Ausland

In der Steueraffäre um die Hamburger Warburg Bank weist der deutsche Kanzler Olaf Scholz (SPD) weiterhin jede Verantwortung zurück. „Es gibt keine Erkenntnisse darüber, dass es eine politische Beeinflussung gegeben hat“, sagte Scholz heute in Berlin bei seiner Sommerpressekonferenz und verwies auf umfangreiche Untersuchungen in den vergangenen zweieinhalb Jahren.

„Ich bin sicher, dass diese Erkenntnis nicht mehr geändert werden wird.“ Darüber hinaus betonte der Kanzler: „All die Steuern, die der Staat verlangt hat, hat er auch eingezogen.“

Beim „Cum-Ex“-Skandal verschoben Finanzakteure Aktienpakete rund um den Dividendenstichtag in einem vertrackten System so, dass ihnen Steuern erstattet wurden, die sie nie gezahlt hatten.

U-Ausschuss untersucht Rolle von Scholz

Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft will eine mögliche Einflussnahme führender SPD-Politiker auf Steuerentscheidungen zur Warburg Bank klären. Dabei geht es auch um die Frage, welche Rolle Scholz als Hamburger Regierungschef in der Affäre spielte.

Nach Treffen 2016 und 2017 mit den Bank-Gesellschaftern Christian Olearius und Max Warburg im Amtszimmer von Scholz hatte die Finanzverwaltung eine Steuerrückforderung über 47 Millionen Euro gegen die Bank verjähren lassen. Weitere 43 Millionen wurden erst nach Intervention des deutschen Finanzministeriums kurz vor Eintritt der Verjährung eingefordert.

Bei einem Schiffsunglück vor der tunesischen Insel Kerkennah sind acht Menschen ums Leben gekommen. Bei den Opfern handelt es sich um einen Mann, drei Frauen und vier Kinder, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA heute berichtete.

Die Todesopfer befanden sich mit anderen 22 Personen an Bord eines Bootes, das Tunesien in Richtung Italien verlassen hatte und in Kraten, etwa drei Meilen vor der Küste der Kerkennah-Inseln, sank. 20 Personen wurden von der Küstenwache gerettet, die weiterhin nach Vermissten sucht.

Die tunesische Küstenwache hatte am Dienstag 138 Migrantinnen und Migranten an Bord verschiedener Boote gerettet, die in Schwierigkeiten geraten waren. In Sousse wurden 21 Personen identifiziert, die illegal Tunesien in Richtung Italien verlassen wollten. Die Sicherheitskräfte beschlagnahmten auch einige Boote, die für die Überfahrt bestimmt waren.

Nach der möglichen Cyberattacke auf die IT-Systeme der deutschen Industrie- und Handelskammern (DIHK) hat die deutsche Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. Das sagte ein Sprecher der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen in Köln heute und bestätigte damit Medienberichte. Tatvorwurf sei Datensabotage. Die Ermittlungen befänden sich in einem frühen Stadium und richteten sich gegen unbekannt.

Vor einer Woche waren wegen einer möglichen Cyberattacke die IT-Systeme der Industrie- und Handelskammern in Deutschland aus Sicherheitsgründen vorsorglich heruntergefahren worden. Auf der Internetseite des Deutschen Industrie- und Handelskammertags heißt es, die IHK-Gesellschaft für Informationsverarbeitung arbeite intensiv mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und den Ermittlungsbehörden zusammen.

Weiter heißt es: „Um möglichen Schaden zu vermeiden und Datensicherheit zu gewährleisten, wird derzeit sehr sorgfältig daran gearbeitet, die IT-Systeme nach intensiven Prüfungen sukzessive wieder online zu stellen.“

Ukraine-Krieg

Ab dem neuen Schuljahr wird die Schulpflicht auch uneingeschränkt für ukrainische Kinder gelten. Zuletzt waren 11.000 ukrainische Kinder und Jugendliche im österreichischen Schulsystem – mit dieser Zahl wird auch zu Beginn des neuen Schuljahres gerechnet. Gleichzeitig bereite man sich darauf vor, bis zu 50.000 Schülerinnen und Schüler integrieren zu müssen, so ÖVP-Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) heute.

Prognosen, wie viele Kinder und Jugendliche tatsächlich noch nach Österreich kommen, seien nicht möglich, so Polaschek. Die mögliche Zahl von 50.000 beruhe auf Hochrechnungen aus früheren Erfahrungen. Man werde aber jedenfalls wenn nötig zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen.

Schulpflicht bisher flexibel gehandhabt

Im vergangenen Schuljahr habe man die Schulpflichtbestimmungen sehr flexibel gehandhabt, betonte der Minister. Viele vor allem später gekommene Kinder und Jugendliche hätten über Distance Learning noch Angebote aus der Ukraine angenommen, wo das Schuljahr bereits Anfang Juni endete. Diese werden von dortiger Seite nun aber zurückgefahren.

Kinder, die etwa erst im Mai gekommen seien, wären zu kurz da gewesen, um einen Abschluss in Österreich machen zu können – daher habe man geschaut, dass sie ein ukrainisches Zeugnis erlangen können.

Sonderverträge für Personal aus Ukraine

Nun sollen alle Kinder und Jugendlichen sofort in die Klassen kommen. In unterrichtsfreien Zeiten dürfen ukrainische Schülerinnen und Schüler aber weiter schulische Infrastruktur nutzen, um etwaigem Onlineunterricht aus der Ukraine zu folgen. Gleichzeitig will man den erstsprachlichen Unterricht ausbauen – etwa durch Freigegenstände.

Nach wie vor soll über Sonderverträge auch Personal aus der Ukraine als Assistenzkräfte angestellt werden, um die heimischen Lehrkräfte beim Unterricht zu unterstützen. Das gilt nicht nur für Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch etwa für Psychologinnen und Psychologen.

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognose für das Wachstum der weltweiten Nachfrage nach Rohöl angehoben. Die im Zuge des Ukraine-Kriegs verursachte Gaskrise mit einem enormen Preisanstieg für Erdgas an den Rohstoffmärkten habe dazu geführt, dass Industrie und Kraftwerke ihre Anlagen verstärkt mit Öl betreiben, heißt es in dem gestern in Paris veröffentlichten IEA-Monatsbericht. Zuletzt hat Russland die Gaslieferungen nach Europa drastisch reduziert.

Die Agentur erwartet für das laufende Jahr ein Wachstum der weltweiten Ölnachfrage um 2,1 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag. Das sind 380.000 Barrel pro Tag oder etwa zwei Prozent mehr als in der vorangegangenen Schätzung. Die gesamte Nachfrage dürfte nach Einschätzung der Agentur im laufenden Jahr bei 99,7 Millionen Barrel pro Tag liegen. Im kommenden Jahr dürfte die Nachfrage dann auf täglich 101,8 Millionen Barrel ansteigen.

Die höhere Nachfrage nach Rohöl sei vor allem in den Regionen Europa und Naher Osten zu erwarten, heißt es weiter in dem Monatsbericht des Interessenverbands von westlichen Industriestaaten.

Moldawien wird eigenen Angaben zufolge die Erdgasrechnung des russischen Lieferanten Gasprom im August nicht bezahlen können. „Ich kann Ihnen jetzt schon sagen, dass wir nicht in der Lage sind zu zahlen“, sagte der Vorsitzende des Energieversorgers Moldovagaz, Ion Ceban, der moldawischen Nachrichtenseite Newsmaker. „Wir werden den Juli abdecken, aber wir können die Vorauszahlung für August nicht leisten. Das ist klar.“

Das Land hoffe auf einen Aufschub und einen neuen, günstigeren Vertrag im vierten Quartal mit Gasprom. Moldawien, das gerade den EU-Kandidatenstatus erhalten hat, kämpft mit einer Inflation von 29 Prozent und hatte im vergangenen Jahr wiederholt Schwierigkeiten, seine Gasrechnungen zu begleichen. Gasprom warnte mehrfach vor einer Einstellung seiner Lieferungen.

COV Inland

Im Innsbrucker Stadtsenat haben sich ÖVP, FPÖ und Für Innsbruck gestern dafür ausgesprochen, das vom Bund für CoV-Impfkampagnen überwiesene Geld für Maßnahmen gegen die Teuerung einzusetzen. Bürgermeister Georg Willi (Grüne), der anderer Meinung war, blieb in der Minderheit.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 5.877 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

19.242 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 1.370 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 76 auf Intensivstationen.

AGES: 7-Tage-Inzidenz bei 449,7

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 449,7 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (657,1) und im Burgenland (554,7). Am niedrigsten ist der Wert in Vorarlberg (196,2) und in Oberösterreich (329,5).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

COV Ausland

Drei Monate nach der erstmaligen Bestätigung eines Coronavirus-Ausbruchs im Land hat Nordkorea eigenen Angaben zufolge das Virus besiegt. Machthaber Kim Jong Un habe feierlich den Sieg im Kampf um die Ausrottung des „neuen Coronavirus“ erklärt, berichteten die staatlichen Medien heute.

Kim habe die Erklärung in Pjöngjang bei einem nationalen Treffen zu den Maßnahmen gegen die Epidemie abgegeben. Die Maßnahmen gegen das Virus seien nun abgeschlossen, allerdings müsse Nordkorea weiter wachsam sein und die Grenzgebiete wirksam überwachen, wurde er zitiert.

„Fieber“ und „Fieberfälle“

Seit fast zwei Wochen meldete das Land keine neuen Krankheits- oder Verdachtsfälle, die im Zusammenhang mit dem Ausbruch stehen. Es war nach wie vor unklar, wie viele Infektionen es tatsächlich gegeben hat. Das streng abgeschottete Land hatte Mitte Mai zum ersten Mal offiziell Infektionen mit dem Krankheitserreger bestätigt und von einem epidemischen Ernstfall gesprochen. Allerdings war immer die Rede von „Fieber“ bzw. „Fieberfällen“. Eigenen Angaben zufolge wurden seit Ende April fast 4,8 Millionen solcher Fälle verzeichnet. Es habe 74 Todesopfer gegeben.

Auch Kim war infiziert

Auch Machthaber Kim war infiziert. Seine Schwester erklärte, er habe an „hohem Fieber“ gelitten. Außerdem behauptete sie, der Ausbruch der Seuche sei auf Feinde in Südkorea zurückzuführen, die mit „Flugblättern“ das Virus eingeschleust hätten. Südkorea begehe weiter Verbrechen gegen die Menschlichkeit, weil Flugblätter nach Nordkorea gesendet werden.

Inland

Eine aktuelle Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) sorgt in Oberösterreich für Diskussion. Konkret geht es um eine Abgabe auf Zweitwohnsitze. Laut VfGH habe das Land in einem bestimmten Fall zu Unrecht Geld eingehoben. Das Urteil dürfte weitreichende Folgen haben.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat den freiheitlichen Kandidaten für die Hofburg, Walter Rosenkranz, getadelt, weil dieser damit geliebäugelt hat, die Regierung zu entlassen.

„Das riecht ein wenig nach Putsch und Willkür eines Einzelnen“, sagte das amtierende Staatsoberhaupt in einem Interview mit der „Kleinen Zeitung“ (Donnerstag-Ausgabe). Rosenkranz hatte zuletzt bei einer Pressekonferenz auf Journalistenfragen, ob er als Bundespräsident gleich die Regierung entlassen würde, gemeint, die Wahrscheinlichkeit dafür liege „auf jeden Fall höher als 50 Prozent“.

„Nicht Aufgabe (…), Chaos zu produzieren“

Er erinnerte an die Usance, dass die Bundesregierung dem Präsidenten zum Amtsantritt ihren Rücktritt anbietet. „Unter Umständen, wenn man so ein Angebot bekommt, kann man es durchaus annehmen“, meinte Rosenkranz. „Warum soll man diese schönen Dinge nicht nützen, wenn sie in der Verfassung stehen?“

Van der Bellen konnte dem nichts abgewinnen: „Mit so etwas spielt man nicht. Mit Österreich spielt man nicht“, meinte er gegenüber der „Kleinen Zeitung“. Zwar räume die Verfassung dem Bundespräsidenten tatsächlich das Recht ein, die Regierung zu entlassen. Der Nationalrat bleibe jedoch bestehen, so Van der Bellen: „Der Bundespräsident müsste auf der Stelle eine neue Regierung etablieren, die die Mehrheit im Parlament binnen fünf Minuten stürzen würde. Es kann nicht Aufgabe eines verantwortungsvollen Bundespräsidenten sein, Chaos zu produzieren.“

„Krone“-Kolumnist Wallentin will antreten

Indes hat „Kronen Zeitung“-Kolumnist Tassilo Wallentin bekanntgegeben, nun doch bei der Hofburg-Wahl kandidieren zu wollen. Wie die „Kronen“ (Onlineausgabe) heute berichtete, will es der Rechtsanwalt im Alleingang – ohne Partei im Hintergrund – auf den Stimmzettel schaffen. Der 48-Jährige war zuvor medial auch als potenzieller Kandidat für die FPÖ gehandelt worden.

Wallentin muss für eine Kandidatur – wie jeder andere Kandidat auch – 6.000 Unterstützungserklärungen sammeln und den Wahlbehörden bis zum 2. September vorlegen. Seine letzte Kolumne in der „Krone bunt“ wird am kommenden Sonntag erscheinen, so die „Krone“. Aus Wallentins Umfeld wurde der APA sein Vorhaben bestätigt.

Die Einnahmen aus der Digitalsteuer sprudeln. Waren es im ersten Jahr (der Einführung) 2020 34 Mio. Euro, stieg die Zahl 2021 auf 80 Mio. Euro. Für heuer erwartet Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) bereits 100 Mio. Euro, wie er im Interview mit der APA sagte.

„Es war sicher die richtige Entscheidung, diese Steuer einzuführen“, so der Finanzminister. Er hofft, dass es auch europaweit noch bis Ende des Jahres eine Einigung diesbezüglich gibt.

Hoffen auf Einigung auf EU-Ebene

„Die Digitalsteuer ist eine Frage der Gerechtigkeit.“ Österreich sei hier Vorreiter, „unsere Experten sind bei den Verhandlungen um eine internationale Digitalsteuer federführend“, so Brunner. Auf EU-Ebene hofft er auf eine Entscheidung bis Ende des Jahres, damit die Steuer noch 2023 in Kraft treten könnte. Bei der Einführung einer weltweiten Digitalsteuer hänge vieles von den USA ab. Im Herbst finden die Zwischenwahlen statt. Davon hänge einiges ab.

Die NEOS-Parteiakademie „NEOS Lab“ spricht sich in einem „Policy Brief“ dafür aus, das Kindergartenangebot in Österreich stark auszubauen.

Die Ausgaben dafür sollen von 0,7 auf mindestens 1,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gesteigert und anstelle der bestehenden Bund-Länder-Vereinbarung ein österreichweit gültiges Kindergartengesetz geschaffen werden. Zusätzlich sollte ein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz den Eltern mehr Sicherheit geben, heißt es darin.

Vergleich mit „Musterschüler“ Dänemark

Laut dem Papier wären ein jährlicher Mitteleinsatz von 5,15 Mrd. Euro nötig, um etwa auf das Niveau des Kindergarten-„Musterschülers“ Dänemark zu kommen. Derzeit werden rund drei Mrd. Euro ausgegeben, so die NEOS-Parteiakademie. In dem Land, das als Beispiel angeführt wird, gebe es einen besseren Betreuungsschlüssel und eine höhere Betreuungsquote, weniger Frauen in Teilzeitjobs sowie einheitliche Qualitätsstandards und Regelungen für die Kinderbetreuungseinrichtungen. In Österreich mache das vorhandene Kinderbetreuungsangebot die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fast unmöglich, kritisiert NEOS.

Gesundheit

Die letzten zwei Juli-Wochen haben ein deutliches Plus bei den Todesfällen gebracht. Das zeigen heute veröffentlichte Daten der Statistik Austria. So starben von 18. bis 31. Juli um ein Fünftel mehr Menschen als im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2019. Noch nicht ausgewertet sind die Todesursachen. Zur erhöhten Sterblichkeit beigetragen haben könnten aber sowohl die Hitze als auch die für den Juli ungewöhnlich vielen CoV-Erkrankungen.

Viele Todesfälle in vorletzter Juli-Woche

Besonders viele Todesfälle meldete die Statistik Austria für die vorletzte Juli-Woche. Da verstarben in Österreich 1.830 Menschen – um ein Viertel mehr als im Schnitt der Jahre 2015 bis 2019. Für die letzte Juli-Woche meldete die Statistik Austria am Donnerstag 1.706 Verstorbene. Das sind um 15 Prozent mehr als im Durchschnitt.

Geprägt waren beide Wochen von großer Hitze: Die von der ZAMG ausgewiesenen Juli-Höchstwerte lagen in allen Bundesländern zwischen dem 20. und 25. Juli. Am heißesten war es mit 37,8 Grad in Seibersdorf in Niederösterreich. Sommerliche Hitzewellen führen in der Regel zu einem Anstieg der Sterbefälle.

Viele CoV-Erkrankungen im Sommer ungewöhnlich

Ungewöhnlich waren heuer aber auch die vielen CoV-Erkrankungen. Anders als in den ersten beiden Jahren der Pandemie gab heuer bereits im Sommer eine größere Infektionswelle. Dementsprechend verzeichnet die AGES auch vergleichsweise viele Todesfälle: 320 Menschen sind im Juli nach einer Infektion verstorben – fünfmal so viele wie im Juli 2021 (64) und siebenmal so viele wie 2020 (45).

Wirtschaft

Zur Erschließung neuer Energiequellen will der deutsche Kanzler Olaf Scholz (SPD) sich für den Bau einer Pipeline von Portugal und Spanien über Frankreich nach Mitteleuropa einsetzen. Eine solche Leitung hätte gebaut werden sollen und werde nun vermisst, sagte Scholz heute bei seiner Sommerpressekonferenz in Berlin. Diese würde jetzt „einen massiven Beitrag zur Entlastung und Entspannung der Versorgungslage“ leisten.

Er habe deshalb bei seinen Kollegen in Spanien, Portugal und Frankreich sowie bei EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen „sehr dafür geworben, dass wir zum Beispiel ein solches Projekt anpacken“.

Projekt galt als unwirtschaftlich

Das Projekt MidCat für eine Gaspipeline von Spanien nach Südfrankreich wurde vor einigen Jahren gestoppt, weil es aus damaliger Sicht auch wegen des billigeren Erdgases aus Russland für unwirtschaftlich gehalten wurde.

Angesichts des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine könnte die Pipeline aber nun dazu beitragen, Europa von russischem Gas unabhängiger zu machen. Es fehlen noch 226 Kilometer von Hostalric in Katalonien über die Pyrenäen bis nach Barbaira in Frankreich, Bauzeit mindestens zwei Jahre. Spanien möchte, dass die EU den Bau finanziert.

Nicht nur verringerte Erdgaslieferungen aus Russland, auch Verzögerungen bei der Wartung französischer Atomkraftwerke treiben die Strompreise in Europa derzeit in die Höhe.

Neben Problemen mit der Kühlung der AKWs seien heuer umfangreichere Wartungsarbeiten notwendig, und es sei unklar, wann die Blöcke wieder an das Netz gehen. Das führe zum Ausfall großer Erzeugungskapazitäten, und „hat natürlich Auswirkungen auf die Preise“, erklärte Johannes Mayer von der E-Control im Gespräch mit der APA.

„Verfügbarkeit von weniger als 50 Prozent“

Frankreich setzt in der Stromerzeugung stark auf Kernenergie. Diese Strategie hat das Land bisher zu einem relativ großen Nettoexporteur von Strom gemacht. Seit Mitte Jänner sei die Stromerzeugung in den Atomkraftwerken allerdings kontinuierlich zurückgegangen, so Karina Knaus von der Energieagentur im Gespräch mit der APA. Wurden zu Jahresbeginn noch knapp 50 Gigawatt (GW) in der Produktion eingesetzt, so liege die eingesetzte Leistung derzeit nur noch bei rund 25 GW. Die installierte Leistung entspreche hingegen gut 60 GW. „Damit haben wir eine Verfügbarkeit von weniger als 50 Prozent“, sagte die Energieexpertin.

Ausfall als Exporteur

Die geringere Leistung habe sich bereits abgezeichnet, einige AKWs seien schon seit längerer Zeit nicht am Netz, sagte Knaus. Trotzdem sei der Wartungsaufwand heuer größer als erwartet, und es gebe vor allem bei älteren Anlagen Bedenken in Bezug auf Korrosionsschäden, die die Wiederinbetriebnahme der AKW verzögern, so Mayer.

Frankreich muss nun Strom aus dem Ausland importieren, auf dem europäischen Markt fehlt damit ein Nettoexporteur, „das wirkt preistreibend im Großhandel“, sagte Knaus. Die Frage sei nun auch, wie viele der Kernkraftwerke bis zum Winter wieder laufen und wie viel Strom dann in Gaskraftwerken produziert werden muss, so Mayer.

Umwelt & Klima

Gerade in nördlichen Regionen reagieren Wälder auf die zunehmende Trockenheit: Jungbäume wachsen langsamer und überleben seltener. Baumarten dringen in kühlere Gebiete vor. Das zeigen zwei aktuelle Studien aus den USA – Entwicklungen, die auch in Österreich zu beobachten sind. Auch hier stehen Wälder unter Klimastress.

Mehr dazu in science.ORF.at

Im Burgenland hat die Weinlese begonnen. In Gols startete der erste der rund 2.500 Weinbauern im Burgenland mit der Lese seiner frühen Sorten. Er ist damit um etwa drei Wochen früher dran als noch vor einem Jahrzehnt. Durch die Hitze der letzten Wochen wird auch mit einer geringeren Menge gerechnet.

Mehr dazu in burgenland.ORF.at

Mostereien starten in Saison

In vielen Vorarlberger Mostereien startet indes derzeit die Hauptsaison. Die Landwirtschaftskammer spricht von einem guten Jahr für die Mostapfel- und Mostbirnbäume. Die Ernte wird vermutlich besser ausfallen als im Vorjahr.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

In der Gegend von Duino, nahe der italienischen Hafenstadt Triest, ist heute ein Brand ausgebrochen. Wegen der hohen Flammen wurde die Autobahnausfahrt in Richtung Triest geschlossen, teilten die Behörden mit.

Die Sperre war notwendig, um der Feuerwehr das Löschen des Feuers zu ermöglichen. Auch ein Hubschrauber war dabei im Einsatz. Es ist bereits der fünfte Großbrand im Karstgebiet in den vergangenen drei Wochen.

Bisher sind mehr als 500 Hektar Wald zerstört worden. Die Ermittler vermuten Brandstiftung. In den vergangenen Wochen war es wegen der Brände in Friaul-Julisch Venetien sogar zu Unterbrechungen im regionalen Bahnverkehr und auf der Autobahn A4 (Venedig–Triest) gekommen.

Sport

Österreichs Teamspielerin Marina Georgieva hat heute mit einem Wechsel aufhorchen lassen: Die 25-jährige Niederösterreicherin hat sich dem internationalen Weltclub Paris Saint-Germain (PSG) angeschlossen. Die Verteidigerin, die zuletzt bei der Europameisterschaft in England im Viertelfinale gegen Deutschland (0:2) auch in der Startelf stand, unterschrieb beim französischen Vizemeister einen Zweijahresvertrag.

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ÖFB-Star David Alaba hat Real Madrid mit einem Tor zum Triumph im UEFA-Supercup verholfen. Der Champions-League-Sieger aus Spanien setzte sich gestern in Helsinki im Duell mit Europa-League-Gewinner Eintracht Frankfurt und Trainer Oliver Glasner verdient mit 2:0 durch.

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Für die Kletterer liegen bei den sportartenübergreifenden European Championships in München acht EM-Medaillensätze bereit. Das österreichische Team ist in allen vier EM-Disziplinen Vorstieg, Bouldern, Speed und dem neuen Kombinationsformat für Spitzenplätze gut. Allen voran wollen die Erfolgsgaranten Jakob Schubert und Jessica Pilz ihre Edelmetallsammlungen aufstocken. Pilz freut sich schon auf ein „Fast-Heimspiel“.

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Chronik

Im Prozess um mögliche Behandlungsfehler in einer Badener Kinderwunschklinik gibt es ein Urteil: Der angeklagte Arzt wird zu 16 Monaten Haft verurteilt, davon elf Monate bedingt. Das Wiener Neustädter Urteil ist nicht rechtskräftig.

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In Hohenberg (Niederösterreich) ist in der Nacht auf heute eine 26-Jährige von einem Pkw erfasst und schwer verletzt worden. Die Frau aus dem Bezirk St. Pölten war laut Polizei wegen Übelkeit aus einem haltenden Wagen ausgestiegen und hatte die Fahrbahn betreten.

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Ein 33-jähriger australischer Tourist ist gestern mit einem geliehenen Motorroller in das Gelände von Pompeji am Fuß des Vulkans Vesuv eingedrungen, um eine Tour durch die archäologische Stätte zu machen. Eineinhalb Kilometer legte der Australier zurück, bevor er von den Carabinieri angehalten und angezeigt wurde, berichteten lokale Medien.

Der Mann hatte die Öffnung einer Durchfahrt während Routinearbeiten genutzt, um mit dem Motorroller in das archäologische Gelände einzudringen. Den Carabinieri erklärte der überraschte Tourist, er habe nicht gewusst, dass die Straßen Pompejis für Motorfahrzeuge nicht zugänglich seien. Nachdem festgestellt wurde, dass der Tourist keine Schäden angerichtet hatte, wurde er wegen unbefugten Betretens des archäologischen Parks angezeigt.

Die antike Stadt Pompeji lag am Fuße des Vulkans Vesuv. Beim Ausbruch des Vulkans im Jahr 79 nach Christus hatten Asche, Schlamm und Lava die Siedlungen unter sich begraben und die Stadt teilweise konserviert. Im 18. Jahrhundert wurde Pompeji wiederentdeckt. Die Ausgrabungsstätte, die immer wieder sensationelle Funde zutage fördert, gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Italien und ist eine der wichtigsten Touristenattraktionen des Landes.

Bei einer starken Explosion in Evansville im US-Bundesstaat Indiana sind mindestens drei Menschen getötet worden. Mindestens 39 Häuser seien beschädigt worden, elf davon seien unbewohnbar, berichteten US-Medien gestern (Ortszeit) übereinstimmend unter Berufung auf die Feuerwehr.

Zerstörung nach Explosion in Indiana (USA)
AP/Evansville Courier & Press/Denny Simmons

Es könne noch weitere Opfer in den Trümmern geben, denn manche der beschädigten Häuser könnten aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden. Die Ursache der Explosion wird untersucht.

Zerstörung nach Explosion in Indiana (USA)
AP/Evansville Courier & Press/MaCabe Brown

Bilder zeigten erst heute das Ausmaß der Zerstörung: Vielen Häusern fehlten Wände, Trümmerteile bedeckten ganze Straßen. Die Explosion hatte einen Radius von umgerechnet rund 30 Metern, wie Feuerwehrchef Mike Connelly der lokalen Tageszeitung „Courier & Press“ berichtete. Die meisten Straßen in der Gegend waren vorübergehend gesperrt.

Leute

In Großbritannien geht es politisch heiß her. Die konservativen Torys stehen im Auswahlprozess für ihren nächsten Parteichef oder die nächste Parteichefin. Zudem ringt die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon derzeit mit der Regierung in London, ein neues Unabhängigkeitsreferendum abhalten zu dürfen. Inmitten der politischen Turbulenzen richten die Handelnden einander nicht nur nette Worte aus.

Nachdem die Anwärterin für die Leitung der Torys, Liz Truss, Sturgeon wegen der Unabhängigkeitsbemühungen als „auf der Suche nach Aufmerksamkeit“ charakterisiert hatte, feuerte Sturgeon zurück. Auf einer Veranstaltung in Edinburgh erzählte sie anekdotisch, Truss habe unbedingt in der Modezeitschrift „Vogue“ abgebildet werden wollen, wie der „Guardian“ berichtet.

Schottlands Primierministerin Nicola Sturgeon (l.) und die britische Außenministerin Liz Truss
APA/AFP/Daniel Leal und Jeff J. Mitchell
Nicola Sturgeon, Liz Truss

Am Rande des UNO-Klimagipfels in Glasgow voriges Jahr habe Truss sie gefragt, wie das zu bewerkstelligen sei, so Sturgeon: „Ich erinnere mich ziemlich gut daran. Ich war gerade fertig und – das hört sich vielleicht jetzt hochnäsig an, das ist aber gar nicht meine Absicht – ich war eben gerade von der ‚Vogue‘ interviewt worden. Sie wollte hauptsächlich mit mir darüber sprechen und wollte wissen, wie sie auch in die ‚Vogue‘ komme“, so Sturgeon. „Ich sagte zu ihr, die sind einfach gekommen und haben mich gefragt.“

Sturgeon habe ihr zudem erzählt, dass die Modezeitschrift bereits zweimal über sie geschrieben habe. Daraufhin habe Truss „ein bisschen geschaut, als hätte sie eine Wespe verschluckt“. Abschließend gab sich Sturgeon wieder versöhnlicher: „Ich bin sicher, wir werden noch viel mehr Gespräche über viel wesentlichere Dinge führen.“ Zudem sei sich sicher, dass Truss „bald in der Vogue sein wird“.

Die am Montag im Alter von 73 Jahren verstorbene Sängerin und Schauspielerin Olivia Newton-John soll mit einer staatlichen Trauerfeier in Australien gewürdigt werden. Die Familie der britisch-australischen Künstlerin habe ein entsprechendes Angebot ihres Bundesstaats angenommen, sagte Victorias Premierminister Daniel Andrews heute. „Es wäre mehr ein Konzert als eine Beisetzung.“ Ort und Datum nannte er nicht. Es werde weitere Gespräche zwischen der Familie und seinem Büro dazu geben.

Olivia Newton John im Jahr 2016
APA/AFP/Chris Delmas

„Die Familie war sehr gerührt von der Aussicht, dass die Leute von Victoria zusammenkommen und Olivias Leben feiern können“, sagte Andrews weiter. Newton-John sei ein „ganz besonderer Mensch“ gewesen.

Die mit der Musicalverfilmung „Grease“ Ende der 1970er weltberühmt gewordene gebürtige Britin war nach einem jahrzehntelangen Kampf gegen Krebs im Alter von 73 Jahren im US-Bundesstaat Kalifornien gestorben. Als Kind war sie mit ihrer Familie nach Melbourne ausgewandert, wo sie auch aufwuchs.

Kultur

Die Musikbranche ist nach wie vor männerdominiert. Dabei gibt es in jedem Genre Frauen wie Bessie Smith, Angel Olsen oder Billie Eilish, die mit ihrer Musik die Welt verändern. Ihre Geschichten hat die Berliner Journalistin und Kulturwissenschaftlerin Juliane Streich in „These Girls, Too“ gesammelt.

Mehr dazu in fm4.ORF.at

Die Polizei in Rio de Janeiro hat vier mutmaßliche Mitglieder einer Betrügerbande festgenommen. Die Täter sollen von einer älteren Frau Geld, Schmuck und Kunstwerke im Wert von mehr als 725 Millionen Reais (umgerechnet rund 135 Millionen Euro) erbeutet haben.

Das Gemälde"Sol Poente" der brasilianischen Malerin Tarsila do Amara
AP/Rio de Janeiro Civil Police

Unter den gestohlenen Werken, die inzwischen wiedergefunden wurden, war auch das Gemälde „Sol Poente“ der brasilianischen Malerin Tarsila do Amaral (1886–1973), wie aus einer Mitteilung der Polizei in Rio von gestern Abend (Ortszeit) hervorging. Zuvor seien in einer Kunstgalerie in Sao Paulo weitere Gemälde sichergestellt worden.

Brasiliens teuerste Künstlerin

Ein Werk von do Amaral hatte 2020 einen Rekord in der brasilianischen Kunstwelt aufgestellt. Das 1923 entstandene Bild „A Caipirinha“ brachte damals bei einer Versteigerung 57,5 Millionen Reais ein, umgerechnet rund 9,3 Millionen Euro. Der argentinische Unternehmer Eduardo Costantini erwarb das Bild „Abaporu“ 1995 für damals 1,3 Million Dollar, es ist heute eine der Hauptattraktionen des von ihm gegründeten Museu de Arte Latina de Buenos Aires (MALBA).

Den Ermittlungen zufolge hatte die Tochter des Opfers, der Witwe eines Kunstsammlers und Kunsthändlers, laut Polizei das im Jänner 2020 begonnene kriminelle Unterfangen selbst in die Wege geleitet. Die ältere Frau sei überzeugt worden, für eine spirituelle Behandlung ihrer Tochter exorbitante Summen zahlen zu müssen. Die Tochter war nach Aussage eines der Bandenmitglieder, das sich als Hellseher ausgab, sterbenskrank.

Panorama