Inland

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) plädiert dafür, Asylwerberinnen und Asylwerbern eine Arbeitserlaubnis zu ermöglichen. In der ORF-„Pressestunde“ meinte Ludwig heute, man solle „eng mit den Sozialpartnern“ klären, ob Menschen schon während des laufenden Asylverfahrens in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Der Bürgermeister begründete seinen Vorstoß auch damit, dass es eine dringende Nachfrage nach Arbeitskräften gebe.

„Rationaler Zugang“

Ludwig plädierte für einen „rationalen Zugang“ und dafür, die Themen Asyl, Migration und Integration nicht durcheinander zu mischen. Menschen, die eine gute Chance haben hier zu bleiben, sollten schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden. Auch angesichts der demografischen Entwicklung mit der bevorstehenden Pensionierung der Babyboomer-Generation sei es eine große Herausforderung, den Bedarf an Arbeitskräften abzudecken.

Ob und ab wann Menschen schon während des Asylverfahrens eine Arbeitserlaubnis bekommen sollen, solle mit den Sozialpartnern geklärt werden. Ludwig sprach in diesem Zusammenhang von einem „Kraftakt“, der aber „notwendig“ sei. Es gehe darum, zwischen den beiden Themenbereichen Asyl und Wirtschaftsstandort eine Brückenfunktion herzustellen.

Solidarität bei Unterbringung von Asylwerbern eingemahnt

In Sachen Quote der Bundesländer zur Unterbringung von Asylwerberinnen und Asylwerbern mahnte Ludwig für Wien als Quotenerfüllerin neuerlich Solidarität nicht nur vom Bund, sondern auch von den anderen Ländern ein. Sanktionen für die anderen Bundesländer wünscht sich der Wiener Bürgermeister aber ebenso wenig wie eine Wiedereinführung des Durchgriffsrechts des Bundes, sondern stattdessen eine andere Gesprächskultur.

Kritik an Bundesregierung

Die von der Bundesregierung angekündigte Ausweitung des Wohn- und Heizkostenzuschusses kritisierte Ludwig ebenso wie tags zuvor schon seine Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner. Er sei sehr dafür, dass die Haushalte angesichts der dramatisch gestiegenen Energiepreise Geld bekommen, als nachhaltige Lösung wäre seiner Ansicht nach aber ein Gaspreisdeckel wie in Deutschland besser.

Kritik übte Ludwig hier am Bund, weil die Länder in die Entscheidung nicht eingebunden gewesen seien, und auch bei der Landeshauptleutekonferenz am Freitag sei das „zumindest offiziell“ nicht bekannt gewesen. Eine frühzeitige Information an die Länder wäre sinnvoll gewesen, weil die Länder ja auch schon eigene Maßnahmen gesetzt haben. Deshalb wolle Wien nun diesen Heizkostenzuschuss des Bundes in die eigenen Energieunterstützungen einbeziehen.

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Die Präsidentin der Staatsanwälte-Vereinigung Cornelia Koller kritisiert den Umgang der Politik mit der Justiz. Dadurch würden die Ermittlungsbehörden „definitiv“ geschwächt, sagte Koller in einem „Kurier“-Interview (Sonntag-Ausgabe). „Und es geht über die WKStA hinaus.“

„Sehr, sehr gefährliche Entwicklung“

Koller hält das für eine sehr, sehr gefährliche Entwicklung. „Wenn die Politik dauernd behauptet, dass die Justiz nicht korrekt arbeitet, dann bleibt bei der Bevölkerung irgendwann etwas hängen. Zu verbreiten, dass unser Rechtsstaat nicht mehr funktioniere, ist der erste Stein, den man rausklopft auf dem Weg zu einer anderen Staatsform.“

Vor allem im Bereich der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gebe es bereits ein Rekrutierungsproblem, zwölf Stellen könnten derzeit nicht nachbesetzt werden, beklagt Koller: „Viele Leute sagen: Ich will nicht dauernd in die Öffentlichkeit gezerrt werden, ich will nicht dauernd politischen Verdächtigungen ausgesetzt sein. Es geht schon so weit, dass manche Kollegen Angst haben, von Privatdetektiven bespitzelt zu werden.“

Um die Situation zu verbessern, fordert die Präsidentin der Staatsanwälte eine saubere Trennung von Justiz und Politik, „sodass man uns nicht weiter vorwerfen kann, dass wir politisch agieren würden.“ Deshalb hofft sie auf eine neue Weisungsspitze, in Form der von der Politik geplanten Bundesstaatsanwaltschaft, die die Justizministerin als oberste Weisungsbehörde ablösen soll.

Nach dem Warnstreik vergangenen Montag treffen sich morgen um 15.00 Uhr die Eisenbahner zu weiteren Verhandlungen für einen neuen Kollektivvertrag (KV). Die Verhandlungsrunde findet in der Wirtschaftskammer (WKO) statt. Sowohl die Arbeitgeberseite als auch die Arbeitnehmer hielten sich im Vorfeld der Gespräche mit Wortmeldungen zurück.

„Nicht mehr alles über Medien kommentieren“

„Es ist die Zeit gekommen, nicht mehr alles über die Medien zu kommentieren“, war am Freitag aus Verhandlungskreisen zu hören. Nun gelte es, etwas Ruhe in die KV-Runde zu bringen, hieß es zur APA.

Die Gewerkschaft vida forderte zuletzt eine Lohnerhöhung von durchschnittlich zwölf Prozent sowie eine Mindesterhöhung des KV- und Istlohns um 400 Euro. Die Arbeitgebervertreter sprachen davon, dass die Forderung mehr als 13 Prozent ausmache. Bei der bisher letzten Verhandlungsrunde boten sie 8,4 Prozent bzw. eine Mindesterhöhung von 208 Euro an.

WKO-Präsident Harald Mahrer sah jedenfalls bisher keine Notwendigkeit, dass sich die Spitzen der Sozialpartnerschaft – also in diesem Fall er und ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian – direkt einschalten, um zu vermitteln.

Auch die für den Bahnverkehr zuständige Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne) will sich nicht einmischen, hoffte aber, dass die „Verhandler rasch auf eine Einigung kommen“. Die Kundinnen und Kunden würden sich auf den öffentlichen Verkehr verlassen.

Breites Verständnis für Streik

Der ganztägige Warnstreik vergangenen Montag hatte nicht zu dem befürchteten Verkehrschaos auf den Straßen geführt. In einer Umfrage unter 500 Personen, durchgeführt von Unique-research für das Nachrichtenmagazin „profil“, äußerten rund zwei Drittel der Befragten Verständnis für den 24-stündigen Streik.

Bahnsteig am Wiener Hauptbahnhof
ORF.at/Christian Öser

Vor wenigen Tagen hat die Stadt Details zum neuen Energiebonus für Wienerinnen und Wiener präsentiert. Morgen beginnt die offizielle Anmeldung. Die Stadt verschickt die Einladung dazu bezirksweise und in mehreren Etappen bis zum 16. Dezember.

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Ukraine-Krieg

In der Ukraine sind nach den russischen Angriffen auf das Stromnetz heute noch immer 500 Ortschaften ohne Strom gewesen. „Aktuell sind 507 Orte in acht Regionen unseres Landes von der Stromversorgung abgeschnitten“, sagte der stellvertretende Innenminister Jewgeni Jenin dem ukrainischen TV. „Der Feind greift weiterhin die wichtige Infrastruktur des Landes an.“

Am stärksten betroffen sei die Region Charkiw mit 112 von der Außenwelt abgeschnittenen Dörfern, sagte Jenin. Weitere 90 Dörfer seien in den Regionen Donezk und Cherson betroffen, in Mykolajiw seien 82 Dörfer ohne Strom, in der Region Saporischschja 76 und in der Region Luhansk 43.

Durchhalteparolen ausgegeben

Gestern hatten die ukrainischen Behörden, unter ihnen auch der Gouverneur der Region Mykolajiw, Witali Kim, die Bevölkerung angesichts der winterlichen Temperaturen und regelmäßiger Stromausfälle ein weiteres Mal zum Durchhalten aufgerufen. Mehrfach pro Tag waren in den vergangenen Tagen Millionen Menschen in der Ukraine ohne Heizung und Strom, während die Außentemperatur seit Tagen unter dem Gefrierpunkt liegt.

Die Aussicht auf weitere russische Angriffe auf das ukrainische Energienetz lässt einen sehr harten Winter befürchten, der vermutlich zahlreiche weitere Menschen in die Flucht treiben wird.

Der US-Geheimdienst geht davon aus, dass sich das Kampfgeschehen in der Ukraine verlangsamt fortsetzen wird. „Wir sehen bereits eine Art reduziertes Tempo des Konflikts und wir erwarten, dass sich das in den kommenden Monaten fortsetzen wird“, sagte Avril Haines, Direktorin des nationalen Geheimdienstes heute (Ortszeit) auf dem jährlichen Reagan National Defense Forum in Kalifornien.

Hains sagte, dass beide Länder versuchen würden, sich mit Nachschub zu versorgen, um sich auf eine Gegenoffensive nach dem Winter vorzubereiten. Trotz russischer Angriffe auf das ukrainische Stromnetz und andere zivile Einrichtungen sehe man keine Anzeichen für einen verringerten ukrainischen Widerstandswillen.

Sie sagte, Russland versuche auch, die Fähigkeit der Ukraine zur Konfliktverfolgung zu beeinträchtigen, und fügte hinzu, dass Kiews Wirtschaft sehr stark gelitten habe. „Das kann mit der Zeit natürlich Auswirkungen haben. Wie stark diese sein werden, hängt davon ab, wie viel sie angreifen, wozu sie in der Lage sind, wie widerstandsfähig die kritische Infrastruktur ist und wie gut wir ihnen helfen können, sie zu verteidigen.“

„Knappheit bei Moral und Munition, Logistik“

Der russische Präsident Wladimir Putin sei überrascht, dass sein Militär nicht mehr erreicht habe. „Er ist über die Herausforderungen informiert, mit denen das Militär in Russland konfrontiert ist. Aber es ist uns immer noch nicht klar, ob er zum jetzigen Zeitpunkt ein vollständiges Bild davon hat. Wir sehen Knappheit bei Moral und Munition, Logistik und eine ganze Reihe weiterer Probleme, mit denen sie konfrontiert sind.“ Russland scheine seine militärischen Vorräte „ziemlich schnell“ aufzubrauchen.

Haines erklärte, Putins politische Ziele in der Ukraine dürften sich nicht geändert haben, aber US-Geheimdienstanalysten gingen davon aus, dass er bereit sein könnte, seine kurzfristigen militärischen Ziele „vorübergehend zurückzuschrauben, mit dem Gedanken, dass er zu einem späteren Zeitpunkt auf dieses Thema zurückkommen könnte“.

Dem Kreml dürfte es nach Einschätzung britischer Fachleute zunehmend schwerfallen, den Krieg in der Ukraine gegenüber der eigenen Bevölkerung zu rechtfertigen. Das geht heute aus dem täglichen Geheimdienstupdate des Verteidigungsministeriums in London zum Ukraine-Krieg hervor.

„Angesichts dessen, dass Russland in den kommenden Monaten kaum bedeutende Erfolge auf dem Schlachtfeld erringen wird, ist es wahrscheinlich zunehmend schwer für den Kreml, auch nur die schweigende Zustimmung in der Bevölkerung zu erhalten“, hieß es in der Mitteilung.

Mobilmachung machte Krieg spürbar

Den Briten zufolge zeigen an die Öffentlichkeit gelangte Daten russischer Behörden, dass inzwischen nur noch ein Viertel der Bevölkerung in Russland den Angriffskrieg in der Ukraine unterstützt. Zu Beginn des Kriegs waren es demnach noch 80 Prozent. Die teilweise Mobilmachung im September habe den Krieg aber für viele Menschen spürbar gemacht.

Ausland

US-Außenminister Antony Blinken will bei seiner Reise nach China Anfang kommenden Jahres auch Möglichkeiten der Zusammenarbeit ausloten. „Wenn wir Möglichkeiten der Zusammenarbeit finden können, liegt das nicht nur im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger, sondern auch im Interesse der Menschen in aller Welt“, sagte Blinken heute dem US-Sender CNN.

Als Beispiele nannte er die Themen Klima und Gesundheit. „Die Welt erwartet von uns, dass wir mit dieser Beziehung verantwortungsvoll umgehen“, so Blinken über das Verhältnis zu China. Aus dem Wettbewerb dürfe kein Konflikt werden.

Angespanntes Verhältnis

Das Verhältnis zwischen den beiden Weltmächten ist sehr angespannt. Angesichts der schlechten Beziehungen waren US-Präsident Joe Biden und Chinas Präsident Xi Jinping im November am Rande des G-20-Gipfels auf der indonesischen Insel Bali zusammenkommen. Dort näherten sich die beiden zumindest wieder etwas an. Nun soll Blinken im kommenden Jahr die Gespräche fortführen.

Zu den Protesten in China gegen die Coronavirus-Politik der Regierung sagte der Minister: „Wir unterstützen dieses Recht der Menschen überall, sei es in China, im Iran oder anderswo.“ Menschenrechte und die grundlegenden bürgerlichen Freiheiten gehörten zum Kern dessen, was die USA ausmachten. „Und keine amerikanische Regierung wird dazu schweigen. Kein amerikanischer Präsident wird dazu schweigen.“

Der israelische Präsident Jizchak Herzog ist heute zu einem Staatsbesuch in Bahrain aufgebrochen. Es sei der erste Besuch eines israelischen Staatsoberhaupts in dem Golfstaat, teilte Herzogs Büro mit. Herzog komme auf Einladung des Königs Hamad bin Isa Al Chalifa. Herzog sagte vor seiner Abreise, der Besuch sei „ein weiterer historischer Schritt in den Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten“.

Israels Präsident wird von einer Delegation mit Mitgliedern aus den Bereichen Industrie und Wirtschaft begleitet. Morgen werde er bei dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mohammed bin Sajed Al Nahjan, zu Gast sein. Dabei solle es um Zusammenarbeit im Bereich der Raumfahrt gehen.

Diplomatische Beziehungen seit 2020

2020 hatten die Emirate und Bahrain als erste Golfstaaten ein Abkommen zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit Israel unterzeichnet. Die Annäherung richtet sich vor allem gegen den schiitischen Iran, in dem die Emirate einen Erzfeind sehen. Aber auch wirtschaftliche Interessen spielten eine Rolle. Bis dahin unterhielten nur die Nachbarländer Ägypten und Jordanien als arabische Staaten diplomatische Beziehungen zu Israel.

Im Iran sind nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA vier Personen wegen angeblicher Spionage für Israel hingerichtet worden. Sie sollen Mitglieder eines Netzwerks des israelischen Geheimdienstes Mossad gewesen sein, meldete IRNA heute. Die vier Personen sollen zudem öffentliches Eigentum beschädigt und an Entführungen beteiligt gewesen sein. Weitere Details gab es nicht, auch nicht, ob ein Zusammenhang mit den andauernden systemkritischen Protesten besteht.

Die Islamische Republik beschuldigt ihren Erzfeind Israel seit Langem, verdeckte Operationen auf ihrem Boden durchzuführen. Vor Kurzem hat Teheran israelische und westliche Geheimdienste beschuldigt, einen Bürgerkrieg im Iran zu planen, der derzeit von den größten regierungsfeindlichen Protesten seit der islamischen Revolution von 1979 beherrscht wird.

Am Mittwoch hatte die halbamtliche Nachrichtenagentur MEHR gemeldet, die vier Männer seien „wegen des Verbrechens der Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten des zionistischen Regimes und wegen Entführung“ zum Tode verurteilt worden. Drei weitere Personen wurden zu Haftstrafen zwischen fünf und zehn Jahren verurteilt, nachdem sie unter anderem wegen Verstoßes gegen die nationale Sicherheit, Beihilfe zur Entführung und illegalen Waffenbesitzes verurteilt worden waren, hieß es.

Nach Todesurteilen für sieben Studenten der Dagon University in Myanmar durch ein Militärgericht fordert die Menschenrechtsorganisation Altsean-Burma einen Stopp aller Hinrichtungen in dem Land. „Das muss sofort enden“, schrieb die Gruppe gestern auf Twitter. Nach Angaben der Menschenrechtler sollen die vor einigen Tagen verhängten Urteile am Mittwoch vollstreckt werden.

Todesurteile als „politisches Mittel“ gegen Opposition

UNO-Menschenrechtskommissar Volker Türk warf der Militärjunta am Wochenende vor, Todesurteile als „politisches Mittel“ gegen die Opposition einzusetzen. „Das Militär führt weiterhin Verfahren vor Geheimgerichten durch, was gegen die Grundprinzipien fairer Prozesse verstößt“, so der österreichische Experte. Er forderte ebenfalls die Aussetzung aller Hinrichtungen.

Bereits am Donnerstag hatten Studierende der Dagon University gegen die drakonischen Strafen für ihre Kommilitonen protestiert. „Wir akzeptieren die Entscheidung der Gerichte nicht, die Stützpfeiler des terroristischen Militärs sind“, hieß es auf der Facebook-Seite der Studierendenvereinigung der Dagon University. Die nun verhängten Strafen träfen Unschuldige.

Die Junta hatte im Juli vier prominente Demokratieaktivisten hingerichtet und damit ein seit Jahrzehnten geltendes Moratorium für die Vollstreckung von Todesstrafen aufgehoben. Nach Informationen von Menschenrechtsorganisationen sitzen derzeit 139 zum Tode verurteilte Junta-Gegner in den Gefängnissen des Landes.

Die französische Sonntagszeitung „Le Journal du Dimanche“ hat eigenen Angaben zufolge zwei Katzen für die Vorstandswahl bei den konservativen Republicains als Wähler registriert. Man habe damit demonstriert, dass Parteimitglieder ohne großen Aufwand mehrfach abstimmen könnten, berichtete das Blatt heute. Eine Quelle innerhalb der Partei sagte der Zeitung: „Technisch gesehen haben Sie Recht auf drei Stimmen pro Person. Es gibt überall falsche Mitglieder.“

Dem Bericht zufolge besagt ein internes Dokument der konservativen Partei, dass die Identität der Mitglieder nur dann überprüft werde, wenn persönliche Daten wie Adresse oder Telefon viermal oder häufiger für verschiedene Mitglieder verwendet würden.

Gestiegene Zahl der Anhänger

Die Zahl der Anhängerinnen und Anhänger habe sich im Vorlauf der Vorstandswahl deutlich erhöht. Das Blatt selbst registrierte die zwei Katzen mit den Daten einer Journalistin, die für den Versuch Mitglied wurde. Zu keinem Zeitpunkt seien die Identitäten überprüft worden.

Die Partei reagierte auf Anfrage zunächst nicht. Etwa 91.000 Mitglieder der einstigen Volkspartei in Frankreich sind aufgerufen, einen neuen Vorstand zu wählen. Als Favorit gilt der Abgeordnete Eric Ciotti vom rechten Flügel der Partei. Außerdem treten der liberalkonservative Senator Bruno Retailleau und als Vertreter der sozialen Rechten Generalsekretär Aurelien Pradie an.

Bereits bei der parteiinternen Kür der konservativen Kandidatin für den Präsidentschaftswahlkampf hatte es einem Bericht der Plattform Mediapart zufolge einen Hund im Wählerverzeichnis gegeben.

EU

Im Streit zwischen der EU und den USA mit Blick auf das US-Inflationsbekämpfungsgesetz rechnet der Chef des Handelsausschusses im EU-Parlament, Bernd Lange, nicht mehr mit einer Verhandlungslösung. Die EU müsse daher zügig in den nächsten Monaten eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) anstrengen, sagte Lange den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag-Ausgabe).

„Damit werden wir Klarheit bekommen, dass das Vorgehen der USA eindeutig nicht kompatibel mit den WTO-Vorschriften ist“, fügte Lange hinzu. Morgen trifft sich der europäisch-amerikanische Handels- und Technologierat.

„Glaube nicht, dass sich substanziell noch viel ändert“

Das US-Inflationsbekämpfungsgesetz sieht milliardenschwere Investitionen in den Klimaschutz vor. Subventionen und Steuergutschriften sind daran geknüpft, dass Unternehmen US-Produkte verwenden oder in den USA produzieren. Daran gibt es in Europa viel Kritik.

Lange sagte, er gehe davon aus, dass in den Gesprächen zwischen der EU und den USA zwar noch einige kleine Änderungen für die Umsetzung des US-Gesetzes vereinbart werden könnten. „Aber ich glaube nicht, dass sich substanziell noch viel ändert, denn das Gesetz ist ja bereits beschlossen.“ Die Grundstruktur werde bleiben. Lange forderte daher auch, dass die EU nun ihrerseits die Förderung der heimischen Industrie verstärkt. „Wir müssen auch prüfen, ob und wie wir die Energiepreise für die Industrie senken können, im Moment sind sie bis zu zehnmal so hoch wie in den USA“, fügte Lange hinzu.

Wirtschaft

Die Christbaumbauern und -bäuerinnen sind in Oberösterreich an diesem Wochenende in den Weihnachtsverkauf gestartet. Das Landwirtschaftsministerium ruft auch heuer dazu auf, heimische Bäume zu kaufen und gibt Tipps, wie man gute Qualität beim Christbaum erkennen kann und wie er sich bis Weihnachten hält.

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Die Ölallianz OPEC+ hält vorläufig an ihrer bisherigen Förderstrategie fest. Der Verbund aus 23 Staaten bestätigte bei einer Onlinekonferenz heute nach eigenen Angaben seinen Beschluss vom Oktober, bis Ende 2023 täglich zwei Millionen Barrel (je 159 Liter) weniger zu fördern. Die Unsicherheiten auf dem Markt seien aktuell erheblich, hieß es. So tritt morgen das EU-Embargo für russisches Öl, das via Seeweg angeliefert wird, in Kraft. Zu dessen Folgen dürfte ein Anstieg des Ölpreises gehören.

Ein Fachkomitee der OPEC+ will die Förderstrategie alle zwei Monate überprüfen. Sollte es die Marktsituation erfordern, würden auch umgehend Beratungen auf Ministerebene stattfinden, hieß es weiter. Zunächst sei das nächste reguläre Ministertreffen für den 4. Juni 2023 terminiert. Der Einfluss des 2016 um zehn Nicht-OPEC-Länder erweiterten Kartells ist weiterhin erheblich. Die Allianz hat einen weltweiten Marktanteil von etwa 40 Prozent.

Tirols Tourismusbetriebe blicken der Wintersaison trotz Energiekrise und Teuerung zuversichtlich entgegen. Vor allem rund um Weihnachten und Silvester sowie im Februar erwarte man eine gute Auslastung, erklärte Karin Seiler, Geschäftsführerin der Tirol Werbung, der APA.

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Vintage ist derzeit groß im Trend. Angefangen bei der Mode über Möbel bis zum Smartphone – vor allem jüngere Kundinnen und Kunden kaufen lieber in Second-Hand-Shops als bei großen Handelsketten. Auch Onlinekleinanzeigenportale wie willhaben spüren den Trend zum Gebrauchtkauf. Der ist nicht nur nachhaltig, sondern spart auch Geld. Help.ORF.at gibt Tipps für den Geschenkekauf aus zweiter Hand.

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Vom 8. bis 14. Dezember kommt im traditionsreichen Auktionshaus Sotheby’s ein ungewöhnliches Angebot unter den Hammer: Ein indonesischer Archipel mit über 100 tropischen Inseln soll in New York versteigert werden. Das Vorhaben sorgt im Vorfeld für scharfe Kritik. Einheimische würden durch den Verkauf isoliert, „touristische Ausbeutung“ ermöglicht, so die Befürchtung indonesischer Organisationen. Sotheby’s verteidigte das Projekt als „wichtige Mission“ für nachhaltige Entwicklung.

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Sport

Lisa Hauser hat heute beim Weltcup in Kontiolahti erneut ein Spitzenergebnis geholt. Nach ihrem überraschenden Sieg im Sprint belegte die 28-jährige Tirolerin in der Verfolgung den neunten Platz. Der Sieg ging an die Französin Julia Simon. Ihr zweiter Spitzenplatz im dritten Saisonrennen sollte Hauser aber weiteres Selbstvertrauen für den Heimweltcup in Hochfilzen geben.

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Angeführt von Lionel Messi ist Argentinien im Achtelfinale der WM in Katar gegen Australien seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Allerdings wurde der Elf von Trainer Lionel Scaloni gestern beim 2:1-Erfolg vom kampfstarken Außenseiter alles abverlangt. „Es war ein hartes Spiel, ein harter Tag, wir waren etwas müde“, gestand Messi danach. „Ich bin froh, dass wir einen weiteren Schritt gemacht haben und im Viertelfinale sind.“

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Coronavirus

Seitens der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sind heute wegen technischer Probleme lediglich unvollständige Dateien zur Coronavirus-Lage übertragen worden. Diese Daten können erst morgen wieder aktualisiert werden, heißt es. Entsprechend kann auch ORF.at die Zahlen erst danach wieder aktualisiert ausweisen.

4.347 Neuinfektionen, 7-Tage-Inzidenz bei 363

Gestern (Stand: 14.00 Uhr) lag die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, laut AGES bei 363.

Laut AGES wurden 4.347 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. 21.231 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

947 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, 57 auf Intensivstationen. Eine Unterscheidung in Haupt- und Nebendiagnose ist mit dieser Datenquelle bundesweit nicht möglich.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Die chinesische Finanzmetropole Schanghai wird morgen die CoV-Testpflicht teilweise abschaffen. Für die Einwohnerinnen und Einwohner entfällt dann die Pflicht, ein höchstens 48 Stunden altes negatives Testergebnis vorzuweisen, um öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen und Außenbereiche wie Parks und Touristenattraktionen zu betreten, teilten die Behörden heute mit.

Auch andere Städte ändern Regeln

Die mehr als 23 Millionen Einwohnerinnen ein Einwohner zählende Stadt war in diesem Jahr monatelang abgeriegelt, worunter die inländische Wirtschaft stark gelitten hat. Schanghai folgt mit den Lockerungen dem Beispiel mehrerer chinesischer Städte, darunter Peking, Tianjin, Schenzhen und Chengdu, die alle am Samstag die Testpflicht für öffentliche Verkehrsmittel aufgehoben hatten. In Peking müssen Einwohnerinnen und Einwohner seit gestern zudem beim Kauf von Fieber- und Erkältungsmedikamenten nicht mehr, wie zuvor, ihren Namen angeben.

Nach Protesten gegen die strenge Null-Covid-Politik in der vergangenen Woche hat China begonnen, die seit Monaten geltenden CoV-Maßnahmen teilweise zu lockern. Neben der Testpflicht betrifft das auch die Quarantäneregelungen.

Unterschiede im Vorgehen

Bei den Lockerungen gehen nicht alle Regionen gleich vor. Die nordöstliche Stadt Jinzhou etwa hatte am Donnerstag erklärt, am Lockdown festzuhalten, weil „es eine Schande wäre, wenn wir nicht in der Lage wären, ‚Null Covid‘ zu erreichen.“ Am nächsten Tag nahm sie nach einem öffentlichen Aufschrei die Ankündigung zurück. Beamte in der östlichen Stadt Jinan erklärten am Sonntag, dass die Einwohner weiterhin einen Gesundheitscode einscannen und ein negatives Testergebnis vorweisen müssen, um öffentliche Toiletten zu benutzen.

Umwelt & Klima

Mehrere hundert Hektar Wald sind Ende März am Bundesheer-Truppenübungsplatz in Allentsteig (Niederösterreich) in Flammen gestanden. Nun wird aufgeforstet, rund 50.000 Jungbäume wurden im Herbst gepflanzt. Die Waldbrandgefahr werde allerdings zunehmend größer, sagt der Kommandant des Truppenübungsplatzes, Herbert Gaugusch.

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Mehrere Dutzend frisch gerodeter Bäume auf dem Mönchsberg in Salzburg sorgen bei Einheimischen in der Stadt Salzburg für Aufregung. Im Auftrag der Naturschutzabteilung des Magistrats soll ein neuer Lebensraum entstehen und die historische Wehrmauer wieder freigestellt werden. Es gibt aber auch Kritik am Projekt.

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Chronik

Nach Ermittlungen der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität hat die Wiener Polizei eine große Menge an Kokain aus dem Verkehr ziehen können. Auf der Straße verkauft, hätte es rund 1,5 Millionen Euro eingebracht. Drei Verdächtige sind in Haft.

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Die Freiwillige Feuerwehr Adnet (Salzburg) hat gestern zwei Personen aus einem völlig verrauchten Wohnhaus gerettet. Der angrenzende Carport war in Brand geraten – Atemschutztrupps holten eine im Rollstuhl sitzende Person und ihre Pflegerin aus dem Haus.

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Eine verletzte Passantin, vier verletzte Pferde, drei Kutschen und ein Auto beschädigt: Das ist das Resultat eines Unfalls gestern kurz vor Mittag in der Wiener Innenstadt. Auslöser war das Gespann eines Fiakers, das plötzlich nicht mehr zu steuern war.

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In der Adventzeit sind offenbar vermehrt Taschendiebe in Kärnten unterwegs. In den vergangenen Tagen gab es mehrere Vorfälle bei Diebstählen in Wernberg, Velden und Klagenfurt. Die Polizei ruft zu erhöhter Wachsamkeit bei Supermärkten und bei Christkindlmärkten auf. Wertgegenstände sollten niemals unbeobachtet bleiben.

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Auf den Tag genau ein Jahr nach seiner letzten Eruption ist der Vulkan Semeru auf Indonesiens Hauptinsel Java wieder ausgebrochen. Das Zentrum für Vulkanologie und geologische Gefahrenvorbeugung registrierte Anzeichen weiter steigender Aktivität und gab heute die höchste Warnstufe vier aus.

Vulkanausbruch in Lumajang
Reuters/Antara Foto

Der Vulkan hatte ab den frühen Morgenstunden mehrfach heiße Asche bis zu 1.500 Meter hoch in den Himmel gespien. Die dichte Aschewolke senkte sich in einem sieben Kilometer weiten Radius um den Krater auf die Umgebung. Über Verletzte oder Schäden ist derzeit nichts bekannt.

Sperrzone verhängt

Das Potenzial weiterer hoher Aschesäulen und pyroklastischer Ströme – rasend schnelle Lavalawinen – sei sehr hoch, erklärte die Vulkanologiebehörde. Die indonesischen Behörden verhängten eine absolute Sperrzone von fünf Kilometern um den Krater und ein partielles Sperrgebiet in 13 Kilometern Abstand am südöstlichen Hang.

Der Semeru ist mit knapp 3.700 Metern der höchste Berg auf Java und liegt im Nationalpark Bromo-Tengger-Semeru im Osten der Insel. Er ist seit Dezember 2020 wieder verstärkt aktiv. Bei seinem letzten Ausbruch Anfang Dezember 2021 starben mindestens 50 Menschen, Tausende mussten aus dem Gebiet flüchten.

Der Inselstaat Indonesien befindet sich auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Dort stoßen mehrere tektonische Platten aufeinander, sodass sich besonders häufig Erdbeben und Vulkanausbrüche ereignen. Erst vor rund zwei Wochen waren bei einem Erdbeben auf Java mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen.

In Japan löste der Ausbruch eine Tsunami-Warnung aus. Sie gelte für die Inselketten Miyako und Yaeyama in der Präfektur Okinawa, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

In einem Vorort der südafrikanischen Metropole Johannesburg sind mindestens neun Teilnehmer einer Taufzeremonie ertrunken. 33 Täuflinge, die sich gestern in Bramley Park am Ufer des Jukskei-Flusses versammelt hatten, seien von einer plötzlichen Sturzflut und starken Strömung überrascht worden, erklärte ein Sprecher der Rettungskräfte heute.

Seither seien die Leichen von neun Täuflingen geborgen worden, weitere acht galten noch als vermisst. Nach ihnen werde weiter gesucht. Die Rettungskräfte gingen aber davon aus, dass die Zahl der Toten weiter steigen dürfte.

Schon im Juni waren vier Menschen bei einer Taufe in der Provinz Limpopo ertrunken. Südafrikas Behörden raten davon ab, Taufen in Flüssen abzuhalten. Auch der Sprecher der Rettungskräfte appellierte an die Kirchengemeinden, die Gefahren durch Stürme und Überschwemmungen – insbesondere in den jetzigen südafrikanischen Sommermonaten – bei der Planung ihrer Rituale zu berücksichtigen.

Ein 13 Monate altes Mädchen ist in der Region Hannover in Deutschland von einem umstürzenden Einkaufswagen so schwer verletzt worden, dass es kurz darauf starb. Der mit Rigipsplatten beladene Einkaufswagen war in einem Baumarkt in Schieflage geraten, wie die Polizei heute mitteilte. Das Kind sei neben dem Einkaufswagen gestanden, als dieser umkippte.

Das Mädchen war den Angaben zufolge mit seinen Eltern im Baumarkt. Ersthelfer reanimierten das Kind, es wurde mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen, dort starb es wenige Zeit später. Die Ermittlungen zu dem tragischen Unglück laufen auf Hochtouren.

Kultur

Die Bayerische Staatsoper hat einen neuen „Lohengrin“. "Der „Lohengrin" hat eine besondere Bedeutung für dieses Haus“, sagte Opernintendant Serge Dorny gestern nach der Premiere der Neuinszenierung der Richard-Wagner-Oper in München – und dankte dem gesamten Ensemble für eine „herausragende“ Leistung.

Zuvor hatte es viel Applaus gegeben für die insgesamt eher schlichte, weitgehend klassische Neuproduktion von Regisseur Kornel Mundruczo und Dirigenten Francois-Xavier Roth, der Teile des Orchesters – die Fanfaren – vom Zuschauerraum aus spielen ließ.

Johanni van Oostrum als Elsa von Brabant und Mika Kares als König Heinrich begeisterten das Publikum. Auch Klaus Florian Vogt in der Titelrolle wurde gefeiert.

Regisseur Mundruczo verzichtete auf eine überraschende Interpretation der romantischen Schwanenritteroper und erzählte die Geschichte über die Hoffnung auf den Erlöser von Brabant mit viel Pathos und in weitgehend weiß gehaltenem Bühnenbild.