Inland

Justizministerin Alma Zadic (Grüne) muss dem Untersuchungsausschuss das gesamte „Ibiza-Video“ vorlegen, und zwar „ungeschwärzt“. Das hat der Verfassungsgerichtshof (VfGH) in einem heute veröffentlichten Erkenntnis entschieden.

SPÖ, FPÖ, NEOS und auch die Grünen hatten sich an die Höchstrichter gewandt, weil der Ausschuss nur eine teils abgedeckte Version des Videos und geschwärzte Transkripte erhalten hatte. Das war unzulässig, weil das Ministerium die Schwärzungen nicht begründete.

Dabei hatte die Korruptionsstaatsanwaltschaft am 8. Juni das vollständige Videomaterial erhalten. Dem Ausschuss zur Verfügung gestellt wurden aber nur jene Teile und Abschriften des Videos, die für die strafrechtlichen Ermittlungen als relevant eingestuft wurden.

In ihrem Erkenntnis betonten die Höchstrichter, dass Zadic verpflichtet ist, auch Unterlagen vorzulegen, die formal nicht zum Ermittlungsakt der Staatsanwaltschaft genommen wurden.

Justiz kann Unterlagen schon zurückhalten

Auch die im Verfahren vorgebrachte Behauptung des Justizministeriums, wonach die geschwärzten Passagen gar nicht vom Untersuchungsgegenstand erfasst seien, lassen die Verfassungsrichter nicht gelten. Sie betonen, dass dieses Argument schon zuvor dem Ausschuss gegenüber hätte vorgebracht und begründet werden müssen.

Allerdings hat die Justiz weiterhin die Möglichkeit, jene Unterlagen zurückzuhalten, deren Weitergabe die Ermittlungen gefährden würden. Auch das hält der Verfassungsgerichtshof in seinem Erkenntnis fest. In diesem Fall müsste Zadic ein „Konsultationsverfahren“ einleiten.

Die nun ausgesprochen Vorlageverpflichtung hindere Zadic nicht daran, ein solches Verfahren zu verlangen, wenn sie das für erforderlich erachten sollte, heißt es in dem Erkenntnis. Sollte es dabei Meinungsverschiedenheiten geben, wäre wieder der Verfassungsgerichtshof am Zug.

Für jenen Islamforscher, der mit seinen Aussagen österreichweit für Aufregung gesorgt hat, gibt es vorerst keine dienstrechtlichen Konsequenzen durch die Universität Salzburg. Der Politikwissenschaftler war bei der Razzia gegen die Muslimbruderschaft ins Visier der Behörden geraten. Danach hatte er die Razzien in Zusammenhang mit den Novemberpogromen von 1938 gestellt.

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Die angekündigte NoVA-Erhöhung sorgt für gewisse Spannungen in der Koalition aus ÖVP und Grünen. Heute hat der ÖVP-Wirtschaftsbund dem kleinen Partner praktisch die alleinige Schuld an der Steigerung der Autokaufabgabe vor allem für große Autos gegeben. „Mit diesen Plänen crashen die Grünen die wirtschaftliche Erholung nach der Krise“, so Wirtschaftsbund-Generalsekretär Kurt Egger. Er zielt in der Kritik vor allem darauf, dass die NoVA-Ausnahme für Betriebe fällt.

„Nicht nur, dass Autos teurer werden, auch die bisherige Ausnahme der NoVA für heimische Betriebe wird gestrichen. Damit kommen auf die Betriebe zusätzlich erhebliche Kosten zu“, kritisierte Egger.

Die türkis-grüne Regierung will nach Aussage von Vizekanzler Kogler (Grüne) „Stinker“ teurer machen. Konkret soll bei der NoVA der Grenzwert für den CO2-Malus, der für emissionsstarke Neuwagen aufgebracht werden muss, von Mitte 2021 bis 2024 in mehreren Schritten deutlich sinken. Der Malusbetrag selbst soll in diesem Zeitraum von 50 auf 80 Euro je Gramm erhöht werden. Kommendes Jahr soll der Malus bei 200 Gramm CO2 je Kilometer schlagend werden, bis 2024 bereits bei 155 Gramm. Auch beim CO2-Abzugsbetrag und beim Höchststeuersatz sind Verschärfungen geplant.

COV Inland

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 3.815 neu registrierte Coronavirus-Fälle (Stand: heute, 9.30 Uhr) innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. Das ist im Vergleich zum Vortag ein leichter Rückgang.

Die Zahl der Toten stieg laut Ministerien auf nunmehr 3.651, damit wurden 113 Tote an einem Tag eingemeldet. 3.980 Covid-19-Erkrankte mussten im Spital behandelt werden, darunter 642 auf Intensivstationen. Das bedeutet einen leichten Rückgang bei den Hospitalisierten und auch auf den Intensivstationen.

7-Tage-Inzidenz bei 292

Aussagekräftiger ist allerdings die Anzahl der positiv diagnostizierten Fälle über die vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner (7-Tage-Inzidenz), diese liegt laut AGES bei 292 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Im AGES-Dashboard werden neue Fälle nicht mehr dem Einmeldezeitpunkt zugewiesen, sondern dem Termin der Labordiagnose, der schon Tage zuvor stattgefunden haben kann. Das macht die Kurve des Epidemieverlaufs genauer, verändert aber die bisher gern als Kennwert verwendete Zahl der neu gemeldeten Infektionen, die aber vom Innen- und Gesundheitsministerium weiterhin kommuniziert wird.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung für die Umstellung und die neue, genauere Zählweise in https://orf.at/corona

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat den Vorwurf „mangelnder Sensibilität“ beim Kommunizieren der Reisebeschränkungen von Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) als „absurd“ zurückgewiesen. „Jeder, der mich kennt, weiß, wie eng ich mit dem Westbalkan verbunden bin“, sagte der Bundeskanzler im Interview mit den „Vorarlberger Nachrichten“ (Onlineausgabe).

Der Vorwurf sei „absurd“, zumal er seit seiner Zeit als Außenminister für den EU-Beitritt der Westbalkan-Staaten kämpfe, so Kurz. Zudem sei der Westbalkan die Region, „die ich am häufigsten besucht habe“, sagte er: „Ich habe viele Freunde mit Wurzeln dort, ich habe ein freundschaftliches Verhältnis zu den Regierungschefs dort.“ Überhaupt sei er über die „enge Verwobenheit“ mit dieser Region froh.

Debatte über Urlaubsrückkehrer

Aber so wie man im Winter in Ischgl gesehen habe, dass Apres-Ski problematisch sei, so habe man auch im Sommer gesehen, dass ein Drittel des Infektionsgeschehens auf Reiserückkehrer zurückzuführen sei, ein „Großteil davon auf den Westbalkan und Kroatien“, so der Kanzler weiter.

Daher gebe es Reisebeschränkungen für die Weihnachtszeit. Es dürften nicht die Bemühungen im Inland durch Reiserückkehrer zunichtegemacht werden. Dabei gehe es aber „genauso“ um Auslandsösterreicher, die nach Österreich zurückkehren, und Menschen, die gern auf Urlaub fahren, sagte der Kanzler.

Anschober: Viele regionale Cluster

Laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) ist die „große Mehrheit“ der Infektionsfälle in Österreich selbst geschehen, wie er heute im Ö1-Morgenjournal sagte. Im August habe man aber „sehr stark erlebt“, dass es auch Infektionen nach Reisetätigkeiten gegeben habe.

In der ZIB2 hatte Anschober am Abend zuvor gesagt, dass er mit Kurz gesprochen und dieser ihm versichert habe, dass es „keine einseitige Zuweisung aus seiner Sicht“ gewesen sei. Anschober sagte weiter, dass es viele kleine, regionale Clusterbildungen in Österreich gegeben habe, was er auch mit einer gewissen Müdigkeit der Bevölkerung in Bezug auf die Maßnahmen erkläre.

Die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) hat sich über die am Mittwoch präsentierten Lockerungsmaßnahmen besorgt gezeigt. Befürchtet wird, dass die Lockerungen einen erneuten Anstieg der Neuinfektionen und damit auch einen zusätzlichen Anstieg der Hospitalisierungen bringen könnten.

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COV Ausland

Die Slowakei verlangt ab Montag von Pendlern die Vorlage von CoV-Antigen-Tests bei der Einreise, teilte das österreichische Außenministerium heute mit. Das gilt etwa auch für Schüler, Studenten und Personen, die nahe Verwandte versorgen, ein grenznahes Grundstück bewirtschaften oder Tiere versorgen müssen. Diese Gruppen durften bisher ohne Registrierpflicht bzw. ohne Vorlage eines negativen PCR-Tests in die Slowakei einreisen.

Erschwerend ist der Umstand, dass die Antigen-Tests, die nicht älter als 14 Tage alt sein dürfen, in der Slowakei selbst vorgenommen worden sein müssen. Das ist in allen größeren Städten des Landes möglich, allerdings mit Zeitaufwand verbunden.

Alternativ ist die Vorlage eines PCR-Tests erlaubt, der nicht älter als 14 Tage alt ist. Hier gibt es keine Vorschrift, wo der Test gemacht wurde. Die Testpflicht gilt ab dem Alter von sieben Jahren.

Für andere Einreisende gilt nach wie vor eine Vorlage eines negativen PCR-Tests, der nicht älter als 72 Stunden ist, sowie eine Registrierpflicht.

Durchreise ohne Test erlaubt

Weiterhin von alle Einschränkungen ausgenommen sind EU-Bürger, die die Slowakei nur durchqueren – sie dürfen in diesem Fall nur zum Tanken halten und sich höchstens acht Stunden im Land aufhalten. Ferner Beschäftigte im Transportwesen wie Lkw-Fahrer und Flugzeug- bzw. Schiffsbesatzungen, Diplomaten, Menschen, die in der Slowakei ihr Sorgerecht ausüben, sowie Personen, die in der Slowakei wohnhaft sind und innerhalb der vergangenen drei Monate eine Covid-19-Erkrankung überstanden haben.

Auch jene Menschen, die direkt aus einem der derzeit elf Länder (Australien, China, Finnland, Irland, Island, Japan, Neuseeland, Norwegen, Singapur, Südkorea, Taiwan) kommen, die auf der slowakischen „Positivliste“ – mit eher geringen Infektionszahlen – stehen, dürfen ohne Testpflicht einreisen.

In Südkorea gilt ab morgen (Ortszeit) für die Hauptstadt Seoul angesichts neuer Höchststände bei der Zahl der Coronavirus-Infektionen eine Sperrstunde ab 21.00 Uhr. Bürgermeister Seo Jeong Hyup begründete heute die Maßnahme mit 295 neuen Fällen in der Metropole, in der rund zehn Millionen Menschen leben. Südkorea insgesamt registrierte mit 629 Neuinfektionen die höchste Zahl an täglichen Ansteckungen seit neun Monaten.

Die Regierung rief die Bevölkerung auf, auf das Weihnachtsfest und die Neujahrsfeierlichkeiten zu verzichten. Ministerpräsident Chung Sye Kyun kündigte an, am Sonntag solle entschieden werden, ob die Schließung der rund 30.000 Karaokebars im Land beschlossen und religiöse Zusammenkünfte auf maximal 20 Teilnehmer begrenzt werden.

Sorgen wegen Aufnahmeprüfungen für Unis

Überlegt werde auch, Fans von Sportveranstaltungen auszuschließen und gesellschaftliche Zusammenkünfte mit maximal 50 Menschen zu erlauben. Sorgen bereiten die anstehenden Aufnahmeprüfungen an den Universitäten. Denn dann reisen über 200.000 Studienanfänger und Studienanfängerinnen durch das Land. Bei ihnen sind Karaokebars und Internetcafes besonders beliebt.

In Südkorea war die Pandemie während des Sommers vergleichsweise glimpflich verlaufen, nachdem im Februar und März Höchststände erreicht worden waren. Insgesamt haben sich nach offiziellen Angaben bisher 36.332 Menschen mit dem Erreger angesteckt, 536 von ihnen sind gestorben.

Forscher und Behörden wollen im Berchtesgadener Land in Deutschland ein Frühwarnsystem für den Verlauf der Coronavirus-Pandemie im Abwasser installieren. An zehn Messstellen im Landkreis sollen dazu bei dem Pilotprojekt Proben ausgewertet werden, teilte das Landratsamt mit. Erstmals würden damit in Deutschland flächendeckend Abwasserproben analysiert.

Durch die Korrelation mit den Einwohnerzahlen und bestätigten Coronavirus-Fällen sollen sie Aufschluss über das Infektionsgeschehen geben. Viele infizierte Menschen entwickelten wenige oder kaum Symptome, könnten das Virus aber unbemerkt an Risikogruppen weitergeben, hieß es.

Frühwarnsystem wird gesucht

Wissenschaftler suchten nach Frühwarnsystemen zum Schutz der Bevölkerung. Ziel ist es, das Infektionsgeschehen früher zu erkennen – und früher darauf reagieren zu können. An einem solchen System forsche die TU München mit dem Technologiezentrum Wasser (TZW) in Karlsruhe und Epidemiologen der Bundeswehr nun im Landkreis Berchtesgadener Land.

Virusnachweise im Abwasser gab es schon vor vielen Monaten. Auf Basis entsprechender Analysen vermuteten Forscher etwa, dass der Erreger in Italien früher zirkulierte als angenommen. Spuren waren in Abwasserproben aus Mailand und Turin entdeckt worden, die aus dem vergangenen Dezember stammten.

Forscher aus Aachen und Frankfurt hatten im Sommer eine Methode zur Überwachung von Coronavirus-Infektionen über das Abwasser entwickelt. Die gemessene „Virenfracht“ einer Anlage erlaube Rückschlüsse auf die Anzahl der mit CoV infizierten Menschen im Einzugsgebiet, teilte die RWTH Aachen damals mit. Die Sensitivität reiche aus, um als Frühwarnsystem anzuzeigen, ob der Inzidenzwert von 50 Coronavirus-Infektionen pro 100.000 Einwohnern überschritten werde.

EU

Die EU ist bereit zur Prüfung von Sanktionen gegen die Türkei. Die EU habe Ankara im Oktober „die Hand ausgestreckt“, um Konflikte zu beseitigen und die Beziehungen zu verbessern, sagte EU-Ratspräsident Charles Michel heute in Brüssel. Die Bewertung der Entwicklung seitdem sei aber „negativ“, weshalb die Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel kommende Woche nun über ihre Reaktion beraten würden.

Ungarn beharrt im Streit mit der EU auf einer Trennung des Finanzpakets inklusive Coronavirus-Hilfen vom Rechtsstaatlichkeitsprinzip. Sein Land könne eine Koppelung weiterhin nicht akzeptieren, sagte Ministerpräsident Viktor Orban heute im staatlichen Radio.

Eine gesonderte Erklärung der EU zur Rechtsstaatlichkeit, wie sie Polen vorgeschlagen hat, sei für Ungarn inakzeptabel. „Ungarn besteht darauf, dass diese beiden Dinge getrennt werden müssen.“ Ungarn und Polen haben ihr Veto gegen das EU-Finanzpaket eingelegt, wodurch nun auch dringend benötigte Coronavirus-Hilfen blockiert sind.

Polen könnte auf Veto verzichten

Gestern hatte sich Polen zu einem Verzicht auf ein Veto bereit gezeigt, wenn die EU eine Erklärung zur Rechtsstaatlichkeit abgibt. Ministerpräsident Jaroslaw Gowin sagte nach einem Treffen mit Vertretern der EU-Kommission, es sei klar, dass das Veto auch seinem Land schaden würde.

Seine Regierung könne statt einer Änderung der Regeln zur Rechtsstaatlichkeit auch eine Erklärung der EU-Mitgliedsstaaten akzeptieren, dass diese nur bezüglich der korrekten Verwendung von EU-Geldern greife.

Polen und Ungarn blockieren das insgesamt rund 1,8 Billionen Euro schwere und über sieben Jahre laufende Finanzpaket, zu dem auch der Wiederaufbaufonds mit einem Umfang von 750 Milliarden Euro gehört. Die beiden Staaten stören sich daran, dass die Auszahlung der Gelder an Rechtsstaatsprinzipien geknüpft werden soll wie die Unabhängigkeit von Justiz und Medien.

Auch Polen und Ungarn, die seit Jahren wegen ihres Umgangs mit Justiz und Medien in der Kritik stehen, sollen Gelder aus dem Hilfstopf erhalten.

Ausland

Nach der Ermordung eines iranischen Atomphysikers hat der Nationale Sicherheitsrat Israels seine Bürger und Bürgerinnen im Ausland vor einer zunehmenden Bedrohung durch die Islamische Republik gewarnt.

Dabei gehe es um Länder wie Georgien, Aserbaidschan, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain sowie Staaten in Afrika, teilte die Anti-Terror-Abteilung des Sicherheitsrats in der Nacht mit. Es bestehe die Sorge, dass jüngsten Drohungen aus dem Iran Taten folgen.

Der Atomphysiker und Raketenexperte Mohsen Fachrisadeh war vor einer Woche bei einem Anschlag in einem Vorort der iranischen Hauptstadt Teheran getötet worden. Die Hintergründe sind unklar. Die Regierung in Teheran macht die USA und Israel dafür verantwortlich. Israelische Politiker kommentierten den Anschlag nicht.

US-Präsident Donald Trump und seine Republikanische Partei haben in dem Monat seit der verlorenen Präsidentenwahl mehr als 200 Millionen Dollar Spenden eingesammelt.

Der Betrag von 207,5 Millionen Dollar (rund 171 Mio. Euro) ging unter anderem bei Organisationen wie „Trump Victory“ (Sieg Trumps) und „Save America“ (Rettet Amerika) ein, wie Trumps Wahlkampfteam und die Republikanische Partei heute Nacht bekanntgaben.

Gerichte sehen keine Beweise für Wahlfälschung

Trump weigert sich, seine Niederlage bei der Präsidentenwahl am 3. November anzuerkennen, und schickt massenweise Spendenaufrufe an seine Anhänger. Das Geld solle unter anderem den juridischen Kampf gegen das Wahlergebnis finanzieren, heißt es.

Trump behauptet, durch massive Wahlfälschung zugunsten des siegreichen Herausforderers Joe Biden um den Wahlsieg gebracht worden zu sein. Seine Anwälte scheiterten allerdings bisher in mehr als drei Dutzend Fällen vor Gericht. Die Richter machten dabei zum Teil ausdrücklich deutlich, dass sie keine überzeugenden Belege für die Behauptungen zu sehen bekamen.

Der US-Kongress will den vom amtierenden Präsidenten Donald Trump geplanten großen Abzug amerikanischer Soldaten aus Deutschland vorerst blockieren. Das geht aus dem Entwurf für das Gesetzespaket zum US-Verteidigungshaushalt hervor, auf den sich Demokraten und Republikaner in beiden Kammern im Kongress gestern einigten.

Darin heißt es, der Verteidigungsminister müsse in einem Bericht an den Kongress darlegen, ob ein solcher Abzug im nationalen Interesse der USA wäre. Frühestens 120 Tage danach dürfe die Zahl der in Deutschland stationierten US-Soldaten die Grenze von 34.500 unterschreiten.

Die Anwesenheit der „ungefähr 34.500 Angehörigen der in Deutschland stationierten US-Streitkräfte“ diene als wichtige Abschreckung für militärische Aggressionen und Expansionsbestrebungen Russlands in Europa. Die US-Truppen in Deutschland seien zudem von zentraler Bedeutung für die Unterstützung der US-Einsätze im Nahen Osten, in Afrika und in Afghanistan, heißt es in dem Gesetzesentwurf.

Nach einer Verabschiedung durch die beiden Kammern im Kongress muss Trump das Gesetz unterzeichnen, damit es in Kraft tritt. Sollte er ein Veto einlegen, könnte es mit einer Zweidrittelmehrheit im Abgeordnetenhaus und Senat überstimmt werden.

Seit Sommer nichts passiert

Trump hatte Mitte Juni den Abzug eines Teils der US-Soldaten in Deutschland angekündigt und den Schritt mit aus seiner Sicht zu geringen Verteidigungsausgaben Deutschlands begründet. Insgesamt sollten etwa 12.000 Soldaten abgezogen werden, also rund ein Drittel der dort stationierten Soldaten.

Wenige Wochen nach Trumps Ankündigung machte der inzwischen entlassene US-Verteidigungsminister Mark Esper klar, dass die Pläne „so schnell wie möglich“ umgesetzt werden sollen. Bisher geschah in dieser Hinsicht jedoch nichts.

Sport

Stefan Kraft, bei dem vor Kurzem eine Coronavirus-Infektion entdeckt worden ist, kämpft mit grippeähnlichen Symptomen und muss wenige Tage vor der Skiflug-WM sein Training hintanstellen. „Anstatt Training daheim steht für mich Tag für Tag im wahrsten Sinne des Wortes ‚Abwarten und Tee trinken‘ am Programm“, schrieb der Skisprung-Weltcup-Titelverteidiger in seinem Blog. Auch Krafts ÖSV-Teamkollege Gregor Schlierenzauer berichtete über gesundheitliche Probleme nach seiner Covid-19-Erkrankung.

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Arsenal ist für Rapid gestern mindestens eine Klasse zu stark gewesen. In einem Europa-League-Duell zweier alles andere als in Bestbesetzung angetretener Teams setzten sich die „Gunners“ vor eigenem Publikum mit 4:1 durch. Die Hütteldorfer hatten die Niederlage bewusst in Kauf genommen, um Kräfte für die nächsten Aufgaben zu schonen. Am Donnerstag wartet das „Aufstiegsfinale“ im Allianz Stadion gegen Molde.

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Der WAC hat in der UEFA Europa League den nächsten großen Schritt Richtung Aufstieg gemacht. Die Wolfsberger feierten gestern bei minus fünf Grad und Schneetreiben in Moskau einen verdienten 1:0 (1:0)-Sieg gegen den russischen Spitzenclub ZSKA Moskau.

Das Heimspiel in einer Woche gegen Feyenoord Rotterdam wird zu einem Finale im Kampf um das Sechzehntelfinale. „Das ist für uns ein Riesenerfolg, die ganze Mannschaft hat eine Topleistung gebracht“, sagte WAC-Trainer Ferdinand Feldhofer

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Wirtschaft

Die höheren Anforderungen an die Jobvermittlung in der Coronavirus-Krise haben laut Arbeitsministerium die Grenzen des EDV-Systems des Arbeitsmarktservice (AMS) aufgezeigt. Daher habe Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) eine Evaluierung angestoßen. Das digitale Angebot des AMS solle weiterentwickelt werden, um für Krisenzeiten nachhaltig gerüstet zu sein, hieß es heute aus dem Ministerium.

Der erste Lockdown im Frühjahr mit sehr hohen Arbeitslosenzahlen und vielen Kurzarbeitsanträgen habe gewisse Anfälligkeiten des EDV-Systems gezeigt. Es gelte, die Produktivität des AMS zu erhöhen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so gut wie möglich zu unterstützen. Je mehr Firmen Anträge digital stellen können, desto geringer ist der Arbeitsaufwand für das AMS-Personal. Die Belegschaft dort habe „in den vergangenen Monaten Beeindruckendes geleistet“, so Aschbacher.

Die Evaluierung ist laut Ministerium als längerer Prozess gedacht und soll auch strategische Handlungsfelder für Verwaltungsrat, Politik und Management aufzeigen. Langfristig soll das digitale Angebot des AMS ausgebaut werden.

Die größte Fotovoltaikanlage Österreichs in Schönkirchen-Reyersdorf (Niederösterreich) ist in Betrieb genommen worden. Durch die Anlage sollen jährlich 10.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Sie soll einen Teil des Stromverbrauchs der OMV decken.

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China will Milliarden in den Ausbau des Schienennetzes in drei Ballungszentren investieren. Dazu sollen in den kommenden fünf Jahren 10.000 Kilometer an Gleisen verlegt werden, kündigte die staatliche Planungsbehörde heute an. Die Intercity- und Stadtbahnen sollen in der Metropolregion Jangtse-Delta, im Gebiet Greater Bay mit Hongkong, Macao und neun Städten in der südlichen Provinz Guangdong sowie in der Region Peking-Tianjin-Hebei ausgebaut werden.

China will sein Schienennetz bis 2035 um ein Drittel erweitern. Das derzeit zweitgrößte Eisenbahnnetz der Welt soll auf 200.000 Kilometer verlängert werden. Davon sollen etwa 70.000 Kilometer Hochgeschwindigkeitsstrecken sein. Alle Städte mit mehr als 200.000 Einwohnern werden demnach innerhalb der nächsten 15 Jahre an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Diejenigen mit mehr als 500.000 Einwohnern sollen sogar einen Hochgeschwindigkeitsanschluss bekommen.

Chronik

Ein Untersuchungsrichter in der süditalienischen Stadt Catanzaro hat die Eröffnung eines Großprozesses gegen 355 Mitglieder der ’Ndrangheta, der Mafia in der Region Kalabrien, beschlossen. Der Prozess beginnt am 13. Jänner 2021 vor einem Gericht in der kalabresischen Stadt Vibo Valentia. Für weitere 89 Angeklagte, die sich zu einem Schnellverfahren entschlossen haben, beginnt der Prozess am 27. Jänner.

Den Angeklagten werden unter anderem Zugehörigkeit zur Mafia, Mord, Erpressung, illegaler Waffenbesitz und Drogenhandel vorgeworfen. Der Prozess ist das Ergebnis umfangreicher Ermittlungen, die im Dezember 2019 im Rahmen von Italiens größter Anti-Mafia-Operation seit den 1980er Jahren zur Festnahme von 334 Personen geführt hatte, darunter von prominenten Mitgliedern der ’Ndrangheta, Unternehmern und Politikern.

Zu Festnahmen kam es auch in Deutschland, der Schweiz und Bulgarien. Unter den Festgenommenen waren kalabresische Politiker, darunter ein Ex-Senator und der Bürgermeister einer Gemeinde in Kalabrien. Aus den Ermittlungen gingen enge Verstrickungen der ’Ndrangheta mit der Politik hervor. Die ’Ndrangheta gehört zu den mächtigsten Mafia-Organisationen der Welt. Sie dominiert den internationalen Drogenhandel.

In Wien steht heute ein 15-Jähriger wegen versuchten Mordes vor Gericht. Der Angeklagte soll einem 43-jährigen Familienvater im Sommer nach einem Streit in einem Wiener Park ein Messer ins Gesicht gestochen haben.

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In Lochau in Vorarlberg ist gestern Abend ein Autofahrer von der Straße abgekommen, weil ein Wildtier darüber gelaufen war. Der 34-Jährige stürzte mit dem Wagen den Abhang hinunter, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Der Fahrer blieb unverletzt.

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Wegen mehrerer Unfälle ist die Westautobahn derzeit im Bezirk Amstetten in Richtung Wien gesperrt. Kurz vor 8.00 Uhr passierte zwischen St. Valentin und Haag ein Auffahrunfall zwischen einem Pkw und einem Lkw.

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Gesundheit

Bei Fachleuten weckt die sehr hohe Nachfrage nach der Grippeimpfung jetzt Hoffnungen auf eine ähnlich hohe Akzeptanz der vermutlich schon bald bevorstehenden Impfung gegen Covid-19. In Salzburg stellten heuer bisher 80.000 Impfwillige die Versorgung mit dem Grippeimpfstoff auf eine harte Probe.

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Religion

Anders als in einzelnen italienischen Medienberichten behauptet, hat Benedikt XVI. seine Stimme noch nicht verloren. Sein Privatsekretär, Erzbischof Georg Gänswein, sagte der Nachrichtenagentur Kathpress, der frühere Papst könne sich noch verständlich äußern.

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Kultur

Lars Eidinger und Verena Altenberger sind das neue Traumpaar der Salzburger Festspiele: Eidinger wird 2021 die Rolle des Jedermann beim Spiel auf dem Domplatz übernehmen, wie die Festspiele heute in einer Aussendung ankündigten. Der 44-jährige Berliner folgt damit auf Tobias Moretti, der bereits angekündigt hatte, heuer das letzte Mal den reichen Mann gespielt zu haben.

Auch an der Seite des Jedermann im gleichnamigen Drama von Hugo von Hofmannsthal gibt es einen Wechsel: Film- und TV-Star Altenberger wird die neue Buhlschaft der Festspiele werden. Die 33-jährige Salzburgerin ersetzt damit Caroline Peters, welche die ebenso legendär kurze wie vielbeachtete Rolle heuer erstmals interpretiert hatte.

Franz Liszt hat sich öffentlich nicht drübergetraut – und für jeden Beethoven-Interpreten am Klavier sind sie so etwas wie das Meisterstück: die 1824 veröffentlichten „33 Veränderungen über einen Walzer für das Pianoforte“, die meist unter dem Titel Diabelli-Variationen verhandelt werden. Beethoven reizte der simple Walzer, den der Klavierlehrer Anton Diabelli als Variationsaufgabe „an die vorzüglichsten Virtuosen Wiens“ herausgegeben hatte, so sehr, dass er sein ganzes Variantenspiel daran rauf und runter deklinierte.

Die Diabelli-Variationen sind der Buchstabe D im Beethoven-ABC von ORF.at gemeinsam mit Michael Korstick.

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Die Drachen kommen: Der Drehstart für die Vorgeschichte der erfolgreichen Fantasyserie „Game of Thrones“ ist für das kommende Jahr angekündigt. Das teilte der US-Sender HBO auf Twitter mit. Zusammen mit der Ankündigung für den Produktionsbeginn von „House of the Dragon“ wurden auch zwei Konzeptbilder von Drachenfiguren veröffentlicht.

Sonst ist noch nicht viel über die angekündigte Serie bekannt. Sie soll auf dem Buch „Feuer und Blut“ von Autor George R. R. Martin basieren und 300 Jahre vor den in „Game of Thrones“ geschilderten Ereignissen spielen. Martin soll die Serie mitgestalten, wie das US-Magazin „People“ berichtet. „House of the Dragon“ soll 2022 gesendet werden.

Science

Ein „Barometer zur Biodiversitätspolitik in Österreich“ hat der Biodiversitätsrat heute präsentiert. Das aus Wissenschaftlern und Expertinnen aus Bereichen wie Naturschutz und Landschaftsplanung zusammengesetzte Gremium ortet zwar „einzelne gute Ansätze“ im Kampf gegen das Artensterben, aber auch „große Versäumnisse“.

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Panorama

Eine Australierin hat in diesem Jahr eine Dekoration besonderer Art in ihrem Christbaum entdeckt: Neben Kugeln, Sternen und Lichtern hing ein Koala am Stamm, der es sich in der Kiefer gemütlich gemacht hatte.

Amanda McCormick aus Coromandel Valley bei Adelaide glaubte zunächst, ihre Kinder hätten ein Stofftier in den Baum gehängt. „Aber dann hat es sich plötzlich bewegt, ein tolles kleines Ding“, sagte sie dem Sender 9News. Der Nachrichtensprecher witzelte: „Nur in Australien kann sich ein Koala in Christbaumschmuck verwandeln.“ Das Tier war wohl durch eine offene Tür hereingekommen.

McCormick rief den Koalarettungsdienst – aber es gab ein Problem: Die Mitarbeiter dachten, die Anruferin erlaube sich einen Scherz. „Sie wollten mir nicht glauben, da habe ich ihnen ein paar Fotos und ein Video geschickt“, erzählte sie.

Chris und Annie Wyndham von der Organisation „1300Koalaz“ betonten, sie hätten schon viele der possierlichen Tiere aus Bäumen gerettet – aber noch nie aus einem Christbaum. Nachdem die beiden das Koalaweibchen von einigen Lichterketten befreit hatten, verlief die Rettung reibungslos. Das Tier wurde im Vorgarten der McCormicks freigelassen und kletterte umgehend in einen hohen Baum – dieses Mal ohne Kugeln und Lichter.

Eine von Sean Connery bei seinem ersten Auftritt als Geheimagent in „James Bond – 007 jagt Dr. No“ (1962) benutzte Pistole ist in den USA für rund 210.000 Euro versteigert worden.

Pistole Walther PP, die Schauspieler Sean Connery 1962 im Film „James Bond – 007 jagt Dr. No“ benutzte
APA/AFP/Robyn Beck

Ein Bieter ersteigerte die berühmte Walther PP gestern für 256.000 Dollar, wie Julien’s Auctions in Beverly Hills mitteilte. Das Auktionshaus hatte den Schätzwert zuvor mit maximal 200.000 Dollar beziffert. Über den Käufer wurde nichts bekannt.

Ein Foto von Connery, auf dem er die Pistole in der Hand hält, zierte den Katalog der Auktion „Icons & Idols“, bei der mehr als 500 Hollywood-Memorabilia unter den Hammer kamen. Der schottische Schauspieler war am 31. Oktober im Alter von 90 Jahren auf den Bahamas gestorben.

Leute

Für Heidi Klum ist ihre 16 Jahre alte Tochter Leni nun alt genug, um selbst in die Modebranche einzusteigen. „Ich dachte immer, sie sei zu jung. Wir haben auch immer beschlossen, die Kinder aus der Öffentlichkeit herauszuhalten. Aber jetzt fährt sie Auto, sie ist 16, also dachte ich mir, wenn du das kannst, dann kannst du jetzt auch modeln, wenn es das ist, was du möchtest“, sagte Klum (47) dem US-Magazin „People“. Klum lebt mit ihrer Familie die meiste Zeit in den USA.

Leni sei noch nicht sicher, was sie beruflich machen wolle. Sie verbringe viel Zeit am Set ihrer Sendung „Germany’s Next Topmodel“, so Mutter Heidi. Dass sie dort in ihre Fußstapfen treten könnte, kann sich die Moderatorin auch vorstellen. Falls sie selbst die Show in fünf Jahren nicht mehr moderiere, heiße es dann vielleicht „Germany’s Next Top Model by Leni Klum“. Ihre Tochter spiele mit dieser Idee.