Inland

Rassistisches FPÖ-Video: Hofer hat damit „keine Freude“

Das von der FPÖ gestern publizierte Video über die neue E-Card, das rassistische Klischees bedient, stößt beim stellvertretenden Bundesparteichef Norbert Hofer auf Kritik. Er habe damit „keine Freude“ und dafür gesorgt, dass es rasch aus dem Netz genommen wird, so der Infrastrukturminister heute vor dem Ministerrat. Als „inakzeptabel“ bezeichneten dieses auch ÖVP-Regierungsmitglieder.

„Auch bei anderen Parteien passieren Fehler“

Hofer sagte, er habe am späten Nachmittag von dem Video erfahren und seinen Beitrag dazu geleistet, dass es so schnell wie möglich wieder gelöscht wird: „Wer mich kennt, weiß, dass ich mit solchen Aktionen keine Freude habe.“

Dass es immer wieder die FPÖ sei, die mit derartigen Aktionen auffalle – und das ausgerechnet am Tag des Gipfels gegen Hass im Netz -, ließ Hofer nicht gelten und meinte: „Auch bei anderen Parteien passieren Fehler.“ Er verwies auf die SPÖ und die Causa Tal Silberstein. Angesprochen auf die Aussage von FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker, wonach vor allem Ausländer die E-Card missbrauchen würden, sagte Hofer, dass es Missbrauch gebe.

Auch ÖVP-Justizminister Josef Moser lehnte das Video als „inakzeptabel“ ab. „Egal von wem es kommt, das ist abzulehnen“, so Moser. „Ich lehne solche Themen massiv ab“, sagte Finanzminister Hartwig Löger (ÖVP) und distanzierte sich davon.

Spionagefall: Lettische Bedenken nach Panzerkauf in Österreich

In Lettland sind Bedenken aufgetaucht, der in Österreich verhaftete, unter Spionageverdacht stehende Bundesheeroffizier könnte auch für die nationale Sicherheit des baltischen Staates relevante Informationen nach Moskau weitergegeben haben. Das Verteidigungsministerium in Riga versuchte indes, derartige Sorgen in Zusammenhang mit einem Panzerdeal zu zerstreuen.

In den vergangenen Tagen wurde in lettischen Medien spekuliert, ob jener Offizier, dessen Fall vergangene Woche an die Öffentlichkeit gebracht wurde, auch geheime Informationen über die im Herbst abgeschlossene Lieferung von 47 gebrauchten Panzerhaubitzen aus Österreich an die Russen übermittelt haben könnte.

Aus dem Verteidigungsministerium in Riga hieß es, niemand im Ministerium oder in der lettischen Armee sei jemals mit dem betreffenden Offizier in Kontakt gestanden.

Lettisches Ministerium weist Bedenken zurück

Die lettische Nachrichtenagentur LETA zitierte Ministeriumssprecher Kaspars Galkins außerdem mit den Worten: „Wir weisen auch Bedenken zurück, dass dabei Informationen über die lettische Nationalarmee in die Hände der Russen gelangt sein könnten.“ Das Geschäft mit Österreich habe keinerlei sicherheitsrelevante Informationen über die lettischen Streitkräfte umfasst.

Lettland und Österreich hatten im Frühjahr 2017 einen Vertrag über die Lieferung von 47 Stück selbstfahrender Panzerhaubitzen des Typs M109A5Oe abgeschlossen, die von Österreich nicht mehr gebraucht wurden. Der Vertrag wurde vom damaligen Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) und seinem lettischen Amtskollegen Raimonds Bergmanis am Rande eines EU-Ratstreffens auf Malta unterzeichnet.

Erst vor rund einem Monat vermeldete die lettische Armee den Abschluss der Lieferungen. Das Geschäft beinhaltet auch die Einschulung lettischen Militärpersonals durch Bundesheerangehörige.

Regierung beschließt Verbesserungen für Beamte

Die Regierung beschließt heute im Ministerrat mit einer Dienstrechtsnovelle Verbesserungen für Beamte und Beamtinnen. So wird es künftig auch für Beamte die Möglichkeit der Wiedereingliederungsteilzeit geben. Im Exekutivdienst wird das Aufnahmeverfahren beschleunigt, die Telearbeit wird flexibler, und Fachexperten und Fachexpertinnen in den Ministerien sollen besser bezahlt werden können.

Wer derzeit bei der Aufnahmeprüfung in den Exekutivdienst durchfällt, muss ein Jahr warten, bis er neuerlich antreten kann. Diese Wartefrist wird nun deutlich reduziert. Die Dauer dieser Frist können das Innenministerium für die Polizei und das Justizministerium für die Justizwache im Einvernehmen mit dem Beamtenministerium per Verordnung festlegen. Die Regierung erwartet sich davon, dass der Personalmangel in der Exekutive rascher behoben werden kann.

Bessere Bezahlung für Fachleute

Fachleute sollen in den Ministerien besser bezahlt werden können. Derzeit gibt es für bestimmte Fachleute keine Möglichkeit für eine bessere Bezahlung, wenn sie keine Führungsfunktion haben. Künftig sollen solche Fachexperten etwa das Gehalt eines Abteilungsleiters bekommen können, auch wenn sie kein Abteilungsleiter sind. Damit will man diese Personen im öffentlichen Dienst halten.

Die in der Privatwirtschaft und für Vertragsbedienstete geltende Wiedereingliederungsteilzeit wird nun auch für Beamte eingeführt. Damit wird Personen nach langem Krankenstand der Wiedereinstieg in den Beruf erleichtert. Während in der Privatwirtschaft und bei Vertragsbediensteten befristet die Arbeitszeit um 25 bis 50 Prozent reduziert werden kann, müssen die Beamten die Arbeitszeit um die Hälfte reduzieren.

Erstere bekommen aliquot Krankengeld, womit sie mehr Geld erhalten, als es eigentlich der Arbeitszeitreduzierung entsprechen würde. Bei den Beamten zahlt der Dienstgeber dazu, womit sie das bekommen, was sie bekämen, wenn sie im Krankenstand bleiben würden. Eine Ausnahme unter den Beamten bilden die Lehrer, die künftig die Arbeitszeit in einem Korridor zwischen 45 und 55 Prozent reduzieren können.

Ausland

Schweden weiter ohne Regierung

Der Chef der Partei Moderaterna, Ulf Kristersson, hat heute die Wahl zum Ministerpräsidenten im schwedischen Parlament verloren. 195 von 349 Abgeordneten stimmten gegen ihn. Der konservative Politiker wollte gemeinsam mit den Christdemokraten eine Minderheitsregierung bilden.

Ulf Kristersson
APA/AFP/Henrik Montgomery

Seine Niederlage kam nicht unerwartet. Im Vorfeld hatte Kristersson die Unterstützung seiner beiden traditionellen Partner, der Zentrumspartei und der Liberalen, verloren. Sie wollten nicht in einer Regierung sitzen, die mit den Stimmen der rechtspopulistischen Schwedendemokraten an die Macht kommt.

„Schwedendemokraten keinen Einfluss geben“

Nach der Wahl am 9. September haben weder das bürgerliche Lager noch das rot-grüne Lager eine Mehrheit im Parlament. Die Schwedendemokraten kamen auf 17,5 Prozent.

„Bei dieser Abstimmung geht es nicht um Ulf Kristersson als Ministerpräsidenten, sondern darum, den Schwedendemokraten keinen entscheidenden Einfluss zu geben“, sagte die Chefin der Zentrumspartei, Annie Lööf. Sie plädierte für eine blockübergreifende Zusammenarbeit. Beobachter erwarten, dass Lööf als Nächstes den Auftrag bekommt, eine Regierung zu bilden.

Kreml-Kritiker Nawalny darf aus Russland ausreisen

Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny kann nach eigenen Angaben nun doch aus Russland ausreisen. Der Blogger veröffentlichte heute auf Instagram ein Foto von sich an einer Passkontrollstelle auf einem Flughafen in Moskau. Er wollte eigentlich schon gestern zu einer Urteilsverkündung am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) nach Straßburg reisen.

Ausreise wurde untersagt

Grenzbeamte hatten ihm aber eine Ausreise untersagt. Die Behörden teilten danach als Grund mit, dass Nawalny ein Unternehmen um Geld geprellt habe. Erst wenn er die Schulden beglichen habe, könne er ausreisen.

Nawalny gilt als einer der vehementesten Kritiker von Präsident Wladimir Putin. In den vergangenen Jahren rief der 42-Jährige immer wieder zu landesweiten Protesten gegen die Machtelite auf und wurde dafür auch mehrfach zu Arreststrafen verurteilt, wenn es sich um nicht genehmigte Kundgebungen handelte.

In Straßburg soll morgen über mehrere Beschwerden Nawalnys zu Festnahmen zwischen 2012 und 2014 entschieden werden, die der Oppositionelle als politisch motiviert kritisiert.

Tschechien lehnt UNO-Migrationspakt ab

Die tschechische Regierung lehnt den UNO-Migrationspakt ab. Das teilte Ministerpräsident Andrej Babis heute laut tschechischer Nachrichtenagentur CTK mit. Prag kritisiert, dass die UNO-Vereinbarung tschechische Prioritäten nicht berücksichtige wie die klare Unterscheidung zwischen legaler und illegaler Migration. Auch fehle die Erwähnung, dass illegale Migration unerwünscht sei.

Die USA, Österreich und Ungarn hatten sich bereits zuvor aus dem globalen Pakt zurückgezogen. Bulgarien kündigte diese Woche seinen Ausstieg an, auch in anderen Ländern gibt es eine Debatte darüber.

EU: „Länder, die Pakt verlassen, haben ihn nicht gelesen“

Der Pakt zielt auf eine sichere, geregelte und reguläre Migration ab. Das Abkommen umfasst eine Reihe von Leitlinien und Maßnahmen, deren Umsetzung rechtlich aber nicht bindend ist. Im Kern geht es um eine bessere internationale Zusammenarbeit der 193 UNO-Staaten in der Migrationspolitik und um Standards im Umgang mit Flüchtlingen.

Die EU-Kommission attestiert den Staaten, die den UNO-Migrationspakt verlassen wollten, den Inhalt des Dokuments nicht zu kennen. Ein Sprecher verwies am Montag auf die Aussagen von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in Berlin, wonach „jene Länder, die den Pakt verlassen, das nicht getan hätten, wenn sie ihn gelesen hätten“.

Scharfe Kritik der SPÖ im EU-Parlament

Scharfe Kritik am Ausstieg Österreichs aus dem Migrationspakt übten die SPÖ-Europaabgeordneten gestern Abend bei einer Aussprache im Europäischen Parlament in Straßburg. Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP), die den Ratsvorsitz vertrat, sagte lediglich, dass es nicht gelungen sei, im Rat eine gemeinsame Position der EU zu finden.

Eines der entscheidenden Elemente für den Erfolg im Bereich Migration sei die gute Zusammenarbeit mit Drittstaaten, so Edtstadler. „Ich kann Ihnen zusichern, dass der Rat und die Präsidentschaft auch weiterhin einen Beitrag leisten werden zu diesem Ziel“, sagte sie.

„Guter Ruf Österreichs aufs Spiel gesetzt“

Der Ausstieg Österreichs aus dem Migrationspakt sei eindeutig der falsche Weg, sagte indes die SPÖ-Delegationsleiterin im Europaparlament, Evelyn Regner. „Es ist unverständlich, wie die Regierung den guten Ruf Österreichs aufs Spiel setzt“, so Regner.

Der SPÖ-Europaabgeordnete Josef Weidenholzer sagte, dass Edtstadler zwar die Unterstützung von Herkunftsregionen betont habe, Österreich aber säumig sei, was das Zahlen von Hilfsgeldern betreffe. „Unser Land hätte ein Interesse daran, die Herausforderungen mit Migration global zu lösen. Alleine bleiben wir übrig“, sagte Weidenholzer.

Likud-Kandidat wird Bürgermeister Jerusalems

Mosche Lion von der konservativen Regierungspartei Likud wird neuer Bürgermeister von Jerusalem. Der Ex-Generaldirektor des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu gewann im zweiten Wahlgang die absolute Mehrheit der Stimmen, wie israelische Medien heute berichteten.

Mosche Lion mit seiner Ehefrau
AP/Mahmoud Illean

Nach vorläufigen Zahlen des Innenministeriums erhielt Lion 51,5 Prozent der Stimmen. Sein Herausforderer Ofer Berkowitz, Kandidat der Mitte, bekam 48,5 Prozent.

Herausforderer protestiert gegen Wahlergebnis

Berkowitz akzeptierte das Wahlergebnis nach Medienberichten zunächst nicht. Er sprach von Unregelmäßigkeiten in den Wahllokalen. „Unsere Anwälte überprüfen die Ergebnisse genau“, zitierte ihn die Nachrichtenseite Ynet.

Regierungschef Netanjahu hatte im ersten Wahlgang vor zwei Wochen den Jerusalem-Minister Seev Elkin unterstützt, ebenfalls ein Likud-Mitglied. Der bisherige Bürgermeister Nir Barkat (seit 2015 Likud) war nach acht Amtsjahren nicht mehr angetreten.

Der Status von Jerusalem ist einer der zentralen Streitpunkte im Nahost-Konflikt mit den Palästinensern. Israel sieht Jerusalem als seine Hauptstadt und beansprucht die ganze Stadt für sich. Die Palästinenser wollen dagegen Ostjerusalem als Hauptstadt für einen eigenen Staat Palästina.

Sri Lankas Parlament setzt Regierung ab

Sri Lankas Parlament hat die von Präsident Maithripala Sirisena eingesetzte Regierung mit einem Misstrauensvotum abgesetzt. Eine Mehrheit der 225 Abgeordneten habe Regierungschef Mahinda Rajapakse bei der Abstimmung heute das Misstrauen ausgesprochen, teilte Parlamentspräsident Karu Jayasuriya mit.

Parlament in Sri Lanka
APA/AFP/Lakruwan Wanniarachchi

Der südasiatische Inselstaat steckt in einer politischen Krise, seit Sirisena Ende Oktober den amtierenden Regierungschef Ranil Wickremesinghe absetzte und stattdessen Ex-Präsident Rajapakse ernannte. Anhänger und Anhängerinnen beider Seiten gehen seitdem immer wieder zu Protesten auf die Straße.

Sirisena löste Parlament auf

Am Freitag hatte Sirisena das Parlament aufgelöst und für den 5. Jänner Neuwahlen angesetzt. Gestern hob das oberste Gericht die Auflösung des Parlaments wieder auf. Das Misstrauensvotum gegen Rajapakse bedeutet noch nicht, dass Wickremesinghe den Machtkampf gewonnen hat. Sirisena kann nun einen neuen Regierungschef ernennen.

Rajapakse stand von 2005 bis Jänner 2015 als Präsident an der Spitze des Inselstaats im Indischen Ozean und regierte mit eiserner Hand. Bei einer Militäroffensive gegen die Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam wurden unter seiner Herrschaft im Jahr 2009 nach Angaben von Menschenrechtsgruppen 40.000 tamilische Zivilisten und Zivilistinnen getötet. Kritiker werfen ihm außerdem Korruption und die Ermordung politischer Gegner vor.

Melania Trump fordert Entlassung von Regierungsmitarbeiterin

First Lady Melania Trump hat sich öffentlich für die Entlassung einer ranghohen Regierungsmitarbeiterin ausgesprochen – für eine Präsidentengattin ein höchst ungewöhnliches Vorgehen. Ihre Sprecherin Stephanie Grisham sagte gestern, die stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin Mira Ricardel verdiene es nicht länger, für das Weiße Haus zu arbeiten.

Mira Ricardel
Reuters/Jonathan Ernst

Die Zeitung „Wall Street Journal“ berichtete, Ricardel sei gefeuert und aus dem Weißen Haus eskortiert worden. Ein Regierungsbeamter wies diese Darstellung gegenüber Journalisten zurück.

Konflikt bei Afrikareise

Ricardel soll laut „Wall Street Journal“ während Melania Trumps Afrikareise im Oktober mit Mitarbeitern der First Lady aneinandergeraten sein. Außerdem soll sie verdächtigt werden, negative Geschichten über die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump in Umlauf gebracht zu haben.

Seit den Kongresswahlen vergangene Woche wird damit gerechnet, dass Trump seine Regierungsmannschaft umbaut. Seinen Justizminister Jeff Sessions hat der Präsident bereits zum Rücktritt gezwungen. Wackeln soll zudem der Sessel von Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen. Trump soll unzufrieden damit sein, wie sie mit der Situation an der Grenze zu Mexiko umgeht.

EU

Neue Website soll EU den Bürgern näherbringen

Ein halbes Jahr vor der Europawahl im Mai 2019 hat die Europäische Union eine Website gestartet, auf der die Vorteile der Gemeinschaft den Bürgerinnen und Bürgern nähergebracht werden sollen.

Die interaktive, mehrsprachige Website „Was tut die EU für mich?", die vom wissenschaftlichen Dienst des Europäischen Parlaments in Zusammenarbeit mit den Kommunikations- und Übersetzungsdiensten des EU-Parlaments zusammengestellt wurde, enthält 1.800 Kurzdarstellungen mit Beispielen von Initiativen, die aus Sicht der EU für das Leben der Menschen einen Unterschied machen.

„Klare Antwort ohne Jargon“

„Die Europäer fragen, was die EU für sie getan hat, und diese neue Website des Europäischen Parlaments bietet klare Antworten ohne Jargon“, sagte EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani heute in Straßburg bei der Präsentation des Projekts.

Inhaltlich ist die Website in drei Kapitel gegliedert. Im Bereich „In meiner Region“ sind EU-Projekte in insgesamt 1.400 Regionen auf dem gesamten Kontinent beschrieben. Die Rubrik „In meinem Leben“ sammelt Beispiele aus verschiedenen Politikbereichen, etwa Gesundheitsvorsorge, Reisen, Freizeit und Verbraucherschutz.

Bereich Nummer drei trägt den Titel „Im Fokus“ und enthält kurze Abhandlungen über die wichtigsten politischen Errungenschaften der aktuellen Wahlperiode.

Sport

Wirtschaft

ASFINAG-Vorständin Zipperer tritt zurück

ASFINAG-Vorständin Karin Zipperer tritt zurück, schreibt die „Presse“ (Mittwoch-Ausgabe). „Ich verlasse das Unternehmen auf eigenen Wunsch“, sagte sie der Zeitung. Über die näheren Gründe halte sie sich bedeckt, deutet aber Probleme mit ihrem Kovorstand Klaus Schierhackl an. Auch den genauen Zeitpunkt habe sie offengelassen.

„Ich hatte eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat und dem Eigentümervertreter (Verkehrsministerium, Anm.)“, aber „für die Erreichung strategischer Ziele eines Unternehmens ist auch ein Miteinander im Vorstand unabdingbar. Ich bin zur Überzeugung gelangt, dass dies in dieser Vorstandskonstellation nicht möglich ist“, zitierte sie die „Presse“. Zipperer ist seit September 2017 im Vorstand der staatlichen Gesellschaft für den Bau von Autobahnen und Schnellstraßen.

Deutsche Wirtschaft schrumpft erstmals seit Anfang 2015

Die deutsche Wirtschaft hat im dritten Quartal einen Dämpfer erhalten. Vor allem wegen sinkender Exporte sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden heute mitteilte. Das ist im Vorquartalsvergleich der erste Rückgang seit dem ersten Quartal 2015.

Im zweiten Quartal 2018 hatte die Wirtschaft noch um 0,5 Prozent zugelegt, im ersten Quartal war das Wachstum bei 0,4 Prozent gelegen. Der Rückgang in den Monaten Juli bis September sei „vor allem auf die außenwirtschaftliche Entwicklung zurückzuführen“, sagten die Statistiker. Nach vorläufigen Berechnungen gab es im dritten Quartal 2018 weniger Exporte. Die Importe legten gegenüber dem Vorquartal hingegen zu.

Aus dem Inland kamen gemischte Signale: Während sowohl in Ausrüstungen als auch in Bauten mehr investiert wurde als im Vorquartal, gingen die privaten Konsumausgaben zurück. Die staatlichen Konsumausgaben lagen leicht über dem Niveau des Vorquartals.

Skifahren in Österreich erneut teurer

Auch in diesem Jahr ist der Skiurlaub in Österreich wieder teurer geworden. Zu diesem Ergebnis kommt der Verein für Konsumenteninformation (VKI), der seit 15 Jahren die Preisgestaltung heimischer Skigebiete beobachtet. Am teuersten ist die Tageskarte heuer in Kitzbühel in Tirol (57 Euro), am billigsten im kleinen Skigebiet Raggal in Vorarlberg (22 Euro).

Mehr dazu in help.ORF.at

Chronik

Paz de la Huerta: Vergewaltigungsklage gegen Weinstein

Schauspielerin Paz de la Huerta („Boardwalk Empire“) hat Ex-Hollywood-Mogul Harvey Weinstein wegen sexueller Übergriffe geklagt. De la Huerta (34) wirft dem 66-Jährigen vor, sie 2010 zweimal in ihrer New Yorker Wohnung vergewaltigt zu haben, wie US-Medien heute berichteten. Die Klage ging bereits gestern bei einem Gericht in Los Angeles ein. Erste Vorwürfe gegen Weinstein hatte die Schauspielerin vor einem Jahr erhoben.

In der Klage berichte de la Huerta noch von einem weiteren Vorfall in einem Hotel nahe dem kalifornischen Beverly Hills im Jänner 2011. Damals habe Weinstein sie gebeten, in sein Zimmer zu kommen. Dort habe er ihr mit offenem Bademantel die Tür geöffnet und sie zu Sex mit ihm und einer weiteren Frau aufgefordert. De la Huerta habe Weinstein gebeten, sie nicht weiter zu belästigen, und sei gegangen. Aus Rache habe er sie aus der Serie „Boardwalk Empire“ gestrichen.

Anwalt: „Wankelmütige Persönlichkeit mit lebhaften Fantasie“

Weinsteins Anwalt wies die Vorwürfe in einer Stellungnahme an US-Medien zurück. Seines Wissens habe die Bezirksstaatsanwaltschaft in Manhattan eine Klage der Schauspielerin gegen Weinstein bereits vor Monaten abgelehnt, sagte Benjamin Brafman. „Wir glauben zudem, dass ihre neu gefasste Version der Ereignisse mit den neuen Vorwürfen zu Kalifornien gleichermaßen absurd ist“, sagte der Anwalt. Es handle sich um die Aussage einer „wankelmütigen Persönlichkeit mit einer lebhaften Fantasie“.

Dutzende Frauen werfen Weinstein sexuelle Vergehen vor, darunter auch zahlreiche namhafte Schauspielerinnen. In New York muss sich der gestürzte Mogul bereits in einem Strafprozess wegen Vergewaltigung verantworten. Der 66-Jährige hat in der Vergangenheit Fehlverhalten eingeräumt, aber Vorwürfe von nicht einvernehmlichem Sex wiederholt zurückgewiesen.

Britische Polizei schnappte Doppelgänger von „Friends“-Star

Die britische Polizei hat einen Bierdieb gefasst, der durch große Ähnlichkeit mit dem aus der US-Fernsehserie „Friends“ bekannten Schauspieler David Schwimmer Schlagzeilen gemacht hatte. Nach der Fahndung nach einem Mann, „der einem wohlbekannten Schauspieler ähnlich sieht“, sei jetzt ein Verdächtiger ermittelt worden, schrieb die Polizei im nordwestenglischen Blackpool gestern auf Twitter.

Ein 36-Jähriger sei festgenommen worden. „Danke für die Unterstützung, vor allem an David Schwimmer!“ Die Polizei von Blackpool hatte im vergangenen Monat um Hilfe bei der Fahndung nach einem Mann gebeten, der in einem Geschäft eine Palette Bier gestohlen hatte.

Hinweise auf Twitter

Sie veröffentlichte Bilder aus einer Überwachungskamera – und wurde mit Hinweisen von Twitter-Nutzern und -Nutzerinnen überschwemmt, die auf die Ähnlichkeit zu dem „Friends“-Star hinwiesen.

Foto von Schauspieler David Schwimmer neben Fahndungsbild seines Doppelgängers
AP/Blackpool Police, AP/Invision/Rich Fury

Daraufhin hatte die Polizei augenzwinkernd versichert, Schwimmer habe ein lupenreines Alibi: „Wir haben diese Angelegenheit gründlich untersucht und bestätigt, dass David Schwimmer am fraglichen Tag in Amerika war.“

Schwimmer selbst hatte seine Unschuld beteuert: „Wachtmeister, ich schwöre, ich war es nicht“, schrieb er auf Twitter – und unterlegte das mit einem Video, das ihn mit einer Palette Bier auf dem Arm in einem US-Supermarkt zeigte.

Science

Identitätspolitik macht Solidarität schwierig

Identitätspolitik ist en vogue: Für politische Ziele gekämpft wird zunehmend unter der Annahme, dass man Teil einer – diskriminierten – Gruppe ist. Das macht Solidarität zwischen diesen Gruppen schwierig, meint der britische Literaturtheoretiker Terry Eagleton im Interview mit ORF.at.

Der „radikale Sozialist“ Eagleton hat sich im Laufe seines Lebens schon mit einigen Steckenpferden der Linken angelegt, etwa mit den „Illusionen der Postmoderne“, wie eines seiner bekanntesten Bücher heißt. Auf Deutsch erschien zuletzt das Buch “Materialismus. Die Welt erfassen und verändern“.

Mehr dazu in science.ORF.at

Kultur

Leute

Prinz Charles wird 70

Prinz Charles feiert heute seinen 70. Geburtstag. Der dreifache Großvater ist der älteste Sohn der amtierenden Queen Elizabeth II. und Prinz Philip. Damit ist er die Nummer eins in der britischen Thronfolge. Charles gehört mütterlicherseits dem Haus Windsor an und väterlicherseits dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, einer Nebenlinie des Hauses Oldenburg.

Großbritanniens Prinz Charles
APA/AFP/Chris J Ratcliffe

Prinz Charles ist der Vater von Prinz William und Prinz Harry sowie der Großvater von George, Charlotte und Louis. Zur Zeit des Todes seiner Ex-Frau Prinzessin Diana 1997 genoss er weitaus weniger Beliebtheit als heute. Grund dafür war die Beziehung mit seiner Dauergeliebten Camilla. Mit ihr ist Prinz Charles heute verheiratet.

Einsatz für Umwelt- und Klimaschutz

Doch darüber scheint längst Gras gewachsen zu sein. Viele Briten und Britinnen zollen Prinz Charles nun großen Respekt, da er sich für umweltfreundliche Landwirtschaft und Klimaschutz einsetzt. Er baut sogar sein eigenes Biogemüse an. Der Thronfolger gilt außerdem als Freund der Architektur und malt gerne Aquarelle.

Auch für Menschenrechte setzt er sich ein. „Er ist kein Schönwetterprinz“, beschrieb der ARD-Royal-Experte Rolf Seelmann-Eggebert einst den Thronfolger. Doch in die Politik darf Prinz Charles sich nicht einmischen. Das wolle er später als König auch beherzigen, sagte er in einer BBC-Dokumentation zu seinem Geburtstag.

Panorama

Netflix will Rom Luxuschristbaum spenden

Nach dem Spott wegen eines armseligen Christbaums, der im vergangenen Jahr auf dem Hauptplatz Piazza Venezia aufgestellt worden war, hat die Gemeinde Rom nun einen Sponsor für eine prächtige Weihnachtstanne gefunden. Der Onlinevideoanbieter Netflix macht 376.000 Euro locker, um den Römerinnen und Römern einen Baum zu schenken, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“ (Mittwoch-Ausgabe).

Auf dem Weihnachtsschmuck der Tanne, die am 8. Dezember erstmals beleuchtet wird, sollen die Bilder der beliebtesten Protagonisten aus Netflix-Serien zu sehen sein. 100 verschiedene Weihnachtskugeln seien in Planung. Damit folgt Rom dem Beispiel anderer europäischen Städte, die auf Sponsoren für den Weihnachtsbaum setzen.

„Glatzkopf“, „der Räudige“

Wegen seiner schlaffen Nadeln und nackten Zweige hatte sich Roms Christbaum im vergangenen Jahr viel Spott zugezogen. „Spelacchio“ lautete der Spitzname für den Weihnachtsbaum („Glatzkopf“ oder „der Räudige“). Die Fichte war schon für tot erklärt worden, als sie im Dezember aus Norditalien in der Stadt ankam.

Erbärmlich schmächtig erschien der Baum im Vergleich zu seinen majestätischen Konkurrenten im Vatikan und in Mailand. Dabei kostete er die Stadt rund 48.000 Euro. Viele erklärten den Weihnachtsbaum zu einem Sinnbild für den Zustand der italienischen Hauptstadt.

Weihnachtskrippe im Vatikan wird mit Sand aus Jesolo errichtet

Unterdessen wurde dieser Tage begonnen, 35 Tonnen Sand vom Strand der italienischen Adria-Badeortschaft Jesolo auf dem Petersplatz abzuladen. Damit soll dieses Jahr die Weihnachtskrippe für den Vatikan errichtet werden. Weitere sieben Lkws werden mit ihrer Fracht noch diese Woche im Vatikan erwartet.

Der Sand wurde vor dem Abtransport nach Rom vom Patriarchen von Venedig, Francesco Moraglia, gesegnet. Daraus soll eine fünf Meter hohe, 15 Meter breite und acht Meter lange Pyramide gebaut werden. Künstler werden den Sand in eine spektakuläre Weihnachtskrippe verwandeln, die die Gemeinde Jesolo Papst Franziskus schenken will, berichtete die römische Tageszeitung „Il Messaggero“ (Mittwoch-Ausgabe). Damit will Jesolo weltweit seine Tradition der Sandkrippen vorstellen.

Seit 16 Jahren werden auf dem Strand der bei österreichischen Touristen besonders beliebten Badeortschaft in der Weihnachtszeit Krippenlandschaften aus Sand gebaut.

Neues „pelziges“ Pikachu spaltet das Netz

Ein neuer Film, basierend auf der Videospielreihe „Pokemon“, teilt momentan die Netzgemeinde. Im vor Kurzem veröffentlichten Trailer zu „Detective Pikachu“ ist das Aushängeschild der Serie, Pikachu, zu sehen – und zwar deutlich pelziger als bisher.

Es ist das erste Mal, dass Pikachu „realistisch“ in 3-D auf der Leinwand auftritt. Damit weicht die Darstellung stark von bisherigen Spielen, TV-Serien und Filmen der Reihe ab.

Kritik an „widerlichem“ Pikachu

Im Netz sorgte das plüschige Aussehen der Pokemon für geteilte Reaktionen. Während sich viele Fans begeistert zeigten, wurde das Fellkostüm der fiktiven Monster auch häufig für „widerlich“ befunden.

Ryan Reynolds als Synchronsprecher

Hinzu kommt, dass Pikachu in der Filmauskopplung auch sprechen wird. Bisher war Pikachus Vokabular in Filmen auf die zwei Laute „Pika“ und „Chu“ beschränkt. „Deadpool“-Star Ryan Reynolds leiht Pikachu in dem im Mai 2019 erscheinenden Film seine Stimme.

Pikachu ist bereits seit Entstehung der Serie im Jahr 1996 dabei, die zum internationalen Phänomen wurde und zuletzt vor allem durch das Smartphone-Spiel „Pokemon Go“ wieder in Erscheinung trat.

Das Videospiel war ursprünglich von der Natur inspiriert: Erfinder Satoshi Tajiri erfand die Monster wegen seiner Begeisterung für das in Japan populäre Sammeln von Insekten in der Kindheit. Seither wurden unzählige Spiele, mehrere Fernsehserien und – „Detective Pikachu“ noch nicht eingerechnet – 21 Filme veröffentlicht.