EU

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat den Brexit-Plänen des britischen Premierministers Boris Johnson eine klare Absage erteilt. Heute wird Johnson zu einem Antrittsbesuch bei Macron in Paris erwartet.

Macron warnte Johnson vor der Vorstellung, ein Handelsvertrag mit Amerika könne Großbritannien vor wirtschaftlichen Einbrüchen schützen: „Können die Kosten für einen harten Brexit von den USA ausgeglichen werden? Nein!“ Ein Mitarbeiter des französischen Präsidentenbüros hatte zuvor erklärt, Frankreich halte mittlerweile einen harten Brexit für wahrscheinlich.

Leichter Optimismus bei Merkel

Die Forderungen Johnsons nach einer Neuverhandlung des Brexit-Vertrags und insbesondere dem Verzicht auf die Vereinbarungen zur Gestaltung der Grenzkontrollen zwischen Irland und dem britischen Nordirland seien impraktikabel, so Macron. Sollte es zu einem ungeregelten Ausscheiden Großbritanniens aus der EU kommen, sei das auf die Regierung in London zurückzuführen und nicht auf die Europäische Union.

Johnson hatte bereits gestern bei der deutschen Kanzlerin Angela Merkel um ein Aufschnüren des von seiner Vorgängerin Theresa May mit der EU ausgehandelten Vertrags geworben. Sollte es dazu nicht kommen, will Johnson spätestens am 31. Oktober Großbritannien ohne Brexit-Vertrag aus der EU führen.

Merkel hält eine Lösung des Irland-Problems bis zum geplanten EU-Austritt Großbritanniens Ende Oktober für möglich. Der Backstop sei nur als Übergangsregel für die nicht endgültig gelöste Irland-Frage gedacht gewesen, sagte Merkel. Beide signalisierten Optimismus, allerdings ohne konkrete Fortschritte zu erzielen.

Konkrete Vorschläge gefordert

Merkel forderte konkrete Vorschläge dafür, wie das Grenzproblem zwischen Irland und dem zu Großbritannien gehörenden Nordirland beim bevorstehenden Brexit gelöst werden kann. „Großbritannien sollte uns auch sagen, welche Vorstellungen es hat“, sagte Merkel.

Johnson bei Merkel

Johnson hat sich heute Abend in Berlin mit Deutschlands Kanzlerin Merkel zu Gesprächen getroffen.

Johnson betonte erneut: „Der Backstop weist große, große Mängel auf für ein souveränes, demokratisches Land wie das Vereinigte Königreich. Er muss einfach gestrichen werden.“ Johnson betonte, dass auch Großbritannien einen „verhandelten Austritt“ aus der EU und keinen ungeregelten Brexit wolle. „Wir schaffen das“, fügte er auf Deutsch in Anspielung auf einen Satz Merkels in der Flüchtlingskrise hinzu.

Die britische Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) hat den Einwanderungsüberschuss aus der EU in den vergangenen Jahren erheblich unterschätzt. Das teilte die Behörde gestern mit. Der tendenzielle Rückgang der Anzahl der Einwanderer aus der EU seit dem Brexit-Votum sei dabei nicht infrage gestellt, sagte ein ONS-Sprecher auf Anfrage der dpa.

Den Angaben zufolge wurde der Einwanderungsüberschuss (Differenz zwischen Einwanderern und Auswanderern) aus EU-Ländern beispielsweise zwischen April 2015 und April 2016 um 16 Prozent zu niedrig angegeben. Statt 178.000 hätten sich in Wahrheit 207.000 zusätzliche Menschen aus der EU in diesem Zeitraum in Großbritannien niedergelassen. Die Zahl der Einwanderer aus Nicht-EU-Ländern sei dagegen überschätzt worden.

Die Korrektur kam nur einen Tag vor der Veröffentlichung der aktuellen vierteljährlichen ONS-Einwanderungsstatistik. Die Zahlen seien mit Vorsicht zu genießen, teilte die Behörde mit. Herausgekommen war der Irrtum durch einen Vergleich mit anderen Quellen. Erhoben werden die ONS-Schätzungen durch Umfragen auf Flughäfen. Diese Methode sei jedoch anfällig für Fehler, hieß es.

Am 1. November soll die designierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihr Amt antreten – und mit ihr die neuen Mitglieder der Kommission. Der Zeitplan für den Besetzungsprozess ist jedoch vage, derzeit nominieren die EU-Länder ihre Kandidaten und Kandidatinnen.

Ratspräsident Donald Tusk hat den 26. August als Enddatum für die Nominierungen genannt, eine rechtlich bindende Frist ist das jedoch nicht. Da am 12. September die Vorsitzenden der Parlamentsausschüsse zusammentreten und entscheiden sollen, vor welchen Ausschuss die Kandidaten gemäß ihrem Zuständigkeitsbereich zu treten haben, müsste die Liste wohl vor diesem Datum vollständig sein.

Österreich nominierte Hahn

Diese Hearings sind laut einer Sprecherin der scheidenden EU-Kommission für September und Oktober geplant, aus Parlamentskreisen verlautete, dass die Woche zwischen dem 30. September und 8. Oktober angestrebt werde. Das Europaparlament hat in der Vergangenheit bereits mehrfach Kommissarskandidaten und -kandidatinnen nach Hearings abgelehnt.

Österreich nominierte bereits den derzeitigen Nachbarschaftskommissar Johannes Hahn für eine dritte Amtszeit. Eine Nominierung garantiert noch nicht, dass von der Leyen den Kandidaten dem Parlament vorstellt. Die ehemalige deutsche Verteidigungsministerin hat sich zum Ziel gesetzt, das Kollegium zu jeweils 50 Prozent mit Frauen und Männern zu besetzen. Daran bestehen angesichts der bisherigen Nominierungen jedoch Zweifel.

Inland

ÖVP-Chef Sebastian Kurz hat den Vorstoß von Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), ein generelles Lkw-Abfahrverbot zu Billigtankstellen in Tirol prüfen zu lassen, begrüßt. Er halte die Vorgangsweise für „europarechtlich denkbar“, sagte er. Außerdem forderte er laut Medienberichten die Einführung der Korridormaut zwischen München und Verona.

Österreich müsse hinsichtlich Tanktourismus und Ausweichverkehr auf das niederrangige Straßennetz eine „härtere Gangart einlegen“, sagte Kurz. Er kündigte außerdem an, in einem zukünftigen Regierungsprogramm dem Transit ein eigenes Kapitel zu widmen. Die Transitroute durch Tirol müsse teurer werden, derzeit sei sie noch zu attraktiv.

Abschaffung von Dieselprivileg eine Möglichkeit

Eine flächendeckende Lkw-Maut wolle Kurz jedoch nicht einführen, denn diese würde auch zu Teuerungen der Güter und Produkte führen. Eine europaweite Maut sei eine Möglichkeit so wie die Abschaffung des Dieselprivilegs.

Darüber hinaus stehe er für eine Mautbefreiung bei Kufstein-Süd ein, um die Bevölkerung vom Ausweichverkehr zu entlasten. Diese Mautbefreiung wertete Platter als „besonders positives Signal für die Unterländer-Bevölkerung“. „Noch vor wenigen Jahren wollte man in Wien von unseren Transitproblemen nichts wissen“, sagte der Landeshauptmann. Er wolle sich außerdem bei der Entstehung des Transitkapitels „maßgeblich einbringen“.

In der turbulenten Causa Casinos mit umstrittenen Postenbesetzungen hat sich Aufsichtsratspräsident Walter Rothensteiner in einem internen Brief gegenüber den anderen Aufsichtsräten verteidigt. Das berichtete die ZIB2 gestern Abend. In dem Schreiben räumt Rothensteiner ein, dass die Bestellung des Wiener FPÖ-Bezirksrats Peter Sidlo in den Vorstand nicht ganz „konfliktfrei erfolgte“ und es im Vorfeld „divergierende Meinungen“ gab.

Der beauftragte Personalberater Egon Zehnder hatte davon abgeraten, Sidlo als Finanzvorstand zu bestellen, da er nicht qualifiziert sei und es ihm an entsprechender Führungserfahrung fehle, wie es in dem von mehreren Medien zitierten Gutachten heißt.

Casinos: Rothensteiner-Brief an Aufsichtsräte

Der ZIB2 liegt ein interner Brief vor, in dem sich Casinos Aufsichtsratspräsident Walter Rothensteiner gegenüber den anderen Aufsichtsräten verteidigt.

Rothensteiner sieht Sidlo als kompetent an

Doch dieses gelangte nie in den gesamten Aufsichtsrat des teilstaatlichen Glücksspielkonzerns. „Aus Datenschutzgründen“, wurde dazu dem „Standard“ erklärt. Im Schreiben an seine Kollegen erinnert Rothensteiner die Aufsichtsräte daran, dass sie dazu ja eine interne Abstimmung durchgeführt hatten, und „diese ergab eine Mehrheit dafür, den vollständigen Bericht nicht allen Aufsichtsratsmitgliedern zur Verfügung zu stellen“.

In einer Stellungsnahme zur ZIB2 meinte Rothensteiner, Sidlo verfüge über alle Qualifikationen eines Finanzvorstandes, und Rothensteiner räumte gleichzeitig ein: „Was auf politischer Ebene ausgemacht wurde oder nicht, ist mir nicht bekannt.“

Rothensteiner sprach sich auch gegen eine Suspendierung Sidlos aus, dessen Bestellung nun Anlass für Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ist. Gegenüber der ZIB2 meinte er, zuerst solle man die Ermittlungen abwarten.

Anzeige wegen „unnötiger Belastungen“

Zuvor war bekanntgeworden, dass es in der Causa Casinos eine weitere anonyme Anzeige gibt. Diese richtet sich gegen Rothensteiner, weil der vorzeitig erfolgte Vorstandsumbau „unnötige Belastungen in Millionenhöhe“ verursacht habe, zitierte der „Standard“ gestern aus der Sachverhaltsdarstellung. Rothensteiner selbst wehrte sich.

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Die Vorrecherchen beim oberösterreichischen Landesrechnungshof (LRH), ob er überhaupt die Prüfungspraxis des Landes bei Kulturförderungen unter die Lupe nehmen wird, sind am Laufen, erklärt Direktor Friedrich Pammer. Mit einer Entscheidung sei in zwei Wochen zu rechnen. Die Kulturplattform OÖ (KUPF) hatte wegen der viel kritisierten Millionenförderung des Landes für die KTM Motohall eine Kontrolle beantragt.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hat – wie angekündigt – in einem Brief an die Klubobleute der im Nationalrat vertretenen Parteien sowie an die Grünen die Implementierung eines nationalen Klimakonvents angeregt. Sie will umgehend Gespräche über die Zusammensetzung des Konvents und die einzusetzenden Arbeitsgruppen aufnehmen.

Die Folgen der Klimakrise seien „schwerwiegend“ und erforderten „entschlossenes Handeln“, argumentierte die SPÖ-Chefin in dem der APA vorliegenden Schreiben. Neben Schritten auf internationaler und auf EU-Ebene brauche es auch hierzulande konkrete Maßnahmen und einen „nationalen Schulterschluss“.

Daher soll ein Klimakonvent institutionalisiert werden, um rasch einen „breiten gesellschaftlichen und parteiübergreifenden Konsens“ zu finden. Neben allen im Parlament vertretenen Parteien, den Ländern, dem Städte- und dem Gemeindebund, den Sozialpartnern, NGOs – insbesondere „Fridays for Future“ – sollen auch Experten und Expertinnen eingebunden werden. Auch sei ihr die Einbeziehung Jugendlicher ein „wichtiges Anliegen“, so Rendi-Wagner.

Ausland

Die syrische Armee hat einem Medienbericht zufolge einen Fluchtkorridor für Zivilisten und Zivilistinnen aus der letzten großen Rebellenbastion im umkämpften Nordwesten des Bürgerkriegslandes geöffnet.

Das soll es ermöglichen, den südlichen Teil der Provinz Idlib und den Norden von Hama zu verlassen, wo die Armee zuletzt mit heftigen Luft- und Bodenangriffen gegen Aufständische vorgegangen ist, wie die staatliche Nachrichtenagentur SANA heute unter Berufung auf einen Vertreter des Außenministeriums in Damaskus meldete.

Zuletzt waren Zehntausende Menschen vor der Offensive der syrischen Regierungstruppen gegen die Rebellen in Idlib in Richtung türkische Grenze geflohen. Laut Internationalem Roten Kreuz wurden bei der Offensive bereits Hunderte Menschen getötet.

Als Reaktion auf Raketenangriffe aus dem Gazastreifen hat Israel Luftangriffe in dem Palästinensergebiet geflogen. Kampfjets bombardierten eine Marinebasis der radikalislamischen Hamas im Norden des Gazastreifens, wie die israelische Armee heute mitteilte. Berichte über Opfer lagen zunächst nicht vor.

In der Nacht auf heute hatte die Hamas nach israelischen Armeeangaben erneut zwei Raketen in Richtung Israel abgefeuert. Es handelte sich demnach um den sechsten Raketenangriff aus dem Gazastreifen seit Freitag. Bereits am Samstag hatten israelische Kampfjets Vergeltungsangriffe in dem Palästinensergebiet geflogen.

Konflikt wieder verschärft

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hatte sich zuletzt wieder verschärft. Am Sonntag hatten israelische Soldaten an der Grenze zum Gazastreifen drei Palästinenser getötet. Eine Woche zuvor waren am Grenzzaun insgesamt fünf bewaffnete Palästinenser erschossen worden.

An der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel demonstrieren seit März 2018 jede Woche Palästinenser gegen die Blockade des Küstenstreifens. Die Demonstrationen münden häufig in Zusammenstöße mit israelischen Soldaten. Seither wurden mindestens 305 Palästinenser getötet, die meisten während solcher Proteste und Zusammenstöße. Die Zahl der getöteten Israelis liegt bei sieben.

Aus Versehen israelisches Kleinflugzeug beschossen

Israels Armee beschoss eigenen Angaben zufolge aus Versehen ein israelisches Zivilflugzeug im Grenzgebiet zu Syrien. Nach einem Medienbericht handelte es sich dabei um eine kleine Propellermaschine. Soldaten auf den Golanhöhen hätten die Maschine als feindliches Flugzeug identifiziert, das von Syrien in den israelischen Luftraum eindringt „und damit eine unmittelbare Bedrohung darstellt“, sagte eine Armeesprecherin heute.

Deshalb hätten sie auf das Flugzeug geschossen. „Als sie festgestellt haben, dass es sich um ein israelisches Zivilflugzeug handelt, haben sie das Feuer eingestellt.“ Berichte über Schäden oder Verletzte seien ihr nicht bekannt. „Das ist ein ernstzunehmender Vorfall, der untersucht wird“, sagte die Sprecherin.

Nach der Absage des Dänemark-Besuchs durch US-Präsident Donald Trump hat US-Außenminister Mike Pompeo mit seinem dänischen Amtskollegen Jeppe Kofod telefoniert. Dabei habe Pompeo die Zusammenarbeit mit Dänemark betont, sagte gestern eine Sprecherin des US-Außenministeriums. Zudem sei es um eine verbesserte Zusammenarbeit der USA mit Dänemark – einschließlich Grönlands – in der Arktis gegangen.

Kofod bezeichnete das Telefonat als „offen, freundlich und konstruktiv“, die starken Verbindungen zwischen Dänemark und den USA seien dabei bestätigt worden seien, so Kofod via Twitter. Man bleibe bei allen Themen mit beiderseitigem Interesse in Kontakt, betonte der Sozialdemokrat.

Trump hat die Absage seines Dänemark-Besuchs mit der aus seiner Sicht respektlosen Reaktion der dortigen Regierung auf seinen Grönland-Vorschlag begründet. „So spricht man nicht mit den Vereinigten Staaten – zumindest unter mir“, sagte Trump gestern vor Reportern im Weißen Haus. Der Präsident kritisierte mehrfach, dass Ministerpräsidentin Mette Frederiksen seinen Vorschlag, Grönland zu kaufen, als „absurd“ bezeichnet hatte. Trump nannte diese Äußerung „böse“ und „unangemessen“.

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In der Regierungskrise in Italien gehen die Beratungen bei Staatspräsident Sergio Mattarella heute weiter. Bis 17.00 Uhr trifft das Staatsoberhaupt die Vertreter der größeren Parteien im Parlament und beendet dann die Konsultationen.

Die Allianz aus rechtspopulistischer Lega und Fünf-Sterne-Bewegung war gescheitert, nachdem Premierminister Giuseppe Conte seinen Rücktritt eingereicht hatte. Der Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini dringt auf eine Neuwahl noch im Herbst.

Zeitpunkt für Entscheidung unklar

Staatspräsident Mattarella muss nun über eine neue Regierung entscheiden. Entweder es findet sich eine alternative Regierung – oder der Präsident muss das Parlament auflösen und damit eine Neuwahl einleiten. Es wird erwartet, dass Mattarella in den kommenden Tagen eine Entscheidung fällt. Wann genau, ist jedoch unklar.

Schon gestern hatte Mattarella zunächst Gespräche mit Ex-Staatschef Giorgio Napolitano sowie mit den Parlamentspräsidenten Maria Elisabetta Casellati und Roberto Fico geführt. Salvini bekräftigte seine Forderung nach einer vorgezogenen Parlamentswahl im Oktober. „Jede Regierung, die aus dieser Krise entsteht, wäre ein Anti-Lega-Kabinett“, sagte Salvini gegenüber Journalisten in Rom. Zuvor hatten sich die Sozialdemokraten (PD) offen für eine mögliche Koalition mit der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung gezeigt. Damit wäre der in allen Umfragen führende bisherige Innenminister und Vizepremier Salvini entmachtet.

US-Präsident Donald Trump hat damit gedroht, in Syrien inhaftierte IS-Dschihadisten aus Europa in ihre Herkunftsländer zurückzuschicken. „Wir halten derzeit Tausende IS-Kämpfer gefangen. Europa muss sie übernehmen“, sagte Trump gestern zu Journalisten und Journalistinnen in Washington. Dabei nannte er ausdrücklich Deutschland und Frankreich.

Der US-Präsident bezog sich auf Gefangene, die das von Kurden geführte Bündnis Syrische Demokratische Kräfte (SDF) in ihrem erfolgreichen Kampf gegen den Islamischen Staat (IS) festgenommen hatte. Die USA hatten den SDF in diesem Kampf Beistand geleistet. Schon seit Monaten verlangt Trump von den Europäern die Rücknahme von IS-Dschihadisten. Die EU-Staaten haben darauf jedoch sehr zögerlich reagiert.

Umsetzung unklar

Deutschland lehnt die pauschale Rücknahme deutscher IS-Anhänger und ihrer Kinder ab und hat davon nur wenige Ausnahmen gemacht. Neben Sicherheitsgründen führt man etwa auch ins Feld, dass eine Kooperation mit der kurdischen Selbstverwaltung im Nordosten Syriens zur Rücknahme deutscher Staatsbürger nicht möglich sei, da sie kein anerkannter Staat ist.

Trump sagte nun, seine Regierung habe nicht vor, IS-Mitglieder aus Europa „für die nächsten 50 Jahre“ in das US-Gefangenenlager auf Kuba zu stecken „und dafür zu bezahlen“. Er ließ im Unklaren, in welcher Weise er die IS-Mitglieder in ihre Herkunftsländer zurückschicken würde.

Im Sudan ist der Wirtschaftsexperte Abdalla Hamdok als Übergangsregierungschef vereidigt worden. Als „oberste Prioritäten“ bezeichnete Hamdok gestern einen dauerhaften Frieden, eine Bekämpfung der Wirtschaftskrise und eine „ausgeglichene Außenpolitik“.

Der Wirtschaftsexperte Abdalla Hamdok
AP

Es wird erwartet, dass das neue Kabinett binnen einer Woche zusammengestellt wird. Hamdok hatte jahrelang als Wirtschaftsexperte für die Vereinten Nationen gearbeitet.

Gestern war auch der „Souveräne Rat“ vereidigt worden, der den zuvor regierenden Militärrat ablöste. Das aus fünf Militärs und sechs Zivilisten bestehende Gremium soll eine rund dreijährige Übergangsphase hin zur Demokratie leiten. An der Spitze steht der General Abdel Fattah al-Burhan, der zuvor bereits Chef des Militärrats war. Er soll nach 21 Monaten von einem Zivilisten abgelöst werden.

Die sudanesische Armee hatte am 11. April nach monatelangen Unruhen den autoritär herrschenden Staatschef Omar al-Bashir gestürzt, der 1989 durch einen Putsch an die Macht gelangt war. Der in der Folge herrschende Militärrat und die Protestbewegung unterzeichneten dann am vergangenen Wochenende nach wochenlangen Verhandlungen ein Abkommen zur Bildung einer Übergangsregierung.

Wirtschaft

Der Vorstand des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat dem obersten Gremium der Organisation eine Aufhebung der Altersgrenze für den Posten des Direktors empfohlen. Die Änderung würde den Weg für die Bulgarin Kristalina Georgiewa (66) als neue IWF-Chefin freimachen. Laut IWF-Satzung durfte der Direktor oder die Direktorin zum Zeitpunkt der Ernennung bisher nicht älter als 65 sein.

Der Änderung der Altersgrenze soll nun bis zum 4. September noch der Gouverneursrat zustimmen, in dem die 189 Mitgliedsstaaten gemäß ihrer wirtschaftlichen Stärke vertreten sind, wie der IWF gestern mitteilte. Eine Zustimmung gilt als relativ sicher. Georgiewa könnte dann die Nachfolge von Christine Lagarde antreten, die als neue Chefin zur Europäischen Zentralbank (EZB) wechselt.

Sport

Chronik

Beim Brand auf einem Kreuzfahrtschiff in der russischen Hafenstadt St. Petersburg ist ein Mensch ums Leben gekommen. Bei dem Toten handle es sich um einen Mechaniker, in dessen Kabine das Feuer in der Nacht auf heute ausgebrochen sei, berichteten mehrere russische Medien unter Berufung auf die Behörden.

Rund 240 Passagiere und Passagierinnen und 80 Besatzungsmitglieder des Schiffes wurden demnach in Sicherheit gebracht. Rettungskräfte hätten Schwierigkeiten gehabt, schnell zu dem Schiff mit insgesamt vier Decks zu gelangen, weil es nicht direkt am Hafen angelegt hatte, hieß es in den Berichten.

Wegen der streng veganen Ernährung seiner kleinen Tochter ist ein Elternpaar aus Australien zu jeweils 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Um eine Gefängnisstrafe kamen die 33-jährige Mutter und der 35-jährige Vater heute in Sydney herum.

Die beiden hatten ihr Baby in den ersten eineinhalb Lebensjahren strikt ohne Fleisch oder andere Lebensmittel von Tieren ernährt. Das Mädchen bekam Obst, Haferflocken, Kartoffeln, Reis, Tofu, Brot, Erdnussbutter und Reismilch.

Das Kind war dann erst so weit entwickelt wie normale Kleinkinder im Alter von drei Monaten. Mit 19 Monaten hatte es noch überhaupt keine Zähne und wog nicht einmal fünf Kilogramm. Der Fall wurde erst bekannt, als das Mädchen mit Krämpfen ins Krankenhaus musste. Im Prozess hatten sich Mutter und Vater schuldig bekannt, das Kind vernachlässigt und in Gefahr gebracht zu haben. Als Höchststrafe wären fünf Jahre. Das Kind ist jetzt in der Obhut von Verwandten. Die leiblichen Eltern dürfen es regelmäßig besuchen.

In Spanien soll ein Mann mehr als 500 Frauen heimlich unter den Rock oder das Kleid gefilmt haben. Der 53-Jährige wurde wegen des Vorwurfs des „Upskirtings“ festgenommen, wie die Polizei der Hauptstadt Madrid gestern mitteilte. Demnach versteckte er in seinem Rucksack ein Handy und filmte damit in öffentlichen Verkehrsmitteln und Supermärkten heimlich die Unterwäsche von Frauen.

Mindestens 283 dieser Videos lud er laut Polizei auf eine Pornowebsite. Dort wurden die Filme millionenfach angeschaut. Die Polizei machte 555 Frauen aus, die von dem Mann gefilmt wurden, einige von ihnen Minderjährige. Festgenommen wurde der Mann, als er in der U-Bahn von Madrid einer Frau unter den Rock filmte.

Großbritannien hatte in diesem Jahr ein eigenes Verbot gegen das „Upskirting“ verhängt, nachdem ein Opfer dieser Praxis eine eineinhalbjährige Kampagne gefahren hatte.

Im brasilianischen Bundesstaat Rio de Janeiro sind im vergangenen Monat bei Polizeieinsätzen 194 Menschen getötet worden – ein Höchstwert seit Beginn der Statistik vor knapp 20 Jahren. Die Zahl der von Polizisten getöteten Menschen stieg im Juli im Vergleich zum Vorjahresmonat um 49 Prozent, wie das Institut für öffentliche Sicherheit gestern mitteilte.

Rein rechnerisch töteten Polizisten damit im Juli jeden Tag sechs Menschen. In den ersten sieben Monaten des Jahres kamen bei Polizeieinsätzen in dem Bundesstaat, dessen gleichnamige Hauptstadt eines der beliebtesten Touristenziele des Landes ist, insgesamt 1.075 Menschen ums Leben. Das entspricht einem Zuwachs um knapp 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Rios Gouverneur Wilson Witzel, ein Unterstützer des ultrarechten Staatschefs Jair Bolsonaro, war im vergangenen Jahr mit dem Versprechen eines harten Kampfes gegen die Kriminalität gewählt worden. Er befürwortet unter anderem den Einsatz von Scharfschützen, um Verdächtige aus großer Entfernung zu erschießen.

Menschenrechtsorganisationen sprechen von außergerichtlichen Hinrichtungen und kritisieren eine zunehmende Polizeigewalt insbesondere in den Favelas, den Armenvierteln Brasiliens. Bei Schusswechseln zwischen Polizisten und mutmaßlichen Kriminellen werden immer wieder auch Unbeteiligte getötet.

Kein Spielteilnehmer hat gestern die sechs Richtigen bei Lotto „6 aus 45“ erraten. Im Doppeljackpot werden 2,4 Millionen erwartet.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

5 6 24 26 35 36 / Zusatzzahl: 2

Die Zahlen bei Lotto plus waren:

4 5 10 31 36 41

Kein Spielteilnehmer hatte den richtigen Joker auf der Quittung, im Jackpot bleiben 195.000 Euro.

Der richtige Joker lautet:

1 9 7 0 7 4

Alle Angaben ohne Gewähr

Gesundheit

Die Zahl der in den Vereinigten Staaten gemeldeten Fälle schwerer Lungenprobleme nach der Benutzung von E-Zigaretten steigt an. Die Gesundheitsbehörde CDC berichtete gestern (Ortszeit) von insgesamt 153 Verdachtsfällen von Ende Juni bis zum 20. August in insgesamt 16 Bundesstaaten.

Zwar hätten alle Fälle gemeinsam, dass zuvor mit einer E-Zigarette geraucht wurde, trotzdem habe man bisher kein bestimmtes Produkt ausfindig machen können, das mit allen Erkrankungen in Verbindung stehe. Es gibt viele verschiedene E-Zigaretten und Tausende Liquids – also Flüssigkeiten, die verdampft werden – mit Aromen.

Hinweise auf einen Erreger, durch den Infektionen verursacht worden sein könnten, gebe es weiterhin nicht, erklärte die Behörde. In vielen Fällen allerdings hätten die Betroffenen angegeben, die psychoaktive Substanz THC, die auch in Cannabis vorkommt, genommen zu haben. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg hatte einen Zusammenhang zwischen den Symptomen und E-Zigaretten als „plausibel“ bezeichnet. Es habe bereits in der Fachliteratur einzelne Berichte über spezielle Formen von Lungenentzündungen in Zusammenhang mit dem Konsum von E-Zigaretten gegeben.

Kultur

Vom einstigen Profi-Wrestler zum absoluten Topverdiener in Hollywood: Der „Fast and Furious“-Star Dwayne Johnson (47) ist laut dem US-Magazin „Forbes“ zum bestbezahlten Schauspieler der Filmindustrie aufgestiegen.

Mit Gesamteinnahmen von geschätzt 89,4 Millionen US-Dollar binnen zwölf Monaten konnte sich der Actiondarsteller zum zweiten Mal nach 2016 an die Spitze des Branchenrankings setzen. Im Kino ist der als „The Rock“ („Der Fels“) bekannte Hüne aus den USA gerade in „Fast & Furious: Hobbs & Shaw“ zu sehen, wo er zusammen mit Jason Statham die Menschheit vor einem tödlichen Virus retten muss.

Auf Rang zwei listet „Forbes“ den australischen Schauspieler Chris Hemsworth, der den Großteil seiner 76,4 Millionen US-Dollar dem Kassenschlager „Avengers: Endgame“ verdankt – genau wie sein drittplatzierter US-Kollege Robert Downey Jr., der von Juni 2018 bis Ende Mai 2019 66 Mio. verdiente.

Leute

Vor gut zehn Tagen gaben Miley Cyrus (26) und Liam Hemsworth (29) ihre Trennung bekannt, nun folgt der nächste Schritt: Hemsworth habe die Scheidung eingereicht, berichteten US-Medien gestern. Dem Entertainment-Portal The Blast zufolge stellte der australische Schauspieler gestern den Antrag vor Gericht in Los Angeles.

Miley Cyrus und Liam Hemsworth
AP/Charles Sykes

Er habe „unüberbrückbare Differenzen“ als Grund angegeben, berichtete „The Blast“ unter Berufung auf die Dokumente. Laut People.com hat Hemsworth die Promianwältin Laura Wasser angeheuert. Eine Anfrage bei Hemsworths Sprecherteam blieb zunächst ohne Antwort.

Das Promipaar hatte am 10. August über das Management der Sängerin mitgeteilt, dass es sich nach nicht einmal einem Jahr Ehe getrennt habe. „Sie haben entschieden, dass es das Beste ist und sie sich auf sich selbst und ihre Karrieren konzentrieren.“ Wenige Tage später schrieb Hemsworth auf Instagram, dass er ihr für die Zukunft Gesundheit und Glück wünsche. Cyrus brachte vorige Woche mit „Slide Away“ die erste Single seit der Trennung heraus.

Cyrus und Hemsworth hatten sich 2012 verlobt, trennten sich aber kurz danach. 2015 näherte sich das Paar wieder an, kam schließlich erneut zusammen und heiratete kurz vor Weihnachten 2018.

US-Regisseur Quentin Tarantino (56) und seine Frau Daniella Pick (35) werden Eltern. Sie seien „sehr erfreut“ mitzuteilen, dass sie ein Baby erwarten, zitierte das US-Promiportal People heute aus einer Mitteilung des Paares. Es ist ihr erstes Kind. Der Filmemacher („Inglourious Basterds“, „Pulp Fiction“) und die israelische Sängerin sind seit November 2018 verheiratet.

Quentin Tarantino und Daniella Pick
AP/Invision/Arthur Mola

Es ist die erste Ehe für den Oscar-Preisträger. Das Paar hatte sich 2009 bei der Filmpremiere von „Inglourious Basterds“ in Tel Aviv kennengelernt. Pick ist die Tochter des in Israel bekannten Popsängers und Liedtexters Zvika Pick.

Kurz vor der Hochzeit hatte Tarantino seine jüngste Produktion „Once Upon a Time in Hollywood“ abgedreht, die im Mai in Cannes Premiere feierte. Der Film mit den Stars Brad Pitt, Leonardo DiCaprio und Margot Robbie spielt in Los Angeles im Jahr 1969 vor dem Hintergrund der Ermordung von Sharon Tate durch Anhänger von Charles Manson.

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