COV Inland

Morgen treffen sich Bundesregierung, Sozialpartner und Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft zum Austausch über die Corona-Lage im Bundeskanzleramt. Geplant ist eine Bestandsaufnahme der epidemiologischen Lage im aktuellen Lockdown, dabei soll es auch um mögliche Auswirkungen der neuen Omikron-Variante gehen. Außerdem sollen die neu angelaufenen Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft evaluiert werden. Entscheidungen sollen bei dem Termin keine fallen.

Ziel sei es, gut abgestimmt in die zweite Hälfte des Lockdowns zu gehen, hieß es zur APA. Auf Regierungsseite sollen Kanzler Alexander Schallenberg und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (beide ÖVP) sowie Vizekanzler Werner Kogler und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (beide Grüne) am Runden Tisch teilnehmen.

Noch keine Gespräche über Zeit nach 12. Dezember

Wie es ab 12. Dezember, wenn der Lockdown für Geimpfte und Genesene nach Ankündigung der Regierung weitestgehend vorbei ist, weitergehen wird, wird dabei noch kein Thema sein. Schließlich würden erst ab Mittwoch die nötigen Prognosedaten vorliegen, so eine Sprecherin Mücksteins.

Das Treffen mit Sozialpartnern, Expertinnen und Experten findet im Vorfeld jener Sitzung des Hauptausschusses im Nationalrat statt, bei der am Dienstagnachmittag die Ausgangsbeschränkungen bis inklusive 11. Dezember verlängert werden sollen. Das ist notwendig, weil freiheitsbeschränkende Maßnahmen laut Gesetz nur für höchstens zehn Tage beschlossen werden können. Der Verordnungsentwurf der Regierung muss spätestens 24 Stunden vor Sitzungsbeginn und damit bis Montagnachmittag übermittelt werden.

Daraus bereits bekannt ist, dass es auch heuer wieder eine Sonderregelung für Nikolo-Besuche geben wird. Voraussetzung ist die Einhaltung von Sicherheitsvorkehrungen. Geimpfte und genesene Nikoläuse dürfen dabei ohne Maske unterwegs sein, lediglich Getestete müssen zusätzlich FFP2-Maske tragen.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 979,2 (Stand: heute, 14.00 Uhr). Damit fiel die Inzidenz nach derzeitigem Stand wieder unter 1.000. Durch Nachmeldungen kann sich das aber nachträglich noch ändern.

Salzburg hat mit einer Inzidenz von 1.454,4 weiterhin den höchsten Wert, gefolgt von Kärnten mit 1.384,3 und Oberösterreich mit 1.357,4. Am niedrigsten ist die 7-Tage-Inzidenz weiterhin in Wien (528) und dem Burgenland (638,5).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Ministerien melden 10.478 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 10.478 neu registrierte CoV-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

12.388 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 3.217 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 620 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten/morgenmeldung

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl hat sich in der ORF-„Pressestunde“ heute vom Pandemiemanagement der Regierung enttäuscht gezeigt. Diese habe zu spät reagiert und auch zu wenige Maßnahmen für höhere Impfquoten gesetzt. Sie sei zwar gegen Zwang, betonte Anderl und plädierte für mehr Anreize für jene, die aus Angst oder Unschlüssigkeit noch nicht geimpft sind. Wegen der Lage in den Spitälern ist sie trotzdem für eine Impfpflicht. „Ich wüsste die Alternative nicht.“

Beim Gesetz für die geplante allgemeine Impfpflicht sei allerdings wichtig, dass dieses auf eine breite Basis gestellt werde, so Anderl. Die Arbeiterkammer werde sich auch genau die Konsequenzen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer anschauen. Ungeachtet dessen müsse weiter darauf gesetzt werden, Ungeimpfte zu überzeugen statt zu strafen oder über das Ende von Gratistests zu diskutieren.

AK-Präsidentin kritisiert CoV-Management

Arbeiterkammer-Präsidentin Renate Anderl übte in der ORF-„Pressestunde“ am Sonntag harsche Kritik an der Coronavirus-Politik der Regierung. Anstatt auf Strafen zu setzen, hätten es rechtzeitig Überzeugungsarbeit und Anreize zur Impfung geben müssen.

AK startet Impfkampagne

„Hören wir auf mit der Spaltung in der Gesellschaft“, so ihr Appell. Als Beispiel, um Unschlüssige noch zur Impfung zu bringen, nannte Anderl eine Impfprämie. Diese wäre im Vergleich zu den Kosten von Lockdowns immer noch günstig. Außerdem sei es wichtig, die Vorteile der Impfung noch stärker hervorzuheben, etwa dass bei einer Infektion trotz Impfung nur ein leichter Verlauf zu erwarten sei. Die Arbeiterkammer Wien wird jedenfalls am Montag unter dem „wienerischen“ Motto „#Gehbitte“ eine Impfkampagne starten, die vor allem online laufen soll.

Höheres Arbeitslosengeld gefordert

Eine Öffnung des Handels am Adventsonntag, wie sie angesichts des aktuellen Lockdowns diskutiert wird, ist für Anderl nur dann vorstellbar, wenn das Arbeiten an diesem Tag für die Angestellten freiwillig erfolgt und diesen dafür Anreize geboten werden. Eine generelle Sonntagsöffnung im Handel lehnt sie ab.

Beim Arbeitslosengeld pochte sie auf eine Erhöhung auf 70 Prozent des letzten Einkommens, außerdem brauche es mehr Alternativen, um mehr Menschen in Beschäftigung zu bringen. An Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) appellierte sie, den beim Arbeitsmarktservice (AMS) ab 2023 geplanten Personalabbau zu stoppen, immerhin komme schon derzeit nur ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin auf 250 Arbeitssuchende.

Zum Homeoffice, das im Lockdown wieder besonders stark angewendet wird, sagte Anderl, dass zu Hause selten Pause gemacht würde. Sie sei „überzeugt“, dass die Menschen im Homeoffice „mehr arbeiten“. Wenn in Partnerschaften Frau und Mann zu Hause arbeiteten, würde der Mann, so vorhanden, das Büro nutzen und die Frau oft am Küchentisch arbeiten. „Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern werden durch die Pandemie nochmals mit einem Brennglas vor Augen geführt“, so die AK-Chefin.

Kritik von FPÖ und NEOS

Kritik an Anderls Ausführungen kam von FPÖ und NEOS. Die freiheitliche Sozialsprecherin Dagmar Belakowitsch kritisierte Anderls Ja zur Impfpflicht. Die AK-Chefin solle „besser hinter all ihren Zwangsmitgliedern stehen und nicht nur für eine selektive Auswahl“. NEOS-Wirtschaftssprecher Gerald Loacker forderte wiederum mehr Flexibilität im Handel, damit der neuerliche Lockdown den Aufschwung nicht zunichtemache. Man müsse „auch dem heimischen Handel die Freiheit geben, seine Öffnungszeiten an die Wünsche der Kunden anzupassen“.

Der Zoll registriert einen „förmlich explosiven“ Anstieg an geschmuggeltem Entwurmungsmittel Ivermectin. Seit Jahresanfang wurden bei 428 Aufgriffen 24.169 Tabletten des Arzneimittels sichergestellt, teilte das Finanzministerium heute mit. Die sichergestellten Tabletten seien „oft wirkungslos oder verunreinigt“, wurde gewarnt.

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In der Stadt Salzburg sind seit heute Mittag wieder Demonstranten unterwegs. Sie protestieren gegen den Lockdown, die Maßnahmen der Politik in der CoV-Krise sowie gegen die kommende Impfpflicht. Die Polizei spricht von ca. 3.500 Teilnehmern.

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Die Pandemie macht besonders Jugendlichen zu schaffen. Depressionen und Essstörungen sind gestiegen. Und Suizidversuche haben sich laut AKH Wien im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Im ersten halben Jahr sind dort 110 Fälle behandelt worden.

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COV Ausland

Bei einer Volksabstimmung über das Schweizer Covid-19-Zertifikat haben Coronavirus-Maßnahmengegner nach einer ersten Hochrechnung eine Niederlage erlitten. Laut der Rechnung des öffentlich-rechtlichen Senders SRF unterstützten heute 63 Prozent der Wählerinnen und Wähler den 3-G-Nachweis, der in der Gastronomie, bei Veranstaltungen und in Freizeiteinrichtungen vorgezeigt werden muss.

Die rechtskonservative SVP hatte gemeinsam mit mehreren anderen Gruppierungen das Referendum gegen den Pass unterstützt. Sie halten es für unangemessen, ein Zertifikat als Eintrittskarte zu verlangen. Das spalte das Land und führe zu einem indirekten Impfzwang.

Die Regierung hatte hingegen erfolgreich argumentiert, dass ohne solch einen Nachweis über Impfung, Genesung oder negativen Coronavirus-Test Großveranstaltungen verboten werden müssten und es wieder zu landesweiten coronavirusbedingten Schließungen kommen werde.

61 für Reform im Pflegesektor

Bei einem weiteren Referendum sprachen sich laut Hochrechnung 61 Prozent für Reformen im Pflegesektor aus, um diese Berufe attraktiver zu machen und die Versorgung der alternden Bevölkerung sicherzustellen. Die Initiatoren – darunter Berufsverbände und linke Parteien – verlangten unter anderem mehr Lohn, bessere Arbeitsbedingungen sowie mehr Geld für die Aus- und Weiterbildung.

Bei einer dritten Abstimmung zur Bestellung von Bundesrichtern deuteten die Hochrechnungen auf eine klare Ablehnung hin. In dem Votum ging es darum, ob die Rechtssprecher künftig von unabhängigen Fachleuten und mittels Losentscheid statt vom Parlament gewählt werden sollten.

Seit dem Sommer werden immer mehr Betrügerbanden ausgehoben, die auf verschiedenen Kanälen gefälschte Impfzertifikate vertreiben. Zuletzt hatte die italienische Finanzpolizei – unterstützt von der IT-Sicherheitsfirma Group IB – 35 solche Vertriebskanäle auf der Plattform Telegram lahmgelegt und Teile der Gang in Italien verhaftet.

Die „Zertifikate“ waren durchwegs plumpe Fälschungen. Forscher der Universität Aaalborg haben in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie die Praktiken von illegalen Darknet-Shops untersucht, die Fake-Zertifikate vor allem im EU-Raum vertreiben und Ähnliches gefunden. Wenigstens einer dieser Shops dürfte allerdings tatsächlich über einen echten staatlichen Signaturschlüssel verfügen.

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Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald erhält nach der Beschränkung des Zugangs auf Geimpfte und Genesene Hassmails. „Die Aggressivität, die uns entgegenschlägt, zeugt von einer erschreckenden Verrohung“, erklärte der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner. Am widerlichsten sei aber die Gleichsetzung der Coronavirus-Schutzmaßnahmen mit den NS-Verbrechen.

So würden Ungeimpfte als „neue Juden“ und Gedenkstättenmitarbeiter als „Nazis, Faschisten und neue Dr. Mengeles“ beschimpft. „Die Zugangsbeschränkung zur Ausstellung für freiwillig Ungeimpfte ernsthaft mit der rassistisch und antisemitisch motivierten Mordpolitik der Nazis gleichzusetzen, ist hanebüchen“, kritisierte Wagner. Damit würden die Opfer der NS-Verbrechen instrumentalisiert und verhöhnt.

Derartige NS-Gleichsetzungen verharmlosten nicht nur den Nationalsozialismus, sondern spielten auch dem Geschichtsrevisionismus und antisemitischer Hetze in die Hände, so Wagner. Die Mitarbeiter müssten zudem drastische telefonische Beschimpfungen ertragen, teilte die Gedenkstätte auf ihrer Website mit.

Die Gedenkstätte verwies zudem darauf, dass die auf parlamentarischen Beschlüssen beruhende 2-G-Regel nur für die Ausstellungen und die Besucherinfo gelte. Die Außenbereiche der Gedenkstätte – darunter das Gelände des ehemaligen Lagers, das Mahnmal am Glockenturm und die Grabanlagen – seien ohne Einschränkungen zugänglich.

Inland

Am Mittwoch werden die aktuellen Arbeitslosenzahlen präsentiert – sie werden „nicht so wild“ ausfallen, sagte AMS-Chef Johannes Kopf am heute Abend in der ZIB2. „Bisher werden uns die Türen nicht eingerannt“, weder bei Kurzarbeitsanträgen, noch von Arbeitsuchenden, so Kopf. Wenn der Lockdown kurz ausfällt, könnten die Umsatzeinbußen noch aufgeholt werden, ein langer Lockdown hingegen „wäre furchtbar“.

Für Kurzarbeitsanträge hätten die Betriebe allerdings noch Zeit, sagte der AMS-Chef. „Alle Unternehmen können bis zu drei Wochen im Nachhinein, im Idealfall, sage ich, nach dem Nikolotag, Anträge stellen.“ Auch bei den Arbeitsuchenden habe man mit mehr gerechnet, als diese Woche zusätzlich gekommen seien. Es gebe derzeit noch immer etwa 100.000 Arbeitsuchende weniger als im Vorjahr, die gute Entwicklung in diesem Jahr sei noch spürbar, „aber der Unterschied wird geringer“.

AMS-Chef zur Arbeitsmarktsituation

Der Vorstand des Arbeitsmarktservice Johannes Kopf spricht über die aktuelle Beschäftigungslage im Land. Aktuell gebe es noch keinen Ansturm auf das AMS. Der Lockdown sorgt jedoch für eine dramatische Situation. Einen kleinen Hoffnungsschimmer stellt auch noch das mögliche Weihnachtsgeschäft in der zweiten Dezemberhälfte dar.

Weniger Kündigungen erwartet

Die Betriebe hätten außerdem einige Monate mit Arbeitskräftemangel erlebt, daher würden jetzt Kündigungen nicht leichtfertig ausgesprochen und für einen kurzen Lockdown auch keine Kurzarbeit beantragt. „Tatsächlich gewöhnt man sich ja sogar an Schrecklichkeiten.“

Die Idee, die Geschäfte am 19. Dezember offen zu halten, hält der AMS-Chef für eine gute, weil verlorene Umsätze zum Teil nachgeholt werden könnten, „aber der eine Tage wird jetzt nicht den großen Unterschied machen.“

Ob sich seine Prognose bewahrheiten wird, dass es bis zu 500.000 Anmeldungen zur Kurzarbeit geben könnte, werde von der Dauer des Lockdowns abhängen, sagte Kopf, „mehr, glaube ich, wird’s nicht.“

20.000 Beschäftigte durchgehend in Kurzarbeit

Laut Kopf sind rund 4.000 Betriebe seit Beginn der Krise vor eineinhalb Jahren durchgehend, höchstens mit kurzen Unterbrechungen, in Kurzarbeit. Das seien etwa 20.000 Beschäftigte. Allein beim Flughafen und bei der AUA seien es 10.000 Leute.

Was die Langzeitarbeitslosigkeit angehe, fürchte er sich nicht vor dem nächsten Jahr, wenn der Lockdown nur kurz dauere, denn da werde es auch Nachholeffekte geben.

Den Appell von AK-Präsidentin Renate Anderl, den ab 2023 geplanten Personalabbau bei den Arbeitsämtern zu stoppen, begrüßte Kopf. Das sei derzeit aber auch nicht das Thema. Richtig sei, dass mehr AMS-Personal auch zu niedrigeren Arbeitslosenzahlen führe, „das ist sogar ein Geschäft für die öffentliche Hand“.

Ausland

Der jüngste Versuch zur Rettung des Atomabkommens mit dem Iran geht morgen in Wien in eine neue Runde. Die Verhandler stehen unter großem Zeitdruck. Die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens in Wien zeigten sich im Vorfeld besorgt. Der Iran verfüge über eine große Menge hochangereichertes Uran. Das Material könne innerhalb kurzer Zeit zum Bau einer Atomwaffe umgewandelt werden.

Die Gespräche im Luxushotel Palais Coburg sind die ersten diplomatischen Annäherungen nach fünf Monaten Pause und einem Präsidentenwechsel in Teheran. Das Atomabkommen (JCPOA) mit dem Iran war 2015 nach jahrelangem zähem Ringen in Wien beschlossen worden. Der Vertrag sollte das Atomprogramm der islamischen Republik beschränken und die Entwicklung von Nuklearwaffen verhindern. Im Gegenzug waren Sanktionen gegen das international isolierte Land aufgehoben worden.

Eskalation unter Trump

Der damalige US-Präsident Donald Trump sprach allerdings von einem „desaströsen Deal“ und verkündete 2018 den Ausstieg der USA aus der Vereinbarung. Die neu verhängten Wirtschaftssanktionen stürzten das Land in die schlimmste Finanz- und Wirtschaftskrise seiner Geschichte.

Als Reaktion begann der Iran seine Urananreicherung auszubauen, an Uranmetall zu arbeiten und die Arbeit internationaler Inspekteure einzuschränken. Das Vorgehen stellt für die westlichen Verhandlungspartner ein großes Problem dar. Das erworbene Wissen zum Bau einer Atomwaffe sei nicht mehr wegzuverhandeln. Teheran fordert zudem Garantien, dass Washington nicht ein zweites Mal aus dem Pakt aussteigt. US-Präsident Joe Biden versicherte, dass sich die USA an alle Abmachungen halten wolle, solange sich der Iran auch daran halte.

Im Kampf gegen Schleuserbanden am Ärmelkanal soll ab Mittwoch ein Flugzeug der EU-Grenzschutzbehörde Frontex die Küste des Ärmelkanals überwachen. Das Flugzeug werde „Tag und Nacht“ das Gebiet von Frankreich bis zu den Niederlanden überfliegen, sagte der französische Innenminister Gerald Darmanin heute nach einem Treffen mit Vertretern mehrerer EU-Länder, der EU-Kommission sowie der Behörden Frontex und Europol.

Paris sei bereit, mit „seinen britischen Freunden“ zusammenzuarbeiten, um die Migranten auf ihrem Weg nach Großbritannien aufzuhalten, bekräftigte der französische Innenminister. Das müsse aber „auf Augenhöhe“ geschehen. Allerdings müsse Großbritannien die illegale Beschäftigung von Flüchtlingen erschweren.

Eklat zwischen Paris und London

Darmanin hatte zu dem Treffen im nordfranzösischen Calais eingeladen, nachdem am Mittwoch 27 Menschen bei dem bislang schlimmsten Flüchtlingsdrama im Ärmelkanal ums Leben gekommen waren.

Die britische Innenministerin Priti Patel war von Darmanin wieder ausgeladen worden, nachdem ein Brief des britischen Premierministers Boris Johnson am Freitag einen diplomatischen Eklat zwischen Paris und London ausgelöst hatte. Paris war empört nicht nur über die Forderungen der britischen Seite, alle Migranten wieder nach Frankreich zurückzubringen, sondern auch darüber, dass Johnson den Brief an Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf Twitter veröffentlicht hatte.

Nach rund fünf Wochen intensiver Gespräche steht der Koalitionsvertrag von SPD, Grüne und Linke in der deutschen Hauptstadt Berlin. „Es gibt eine politische Einigung über alle noch offenen Punkte im Koalitionsvertrag für die Bildung einer neuen Berliner Landesregierung“, schrieb die designierte Bürgermeisterin Franziska Giffey heute auf Instagram. Nach Angaben der SPD-Politikerin erfolgen nun letzte Redaktionsarbeiten am Text.

Morgen soll der Koalitionsvertrag dann wie angekündigt vorgestellt werden. Dann dürfte auch der Ressortzuschnitt im neuen Senat feststehen und die Frage beantwortet sein, welche Partei wie viele Senatorenposten bekommt. Den Chefsessel im Rathaus soll die SPD-Vorsitzende und frühere deutsche Familienministerin Giffey übernehmen.

Sport

Die Formel 1 trauert um Frank Williams. Der frühere Teamchef und Mitbesitzer des gleichnamigen britischen Traditionsrennstalls starb heute im Alter von 79 Jahren, wie seine Familie mitteilte. Er war bis zu seinem offiziellen Ausscheiden im September 2020 der älteste Teamchef in der Formel 1. Williams war eine Ikone des Motorsports.

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Das Comeback der Rennen im kanadischen Lake Louise nach der Coronavirus-Pause im Vorjahr hat heuer statt drei doch nur ein Rennen gebracht. Nach der Absage der Abfahrt am Freitag fiel auch der für heute geplante Super-G dem widrigen Wetter in den kanadischen Rocky Mountains zum Opfer. Aber nicht nur das Wetter, auch das Coronavirus sorgte für Aufregung.

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Anze Lanisek hat heute in Ruka bei wechselnden Windverhältnissen sein erstes Weltcup-Springen gewonnen. Der Slowene setzte sich im zweiten Bewerb an diesem Wochenende in Finnland vor den beiden Deutschen Karl Geiger und Markus Eisenbichler durch. Der Österreicher Stefan Kraft lieferte im zweiten Durchgang eine starke Aufholjagd und landete noch auf Rang sieben.

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Chronik

Der Norden von Peru ist heute von einem starken Erdbeben erschüttert worden. Mindestens zehn Menschen seien verletzt und mehrere Gebäude beschädigt worden, teilten die Behörden mit. Das Beben der Stärke 7,5 ereignete sich nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS heute um 5.52 Uhr (Ortszeit: 11.52 Uhr MEZ). Das Zentrum des Bebens lag in einer dünn besiedelten Region rund hundert Kilometer östlich der Stadt Santa María de Nieva in der Amazonas-Region.

Aufnahme eines Videos nach dem Erdbeben in Peru
AP

Das Beben war in weiten Teilen Perus im Norden und im Zentrum zu spüren, auch an der Küste und in der Hauptstadt Lima, die bereits am Morgen von einem Beben der Stärke 5,2 erschüttert worden war. Eine Tsunami-Warnung wurde aber nicht ausgegeben. Auch aus dem Nachbarland Ecuador gab es Berichte über Schäden.

In Santa María de Nieva nahe der Grenze zu Ecuador leben hauptsächlich Angehörige indigener Minderheiten. „Die Erschütterungen waren immens“, sagte der Bürgermeister des Bezirks mit 2.500 Einwohnern, Hector Requejo, dem Radiosender RPP. Einige Gebäude aus Ziegel und Holz seien eingestürzt. Auch Stromausfälle gab es in dem Gebiet. Im Bezirk La Jalca ebenfalls in der Amazonas-Region stürzte der 14 Meter hohe Turm einer Kirche aus der Kolonialzeit ein.

Ein 43-Jähriger hat im Zeitraum von Anfang April bis Oktober 2021 im Linzer Stadtteil Bindermichl knapp 100 Fahrzeuge beschädigt. Der Mann zerstach bei 91 Fahrzeugen von 65 Opfern einen oder mehrere Autoreifen und richtete dabei einen Schaden im fünfstelligen Euro-Bereich an, berichtete die Polizei heute Abend. Der in der Nähe wohnhafte Beschuldigte wurde mittels Videoüberwachung ausgeforscht.

Der Mann zeigte sich bei der Vernehmung nicht geständig, gab jedoch an, dass er sich durch die Nachbarn aufgrund von verursachtem Lärm immer wieder gestört gefühlt habe und im dortigen Mehrparteienhaus keine Ruhe gehabt habe. Er wird bei der Staatsanwaltschaft Linz angezeigt.

Ein 18-Jähriger ist gestern Abend in Wien-Donaustadt wegen gefährlicher Drohung im Straßenverkehr belangt worden. Er soll zunächst einen Pkw auf riskante Weise überholt haben. Als ihn die beiden Insassen des anderen Autos zur Rede stellten, soll er sie mit einer Schreckschusspistole bedroht haben.

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Kein Spielteilnehmer hat heute die sechs Richtigen bei Lotto „6 aus 45“ erraten. Im Jackpot werden 1,5 Millionen Euro erwartet.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

6 12 19 23 25 26/Zusatzzahl: 45

Die Zahlen bei Lotto Plus waren:

5 6 7 9 22 44

Zwei Spielteilnehmer hatten den richtigen Joker auf der Quittung, sie erhalten je rund 483.000 Euro

Der richtige Joker lautet:

4 6 0 8 6 3

Alle Angaben ohne Gewähr

Wirtschaft

Noch im Dezember könnte der US-Elektrobauer Tesla im deutschen Grünheide nahe Berlin mit der Serienproduktion starten. Die erforderliche Zustimmung des brandenburgischen Landesamts für Umwelt werde in den kommenden Tagen erwartet, berichtete die Branchenzeitung „Automobilwoche“. Ursprünglich war der Start der „Gigafactory“ schon für Juli 2021 geplant, verzögerte sich aber wegen fehlender umweltrechtlicher Genehmigungen.

Dem Bericht zufolge wurden die ersten fünf Einheiten des Model Y im Werk Grünheide bereits fertiggestellt; allerdings wurden die Fahrzeuge noch nicht auf der Produktionslinie gebaut. Ab Anfang Jänner sollen zunächst 1.000 Einheiten pro Woche gefertigt werden, zur Jahresmitte soll dann die Produktion hochgefahren werden.

Tesla könnte im ersten Halbjahr auf rund 30.000 Einheiten des Model Y kommen, wie die „Automobilwoche“ schätzte. Bei vollem Betrieb sollen es einmal 500.000 Einheiten pro Jahr sein. Bisher kommen die Model Y für den europäischen Markt aus dem Werk Schanghai. Rund 12.000 Arbeiter sollen einmal bei Tesla in Grünheide beschäftigt sein, derzeit sind es etwa 1.800.

2022 soll für Tesla mit dem Hochlauf in Grünheide und dem Start des neuen Werks in Austin/Texas das Jahr des Durchbruchs zum Massenhersteller werden. Tesla könnte nach „Automobilwoche“-Schätzungen 2022 einen Absatz von 1,3 Millionen Einheiten schaffen. Damit wäre der Autobauer größer als Marken wie Volvo Cars und Mitsubishi und käme an die Größenordnung von Skoda heran, berichtete die Branchenzeitung weiter.

Gesundheit

Die von Ärztinnen und Ärzten ausgestellten Papierrezepte zur Abholung von Medikamenten in den Apotheken werden auf eine digitale Lösung umgestellt. Dieses E-Rezept soll bis spätestens Ende des ersten Halbjahres 2022 in ganz Österreich zur Verfügung stehen.

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Science

Schmelzende Gletscher sind das Abbild der sichtbaren Erderwärmung. Begonnen hat ihre Vermessung im 19. Jahrhundert. Seit damals werden die schwindenden Eismassen auch fotografisch dokumentiert. Wie der Medienwissenschaftler Dominik Schrey in einem ORF.at-Gastbeitrag ausführt, sind die Fotoserien in ihrer Anschaulichkeit die Wegbereiter einer speziellen ökologischen Bildsprache.

Mehr dazu in science.ORF.at

Die Ausstellung „Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators“ war das bisher inhaltlich ambitionierteste Projekt im Haus der Geschichte in St. Pölten. Die Ausstellung war ein Jahr in der Landeshauptstadt zu sehen, jetzt ist sie auch virtuell begehbar.

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Kultur

Midcentury Vintage ist wieder im Trend. Und spät hat man die 1950er Jahre in Wien wieder zu schätzen gelernt. Immer noch sind die Arbeiten von Oswald Haerdtl dabei eine Landmarke, an der man zwischen Architektur und Design nicht vorbeikommt. Dass sein letztes Werk, das Wien Museum, mit massiven Eingriffen saniert wird, hat für Diskussionen gesorgt. Doch nun sieht man schön langsam am Gerippe des sich verwandelnden, quasi nackten Haerdtl: Auch seine letzte architektonische Arbeit könnte wieder näher am Geist des Machers stehen, als viele gedacht hätten.

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Das aus der Pandemie heraus gegründete Theater im Park ist gekommen, um zu bleiben. Eigentümer Michael Niavarani und Georg Hoanzl kündigten eine dritte Saison für kommenden Sommer an – mit Stars aus den Bereichen Kabarett, Musik und Literatur.

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