COV Inland

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 149,8 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl weiterhin in Wien (210,8) und Oberösterreich (188). Am niedrigsten ist der Wert in Tirol (86,7) und dem Burgenland (91,6).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 1.240 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 1.240 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab.

Landesweit starben laut Ministerien bisher 10.918 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 897 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 214 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

In der Arbeitswelt könnte es in Österreich – ähnlich der ab Mitte Oktober geltenden Regelung in Italien – zu einer „3-G-Regel“ kommen. Es gebe dazu aktuell Gespräche zwischen den Sozialpartnern, hieß es aus dem Gewerkschaftsbund heute zur APA.

Im Gesundheitsministerium gab man sich durchaus offen für derartige Schritte: Ziel sei eine Erhöhung der Impfquote, „es ist daher gut, dass sich die Sozialpartner auf eine Lösung verständigen wollen“.

„Die Intensivstationen bestmöglich zu entlasten ist die wichtigste Aufgabe des Pandemiemanagements. Deshalb muss die Impfquote erhöht werden, und deshalb müssen Ungeimpfte geschützt werden, damit sich nicht zu viele Menschen gleichzeitig anstecken“, hieß es aus dem Gesundheitsministerium.

„Jeder Vorschlag, der dabei hilft, ist zu begrüßen.“ Auf die Umsetzung des weiteren Stufenplans habe eine solche Maßnahme „keine Auswirkungen“.

Regeln nicht nur nur für Bürojobs im Gespräch

Seitens der Gewerkschaft bestätigte man einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung „Österreich“, wonach es Gespräche auf Sozialpartnerebene gebe. „Wir stehen diesem Vorhaben positiv gegenüber“, so eine ÖGB-Sprecherin. Es gehe dabei um einen „3-G“-Nachweis in der Arbeit generell, nicht nur in Büros, präzisierte sie.

In der Wirtschaftskammer verwies man auf ähnliche, schon bestehende Maßnahmen außerhalb Österreichs: „Es gibt international Modelle, wo 3-G bzw. ähnliche Regelungen am Arbeitsplatz zur Anwendung kommen. Auf Expertenebene werden unter Einbindung der Sozialpartner die Praxistauglichkeit und der Nutzen solcher Modelle evaluiert“, hieß es.

Vorerst keine Stellungnahme gab es aus dem Arbeitsministerium. Laut „Österreich“-Bericht wird seitens der Regierung aktuell geprüft, wer für die gesetzlichen Rahmenbedingungen zuständig ist – ÖVP-Arbeitsminister Martin Kocher oder Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne).

Rendi-Wagner: „Mehr Schutz und Sicherheit“

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner plädierte heute – wie schon in der Vergangenheit – für die Einführung einer solchen Regelung. „Was am Wirtshaustisch gilt, sollte auch am Arbeitsplatz gelten“, sagte sie in einer Pressekonferenz. Den Arbeitnehmern bringe das mehr Schutz und Sicherheit, für die Arbeitgeber mehr Klarheit.

In Italien wird – als erstem europäischen Land – der „Grüne Pass“ für alle Beschäftigten des öffentlichen und privaten Sektors zur Pflicht gemacht. Ab dem 15. Oktober soll man nur noch geimpft, genesen oder getestet an den Arbeitsplatz kommen dürfen. Der Beschluss wurde bei einer Ministerratssitzung am Donnerstag gefasst.

Während der CoV-Krise sind bei Kindern und Jugendlichen dramatische Lücken bei Impfungen gegen Krankheiten wie Keuchhusten, Masern, Kinderlähmung und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) entstanden, warnten Mediziner heute im Rahmen einer Onlinepressekonferenz.

Dadurch stiegen beispielsweise bei FSME die Fallzahlen. Eltern, Haus-, Schul- und Kinderärztinnen und -ärzte sollten deshalb den Impfstatus der Kinder überprüfen und dafür sorgen, dass versäumte Immunisierungen rasch nachgeholt werden.

„Mit Impfungen können wir Kinderkrankheiten, die in früheren Jahrhunderten sehr gefürchtet waren, problemlos bewältigen“, sagte Karl Zwiauer, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde und Mitglied des Nationalen Impfgremiums.

Praktisch keine Schulimpfungen

Durch die Covid-19-bedingten Schulschließungen wurden aber 2020 und 2021 praktisch keine Schulimpfungen durchgeführt, und aus Angst vor Ansteckung erfolgten viel weniger Arztbesuche, berichtete Zwiauer. So wurden etwa in dieser Zeit nur je rund 40 Prozent der verfügbaren Meningokokken- und Hepatitis-B-Seren sowie 80 Prozent des Bedarfs an Diphtherie-Tetanus-Keuchhusten-Polio-Impfstoffen aus dem Gratis-Kinderimpfkonzept abgerufen.

„Krankheiten wie Diphtherie, Tetanus, Kinderlähmung und HPV (humane Papillomaviren, Anm.) konnte man in den vergangenen Jahrzehnten zurückdrängen, diesen Erfolg sollte man nicht verspielen“, sagte Thomas Szekeres von der Österreichischen Ärztekammer. Insbesondere Masern könne man nur durch eine hohe Impfrate ausrotten. Das sei eine schwere Erkrankung, bei der Impflücken besonders fahrlässig wären.

Das Mitwirken der Eltern müsse man mit seriöser Information durch den Vertrauensarzt, also Kinder-, Haus- und Schularzt, gewinnen, so Kerbl. Er plädierte auch dafür, ein Erinnerungssystem für wichtige Impfungen bei Kindern einzuführen, weil sich das bei der Covid-19-Immunisierung für Erwachsene bewähre.

FPÖ-Gesundheitssprecher Gerhard Kaniak sieht seine Partei durch die Debatte über geimpfte Abgeordnete nicht in Erklärungsnot. Freiwilligkeit sei das Motto, jede und jeder dürfe selbst entscheiden, sagte er heute bei einer Pressekonferenz.

Die Veröffentlichung der Information, ob jemand geimpft sei, nannte Kaniak „datenrechtlich bedenklich“. Er selbst wolle seinen Impfstatus nicht öffentlich machen, habe aber eine „wissenschaftlich fundierte Entscheidung“ getroffen.

„Ich bin kein Aluhutträger“, so der Freiheitliche, die Entscheidung sei aber eine persönliche. Die „Kronen Zeitung“ hatte zuvor berichtet, dass bereits zahlreiche freiheitliche Politiker geimpft seien. Das kritisierte Kaniak, die genannten Abgeordneten „sind nicht kontaktiert worden“.

Für ihn stehe die „Freiheit im Vordergrund“, die Partei würde niemandem von einer Impfung abraten. Unterstützung kam von FPÖ-Sicherheitssprecher Hannes Amesbauer. Dieser sagte – wie zuletzt FPÖ-Wien-Chef Dominik Nepp –, er mache beim „Impfstriptease nicht mit“.

Impfen für Kickl „keine Rebellion“

Parteichef Herbert Kickl hatte bekanntgemacht, nicht geimpft zu sein. Wenn sich FPÖ-Mitglieder impfen lassen würden, sei das aber „keine Rebellion“, schrieb er auf Facebook. EU-Faktionsführer Harald Vilimsky bestätigte, dass er geimpft sei, und sprach von einem „kleinen Opfer des indirekten Impfzwangs“.

Aus der ÖVP kam heftige Kritik. Klubobmann August Wöginger warf den Freiheitlichen in einer Aussendung „Impf-Heuchelei“ vor, die „Gesundheit und Leben vieler Menschen“ gefährde. Einige FPÖ-Politiker würden sich „vernünftigerweise schützen“, aber die „Propaganda“ ihres Parteichefs trotzdem mittragen. Dieses Verhalten nannte Wöginger „würde- und verantwortungslos“.

Die SPÖ spricht sich dafür aus, die CoV-PCR-Tests in Schulen über die dreiwöchige Sicherheitsphase hinaus fortzuführen, und zwar das ganze Wintersemester lang. Zur Entlastung der Lehrer sollte dabei Unterstützungspersonal eingesetzt werden, so Parteichefin Pamela Rendi-Wagner heute in einer Pressekonferenz. Entsprechende Anträge will ihre Fraktion morgen in der Plenarsitzung des Nationalrats einbringen.

Die Tests an den Schulen seien zum Schutz der Kinder und ihrer Familien wichtig, aber auch zum Schutz des Lehrpersonals. Schließlich könnten die unter Zwölfjährigen noch nicht geimpft werden, und über zwölf sei die Durchimpfungsrate sehr gering.

Außerdem, so die SPÖ-Chefin, erhalte man so einen verlässlichen Überblick über die epidemiologische Situation im Land. „Dieses Sicherheitsnetz darf an Österreichs Schulen nicht zerrissen werden“, unterstrich sie.

Kampagne für jüngere Kinder gefordert

Weiters sprach sich die SPÖ dafür aus, schon jetzt mit einer Informations- und Aufklärungskampagne für die Impfung der jüngeren Kinder zu beginnen, auch wenn die Impfstoffzulassung dafür noch ausstehe.

Diese gelte es abzuwarten, aber die Bundesregierung solle die Zeit davor nutzen, um die Eltern rechtzeitig mitzunehmen. Sicherheit, Planbarkeit und Vertrauen seien die Voraussetzung für eine hohe Durchimpfung, zeigte sie sich überzeugt.

Positiv bewertet man bei der SPÖ die Verlängerung der Sonderbetreuungszeit rückwirkend ab 1. September, die morgen zum Beschluss ansteht. Dass das bis Jahresende befristet wird, kritisierte jedoch Vizeklubchef Jörg Leichtfried. Die Sozialdemokraten wollen das Fristende mit 31. Oktober 2022 ansetzen, um Rechts- und Planungssicherheit zu garantieren.

SPÖ für Liveübertragung von U-Ausschüssen

Zum Endbericht des „Ibiza“-U-Ausschusses, morgen Hauptthema im Nationalrat, merkte Leichtfried an, dieser sei aufgrund seines großen Erfolgs von der ÖVP/Grünen-Regierung abgedreht worden. Sein Fazit: „Die türkis-blaue Regierung war nicht nur mutmaßlich käuflich, sie war käuflich.“ Eine entsprechende Feststellung finde sich auch im Endbericht des Verfahrensrichters. Die ÖVP habe versucht, mit Hilfe ihres Netzwerks einen türkisen Staat im Staat aufzubauen.

Um die Menschen besser darüber aufzuklären, was hier geschehe, plant die SPÖ einen Antrag zur Liveübertragung künftiger U-Ausschuss-Sitzungen, so Leichtfried. Am Abstimmungsverhalten der Grünen werde sich zeigen, ob diese noch eine eigenständige Fraktion oder nur noch der „Umweltbund bei den Türkisen“ seien.

COV Ausland

Italien will die seit Mai geltende Impfpflicht für das Gesundheitspersonal über die Frist des 31. Dezember hinaus verlängern. Die Verlängerung der Impfpflicht soll Mitte Dezember aufgrund der Situation im Land beschlossen werden, sagte Gesundheitsstaatssekretär Pierpaolo Sileri heute in einem TV-Interview.

„Die Zahl der nicht geimpften Beschäftigten im Gesundheitswesen liegt bei weniger als zwei Prozent, das entspricht 35.000 Personen, und ich hoffe, dass diese Zahl noch weiter sinkt“, so Sileri.

„In drei bis vier Wochen werden wir 90 Prozent der Menschen geimpft haben, und ich glaube, dass die Ausdehnung des ‚Grünen Passes‘ als Bedingung für alle Arbeitnehmer, ihrem Beruf nachzugehen, die Impfung weiter vorantreiben wird“, so der Staatssekretär.

„Grüner Pass“ auch für Arbeit nötig

Nachdem die Regierung vergangene Woche die Ausdehnung des „Grünen Passes“ auf alle Beschäftigten beschlossen habe, sei die Impfbereitschaft in Italien gestiegen. „Ich glaube, dass durch den ‚Grünen Pass‘ ein deutlicher Anstieg der Impfbuchungen zu verzeichnen sein wird, wie wir diese Woche bereits gesehen haben“, so Sileri.

In Italien müssen ab dem 15. Oktober alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen mit dem „Grünen Pass“ eine Coronavirus-Impfung oder einen negativen Test vorweisen, wenn sie ihrer Arbeit nachgehen. Andernfalls drohen Sanktionen. Wer der Arbeit fernbleibt, weil er das Dokument nicht vorweisen kann, muss mit einer Suspendierung rechnen.

Tests sind nur für Menschen gratis, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können. Die Entscheidung der Regierung betrifft rund 23 Millionen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. De facto sind unter den Erwachsenen nur noch Pensionisten, Arbeitslose sowie Hausfrauen und Hausmänner nicht von der Passpflicht betroffen.

Ausland

Die liberale Partei von Ministerpräsident Justin Trudeau hat nach ersten Ergebnissen die vorgezogene Parlamentswahl in Kanada gewonnen. Allerdings verfehlte sie ihr Ziel – eine absolute Mehrheit – deutlich. Auf Platz zwei liegen die Konservativen. Trudeaus Rechnung, seine Macht mit einer vorgezogenen Wahl zu festigen, ging nicht auf.

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Im Sudan soll ein Putschversuch in der Nähe der Hauptstadt Khartum vereitelt worden sein. Die Armee habe heute Früh einen Umsturz verhindern können, sagte ein Militärsprecher, Taher Abu Haja, im sudanesischen Staatsfernsehen.

Auf den Straßen von Khartum war eine große Zahl von Militärfahrzeugen zu sehen. Über die Identität und das Motiv der Putschisten gab es keine Informationen.

Der Sudan wurde 30 Jahre lang von Präsident Omar al-Baschir mit harter Hand regiert, bis der Machthaber nach Massenprotesten 2019 von der Armee gestürzt wurde. Daraufhin gründeten Zivilisten und Militärs eine gemeinsame Übergangsregierung, was weltweit begrüßt wurde.

Französische Schiffe haben 108 Menschen beim Versuch der Überfahrt nach Großbritannien aus dem Ärmelkanal gerettet. Die Flüchtlinge seien in Booten unterwegs gewesen, die teils in Seenot geraten, teils bereits gekentert waren, teilten die französischen Behörden heute mit.

Ein Boot der Seenotrettung und ein Patrouillenboot des französischen Zolls hätten die Menschen aufgenommen und sie in die Häfen von Dünkirchen und Calais gebracht.

Nach Angaben der Präfektur versuchten zwischen Jänner und Ende August etwa 15.400 Migranten die Überfahrt über den Ärmelkanal. Etwa 3.500 von ihnen wurden aus Seenot gerettet und zurück nach Frankreich gebracht. Im gesamten Vorjahr waren es 9.500 gewesen.

Zahl der Bootsflüchtlinge deutlich gestiegen

Seit Ende 2018 hat die Zahl der Flüchtenden, die die Überfahrt nach Großbritannien per Boot unternehmen, deutlich zugenommen. Ein Grund dafür sind die verschärften Sicherheitsvorkehrungen im Güterverkehr. In den Jahren zuvor hatten Migrantinnen und Migranten eher versucht, sich auf Lastwagen zu verstecken.

Zwischen Frankreich und Großbritannien schwelt seit Langem ein Streit über den Umgang mit dem Thema. London hatte sich im Juli dazu verpflichtet, 63 Millionen Euro dafür zu zahlen, dass Frankreich die Kontrollen verschärft und die riskanten Überfahrten verhindert.

Nach dem überstürzten Abzug aus Afghanistan hat das britische Verteidigungsministerium einem BBC-Bericht zufolge mit einer Datenpanne das Leben von mehr als 250 afghanischen Übersetzern in Gefahr gebracht.

Die elektronischen Adressen der Mitarbeiter seien in einer E-Mail der Behörde für alle Empfänger sichtbar gewesen, berichtete der Sender heute. In einigen Fällen sei die E-Mail-Adresse mit einem Foto verknüpft gewesen.

Das Ministerium leitete eine Untersuchung ein und bot den Betroffenen Hilfe an, von denen sich noch viele in Afghanistan aufhalten und vor den militant-islamischen Taliban verstecken. Der ehemalige Verteidigungsstaatssekretär Johnny Mercer kritisierte, die Regierung habe sich zu sehr für ihre Evakuierungsmission aus Kabul öffentlich gelobt.

„Das Schulterklopfen über Operation Pitting verbirgt die kriminell fahrlässige Leistung des Verteidigungsministeriums und des Innenministeriums, unsere Pflicht gegenüber diesen Leuten zu erfüllen“, twitterte der konservative Abgeordnete, der mehrfach in Afghanistan im Einsatz war. Die überwiegende Mehrheit der Helfer sei zurückgelassen worden.

Ministerium wollte sich mit E-Mail erkundigen

Mit der E-Mail wollte sich das Verteidigungsministerium der BBC zufolge über die Situation der Dolmetscher erkundigen und ihnen versichern, dass alles dafür getan werde, ihre Ausreise nach Großbritannien voranzutreiben.

Einige Übersetzer hätten dann versehentlich an alle mehr als 250 Adressen mit einer Schilderung ihrer eigenen Lage geantwortet, so die BBC unter Berufung auf Betroffene. Eine halbe Stunde später habe das Ministerium in einer neuen E-Mail die Adressaten über die Panne informiert.

Es ist bereits der zweite große Datenskandal im britischen Verteidigungsministerium in diesem Jahr. Im Juni hatte ein Mitarbeiter sensible Unterlagen an einer Bushaltestelle vergessen.

Inland

Bei der Abschlusspressekonferenz vor der Graz-Wahl hat sich KPÖ-Spitzenkandidatin Elke Kahr heute gegen fixe Koalitionen und für inhaltliche Übereinkünfte nach der Wahl ausgesprochen. Die Partei sei bereit für mehr Verantwortung und mehr Ressorts.

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NEOS fordern „Talentschulen“

NEOS-Spitzenkandidat für die Graz-Wahl Philipp Pointner und der steirische Landtagsklubchef Niko Swatek fordern unterdessen „Talentschulen“ für die Steiermark. Laut Swatek sollen „jene Schulen mit den größten Problemen zu den besten Schulen werden“.

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In vielen Bundesländern gibt es Engpässe beim Lehrpersonal. Das heißt aber nicht, dass Klassen ohne Lehrerinnen und Lehrer auskommen müssen, so die Bildungsdirektionen. Abhilfe sollen Überstunden, Studierende und pensionierte Lehrpersonen schaffen.

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EU

Die Europäische Union hat aus Protest gegen das U-Boot-Geschäft der USA und Großbritanniens mit Australien die Vorbereitung auf ein Handels- und Technologiegespräch mit den Vereinigten Staaten verschoben.

Man habe verabredete Diskussionen über das Treffen am 29. September in Pittsburgh zunächst ausgesetzt, sagten zwei EU-Diplomaten heute in Brüssel.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte den U-Boot-Deal zuvor als „nicht akzeptabel“ bezeichnet. Eigentlich hatte das EU-Mitglied Frankreich Australien U-Boote liefern sollen. Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) zeigte wie auch ihr Amtskollege aus Deutschland, Michael Roth, Verständnis für Frankreich.

40-Milliarden-Deal zurückgezogen

Am Donnerstag hatten Australien, Großbritannien und die USA einen Indopazifik-Sicherheitspakt bekanntgegeben – kurz nach der Verabschiedung neuer Indopazifik-Leitlinien der EU. Der Pakt sieht unter anderem vor, dass Australien mit Technologie der beiden Partner nuklear betriebene U-Boote baut.

Damit wurde die 2016 mit dem französischen Reedereikonzern Naval vereinbarte Lieferung von konventionellen U-Booten im Volumen von 40 Milliarden Dollar hinfällig.

Frankreich rief aus Verärgerung über die Absage die Botschafter aus Canberra und Washington zurück. Zudem hatte Frankreich mit der Blockade eines Freihandelsabkommens zwischen der EU und Australien gedroht. Die französische Werft hatte sich damals bei dem Auftrag für Australien gegen deutsche Konkurrenz durchgesetzt.

Die Europaministerinnen und -minister sind heute zum ersten regulären EU-Ministerrat nach der Sommerpause zusammengetroffen. Auf der Agenda stehen dabei Gespräche über die Impfquoten in Europa, die Außenbeziehungen mit Großbritannien und der Schweiz sowie die EU-Zukunftskonferenz.

„Österreich hat eine Impfquote von rund 60 Prozent, das ist per se ganz gut“, so Ministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) in Brüssel. In anderen Ländern wie Rumänien liege die Zahl deutlich tiefer. „Es ist jetzt wichtig, dass wir uns auf europäischer Ebene austauschen, wie das Vertrauen in die Impfung gestärkt werden kann.“

Anreize könnten helfen, so die Europaministerin. Die Aufhebung der Einreisebeschränkung für Europäerinnen und Europäer in die USA sei etwa ein solcher Anreiz, sich im impfen zu lassen.

Man wolle sich beim Ministerrat in Brüssel auch ansehen, wie die Bemühungen zur Aufhebung der Quote in anderen Ländern aussehen. Einige EU-Staaten führten bereits eine Impfpflicht auf die eine oder andere Weise ein – oftmals nur für bestimmte Berufsgruppen wie Pflegekräfte und Schulpersonal.

Verhältnis zur Schweiz

Auch die Beziehungen zur Schweiz sind Thema bei dem Treffen. Nach dem Abbruch der Verhandlungen über ein Rahmenabkommen durch Bern steht die Frage im Raum, wie es weitergehen soll. „Die Schweiz ist nicht nur im Herzen Europas, sondern ist auch ein wichtiger Nachbar Österreichs“, so Edtstadler. „Wir brauchen möglichst enge Beziehungen zur Schweiz, und es ist wichtig, im Gespräch zu bleiben.“

Frankreich könnte auch das von ihm scharf kritisierte neue Sicherheitsbündnis zwischen den USA, Großbritannien und Australien (AUKUS) zur Debatte stellen. „Ich kann den Ärger Frankreichs nachvollziehen“, so Edtstadler. Das Thema stehe aber eigentlich nicht auf der Agenda. Man werde sich nun aber einmal die Sicht Frankreichs aus erster Hand anhören.

Umwelt & Klima

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat wie angekündigt BMW und Mercedes wegen unzureichenden Klimaschutzes verklagt. Die Organisation wirft den Autoherstellern vor, sich nicht auf den Ausstieg von Verbrennungsmotoren bis zum Jahr 2030 festgelegt zu haben. „Es ist genau so eingetreten, wie wir es uns gedacht haben“, sagte DUH-Anwalt Remo Klinger dem „Handelsblatt“ (Dienstag-Ausgabe).

Die Klageschriften seien deswegen jeweils an die Landgerichte in München und Stuttgart rausgegangen, hieß es weiter. Klinger kündigte zudem an, die Klage gegen den Öl- und Gaskonzern Wintershall gehe ebenfalls zeitnah an das Landesgericht Kassel.

Unterlassungserklärung gefordert

Die DUH hatte von BMW und Mercedes eine Unterlassungserklärung gefordert, in der sich die Konzerne unter anderem verpflichten, ab 2030 keine Pkws und leichte Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotor mehr zu bauen. „Wir haben längst eine klare Erklärung für den Spurwechsel zur Klimaneutralität abgegeben“, zitiert das „Handelsblatt“ aus einem Antwortschreiben von Mercedes an die DUH. BMW erklärte, man übernehme bereits „umfassende Verantwortung“. Ein privater Rechtsstreit könne den demokratischen Prozess über die Parlamente nicht ersetzen.

Verweis auf Pariser Klimaschutzabkommen

Anfang September hatten die DUH und der Umweltverband Greenpeace bereits angekündigt, die Autokonzerne und Wintershall zu verklagen. Konkret verlangen die Verbände mit Verweis auf die Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens einen Ausstieg der Autohersteller aus Verbrennungsmotoren bis 2030.

Die EU-Kommission hat zur Umsetzung der Klimaziele allerdings 2035 als Frist vorgeschlagen, ab der nur noch emissionsfreie Neuwagen zugelassen werden sollen. Wintershall soll sich verpflichten, ab spätestens 2026 keine neuen Öl- und Gasfelder mehr zu erschließen – der Versorger hat CO2-Neutralität bis 2030 in Aussicht gestellt.

Sport

Die Karriere des erfolgreichsten Skispringers im Weltcup aller Zeiten ist heute zu Ende gegangen. Gregor Schlierenzauer zog nach 15 Jahren auf den Schanzen dieser Welt einen Schlussstrich. „Es war eine einzigartige und gefühlsintensive Reise, die nun anders weitergeht“, so der Tiroler in seinem Blog auf seiner Homepage.

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Teamchefin Irene Fuhrmann und ihre Spielerinnen haben mit dem 8:1-Erfolg in Lettland am Freitag den erhofften erfolgreichen Start in die Qualifikation für die Fußball-WM 2023 in Australien und Neuseeland hingelegt.

Heute soll in Nordmazedonien (18.00 Uhr, live in ORF Sport +) der nächste Schritt auf dem Weg zur Endrunde folgen. Obwohl die Österreicherinnen erneut als haushohe Favoritinnen in die Partie gehen, will Fuhrmann vor der Pflichtaufgabe nichts von einer „g’mahten Wiesn“ in Skopje wissen.

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Für den FC Barcelona gleicht die erste Saison nach dem Abschied von Lionel Messi bisher einer Selbstfindungsphase. Nach dem hart erkämpften 1:1 daheim gegen Granada stellte Trainer Ronald Koeman klar, dass das „alte“ Barca Geschichte sei. Das berühmte „Tiki-Taka“, also Kurzpassspiel mit langen Ballstafetten, sei aktuell nicht möglich, sagte der Niederländer. Einer, der von der Verjüngungskur bei den Katalanen profitieren soll, ist der Österreicher Yusuf Demir.

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Rekordsieger Austria Wien und das Liga-Überraschungsteam SV Ried sind heute die ersten Schmankerln der zweiten Runde des Uniqa-ÖFB-Cups. Die Austria muss nach Kapfenberg (18.30 Uhr) und hofft auf ein Erfolgserlebnis. Auch Ried gastiert bei einem Zweitligisten – bei Vorwärts Steyr (20.25, live in ORF Sport +) kommt es zu einem Oberösterreich-Derby.

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Wirtschaft

Die Arbeitslosigkeit sinkt weiter: Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen (ohne Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer) hat erstmals seit Beginn der Krise das Niveau der Vergleichswoche von 2019 vor der Coronavirus-Krise unterschritten.

Mit 268.028 beim AMS gemeldeten arbeitslosen Personen gibt es um 1.129 Arbeitslose weniger als 2019, teilte das Arbeitsministerium heute mit. Nimmt man alle Arbeitslosen inklusive Schulungsteilnehmende, ist die Gesamtzahl mit 335.058 (2021) immer noch höher als 2019 mit 329.083.

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Der Streit der Fluggesellschaft Alitalia und ihrer Nachfolgerin ITA mit den Gewerkschaften über die Zukunft Tausender Angestellter weitet sich aus. In der Nacht auf heute besetzten Arbeitnehmervertreter symbolisch die Verhandlungsbüros in Rom, nachdem Gespräche abgebrochen worden waren. Für Freitag haben die Gewerkschaften schon länger zum Streik aufgerufen.

Die Traditionsgesellschaft Alitalia, die am 15. Oktober ihren Betrieb einstellen soll, riet ihren Fluggästen, in den kommenden Tagen sicherheitshalber nur mit Handgepäck zu reisen. Damit sollen mögliche lange Wartezeiten an den Gepäckbändern vermieden werden.

Reduzierter Neustart als ITA

Alitalia schreibt seit Jahren keine Gewinne mehr und war zunehmend auf staatliche Hilfen angewiesen. Das soll nun vorbei sein, die Gesellschaft wird aufgelöst. Die Nachfolgerin ITA will mit zunächst deutlich weniger Personal und Maschinen an den Start gehen. Von den mehr als 10.000 Alitalia-Beschäftigten werden laut Plan zu Beginn 2.800 übernommen.

Für diese wollen die Gewerkschaften einen Kollektivertrag wie jenen aus Alitalia-Zeiten aushandeln. ITA lehnt das ab und verweist darauf, sparen zu müssen, um rentabel sein zu können. Die Forderungen der Gewerkschaften seien „nicht einmal eine Grundlage für Verhandlungen“, hieß es in einer Mitteilung.

Daher beginne man damit, Personal auch ohne Tarifeinigung einzustellen. Die Arbeitnehmervertreter nannten dieses Vorgehen „schwerwiegend und unverständlich“.

Chronik

In Traiskirchen (Niederösterreich) ist heute auf dem Gelände des ehemaligen Semperit-Werks ein Großbrand ausgebrochen. Rund zehn Feuerwehren sind derzeit im Einsatz. Nähere Details sind noch nicht bekannt. Die Rauchsäule ist weithin sichtbar.

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In Salzburg hat sich heute ein Lehrling wegen Vergewaltigung und schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen vor Gericht verantworten müssen. Der 18-Jährige soll sich früher als Schüler mehrfach an seiner Cousine vergangen haben. Dazu kommen Vorwürfe, dass er auch ein anderes Mädchen missbraucht habe.

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Nach einem bewaffneten Banküberfall in Krumbach in Niederösterreich am Mittwoch fahndet die Polizei nun nach einem 68-jährigen Verdächtigen. Der Mann war aus einem Gefängnis in Deutschland geflohen und gilt als gefährlich.

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Queen-Sohn Prinz Andrew (61) ist in den USA eine Zivilklage wegen sexuellen Missbrauchs zugestellt worden. Die Dokumente seien gestern (Ortszeit) im Büro seines Anwalts in Los Angeles abgegeben worden, teilten die Anwälte der Klägerin Virginia Giuffre mit. Zudem sei bereits am Freitag eine E-Mail mit den Unterlagen verschickt worden.

Bildcombo zeigt Prinz Andrew und Virginia Giuffre
AP/Steve Parsons; Reuters/Shannon Stapleton (Montage)

Die US-Amerikanerin wirft dem Royal vor, sie vor gut 20 Jahren als 17-Jährige mehrfach missbraucht zu haben, und verlangt nun Schadenersatz. Andrew weist die Vorwürfe zurück.

Nicht an Meldeadresse zu erreichen

Die Frage, ob dem Prinzen die Dokumente korrekt zugestellt wurden, verzögert bisher den Prozessbeginn in den USA. Andrew hält sich britischen Medien zufolge in der schottischen Residenz seiner Mutter Königin Elizabeth II. auf, damit er nicht an seiner Meldeadresse zu erreichen ist.

Zuletzt hatten aber sowohl der Londoner High Court als auch der zuständige Richter in New York in dieser Frage zugunsten der Klägerin geurteilt.

Mehrfach Übernachtungsgast bei Epstein

Die Klage steht in Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal um den verurteilten Sexualstraftäter und US-Multimillionär Jeffrey Epstein, der sich 2019 im Gefängnis das Leben nahm. Andrew war mehrfach Übernachtungsgast bei Epstein in dessen Anwesen in den USA und der Karibik.

Epstein und dessen Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell, die derzeit in einem New Yorker Gefängnis auf ihren Prozess wartet, sollen jahrelang Dutzende Mädchen und junge Frauen in ihre Abhängigkeit gebracht und sexuell missbraucht sowie anderen Männern zugeführt haben.

Nach rund drei Wochen Pause ist der Vulkan Ätna auf Sizilien wieder ausgebrochen. Heute früh registrierte das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) steigende Aktivitäten im Inneren des Berges, eine Aschewolke stieg rund 9.000 Meter auf. Aus dem Krater der südöstlichen Seite floss etwas Lava.

Der offiziell 3.357 Meter hohe Vulkan spuckt seit Mitte Februar immer wieder Lava und Asche, rund 50 Ausbrüche wurden registriert. Diese sind oft spektakulär zu beobachten, meist aber ungefährlich für die umliegenden Dörfer und die im Süden gelegene Großstadt Catania. Der dortige Flughafen kann derzeit noch angeflogen werden.

Vulkan auf La Palma: Bereits 6.000 Menschen auf der Flucht

Nach dem Ausbruch eines Vulkans der Cumbre-Vieja-Kette auf der Kanareninsel La Palma ist unterdessen die Zahl der Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, auf 6.000 gestiegen. Wie die Behörden mitteilten, geht der Anstieg darauf zurück, dass gestern Abend nach dem Austreten von Lava an einer weiteren Stelle etwa 500 weitere Menschen in Sicherheit gebracht wurden.

Die neue Ausbruchsstelle befinde sich in der Gegend von Tacande in der Gemeinde El Paso, teilten die Rettungskräfte auf Twitter mit. Die Erde dort brach nach einem Erdbeben der Stärke 4,1 auf, wie das Vulkanologische Institut der Kanaren mitteilte. In der Folge bildeten sich in der Nacht Autoschlangen mit Menschen, die die Umgebung verließen.

Der Vulkan brach am Sonntag zum ersten Mal seit 50 Jahren aus, die Rauchwolken über dem Vulkan sind Hunderte Meter hoch. Täglich stößt er 8.000 bis 10.500 Tonnen Schwefeldioxid aus.

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Leute

Nur eine Woche nachdem die US-Sängerin Britney Spears ihren Rückzug von Instagram angekündigt hatte, ist sie dort bereits wieder aktiv geworden. „Ich bin schon wieder zurück“, schrieb die 39-Jährige gestern (Ortszeit) auf der Social-Media-Plattform.

Daneben postete sie zwei Fotos von sich in Schwarz-Weiß und farbig, auf denen sie mit ernstem Gesichtsausdruck in die Kamera schaut. „Einige Aufnahmen von meinem Wochenendtrip, auf dem ich meine Verlobung gefeiert habe“, schrieb die Popsängerin dazu. Ihr Verlobter Sam Asghari ist auf den Bildern nicht zu sehen.

Fans äußern Zweifel an Aktualität

„Ich kann es noch immer nicht glauben!!!!“, schrieb Spears. Ihre rasche Rückkehr zu Instagram erklärte sie damit, dass sie es nicht allzu lang ohne die Plattform ausgehalten habe. In den Kommentaren wundern sich Fans über Spears’ Frisur in den Bildern und äußern Zweifel an der Aktualität der Fotos.

Zwei Tage nach der Bekanntmachung ihrer Verlobung hatte Spears vergangenen Dienstag ihren Instagram-Account deaktiviert. Auf ihrem Twitter-Account, den sie weiterhin aktiviert ließ, hatte sie angekündigt, eine kleine Pause von den sozialen Netzwerken einzulegen.

Gesundheit

Seit 2014 gibt es das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm (BKFP), aber noch immer viel zu wenige Frauen nehmen es in Anspruch: „Vorsorge ist wichtig, auch in Zeiten der Corona-Pandemie“, sagte Klaus Wicke, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Radiologie der Ärztekammer.

Mit Jahresende steht die Verlängerung des Screeningprogramms an. Die Fachärzte forderten auch Änderungen, etwa sollten Frauen künftig schon ab 40 eingeladen werden.

Beim österreichischen Programm handle es sich um das modernste Europas, es biete flächendeckende Versorgung und sehr hohe Qualitätsstandards, so Alexandra Resch, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Senologie. Die Teilnahmerate gehöre aber dringend verbessert. So „verliere“ das Programm derzeit 31 Prozent der Frauen, nachdem sie zum ersten Mal bei der Mammografie waren.

Teilnahmerate zu niedrig

Die Teilnahmerate auf Basis der Einladungen liege bei etwas über 40 Prozent (2018/19). Rechnet man andere Zugänge – etwa ärztliche Zuweisungen – dazu, komme man auf eine Mammografie-Versorgungsrate von rund 58 Prozent. Damit ein Screeningprogramm wirksam ist, brauche man eine Teilnahmequote von 70 Prozent, so Resch.

Derzeit erhalten Frauen zwischen dem 45. und 69. Lebensjahr alle zwei Jahre per Post eine Einladung. Frauen ab 70 sowie zwischen 40 und 44 Jahren können sich selbst im BKFP registrieren, um eingeladen zu werden („Opt-in“). Vor allem die jüngere Gruppe sei „sehr schwach vertreten“, berichtete Wicke. Dabei sei Krebs bei jüngeren Frauen oft viel aggressiver.

Gleichzeitig sei wichtig, dass Frauen nach der Menopause weiter teilnehmen, sagte Resch: „Das Durchschnittsalter für das Auftreten von Brustkrebs in Österreich liegt bei 62.“

Empfehlung: Alle Frauen ab 40 einladen

Die Fachleute sprachen sich dafür aus, dass künftig alle Frauen ab 40 eingeladen werden sollten. Für die 40- bis 55-Jährigen votieren sie für eine Senkung des Intervalls auf ein Jahr, ebenso für Frauen mit besonders dichtem Brustgewebe. Dieses mache Veränderungen schwerer feststellbar und betreffe 30 bis 35 Prozent der weiblichen Bevölkerung.

Kultur

Er ist als großer Provokateur in der Kunstszene bekannt – jetzt muss sich der belgische Künstler, Regisseur und Choreograf Jan Fabre wegen mutmaßlicher sexueller Belästigung vor Gericht verantworten.

Die Verhandlung soll am 25. März und am 1. April 2022 stattfinden, kündigte ein Gericht in Antwerpen heute an. Mehrere Mitglieder seiner Tanzkompanie werfen Fabre sexuelle Belästigung vor. Dem 62-Jährigen drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis.

„Sein Motto war: kein Sex, kein Solo“

Im Zuge der „#MeToo“-Debatte über sexualisierte Gewalt gegen Frauen hatten sich im September 2018 rund 20 frühere Mitglieder von Fabres Antwerpener Tanzkompanie Troubleyn in einem offenen Brief über jahrelange Erniedrigungen und sexuelle Belästigung beschwert. „Sein Motto war: kein Sex, kein Solo“, schrieb einer der wenigen männlichen Unterzeichnenden des offenen Briefes, der in einem flämischen Magazin erschienen war.

Fabre, der auf der Bühne bereits einen Masturbationswettbewerb darstellen ließ und sich für das Werfen von Katzen entschuldigen musste, hatte die Anschuldigungen zurückgewiesen.

„Ich habe nie die Absicht gehabt, Menschen einzuschüchtern oder psychisch oder sexuell zu verletzen“, versicherte er. Zwölf Menschen, die mit dem Choreografen und Theaterregisseur zusammengearbeitet haben, werfen ihm „Gewalt, Belästigung oder sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“ vor.

Im Vorjahr musste coronavirusbedingt die Lange Nacht der Museen ausfallen. Heuer versucht man es wieder: Am 2. Oktober laden der ORF und seine Partner zum 21. Mal zur vielfältigen Entdeckungsreise durch Museen, Galerien und Kultureinrichtungen.

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Sarah Dash, Mitglied des R&B-Trios Labelle, die mit „Lady Marmalade“ einen US-Nummer-eins-Hit hatten, ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Die Todesursache wurde nicht bekanntgegeben.

Patti Labelle, die die Gruppe zusammen mit Dash, Nona Hendryx und Cindy Birdsong gründete, sagte, sie sei „untröstlich“ und nannte Dash „eine unglaublich talentierte, schöne und liebevolle Seele, die mein Leben und das Leben so vieler anderer Menschen auf viele Arten gesegnet hat“. Dash und Labelle waren am Wochenende noch gemeinsam aufgetreten.

Sängering Sarah Dash
APA/AFP/Getty Images/Cindy Ord

Dash wurde 1945 in Trenton als Tochter eines Pastors und einer Krankenschwester geboren und zog als junge Frau nach Philadelphia. Sie schloss sich einer Gesangsgruppe um Labelle, Hendryx und Birdsong an, die zunächst Bluebelles, später Patti LaBelle and the Bluebelles hieß.

Ihre Debütsingle „I Sold My Heart to the Junkman“ aus dem Jahr 1962 schoss in die US-Top-20. Es folgten gefeierte Titel wie „Down the Aisle (The Wedding Song)“ und Doo-Wop-Cover von Standards wie „You’ll Never Walk Alone“, “Danny Boy" und "Over the Rainbow“.

Erfolg erst 1974

Birdsong verließ 1967 die Gruppe und schloss sich den Supremes an, während sich das verbleibende Trio Labelle nannte und eine rockigere Richtung einschlug. Der große Erfolg blieb ihnen bis zum Album „Nightbirds“ verwehrt, dessen Leadsingle „Lady Marmalade“ mit einem schlüpfrigen Text die Spitze der US-Charts erreichte.

Coverversionen des Songs von All Saints und von Christina Aguilera, Lil’ Kim, Mya und Pink für den „Moulin Rouge“-Soundtrack landeten ebenfalls an der Spitze der Charts.

Labelle veröffentlichte zwei weitere Alben, bevor die Sängerinnen eine lange Pause einlegten und sich 2008 für das Album „Back to Now“ wieder zusammenfanden. In der Zwischenzeit veröffentlichte Dash vier Soloalben und arbeitete als Session-Sängerin. Später im Leben nahm sie Gospelmusik auf, arbeitete als Motivationsrednerin und engagierte sich für wohltätige Zwecke.

Die Foto-, Medien- und Konzeptkünstlerin Margot Pilz feiert heute ihren 85. Geburtstag. Obwohl sich die ausgebildete Fotografin, die zunächst in der Werbebranche reüssierte, lange nicht nicht zutraute, als Künstlerin zu arbeiten, sind ihre vielfältigen Arbeiten aus der Gegenwartskunst nicht mehr wegzudenken.

Erst durch den feministischen Aufbruch der 1970er, bei dem sie im Zuge einer Verhaftung beim dritten Frauenfest 1978 radikalisiert wurde, bekam sie genügend Antrieb, ihre Arbeit auch als künstlerisch zu verstehen.

Heute sind Ausstellungen wie jene, die im Belvedere 21 in Wien derzeit unter dem Titel „Avantgarde und Gegenwart“ einen Überblick über die Sammlung des Belvedere gibt, und jene im Linzer Lentos, die ab 24. September feministische Avantgarde aus der Sammlung Verbund zeigt, ohne Arbeiten von Pilz unvollständig.

Margot Pilz (Medien- und Konzeptkünstlerin)
APA/Hans Punz

„Selbstauslöserin“ in Kunsthalle Krems

Die Kunsthalle Krems in Niederösterreich widmet der Jubilarin ab dem 23. Oktober die große personale Ausstellung „Selbstauslöserin“. Im Vorjahr wurde ihr aus Lein- und Tischtüchern zusammengeflicktes „Hausfrauendenkmal“, mit dem sie 1979 beim steirischen herbst an die viele unbezahlte Hausarbeit von Frauen erinnert hatte, auf dem Wiener Karlsplatz erneut aufgebaut.

Anders als damals habe man es wegen des grassierenden Vandalismus jede Nacht wieder abbauen und verwahren müssen, erzählt sie enttäuscht.

„Kaorle am Karlsplatz“

Mit „Kaorle am Karlsplatz“ bespielte sie im Rahmen der Wiener Festwochen 1982 den Teich und den Platz vor der Karlskirche. Sie ließ Tonnen von Sand herankarren, mietete um teures Geld eine Palme und ließ im Wasser einen großen Wal schwimmen, aus dem Walgesänge zu hören waren – eine rundherum visionäre Aktion, die Tausende junge Leute begeisterte, Jahrzehnte vor jenen künstlichen „Stadtstränden“, ohne die heutzutage kaum eine Großstadt auszukommen vermag.

Erst dieses Jahr ist eine Biografie erschienen, in der die Kunstjournalistin Nina Schedlmayer die abenteuerliche Lebens- und Werkgeschichte der gebürtigen Niederländerin erzählt, die als Kind mit den Eltern in Indonesien lebte und dort im Zweiten Weltkrieg mit ihrer Mutter von der neuen Besatzungsmacht Japan jahrelang interniert wurde – ein traumatisches Erlebnis, das sie viel später künstlerisch aufgearbeitet hat.

Drei Männer und drei Frauen stehen auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2021. In die Endauswahl gekommen sind der Österreicher Norbert Gstrein („Der zweite Jakob“), die Österreicherin Monika Helfer („Vati“), Christian Kracht („Eurotrash“), Thomas Kunst („Zandschower Klinken“), Mithu Sanyal („Identitti“) und Antje Rávik Strubel („Blaue Frau“), wie die Jury heute in Frankfurt mitteilte.

Die sechs Finalisten zeigten „den stilistischen, formalen und thematischen Reichtum der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur“, sagte Jurysprecher Knut Cordsen. Sie zeugten zudem „von der immensen Lust und hohen Könnerschaft, Geschichten zu erzählen“.

Bekanntgabe Mitte Oktober

Welches Buch die Jury am Ende als den besten Roman des Jahres 2021 auszeichnen wird, steht in vier Wochen fest: Die vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergebene Ehrung wird am Vorabend der Frankfurter Buchmesse überreicht – in diesem Jahr am 18. Oktober. Der Preisträger oder die Preisträgerin erhält 25.000 Euro, die übrigen fünf Autorinnen und Autoren der Shortlist jeweils 2.500 Euro.

Die Jury hatte in diesem Jahr 230 Titel gesichtet. Ende August hatte die Jury die 20 Titel der Longlist bekanntgegeben. Inzwischen ausgeschieden sind unter anderen Franz-Arthur Goldschmidt, Heinz Strunk, Franzobel und Sasha Marianna Salzmann.

Sabine Folie, ehemals Chefkuratorin der Kunsthalle Wien und von 2008 bis 2014 Direktorin der Generali Foundation in Wien, übernimmt ab Jänner die Direktion der Kunstsammlungen der Akademie der bildenden Künste Wien.

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Religion

Papst Franziskus hat im Gespräch mit der Jesuitenzeitschrift „Civilta Cattolica“ über seinen Gesundheitszustand nach seiner Darmoperation im Juli berichtet. „Ich bin noch am Leben, obwohl einige Leute meinen Tod wollten.“ Sie hätten schon das Konklave vorbereitet, wurde der Papst im Interview zitiert.

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Panorama

Wally hat seinem Namen wieder einmal alle Ehre gemacht: Das als „wanderndes“ Walross bekannte Tier ist Fachleuten zufolge in Island aufgetaucht. Zuletzt war das atlantische Walross vor 22 Tagen in Crookhaven Harbour im Südwesten Irlands gesehen worden.

In Island wurde Wally laut der Meeresschutzorganisation Seal Rescue Ireland aufgrund seiner charakteristischen Narben an den Stoßzähnen identifiziert. Die Umweltschützerinnen und Umweltschützer hätten bereits die Sorge gehabt, Wally nie wieder zu sehen, berichtete die BBC.

Walross Wally liegt auf einem Steg
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Das 800 Kilogramm schwere, etwa vier Jahre alte Tier war zuvor bereits in Spanien, Frankreich und dem Vereinigten Königreich gesichtet worden. Auf der Inselgruppe Scilly im Südwesten Englands wurde ihm ein eigener Liegeplatz in einem Hafen eingerichtet, da Wally immer wieder auf Boote kletterte und dabei Schaden anrichtete. Auch in Irland erhielt Wally einen eigenen Ponton.