Ausland

Die Abgeordneten der britischen Konservativen haben heute in einer dritten Wahlrunde um das Amt des Parteichefs und Premierministers mit der Stimmabgabe begonnen. Der Letztplatzierte der fünf Kandidaten scheidet aus. Mit einem Ergebnis wird am Abend gerechnet.

Weiterhin haushoher Favorit ist Boris Johnson. Er hatte gestern bei der zweiten Wahlrunde in der Fraktion 126 der 313 Stimmen aus der Tory-Fraktion erhalten. Seinen Vorsprung dürfte er nun mit Stimmen des ausgeschiedenen Dominic Raab sogar noch ausbauen.

Morgen nur mehr zwei Bewerber im Rennen

Die Anzahl der Bewerber soll morgen in zwei weiteren Wahlgängen auf zwei reduziert werden. In einer Stichwahl haben dann die etwa 160.000 Parteimitglieder das letzte Wort. Johnson gilt dafür bereits als gesetzt.

Fraglich ist, wer gegen ihn antreten wird. Noch rechnen sich alle vier verbliebenen Bewerber Chancen aus. Außenminister Jeremy Hunt hatte gestern 46 Stimmen erhalten, nur knapp dahinter lag Umweltminister Michael Gove mit 41 Stimmen. Am ehesten wird daher heute mit einem Ausscheiden von Entwicklungshilfeminister Rory Stewart (37 Stimmen) oder Innenminister Sajid Javid (33) gerechnet.

Aus Wut über den neuen Parlamentspräsidenten ist es im afghanischen Parlament zu Tumulten gekommen. Aufnahmen des Nachrichtensenders ToloNews zeigten heute, wie Politiker den Tisch von Mir Rahman Rahmani umstürzen und seinen Stuhl auf den Boden schleudern. Rahmani war vor einem Monat gewählt worden, doch Anhänger seines Konkurrenten Kamal Nasir Osuli akzeptierten das Ergebnis nicht.

Rahmani gewann am Vortag auch eine weitere Abstimmung. Einige der Abgeordneten weigerten sich aber, seinen Sieg anzuerkennen, sagte das Parlamentsmitglied Shinkai Karochel. „Der Gewinner sollte seinen Sitz bekommen und der Verlierer sollte seine Niederlage akzeptieren“, sagte Karochel.

Die Parlamentswahl hatte am 20. Oktober in 32 der 34 Provinzen des krisengeschüttelten Landes stattgefunden. Das Endergebnis war unter anderem wegen organisatorischer Fragen erst sieben Monate später verkündet worden. Die eigentlich für April geplante Präsidentenwahl wurde verschoben, sie soll nun am 28. September stattfinden.

Eine UNO-Menschenrechtsspezialistin sieht „glaubhafte Hinweise“ für eine mögliche persönliche Verantwortung des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman für die Tötung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi (Dchamal Chaschukdschi) in der Türkei.

Zur Klärung der Schuldfrage sei allerdings noch eine weiterführende Untersuchung nötig, schrieb Agnes Callamard in ihrem Bericht an den UNO-Menschenrechtsrat, der heute in Genf veröffentlicht wurde. Kronprinz Mohammed war mehrfach als Drahtzieher der Tötungsaktion verdächtigt worden.

Verlobte begrüßt UNO-Bericht

Die Verlobte Khashoggis, Hatice Cengiz, begrüßte den neuen Bericht. In einem Tweet schrieb sie: „Der Aufruf der UNO-Sonderberichterstatterin, gegen MBS wegen des Mordes an meinem geliebten Jamal zu ermitteln, ist eine willkommene Entwicklung.“ „MBS“ steht für Mohammed bin Salman.

Jetzt müsse die UNO der Empfehlung folgen, forderte Cengiz. „Der Gerechtigkeit muss gedient und die Wahrheit enthüllt werden.“

Türkische Regierung unterstützt Erkenntnisse

Die türkische Regierung unterstützt die Empfehlung Callamards, weitere Ermittlungen in die Wege zu leiten. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu zitierte Außenminister Mevlüt Cavusoglu mit den Worten: „Wir unterstützen inständig die UNO-Empfehlung, den Mord an Khashoggi aufzuklären und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.“

Saudi-Arabien weist UNO-Bericht zurück

Saudi-Arabien wies den UNO-Bericht unterdessen als unglaubwürdig zurück. Der Bericht enthalte klare Widersprüche und haltlose Anschuldigungen, erklärte der saudische Staatsminister für Auswärtiges, Adel al-Jubeir, über Twitter. Saudi-Arabien lehne alle Versuche ab, seine Souveränität anzutasten. Allein die saudische Justiz sei für den Fall zuständig.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verdächtigt ausländische Kräfte, bei der Neuwahl des Bürgermeisters von Istanbul am Sonntag die Hände im Spiel zu haben. „Warum interessieren sich so viele Kreise im Ausland so sehr dafür, wer Istanbul führen wird?“, fragte er heute in einer Wahlkampfrede im Istanbuler Stadtviertel Sancaktepe.

„Kümmern wir uns etwa darum, wer Bürgermeister in London, Berlin, Paris, Wien, Amsterdam oder Brüssel wird? Das bedeutet, da steckt etwas dahinter.“ Erdogan warf zudem dem aussichtsreichen Kandidaten Ekrem Imamoglu von der größten Oppositionspartei CHP vor, aus dem Ausland und von Terroristen unterstützt zu werden.

Imamoglu landete knapp vor AKP-Kandidaten

Bei der Kommunalwahl am 31. März hatte Imamoglu zunächst überraschend und knapp vor dem Kandidaten der Regierungspartei AKP von Erdogan, Ex-Ministerpräsident Binali Yildirim, gewonnen. Die AKP hatte in Istanbul lange das Machtmonopol. Die Wahlkommission annullierte nach Anträgen der AKP das Ergebnis aber wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten und setzte die Wiederholung der Wahl für den 23. Juni an. Die Entscheidung stieß international auf Kritik.

Der bis vor wenigen Wochen unbekannte Lokalpolitiker Imamoglu war mit seinem Überraschungssieg gegen die AKP zum Shootingstar der türkischen Politik geworden. Für Erdogan-Verdrossene steht er nun als Symbol dafür, dass politischer Wandel möglich ist.

Die Haftmine, die im Golf von Oman nach US-Angaben ein Loch in den Öltanker „Kokuka Courageous“ gerissen haben soll, ähnelt nach Angaben der US-Marine iranischen Minen. Die Mine habe „verblüffende Ähnlichkeit“ mit iranischen Fabrikaten, sagte der Kommandeur der 5. Flotte, Sean Kido, heute zu dem Vorfall. Kido sprach vor Journalisten in der Nähe von Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Ermittler der US-Marine hätten die Seite des japanischen Frachters untersucht und dort Finger- und Handabdrücke entdeckt, sagte Kido. Die entstandenen Schäden deckten sich auch nicht mit der These, dass ein Flugkörper – etwa eine Rakete – das Schiff getroffen habe.

Durch Mine beschädigter Tanker
APA/AFP/Mumen Khatib

Der Angriff auf die „Kokuka Courageous“ und die „Front Altair“ einer norwegischen Reederei vor einer Woche hatten Sorgen über eine militärische Eskalation am Golf erhöht. Die USA und zuletzt auch die britische Regierung kamen zu dem Schluss, dass der Iran hinter dem Angriff steckt. Stichhaltige Beweise wurden dafür bisher aber nicht bekannt. Der Iran weist die Vorwürfe zurück.

Der frühere französische Präsident Nicolas Sarkozy muss sich wegen des Vorwurfs der Bestechung vor Gericht verantworten. Der Kassationshof als oberste französische Instanz wies heute den letzten Einspruch des konservativen Politikers gegen die angeordnete Prozesseröffnung zurück, wie es vonseiten der Justiz hieß.

Sarkozy soll versucht haben, einen Staatsanwalt am Obersten Gerichtshof zu bestechen, um Informationen zum Verlauf eines ihn betreffenden Verfahrens zu erlangen.

Inland

Der Verkehrsausschuss im Nationalrat hat heute Nachmittag die Zusammenlegung des Taxi- und Mietwagengewerbes beschlossen. Mit dieser Neuregelung des Personenbeförderungsgewerbes sollen die Tarife einheitlich fixiert werden. Mit den flexiblen Preisen bei Uber & Co. ist es dann vorbei. Uber drohte im Vorfeld den Rückzug aus Österreich an, sollte die von FPÖ, ÖVP und SPÖ im Nationalrat eingebrachte Gesetzesnovelle umgesetzt werden

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Während die Ermittlungen der Korruptionsstaatsanwaltschaft über mutmaßliche verdeckte Parteienfinanzierung der FPÖ am Anfang stehen, sind die seit Jahren laufenden Ermittlungen um die ÖVP offenbar in der Schlussphase. Ein Vorhabensbericht ist laut Staatsanwaltschaft Wien in Vorbereitung. Wie die Rechercheplattform Addendum berichtet, untermauere ein Gutachten Zahlungen von einer Mio. Euro.

Aufträge von ÖVP-Ministerien an Mediaselect vergeben?

Dass über die Agentur Mediaselect verdeckte Parteispenden von staats- und parteinahen Firmen in Höhe von mehreren hunderttausend Euro an die ÖVP geflossen sein sollen, ist bekannt. Außerdem soll die ÖVP bei Aufträgen mitgeschnitten haben, die von ÖVP-geführten Ministerien an Mediaselect vergeben wurden – und zwar durch „Gutschriften“, die auf ein eigenes Konto der Partei bei der Agentur geflossen sind. Somit habe die ÖVP davon profitiert, wenn schwarze Ministerien über die Mediaselect Inserate schalteten.

In einem Gutachten des Sachverständigen Matthias Kopetzky ist laut Addendum nun von Zahlungen im Ausmaß von einer Million Euro am die Agentur die Rede. Unter anderem sollen 251.467,40 Euro von der RLB OÖ gekommen sein, 250.800 Euro von der Telekom Austria und 218.632,84 Euro von den Casinos Austria bzw. den Lotterien.

Bis zu sechs Wahlkampagnen finanziert

Finanziert wurden damit bis zu sechs Wahlkampagnen auf Bundes- und Landesebene in den Jahren 2002 bis 2010 – die Nationalratswahlen 2002, 2004 und 2008 sowie die Bundespräsidentenwahl 2004, die Europawahl 2009 und die Wiener Landtagswahl 2010.

Aber auch Werbekosten für die „Superpraktikant“-Aktion des früheren ÖVP-Chefs Josef Pröll und Inserate einer anonymen „Plattform Versprochen Gebrochen“ gegen SPÖ-Kanzler Alfred Gusenbauer wurden laut den Angaben über die Mediaselect abgewickelt. Bei Letzteren hatte die ÖVP im Jahr 2007 offiziell jede Involvierung dementiert.

ÖVP: Betrifft nicht „neue Volkspartei“

Die ÖVP sagte, dass die Vorwürfe bis zu 19 Jahre zurückliegen und daher „nicht die Vertreter der neuen Volkspartei, sondern die Vorgänger betreffen“. Außerdem habe auch die damalige ÖVP nicht strafbar gehandelt, und der Vorwurf der Wahlkampffinanzierung durch Spenden sei in dieser Form nicht nachvollziehbar.

Ermittelt wird dem Bericht zufolge gegen zwei frühere Geschäftsführer der Mediaselect und den Organisator eines Personenkomitees für den früheren ÖVP-Chef Wilhelm Molterer im Wahlkampf 2008. Wie die Staatsanwaltschaft Wien bestätigte, ist ein Vorhabensbericht in Vorbereitung.

Der Inhalt – also ob etwa eine Anklage oder eine Einstellung des Verfahrens angedacht wird – ist aber nicht bekannt. Das Verfahren gegen den früheren ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka war 2017 wegen Verjährung eingestellt worden. Die ÖVP hat eine Rückzahlung der Gelder in mehreren Raten bis 2024 vereinbart.

Die ÖVP will, dass das Rauchverbot in der Version eingeführt, die schon ursprünglich 2015 geplant war und erst unter ÖVP und FPÖ wieder außer Kraft gesetzt wurde. Das teilte der Parlamentsklub mit und betonte, dass man sich mit den anderen Parteien (außer der FPÖ) einig sei.

Änderungen in kleineren Details werden allerdings nicht ausgeschlossen. Wichtig war der Volkspartei, dass das Verbot erst mit 1. November in Kraft tritt, um entsprechende Übergangsfristen zu gewährleisten.

Auch Wasserpfeifen und E-Zigaretten betroffen

Der Beschluss aus dem Jahr 2015, der unter SPÖ und ÖVP erfolgte, sah ein komplettes Rauchverbot in der Gastronomie (ausgenommen Gärten) vor, das auch Wasserpfeifen und E-Zigaretten umfasste. Betroffen waren alle öffentlichen Orte, wo Speisen und Getränke hergestellt, verarbeitet, verabreicht oder konsumiert werden (z. B. auch Versammlungen in Pfarrsälen und Feuerwehrfeste), nicht ortsfeste Einrichtungen wie Festzelte, Mehrzweckräumlichkeiten sowie schulische Einrichtungen und Freiflächen, in denen Kinder und Jugendliche beaufsichtigt und beherbergt werden (z. B. Internate).

In 10.000 Betrieben darf noch geraucht werden

Der Fachverband Gastronomie in der Wirtschaftskammer hat sich in einer Stellungnahme gegenüber der APA unterdessen gewünscht, dass die Situation für die Gastwirte klar geregelt werde, denn die Außerkraftsetzung der Regelung sei sehr rasch gekommen. Schätzungen gehen von rund einem Drittel aller Betriebe aus, in denen bisher noch geraucht werden darf – das sind rund 10.000.

Was die Kosten für Rückbauten betrifft, wurde die letzte Erhebung im Jänner 2015 gemacht, als bekanntwurde, dass ein generelles Rauchverbot beschlossen werden soll. Dabei wurden für 2009 bis Ende 2014 Investitionskosten für Raumabtrennungen und Lüftungsanlagen in Höhe von 150 bis 200 Millionen Euro festgestellt.

Die Wirtschaft benötige jedenfalls Berechenbarkeit und Rechtssicherheit. Kosten für Investitionen, die nun nicht mehr genutzt werden können, müssten abgegolten werden, fordern die Wirte.

EU

Vor dem morgen beginnenden EU-Gipfel, bei dem es unter anderem um die nach der Europawahl neu zu besetzenden EU-Spitzenjobs – Kommissionspräsident, Ratspräsident, Parlamentspräsident und Außenbeauftragter – geht, hat sich heute der EU-Hauptausschuss des Nationalrats mit den Themen des Treffens der Staats- und Regierungschefs befasst.

Dabei steckten die Fraktionen gegenüber Kanzlerin Brigitte Bierlein und Außenminister Alexander Schallenberg ihre Positionen ab, welche Haltung die Bundesregierung in Sachen der Bestellung des Kommissionspräsidenten vertreten solle.

„Fingerspitzengefühl“ nötig

Bierlein betonte, bei der Verteilung der Topjobs seien Gender-Gerechtigkeit, Transparenz sowie eine ausgewogene geografische Verteilung wichtig. Laut den EU-Verträgen sei unter anderem auch das Ergebnis der EU-Wahl zu berücksichtigen. Daher brauche es „Fingerspitzengefühl“ und „Kompromissbereitschaft“ unter den Mitgliedsstaaten.

Sie gehe „ergebnisoffen“ in den Gipfel und werde unter ihren Amtskollegen den Dialog suchen. Sollten sich mehrheitsfähige Personalvorschläge von Ratspräsident Donald Tusk „auftun, werden wir uns anschließen“, sagte Bierlein.

JETZT und FPÖ gegen „vorschnelle“ Festlegung

Während für die ÖVP Reinhold Lopatka für das Spitzenkandidatensystem und damit für Manfred Weber von der Europäischen Volkspartei (EVP) eintrat, die bei der Wahl trotz Verlusten erneut stärkste Kraft wurde, und die NEOS-Abgeordnete Stephanie Krisper für die dänische Liberale Margrethe Vestager warb, warnten FPÖ und JETZT vor vorschnellen Entscheidungen.

Ein JETZT-Antrag, der die Regierung ersucht hätte, bei der Wahl des neuen Kommissionspräsidenten vorläufig keinen Kandidaten zu unterstützen, wurde aber nur von der FPÖ unterstützt und fand so keine Mehrheit. Die SPÖ wiederum setzt auf einen breiten Dialog in Österreich über die EU-Personalia und einen „möglichst breiten Konsens“, wie Parteivorsitzende und Klubobfrau Pamela Rendi-Wagner sagte.

„Österreich bleibt in Europa handlungsfähig“

Kanzlerin Bierlein versicherte: „Wir suchen den Dialog mit allen Parteien (…) wir stehen für Kontinuität in der Europapolitik.“ Österreich werde seine Stimme auf dem Gipfel genauso ausüben, wie eine nach einer Wahl gebildete Regierung. „Österreich bleibt in Europa handlungsfähig.“

Im Gegensatz zum JETZT-Antrag einstimmig angenommen wurde ein Antrag der FPÖ. Dieser fordert die Regierungsmitglieder auf, alles zu unternehmen, um den Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu erwirken.

Chronik

Wirtschaft

Der US-Motorradbauer Harley-Davidson geht trotz der heftigen Kritik von US-Präsident Donald Trump eine Partnerschaft in China ein. Der traditionsreiche US-Hersteller kündigte heute an, gemeinsam mit der Firma Qianjiang Motorcycle aus China kleinere Motorräder für den asiatischen Markt zu fertigen.

Trump dürfte darüber wenig erfreut sein, er hatte Harley-Davidson schon öfter wegen geplanter Produktionsverlagerungen ins Ausland attackiert und mit Konsequenzen gedroht. Zeitweise unterstützte Trump sogar Boykottaufrufe seiner Anhänger gegen die 116 Jahre alte US-Traditionsfirma aus Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin.

Harley-Davidson hat ohnehin genug Probleme. Das Unternehmen leidet nicht nur unter Trumps Zollpolitik, sondern auch unter sinkenden Verkäufen – vor allem im US-Heimatmarkt. Als besonderes Problem gilt dort eine alternde konservative Stammkundschaft, bei jüngeren Leuten hat Harley-Davidson schon länger einen schweren Stand.

Die Signa Prime Selection AG des Unternehmers Rene Benko bekommt einen neuen Investor: Die Investmentgesellschaft der Gebrüder Peugeot, die FFP, erwirbt um 186 Mio. Euro einen Anteil von fünf Prozent an der Signa Prime. Eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg wurde heute vom Signa-Sprecher gegenüber der APA bestätigt.

Die an der Euronext notierte Beteiligungsgesellschaft FFP (Societe Fonciere, Financiere et de Participations) gehört mehrheitlich der Peugeot-Familienholding. Sie wird von Robert Peugeot geführt und ist einer der führenden Aktionäre des französischen Autoherstellers Peugeot SA.

Per Jahresende 2018 hielt die Signa Prime, Teil der Signa-Gruppe, Vermögen von rund elf Mrd. Euro. Zum Portfolio gehören die KaDeWe-Geschäfte in Deutschland, Oberpollinger und Alte Akademie in München, sowie das Goldene Quartier und das Hotel Park Hyatt in Wien

Sport

Abgekämpft, müde und mit zerzausten Haaren hat Michel Platini tief in der Nacht nach dem Verhörmarathon die Antikorruptionsbehörde in Nanterre verlassen. Mehr als 15 Stunden hatten die Ermittler den Ex-Präsidenten des Europäischen Fußballverbands (UEFA) vernommen, ein Verfahren gegen den Franzosen wurde nicht eingeleitet. „Ich bin gekommen und wurde in Gewahrsam genommen. Das tut weh. Es war viel Lärm um nichts“, sagte Platini heute nach seiner Entlassung.

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Science

Drei Jahre haben US-Astronomen das Weltall nach außerirdischer Intelligenz abgesucht – aber vergeblich. Das teilten die Wissenschaftler des kalifornischen SETI-Instituts gestern in zwei Publikationen mit. Das Programm „Breakthrough Listen“ hatte 1.327 Sterne im Umkreis von bis zu 160 Lichtjahren abgesucht. Es war die bisher umfassendste Suche dieser Art nach außerirdischer Intelligenz.

Suche nach „Nadel im Heuhaufen“

Es sei buchstäblich eine Suche nach der „Nadel im Heuhaufen“ gewesen, heißt es in der Mitteilung des Programms. Mit Hilfe von Radioteleskopen in den USA und Australien hatten die Wissenschaftler Milliarden von Funkfrequenzen nach Signalen abgehört, die zu genau definiert sind, um einen natürlichen Ursprung zu haben. Die Frequenzen, auf die das zutraf, stammten jedoch nicht von außerirdischen, sondern von menschlichen Technologien.

„Das muss aber nicht bedeuten, dass es da draußen kein intelligentes Leben gibt“, sagte Danny Prince, der bei dem Projekt mitwirkte. Das Programm „Breakthrough Listen“, das vom russischen Milliardär Juri Milner mit 100 Mio. US-Dollar (knapp 90 Mio. Euro) finanziert wird, hat sich zum Ziel gesetzt, eine Mio. Sterne und 100 benachbarte Galaxien zu überwachen. „Vielleicht haben wir nur noch nicht am richtigen Ort gesucht“, bemerkte Prince.

Religion

Kultur

Die ersten Festwochen unter dem eilig nach Wien geholten neuen Intendanten Christophe Slagmuylder sind geschlagen. Noch ist der Festwochen-Karren nach den zwei Jahren unter Thomas Zierhofer-Kin nicht aus dem Sand. Und beim Programm bleibt Luft nach oben. Doch der Mut, etwa die Festwochen nach 1220 Wien, also im Yung-Hurn-Paradise, zu landen, könnte auch mehr Respekt verdienen als manche Feuilletonmatschkerei.

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Der Revolver, mit dem sich der Maler Vincent van Gogh das Leben genommen haben soll, ist in Paris für 162.500 Euro versteigert worden. Der Schätzwert von 40.000 bis 60.000 Euro wurde heute im Auktionshaus Drouot damit deutlich übertroffen. Neuer Eigentümer ist ein unbekannter Privatsammler, der per Telefon mitgesteigert hatte.

Mutmaßlicher Suizidrevolver Vincent van Goghs
Reuters/Charles Platiau

Von Landwirt auf Feld entdeckt

Der Revolver der Waffenschmiede Lefaucheux war 1965 von einem Landwirt in einem Feld in Auvers-sur-Oise nördlich von Paris entdeckt worden. Dort war Van Gogh am 27. Juli 1890 schwer verletzt aufgefunden worden. Die Waffe vom Kaliber sieben Millimeter wurde nach ihrem Fund dem Besitzer der Herberge Ravoux in Auvers-sur-Oise übergeben, in welcher der niederländische Impressionist zwei Tage nach dem tödlichen Schuss verstorben war.

2012 wurde der stark beschädigte Revolver erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Vier Jahre später wurde er im Van-Gogh-Museum in Amsterdam ausgestellt – auch wenn vermutlich nie mit Sicherheit gesagt werden kann, ob sich der Maler der berühmten „Sonnenblumen“ tatsächlich mit dieser Waffe das Leben nahm.

Schon 2011 hatten US-Forscher die These aufgestellt, Van Gogh habe sich nicht selbst angeschossen. Vielmehr sei er versehentlich von einer Kugel getroffen worden, als junge Männer mit einem Revolver hantiert hätten.

Wie die irische Tageszeitung „Belfast Telegraph“ berichtet hat, haben die Dreharbeiten für das Prequel von „Game of Thrones“ („GoT“) bereits begonnen.

Während der Titel für die Fortsetzung der Erfolgsserie des US-Bezahlsenders HBO noch auf sich warten lässt, wurden bereits Informationen zum Drehort öffentlich. Angeblich sollen erste Kameras an einem geheimen Ort in County Down an der irischen Nordküste aufgestellt worden sein. Auch sollen vergangene Woche Drehorte in der Provinz Belfast eingerichtet worden sein. HBO wollte dazu nicht Stellung nehmen, berichtete CNN gestern.

„Abstieg in die dunkelste Stunde“

Bereits Teile der insgesamt acht Staffeln der Erfolgsserie wie die „Rote Hochzeit“ und die „Schlacht der Bastarde“ wurden in Nordirland gedreht.

Das Prequel spielt laut HBO Tausende Jahre vor den bereits bekannten „GoT“-Ereignissen und soll „den Abstieg der Welt vom goldenen Zeitalter der Helden in die dunkelste Stunde“ zeigen. Die Hauptrolle wird dabei die Oscar-nominierte Schauspielerin Naomi Watts übernehmen. Sie soll „eine charismatische Persönlichkeit spielen, die ein dunkles Geheimnis verbirgt“.

„Game of Thrones“ basiert auf der Fantasy-Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“ des US-Autors George R. R. Martin.

Gesundheit

Sie sind so groß wie eine Scheckkarte, kosten rund 40 Euro und sollen „Krankheiten aller Art heilen“: „Magische Karten“ aus Indonesien, die sich laut der englischsprachigen Tageszeitung „Bangkok Post“ („BP“) derzeit vor allem bei Thailändern und Thailänderinnen großer Beliebtheit erfreuen.

Laut „BP“ wurden bei diesen allerdings gefährlich hohe Radioaktivitätswerte festgestellt. Dem Büro für Atomenergie für den Frieden in Bangkok (OAP) zufolge wiesen einige Proben eine Strahlung auf, die den Sicherheitsgrenzwert für den Menschen um das 350-fache übersteigt.

„Wir versuchen gerade den Grad der radioaktiven Kontamination in der Region zu ermitteln“, hieß es in einem Statement des Atombüros. Eine Röntgenuntersuchung ergab, dass die Karten eine Kombination aus Uran und Thorium enthalten, die gleichmäßig über die Oberfläche verteilt ist.

Radioaktive Karten auf Körper gelegt

Gerade vor dem Hintergrund, dass die Nutzer die Karten auf verschiedene Stellen ihres Körpers legen oder sogar in ihr Trinkwasser tauchen, warnt die OAP vor hohen Gesundheitsrisiken. Karteninhabern wurde geraten, das thailändische Institut für Kerntechnik zu fragen, wie sie ihre Karten sicher entsorgen können.

Die Karten selbst enthalten keine Informationen über ihre angeblichen medizinischen Eigenschaften. Doch laut Berichten teilte das Unternehmen, das sie zur Verfügung stellte, den Bewohnern und Bewohnerinnen eines nordthailändischen Dorfs mit, dass die Karten „Energie“ emittierten, die zur Verbesserung der Gesundheit beitragen könnte.

Panorama

Das deutsche Influencer-Paar Catalin Onc und Elena Engelhardt hat Anfang Juni auf der Crowdfunding-Plattform „Go Fund Me“ einen ungewöhnlichen Spendenaufruf gestartet: 10.000 Euro wollen „Cat and Elena“, um mit dem Tandem von Deutschland „Richtung Afrika und noch weiter“ zu radeln. Zehn Tage später spendeten lediglich 21 Personen 312 Euro.

„Wir könnten einen langen Text schreiben über Mental Health oder die Erderwärmung. Wir könnten euch erzählen, wie wichtig es ist, seinen Träume zu folgen und aus der eigenen Komfortzone auszubrechen. Wir könnten euch erzählen, wie schön es ist zu reisen. Zusammen können wir einen Unterschied machen“, schrieben sie unter den Aufruf, den sie auch auf ihrer Instagram-Seite veröffentlichten.

„Sucht euch einen Job!“

Viele ihrer insgesamt 42.000 Follower und Followerinnen zeigten sich davon wenig begeistert. „Absolute Frechheit, was für eine peinliche Aktion!“, „Armselige Träumer“, „Euer Egoismus ist zum Kotzen!“, „Nutzt euren Einfluss, um etwas Positives zu tun“, sind einige der mittlerweile über 2.000 Reaktionen. Auch die Empfehlung, dass sie sich doch einen Job suchen sollen, ist oft zu lesen.

Beide sind derzeit arbeitslos und leben laut eigenen Angaben von Spendengeld. Auch werden sie durch die Mutter von Onc unterstützt. Seine Begründung: „Ich habe zu viel gesehen und getan, um zu einem normalen Job zurückzukehren.“ Das Paar beschreibt sich selbst als „Liebende, Reisende und Traumfänger“.

Für ihren Umzug von China nach Island sind in Schanghai heute zwei Belugawale an Bord eines Frachtflugzeugs abgehoben. Das teilte eine Sprecherin der luxemburgischen Fluglinie Cargolux mit. Die Weißwale Little Grey und Little White sind auf dem Weg in ein Freiwasserreservat vor der Insel Heimaey (Westmännerinseln) im Süden Islands.

Dabei handelt es sich um eine bis zu zehn Meter tiefe Bucht, die unter Wasser mit Netzen zum offenen Meer hin abgegrenzt ist. Die Abgrenzung soll auch dem Schutz der Wale dienen. Nach zwölf Stunden Flug und rund 10.000 Kilometern sollte die Maschine am späten Nachmittag in Island landen.

Für Unterhaltungsshows im Meeresaquarium eingesetzt

Die beiden Belugas aus dem Tierpark Changfeng Ocean World in Schanghai waren die meiste Zeit ihres Lebens in Gefangenschaft. Sie wurden zuvor auch für Unterhaltungsshows im Meeresaquarium eingesetzt. Mit ihrer Ankunft in Island fällt der Startschuss für das Reservat, das von der Umweltschutzorganisation Sea Life Trust eröffnet wird. Dort sollen die Wale in einer natürlichen Umgebung leben können. Es sei geplant, noch weitere Belugas aufzunehmen, teilte Sea Life Trust mit.

Little Grey und Little White legen die Reise per Lastwagen, Flugzeug und Fähre zurück. Nach ihrer Ankunft in Island werden sie mindestens 40 Tage in einem Quarantänebecken des Schutzgebietes verbringen, wo sie überwacht werden und sich erholen können. Später werden sie dann in die geschützte Bucht gelassen.

Festwochen