Inland

Koalition verteidigt Arbeitszeitgesetz im Parlament

Die Koalition hat die verlängerten Arbeitszeiten in der Debatte um den Dringlichen Antrag der SPÖ gestern verteidigt. Kritik an der Reform kam geschlossen von den Oppositionsparteien – auch von NEOS, die dem Gesetz im Juli trotz Vorbehalten zugestimmt hatten.

Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) warf der Gewerkschaft vor, ihre Chance bei der Arbeitszeitflexibilisierung „vergeigt“ zu haben. Der Dringliche Antrag der SPÖ wurde zum Abschluss der Sondersitzung des Nationalrats abgelehnt. Zustimmung kam nur von der Liste Pilz.

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Migrationspakt: Van der Bellen telefonierte mit Guterres

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat gestern mit UNO-Generalsekretär Antonio Guterres in einem Telefonat über den UNO-Migrationspakt gesprochen. Es sei wichtig, „dass wir die gute Gesprächsbasis mit unseren internationalen Partnern beibehalten“, sagte der Bundespräsident. Die ÖVP-FPÖ-Bundesregierung lehnt den Migrationspakt bekanntlich ab.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte Ende Oktober angekündigt, dass Österreich dem Pakt nicht beitreten werde. Van der Bellen ortete deshalb einen „drohenden Verlust von Ansehen und Glaubwürdigkeit Österreichs auf internationaler Ebene“.

Nach seinem Telefonat mit dem UNO-Generalsekretär, bei dem auch die bevorstehende Klimakonferenz in Polen zur Sprache kam, sagte Van den Bellen: „Österreich ist einer von vier UNO-Amtssitzen weltweit. Der österreichische Weg des Dialogs hat uns in der Vergangenheit groß gemacht und wird uns, da bin ich zuversichtlich, auch in Zukunft erfolgreich machen.“

Ausland

Zeitung: CIA sieht Kronprinz-Befehl für Mord an Khashoggi

Den Schlussfolgerungen des US-Auslandsgeheimdienstes CIA war es der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, der den Mord an dem saudi-arabischen Journalisten und Regimekritiker Jamal Khashoggi in Istanbul anordnete. Das berichtet die „Washington Post“.

Es ist dies bis dato der stärkste Widerspruch zur Darstellung der Regierung in Riad, die erklärt hat, dass der Kronprinz nicht an dem Mord beteiligt war. Laut der „Washington Post“ haben US-Regierungsvertreter zum Ausdruck gebracht, dass sie der Beurteilung der CIA großes Vertrauen schenken.

Skepsis gegenüber Sausi-Version

Die Erklärungen Saudi-Arabiens zum Fall des getöteten Journalisten Khashoggi sind im Ausland auf Skepsis gestoßen. Am Donnerstag hatte die Staatsanwaltschaft in Riad ihre neueste Version der Ereignisse präsentiert. Demnach hatte der stellvertretende Geheimdienstchef Ahmed al-Asiri einen Einsatz angeordnet, um den seit 2017 im US-Exil lebenden Khashoggi nach Saudi-Arabien zurückzubringen. Der Leiter des „Verhandlungsteams“ habe dann aber an Ort und Stelle im saudi-arabischen Konsulat in der türkischen Metropole Istanbul die Entscheidung getroffen, den Regierungskritiker zu töten.

Der „Washington Post“-Kolumnist sei im saudi-arabischen Konsulat in Istanbul betäubt, getötet und zerteilt worden, die Körperteile seien anschließend einem Helfer außerhalb des Konsulats übergeben worden, erklärte die Staatsanwaltschaft. Elf Verdächtige würden wegen des Verbrechens angeklagt, wobei gegen fünf die Todesstrafe gefordert werde. Den Verdacht, dass Kronprinz Mohammed bin Salman die Tat angeordnet habe, wies die Anklagebehörde zurück.

Belastende Tonaufnahmen

Es gibt laut türkischen Quellen eine Tonaufnahme der Tat sowie Mitschnitte von Telefongesprächen, die Mitglieder des Mordkommandos nach der Tat mit Gesprächspartnern im Ausland führten, die nicht mit den Angaben aus Saudi-Arabien übereinstimmen.

Auf US-Präsident Donald Trump war zunehmender Druck ausgeübt worden, im Fall Khashoggi Sanktionen auszusprechen. Dies geschah am Donnerstag: Die mit Riad verbündete US-Regierung verhängte Strafmaßnahmen gegen 17 ehemalige saudische Regierungsmitarbeiter. Sie seien „an der abscheulichen Tötung“ Khashoggis beteiligt gewesen, teilte US-Finanzminister Steven Mnuchin.

Tausende demonstrierten für „anständige Slowakei“

Tausende Menschen haben in Bratislava am Vorabend des 29. Jahrestags der „Samtenen Revolution“ für eine „anständige Slowakei“ demonstriert. Die Veranstalter sprachen von rund 18.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Kleinere Kundgebungen gab es gestern auch in anderen Städten, wie die Zeitung „Dennik N“ (Onlineausgabe) berichtete.

Im Vorfeld sorgten Enthüllungen für Empörung, dass die slowakische Kriminalpolizei mehrere Organisatoren der Demonstration vernommen habe. Grundlage soll eine anonyme Strafanzeige gewesen sein, die ihnen Umsturzpläne und Verbindungen zum US-Milliardär und Philanthropen George Soros vorwarf.

Tausende Demonstranten in Bratislava
APA/AFP/Vladimir Simicek

Demos nach Journalistenmord

Die Demonstration sei ein klares Zeichen, dass die Menschen in der Slowakei Hass und Verschwörungen ablehnten, teilten die Veranstalter mit. Die Proteste der Organisation „Für eine anständige Slowakei“ hatten nach dem mutmaßlichen Auftragsmord an dem investigativen Journalisten Jan Kuciak und dessen Freundin im Februar begonnen und dauern bis gestern an.

Die gewaltsame Niederschlagung einer friedlichen Demonstration in Prag am 17. November 1989 wurde zum Auslöser der „Samtenen Revolution“, der demokratischen Wende in der damaligen Tschechoslowakei. Zum Jahresbeginn 1993 teilte sich die Tschechoslowakei in Tschechien und Slowakei auf.

USA stimmen erstmals gegen israelkritische UNO-Resolution

Die USA haben erstmals gegen eine jährliche Resolution der Vereinten Nationen gestimmt, die Israel wegen der Besetzung der Golanhöhen kritisiert. Israel stimmte gestern in der UNO-Vollversammlung in New York ebenfalls dagegen, 151 Länder jedoch dafür. Damit wurde die Resolution, die Israel zu einem Ende der Besetzung auffordert, verabschiedet.

Die USA hatten sich in der Vergangenheit bei dieser Resolution immer enthalten. US-Botschafterin Nikki Haley, die seit Amtsantritt eine ausgeprägt israelfreundliche Politik verfolgt, änderte das nun. Die Resolution sei „nutzlos“ und „schlicht voreingenommen gegen Israel“, sagte Haley, die ihren Posten zum Jahresende verlassen will.

Die Golanhöhen liegen zwischen Syrien und Israel. Israel hatte sie 1967 erobert und später annektiert, was von den meisten Staaten nicht anerkannt wurde. Syrien beansprucht das Gebiet weiterhin für sich.

Nordkorea lässt nach Vermittlung durch Schweden US-Bürger frei

Nordkorea hat nach Vermittlung durch Schweden einen US-Staatsbürger freigelassen. US-Außenminister Mike Pompeo teilte gestern mit, die Vereinigten Staaten wüssten die Kooperation Nordkoreas in der Angelegenheit zu schätzen. Pompeo dankte Schweden für die Vermittlung in dem Fall.

Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA hatte zuvor berichtet, ein illegal ins Land eingereister US-Staatsbürger werde abgeschoben. Bruce Byron Lowrance sei seit Mitte Oktober festgehalten worden, nachdem er über die chinesisch-nordkoreanische Grenze ins Land gekommen sei. Demnach soll der Mann angegeben haben, im Auftrag des US-Geheimdienstes unterwegs gewesen zu sein.

Nordkorea hatte zuletzt im Mai – vor dem Gipfeltreffen von Machthaber Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump – drei US-Staatsbürger freigelassen. Trump hatte das als Zeichen des guten Willens gewertet.

Merkel rief zu Abgrenzung gegen Rechtsradikale bei Demos auf

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gestern die Bürgerinnen und Bürger in Chemnitz aufgerufen, sich bei Demonstrationen scharf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikale abzugrenzen. Sie finde es gut, dass sich viele Chemnitzer von den fremdenfeindlichen Ausschreitungen bei den Demonstrationen im September abgestoßen gefühlt und sich distanziert hätten, so Merkel.

Zugleich rief die deutsche Kanzlerin bei der Gesprächsrunde mit Lesern der Tageszeitung „Freie Presse“ die Ostdeutschen auf, selbstbewusster aufzutreten und verteidigte ihre umstrittenen Äußerungen in der Migrationspolitik, gestand aber auch Fehler ein.

Demos gegen Merkel

Vor dem Gebäude skandierten indes Demonstrierende „Merkel muss weg“ und riefen „Hau ab“ und „Volksverräter“. Einige trugen T-Shirts mit der ironischen Aufschrift „Geil Merkel“, auf einem Transparent stand „Heil Merkel“. Die Demonstrierenden gehörten zu einer Gruppe mit dem ebenfalls ironischen Namen „Merkeljugend“, der an den Begriff „Hitlerjugend“ – die Jugendorganisation der Nazis – erinnerte.

Merkel besuchte Chemnitz drei Monate nach der tödlichen Messerattacke auf einen Deutschen, anschließenden Demonstrationen und fremdenfeindlichen Übergriffen in der Stadt. Ende August war ein 35-jähriger Chemnitzer vermutlich von Asylwerbern erstochen worden. Tausende Bürger, darunter auch Rechtsradikale, waren danach auf die Straße gegangen. Es gab fremdenfeindliche Übergriffe, Attacken auf jüdische, persische und türkische Restaurants, die rechte Terrorgruppe „Revolution Chemnitz“ wurde aufgedeckt.

Merkel verteidigt Migrationspakt

Den insbesondere von der AfD scharf kritisierten UNO-Migrationspakt verteidigte Merkel in Chemnitz vehement. Der von den UNO-Mitgliedstaaten beschlossene Pakt soll helfen, Flucht und Migration besser zu organisieren. In Bezug auf die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sagte die deutsche Kanzlerin, sie wolle die Bürokratielasten der EU-Datenschutzregeln für kleine Unternehmen überprüfen lassen.

EU

Verhandlungen über Budget 2019 vertagt

Die Verhandlungen über das EU-Budget 2019 sind auf Montag vertagt worden. Es gebe noch keinen Durchbruch, aber man habe „Teilerfolge erzielt“, sagte der amtierende Ratsvorsitzende und Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) gestern in Brüssel.

Die EU-Staaten hätten klargemacht, dass sie für flexible Lösungen bereit seien, sagte Löger. Vonseiten des Europaparlaments gebe es aber noch inakzeptable Zahlungsforderungen an die EU-Mitgliedsstaaten. Dem Vernehmen nach sind die Finanzierung der Türkei-Flüchtlingshilfe, die Forschung und die Jugendbeschäftigung umstritten. Das EU-Parlament wolle in einigen dieser Bereiche höhere Ausgaben, hieß es.

Zeit für Einigung drängt

Das Europaparlament fordert rund 2,3 Mrd. Euro mehr als die EU-Staaten. In absoluten Zahlen würde der EU-Haushalt gegenüber 2018 um rund zwei Prozent steigen, wenn es nach den EU-Staaten geht: Liegen die Verpflichtungsermächtigungen im laufenden Jahr noch bei 160,7 Milliarden Euro und die tatsächlichen Zahlungen bei 144,8 Milliarden Euro, so sollen diese 2019 auf 164,1 Milliarden bzw. 148,2 Milliarden Euro erhöht werden. Das Europaparlament will die Verpflichtungen auf 166,3 Milliarden Euro und die Zahlungen auf 149,3 Milliarden Euro ausbauen.

Am stärksten wollen die EU-Staaten die Ausgaben beim Fonds für Asyl, Migration und Integration, bei Investitionen in die Infrastruktur im Rahmen von Connecting Europe, beim Bildungsprogramm Erasmus Plus sowie im EU-Forschungsprogramm Horizon 2020 erhöhen.

Eine Lösung soll im Vermittlungsverfahren zwischen Rat und EU-Parlament gefunden werden. Das Verfahren sieht vor, dass eine Einigung spätestens am Montag erzielt werden muss. Wäre das nicht der Fall, müsste das EU-Budget monatlich auf Basis des laufenden Haushalts fortgeschrieben werden.

Deutschland und Frankreich einig bei Euro-Zonen-Budget

Deutschland und Frankreich haben sich nach langen Verhandlungen auf einen Vorschlag für ein gemeinsames Budget der Euro-Staaten innerhalb des EU-Haushalts geeinigt. Damit sollen ökonomische Unterschiede zwischen den 19 Euro-Staaten verringert und Krisen besser vorgebeugt werden. Das ging gestern aus einem Beschlusspapier der Finanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bruno Le Maire hervor.

In deutschen Regierungskreisen hieß es, es gebe eine gute Aussicht auf eine Einigung innerhalb der Euro-Gruppe am kommenden Montag. Das Euro-Zonen-Budget ist ein Wunschprojekt des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, es soll ab 2021 kommen.

Die Höhe des Budgets muss noch ausgehandelt werden. Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire hatte im Sommer einen Betrag von 20 bis 25 Milliarden Euro als einen „guten Ausgangspunkt“ bezeichnet – das wären um die 0,2 Prozent des gemeinsamen Bruttoinlandsprodukts der 19 Euro-Länder. Ursprünglich hatte Macron einmal einen Haushalt von „mehreren BIP-Punkten“ gefordert, was mehrere hundert Milliarden Euro wären.

Neues Treffen am Wochenende

Bei einem Treffen im Juni hatte bereits Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Macron ihre Bereitschaft in dieser Sache signalisiert – man vereinbarte die Ausarbeitung entsprechender Vorschläge. Macron ist am Sonntag erneut zu Besuch in Berlin – zuletzt war wegen der zögerlichen Haltung der deutschen Bundesregierung die Verstimmung auf französischer Seite gewachsen.

Wirtschaft

Asien-Pazifik-Gipfel beginnt in Papua-Neuguinea

Im Inselstaat Papua-Neuguinea beginnt heute der alljährliche Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC). Prominentester Gast ist dieses Mal Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping. Die Präsidenten der USA und Russlands, Donald Trump und Wladimir Putin, lassen sich vertreten.

Insgesamt gehören der APEC 21 Länder rund um den Pazifik an, darunter auch Japan, Kanada, Australien und Indonesien. Die APEC hat seit ihrer Gründung 1989 zum Ziel, ein riesiges Freihandelsabkommen zu schaffen. In den Mitgliedsländern lebt etwa die Hälfte der Weltbevölkerung.

Unterbringung auf Kreuzfahrtschiffen

Der Asien-Pazifik-Gipfel findet zum ersten Mal in Papua-Neuguinea statt, dem ärmsten aller 21 Staaten. Das Treffen wird von anderen Ländern wie China und Australien mitfinanziert.

Weil es in der Hauptstadt Port Moresby an Hotelzimmern fehlt, sind viele Teilnehmer im Hafen auf drei eigens gecharterten Kreuzfahrtschiffen untergebracht. US-Vizepräsident Mike Pence, der Trump vertritt, übernachtet sogar mit seiner Delegation in Cairns in Australien. Er lässt sich zu den Beratungen einfliegen.

USA: China schickt Liste mit möglichen Handelskonzessionen

China hat den USA nach Angaben von US-Präsident Donald Trump eine Liste mit möglichen Zugeständnissen zur Lösung des Handelsstreits übermittelt. Trump betonte gestern aber, er sei trotzdem noch nicht dazu bereit, sich mit der Regierung in Peking zu einigen.

„China will einen Deal machen“, sagte der Präsident im Weißen Haus. „Sie haben eine Liste mit Dingen geschickt, die sie bereit zu tun sind.“ Es sei eine „ziemlich vollständige Liste“ mit 142 Punkten, allerdings fehlten noch „vier oder fünf große Dinge“. Trump sagte: „Es ist für mich einfach noch nicht akzeptabel.“

Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping kommen zum Monatsende in Argentinien am Rande des G-20-Gipfels zusammen. Trump sagte gestern, die USA seien bereit, weitere Waren aus China im Wert von 267 Milliarden Dollar mit Sonderzöllen zu überziehen. Er schränkte aber ein: „Das müssen wir vielleicht nicht tun.“ Die USA haben bereits Sonderzölle auf Waren aus China im Wert von mehr als 250 Milliarden Dollar erhoben. Peking hat mit Vergeltungszöllen reagiert. In dem Konflikt geht es unter anderem um Handelshemmnisse und den Diebstahl von geistigem Eigentum.

Sport

Chronik

Kalifornien-Brände: Mehr als 1.000 Vermisste

Bei dem verheerenden Waldbrand im Norden Kaliforniens ist die Zahl der Vermissten erneut sprunghaft auf inzwischen mehr als tausend angestiegen. Wegen weiterer Berichte über Vermisste werde inzwischen nach 1011 Menschen gesucht, teilte der Sheriff des Bezirks Butte, Kory Honea, in der Nacht mit.

Am Donnerstag war die offizielle Zahl der Vermissten bereits von rund 200 auf 631 heraufgesetzt worden, nachdem Ermittler unter anderem Notrufe nach dem Ausbruch des Waldbrandes am 8. November ausgewertet hatten. Die Zahl der Todesopfer durch das „Camp Fire“ stieg laut Honea auf 71, nachdem acht weitere Leichen gefunden worden seien.

Das „Camp Fire“ gilt als das tödlichste und zerstörerischste in der Geschichte des Bundesstaates. Mehr als 8650 Häuser fielen seinen Flammen zum Opfer. Nach Angaben der Feuerwehr wurden insgesamt knapp 57.000 Hektar Land zerstört. In dem kleineren „Woolsey Fire“ nahe Malibu kamen drei weitere Menschen ums Leben. Fast 40.000 weitere Hektar brannten hier nieder.

US-Präsident Donald Trump will sich heute bei einem Besuch in der Region ein Bild von der Lage machen und Opfer treffen.

Ein Toter bei Feuer im Klinikum in Konstanz

Bei einem im Klinikum im deutschen Konstanz ausgebrochenen Feuer ist gestern Abend ein Mensch ums Leben gekommen. Bei fünf Personen bestand der Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung, wie eine Polizeisprecherin sagte. Warum das Feuer ausbrach, sei noch unklar, sagte die Polizeisprecherin weiter. Die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen aufgenommen.

Nach ersten Erkenntnissen war das Feuer gegen 19.30 Uhr in einem Patientenzimmer ausgebrochen. Die Flammen weiteten sich laut Polizei aus. Das Gebäude musste teilweise evakuiert werden, Patienten auf mehreren Stationen mussten ihre Zimmer verlassen. Die Feuerwehr sei in einem „Großeinsatz“. Es seien auch Rettungskräfte aus der Schweiz angefordert worden.

US-Amerikaner Dutzender Morde verdächtig

Ein wegen dreifachen Mordes in Kalifornien verurteilter US-Amerikaner hat in den vergangenen Jahrzehnten möglicherweise Dutzende weitere Morde in zahlreichen US-Bundesstaaten begangen. Der Sheriff von Wise County im Bundesstaat Texas, Lane Akin, bestätigte gestern entsprechende US-Medienberichte.

Mehr als 90 Morde?

In einer Mitteilung Akins hieß es, der in Wise County inhaftierte mutmaßliche Serienmörder namens Samuel Little kooperiere mit den Ermittlern, um Morde aus den Jahren 1970 bis 2005 aufzuklären. Little habe bisher Angaben zu mehr als 90 Morden gemacht.

Gegen Little wurde im vergangenen Juli in Ector County in Texas Anklage wegen des Mordes an einer Frau im Jahr 1994 erhoben. Der Angeklagte wurde daraufhin aus dem Gefängnis in Kalifornien nach Texas überstellt und in Wise County inhaftiert.

Der Sender NBC zitierte eine Mitteilung vom Staatsanwalt in Ector County, wonach der 78-Jährige einer der schlimmsten oder sogar der schlimmste Serienmörder in der Geschichte der USA sein könnte, sollte er die Morde tatsächlich alle begangen haben. Little sei in Kalifornien bereits zu dreimal lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er in der Gegend von Los Angeles in den Jahren 1987 bis 1989 drei Frauen erwürgte.

Waldbrände: „Sehr ungesunde Luftqualität“ in San Francisco

Die verheerenden Waldbrände in Kalifornien sind Hunderte Kilometer entfernt, doch ihr giftiger Rauch verpestet inzwischen auch die Luft von San Francisco. Die Gesundheitsbehörden der Stadt gaben wegen der „sehr ungesunden Luftqualität“ die höchste Warnstufe aus: Alle öffentlichen Schulen blieben gestern geschlossen, die berühmten offenen Straßenbahnen stellten ihren Betrieb ein. Die Bewohner wurden aufgerufen, in geschlossenen Räumen zu bleiben.

Die Luftqualität erreichte in etwa das Niveau von smoggeplagten Städten in China oder Südostasien. Fotos in Sozialen Netzwerken zeigten eine von dickem Smog verhüllte Golden Gate Bridge. Um sicher zu gehen, dass die Menschen sich nur in geschlossenen Fahrzeugen fortbewegten, war der Busservice auf Anweisung von Bürgermeisterin London Breed kostenlos.

Die seit einer Woche wütenden Waldbrände sind die verheerendsten in der Geschichte Kaliforniens: Mindestens 63 Menschen starben durch das „Camp Fire“ im Norden des US-Bundesstaats, drei weitere kamen im kleineren „Woolsey Fire“ nahe Malibu ums Leben.

Noch Hunderte Vermisste

Am schlimmsten ist die Situation in der Kleinstadt Paradise, die vor einer Woche von den sich rasend ausbreitenden Flammen des „Camp Fire“ völlig zerstört wurde. In Paradise und seiner Umgebung, wo besonders viele Rentner leben, werden nach Angaben der Polizei noch mehr als 630 Menschen vermisst.

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Science

Unbemannter Versorgungsflug unterwegs zur ISS

Eine russische Sojus-Rakete hat gestern erfolgreich einen unbemannten Raumtransporter vom Typ Progress mit Nachschub für die Internationale Raumstation ISS ins All gebracht. Der Start vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan und der Flug verliefen planmäßig, wie ein Vertreter des Kontrollzentrums mitteilte.

Es ist der erste Versorgungsflug zur ISS seit dem Fehlstart einer bemannten Sojus-Rakete im Oktober. Damals waren Probleme mit dem Antrieb aufgetreten, die Kapsel mit den beiden Raumfahrern Alexej Owtschinin und Nick Hague musste in der kasachischen Steppe notlanden.

Generalprobe für bemannten Flug im Dezember

Der Progress-Transporter hat mehr als zwei Tonnen Fracht geladen, unter anderem Treibstoff, aber auch Sauerstoff, Wasser und Material für wissenschaftliche Experimente. Er soll am Sonntagabend an der ISS andocken. Der jetzige unbemannte Flug ist die Generalprobe für den nächsten bemannten Sojus-Start am 3. Dezember.

Zudem wurde heute der fliegende Roboterassistent Cimon erfolgreich in Betrieb genommen, berichtete das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Dabei handelt es sich um den weltweit ersten fliegenden und autonom agierenden Astronautenassistenten mit einer Künstlichen Intelligenz (KI).

Das neue Crewmitglied kann nach Angaben des DLR mit seinen Kameras, Sensoren, Mikrofonen und Prozessoren nicht nur „sehen“, „hören“, „verstehen“ und „sprechen“ – er kann auch vielfältige Informationen sowie Experiment- und Reparaturanleitungen darstellen und erklären.

Medien

Bambi-Preise für Paula Beer, Sebastian Koch und „Babylon Berlin“

Sebastian Koch und Paula Beer sind bei der Bambi-Verleihung als beste Schauspieler und beste Schauspielerin geehrt worden. Die Krimiverfilmung „Babylon Berlin“ (ARD/Sky) wurde in der deutschen Fernsehshow gestern zur besten Serie gekürt.

Paula Beer („Bad Banks“) setzte sich gegen Marie Bäumer, Claudia Michelsen und Liv Lisa Fries durch. Neben Sebastian Koch („Werk ohne Autor“) waren Lars Eidinger, Peter Kurth und Kida Khodr Ramadan für den Preis nominiert.

Gottschalks Bambis bei Brand zerstört

Zuvor hatte der Ironman-Weltmeister Patrick Lange einen Sonderpreis der Jury bekommen. Mit den Rehkitz-Trophäen ehrt Hubert Burda Medien jedes Jahr nationale und internationale Stars.

Einen besonderen Auftritt hatten Entertainer Thomas Gottschalk und die italienische Filmdiva Sophia Loren. Sie blickten auf 70 Jahre Bambi-Geschichte zurück. Gottschalk erzählte auch, wie es ihm nach dem verheerenden Brand geht, der sein Haus in Kalifornien zerstört hat. „Es ist heftig“, sagte er. Zugleich witzelte Gottschalk nicht ganz geschmackssicher: Letztes Jahr sei er „herbstblond“ gewesen, jetzt sei er „aschblond“.

Als seine Villa abbrannte, wurden auch seine Bambis zerstört. Dafür gab es Trost für Gottschalk. Aus den Händen von Hollywood-Star Liv Tyler bekam er einen neuen Bambi als Sonderpreis.

Gesundheit

Kultur

„Bambi“-Reigen in Berlin

Liselotte Pulver, Penélope Cruz und der Sänger Mark Forster sind mit einem Bambi ausgezeichnet worden. Sebastian Koch und Paula Beer gewannen die Preise als bester Schauspieler und beste Schauspielerin. Die Krimiverfilmung „Babylon Berlin“ wurde in der Fernsehshow am Abend in Berlin zur besten Serie gekürt.

In der Publikumswahl gewann der Musiker Michael Schulte einen Bambi. Der Sänger hatte im Mai beim Eurovision Song Contest für Deutschland den vierten Platz geholt. Die Schweizer Schauspielerin Liselotte Pulver (89) wurde für ihr Lebenswerk geehrt. Penélope Cruz bekam einen Preis als beste internationale Schauspielerin. Die Bambi-Trophäe will sie zu ihrem Oscar stellen, verriet sie der Deutschen Presse-Agentur.

Paula Beer („Bad Banks“) setzte sich gegen Marie Bäumer, Claudia Michelsen und Liv Lisa Fries durch. Neben Sebastian Koch („Werk ohne Autor“) waren Lars Eidinger, Peter Kurth und Kida Khodr Ramadan für den Preis nominiert.

Zuvor hatte der Ironman-Weltmeister Patrick Lange einen Sonderpreis der Jury bekommen. Mit den Rehkitz-Trophäen ehrt Hubert Burda Medien jedes Jahr nationale und internationale Stars etwa aus Film, Fernsehen, Musik und Sport. Es gibt aber auch einen Preis für soziales Engagement, der ging in diesem Jahr an den Verein IntensivLeben aus Kassel. Den Umweltschutz-Bambi „Unsere Erde“ gewannen Sebastian Copeland und Johan Ernst Nielsen.

Einen besonderen Auftritt hatten Entertainer Thomas Gottschalk und die italienische Filmdiva Sophia Loren. Sie blickten gemeinsam auf 70 Jahre Bambi-Geschichte zurück. Gottschalk erzählte auch, wie es ihm nach dem verheerenden Brand geht, der sein Haus in Kalifornien zerstörte. „Es ist heftig“, sagte er. Zugleich zeigte Gottschalk Galgenhumor: „Letzte Woche war ich noch herbstblond, jetzt bin ich aschblond.“

Als seine Villa abbrannte, wurden auch seine Bambis zerstört. Dafür gab es Trost für Gottschalk. Aus den Händen von Hollywood-Star Liv Tyler bekam er einen neuen Bambi als Sonderpreis.

Ursprünglich hätten die Bayern-Stars Franck Ribéry und Arjen Robben einen Bambi in der Kategorie „Sport“ bekommen sollen – doch der Veranstalter entschied sich nach einem Eklat um Ribéry um. Man habe sich gegen die Verleihung entschieden, nachdem dieser einen Journalisten nach der Niederlage bei Borussia Dortmund körperlich attackiert habe. Glück für Werder Bremens Stürmer Claudio Pizarro, der nun eine Auszeichnung abholen konnte.

Wie üblich standen einige Preisträger bereits vorab fest: etwa Rod Stewart in der Kategorie „Legende“. Stewart musste seine Teilnahme an der Gala aber kurzfristig absagen. Er hatte sich beim Fußballspielen am Fuß verletzt. Mark Forster und Dua Lipa wurden zu den besten Musikern gekürt, national und international. Luke Mockridge überzeugte die Jury als der beste Komiker. Unter den 1000 geladenen Gästen waren unter anderem das hochschwangere Model Eva Padberg, der Schauspieler Heino Ferch und FDP-Chef Christian Lindner mit seiner Freundin Franca Lehfeldt.

Preisgekrönter Drehbuchautor William Goldman ist tot

Der US-Drehbuchautor und Oscar-Preisträger William Goldman ist tot. Wie die „Washington Post“ und andere Medien gestern unter Berufung auf Goldmans Tochter Jenny berichteten, starb der Autor an den Folgen von Krebs und einer Lungenentzündung in seinem Haus in New York.

US-Drehbuchautor und Oscar-Preisträger William Goldman
AP
Goldman 1977 während der Oscar-Verleihung für „Die Unbestechlichen“

Goldman wurde 87 Jahre alt. Er hatte unter anderem die Vorlagen für Filmklassiker wie „Die Unbestechlichen“ und „Der Marathon-Mann“ geliefert.

Die Drehbücher für den Western „Butch Cassidy und Sundance Kid“ sowie für das Watergate-Drama „Die Unbestechlichen“ brachten ihm zwei Oscar-Trophäen ein. Er verfasste auch die Vorlagen für den Antikriegsfilm „Die Brücke von Arnheim“, die Western-Parodie „Maverick“, den Gruselstreifen „Misery“ und den Fantasy-Film „Die Braut des Prinzen“.

The Good, The Bad & The Queen liefern Soundtrack zum „Brexit“

The Good, The Bad & The Queen – so nannte Blur- und Gorillaz-Sänger Damon Albarn vor gut elf Jahren ein neues Bandprojekt. Mit dabei in der Supergroup: The-Clash-Bassist Paul Simonon, der Gtarrist von The Verve, Simon Tong, und der Schlagzeuger von Fela Kuti, Tony Allen. Es brauchte den drohenden „Brexit“, um die vier wieder zur gemeinsamen Arbeit zu bringen.

Gestern, parallel zum andauernden politischen Showdown rund um das europäisch-britische Scheidungsdrama, erscheint Album Nummer zwei von The Good, The Bad & The Queen. „Merrie Land“ heißt es, produziert hat der Bowie-Vertraute Tony Visconti, und geht es nach Albarn, dann ist es sein höchst persönlicher „Brexit“-Soundtrack.

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Leute

Trump ehrt Elvis Presley mit höchster ziviler Auszeichnung

Mehr als 40 Jahre nach dem Tod von Elvis Presley hat US-Präsident Donald Trump den „King of Rock’n’Roll“ mit der höchsten zivilen Auszeichnung der USA geehrt. Trump verlieh Presley gestern im Weißen Haus postum die Freiheitsmedaille des Präsidenten.

Die Auszeichnung gehe an einen der beliebtesten Künstler, der je gelebt habe, sagte Trump. Der Präsident würdigte den tiefen Patriotismus des Musikers, der sich auf der Höhe seines Ruhmes dazu entschlossen gehabt habe, in den Streitkräften zu dienen. „Er hatte eine Wahl, und für ihn war es keine Wahl.“

Jack Soden (Elvis Presley Enterprises) erhält von US-Präsident Trump die höchste zivile Auszeichnung
APA/AFP/Saul Loeb
Trump mit Jack Soden, dem Chef von Elvis Presley Enterprises

Sieben Amerikaner mit Freiheitsmedaille ausgezeichnet

Das Weiße Haus teilte mit, für Milliarden Fans auf der ganzen Welt habe Elvis Presley amerikanische Kultur definiert. Er habe Gospel und Country sowie Rhythm and Blues miteinander gemischt, um einen eigenen Sound zu schaffen, und habe mehr als eine Milliarde Schallplatten verkauft.

Er habe außerdem in 31 Filmen mitgespielt. Seine Auftritte hätten Rekordzahlen an Zuschauern angezogen. „Elvis Presley bleibt vier Jahrzehnte nach seinem Tod eine dauerhafte amerikanische Ikone.“ Insgesamt zeichnete Trump heute im Weißen Haus sieben Amerikaner mit der „Medal of Freedom“ für ihre Verdienste aus.