COV Inland

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 312 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet (Stand: heute, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

10.732 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 117 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 31 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten

7-Tage-Inzidenz bei 28,2

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 28,2 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum.

In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Die großen Impfstraßen in Vorarlberg sind vorerst Geschichte. Ab sofort wird nur noch beim Hausarzt geimpft. Wer sich im Internet für eine Impfung anmeldet, kann selbst entscheiden, wo, wann, von wem und mit welchem Impfstoff er oder sie geimpft werden möchte.

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In Zeiten der Pandemie Eltern zu werden, war für viele eine Belastung. Das zeigen erste Ergebnisse der Studie „Corona Baby“, für die Salzburger Psychologen 1.040 österreichische Familien befragt haben.

Die Jungeltern berichten darin von negativen Auswirkungen auf Schwangerschaft, Geburt und die Sozialkontakte des Kindes. Gleichzeitig sieht fast die Hälfte der Befragten auch einen positiven Effekt: 44 Prozent hatten demnach durch die Pandemie mehr Zeit mit ihrem Kind.

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Inland

Die koalitionsinterne Debatte über Straßenbau und Klimaschutz geht weiter. Die grüne Klubobfrau Sigrid Maurer nannte die Warnungen von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vor einem „Klimalockdown“, den manche fordern würden, „absurd“. „Ich muss ehrlich sagen, ich verstehe nicht ganz, wovon der Kanzler spricht. Niemand fordert solche absurden Dinge“, sagte Maurer heute im Ö1-Morgenjournal.

Es gehe nicht um Einschränkungen, sondern um den Ausbau klimafreundlicher Mobilität. Die Aussagen von Kurz zur S18-Schnellstraße in Vorarlberg, wonach die Straße unbedingt gebaut werden müsse, nannte Maurer „die persönliche Meinung des Kanzlers zu einer Straße in Vorarlberg“. Die zuständige Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) habe einen Auftrag des Parlaments, hier Alternativen zu prüfen.

Van der Bellen: Klimakrise geht nicht von selbst vorbei

Am Wochenende hatte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) dem Kanzler „altes Denken“ attestiert. Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen hatte bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele klar Position bezogen: „Ich finde es falsch, Maßnahmen gegen die Klimakrise weiter hinauszuschieben und so zu tun, als würde diese von selbst vorbeigehen.“

Kritik an diesem Hickhack kam von der Opposition. Die SPÖ forderte die Regierung auf, endlich für Österreich statt gegeneinander zu arbeiten. Auch NEOS forderte die Regierung auf, zu arbeiten und nicht zu streiten.

S18: Kurz stellte sich hinter Wallner

Ausgangspunkt des Koalitionsscharmützels war der Auftrag Gewesslers, die Neubauprojekte der ASFINAG bis Herbst zu evaluieren, was zu einem Aufstand der Länder führte. Neben dem Wiener Lobautunnel ist auch die Bodensee-Schnellstraße S18 in Vorarlberg davon betroffen. Kurz hatte sich in diesem Fall auf die Seite des Baubefürworters, Landeschef Markus Wallner (ÖVP), gestellt und bei seinem jüngsten Besuch in Vorarlberg gemeint, dass der Verzicht auf Mobilität und Individualverkehr nicht funktionieren werde.

Er sei nicht der Meinung, „dass unser Weg zurück in die Steinzeit sein sollte“. Und in Sachen S18 erklärte Kurz, das Projekt sei „schon lange versprochen, und es muss auch durchgeführt werden“.

„Glaube nicht, dass Klimaschutz durch Verzicht funktioniert“

„Ich glaube nicht, dass Klimaschutz durch Verzicht funktioniert“, bekräftigte Kurz indes in einem Interview mit der deutschen „Bild“-Zeitung. Im Kampf gegen die Klimakrise verwies er erneut auf die Rolle von Technologie, etwa die Fortschritte in den Bereichen E-Mobilität und Solarenergie.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) will auch bei einer Anklageerhebung gegen ihn nicht zurücktreten. „Ja, selbstverständlich“, antwortete Kurz in einem Interview mit „Bild live“ auf die Frage, ob ein Angeklagter Bundeskanzler sein könne. Schließlich sei bei solchen Anklagen „nie etwas dran“ gewesen, und sie hätten sich „alle als falsch herausgestellt“, argumentierte Kurz. Das Interview wurde laut „Bild“ bereits am Freitag in Österreich aufgezeichnet.

Er wisse, was er getan und nicht getan habe. „Ich habe definitiv immer vorsätzlich die Wahrheit gesagt“, bekräftigte der ÖVP-Chef seine Verteidigungslinie. Auf die Frage, ob er mit 40 Jahren noch Kanzler sein werde, sagte der bald 35-Jährige: „Ich fühle mich derzeit sehr wohl in der Politik. Ich glaube, dass ich einen Beitrag leisten kann.“

Scharfe Kritik von SPÖ und FPÖ

Kritik an den Aussagen von Kurz kam von SPÖ und FPÖ. „Ein Kanzler kann nicht gleichzeitig auf der Regierungsbank und Anklagebank sitzen“, sagte SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch in einer Aussendung. Auch erinnerte Deutsch daran, dass auf Falschaussage im U-Ausschuss eine Strafe von bis zu drei Jahren Haft droht.

„Bezeichnend“ sei es außerdem, dass „der Kanzler zu den Vorwürfen noch nicht einmal einvernommen werden konnte, weil sein Anwaltsteam die Zuständigkeit der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft mit allen juristischen Finten bekämpft und so das Verfahren in die Länge zieht“, so der SPÖ-Geschäftsführer.

FPÖ-Verfassungssprecherin Susanne Fürst sprach von einer „Unverfrorenheit von ÖVP-Kanzler Kurz“, die „langsam unerträglich“ werde. „Bei sich selbst legt er offensichtlich völlig andere – großzügigere – Maßstäbe an als bei allen anderen. Mit einem Beschuldigten (Ex-)Vizekanzler Strache hatte er noch jede Zusammenarbeit aus Prinzip rigoros ausgeschlossen.“

„Werden weiter nach Afghanistan abschieben“

In dem rund halbstündigen Interview nahm der Kanzler auch zu den Themen Migration, Coronavirus und Klima Stellung. Von „Bild“ unter anderem mit barbarischen Aussagen eines Taliban-Richters über die Steinigung von Homosexuellen konfrontiert, blieb Kurz bei seiner Haltung zum Thema Migration.

„Wir werden sicherlich weiter nach Afghanistan abschieben“, betonte er. Geflüchtete sollten in den Nachbarländern oder in anderen Teilen des Landes aufgenommen werden, die nicht unter Kontrolle der Taliban seien, so Kurz, der einräumte, sich „Sorgen“ wegen des internationalen Truppenabzugs aus dem Land zu machen. Allerdings werde aus dem Land auch sehr viel an homophoben oder frauenfeindlichen Ansichten importiert, so Kurz, der in diesem Zusammenhang auch den Fall der getöteten 13-Jährigen in Wien erwähnte.

Eigenverantwortung bei Pandemie

Beim Thema Coronavirus verteidigte er ebenfalls seine Linie, auf Eigenverantwortung zu setzen, und verwies auf die „extremen Kollateralschäden“ durch die Restriktionen der vergangenen Monate. „Die Impfung ist 100-mal besser als der Lockdown“, so Kurz. Zugleich versicherte er: „Wenn es Probleme gibt, dann werden wir sofort darauf reagieren.“

Klimaschutz funktioniere nicht durch Verzicht

Mit der schnellen Entwicklung der Coronavirus-Impfung versuchte Kurz auch seinen Glauben an die Technologie im Kampf gegen die Klimakrise Glaubwürdigkeit zu verleihen. „Ich bin der festen Überzeugung, dass die Menschheit zu Unfassbarem imstande ist, wenn sie will“, verwies er etwa auch auf die Entwicklungen in den Bereichen Solarzellen oder Elektromobilität.

Statt die Menschen bei 16 Grad im Winter in ihren Wohnungen „frieren“ zu lassen, solle man lieber auf eine „bessere Isolierung“ setzen. Zudem brauche man in ländlichen Gebieten das Auto. „Das wird anders nie möglich sein“, sagte Kurz. „Ich glaube nicht, dass Klimaschutz durch Verzicht funktioniert“, bekräftigte der Kanzler seinen Kurs.

Bei der Volksanwaltschaft häufen sich die Beschwerden über die MA35, die in Wien für Aufenthaltsbewilligungen zuständig ist. Akten bleiben demnach zum Teil Monate liegen. Mehr als 400 Beschwerden gibt es schon, fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Als Hauptgrund für den starken Anstieg der Beschwerden nennt der seit November zuständige Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (NEOS) die Coronavirus-Maßnahmen.

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Am Wiener Landesgericht geht der Terrorprozess gegen fünf Angeklagte in die Schlussphase. Der Hauptangeklagte soll in Syrien für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft haben und an Gräueltaten beteiligt gewesen sein. Nach Zeugenaussagen wurde der Prozess abgeschlossen. Morgen wird das Urteil verkündet.

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Ausland

Der seitens der ungarischen Opposition zum Thema Pegasus-Abhörskandal einberufene Parlamentsausschuss für Nationale Sicherheit brachte heute keine Aufklärung. Innenminister Sandor Pinter nahm zwar an der Sitzung teil, musste jedoch nicht Rede und Antwort stehen. Dazu verhalfen die Ausschussmitglieder der rechtsnationalen Regierungspartei FIDESZ, die die Sitzung boykottierten und diese damit beschlussunfähig machten, berichtete das Onlineportal Telex.hu.

Die Opposition hatte von Pinter Aufklärung darüber erwartet, ob die Regierung die israelische Spähsoftware Pegasus kaufte und gegen regierungskritische Journalisten, Menschenrechtsaktivisten, Politiker und Geschäftsleute einsetzte.

Pinter hatte im Vorfeld mehrfach betont, bei der Sitzung des Ausschusses Fragen zu beantworten, wobei er dabei bereits gewusst haben könnte, dass FIDESZ das verhindern werde, gab das Onlineportal zu bedenken. Die Grünen LMP hatten gestern in einer Aussendung ein Fernbleiben der FIDESZ-Ausschussmitglieder mit einem Eingeständnis der Verantwortung der Regierung gleichgesetzt.

Protestaktion am Abend geplant

Unter dem Motto „Lassen wir nicht zu, dass sie uns auch noch unser Privatleben stehlen“ beginnt heute ab 18.00 Uhr vor dem Haus des Terrors in Budapest eine Protestaktion gegen den Abhörskandal, organisiert von der Oppositionspartei Momentum.

Diese bezeichnete den Skandal auf Facebook als „das dunkelste Kapitel der ungarischen Politik nach dem Systemwechsel“, es erinnere an die härtesten Zeiten des Parteistaates. „Wir lassen nicht zu, dass die Ungarn in ihrem eigenen Land von ihrer eigenen Regierung als Verbrecher und Terroristen behandelt werden“, hieß es auf Facebook. Der Aktion von Momentum schlossen sich auch die anderen Oppositionsparteien an. Die Demonstration endet vor dem Sitz von FIDESZ in der Lendvay-Straße mit Reden von Vertretern der Oppositionsparteien.

Die beiden Südkaukasus-Republiken Armenien und Aserbaidschan haben sich gegenseitig Schüsse in der Grenzregion vorgeworfen. Aserbaidschans Verteidigungsministerium beschuldigte armenische Soldaten, in der Nacht auf heute das Feuer auf Streitkräfte im Gebiet Kelbadschar im Konfliktgebiet Bergkarabach eröffnet zu haben. Armenien dementierte das und erklärte wiederum, Aserbaidschan habe die Waffenruhe an zwei Orten unweit der Grenze gebrochen.

Beide Staaten betonten, selbst nur „Vergeltungsmaßnahmen“ ergriffen zu haben. Berichte über Verletzte gab es nicht. Trotz eines Waffenstillstands kommt es immer wieder zu Scharmützeln, für die sich Armenien und Aserbaidschan gegenseitig verantwortlich machen. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Informationen kaum.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken hatten zuletzt vom 27. September bis zum 9. November um Bergkarabach gekämpft. Aserbaidschan holte sich dabei weite Teile des Anfang der 1990er Jahre verlorenen Gebiets zurück. Mehr als 6.500 Menschen starben.

Mit Beginn des Abzugs der internationalen Truppen aus Afghanistan hat die Zahl der Opfer in der Zivilbevölkerung wieder deutlich zugenommen. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden annähernd 5.200 Zivilisten verletzt oder getötet – ein Anstieg um 47 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020. Das geht aus einem Bericht hervor, den die UNO-Mission in Afghanistan heute in Kabul veröffentlichte.

Der Anstieg sei vor allem auf die Monate Mai und Juni zurückzuführen, hieß es. Er fällt also mit dem Abzug der internationalen Truppen und dem Start mehrerer Militäroffensiven der militant-islamistischen Taliban zusammen. Die letzten Kampftruppen der USA sollen bis Ende August abziehen.

Friedensverhandlungen brachten keine Verbesserung

Allein im Mai und Juni wurden dem UNO-Bericht zufolge 2.392 Zivilpersonen verwundet oder getötet – fast genau so viele wie in den gesamten vier Monaten davor. Für diese beiden Monate verzeichnete die UNO Rekordwerte: Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen 2009 wurden in diesen Monaten so viele zivile Opfer dokumentiert. Die Taliban haben seit Anfang Mai mehr als 160 der 400 Bezirke des Landes neu erobert.

In einer Analyse der Denkfabrik Afghanistan Analysts Network heißt es, der UNO-Bericht widerlege jede Vorstellung, dass die jüngsten Taliban-Eroberungen praktisch unblutig abgelaufen seien.

Auch der Beginn von Friedensverhandlungen zwischen der Regierung in Kabul und den Taliban führte für die Zivilbevölkerung nicht zur erhofften Verbesserung. Die Verhandlungen treten auf der Stelle.

EU

Österreich hat sich in der Debatte über eine Verschärfung des Kampfes gegen Geldwäsche in der EU gegen eine Obergrenze von 10.000 Euro für Zahlungen mit Bargeld ausgesprochen. Bargeld sei in Österreich ein sensibles Thema und für die Bürger von grundlegender Bedeutung für das Gefühl der Sicherheit und Freiheit, sagte Finanzminister Gernot Blümel heute laut dpa in einer Videoschaltung mit Kolleginnen und Kollegen aus den anderen EU-Staaten. Österreich sehe auch keinen Zusatznutzen von verbindlichen Limits und spreche sich deswegen dagegen aus.

Eine EU-weite Bargeldobergrenze war in der vergangenen Woche von der Kommission als Teil eines ganzen Pakets mit Maßnahmen für einen effizienteren Kampf gegen Geldwäsche vorgeschlagen worden. Sie soll dazu beitragen, dass Geld aus kriminellen Geschäften nicht mehr so einfach in die reguläre Wirtschaft eingespeist werden kann. In etlichen EU-Staaten gibt es bereits Limits für Zahlungen mit Bargeld. Länder wie Österreich, Deutschland, Luxemburg und Zypern müssten sie aber erst einführen.

„Wir wollen keine schleichende Abschaffung des Bargelds, und diese Skepsis haben wir auch heute wieder artikuliert“, so Blümel in einer der APA übermittelten Stellungnahme. Der digitale Raum werde verstärkt für kriminelle Aktivitäten genutzt. „Daher begrüßen wir die geplanten Regulierungsmaßnahmen im Bereich der Kryptowährungen. Diese Regulierungen sind zielführender als willkürliche Obergrenzen bei Bargeldzahlungen.“

EU-Finanzmarktkommissarin Mairead McGuinness sagte noch einmal, dass die geplante Bargeldobergrenze nicht bedeute, dass das Bargeld abgeschafft werden solle. Bargeld sei extrem wichtig, aber es müsse sauber sein. Die offiziellen Verhandlungen der EU-Staaten über das Anti-Geldwäsche-Paket sollen im September beginnen. Mit einer Verabschiedung von konkreten Maßnahmen wird nicht vor dem nächsten Jahr gerechnet.

COV Ausland

In Frankreich gilt künftig für Beschäftigte im Gesundheitswesen eine Coronavirus-Impfpflicht. Das Parlament in Paris stimmte in der Nacht auf heute entsprechenden Plänen von Präsident Emmanuel Macron zu. Betroffen sind unter anderem Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Die Abgeordneten billigten trotz landesweiter Proteste auch die Verschärfung anderer Regeln. Damit muss man im Alltag nun häufiger nachweisen, dass man negativ getestet oder geimpft ist beziehungsweise eine Erkrankung überstanden hat.

Angesichts teils scharfer Kritik an der Vorgangsweise kündigte Premierminister Jean Castex an, sie vom Verfassungsrat prüfen zu lassen. Der Conseil Constitutionnel will sich am 5. August dazu äußern, was den geplanten Zeitplan durcheinanderbringen könnte. Ursprünglich hatte die Regierung vorgesehen, dass der „pass sanitaire“ – also ein Nachweis über einen Negativtest, Impfungen oder Genesung – ab August auch für Fernzüge, Bars oder Restaurants nötig wird.

Am Wochenende hatten nach Angaben des Innenministeriums landesweit mehr als 160.000 Menschen gegen die Impfpflicht und die Ausweitung der Nachweispflicht demonstriert. Dabei kam es auch zu Ausschreitungen. Es gab zahlreiche Festnahmen. Macron appellierte an die Bevölkerung indes erneut, sich impfen zu lassen.

In Dänemark soll Menschen mit einer Kreuzimpfung zweier verschiedener Coronavirus-Impfstoffe eine dritte Dosis angeboten werden. Das dänische Gesundheitsministerium teilte dem Rundfunksender DR mit, dass den Kreuzgeimpften das Angebot eines dritten Stichs gemacht werde, nachdem die nationale Impfkampagne abgeschlossen sei.

Grund dafür ist laut DR, dass mehrere Länder außerhalb des EU- und Schengen-Raums eine Impfung mit unterschiedlichen Präparaten bei der Einreise nicht als vollständige Impfung anerkennen. Das kann Reiseprobleme für jene rund 150.000 dänischen Bürgerinnen und Bürgern mit sich bringen, die zwei unterschiedliche CoV-Impfstoffe bekommen haben. Dänische Medien hatten zuletzt von einer in Dänemark lebenden Thailänderin berichtet, die ihre Eltern nicht in Thailand besuchen kann, weil sie mit der Kreuzimpfung nicht quarantänefrei einreisen kann.

151.335 Bürger, darunter vor allem Gesundheits- und Pflegepersonal, hatten im nördlichsten deutschen Nachbarland zunächst das Mittel von AstraZeneca erhalten, das dann aber in Dänemark aus Sorge vor Blutgerinnseln aus dem offiziellen Impfprogramm gestrichen worden war.

Darauf hatten sie bei der Zweitimpfung entweder das Präparat von Biontech/Pfizer oder das von Moderna erhalten. Sie sollen den Angaben zufolge nun nochmals Biontech/Pfizer oder Moderna bekommen. Die praktische Umsetzung ist noch nicht klar, soll aber zwischen der Gesundheitsverwaltung und den dänischen Regionen abgesprochen werden.

Erstmals seit Jänner hat China am Montag 76 CoV-Neuinfektionen binnen eines Tages vermeldet. Der neue Höchstwert veranlasste das Land zu einer umfangreichen Testaktion bei Millionen von Einwohnerinnen und Einwohnern in der östlichen Provinz Jiangsu. Für Besorgnis sorgten besonders 40 inländische Ansteckungen, von denen 39 aus Jiangsu und eine aus Liaoning gemeldet wurden, wie die Nationale Gesundheitskommission mitteilte.

Peking verfolgt im Kampf gegen das Coronavirus eine strikte Verfolgung und Eindämmung der Fälle. Wenn kleine Cluster in einer Stadt oder Provinz auftreten, werden die betroffenen Gebiete abgeriegelt und alle Einwohner auf das Virus getestet. In Jiangsus Provinzhauptstadt Nanjing stehen derzeit 9,2 Millionen Menschen unter einem strikten Lockdown, da Peking die Bürger ein zweites Mal auf das Virus testen lassen will.

Infolge einer Kontaktverfolgung wurden den Behörden zufolge unter anderem fünf Menschen ausfindig gemacht, die vom Flughafen von Nanjing abgereist waren und bei ihrer Ankunft in vier verschiedenen Provinzen positiv auf das Virus getestet wurden. Der Fall löste Befürchtungen vor einem erneuten landesweiten Ausbruch der Krankheit aus.

Grenzkontrollen verschärft

Aus Yunnan im Südwesten des Landes wurde ebenfalls einen Anstieg der Infektionen gemeldet. Dieser lässt sich den Behörden zufolge auf das benachbarte Myanmar zurückführen, wo die Militärjunta versucht, den jüngsten Anstieg der CoV-Fälle einzudämmen.

Um einen Ausbruch der Fälle in der grenznahen Region zu vermeiden, hat China seine Grenzkontrollen verschärft und setzt automatische Gesichtserkennung ein, um die Bewegungsprofile der Menschen und ihren Gesundheitszustand zu überwachen.

Seit Pandemiebeginn hat China, das Land in dem das Coronavirus erstmals auftrat, 92.605 Infektionen und 4.636 Todesfälle verzeichnet. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat sich von den durch die Pandemie verursachten Einbußen im vergangenen Jahr schnell erholt.

Der Iran hat einen neuen Höchstwert bei den täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreicht. Als Ursache wird von den Behörden eine zunehmende Verbreitung der Delta-Variante angegeben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums von heute wurden trotz eines Lockdowns binnen eines Tages 31.814 Neuinfektionen registriert.

Im selben Zeitraum starben 322 Patienten und Patientinnen im Zusammenhang mit dem Virus. Der bisherige Höchstwert lag bei 27.444 Fällen, registriert am letzten Dienstag. Die Gesamtzahl der CoV-Infektionen im Iran liegt nun bei über 3,7 Millionen, die der CoV-Toten bei fast 89.000.

Der Iran ist von der Pandemie besonders hart betroffen, auch weil die Wirtschaftskrise und US-Sanktionen die Einfuhr von Impfstoffen für das Land erheblich erschwert haben. Die Impfkampagne für die mehr als 83 Millionen Menschen kommt daher auch nur schleppend voran. Bisher wurden ungefähr 13 Prozent der Bevölkerung mit hauptsächlich chinesischen Vakzinen geimpft.

In Israel, das aufgrund des frühen Impfstarts und seiner umfassenden Digitalisierung eine der wichtigsten Quellen für die Wirksamkeit des Impfstoffs von Biontech und Pfizer ist, wird heute eine neue Studie präsentiert, wie der öffentlich-rechtliche Sender Kan berichtete.

Das Hauptergebnis: Wenn die Impfung länger als fünf Monate zurückliegt, erhöht sich das Ansteckungsrisiko im Vergleich zu jenen, bei denen die Impfung weniger als fünf Monate zurückliegt. Freilich ist das immer noch nur ein Bruchteil des Risikos, das jene haben, die nicht geimpft sind.

1,5 Prozent der Geimpften infiziert

Von 28.064 Geimpften, die bei der Krankenkasse Leumit versichert sind, steckten sich in den letzten zwei Monaten 423 oder 1,5 Prozent mit CoV an. Für die neue Studie wurden deren Daten analysiert – insbesondere nach dem Zeitpunkt der beiden Impfungen.

Zwei versus ein Prozent

Dabei zeigte sich, dass das Ansteckungsrisiko bei jenen, bei denen der Zweitstich länger als 142 Tage, also rund fünf Monate, zurücklag, im Vergleich zu jenen, bei denen die zweite Teilimpfung weniger als 142 Tage zurücklag, eben genau doppelt so hoch ist.

In der Altersgruppe der über 60-Jährigen waren es zwei Prozent bei den bereits fünf Monate oder länger Geimpften versus ein Prozent bei der anderen Gruppe. Ganz ähnlich das Verhältnis bei den 40- bis 59-Jährigen: 2,1 Prozent Infizierte stehen hier einem Prozent gegenüber.

In Israel wird derzeit darüber diskutiert, ob die Geimpften eine Auffrischungsimpfung erhalten sollen oder nicht. Für Risikogruppen wurde diese bereits freigegeben.

Sport

Das olympische Tennisturnier wird ohne österreichische Beteiligung weitergehen. Oliver Marach und Philipp Oswald scheiterten heute im Achtelfinale an den als Nummer drei gesetzten Kolumbianern Juan-Sebastian Cabal und Robert Farah nach einer Spielzeit von 1:25 Stunden mit 4:6 1:6. Im Herren-Einzel gaben sich hingegen die Topstars keine Blöße.

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Sofia Polcanova steht beim Tischtennis-Turnier im Achtelfinale. Die 26-Jährige besiegte heute in der dritten Runde in ihrem Auftaktmatch die unangenehm spielende Inderin Manika Batra souverän mit 4:0 und spielt nun morgen gegen die Japanerin Kasumi Ishikawa. In die dritte Runde zog Liu Jia ein, sie besiegte Polina Michailowa (ROC) mit 4:3. Für Daniel Habesohn war in Runde drei Endstation.

Mehr dazu in sport.ORF.at/tokyo2020

Zuerst wurde ein umstrittener Elfmeter bestätigt, später gab es nach minutenlangem Check eine Rote Karte: Der Video Assistant Referee (VAR) hat am Sonntag im ersten Kärntner Ligaderby seit 36 Jahren zwischen Austria Klagenfurt und Pellets WAC für viel Gesprächsstoff gesorgt. Während der Aufsteiger das Remis am Ende als gerecht erachtete, trauerten die Wolfsberger einem schon fast sicher geglaubten Sieg nach.

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Nach einer Diskussion über die Länge ihrer Sporthosen hat US-Sängerin Pink der norwegischen Nationalmannschaft der Beachhandballerinnen ihre Unterstützung ausgesprochen. „Ich bin sehr stolz auf die norwegischen Beachhandballerinnen, die gegen die sehr sexistischen Regeln zu ihrer ‚Uniform‘ protestieren“, schrieb die 41-Jährige gestern (Ortszeit) auf Twitter.

Gerne werde sie die Geldstrafe, die der Verband gegen das Team verhängt hatte, übernehmen. „Der europäische Handballverband sollte eine Strafe wegen Sexismus zahlen müssen“, schrieb die Sängerin weiter.

Die Spielerinnen der norwegischen Frauen-Mannschaft hatten jüngst bei einem Duell der Europameisterschaft statt der vorgeschriebenen Bikinihöschen etwas längere Sporthosen getragen. Nach einer Entscheidung des Europäischen Handballverbands müssen sie nun wegen „unangemessener Bekleidung“ eine Geldstrafe von 1.500 Euro zahlen.

Umwelt & Klima

Vertreter aus rund 200 Ländern haben heute die Schlussberatungen über den ersten Teil des neuen, sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC) aufgenommen. Die zweiwöchigen Beratungen finden formal am Genfer IPCC-Sitz statt, erfolgen aber wegen der Coronavirus-Pandemie aber vorwiegend virtuell. Die Empfehlungen der Wissenschafterinnen und Wissenschafter gelten als wegweisend für die globale Klimapolitik.

In dem nun vorliegenden ersten Teil, der am 9. August veröffentlicht werden soll, geht es um naturwissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels – insbesondere die Entwicklung des Anteils von Treibhausgaben in der Atmosphäre und deren Wirkung sowie Szenarien für das künftige Fortschreiten der Erderwärmung.

Ein Extrakapitel befasst sich diesmal mit der Wirkung kurzlebiger Treibhausgase. Dies betrifft etwa Methan, dessen Treibhaus-Wirkung deutlich stärker ist als die von Kohlendioxid, das jedoch auch schneller in der Atmosphäre wieder abgebaut wird.

Warnung vor schwerwiegenden Folgen

Im kommenden Jahr sollen zwei weitere Teile zu Folgen des Klimawandels und Möglichkeiten der Anpassung sowie zu Wegen zu einer Minderung der Treibhausgasemissionen folgen. Den Abschluss bildet ein Synthesebericht, der Kernaussagen der drei Teile sowie aktueller IPCC-Sonderberichte zusammenfasst.

Die Berichte sind bis zu ihrer Veröffentlichung vertraulich. Entwürfen zufolge, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegen, dürften die beteiligten Wissenschafterinnen und Wissenschafter jedoch vor schweren Naturkatastrophen warnen, falls der Klimawandel nicht eingedämmt wird. Der Zusammenbruch ganzer Ökosysteme, Wasser- und Lebensmittelknappheit und Krankheiten als Folgen der Erderwärmung werden demnach in den kommenden Jahrzehnten immer schneller um sich greifen.

Wirtschaft

Heute ist ein Kapitel österreichischer Wirtschaftsgeschichte geschlossen worden. Am Handelsgericht Wien fand die Schlussrechnungstagsatzung im Konkursverfahren der 1998 Pleite gegangenen Riegerbank statt. Damit wurde das längste Konkursverfahren einer Bank nach knapp 23 Jahren beendet, teilte der KSV 1870 am Montag mit.

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Die Chef- bzw. Chefinnensuche bei der Staatsholding ÖBAG ist nun in der finalen Phase angelangt. Am Wochenende lief die Bewerbungsfrist für den Posten aus, bei dessen Übernahme man mit rund 450.000 Euro im Jahr mehr verdient als Bundespräsident oder -kanzler.

Notwendig wurde die Suche, weil Thomas Schmid vorzeitig ging, nachdem kompromittierende Chats von ihm öffentlich geworden waren. Interimschefin Christine Catasta tritt ab, wenn der oder die Neue das Amt antritt.

Wann mit der Bekanntgabe des Namens des neuen ÖBAG-Vorstands zu rechnen ist, ist offen. Jetzt beginnt die Zeit der Hearings der Interessentinnen und Interessenten. Gesucht wird neuerlich ein Alleinvorstand, was in Teilen der Opposition als umstritten gilt.

„Nachrichtensperre“ verhängt

Eine ÖBAG-Sprecherin übte sich gegenüber der APA in Zurückhaltung. Aufsichtsratschef Helmut Kern habe eine „Nachrichtensperre“ rund ums Bewerbungsthema verhängt. So war nicht zu erfahren, wie viele Menschen sich beworben haben.

Den Job antreten sollte der neue Vorstand spätestens per 1. Jänner 2022. Auch ein früherer Zeitpunkt ist nicht ganz auszuschließen. Einiges dürfte von Formalitäten rund um einen Jobwechsel abhängen.

Übers Wochenende wurde in Medien schon spekuliert, wer sich für den Posten beworben haben und als Favorit gelten könnte. Schließlich ist der Posten ein immens wichtiger: Die ÖBAG verwaltet die Beteiligungen der Republik Österreich an großen börsennotierten Unternehmen wie OMV, Post und Telekom.

Eine zunehmende Regulierung der chinesischen Privatwirtschaft durch die Regierung belastet die Börsen des Landes. Der Hang-Seng-Index in Hongkong fiel heute um dreieinhalb Prozent. Für den CSI-300-Index, der die Aktien der 300 größten börsennotierten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, ging es ebenso deutlich abwärts.

Hintergrund ist, dass die chinesische Regierung am Wochenende eine Reform des privaten Bildungssektors angekündigt hat. Unternehmen, die Schullehrprogramme unterrichten, dürfen demnach keine Gewinne mehr erzielen oder an die Börse gehen. Den Instituten wurde untersagt, Schülerinnen und Schüler am Wochenende zu unterrichten. Akademische Angebote für Kinder unter sechs Jahren müssen komplett eingestellt werden. Die Auflagen dürften die 100 Milliarden Dollar (85 Mrd. Euro) schwere Branche zu teuren Änderungen zwingen.

Staatsmedien: Regierung will für mehr Gerechtigkeit sorgen

Ziel sei es, die Belastung der Schüler durch übermäßige Hausaufgaben und Nachhilfe nach der Schule zu reduzieren. Auch solle unterbunden werden, dass Eltern viel Geld für die außerschulischen Angebote ausgeben müssen. Chinesische Staatsmedien kommentierten, dass das ein Schritt sei, um für mehr Gerechtigkeit im Bildungssektor zu sorgen. Denn bisher würden Schüler benachteiligt, deren Familien sich die teuren Zusatzangebote nicht leisten können.

Tatsächlich herrscht in China eine Kultur, in der Eltern erhebliche Mittel aufbringen, um ihren Kindern zu möglichst guten Schulnoten zu verhelfen. Die privaten Institute richten ihre Angebote so nicht nur an schwächere Schüler, die in ihrer Klasse nicht mitkommen. Auch für die Besten eines Jahrgangs war es bis jetzt ganz normal, am Wochenende privaten Unterricht zu buchen, um so noch besser abschneiden zu können, als ohnehin schon.

Investoren: Firmen um Wachstumsaussichten gebracht

Investoren gingen davon aus, dass Firmen in dem Bereich durch die Regierungsankündigung fast sämtliche Wachstumsaussichten genommen wurden. Seit Freitag, als erste Berichte über die Veränderungen bekanntwurden, ging es für betroffene Firmen, denen Analysten bis vor Kurzem noch blendende Aussichten bescheinigt hatten, steil bergab. New Oriental, eines der größten privaten Bildungsunternehmen in China, verlor seitdem an der Hongkonger Börse 75 Prozent an Wert. Auch für den chinesischen Internetgiganten Tencent, der stark im Bildungssektor investiert, ging es deutlich abwärts.

Erst Dürre, dann Frost: Wetterkapriolen haben den weltgrößten Kaffeeproduzenten Brasilien hart getroffen und lassen die Preise der Bohnen drastisch steigen. Der für den späteren Handel vorgesehene Preis für Arabica-Kaffee, einen der wichtigsten Rohstoffexporte des südamerikanischen Landes, lag am Freitag bei knapp 3,50 Euro pro Kilo – und damit auf dem höchsten Stand seit 2014. Verbraucher müssen sich deshalb wohl künftig auf höhere Preise gefasst machen.

Seit Jänner ist der Preis für Arabica-Kaffee um 60 Prozent in die Höhe geschnellt. Und auch der Preis für Robusta-Kaffee – der unter anderem für Instant-Granulat genutzt und hauptsächlich in Asien angebaut wird – erlebte im bisherigen Jahresverlauf einen Preisanstieg von fast 40 Prozent.

Höhere Transportkosten, politische Unruhen

„Es gibt mehrere Gründe für den astronomischen Preisanstieg bei Kaffee“, sagt Rabobank-Analyst Carlos Mera. Hauptgrund seien die verheerenden Wetterbedingungen in Brasilien, aber auch steigende Transportkosten und politische Unruhen im drittgrößten Produktionsland Kolumbien würden ihren Teil beitragen.

Nach fast 70 Jahren in Frankfurt findet die Internationale Automobilausstellung (IAA) heuer erstmals in München statt – und zwar ganz anders: als Volksfest, bei dem sich nicht mehr alles nur ums Auto, sondern um den Verkehr insgesamt dreht. Vertreten sind daher unter anderem auch 50 Fahrradhersteller. Dafür fehlen einige prominente Automarken.

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IT

Am Wochenende hat eine Meldung über ein mögliches Datenleck bei der Audiokonferenz-App Clubhouse im Netz für Wirbel gesorgt. In einem Forum im Darknet sollen insgesamt 3,8 Mrd. Telefonnummern aufgetaucht sein – nun gibt es aber Zweifel an der Echtheit dieser Daten.

In dem Forum ist davon die Rede, dass in dem Leak nicht nur die Nummern von Clubhouse-Nutzerinnen und -Nutzern selbst enthalten sind – sondern auch Nummern von nicht angemeldeten Usern. Zuerst darüber berichtet hatte der Schweizer Sicherheitsexperte Marc Ruef auf Twitter.

App bekam oft Zugriff auf Adressbuch

Clubhouse war lange Zeit als exklusiver Club bekannt – man konnte nur auf Einladung teilnehmen. Um neue User einzuladen, musste man Clubhouse die Berechtigung geben, auf sämtliche Kontakte eines Smartphones zuzugreifen. Das wurde von Datenschützern heftig kritisiert.

Angeblicher Hacker sieht Ball bei der EU

Auch der angebliche Hacker sprach diese Praxis an – und den Zusammenhang mit der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO): Alle großen Internetkonzerne würden mit dem Teilen des Telefonbuchs unrechtmäßig Daten sammeln, so der Vorwurf. Die DSGVO würde Unternehmen für diese Vorgänge bestrafen – nun müsse man schauen, ob die DSGVO dazu auch tatsächlich tauge oder ob es sich nur um eine leere Drohung handle.

Clubhouse wirft Vorwürfe zurück

Clubhouse selbst dementierte einen Angriff. „Es gab keinen Datenleak bei Clubhouse“, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens, aus der das IT-Portal Heise zitiert. „Datenschutz und Sicherheit sind für Clubhouse von größter Bedeutung, und wir investieren weiterhin in branchenführende Sicherheitspraktiken. Clubhouse verwendet keine Cookies und verkauft keine persönlichen Daten an Dritte.“

Zweifel gibt es aber auch von Fachleuten: Die Beispieldaten, die der User im Darknet veröffentlichte, seien wertlos, berichtet Heise. Er enthalte nur Telefonnummern ohne verbundene Informationen – und könnte damit etwa auch automatisch generiert worden sein. Zweifel gibt es auch im Darknet, die das Posting mittlerweile mit einem entsprechenden Hinweis versehen haben, heißt es.

App erst vor Kurzem für alle zugänglich

Clubhouse hatte in der Pandemie enorm an Popularität gewonnen – erst vergangene Woche entschied man sich, die App auch ohne Einladung zugänglich zu machen. Ursprünglich war die App auch nur für Apples iPhone erhältlich – dadurch haftete dem Dienst ein exklusiver Ruf an. Seit Mai ist die App aber auch auf dem Google-Betriebssystem Android verfügbar. Facebook und Twitter reagierten aufgrund der Popularität der App mit eigenen vergleichbaren Services.

Briefmarkensammeln gilt gemeinhin als eher verstaubtes Hobby. Zu Unrecht, denn längst ist die Philatelie in der digitalen Gegenwart angekommen. Ein Beispiel dafür sind Apps, die den Wert der Briefmarkensammlung vom Dachboden bestimmen können – zumindest in der Theorie. Und: Spekulanten setzten auf enorme Wertsteigerungen bei Crypto-Stamps.

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Science

In Österreich haben bis gestern mehr als 4,3 Millionen Menschen zwei Impfdosen gegen Covid-19 erhalten. Obwohl noch nicht alle geimpft sind, läuft bereits die Debatte über eine dritte Impfdosis, um den Impfschutz aufzufrischen. Eine erneute Zulassung ist nicht notwendig, aber die Behörden brauchen mehr Daten für entsprechende Empfehlungen.

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Gesten, Kopfschütteln, Lächeln: Nonverbale Kommunikation wie diese soll künftig für Blinde und Sehbehinderte mit technischen Hilfsmitteln möglich werden. Daran arbeitet ein Forschungsteam von der Universität Linz.

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Chronik

In Ober- und Niederösterreich sind die Feuerwehren gestern Abend und in der Nacht auf heute erneut von Unwettern gefordert worden. In Oberösterreich gingen rund 1.100 Alarmierungen ein, rund 5.000 Helfer waren im Einsatz. Zumindest ein Mann wurde verletzt. Es gab große Schäden.

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Noch rund 1.600 Haushalte haben derzeit keinen Strom. Es handle sich um punktuelle Störungen im Mühlviertel, heißt es vom Stromversorger Linz AG. Auch im Versorgungsgebiet der Netz Oberösterreich sind am Abend bei Tausenden Haushalten die Lichter ausgegangen.

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In Niederösterreich wurden rund 120 Einsätze verzeichnet. Besonders betroffen war das Waldviertel. Ein vermuteter Brand des Stiftes Göttweig stellte sich als Fehlalarm heraus.

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Zielfahnder des oberösterreichischen Landeskriminalamts haben einen 40-jährigen Mann in Albanien ausgeforscht, der vor fast elf Jahren mit seinen damals drei- und fünfjährigen Kindern untergetaucht war. Nach der Festnahme des Mannes werden die Kinder nun erstmals seit Jahren ihre Mutter wiedersehen.

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In Helfenberg in Oberösterreich dürfte ein Wolf abgeschossen worden sein. Spaziergänger fanden am Samstag den Kadaver in einem Wald. Eine Untersuchung soll nun klären, ob es sich tatsächlich um einen Wolf gehandelt hat, und wie er zu Tode gekommen ist.

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Das aufgrund des Donauhochwassers verhängte Badeverbot für die Neue Donau ist wieder aufgehoben worden. Die Labors für Hygiene der MA 39 schlossen ihre Untersuchungen hinsichtlich der Wasserqualität ab – und das Wasser ist wieder zum Baden geeignet.

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Kultur

21 Filme rittern von 1. bis zum 11. September um den Goldenen Löwen der 78. Filmfestspiele von Venedig. 17 weitere Streifen werden außerhalb des Wettbewerbs gezeigt. Und 19 Filme sind Teil der Orizzonti-Sektion, in der Arbeiten gezeigt werden, die neue Tendenzen des Weltkinos präsentieren, wie Festivaldirektor Alberto Barbera heute bei der Vorstellung des Programms enthüllte.

Nachdem Venedig im Vorjahr wegen der Pandemie auf klangvolle Hollywood-Namen verzichten musste, werden im September große Stars am Lido erwartet. Der neue Film „Madres paralelas“ des spanischen Regisseurs Pedro Almodovar, der 2019 in Venedig mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden war, wird am 1. September das Festival eröffnen. Der Film handelt von zwei schwangeren Frauen, die sich vor der Geburt im Krankenhaus ein Zimmer teilen.

Ferrante-Verfilmung und Neues von Paolo Sorrentino

Zu den Filmen, die um den Goldenen Löwen rittern, zählen Jane Campions „The Power of the Dog“ mit Kirsten Dunst als Protagonistin. Die US-Schauspielerin Maggie Gyllenhaal debütiert mit „The Lost Daughter“ nach einem Roman von Elena Ferrante als Filmregisseurin. Im Wettbewerb sind auch „Spencer“ von Pablo Larrain, „The Card Counter“ von Paul Schrader und „Illusions perdues“ des Franzosen Xavier Giannoli.

Unter anderem wird auch das neue Werk von Oscarpreisträger Paolo Sorrentino „E stata la mano di Dio“ (Es war die Hand Gottes) in Venedig präsentiert. Der Film erzählt die wahre Geschichte des tragischen Todes von Sorrentinos Eltern, während Diego Maradona als Star des erfolgreichen städtischen Fußballclubs Neapel abgöttisch verehrt wurde.

Bong Joon Ho als Juryvorsitzender

Den Gewinner des Festivals wird schließlich eine internationale Jury unter Leitung des südkoreanischen Regisseurs Bong Joon Ho bestimmen, der 2019 die Goldene Palme für „Parasite“ erhalten hatte. Ihm stehen sechs internationale Persönlichkeiten der Filmwelt zur Seite. In der Jury sitzt die Regisseurin und Filmproduzentin Chloe Zhao, die mit „Nomadland“ einen Oscar gewann. Martin Schweighofer, der bis Ende Juni die Austrian Film Commission (AFC) leitete, ist Mitglied der Jury, die den besten Film der Regiedebütanten auszeichnen wird.

Laszlo Krasznahorkai, mit Peter Nadas wahrscheinlich der wichtigste Vertreter des ungarischen Gegenwartsromans, hat heute in Salzburg den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur entgegengenommen. Ausgezeichnet wird er nicht zuletzt für die Weiterentwicklung des europäischen Romans. Der Autor hielt eine Dankesrede, die nur aus Dankesnamen zwischen dem Schwimmbad seiner Heimat und dem „schwarzen Schaf Thomas Bernhard“ bestand. Interessant dabei: die Auslassungen.

Der ungarische Schriftsteller Laszlo Krasznahorkai am während seiner Rede anlässlich der Überreichung des „Österreichischen Staatspreises für Europäische Literatur 2021“
APA/Neumayr/leo

Als Literatur, die quer stand zu einer zu rosig gedachten Zukunft nach dem Fall der Mauer, bezeichnete der Grazer Germanist Klaus Kastberger in seiner Laudatio das Werk des 67-jährigen Ungarn, der mittlerweile in Triest lebt. In den 90er Jahren habe man ja noch die junge Partei FIDESZ als eine liberale Kraft imaginiert. Mittlerweile stehe man vor einer Situation, wo die ungarische Moderne von der Regierung von Viktor Orban aus den Lehrplänen der Schule aussortiert werde zugunsten einer „nationalistischen, faschistischen und antisemitischen Lektüre“.

„Es gibt Hoffnung, nur nicht für uns“

Die Kunst von Krasznahorkai entwerfe Bilder, die mitunter stärker über die Zeit hinausgreifen, als „uns Lesern“ klar sei. Rund um die Figuren Krasznahorkais wisse man sehr schnell: In dieser Welt stimme etwas nicht. „Der Teufel ist draußen und wir sind absolut ohnmächtig“, erinnert Kastberger an eine Aussage des Autors.

Die langen Sätze und andere Besonderheiten seiner Literatur seien auch eine Herausforderung für alle Übersetzerinnen und Übersetzer, die aber gerade im Fall der ungarischen Literatur so unabdingbar seien. Manchmal müsse in seiner Literatur alles in einen Satz gepresst werden, weil es eben nicht anders ginge. „Es gibt in der Welt Krasznahorkais wahnsinnig viel Hoffnung, nur leider nicht für uns“, so Kastberger. In England habe der Autor schon längst Kultstatus, bei uns sei er immer noch ein Geheimtipp.

Dank an Faulkner, Bernhard „und den letzten Wolf der Extremadura“

Krasznahorkai dankte in seiner Rede, die nur aus Dankesaufzählungen bestand, all jenen, die ihn motiviert hätten, Literat zu werden. Neben Franz Kafka und Ludwig Wittgenstein auch „den 21 Mädchen“, in die er sich in seiner Jugend „unsterblich verliebt“ habe. Freunde und literarische Vorbilder mischten sich in dieser Dankesaufzählung, die andere lebende Gegenwartsautoren seiner Heimat ausklammerte. Er danke auch William Faulkner, „für seine zum Schweigen gebrachten Sätze“ und Thomas Bernhard – „Ihrem brillanten schwarzen Schaf“ – und auch dem „letzten Wolf der Extremadura“.

Mayer erinnert an verbindenden Charakter der Literatur

Kunststaatssekretärin Andrea Mayer erinnerte in ihrer Rede an die Rolle des „Staatspreises als Zeichen für ein selbstbewusstes Österreich“ seit den 1960er Jahren. Mit Literatur und Kunst sollte, so Mayer, der Kontakt zu all jenen hergestellt werden, „die auch hinter dem Eisernen Vorhang lagen“.

Für sie sei der Preis gerade auch „Gradmesser für die Freiheit des Wortes“: „Wer die Werke europäischer Literatur liest, lässt sich auf die geistige Landschaft des Kontinents und seines Publikums ein. Ein gemeinsamer großer Erfahrungsraum. Niemand hat die Wahrheit, jeder aber das Recht, verstanden zu werden.“