Ausland

Ein Angriff Bewaffneter auf das afghanische Telekommunikationsministerium in der Hauptstadt Kabul ist nach stundenlangem Schusswechsel mit mehreren Toten zu Ende gegangen. Alle vier Angreifer sowie vier Zivilisten und drei Sicherheitskräfte seien getötet worden, teilte das Innenministerium heute mit.

Tote bei Angriff auf Regierungsviertel in Kabul

Unbekannte haben im Regierungsviertel der afghanischen Hauptstadt Kabul nach einer Explosion Behörden zufolge das Ministerium für Telekommunikation gestürmt. (Videoquelle: APTN)

Die Bewaffneten hätten nach einer Explosion das Ministerium gestürmt und wären in das dort befindliche Postzentrum vorgedrungen. Mindestens 2.800 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seien aus dem Gebäude in Sicherheit gebracht worden. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Weitere Details zum Hergang waren zunächst nicht bekannt.

Genaue Zahl der Toten unklar

Bei der Attacke wurden acht Menschen verletzt, teilte das Innenministerium weiter mit. Über die genaue Zahl der Toten gab es widersprüchliche Angaben. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sprach von zwei Toten und sechs Verletzten, Telekommunikationsminister Schahsad Arjobi schrieb auf Facebook von fünf Toten und mehreren Verletzten. Das Innenministerium hatte sich bei vergangenen Anschlägen aber als verlässliche Quelle gezeigt.

Ein Sprecher des Innenministeriums, Nasrat Rahimi, sagte, dass die ins zentrale Postzentrum eingedrungenen Angreifer von dort auf die Sicherheitskräfte geschossen hätten. Unklar blieb, warum sie sich ausgerechnet dieses Ministerium und das Postzentrum ausgesucht hatten. Auch gab es noch keine Erkenntnisse darüber, wie es genau zu der Explosion gekommen war, die den Angriff eingeleitet und das Regierungsviertel erschüttert hatte.

Ein UNO-Blauhelmsoldat ist im westafrikanischen Krisenland Mali bei einem Angriff auf einen Konvoi getötet worden. Er sei infolge der Explosion einer Mine oder eines Sprengsatzes zwischen Douentza und Boni im Zentrum des Landes gestorben, teilte die UNO-Mission Minusma heute mit. Nach einer vorläufigen Bilanz seien vier weitere Blauhelmsoldaten verletzt worden. Eine schnelle Reaktionstruppe sei sofort entsandt worden.

Die Nationalität des getöteten Blauhelmsoldaten wurde in der Mitteilung nicht genannt. Der wüstenhafte und weitläufige Norden des Landes dient Milizen und islamistischen Terroristen als Rückzugsgebiet. Sie greifen neben Zivilisten und Zivilistinnen auch einheimische und internationale Streitkräfte an. Die UNO-Mission gilt daher als derzeit gefährlichster Blauhelmeinsatz weltweit.

Zuletzt war die malische Regierung nach Monaten zunehmender Gewalt im Zentrum des Krisenlandes zurückgetreten. Die Gewalt geht zum Teil auch auf ethnische Spannungen zurück, etwa zwischen der Volksgruppe der nomadischen Fulani und sesshaften Bauern.

2012 hatten Islamisten im Norden des Landes zeitweise die Macht übernommen, konnten aber 2013 mit Hilfe des französischen Militärs wieder zurückgedrängt werden.

Serbische Regierungsgegner und -gegnerinnen haben auch heute im Zentrum von Belgrad eine Protestkundgebung abgehalten. Die Demonstration fand nur einen Tag nach der Großkundgebung statt, für die Präsident Aleksandar Vucic laut amtlichen Angaben rund 150.000 Anhänger und Anhängerinnen aus allen Landesteilen zu seiner Unterstützung mobilisiert hatte.

Der oppositionelle Bund für Serbien (SZS) hatte die Regierung und Vucic vor einer Woche aufgefordert, eine gemeinsame Kommission zu bilden. Diese soll nach dem Willen der Opposition die Bedingungen für die Abhaltung fairer und freier Wahlen festlegen. Gefordert wurde auch, die Geschäftsführung und das Redaktionskollegium der öffentlich-rechtlichen TV-Sender RTS und RTV, neu zu bestellen. Eine konkrete Reaktion der Behörden dazu blieb aber aus. Ministerpräsidentin Ana Brnabic beschuldigte den SZS, das Land nur spalten zu wollen.

Protest auch in Montenegro abgehalten

In Belgrad und Dutzenden anderen Städten in Serbien gehen Bürger und Bürgerinnen seit Anfang Dezember einmal wöchentlich auf die Straße, um ihre Unzufriedenheit mit der Regierung zu bekunden. Der Protest richtet sich vor allem gegen Präsident Vucic. Verlangt wird insbesondere auch Medienfreiheit.

Eine weitere Kundgebung gegen die Regierung im Nachbarland Montenegro wurde heute auch in Podgorica abgehalten. Beim neunten Protest in der montenegrinischen Hauptstadt seit Anfang Februar nahmen die Demonstranten und Demonstratinnen ebenfalls den öffentlich-rechtlichen TV-Sender RTCG mit ihrer Kritik unter Beschuss.

Rund 1,8 Millionen Bürger und Bürgerinnen in Nordmazedonien wählen morgen einen neuen Präsidenten. Letzten Umfragen zufolge liegt der Kandidat der regierenden Sozialdemokraten, Stevo Pendarovski, knapp vor der parteilosen, von der nationalistischen Opposition unterstützten Gordana Siljanovska-Davkova.

Einen dritten Kandidaten, Blerim Reka, unterstützen zwei Parteien der albanischen Minderheit. Kommt keiner der Kandidaten auf mindestens 50 Prozent der Stimmen, wird eine Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten am 5. Mai erforderlich. Die Wahllokale öffnen um 7.00 Uhr und schließen um 19.00 Uhr.

Das Land hatte sich im Februar von Mazedonien in Nordmazedonien umbenannt. Damit wurde ein Streit mit Griechenland beigelegt: Athen hatte seit der Unabhängigkeit Mazedoniens vor 27 Jahren darauf bestanden, dass der nördliche Nachbar seinen Namen ändert, weil eine Region im Norden Griechenlands ebenso heißt. Als EU- und NATO-Mitglied hatte Griechenland mit seinem Veto jede Annäherung Mazedoniens an die westlichen Bündnisse blockiert. Inzwischen ist der Beitritt Nordmazedoniens zur NATO eingeleitet worden.

In Libyen haben regierungstreue Truppen eine neuerliche Offensive gegen die Einheiten des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar begonnen. Nach Angaben eines Armeesprechers von heute geht es um ein Gebiet südlich der Hauptstadt Tripolis. Haftars Truppen rücken seit Anfang April auf die Hauptstadt vor, regierungstreue Verbände wollen sie zurückdrängen.

„Am frühen Morgen wurde der Befehl gegeben, vorzurücken und Gelände zu erobern“, sagte ein Sprecher der Truppen, welche die Einheitsregierung von Ministerpräsident Fajis al-Sarradsch unterstützen. Ein anderer Militärvertreter sprach von „weitreichenden Angriffen“ der Regierungstruppen vor allem in den Vororten Wadi Rabi, Sawani und Ain Sara.

Nachdem es zuletzt in der Hauptstadt eher ruhig gewesen war, war heute wieder anhaltendes Raketen- und Granatfeuer zu hören. Nach Armeeangaben gab es insgesamt sieben Luftangriffe auf Positionen von Haftars Libyscher Nationaler Armee (LNA). Zu den Zielen gehörten Gebiete nahe der Stadt Garian 100 Kilometer südwestlich von Tripolis. Auch ein weitere 50 Kilometer in dieselbe Richtung gelegener Luftstützpunkt wurde angegriffen.

Mehr als 200 Menschen getötet

Die LNA-Truppen betonten unterdessen, sie seien im Begriff, „zahlreiche neue Stellungen“ an der Front in Tripolis einzunehmen. Dabei würden die Regierungstruppen überall zurückgedrängt. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden bei den aktuellen Kämpfen bereits mehr als 200 Menschen getötet und über 1.000 verletzt.

In Libyen herrscht seit dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos. Die Regierung in Tripolis ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Der abtrünnige General Haftar hatte am 4. April eine Offensive auf die Hauptstadt Tripolis gestartet. Haftar unterstützt eine Gegenregierung im Osten Libyens.

Mehr als 45 Jahre nach dem Ende des Vietnam-Kriegs wird eine frühere US-Militärbasis im Süden des Landes mit Millionenaufwand von dem damals zu Kriegszwecken eingesetzten giftigen Entlaubungsmittel Agent Orange befreit.

Regierungsvertreter der USA und Vietnams leiteten heute mit einer Zeremonie auf dem Luftwaffenstützpunkt Bien Hoa nahe der Millionenstadt Ho-Chi-Minh-Stadt (vormals Saigon) die Arbeiten zur Säuberung von fast 500.000 Kubikmeter verseuchten Bodens ein, wie das US-Konsulat mitteilte.

Aus kriegstaktischen Gründen eingesetzt

Die USA hatten das Gift während des Vietnam-Kriegs auf der Militärbasis gelagert und aus kriegstaktischen Gründen zur Entlaubung des Urwalds eingesetzt. Agent Orange soll seit dem US-Abzug 1973 für Hunderttausende Geburtsfehler verantwortlich sein, darunter Missbildung von Gliedmaßen und Gehirnschäden. Nach offiziellen Angaben leiden drei Millionen Menschen in Vietnam unter Folgeschäden des dioxinhaltigen Mittels.

Warnschild auf der Militärbasis Bien Hoa in Vietnam
Reuters/Nguyen Huy Kham

Die USA haben sich für den Einsatz des Giftes nie offiziell verantwortlich bekannt. Mit verschiedenen Projekten beteiligen sie sich aber daran, die Folgen zu mildern. Im Oktober 2018 hatte der damalige US-Verteidigungsminister James Mattis Unterstützung zugesagt, um alle mit Agent Orange während des Kriegs kontaminierten Orte in dem südostasiatischen Land zu säubern.

Inland

Die Pläne von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ), den Anerkennungsbeitrag für gemeinnützig tätige Asylwerber und Asylwerberinnen von bisher drei bis fünf Euro pro Stunde auf 1,50 Euro zu reduzieren, stoßen überwiegend auf Ablehnung. Acht Bundesländer sowie der Städtebund sprachen sich diese Woche dagegen aus.

Anders sieht das der Gemeindebund: In einer Stellungnahme an das Innenministerium heißt es, die Höhe des Beitrags sei im Hinblick auf die Integration „nicht so bedeutend“, berichtete heute das Ö1-Morgenjournal – Audio dazu in oe1.ORF.at. Es handle sich zudem um keine Erwerbsarbeit im herkömmlichen Sinn.

„Höhe nicht so bedeutend“

„Die Höhe des Anerkennungsbeitrages ist schon allein deshalb nicht so bedeutend, da die Asylwerber zur Bestreitung ihres Lebensunterhaltes nicht davon abhängig sind, da sie als Schutzsuchende von der Grundversorgung des Staates getragen sind“, heißt es wörtlich in der Stellungnahme, die von Gemeindebund-Präsident Alfred Riedl (ÖVP) und Generalsekretär Walter Leiss unterzeichnet ist.

Je eher man bereit sei, den Anerkennungsbeitrag als „symbolischen Dank“ für freiwillig geleistete Arbeit zu begreifen, desto mehr Wert komme den Leistungen der Asylwerber im Hinblick auf eine mögliche künftige Integration zu, heißt es weiter in dem Schreiben.

Widerspruch aus Kärnten und Oberösterreich

Widerspruch aus den eigenen Reihen kommt aus Kärnten: Der Präsident des dortigen Gemeindebunds, der Bürgermeister von St. Andrä im Lavanttal, Peter Stauber (SPÖ) sagte, er sei über die Äußerung Riedls überrascht. „Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich mit dieser Regelung nicht einverstanden bin. Ich denke, das sollte in der Autonomie der Gemeinden bleiben. Wenn Gemeinden mehr zahlen wollen, dann sollten sie auch die Möglichkeit haben, das zu tun. Ich praktiziere das in meiner Gemeinde ebenfalls so und werde das auch in Zukunft tun.“

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Auch Oberösterreichs Gemeindebund-Präsident Johann Hingsamer (ÖVP) widerspricht der Österreich-Linie des Gemeindebunds: „Die bisherige Regelung, die wir hatten, fünf Euro Entschädigung/maximal 110 Euro im Monat, wollen wir auch bei uns beibehalten.“

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Die Vorarlberger Arbeiterkammer (AK) hat ihre angekündigte Klage gegen die Reform der Sozialversicherung beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) auf den Weg gebracht. Der Individualantrag, der über ein Innsbrucker Anwaltsbüro eingebracht wurde, umfasst 270 Seiten, berichteten die „Vorarlberger Nachrichten“ (Samstag-Ausgabe).

„Zentraler Moloch in Wien“

„Die neue Krankenkasse löst die regionale Struktur der Gebietskrankenkassen auf und schafft einen zentralen Moloch in Wien“, bemängelte AK-Präsident Hubert Hämmerle (ÖAAB/FCG). In den Bundesländern wären somit keine substanziellen Entscheidungen mehr möglich. Zudem bringe sie keine einzige Leistungsverbesserung für die Versicherten. Auch stehe die nun eingeführte Parität zwischen Dienstnehmer- und Dienstgebervertretern in krassem Gegensatz zum Prinzip der Selbstverwaltung, so Hämmerle.

Insgesamt müssen sich die Verfassungsrichter mit mehreren Anträgen gegen die Reform beschäftigen. Eingebracht wurden diese von diversen Gebietskrankenkassen und Arbeiterkammern in den Bundesländern sowie von der SPÖ.

EU

EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hält es für denkbar, dass Angela Merkel nach ihrer Zeit als deutsche Kanzlerin eine Rolle auf europäischer Ebene übernimmt.

„Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass Angela Merkel in der Versenkung verschwindet“, sagte Juncker der Funke Mediengruppe: „Sie ist nicht nur eine Respektsperson, sondern ein liebenswertes Gesamtkunstwerk.“ Mit Blick auf ein mögliches EU-Amt fügte er hinzu: „Hochqualifiziert wäre sie.“ Allerdings ende die Wahlperiode in Deutschland erst 2021.

Über einen Wechsel Merkels nach Brüssel wird immer wieder spekuliert. Allerdings hat die Kanzlerin gesagt, sie strebe keine anderen politischen Ämter mehr an.

Die Partei der französischen Rechtspopulistin Marine Le Pen hat sich nach Angaben von Italiens Innenminister Matteo Salvini dessen europäischer Allianz angeschlossen. Salvini dankte der Chefin des Rassemblement National (Nationale Sammlungsbewegung) und den „historischen Freunden und Verbündeten“ ihrer Partei gestern Abend auf Twitter.

Derzeit sind die Rechtspopulisten und Europaskeptiker auf europäischer Ebene zersplittert. Salvini drängt darauf, dass sie sich zu einer Fraktion der vereinigten Rechten zusammenzuschließen, um den Einfluss im EU-Parlament nach der Europawahl Ende Mai zu maximieren.

Die FPÖ, die deutsche AfD und Rechtspopulisten aus Dänemark, Finnland und Estland haben sich der Initiative des Chefs der italienischen Lega auch schon angeschlossen. Ein gemeinsames Programm wollen sie für den Europawahlkampf allerdings nicht vorlegen. Auch AfD-Parteichef Jörg Meuthen begrüßte auf Twitter die „französischen Freunde im europäischen Parlament“ in der Allianz.

Am 26. Mai wählt Österreich seine Abgeordneten für das Europäische Parlament. Fünf Spitzenkandidaten und zwei Spitzenkandidatinnen sind für ihre Parteien in den Wahlkampf für das Rennen ums EU-Parlament gezogen.

Neben der Durchführung des Brexits ist die Zukunft der EU so viel diskutiert wie schon lange nicht. Was halten Sie für die zentrale Frage für die Zukunft der EU? Welche Rolle soll das Parlament spielen? Wie intensiv sollen die Vorgaben sein, „die aus Brüssel kommen“? Soll Europa wieder eine losere Föderation mit Wirtschaftsschwerpunkt werden oder sich politisch noch enger vernetzen und zu einer Art Bundesstaat werden?

Was liegt Ihnen zu Europa am Herzen, und was wollen Sie welchen Spitzenkandidaten fragen?

Illustration eines gelben Sessels
ORF.at

Im Rahmen der Serie „Ihre Frage zu Europa“ reist ORF.at den Spitzenkandidaten in den Wahlkampf nach und stellt die Fragen unseres Publikums. Und Ihre Frage kann dabei zum Zug kommen. Weil sie besonders prägnant ist oder eine Sorge zum Ausdruck bringt, die vielen anderen, die uns schreiben, ebenso am Herzen liegt. Stellen Sie auf ORF.at bis 29.4. Ihre Frage zu Europa!

Um Ihre Fragen zu stellen, nutzen Sie bitte das Onlineformular.

Wirtschaft

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat eine internationale Überprüfung der jüngsten Neuerungen an Flugzeugen des Typs Boeing 737 MAX angekündigt. Laut einer FAA-Mitteilung von gestern werden zehn verschiedene Luftfahrtbehörden an dem Test beteiligt sein. Dieser soll am 29. April beginnen und 90 Tage dauern. Boeing hatte am Mittwoch einen letzten Testflug für das Softwareupdate vorgenommen.

Nach Angaben der FAA werden die Luftfahrtbehörden von Australien, Brasilien, China, der EU, Indonesien, Japan, Kanada, Singapur und der Vereinigten Arabischen Emirate Vertreter entsenden. Hinzu kommen Experten der FAA und der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Gemeinsam sollen sie drei Monate lang die neue Technik des US-Unternehmens überprüfen.

Boeing nach Abstürzen in Kritik

Nach zwei Abstürzen von Maschinen des Typs Boeing 737 MAX binnen weniger als fünf Monaten gilt derzeit ein weltweites Flugverbot für dieses Modell. Im März war eine Maschine der Fluggesellschaft Ethiopian Airlines in Äthiopien abgestürzt. Alle 157 Menschen an Bord kamen ums Leben. Im Oktober war eine 737 MAX vor der indonesischen Insel Java abgestürzt, alle 189 Insassen starben.

Als Ursache beider Abstürze steht das Stabilisierungssystem MCAS (Maneuvering Characteristics Augmentation System) im Verdacht, das speziell für die Boeing 737 MAX entwickelt wurde. Es drückt bei einem drohenden Strömungsabriss die Nase des Flugzeugs automatisch nach unten, auch wenn die Piloten gegensteuern.

Chronik

Die britische Polizei hat in den vergangenen sechs Tagen mehr als 700 Klimademonstranten und -demonstrantinnen festgenommen, die in London Straßen und Sehenswürdigkeiten blockierten. Gegen 28 Personen sei ein Verfahren eingeleitet worden, teilten die Behörden heute mit.

Festnahme bei Demonstration in London
APA/AFP/Niklas Hallen

Die von der Gruppe „Extinction Rebellion“ organisierten Proteste legten den Verkehr an wichtigen Knotenpunkten wie Oxford Circus, Marble Arch und Waterloo Bridge lahm.

Die Aktivisten und Aktivistinnen verlangen von der britischen Regierung, die Emission von Treibhausgasen bis 2025 auf null zu reduzieren. Gestern hatte die Schauspielerin Emma Thompson am Oxford Circus mit für eine verantwortungsvollere Klimapolitik protestiert.

Nach dem schweren Busunglück auf der portugiesischen Ferieninsel Madeira sind 15 verletzte Deutsche in Köln gelandet. Wie die Luftwaffe im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte, traf die medizinisch ausgerüstete Spezialmaschine der Bundeswehr heute um kurz nach 17.00 Uhr ein. Das Flugzeug war am frühen Morgen nach Madeira aufgebrochen, um die Verletzten abzuholen.

Krankenwagen bei Köln
APA/AFP/dpa/Caroline Seidl

Bei dem Busunfall am Mittwochabend nahe der Ortschaft Canico waren nach Angaben der portugiesischen Behörden 29 deutsche Touristen und Touristinnen ums Leben gekommen. Von deutscher Seite wurde bisher keine Opferzahl genannt. Das soll erst nach Abschluss der Identifizierung geschehen. 25 Deutsche wurden bei nach portugiesischen Angaben verletzt, außerdem zwei Portugiesen: der Busfahrer und eine Fremdenführerin. Die Unfallursache ist bisher unklar.

Vor 20 Jahren, am 20. April 1999, haben zwei Schüler an der Columbine High School im US-Bundesstaat Colorado 13 Menschen erschossen. Anschließend begingen sie Suizid. Der Massenmord war der bis dahin schlimmste, sollte aber bei Weitem nicht der letzte an einer US-Schule sein. Konsequenzen wurden nur begrenzt gezogen. Wie nachhaltig das Trauma allerdings ist, zeigte sich diese Woche erneut.

Lesen Sie mehr …

Sport

Der Traum vom insgesamt 12. Turniertitel beim ATP-Turnier in Monte Carlo ist für Rafael Nadal geplatzt. Der spanische Weltranglistenzweite musste sich heute im Halbfinale dem Italiener Fabio Fognini beim Masters-1000-Turnier mit 4:6 2:6 geschlagen geben. Nadal hatte das Turnier die letzten drei Jahre in Folge gewonnen. Fognini trifft im Finale auf Thiem-Bezwinger Dusan Lajovic.

Lesen Sie mehr …

Lifestyle

Die Regierung plant strengere Herkunftsbezeichnungen für verarbeitete Produkte wie Wurstwaren und Fertiggerichte. Künftig muss angegeben werden, woher die Hauptzutat eines verarbeiteten Lebensmittels kommt. Während Greenpeace schon seit Längerem eine strengere Kennzeichnungspflicht fordert, steht der Fachverband der österreichischen Lebensmittelindustrie dem Vorhaben skeptisch gegenüber.

Mehr dazu in help.ORF.at

Religion

Zum ersten Mal seit fünf Jahren feiert in der Tigris-Metropole Mossul wieder ein Bischof österliche Gottesdienste. Der neue chaldäisch-katholische Erzbischof Michael Nadschib Mussa appellierte an die „kleine Herde“ von Christen, „Brücken der Geschwisterlichkeit zu bauen“. Der Erzbischof zelebrierte in der Paulskirche, an jenem Altar, wo die sterbliche Hülle seines von Islamisten ermordeten Vorvorgängers Paulos Faradsch Rahho ruht.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Gesundheit

Science

Nicht wenige Touristinnen und Touristen sind in den 1930er Jahren, vom zunächst aufhaltsamen Aufstieg der Nazis bis zum Kriegsbeginn, durch Deutschland gereist. Deren Aufzeichnungen erlauben mehr als 80 Jahre danach einen spannenden Blick aus ungewohnter Perspektive. Sie zeigen Europas junges demokratisches Bewusstsein in einer schweren Krise – und wie Reisende unvermittelt selbst mit Gewissensfragen konfrontiert waren.

Lesen Sie mehr …

Kultur

Frankreichs Regierungsbeauftragter für Kulturgüter hat in der Debatte über hohe Spenden für den Wiederaufbau von Notre-Dame zu mehr Gelassenheit aufgerufen. „Man kann nicht schockiert sein von der Tatsache, dass die Menschen das Gefühl haben, dass Notre-Dame de Paris etwas ist, das die Seele Frankreichs ist“, sagte Stephane Bern dem Sender Franceinfo heute.

„Ich würde mir wünschen, dass man zwei Milliarden gibt, damit niemand mehr auf der Straße schlafen muss“, betonte er. Gleichzeitig müsse man aber bedenken, dass Spenden eine freiwillige Angelegenheit sind. Er wies darauf hin, dass keiner der Großspender für Notre-Dame nach einem Spendenbeleg gefragt habe. „Es ist reine Philanthropie. Sie sind bewegt von dem, was sie sehen“, sagte Bern.

In Frankreich gab es Diskussionen darüber, dass innerhalb kürzester Zeit immense Beträge für den Wiederaufbau der bei dem Brand am Montagabend schwer beschädigten Kathedrale zusammengekommen waren, Hilfsprojekte aber um jeden Euro kämpfen müssen. Den Milliardärsfamilien wurde vorgeworfen, mit ihren Spenden bei der Steuer profitieren zu wollen, da diese sich absetzen lassen.

Panorama