den diesjährigen Christbaum für das Weiße Haus in Empfang genommen. Die 5,90 Meter hohe Fraser-Tanne wurde traditionsgemäß mit Pferd und Kutsche an den Nordeingang des Weißen Hauses in Washington geliefert.

US-Präsident Donald Trump betrachtet gemeinsam mit seiner Frau Melania den angelieferten Weihnachtsbaum
Reuters/Kevin Lamarque

Der Baum stammt in diesem Jahr aus dem Bundesstaat North Carolina. Knapp 700 Kilometer hat er am Wochenende auf seinem Weg in die Bundeshauptstadt zurückgelegt. Die Familie des Baumzüchters Larry Smith aus Newland in Avery County war bei der Übergabezeremonie ebenfalls anwesend.

„Es ist, als würde man die Super Bowl gewinnen“

Seit 1966 schreibt die Nationale Christbaumvereinigung in den USA einen Wettbewerb aus. Der Gewinner darf dann den offiziellen Baum in das Weiße Haus liefern. Für Larry Smith sei das die „renommierteste Auszeichnung“, die er je bekommen könne, sagte der 59-Jährige dem „Charlotte Observer“, der Lokalzeitung in seiner Heimat. „Es ist, als würde man die Super Bowl gewinnen.“

Der Christbaum wird traditionell im Blue Room des Weißen Hauses aufgestellt, wo sich Melania Trump in den kommenden Tagen um die Dekoration kümmern wird. Mit dem Eintreffen des Baumes wird in den USA die festliche Jahreszeit eingeläutet. In dieser Woche steht mit Thanksgiving bereits der erste wichtige Feiertag an.