EU

Die Brexit-Partei ist bei der Europawahl in Großbritannien als deutlicher Sieger hervorgegangen. Nach Auszählung von rund 90 Prozent der Wahlbezirke erhielt die EU-kritische Partei von Nigel Farage 31,6 Prozent der Stimmen. Als zweitstärkste Kraft erwiesen sich die proeuropäischen Liberaldemokraten. Sie kamen auf 20,3 Prozent.

Nigel Farage
AP/Alastair Grant

Die Konservativen der scheidenden Premierministerin Theresa May wurden wie erwartet empfindlich abgestraft. Sie landeten mit gerade einmal gut neun Prozent der Stimmen auf Platz fünf. Auch Labour schnitt deutlich schlechter ab als 2014 an dritter Stelle mit rund 14 Prozent der Stimmen.

Sehr stark war das Ergebnis der Grünen mit etwas mehr als 12 Prozent. Mit den Ergebnissen aus Schottland und Nordirland wurde erst im Laufe des Montags gerechnet.

Nach dem Eintreffen der ersten Hochrechnungen der EU-Wahl hat der Poker um die Nachfolge von Jean-Claude Juncker als EU-Kommissionspräsident umgehend begonnen.

Für die Europäische Volkspartei (EVP), die laut der Prognose vor den Sozialdemokraten liegt, sagte die stellvertretende Fraktionschefin Esther de Lange, wenn die EVP tatsächlich Erste werde, stelle sie auch den Führungsanspruch. Es gebe keinen Schritt zurück hinter das Spitzenkandidatensystem, sagte De Lange.

Timmermanns erhebt keinen Anspruch

Die Sozialdemokraten (S&D) pochen auf ihren Spitzenkandidaten Frans Timmermans – dieser habe eine „mehr als realistische Chance“ auf den Posten, sagte der deutsche Sozialdemokrat Udo Bullmann gestern Abend in Brüssel. Die EVP habe weder die Resultate noch die Stärke, um Europa zu führen. Er wolle eine „progressive Mehrheit“.

Timmermanns selbst erhebt keinen Anspruch auf das Amt. „Meine politische Fraktion hat verloren, deshalb müssen wir bescheiden sein und ein klares Programm präsentieren“, so Timmermans in der Nacht nach Bekanntgabe der Prognosen. Seine Fraktion wolle mit anderen progressiven Parteien zusammenarbeiten und ein Programm erstellen, das die „Träume, aber auch die Sorgen“ der EU-Bürger berücksichtige.

Für die EU-Bürger sei es nicht wichtig, wer die Kommission leite, sondern was dieser tun werde. „Es wäre mir eine Ehre, dieses Programm zu leiten“, räumte Timmermans allerdings ein. Zuerst gelte es aber, eine Koalition zu bilden, danach könne man „Game of Thrones“ spielen, sagte er.

ALDE lässt Unterstützung für Weber offen

Unterdessen ließen die Liberalen (ALDE) offen, ob sie Weber als Kommissionspräsidenten unterstützen. Auf jeden Fall sehe man das Aus der Mehrheit von EVP und S&D als Verdienst der Liberalen an. „Das ist dem Umstand geschuldet, dass wir Zulauf bekommen haben“, sagte Fraktionschef Guy Verhofstadt in Brüssel.

Jetzt müsse einmal über Inhalte geredet werden, wobei man nur mit proeuropäischen Fraktionen verhandeln werde, kündigte Verhofstadt an. Er wünscht sich eine stabile Parlamentsmehrheit, mit der Europa in puncto Steuergerechtigkeit, Kampf gegen den Klimawandel und Lösung reformiert werden könne.

Die dänische EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager erhebt aber auch den Anspruch auf den Kommissionschefposten. „Es wäre merkwürdig, in Debatten mit Kandidaten teilzunehmen, die diesen Anspruch haben, wenn ich nicht sagen würde, dass ich dieselben Ambitionen habe – also ja“, so Vestager.

Weber kündigt Gespräche an

Weber kündigte zuvor an, nun stünden die Gespräche auf EU-Ebene an. „Ich als Parlamentarier werde jetzt die Hand ausstrecken den anderen Fraktionen gegenüber – denen, die auch an Europa glauben.“ Er suche einen Kompromiss mit Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen. Das betreffe sowohl Personen wie Inhalte, sagte Weber in der Nacht in der ARD.

Es sei klar, dass ökologische Themen stärker berücksichtigt werden müssten. Da die konservative EVP die stärkste Fraktion im neuen Europäischen Parlament werde, erhebe sie Anspruch auf die Besetzung des EU-Kommissionspräsidenten-Posten. Er forderte zudem, dass das EU-Parlament einen Spitzenkandidaten zum nächsten EU-Kommissionspräsidenten macht und keinen anderen Kandidaten unterstützt.

Inland

JETZT-Gründer und -Abgeordneter Peter Pilz streckt nach der EU-Wahl die Fühler nach seiner Ex-Partei, den Grünen, aus. Er werde die Grünen zu Gesprächen, auch über eine mögliche gemeinsame Kandidatur bei der Nationalratswahl, einladen, sagte Pilz gestern im Gespräch mit der APA. Er gehe davon aus, dass er auch von der Grünen eine solche Einladung erhalten werde.

Die Grünen hätten mit dem Ergebnis bei der EU-Wahl eine „politische Rückkehr“ gefeiert, so Pilz. „Zwei gut abgestimmte Kandidaturen“ von JETZT und den Grünen wären denkbar: „Alles ist möglich.“ JETZT würde jedenfalls vor allem die Bereiche Kontrolle, Kampf gegen Machtmissbrauch, Sicherheitspolitik und Migration abdecken.

Listenplatz für Pilz „völlig wurscht“

Auf einen etwaigen sicheren Listenplatz im Falle einer gemeinsamen Kandidatur würde er jedenfalls nicht pochen, versicherte Pilz: „Das ist mir völlig wurscht.“ Man werde sicher nicht gleich über Listenplätze reden. Zuvor hatte auch der JETZT-Abgeordnete Wolfgang Zinggl in der ORF-Sendung „Hohes Haus“ gesagt, dass er sich vor der Nationalratswahl im September Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit mit den Grünen wünscht.

Das Scheitern der von JETZT unterstützten Initiative 1 Europa unter Johannes Voggenhuber bei der EU-Wahl sei „sehr schade“, so Pilz. Er habe an Voggenhuber nur eine einzige Bedingung gestellt: in einem Europawahlkampf ausschließlich Europathemen zu thematisieren. Dieser „schöne Versuch“ sei gescheitert, weil ausschließlich Innenpolitik – „und das nicht unbedingt auf höchstem Niveau“ – dominiert habe.

FPÖ-EU-Spitzenkandidat und -Generalsekretär Harald Vilimsky hat in Bezug auf die künftige Führung des Nationalratsklubs eine Tandemlösung angekündigt. Herbert Kickl und Norbert Hofer würden sich das Amt teilen – also als formeller und geschäftsführender Klubchef fungieren, sagte Vilimsky vor Journalisten gestern im Haus der EU.

Unklar ist, wer von den beiden den geschäftsführenden und formellen Klubchef geben wird. Mit derselben Konstellation hatten die Freiheitlichen auch bisher aufgewartet: Walter Rosenkranz war Klubobmann, der über das „Ibiza-Video“ gestolperte Johann Gudenus stand dem Klub geschäftsführend vor.

338.000 Studierende an öffentlichen und Privatuniversitäten, Fachhochschulen (FH) und Pädagogischen Hochschulen (PH) können von heute bis Mittwoch bei den Wahlen zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) über ihre Vertretung in den kommenden beiden Studienjahren abstimmen. Bundesweit kandidieren neun Listen, 2017 lag die Wahlbeteiligung bei knapp 25 Prozent.

Wahlplakate zur ÖH-Wahl
ORF.at/Lukas Krummholz

Die Studenten können auf drei Ebenen wählen: ihre Studienvertretung, ihre Hochschulvertretung sowie die Bundesvertretung (BV), das österreichweite Studierendenparlament. Derzeit wird die 55-köpfige BV von einer linken Koalition aus Verband Sozialistischer StudentInnen (zwölf Mandate), Grünen und Alternativen StudentInnen (neun Mandate) und Fachschaftslisten (acht) dominiert.

Ausland

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hat als Konsequenz aus der Niederlage seiner linksgerichteten SYRIZA bei der Europawahl eine vorgezogene Parlamentswahl ausgerufen. Er könne das Wahlergebnis nicht ignorieren, sagte Tsipras in der Nacht in Athen. Aus Parteikreisen verlautete, dass der Urnengang voraussichtlich im Juni stattfinden wird.

Der griechische Ministerpräsident Tsipras
AP/Yorgos Karahalis

Bei der Europawahl hatte die konservative Nea Dimokratia (ND) die Regierungspartei überholt. „Griechenland braucht eine neue Regierung“, forderte Nea-Dimokratia-Chef Kyriakos Mitsotakis gestern Abend.

Nach der Parlamentswahl in Belgien steht dem Land einmal mehr eine schwierige Regierungsbildung bevor. Die flämischen Nationalisten bleiben Zwischenergebnissen zufolge trotz deutlicher Verluste gestern stärkste Kraft, der ultrarechte Vlaams Belang aus dem flämischsprachigen Norden konnte kräftig zulegen.

N-VA gesteht Niederlage ein

Obwohl die flämisch-nationalistische N-VA mehr Stimmen als jede andere Partei holte, sprach deren Vorsitzender Bart de Wever am Abend von einer Niederlage. „Wir haben die Wahlen verloren, ich gratuliere dem Vlaams Belang“, sagte er der Tageszeitung „L’Echo“ zufolge.

Nach Auszählung der Stimmen aus rund 6.000 von 6.700 Wahlkreisen kam seine Partei zwar noch auf knapp 17,5 Prozent der Stimmen. Vor fünf Jahren waren es aber noch gut 20 Prozent gewesen. Die N-VA geriet zuletzt unter Druck durch den Vlaams Belang, der dem Zwischenstand zufolge auf knapp 13 Prozent kam – das wäre ein Plus von knapp zehn Prozentpunkten.

Bis Ende 2018 war die N-VA sogar noch Teil der Mitte-rechts-Koalition des liberalen Premiers Charles Michel gewesen. Dann stellte sie sich jedoch gegen den UNO-Migrationspakt und ließ die Koalition platzen. Seitdem besteht die Regierung aus den flämischen Christdemokraten der CD&V sowie den flämischen und den wallonischen Liberalen – Open-VLD und MR.

Zukunft von Premier Michel ungewiss

Die Zukunft Michels ist ungewiss. Michels Partei MR verlor dem Zwischenstand zufolge knapp drei Prozentpunkte, auch die konservativen Parteien im Süden und im Norden büßten Stimmen ein. Gleiches gilt für die Sozialdemokraten in Flandern und der Wallonie.
Hinzugewinnen konnten in beiden Landesteilen vor allem die Grünen.

Regierungsbildungen sind in dem Königreich traditionell kompliziert. Die Parteien haben jeweils eigene Ableger im flämischen Norden und in der französischsprachigen Wallonie im Süden, in der Koalition sollen Parteien aus beiden Teilen des Landes sein.

Nach der Wahl vom Sommer 2010 hatte es in Belgien 541 Tage gedauert, bis Sozialisten, Christdemokraten und Liberale beider Sprachgruppen sich auf eine Koalition einigten, um ohne die N-VA eine Regierung bilden zu können. Bereits gestern Abend schlossen einige Politiker die Zusammenarbeit mit dem Vlaams Belang aus.

Bei dem Referendum über die umstrittenen Justizreformen der rumänischen Regierung zeichnet sich eine hohe Beteiligung ab. Mehr als 6,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger gaben bis gestern Nachmittag ihre Stimme ab, wie die Behörden mitteilten. Das entspricht rund 35 Prozent der Wahlberechtigten. Damit ist das erforderliche Limit von 30 Prozent erreicht.

Volksabstimmung nicht bindend

Der rumänische Präsident Klaus Iohannis hatte die nicht bindende Volksabstimmung verlangt, um ein Zeichen gegen die Korruption zu setzen. Der Staatschef hatte die Menschen aufgerufen, den regierenden Sozialdemokraten „eine Lektion“ zu erteilen. Iohannis wirft der Regierung vor, mit den Justizreformen den Rechtsstaat aushebeln zu wollen.

Bei dem Referendum wurden die Wähler gefragt, ob sie dafür sind, „jegliche Amnestie für Korruptionsvergehen“ zu verbieten und ob sie sich gegen Notfalldekrete im Strafrecht aussprechen. Rumänien gilt als eines der korruptesten Länder der EU. Das Referendum fand parallel zur Europawahl statt.

EU-Kommission fordert Verbesserungen

Die sozialdemokratisch geführte Regierung hatte die umstrittene Reform im April durch das Parlament gebracht. Dadurch werden unter anderem die Strafen für Amtsmissbrauch und Unterschlagung gelockert. Die Opposition hat das Gesetz vor dem Verfassungsgericht angefochten. Bis eine Entscheidung von dieser Stelle vorliegt, kommt es vorerst nicht zur Anwendung.

Die EU-Kommission hatte die Regierung in Bukarest Mitte Mai aufgefordert, „notwendige Verbesserungen“ an der Reform vorzunehmen. Andernfalls drohe dem Land ein Rechtsstaatsverfahren. Der Streit überschattet Rumäniens EU-Ratspräsidentschaft, die das Land seit Jänner innehat.

Der Wirtschaftsexperte und Politikneuling Gitanas Nauseda hat die Präsidentschaftswahl in Litauen gewonnen. Seine Rivalin, Ex-Finanzministerin Ingrida Simonyte, räumte gestern ihre Niederlage in der Stichwahl ein. Der unabhängige und als moderat geltende Mitte-rechts-Kandidat Nauseda war als Favorit ins Rennen gegangen.

In den vergangenen zehn Jahren machte er sich als redegewandter Kommentator von Wirtschafts- und Finanzthemen einen Namen – mit für gewöhnlich moderaten Sichtweisen. Für viele Bürger ist er deshalb ein aus dem Fernsehen vertrautes Gesicht.

Langjährige Tätigkeit im Bankensektor

Den Großteil seiner Karriere verbrachte der 55-Jährige im privaten Bankensektor, zuletzt als Berater des Präsidenten von Litauens größter Bank. Für die Wahl war er von keiner Partei aufgestellt worden und hatte sich im Wahlkampf als Kompromisskandidat positioniert.

Für seine Unterstützer, zu denen auch der ehemalige Präsident Valdas Adamkus gehört, ist Nauseda ein dringend gebrauchtes neues Gesicht mit der intellektuellen Fähigkeit und dem notwendigen Auftreten, um mehr Harmonie in die Politik zu bringen. Seine Kritiker sehen in ihm hingegen einen Heuchler, der im Dienst großer Unternehmen steht.

Der Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump in Japan erreicht heute seinen zeremoniellen Höhepunkt: Trump und seine Ehefrau Melania werden von Kaiser Naruhito und Kaiserin Masako im kaiserlichen Palast empfangen. Am Abend ist auch ein Staatsbankett zu Ehren Trumps geplant. Trump ist das erste Staatsoberhaupt, das Naruhito während seiner am 1. Mai begonnenen Regentschaft empfängt.

Trump wird nach der Visite beim Kaiser mit Japans Ministerpräsident Shinzo Abe zusammentreffen. Bei den Gesprächen soll es unter anderem um Sicherheitspolitik gehen – vor allem in Bezug auf die regionale Bedrohung aus Nordkorea.

Zweites großes Gesprächsthema dürfte der Handel werden – allerdings hatte Trump bereits Erwartungen auf den baldigen Abschluss eines gemeinsamen Handelsabkommens gedämpft. Weite Teile sollen erst nach der Parlamentswahl in Japan im Juli besprochen werden. Am vierten und letzten Tag seiner Japan-Reise wird Trump eine US-Marinebasis besuchen und dort zu Soldaten sprechen.

Die SPD hat Prognosen zufolge ihre jahrzehntelange Vorherrschaft im norddeutschen Bremen verloren. Bei der Bürgerschaftswahl wurde gestern zum ersten Mal in der Geschichte des Bundeslands die CDU stärkste Kraft, wie Prognosen von Infratest Dimap für die ARD und der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF zeigten. Laut den Angaben konnten Grüne und Linke klar zulegen.

Der ARD-Prognose zufolge legen die Christdemokraten um ihren Spitzenkandidaten Carsten Meyer-Heder deutlich zu auf 25,5 Prozent der Stimmen, die ZDF-Prognose ging von 26,5 Prozent aus. Dagegen kommen die Sozialdemokraten von Bürgermeister Carsten Sieling laut den Erhebungen für beide Sender nur auf 24,5 Prozent – das bedeutet ein Minus von 8,3 Prozentpunkten im Vergleich zu 2015.

„Das ist Schlagdistanz“

„Das ist noch lange kein Ergebnis“, kommentierte Sieling die Prognosen. Die Bremer SPD-Chefin Sascha Aulepp sagte, die Sozialdemokraten hätten in der Hansestadt zwar das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren, dieses sei aber noch „volatil“. Mit Blick auf den Abstand zur CDU fügte sie hinzu: „Das ist Schlagdistanz.“

Die Grünen verbessern sich den Prognosen zufolge auf 18 Prozent (ARD) oder 18,5 Prozent (ZDF), die Linke legt auf zwölf Prozent zu. Die FDP erreicht sechs Prozent. Für die AfD ergibt die ARD-Prognose sieben Prozent, beim ZDF sind es nur fünf Prozent. Die örtliche rechtspopulistische Partei Bürger in Wut (BIW) erreicht 2,5 Prozent (ZDF) bis 2,8 Prozent (ARD).

Wahlbeteiligung deutlich höher

Für die 84 Sitze zählende Bremische Bürgerschaft bedeutet das, dass die CDU mit 23 bis 25 Mandaten rechnen kann. Für die SPD sind es 22 bis 23, für die Grünen 17 und für die Linke zehn bis elf. Die FDP kann voraussichtlich fünf bis sechs Abgeordnete entsenden, die AfD fünf bis sechs.

Sieling schloss im Vorfeld eine Große Koalition aus. Mögliche Dreierkonstellationen wären laut den Prognosen Rot-Rot-Grün, Rot-Gelb-Grün und Schwarz-Gelb-Grün. Die Wahlbeteiligung fiel offenbar weit höher aus als vor vier Jahren. Die ZDF-Prognose ergab 62 Prozent, die der ARD sogar 66 Prozent. Vor vier Jahren hatten lediglich 50,2 Prozent der Bremer an der Bürgerschaftswahl teilgenommen.

Sport

Der RZ Pellets WAC hat in der tipico-Bundesliga den zweiten Matchball verwertet und sich dadurch das Fixticket für die Gruppenphase der UEFA Europa League gesichert. Die Kärntner bezwangen Puntigamer Sturm Graz gestern in der zehnten und letzten Runde der Meistergruppe nach 0:1-Rückstand noch mit 2:1 und gingen damit als Dritter über die Ziellinie. Die Grazer müssen als Fünfter weiter um einen internationalen Startplatz bangen.

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„Dieser Sieg ist für Niki“: Mit diesen Worten hat Mercedes gestern den Triumph von Lewis Hamilton im Grand Prix von Monaco gefeiert. Trotz großer Sorgen um seine Reifen wehrte Hamilton in einer packenden Schlussphase alle Angriffe von Verfolger Max Verstappen ab und schleppte sich zu seinem 77. Karrieresieg. Zweiter wurde Sebastian Vettel im Ferrari, der von einer Zeitstrafe für Red-Bull-Pilot Verstappen profitierte.

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Chronik

In der Steiermark ist es gestern zu einem tödlichen Alpinunfall gekommen. Ein 36-jähriger Wiener rutschte bei einer Klettertour auf der Rax auf einem Schneefeld aus und stürzte rund 50 Meter in die Tiefe. Er erlitt dabei tödliche Verletzungen, wie die Polizei mitteilte.

Der 36-Jährige war laut den Angaben mit zwei Begleiterinnen vom Preinergscheid über den Reißtalersteig Richtung Gipfel aufgestiegen. Der Wiener umkletterte eine Schneewechte, kletterte aber nochmals zurück, um seinen nachkommenden Begleiterinnen zu helfen. Dabei verlor er den Halt, stürzte rund 50 Meter über teils senkrechtes Felsgelände ab und erlitt dabei tödliche Kopfverletzungen.

Zufällig anwesende Wanderer beobachteten den Absturz und verständigten mit Mobiltelefon die Rettungskräfte. Der Notarzt des Rettungshubschraubers konnte nach dem Eintreffen nur noch den Tod feststellen.

Bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat es einen Sechser zu exakt einer Million Euro gegeben.

Es wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

3 5 9 11 28 31/Zusatzzahl 44

Die aktuellen LottoPlus-Zahlen:

3 9 19 26 37 43

Auf keinem Schein war der richtige Joker, es bleiben rund 184.000 Euro im Jackpot.

Die Joker-Zahl:

6 7 9 9 9 9

Alle Angaben ohne Gewähr

Bei einem Schiffsunglück in der Demokratischen Republik (DR) Kongo sind mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Dutzende Passagiere würden noch vermisst, sagte der Bürgermeister des Ortes Inongo, Simon Mbo Wemba, gestern Abend.

Gut 180 Menschen seien gerettet worden. Nach Angaben der Überlebenden waren insgesamt mehr als 350 Passagiere an Bord des Schiffes, als es Samstagabend auf dem See Mai-Ndombe im Westen des Landes unterging.

In der Demokratischen Republik Kongo kommt es immer wieder zu Bootsunglücken mit zahlreichen Todesopfern. Gründe sind meist die heillose Überfrachtung der überalterten Schiffe sowie mangelnde Sicherheitsvorkehrungen. Nach zwei Bootsunglücken mit insgesamt mehr als 160 Toten im April hatte Präsident Felix Tshisekedi angeordnet, dass alle Schiffspassagiere auf dem Kivusee künftig Rettungsringe tragen müssen.

Bei einem heftigen Erdbeben in Peru hat es gestern einen Toten und mehrere Verletzte gegeben. Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS hatte der Erdstoß eine Stärke von 8,0 und ereignete sich rund 75 Kilometer südöstlich der Stadt Lagunas in einer Tiefe von 110 Kilometern. Auch im benachbarten Ecuador und in Teilen Kolumbiens und Venezuelas war das Beben Berichten zufolge zu spüren.

Zerstörtes Gebäude in Yurimaguas in Peru
AP/Firefighters of Peru

Ein Vertreter der Zivilschutzbehörde sagte dem Radiosender RPP, ein Mann sei in der Region Cajamarca ums Leben gekommen, weil ein herabstürzender Felsen in seinem Haus einschlug. Der 48-jährige lag im Bett und schlief, als das Unglück passierte.

Elf weitere Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt. Häuser stürzten ein, Straßen und eine Brücke wurden beschädigt. Auch das Nachbarland Ecuador war betroffen: Dort fiel in Teilen des Amazonas-Gebiets der Strom aus. Das gut zwei Minuten lange Beben war eines der schwersten, die je in Peru gemessen wurden.

Wirtschaft

Der insolvente Fernsehhersteller Loewe plant einem Bericht zufolge einen größeren Personalabbau. Ein Großteil der knapp 500 Arbeitsplätze am Stammsitz im deutschen Kronach soll gestrichen werden, wie die „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“, Montag-Ausgabe) meldete. Betroffen sei hauptsächlich die Produktion.

Nach Informationen der „SZ“ gibt es auch Pläne, diese auszugliedern und als eigenständiges Unternehmen zu betreiben oder zu verkaufen. Zudem gebe es Überlegungen, die TV-Geräte künftig im kostengünstigen Ausland herstellen zu lassen. Die Mitarbeiter sollen dem Bericht zufolge bei einer Betriebsversammlung über die Pläne informiert werden.

Abbau indirekt bestätigt

Loewe-Geschäftsführer Ralf Vogt bestätigte indirekt den anstehenden Personalabbau. „Ja, es kann zu Einschnitten kommen, die über den bisherigen Planungen liegen“, sagte er der „SZ“. Der genaue Umfang der Stellenstreichungen sei aber von den Vorstellungen eines Investors abhängig, der Loewe übernehmen oder bei dem Unternehmen zumindest in größerem Umfang einsteigen soll.

Das Traditionsunternehmen steckt seit Anfang Mai in einem vorläufigen Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. 2013 konnte Loewe erst im letzten Moment aus der Insolvenz gerettet werden. Zuvor waren mehrere hundert Arbeitsplätze abgebaut worden.

Science

Religion

Der polnische Kardinal Henryk Gulbinowicz weist den von einem ehemaligen Priesterseminaristen erhobenen Vorwurf des sexuellen Missbrauchs zurück. Sein Anwalt Mateusz Chlebowski warnte laut polnischen Medienberichten vom Wochenende vor der „Verbreitung von Unwahrheiten“ über Gulbinowicz. Der Breslauer Dichter Karol Chum hatte Strafanzeige wegen Missbrauchs gegen den Kardinal erstattet.

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Kultur

Die Op-Art, die Kunst des Augentrugs, setzt auf heftige Verzerrungen, Moire-Effekte und andere optische Täuschungen. Nach einem Hype in den 60er Jahren war sie lange in der Versenkung, aus der sie jetzt das Wiener mumok holt: Die Ausstellung „Vertigo“ inszeniert gelungen die Jahrmarktseffekte dieser psychedelischen Avantgarde, zieht aber auch spannende historische Parallelen.

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Die in Berlin lebende Wiener Autorin Eva Menasse hat gestern den Ludwig-Börne-Preis überreicht bekommen. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert. Die Laudatio in der Frankfurter Paulskirche hielt der Chef des Rowohlt Verlags, Florian Illies, wie die Ludwig-Börne-Stiftung mitteilte.

Autorin Eva Menasse
APA/Rolf Vennenbernd

Eva Menasse „schaut hellwach auf die großen gesellschaftlichen Untiefen unserer Zeit mit einer seltenen Mischung aus Scharfsinn, Streitlust, Humor und europäischem Bewusstsein“, hatte Illies nach Mitteilung der Börne-Stiftung zur Bekanntgabe der Preisverleihung gesagt. Die 1970 geborene Eva Menasse ist durch Romane („Vienna“, „Quasikristalle“) und Essays bekannt geworden. Sie ist die Schwester von Robert Menasse („Die Hauptstadt“), der 2017 den Deutschen Buchpreis erhielt.

Die renommierte Auszeichnung erinnert an den aus dem jüdischen Ghetto in Frankfurt stammenden Ludwig Börne (1786–1837). Der scharfzüngige Autor war ein Vorkämpfer für bürgerliche Freiheiten und gilt als Begründer des politischen Feuilletons.

Leute

Nach einem Wortgefecht hat sich der US-Musiker Moby bei Hollywood-Schauspielerin Natalie Portman entschuldigt. Er hatte zuvor behauptet, die beiden seien vor etwa 20 Jahren für kurze Zeit ein Paar gewesen. "Ich habe verstanden, dass viel Kritik gegen mich wegen meiner Aufnahme von Natalie in (das Buch) „Then It Fell Apart" sehr berechtigt ist“, schrieb der 53-Jährige am Samstag (Ortszeit) bei Instagram.

Er hätte die 37-Jährige vor der Veröffentlichung seiner Biografie wissen lassen müssen, dass er darin auch über sie schreibe. Auch sei es rücksichtslos von ihm gewesen, Portmans Reaktion nicht vollständig zu respektieren.

Portman hatte die angebliche Beziehung im US-Magazin „Harper’s Bazaar“ anders dargestellt: „Ich war überrascht zu hören, dass er die sehr kurze Zeit, in der wir einander kannten, als eine Beziehung darstellte. Meine Erinnerung ist die an einen viel älteren Mann, der sich mir gegenüber merkwürdig benahm, als ich gerade von der Schule kam.“ Sie war damals den Angaben zufolge 18 Jahre alt, Moby schon über 30.

Der Musiker schrieb weiter: Angesichts des Altersunterschieds hätte er „ganz sicher verantwortungsbewusster und respektvoller mit Natalie umgehen sollen, als ich sie das erste Mal vor fast 20 Jahren traf“.

Festwochen