COV Inland

Bund, Länder, Gemeinden und Sozialpartner diskutieren heute die von der Regierung ab Mitte Mai angekündigte schrittweise Lockerung der CoV-Maßnahmen. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat diese in der Vorwoche in allen Bereichen von Kultur über Sport, Gastronomie bis Tourismus in Aussicht gestellt, mit strengen Auflagen. Die Öffnungskommission tritt um 11.00 Uhr im Bundeskanzleramt zusammen, Ergebnisse soll es am frühen Nachmittag geben.

Im Vorfeld sickerte kaum etwas durch. In verschiedenen Medien wurde über frühestens den 17. Mai als Stichtag spekuliert, auch für die Rückkehr zum Regelbetrieb an den Schulen. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) meinte am Abend im Parlament, innerkoalitionär sei man „mehr oder weniger fertig“, darüber hinaus seien aber noch Abstimmungen nötig. Der Schutz der Intensivstationen vor Überlastung sei dem Minister wichtig, hieß es zur APA, ebenso Schulöffnungen.

Der Coronavirus-Einsatzstab des Landes hat gestern Abend beschlossen, die Ausreisetestpflicht für Tirol bis inklusive 5. Mai zu verlängern. Als Begründung wird unter anderem das Vorkommen der britischen Virusmutation B1.1.7./E484K angeführt. In Telfs wird die Bevölkerung aufgerufen, sich testen zu lassen.

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Die Ampelkommission geht von einer stabilen Entwicklung der Fallzahlen in Österreich aus. Für Vorarlberg wird ein weiter steigender Trend erwartet. Die Ampel bleibt bundesweit rot, also auf sehr hohem Risiko.

Die Belastung der Intensivstationen lag zuletzt bei 27 Prozent. Erwartet wird eine leicht rückläufige Entwicklung auf 25 Prozent.

Die Infektionszahlen waren in der vergangenen Woche auf einem hohen Niveau geblieben. Zwar gingen sie laut dem neuen Arbeitsdokument der Ampelkommission in der Mehrheit der Bundesländer zurück, im Westen stiegen sie jedoch, besonders stark in Vorarlberg, das ja einen Öffnungskurs fährt. Die Kommission empfiehlt wie jede Woche eine Evaluierung.

Variante in Tirol

Tirol war mit Wien zuletzt Schlusslicht. Thema der Sitzung war nach APA-Information auch eine relativ neue besorgniserregende Variante, die sich in Tirol ausbreitet – B.1.1.7+E484K. Mehr als 1.800 Fälle dieser Mutation, gegen die Impfungen vermutlich deutlich weniger effektiv sind, wurden das Bundesland betreffend sequenziert. Im Rest des Landes gibt es nur Einzelfälle. Die Hotspots sind derzeit Reutte, Kufstein und Innsbruck. Untersucht wird aktuell, ob es einen Zusammenhang mit der Spezialimpfkampagne im Bezirk Schwaz gibt. Interessant ist, dass diese neue Variante international bisher kaum erfolgreich war, gehäufte Falldaten werden nur aus Tirol gemeldet.

Günstige Entwicklung in NÖ und dem Burgenland

Explizit darauf hingewiesen wurde, dass viele Infektionsfälle auf Zusammentreffen im privaten Bereich zurückzuführen sind. Empfohlen wird daher, private Aktivitäten bzw. Zusammenkünfte insbesondere in Innenräumen zu vermeiden, um einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu leisten. Dass die Schulen auch im Osten wieder öffnen, wird hingegen begrüßt.

Die günstigste Entwicklung hatten das Burgenland und Niederösterreich, wo in der abgelaufenen Woche ein Rückgang von jeweils 26 Prozent verzeichnet wurde. Die Kommission erwartet, dass sich der Trend fortsetzt, ebenso wie jener in Vorarlberg in die andere Richtung.

Der harte Lockdown in Wien und in Niederösterreich wird wie angekündigt bis 2. Mai verlängert. Das wurde gestern vom Hauptausschuss des Nationalrats fixiert, berichtete die Parlamentskorrespondenz. Neben der ÖVP und den Grünen stimmte auch die SPÖ der mittlerweile zehnten Novelle zur geltenden Covid-19-Schutzmaßnahmenverordnung zu. Weiterhin Kritik an der Verordnung übten FPÖ und NEOS.

Die übrigen Teile der Novelle, inklusive der bundesweiten nächtlichen Ausgangsbeschränkungen und der Sonderbestimmungen für Vorarlberg, bleiben vorerst noch bis 5. Mai aufrecht. Erstmals vorgelegt wurde die Verordnungsnovelle vom neuen Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne).

Mückstein begründete die Verlängerung des Lockdowns damit, dass die 7-Tage-Inzidenz weiterhin zu hoch sei. Die Situation habe sich gegenüber der Lage vor einer Woche nicht maßgeblich verändert. Zudem gebe es immer noch zu wenig Geimpfte. Mückstein hoffte allerdings, dass die Ausgangsbeschränkungen letztmalig verlängert werden müssen, wie er sagte. Über weitere Öffnungsschritte wird die Regierung die Öffentlichkeit ihm zufolge demnächst informieren: Innerkoalitionär sei man „mehr oder weniger fertig“, darüber hinaus seien aber noch Abstimmungen nötig.

Österreich ist neben anderen Tourismusländern eine der Kräfte, die den EU-weiten „Grünen Pass“ vorantreiben, um den Sommertourismus trotz Pandemie zu ermöglichen. ÖVP-Staatssekretär Magnus Brunner kündigte gestern an, dass das Zertifikat in Österreich „rund um den 24. Mai“ in Betrieb gehen könne, also um das Pfingstwochenende.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 181,9 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (213,6), dicht gefolgt von Tirol (213,2). Am niedrigsten ist der Wert im Burgenland (113,4) und in Niederösterreich (138,5). Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien.

Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 2.405 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 2.405 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab.

Landesweit starben laut Ministerien bisher 10.026 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 1.994 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 527 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Ausland

Vor der Küste Libyens sind nach Angaben der Hilfsorganisation SOS Mediterranee Dutzende Menschen im Mittelmeer ertrunken. Das Rettungsschiff „Ocean Viking“ sei nach stundenlanger Suche gestern an der Unglücksstelle nordöstlich von Tripolis eingetroffen, teilte die Organisation mit. An Bord des Schlauchbootes sollen rund 130 Personen gewesen sein.

In den vergangenen Tagen hatte SOS Mediterranee nach eigenen Angaben mehrere Notrufe zu in Seenot geratenen Booten erhalten, die jedoch mehrere Stunden entfernt lagen. Die Crew der „Ocean Viking“ machte sich auf die Suche, blieb jedoch erfolglos. „Seit unserem Eintreffen vor Ort haben wir keine Überlebenden finden können, stattdessen mindestens zehn Leichen in der Nähe des Wracks ausfindig gemacht“, sagte die Such- und Rettungskoordinatorin der „Ocean Viking“, Luisa Albera.

Zuletzt waren in der vergangenen Woche bei einem Schiffsunglück mit einem Flüchtlingsboot vor der tunesischen Küste mindestens 41 Menschen ums Leben gekommen. Im Zentralen Mittelmeer sind in diesem Jahr nach UNO-Angaben bisher knapp 360 Menschen gestorben. Viele Flüchtlinge versuchen, mit der Fahrt in kleinen Booten über das Mittelmeer Italien zu erreichen. Die privaten Rettungsaktionen sind politisch umstritten.

Ein Stützpunkt von US-Soldaten ist in der Nacht auf dem Flughafen von Bagdad mit Raketen angegriffen worden. Wie aus Sicherheitsquellen in der irakischen Hauptstadt verlautete, schlugen die Geschoße auf einem Stützpunkt ein, den sich irakische Soldaten und die US-Streitkräfte teilen. Ein irakischer Soldat sei bei dem Angriff verletzt worden.

Es war der zweite Angriff auf eine US-Einrichtung im Irak binnen weniger Tage. Am vergangenen Sonntag hatten fünf Raketen einen anderen Luftwaffenstützpunkt im Norden von Bagdad getroffen. Dabei waren drei irakischen Soldaten und zwei ausländische Mitarbeiter verletzt worden.

Zu dem Angriff in der Nacht auf heute bekannte sich zunächst niemand. Washington macht für diese Art Angriffe in der Regel irakische Splittergruppen mit Verbindungen zum Iran verantwortlich.

Das US-Justizministerium geht von insgesamt mehr als 500 Anklagen im Zusammenhang mit der Erstürmung des Kapitols Anfang Jänner aus. Bisher seien mehr als 400 Personen betroffen, wie gestern aus Gerichtsunterlagen hervorging.

„Die Ermittlungen gehen weiter, und die Regierung geht davon aus, dass mindestens 100 weitere Personen angeklagt werden.“ Mit Sicherheit werde es sich um eins der größten Verfahren in der Geschichte der USA handeln.

Am 6. Jänner hatten Anhängerinnen und Anhänger des ehemaligen Präsidenten Donald Trump den Sitz des Kongresses in Washington gestürmt. Dabei starben fünf Menschen.

Die Ärztinnen und Ärzte des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny haben an den inhaftierten 44-Jährigen appelliert, seinen Hungerstreik zu beenden. Der Kardiologe Jaroslaw Aschichmin und vier weitere Medizinerinnen und Mediziner riefen Nawalny in einem gestern im regierungskritischen Medium „Mediasona“ veröffentlichten Brief dazu auf, den Hungerstreik „sofort zu beenden“, um sein Leben und seine Gesundheit zu erhalten. Nawalny war am 31. März in den Hungerstreik getreten.

„Erhebliche“ Gesundheitsschäden oder Tod drohen

Sollte Nawalny weiterhin die Nahrungsaufnahme verweigern, drohten ihm „erhebliche“ Gesundheitsschäden oder sogar der Tod, warnten die Unterzeichner des Briefs, darunter auch Nawalnys persönliche Ärztin Anastasia Wassiliewa.

Die Mediziner warnten unter anderem vor einem möglichen Nierenversagen, schweren neurologischen Schäden sowie vor einer schweren Hyponatriämie – einer Form von Elektrolytstörung – bei Nawalny. „Wenn der Hungerstreik auch nur noch für kürzeste Zeit andauert, werden wir leider niemanden mehr haben, den wir heilen können“, mahnten sie. Die Ärzte appellierten an die Behörden, ihnen Zugang zu ihrem Patienten zu gewähren und Nawalny in ein Krankenhaus in Moskau zu verlegen, wo er „angemessen behandelt“ werden könne.

Gesundheitszustand verschlechtert

Nawalny, der prominenteste russische Kritiker von Präsident Wladimir Putin, befindet sich derzeit in einem Krankenhaus im 180 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Wladimir. Seinen Eintritt in den Hungerstreik hatte er damit begründet, dass die Gefängnisverwaltung ihm eine angemessene medizinische Versorgung verwehre. Seinen Unterstützern zufolge hat sich der Gesundheitszustand des 44-Jährigen stark verschlechtert.

Nawalny hatte im August des vergangenen Jahres einen Anschlag mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe knapp überlebt. Nach dem Anschlag, für den Nawalny den Kreml verantwortlich macht, wurde er nach Deutschland geflogen und in der Berliner Charite behandelt. Unmittelbar nach seiner Rückkehr nach Russland im Jänner wurde er festgenommen und später wegen angeblicher Verstöße gegen Bewährungsauflagen zu mehr als zweieinhalb Jahren Lagerhaft verurteilt.

Für Nawalnys Freilassung gingen am Mittwoch Tausende Menschen in ganz Russland auf die Straße. Nach Aktivistenangaben wurden dabei etwa 1.900 Menschen festgenommen.

Umwelt & Klima

Die Stadt New York City hat die Ölmultis ExxonMobil, Shell und BP sowie den Lobbyverband American Petroleum Institute wegen irreführender Werbung und betrügerischer Geschäftspraktiken verklagt. Die Konzerne würden durch PR-Kampagnen systematisch über ihre Rolle bei der Klimaverschmutzung hinwegtäuschen, teilte Bürgermeister Bill de Blasio heute (Ortszeit) mit.

Die Unternehmen zählten zu den größten Umweltverpestern, würden ihre Produkte aber als „grüner“ und „sauberer“ bewerben, beklagte Lorelei Salas von der Abteilung für Verbraucher- und Arbeiternehmerschutz. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass die Ölkonzerne von diesem Schwindel profitieren. Die Stadt fordert, dass das angeblich illegale „Greenwashing“ untersagt wird und die Unternehmen Strafen zahlen.

„Haltlos“

Der Leiter der Rechtsabteilung des American Petroleum Institutes, Paul Afonso, bezeichnete die Klage in US-Medien als „haltlos“. Ein Exxon-Sprecher verwies auf einen früheren New Yorker Rechtsstreit um angebliche Falschaussagen zum Klimawandel, bei dem der Ölkonzern im Jahr 2019 freigesprochen worden war. Solche Klagen würden nichts Sinnvolles dazu beitragen, Umweltprobleme zu lösen, sagte der Sprecher. Stellungnahmen von BP und Shell lagen zunächst nicht.

Umweltschutz-Gruppen fordern von den Unternehmen der Branche schon lange striktere Klimaziele. Exxon etwa kam dem laut eigenen Angaben Ende 2020 nach und sieht sich im Einklang mit dem Klimaabkommen von Paris. Die Ziele beziehen sich aber auf die Emissionsintensität, bei der es nicht um eine absolute Senkung von Treibhausgasen geht. Somit könnte der Ausstoß an umweltschädlichen Emissionen bei einer steigenden Ölproduktion in Zukunft zunächst durchaus weiter zunehmen.

COV Ausland

In Großbritannien sind nach vorläufigen Erkenntnissen insgesamt 168 Fälle von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit der CoV-Impfung des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca aufgetreten. 32 der Fälle seien tödlich verlaufen, teilte die britische Arzneimittelbehörde MHRA gestern nach einer Auswertung von Daten bis einschließlich 14. April mit.

Behörde bleibt bei Empfehlung: Risiken geringer als Nutzen

Die Behörde blieb jedoch bei ihrer bisherigen Empfehlung für das Impfen mit AstraZeneca. Die Risiken durch das Vakzin seien geringer als sein Nutzen, hieß es. Laut MHRA waren bis 14. April 21,2 Millionen Menschen in Großbritannien mit dem AstraZeneca-Vakzin geimpft worden. Zehn der insgesamt registrierten Todesfälle infolge von Blutgerinnseln ereigneten sich zwischen dem 5. und dem 14. April.

Unter den 168 Blutgerinnselfällen waren laut der Behörde 77 Fälle von Sinusvenenthrombosen. Das Durchschnittsalter der Betroffenen lag bei 47 Jahren. Bei den weiteren 91 Fällen handelte es sich um andere „schwerwiegende thromboembolische Ereignisse“ wie etwa Thrombozytopenien. Das Durchschnittsalter der Betroffenen hier lag bei 55 Jahren.

Insgesamt entwickelten laut MHRA 93 Frauen und 75 Männer nach einer AstraZeneca-Impfung Blutgerinnsel. Er erwarte, dass die endgültige Zahl an Blutgerinnselfällen pro Million verimpfter Dosen bald klar sein werde, sagte der Mediziner Adam Finn von der Universität Bristol. „Es ist jedoch bereits klar, dass es sich um ein sehr seltenes Ereignis handeln wird“, betonte er weiter.

US-Präsident Joe Biden hat sein zentrales 100-Tage-Ziel von 200 Millionen verabreichten CoV-Impfungen im Land erreicht. Biden schrieb gestern auf Twitter, diese Schwelle bei den Impfzahlen sei nun offiziell überschritten. „Dies ist eine amerikanische Leistung. Es ist ein kraftvolles Beispiel für Einheit und Entschlossenheit.“ Und es zeige, was das Land schaffen könne, wenn die Menschen gemeinsam ein Ziel verfolgten.

Der Demokrat war am 20. Jänner ins Weiße Haus eingezogen. Ende April ist er 100 Tage im Amt. Biden hatte zum Amtsantritt ursprünglich das Ziel ausgegeben, innerhalb seiner ersten 100 Tage im Amt 100 Millionen Impfdosen zu verabreichen. Das wurde schon nach knapp 60 Tagen erreicht. Biden verdoppelte das Ziel daraufhin – und erreichte auch dieses nun vor Ablauf der 100-Tage-Frist.

Inland

Nach der VfGH-Aufforderung an ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz, seine persönlichen E-Mails dem Höchstgericht vorzulegen, geht das Tauziehen zwischen Kanzleramt und „Ibiza“-U-Ausschuss um mögliche relevante Unterlagen rund um die Causa in die nächste Runde. Kurz ließ gestern offen, ob er der Aufforderung des Höchstgerichts folgen wird. Die Opposition übte umgehend scharfe Kritik.

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Der Nationalrat hat gestern Nachmittag zum Abschluss der Plenarwoche dem Wiener Magistrat die „Verfolgung“ von FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl ermöglicht. Zustimmung zu dem Begehr der Behörde kam nur von der Koalition.

Die anderen Fraktionen sahen das vermeintliche Vergehen Kickls bei einer Demonstration gegen CoV-Maßnahmen im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Abgeordneter und damit keinen Anlass für eine „Auslieferung“.

Grund ist Regelverstoß bei Anti-CoV-Demo

Kickl soll bei einer Kundgebung in Wien am 6. März gegen Abstandsregeln verstoßen und die Vorschriften zum Tragen einer FFP2-Maske missachtet haben. Es droht deshalb eine Verwaltungsstrafe von bis zu 500 Euro.

Der freiheitliche Abgeordnete Philipp Schrangl sagte, dass Kickl als Politiker den Sinn der Masken als nicht empirisch belegt bewerte. Alleine dadurch sei der politische Zusammenhang gegeben. Die Koalition stelle mit ihrem Stimmverhalten die Prinzipien der parlamentarischen Immunität auf den Kopf.

Damit werde der FPÖ aber immerhin die Möglichkeit gegeben, den VfGH anzurufen, dass die Maßnahmen verfassungswidrig sind. Sein Klubkollege Volker Reifenberger sprach gar von einer Hexenjagd auf Kickl.

SPÖ-Justizsprecherin: „Auslieferung“ nicht gerechtfertigt

SPÖ-Justizsprecherin Selma Yildirim fand Kickls Verhalten zwar verantwortungslos – doch rechtlich ist aus ihrer Sicht eine „Auslieferung“ in diesem Fall nicht gerechtfertigt, weil der Klubchef bei dieser Demo im Sinne seiner Partei aktiv war.

Seitens NEOS meinte Klubvize Nikolaus Scherak, dass auch der Immunität Grenzen gesetzt seien, etwa wenn es um Geschwindigkeitsübertretungen gehe. Das ist für ihn in der Causa Kickl jedoch nicht der Fall. Vielmehr öffneten ÖVP und Grüne der Willkür Tür und Tor.

Für die ÖVP argumentierte Friedrich Ofenauer, dass die CoV-Regeln für alle im Sinne des Gesundheitsschutzes gelten. Daher gebe es keinen Zusammenhang mit der politischen Tätigkeit. Die Immunität dürfe keine Privilegierung darstellen.

Der grüne Mandatar Georg Bürstmayr begründete die Zustimmung seiner Fraktion mit der Art der Vorschrift. Bei Tempo 30 vor einer Schule könne man auch nicht mit 80 vorbeifahren. Es gehe um die Gefahr für Leib und Leben.

Wirtschaft

Tesla-Chef und Milliardär Elon Musk kündigt einen Wettbewerb mit einem Preisgeld in Höhe von 100 Millionen Dollar für innovative Technologien zur Bekämpfung der globalen Erderwärmung an.

Ziel der sogenannten „XPRIZE“-Ausschreibung soll eine praktikable Lösung zur CO2-Entfernung von jährlich 1000 Tonnen aus der Atmosphäre sein. Die Teilnehmer des Wettbewerbs müssten einen Plan entwickeln, wie Kohlenstoff für mindestens 100 Jahre gebunden werden kann.

„Sowohl die Kosten als auch die Skalierbarkeit müssen berücksichtigt werden. Wird es genug Kohlenstoff sein, um von Gewicht zu sein, und können wir es uns als Zivilisation leisten? Das sind zwei Dinge, auf die es ankommt“, teilte Musk in einem Video auf Twitter mit. Mitte Mai sollen nach Aussage der Organisatoren Details zu den Regeln bekanntgegeben werden.

Das einflussreiche US-Verbrauchermagazin „Consumer Reports“ hat nach eigenen Angaben gefährliche Mängel beim Fahrassistenzprogramm „Autopilot“ des Elektroautobauers Tesla festgestellt. Auf einer Teststrecke sei es Ingenieuren beim Model Y gelungen, das Programm trotz leeren Fahrersitzes anzuwenden, teilte „Consumer Reports“ gestern mit. Dabei habe das System keinerlei Warnungen oder Hinweise abgegeben. Auf öffentlichen Straßen würde ein solches Szenario eine „extreme Gefahr“ darstellen, so das Blatt.

Die Untersuchung von „Consumer Reports“ bringt Tesla nach einem Unfall mit laut Polizeiberichten leerem Fahrersitz, bei dem jüngst zwei Männer ums Leben kamen, weiter unter Druck. Tesla weist Kunden zwar selbst darauf hin, dass der „Autopilot“ nur ein Assistenzsystem sei und deshalb der Mensch im Fahrersitz jederzeit die Hände am Lenkrad behalten müsse. Eigentlich soll die Software es bemerken und Warntöne abgeben, wenn das nicht der Fall ist.

Doch im Test von „Consumer Reports“ versagte das System angeblich nicht nur dabei, sicherzustellen, dass der Fahrer jederzeit das Steuer übernehmen kann – es war dem Bericht nach nicht mal in der Lage, festzustellen, ob der Fahrersitz überhaupt besetzt ist.

Ein mehrmonatiger Streit um Mietrückstände für das Traditionscafe Landtmann – ausgefochten zwischen der Landtmann-Betreiberfamilie Querfeld und der Wlaschek-Privatstiftung als Vermieterin – ist in eine Räumungsklage gemündet. Heute startet der Prozess.

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Sport

Österreichs Nationalteam hat im dritten Länderspiel nach dem Comeback aus der Coronavirus-Spielpause gestern gegen Tschechien wie befürchtet nichts zu bestellen gehabt. Die Mannschaft von Teamchef Roger Bader musste sich in Wien der aktuellen Auswahl des fünffachen Weltmeisters klar mit 0:5 (0:1 0:2 0:2) geschlagen geben. Die Österreicher spielten zwar phasenweise mit, machten dem Favoriten durch Fehler das Toreschießen aber oft viel zu einfach.

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Der Kampf um die besten Spieler und damit das beste Produkt ist nicht nur im europäischen Fußball ein Thema, sondern beschäftigt auch die Golfszene. Um einer etwaigen Abwerbung der besten Akteure durch eine finanzkräftige Konkurrenztour aus dem arabischen Raum entgegenzuwirken, lockt die etablierte PGA-Tour ihre Stars mit einer zusätzlichen Millionenprämie. Wer die meisten Fans bewegt und dazu viele Sponsoren anzieht, dem winkt ein Imagebonus – unabhängig vom sportlichen Erfolg.

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Chronik

In Neulengbach (Bezirk St. Pölten) hat sich gestern Abend eine Bluttat ereignet. Eine 64-jährige Frau wurde tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Der Lebensgefährte der Frau wurde Polizeisprecher Johann Baumschlager zufolge festgenommen.

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Wegen versuchten Mordes ist gestern ein 76-Jähriger vor dem Landesgericht Feldkirch zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er soll seine Ehefrau mit Schlägen auf den Kopf in Lebensgefahr gebracht haben. Der Angeklagte hat bis zuletzt vor Gericht die Tötungsabsicht bestritten.

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„Gucci-Mörderin“ Patrizia Reggiani, die für den Auftragsmord an ihrem Ex-Mann Maurizio Gucci 17 Jahre im Gefängnis verbracht hat, ist Opfer eines Betrugs geworden, um den die Mailänder Staatsanwaltschaft ermittelt. Unter Verdacht stehen vier Personen, die Reggianis Erbschaft verwalten, berichtete die Tageszeitung „La Stampa“.

Patrizia Reggiani in Polizeibegleitung
Reuters

Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 2019 hat Reggiani Immobilien, Grundstücke und andere Besitztümer im Wert von 14 Millionen Euro geerbt. Zwei Rechtsanwälte und ein Finanzberater, die sich um Reggianis Erbschaft kümmern, werden von der Mailänder Staatsanwaltschaft verdächtigt, die 72-jährige Reggiani um Teile ihres Vermögens gebracht zu haben. Die Frau sei zwar nicht unzurechnungsfähig, sie sei aber stark manipulierbar, stellten die Ermittler fest.

Wegen Auftragsmord verurteilt

Die Ermittlungen laufen auch gegen eine Freundin Reggianis, die mit ihr im Gefängnis eine Strafe wegen Mordes abgesessen hatte und jetzt mit ihr in einem Luxusanwesen in Mailand lebt. Die Ermittlungen gegen die vier Personen wurden aufgrund der Anzeige einer der beiden Töchter Reggianis in die Wege geleitet. Patrizia Reggiani wurde wegen des Auftrags zum Mord an ihrem Ex-Mann zunächst zu 29 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde schließlich auf 26 Jahre verkürzt, 2016 kam sie nach 18 Jahren wegen guter Führung wieder frei.

Reggiani hatte dem Urteilsspruch zufolge Maurizio Gucci 1995 von einem Auftragsmörder in Mailand töten lassen. Der Erbe des toskanischen Modehauses hatte seine auch als „Schwarze Witwe“ bekannt gewordene Frau mehrere Jahre zuvor für eine jüngere Geliebte verlassen. Am 27. März 1995 war der damals 47-jährige Maurizio Gucci vor seinem Büro in der eleganten Via Palestro in Mailand erschossen worden. Laut Anklage habe es sich um ein „eiskalt geplantes Verbrechen“ gehandelt.

Im US-Bundesstaat Montana ist ein Mountainbiker nur knapp einem Bären entkommen. Das legen zumindest von US-Medien und in Social Media veröffentlichte Videoaufnahmen nahe. Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge auf einer Downhill-Strecke nahe der Stadt Whitefish.

Auf Twitter war unter anderem von einem Alptraum für jeden Mountainbiker die Rede. Das Video zeigt laut einem Instagram-Beitrag aber auch: Montana ist nicht Disneyland.

Science

Viele Migrantinnen und Migranten gehören zur Risikogruppe für schwere Covid-19-Erkrankungen. Umso wichtiger ist es, Hygienemaßnahmen und Informationen zur Schutzimpfung auch an sie zu kommunizieren. Noch gelingt das in Österreich nur lückenhaft. Damit Sprachbarrieren nicht gefährlich werden, müsse man die Kommunikation verbessern, fordert eine Expertin.

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Kultur

Die österreichische Kunsthistorikerin Barbara Steiner wird neue Direktorin und Vorstand der deutschen Stiftung Bauhaus Dessau. Die bisherige Direktorin des Kunsthauses Graz wurde aus 32 internationalen Bewerberinnen und Bewerbern vom Stiftungsrat ausgewählt, teilte der Stiftungsratsvorsitzende, Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra, gestern mit. Steiner, 1964 geboren, tritt die Stelle am 1. September 2021 an. Seit Mitte 2016 war sie Direktorin des Kunsthauses Graz.

Zuvor war sie zwei Jahre an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig tätig. Die gebürtige Niederösterreicherin studierte Kunstgeschichte und Politikwissenschaften an der Universität Wien. Sie folgt Claudia Perren nach. Die Berliner Architektin hatte die Stiftung Bauhaus Dessau seit 2014 geleitet und zum 31. Juli 2020 auf eigenen Wunsch verlassen. Perren wurde Direktorin der Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK FHNW) in Basel (Schweiz).

„Herausragende Persönlichkeit“

Steiner sei eine herausragende Persönlichkeit mit profundem Wissen über die Auseinandersetzung mit der Moderne, erklärte Robra. Sie habe langjährige Leitungserfahrung in Kultureinrichtungen, darunter von 2001 bis 2011 als Chefin der Stiftung Galerie für Zeitgenössische Kunst (GfZK) in Leipzig. Sie lehrte unter anderem an der Kunstuniversität Linz, der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen und an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.

Steiner erklärte, sie freue sich auf die neue Aufgabe und darauf, die bisher geleistete hervorragende Arbeit der Stiftung Bauhaus Dessau weiterzuführen beziehungsweise auszubauen. Sie sehe diese im Spannungsfeld von Mythos, Marke, Welterbestätte. Dazu kämen Anforderungen an die Designforschung und Lehre. Sie wolle zudem die Vernetzung der Stiftung in der Stadt, Region und international vorantreiben.

Der Sänger der britischen 70er-Jahre-Band Bay City Rollers, Les McKeown, ist tot. Das bestätigte seine Familie gestern auf Anfrage der dpa in London.

Einer Mitteilung auf Facebook zufolge starb McKeown am 20. April überraschend im Alter von 65 Jahren. „Mit großer Trauer müssen wir den Tod unseres geliebten Mannes und Vaters Leslie Richard McKeown bekanntgeben“, hieß es darin. Die Bay City Rollers feierten in den 70er Jahren weltweit Erfolge mit Songs wie „Bye Bye Baby“ und „Shang-a-Lang“.

Das Londoner Design Museum hat einen Kniff gefunden, wie es trotz der bestehenden Coronavirus-Regelungen öffnen kann: Anders als in gewöhnlichen Museen dürfen die Besucher dieses Museums die ausgestellten Kunstwerke berühren und kaufen. Der Geschenkeshop des Museums wurde dafür kurzerhand zum „weltgrößten von Künstlern entworfenen Supermarkt“ erklärt.

Eigentlich müssen in England Museen noch mindestens bis zum 17. Mai geschlossen bleiben – während Fitnessclubs, Friseure und Pubs schon wieder geöffnet sind. Doch in dem Design Museum im Londoner Westen werden nun Alltagsprodukte wie Reis und Kaffee sowie Gesichtsmasken eigens von Nachwuchsartisten liebevoll gestaltet und verpackt – und so zum Verkauf angeboten. Die Erlöse der nur fünftägigen „Supermarktaktion“, die noch bis Sonntag geht, sind für Künstler und Designer gedacht.

Nach den Worten von Museumsdirektor Tim Marlow soll die Ausstellung auch Fragen stellen, was im Leben als wesentlich betrachtet werde. Seit dem 12. April ist der Verkauf von nicht lebenswichtigen Waren in England wieder zugelassen. „Ist Kreativität nicht wesentlich?“, fragt Marlow. Nicht wesentliche Dienstleister dürften längst wieder öffnen, während die Museen weiter warten müssten.

Nach Vorwürfen sexueller Belästigung gegen den Biografen hat ein US-Verlag die Auslieferung eines vor kurzem erschienenen Werks über den 2018 gestorbenen US-Autor Philip Roth vorerst ausgesetzt. Mehrere Frauen hätten dem Biografen Blake Bailey sexuelle Belästigung vorgeworfen, berichteten US-Medien gestern.

Daraufhin setzte der US-Verlag W.W. Norton vorerst die Auslieferung und Bewerbung der rund 900 Seiten dicken Autobiografie „Philip Roth. The Biography“ vorerst aus, zudem beendete die Literaturagentur The Story Factory die Zusammenarbeit mit Bailey. „Diese Vorwürfe sind ernst“, zitierten mehrere Medien aus einer Mitteilung des Verlags. Der 57 Jahre alte Bailey wies die Vorwürfe gegenüber der „New York Times“ als „kategorisch falsch und verleumderisch“ zurück.

Roth (1933–2018), der mit Bestsellern wie „Der menschliche Makel“ und „Verschwörung gegen Amerika“ weltberühmt geworden war, hatte Bailey noch selbst als seinen Biografen ausgewählt, ihm vor seinem Tod ausführliche Interviews und Zugang zu seinem Archiv gewährt. Erste Rezensionen des Werks in den USA waren überwiegend positiv ausgefallen.

Leute

Der Backstreet-Boys-Sänger Nick Carter und seine Ehefrau Lauren Kitt Carter sind zum dritten Mal Eltern geworden. „Wir sind stolz, bekanntgeben zu können, dass unser Baby angekommen ist“, teilte Carter gestern auf Twitter mit. Bei der Geburt habe es „kleinere Komplikationen“ gegeben. „Aber nach der ersten Nacht sehen die Dinge nun etwas besser aus“, so Carter. Das Geschlecht und den Namen des Kindes verriet er nicht.

Die Carters sind bereits Eltern von Sohn Odin (5) und der 18 Monate alten Tochter Saoirse. Im Jänner hatte der 41-jährige Popsänger bekanntgegeben, dass seine Frau wieder schwanger ist. Sie habe das erst nach fünfeinhalb Monaten erfahren, sagte die werdende Mutter dem US-Promimagazin „People“. Die Schwangerschaft sei eine Überraschung gewesen, da sie zuvor mehrere Fehlgeburten erlitten habe.