Ausland

Australien: West-Jerusalem Israels Hauptstadt

Australien erkennt West-Jerusalem als israelische Hauptstadt an, belässt die Botschaft aber vorerst in Tel Aviv. Das sagte der australische Premierminister Scott Morrison in Sydney. Darüber hinaus bekannte er sich dazu, einen künftigen palästinensischen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt anzuerkennen – wenn eine dauerhafte Zwei-Staaten-Lösung erreicht sei. Die USA hatten Jerusalem vor einem Jahr als Israels Hauptstadt anerkannt und im Mai sogar ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt. Auch Länder wie Tschechien oder Brasilien plädieren dafür, ihre Botschaften nach Jerusalem zu verlegen.

Die Verlegungen der Botschaften nach Jerusalem sind umstritten. Der Status von Jerusalem soll nach Auffassung des überwiegenden Teils der internationalen Gemeinschaft in zukünftigen Friedensgesprächen zwischen Israel und den Palästinensern festgelegt werden. Israel hatte den Ostteil Jerusalems im Sechstagekrieg 1967 erobert und beansprucht ganz Jerusalem als Hauptstadt, die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen künftigen eigenen Staat Palästina.

Morrison sagte, die australische Regierung habe entschieden, dass sein Land nun West-Jerusalem als Sitz des Parlaments und vieler anderer Institutionen der israelischen Regierung anerkenne. Anstelle einer Botschaft wolle Australien zunächst ein Schutz- und Handelsbüro in West-Jerusalem eröffnen, fügte Morrison hinzu. Er hoffe, dass dieser Schritt den festgefahrenen Nahost-Friedensprozess voranbringen werde.

Klimakonferenz in Katowice wird heute fortgesetzt

Zähes Ringen um den Klimaschutz: Die Unterhändler auf der UNO-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz (Katowice) sollen nach dem Willen von Konferenzpräsident Michal Kurtyka erst heute Früh im Plenum zusammenkommen. Eine Sitzung wurde für 4.00 Uhr angesetzt. Die Abschlusssitzung zum Ende der Konferenz war zunächst für 6.00 bis 8.00 Uhr geplant.

Ob es dabei wirklich bleibt, war vorerst unklar – in den Verhandlungen kommt es häufig zu Verzögerungen. Eigentlich war vorgesehen, dass die Vertreter aus fast 200 Staaten schon am Freitag einen Kompromiss finden sollten.

Bei dem zweiwöchigen Treffen geht es um die Regeln für die praktische Umsetzung des Pariser Klimaabkommens und damit die Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad. Die zugesagten Maßnahmen der Staaten reichen dafür aber bei weitem nicht aus.

„Gelbwesten“ wollen Proteste in Frankreich fortsetzen

Ungeachtet der jüngsten Zugeständnisse der Regierung und des Straßburger Anschlags wollen heute tausende „Gelbwesten“ in Frankreich ihre Proteste fortsetzen. Die Behörden erwarten neue Krawalle in Paris und mobilisieren in der Hauptstadt ein enormes Sicherheitsaufgebot von 8.000 Polizisten und 14 gepanzerten Fahrzeugen.

In Paris war es an den vergangenen Wochenenden zu teils bürgerkriegsähnlichen Zuständen bei den Protesten gekommen. Staatschef Emmanuel Macron hatte Anfang dieser Woche als Reaktion auf die Proteste unter anderem eine Erhöhung des Mindestlohns verkündet.

Die Regierung appellierte zudem an die Aktivisten, angesichts der angespannten Sicherheitslage auf neue Kundgebungen zu verzichten. Viele „Gelbwesten“ wollen trotzdem protestieren, da ihnen die Zugeständnisse nicht ausreichen.

Jemen: Kämpfe in Hudeida trotz Einigung auf Waffenruhe

In der jemenitischen Hafenstadt Hudeida ist es gestern trotz der vereinbarten Waffenruhe zwischen Regierungstruppen und Rebellen zu Kämpfen gekommen. Im Süden der Stadt sei Artilleriefeuer zu hören gewesen, sagte ein Bewohner der Nachrichtenagentur AFP. Ein anderer Einwohner erzählte von wiederkehrenden Feuergefechten im Osten der Stadt.

Beide Seiten hatten gestern bei von der UNO vermittelten Gesprächen in Schweden eine Feuerpause vereinbart, die in der Nacht auf gestern in Kraft trat. Die zum Abschluss der Jemen-Gespräche im Beisein von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres verabredete Waffenruhe sollte für Hudeida und den dortigen Hafen gelten, über den der Großteil der humanitären Hilfe in den Jemen gelangt. Die Einigung sieht einen Rückzug von Regierungstruppen und Rebellenkämpfern vor.

Millionen leiden an Hunger

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den von Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und den schiitischen Huthi-Rebellen, hinter denen der Iran steht.

Der UNO-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, forderte einen wirksamen Kontrollmechanismus für die Feuerpause. Das sei „unerlässlich“ und „dringend nötig“, sagte Griffiths dem UNO-Sicherheitsrat in New York.

Die Rebellen warfen den regierungsnahen Truppen Angriffe auf ihre Stellungen in der Provinz Hudeida vor. Die von Saudi-Arabien angeführte Koalition habe in der Region zudem Luftangriffe geflogen. Riad hatte zuvor die Vereinbarung zwischen Regierung und Huthis befürwortet und die Rebellen aufgerufen, „diesen Weg“ in Richtung einer politischen Lösung zu gehen.

Kosovo-Armee: Belgrad will UNO-Sicherheitsrat befassen

Belgrad hat gestern Abend eine Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrates beantragt. Das teilte Präsident Aleksandar Vucic mit. Den Anlass für die Forderung Serbiens lieferte die Entscheidung des kosovarischen Parlamentes, die Sicherheitskräfte in eine reguläre Armee umzubilden.

Vucic wiederholte in einer TV-Ansprache den Standpunkt Belgrads, dass Prishtina durch seine Entscheidung sowohl die UNO-Resolution 1244 vom Juni 1999 als auch die kosovarische Verfassung verletzt habe.

Vucic will im Kosovo lebende Serben schützen

Er ließ gleichzeitig die im Norden des Kosovo lebenden Serbinnen und Serben wissen, dass die kosovarischen Sicherheitskräfte nicht ohne die Zustimmung ihrer Behörden in ihre Region kommen dürfen. Nach früheren Angaben Belgrads war das bereits vor Jahren mit der NATO vereinbart worden. „Serbien wird euch schützen“, unterstrich Vucic.

Serbiens Präsident bekundete gleichzeitig die Entschlossenheit seines Landes, den „Frieden zu wahren“ und mit allen Staaten in der Region die Zusammenarbeit zu fördern. Er zeigte sich enttäuscht über die Unterstützung, die Prishtina für die Bildung der Armee von den USA, Großbritannien, aber auch von Deutschland erhalten hatte.

Vucic erklärte sich allerdings erneut bereit, den EU-initiierten Normalisierungsdialog mit Prishtina wiederaufzunehmen, sobald die drastischen Zölle für Waren aus Serbien abgeschafft wären. Die kosovarische Regierung hatte am 21. November die Zölle für Waren aus Serbien und Bosnien-Herzegowina um 100 Prozent erhöht.

Lesen Sie mehr …

Erneut Demonstration auf Kossuth-Platz in Ungarn

Die Demonstrationen gegen die rechtskonservative ungarische Regierung von Premier Viktor Orban gingen gestern weiter. Auf dem Budapester Kossuth-Platz riefen Tausende „Orban hau ab“, „Demokratie“ und „Es reicht uns“. Nach anfänglichen friedlichen Protesten wurden Rauchgranaten auf die Polizei geworfen, die mit Tränengas antwortete und das Parlamentsgebäude weiträumig absperrte.

Der Protest richtete sich vor allem gegen die umstrittene Arbeitsgesetzreform, die von den Arbeitnehmerverbänden als „Sklavengesetz“ bezeichnet wurde, da es eine massive Ausweitung der erlaubten Überstunden von bisher 250 auf bis zu 400 im Jahr erlaubt. Auch der Zeitrahmen für die Auszahlung der Überstunden soll von einem auf drei Jahre ausgeweitet werden. Die Demonstranten bewarfen die Polizisten mit Münzen und riefen „Hier habt Ihr Euer Überstunden-Geld“.

Bereits am Mittwoch und am Donnerstag war es zu Ausschreitungen und Tätlichkeiten auf dem Kossuth-Platz vor dem Parlament gekommen, bei denen die Polizei gleichsam mit Tränengas gegen die Demonstranten vorging.

Diese hatten Rauchgranaten und Flaschen auf die Polizisten geworfen. Die Polizei warnte die Menschen immer wieder vor gesetzeswidrigen Handlungen und forderte sie auf, die Gesichter nicht zu maskieren. Die an der Protestaktion teilnehmenden Oppositionsparteien betonten ihr erstmaliges gemeinsames Auftreten gegen die Orban-Regierung.

EU

Gipfel ruft zur Abwehr von Manipulationsversuchen auf

Vor der Europawahl im Mai haben die Staats- und Regierungschefs der EU zu einer entschlossenen Abwehr von Falschinformationen und Manipulationsversuchen aufgerufen. Derartige Kampagnen seien eine „akute und strategische Herausforderung für unsere demokratischen Systeme“, die einer „dringenden Antwort“ bedürften, heißt es in den gestern in Brüssel verabschiedeten Schlussfolgerungen des EU-Gipfels.

Die EU-Chefs warnten vor der „Verbreitung vorsätzlicher, umfangreicher und systematischer Desinformation“. Derartige Kampagnen könnten „Teil einer hybriden Kriegsführung“ sein. In dem Papier werden die Urheber der Manipulationsversuche nicht ausdrücklich benannt.

Russland und Ungarn im Rampenlicht

Vizekommissionspräsident Andrus Ansip hatte in der vergangenen Woche allerdings von Hinweisen gesprochen, die auf Russland deuteten. „Desinformation ist Teil der Militärdoktrin Russlands und seiner Strategie, den Westen zu spalten“, sagte er.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nannte bei einer Pressekonferenz zum Gipfelabschluss dann doch noch den Namen eines Akteurs, den er der Desinformation beschuldigte: Ungarns Regierungschef Viktor Orban. Wenn dieser behaupte, dass er, Juncker, verantwortlich für den „Brexit“ sei, „ist das eine Falschmeldung“.

Schnellwarnsystem soll im März kommen

Der EU-Gipfel stellte sich gestern hinter den Aktionsplan, den die EU-Kommission in der vergangenen Woche vorgestellt hatte. Er sieht die Gründung eines Schnellwarnsystems zwischen den EU-Institutionen und den Mitgliedsstaaten vor. Onlineplattformen und Soziale Netzwerke sollen der Kommission vor der Europawahl im Mai zudem jeden Monat Berichte über ihr Vorgehen gegen Desinformation vorlegen.

Das Schnellwarnsystem soll ab März einsatzbereit sein. Zudem will die EU Personal zur Überwachung der Verbreitung von Falschinformationen aufstocken. Das Kommunikationsbudget des Europäischen Auswärtigen Dienstes soll dazu im kommenden Jahr auf fünf Millionen Euro mehr als verdoppelt werden.

Italien-Budget: Conte will Verhandlungen weiterführen

Der italienische Premierminister Giuseppe Conte will die Verhandlungen mit der EU-Kommission zur Abwendung eines Strafverfahrens im Haushaltsstreit „pausenlos“ fortsetzen. „Wir wollen die Verhandlungen so rasch wie möglich erfolgreich beenden“, sagte Conte gestern im Gespräch mit italienischen Journalisten in Brüssel.

Italiens Premierminister Giuseppe Conte
APA/AFP/John Thys

„Die Einigung mit Brüssel muss ein Erfolg im Namen der Bürger sein. Die Regierung erlebt intensive Momente, denn das ist eine heikle Phase für das Land“, erklärte Conte. Er verteidigte den Inhalt des umstrittenen Haushaltsplans seiner Regierung. „Italien hat einen gut durchdachten Haushaltsplan entworfen. Auch der neue Vorschlag, den wir der EU-Kommission unterbreitet haben, ist gut durchdacht“, berichtete der parteilose Regierungschef.

Conte bestritt Divergenzen mit den beiden Vizepremiers Matteo Salvini und Luigi Di Maio, die Medienangaben zufolge keine Zugeständnisse im Umgang mit der EU-Kommission machen wollten. „Von Anfang an haben wir einen vernünftigen Weg beschritten. Wir haben einen Budgetplan entworfen, um die Gefahr einer Rezession abzuwenden und die Wirtschaft in Bewegung zu bringen“, sagte Conte.

Inland

Sport

Wirtschaft

US-Autolobby will Handelspakt mit Europa

Vertreter der US-Autoindustrie haben sich gestern bei einer Anhörung des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer vehement für ein Handelsabkommen mit der EU und für eine Umkehr in der Zollpolitik des US-Präsidenten Donald Trump stark gemacht. „Ein Handelsabkommen wäre eine einzigartige Möglichkeit, Schranken zu beseitigen“, sagte Jennifer Thomas von der Alliance of Automobile Manufacturers.

Die Alliance of Automobile Manufacturers vertritt die zwölf großen Hersteller, darunter auch die US-Ableger deutscher Marken wie BMW, Volkswagen oder Mercedes-Benz. Die Autovertreter erklärten, die bereits verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium schadeten der US-Autoindustrie. Die Einkaufspreise für Stahl im US-Inland seien teils um 30 Prozent nach oben gegangen. Weitere Zölle auf Autos müssten unbedingt vermieden werden. Eine Begründung für eine Gefährdung der Nationalen Sicherheit durch den transatlantischen Autohandel sei nicht zu erkennen.

Die Lobbyisten machten die Wichtigkeit einer Harmonisierung bei der technischen Regulierung der Autos deutlich. Die Anpassung verschlinge Millionen Dollar jährlich, sagte Charles Uthus vom American Automotive Policy Council.

Aktien von Johnson & Johnson stürzen nach Asbestskandal ab

Aktien des amerikanischen Pharma- und Konsumgüterkonzerns Johnson & Johnson sind wegen neuer Vorwürfe im Skandal um mutmaßlich asbestverseuchtes Babypuder gestern unter Druck geraten. Die Papiere stürzten an der Wall Street um knapp zwölf Prozent auf ein Viermonatstief ab.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters nach Auswertung von Firmenunterlagen, internen Berichten und vertraulichen Dokumenten berichtete, wusste der Hersteller von Penaten-Babypflege offenbar schon seit Jahrzehnten von der Existenz des gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffes in seinen Pudern.

In internen Proben zwischen den Jahren 1971 und Anfang 2000 seien wiederholt kleinere Mengen Asbest nachgewiesen worden. Diese Informationen seien aber nie an Aufsichtsbehörden weitergereicht oder publik gemacht worden.

Anleger sehen nun weitere Klagen auf Johnson & Johnson zukommen. Gegen den Konzern gibt es in Zusammenhang mit den Vorwürfen bereits Tausende Klagen. Die meisten Kläger haben erklärt, dass das in Puder enthaltene Mineral Talk selbst Krebs verursacht habe. In einigen Fällen geht es auch um eine mutmaßliche Verunreinigung von Talk durch Asbest.

Medien

Makabre TV-Panne nach Tod von Straßburg-Attentäter

Während einer Sondersendung zum Tod des mutmaßlichen Straßburg-Attentäters Cherif Chekatt ist es beim französischen Fernsehsender BFMTV zu einer makabren Panne gekommen: Etwa eine Minute lang ertönte gestern Abend Bob Marleys „I Shot the Sheriff“ über den Kanal. Chekatt war kurz zuvor von Polizisten in Straßburg erschossen worden.

Nachdem sich zahlreiche Zuschauer in den Sozialen Netzwerken empört geäußert hatten, entschuldigte sich BFMTV gestern auf seiner Website und in TV-Einblendungen. Der Sender erklärte, es sei während der Livesendung zu einer technischen Störung gekommen. Auslöser des Zwischenfalls sei ein „Bedienungsfehler“ durch die zuständigen Tontechniker gewesen.

„Wir entschuldigen uns bei unseren Zuschauern für diesen Vorfall, der selbstverständlich nicht von uns beabsichtigt war“, schrieb der Fernsehsender. BFMTV kündigte Untersuchungen an, um den Vorfall vollständig aufzuklären.

Chronik

Lissabon: Verletzte bei Straßenbahnunfall

In Lissabon ist am Abend eine der historischen Straßenbahnen entgleist. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden dabei 28 Menschen leicht verletzt. Bilder örtlicher Medien zeigten einen an einer Hausecke zerschellten Holzwaggon in den engen Straßen des Stadtviertels Lapa.

Rund zehn Menschen mussten von Rettungshelfern aus dem Straßenbahnwrack befreit werden, wie die Feuerwehr der portugiesischen Hauptstadt mitteilte.

„Wir haben gesehen, wie die Straßenbahn mit voller Geschwindigkeit angerast kam. Der Fahrer sah panisch aus und die Straßenbahn ist entgleist, als sie die Kurve erreichte“, sagte ein Augenzeuge dem öffentlichen Fernsehsender RTP. Das Unglück ereignete sich gegen 18.00 Uhr (Ortszeit, 19.00 Uhr MEZ).

Weltkriegsbombe in Köln erfolgreich entschärft

In der deutschen Stadt Köln ist gestern Abend eine Weltkriegsbombe erfolgreich entschärft worden. Der Blindgänger sei im zweiten Anlauf unschädlich gemacht worden, teilte die Stadt mit. Die englische Fünf-Zentner-Bombe war in der Früh im Stadtteil Braunsfeld entdeckt worden.

Rund um den Fundort wurde ein Sperrgebiet eingerichtet. Etwa 8.000 Menschen mussten wegen der Sprengung ihre Häuser verlassen. Feuerwehr und Polizei waren mit einem Großaufgebot an Ort und Stelle.

Neun Jahre Haft wegen sexuellen Angriffs im Flugzeug

Ein Mann ist in den USA wegen eines sexuellen Angriffs auf eine Frau an Bord eines Flugzeugs zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte sei am Donnerstag in einem Gericht im US-Bundesstaat Michigan verurteilt worden, berichtete das US-Justizministerium. Der 35-Jährige werde nach Verbüßen seiner Strafe in sein Heimatland Indien abgeschoben, hieß es.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Mann im Jänner bei einem Nachtflug von Las Vegas nach Detroit eine schlafende Frau neben ihm mit dem Finger penetriert – während seine Ehefrau im anderen Sitz neben ihm saß. Das Opfer wurde von dem Übergriff wach und rief das Bordpersonal zu Hilfe. Der Mann wurde nach der Landung festgenommen.

Staatsanwalt Matthew Schneider lobte die betroffene Frau für „ihren Mut, die Stimme zu erheben“. „Wir werden kein Benehmen tolerieren, welches Opfer in ungeschützten Situationen ausnutzt“, sagte er.

Rattenkot und Insekten in Schulkantinen Italiens entdeckt

Eine Inspektion in mehr als 200 italienischen Schulkantinen hat in zwei krassen Fällen Rattenkot in der Küche und Insekten im Panino zutage befördert. Von 224 landesweit untersuchten Schulküchen habe mehr als ein Drittel gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften verstoßen, teilte das Gesundheitsministerium gestern mit.

Die Polizei habe sieben Kantinen wegen schwerwiegender Mängel geschlossen und gegen 14 Personen Anzeige erstattet. Außerdem verhängte sie Strafen im Ausmaß von 576.000 Euro und beschlagnahmte mehr als zwei Tonnen Lebensmittel.

„Als Mutter und Ministerin bin ich wütend“

Zu den Verstößen gehörte unter anderem, dass Verfallsdaten von Lebensmitteln bereits abgelaufen waren oder diese nicht fachgerecht gelagert wurden. Die Insekten im Brot fanden Inspektoren in einer Schule in der süditalienischen Stadt Lecce. Auf „weit verbreitete“ Exkremente von Ungeziefer und Ratten stießen sie in Rom in einer Kantine, die das Essen für zwei Volksschulen und eine Mittelschule zubereitete.

Gesundheitsministerin Giulia Grillo reagierte empört: „Als Mutter und Ministerin bin ich wütend bei dem Gedanken, dass Exkremente, Schimmel oder Lebensmittel zweifelhafter Herkunft unseren Kindern serviert werden könnten.“

Science

Erstes Steak aus dem Labor präsentiert

Das israelische Start-up-Unternehmen Aleph Farms hat der Öffentlichkeit das erste im Labor gezüchtete Steak vorgestellt. Es handle sich dabei aber noch nicht um das Endprodukt, wird Didier Toubia, Mitbegründer von Aleph Farms, in mehreren Medien zitiert. Es werde noch weitere drei bis vier Jahre dauern, bis das Steak in den kommerziellen Verkauf komme.

In einer Aussendung des Unternehmens, das auch ein Video veröffentlichte, hieß es am Mittwoch: „Zellgewachsenes Fleisch wird typischerweise aus wenigen Zellen eines lebenden Tieres gezüchtet, das schmerzlos extrahiert wird. Diese Zellen ernähren sich und wachsen zu einer komplexen Matrix, die Muskelgewebe reproduziert.“

Das Steak wurde aus einer Mischung von Zelltypen hergestellt. Es soll dem gewöhnlichen Steak mit Muskelfasern, Fett, Blutgefäßen und Bindegewebe sehr ähnlich schauen, sagte Toubia.

Noch einige Herausforderungen

Allerdings gebe es noch eine Reihe von Herausforderungen – einschließlich des Geschmacks. „Es ist sehr nah dran und es schmeckt gut, aber wir müssen noch ein wenig daran arbeiten, dass es zu hundert Prozent so schmeckt wie herkömmliches Fleisch“, so der Israeli mit französischen Wurzeln.

Aber selbst jetzt soll es bereits beim Kochen nach Fleisch riechen. Dass ein dünner Streifen des Prototyps fast 45 Euro kosten soll, sei „nicht verrückt“. Der erste künstliche Rindfleischburger, argumentierte Toubia, habe 2013 rund 250.000 Euro gekostet. Der Preis werde ohnehin sinken, wenn die Produktion vom Labor in eine „skalierbare kommerzielle Einrichtung“ verlagert werde.

IT

Datenpanne bei Facebook: Entwickler hatten Zugang zu Fotos

Durch eine Datenpanne bei Facebook haben Hunderte Apps im September mehrere Tage lang weitreichenden Zugriff auf Fotos von mehreren Millionen Mitgliedern des Onlinenetzwerks gehabt. Dazu gehörten auch Bilder, die Nutzer und Nutzerinnen zwar auf Facebook-Server hochgeladen, aber nicht gepostet haben, wie Facebook gestern mitteilte.

Außerdem betroffen waren Fotos aus der Handelsplattform Marketplace sowie den Facebook Stories, in denen Nutzer Bilder und Videos für einen Tag für ihre Freunde veröffentlichen können. Die Apps hätten gemäß den erteilten Freigaben eigentlich nur Zugriff auf die Bilder haben dürfen, die Nutzer in ihrer Timeline geteilt hatten.

Lücke bestand im September

Die Lücke habe vom 13. bis zum 25. September bestanden, erklärte Facebook. Nach aktuellen Schätzungen könnten bis zu 6,8 Millionen der insgesamt mehr als zwei Milliarden Nutzer betroffen sein. Zugang zu den Fotos könnten bis zu 1.500 Apps von 876 Entwicklern gehabt haben.

Voraussetzung dafür sei gewesen, dass sich Nutzer bei den Apps über den Facebook-Log-in angemeldet und ihnen Zugriff auf die Timeline-Bilder gewährt hätten. Die betroffenen Facebook-Mitglieder sollen nun informiert werden.

Auch Betroffene in EU

Unter den Betroffenen sind auch Nutzer aus der Europäischen Union, erklärte Facebook, ohne Zahlen zu nennen. Das Onlinenetzwerk machte keine Angaben dazu, wann die Lücke entdeckt wurde. Die Behörden seien aber gemäß der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) fristgerecht unterrichtet worden, sagte ein Sprecher. Die DSGVO schreibt vor, Vorfälle mit personenbezogenen Daten binnen 72 Stunden an Behörden zu melden. Bei Verstößen können hohe Strafen verhängt werden.

Religion

Papst: „‚Stille Nacht‘ ist mein Lieblingslied“

Papst Franziskus hat das vor 200 Jahren in Österreich entstandene Weihnachtslied „Stille Nacht“ als sein Lieblingslied bezeichnet. Er lobte die „tiefe Schlichtheit“ des in 300 Sprachen übersetzten Liedes, so Österreichs Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Franziska Honsowitz-Friessnigg, in einem gestern im Onlineportal Vatican News veröffentlichten Interview.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

Leute

Shakira wegen Steuerbetrugs angeklagt

Die Staatsanwaltschaft von Barcelona hat Klage gegen die kolumbianische Popsängerin Shakira wegen Steuerbetrugs eingebracht. Der 41-Jährigen werde vorgeworfen, zwischen 2012 und 2014 rund 14,5 Millionen Euro am spanischen Fiskus vorbeigeschleust zu haben, berichtete die Zeitung „El Pais“. Insgesamt würden der Künstlerin sechs Delikte zur Last gelegt.

Ihre Anwälte hatten die Vorwürfe bereits im Vorfeld zurückgewiesen. Shakira schulde den spanischen Behörden keinerlei Geld, teilten ihre Sprecher vor wenigen Tagen mit. Sie sei die meiste Zeit außerhalb Spaniens tätig gewesen und habe den größten Teil ihrer Einnahmen bei internationalen Tourneen erzielt.

Shakira bei einem Auftritt in Hamburg
APA/AFP/dpa/Daniel Reinhardt

Bereits im Jänner war bekanntgeworden, dass die Sängerin („Hips don’t lie“) ins Visier der spanischen Agencia Tributaria geraten ist. Sie ist seit acht Jahren mit dem spanischen Fußballstar Gerard Pique vom FC Barcelona liiert und hat zwei Kinder mit ihm.

Nach Auffassung der Behörden soll Shakira im fraglichen Zeitraum bereits mehr als sechs Monate pro Jahr in Katalonien verbracht haben und deshalb in Spanien steuerpflichtig gewesen sein. Der Staatsanwaltschaft zufolge soll sie aber angegeben haben, auf den Bahamas zu leben. Die Sängerin hat seit 2015 offiziell ihren Wohnsitz in Spanien.