Ukraine-Krieg

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Menschen im Nachbarland Belarus aufgerufen, sich nicht in den russischen Angriffskrieg in der Ukraine hineinziehen zu lassen. „Der Kreml hat bereits alles für Sie entschieden“, sagte er gestern mit Blick auf Moskau in seiner abendlichen Videoansprache. „Aber Ihr seid keine Sklaven und Kanonenfutter. Ihr dürft nicht sterben.“ Die Menschen sollten nicht andere für Belarus entscheiden lassen.

Am Vortag hatte sich der belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko abermals mit Russlands Präsident Wladimir Putin getroffen. Dabei kündigte der Kreml-Chef die Lieferung von Raketensystemen vom Typ Iskander-M nach Belarus an, die auch mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden können. Nach jüngsten Angaben aus Kiew griffen russische Truppen die Ukraine zuletzt auch von Belarus aus an. Das Land ist ein enger Verbündeter Russlands.

Zu G-7-Gipfel beschießt Russland Kiew

Die ukrainische Hauptstadt Kiew wurden unterdessen genau zum Start des G-7-Gipfels nach mehreren Wochen erstmals wieder von Russland mit Raketen beschossen. Die Explosionen ereigneten sich im zentralen Bezirk Schewtschenko, teilte Bürgermeister Witali Klitschko via Telegram mit. Ein Mensch wurde getötet. Das historische Viertel in der Innenstadt beherbergt eine Reihe von Universitäten, Restaurants und Kunstgalerien. Kiew war zuletzt Anfang Juni Ziel eines russischen Angriffs.

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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich gegen einen Boykott des G-20-Gipfels im Herbst ausgesprochen – auch wenn Russlands Präsident Wladimir Putin am nächsten Treffen teilnehmen sollte. „Wir müssen sehr genau überlegen, ob wir die gesamte G-20 lahmlegen, da plädiere ich nicht dafür“, sagte von der Leyen gestern Abend dem ZDF-„heute journal“. Der nächste G-20-Gipfel findet Mitte November auf der indonesischen Insel Bali statt.

„Meines Erachtens ist G-20 zu wichtig, auch für die Entwicklungsländer, die Schwellenländer, als dass wir uns dieses Gremium kaputt machen lassen sollten auch wieder von Putin.“ Das Interview fand am Rande des G-7-Gipfels auf Schloss Elmau in Bayern statt.

Der nächste Gipfel der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer findet Mitte November auf der indonesischen Insel Bali statt. Zu der Gruppe gehört auch Russland – eine Teilnahme Putins ist also möglich.

Inland

Royaler Besuch in Österreich: Der König der Niederlande, Willem-Alexander, kommt gemeinsam mit seiner Frau Maxima heute auf Staatsbesuch. Neben der Bundeshauptstadt Wien, wo sie zwei Tage verbringen werden, führt die Visite das Königspaar auch in die steirische Landeshauptstadt Graz. Am ersten Besuchstag ist unter anderem ein Gedenken an die Holocaust-Opfer geplant.

Der Besuch startet in Wien mit einem Empfang mit militärischen Ehren im Inneren Burghof durch Bundespräsident Alexander Van der Bellen und dessen Gattin Doris Schmidauer. Für den Nachmittag ist eine Kranzniederlegung an der Shoah-Namensmauer im Ostarrichipark (Wien-Alsergrund) im Gedenken an die im Holocaust ermordeten jüdischen Frauen, Kinder und Männer geplant.

Im Anschluss besucht das Königspaar in Begleitung der Zweiten Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) die Parlamentsbaustelle. Am ersten Besuchstag treffen Willem-Alexander und Maxima zudem Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).

Der Termin für die Bundespräsidentschaftswahl steht: Wie das Bundeskanzleramt gestern mitteilte, wird am 9. Oktober gewählt. Offiziell fixiert wird der Termin am Mittwoch von der Bundesregierung per Ministerratsbeschluss.

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Knapp 22 Prozent der Wahlberechtigten haben heute bei der Bürgerbefragung zum Projekt Mönchsberggarage in der Stadt Salzburg teilgenommen. 84 Prozent der Befragten lehnten den Ausbau ab. Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) glaubt nun an ein „Aus“ für das Projekt.

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Nach dem von der SPÖ erhobenen Vorwurf, das Landwirtschaftsministerium könnte 2017 durch Zahlungen an Medien des Bauernbundes Wahlkampffinanzierung für die ÖVP betrieben haben, schaltet der ressortzuständige Minister Norbert Totschnig (ÖVP) nun die Interne Revision ein. Aufgrund der Vorwürfe bis hin zur illegalen Parteienfinanzierung solle diese Vergabe geprüft werden. Durch neu aufgetauchte Chats geriet aber auch der Minister selbst ins Visier der Opposition.

Die aufgeworfene Summe von 300.000 Euro, die angeblich an die Bauernzeitung geflossen sei, stehe offenbar in Zusammenhang mit einem Werkvertrag mit der Österreichischen Agrarverlag Druck- und Verlagsges.m.b.H für die Produktion eines quartalsmäßig erscheinenden Magazins mit dem Titel „Land:Report“, so das Ministerium. Diese Auftragsvergabe sei 2017 nach einer europaweiten Ausschreibung erfolgt.

Kai Jan Krainer, SPÖ-Fraktionsführer im ÖVP-Korruptions-U-Ausschuss, hatte am Freitag erklärt, zwar nicht zu wissen, ob ein Zusammenhang zwischen den Geldtransfers bestehe und es sich um Kickback-Zahlungen handeln könnte. Allerdings vermutete er, dass die Bundes-ÖVP Geld für den Wahlkampf gebraucht und daher über diesen Umweg eine Finanzierung stattgefunden haben könnte.

Totschnigs Rolle als ÖVP-Bauernbund-Direktor im Fokus

Die „Krone“ berichtete heute von einer Rolle von Totschnig selbst in Inseratengeschäften. Laut den ausgewerteten Chats von Ex-Finanzressortgeneralsekretär Thomas Schmid soll es Hinweise geben, dass er im November 2018 als Direktor des ÖVP-Bauernbundes bei Inseratenschaltungen des Finanzressorts in der Bauernzeitung vermittelt habe. Danach seien Steuergelder in Höhe von 62.695,28 Euro geflossen.

In einer Stellungnahme des Landwirtschaftsministeriums hieß es dazu, dass Totschnig aufgrund seiner früheren Tätigkeit im Finanzministerium von einer Mitarbeiterin der Bauernzeitung um Kontaktherstellung ersucht worden sei. Das Büro des Österreichischen Bauernbundes – und damit auch der Direktor – hätten aber keinen Einfluss auf die operative geschäftliche oder redaktionelle Tätigkeit der Bauernzeitung.

An dieser hält der Österreichische Bauernbund zwar nur sieben Prozent, unterstreicht man im Ministerium. Die restlichen 93 Prozent der Anteile sind aber – über Umwege – ebenfalls verschiedenen Länder-Bauernbünden zuzuordnen, wie man in der SPÖ betont.

SPÖ: ÖVP soll reinen Tisch machen

Krainer forderte deshalb heute, dass die Volkspartei reinen Tisch machen müsse, statt darauf zu warten, dass alle Deals einzeln nachgewiesen würden. „ÖVP-Chef (Karl, Anm.) Nehammer soll aufklären, wie viel Steuergeld die ÖVP und ihre Teilorganisationen, wie viel der ÖVP-Bauerbund über Medienkooperationen, Inserate und ‚Werkverträge‘ bekommen hat und welche Regierungsmitglieder involviert sind“, so Krainer: „Am besten wäre es, die ÖVP zahlt die Millionen sofort zurück.“

FPÖ: „Dreck am Stecken“

Von der FPÖ kam Kritik an der Rolle Totschnigs. Generalsekretär Michael Schnedlitz sprach in einer Aussendung von der Aufbesserung der Portokasse des ÖVP-Bauernbundes. „Das Motto der ÖVP dürfte wohl sein, dass man nur mit ‚Dreck am Stecken‘ Minister werden kann. In solche Geldflüsse involviert zu sein, dürfte also ein Bewerbungskriterium in der ÖVP darstellen“, meinte er.

ÖVP: „Vorwürfe künstlich konstruiert“

ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner ließ all das nicht gelten. „Die oppositionellen Vorwürfe entbehren jeder Grundlage, sind künstlich konstruiert und daher auf das Schärfste zurückzuweisen“, meinte sie und warf SPÖ und FPÖ vor, Dreck zu schleudern. Totschnig habe bereits unmissverständlich klargestellt, dass er sich lediglich um eine Kontaktherstellung zwischen Finanzressort und Bauernzeitung bemüht habe. Was zwischen den beiden schlussendlich vereinbart worden sei, sei nicht in seinem Einflussbereich gelegen. „Trotzdem haben es die Oppositionsparteien nun auf ihn abgesehen. Fakten sind in den Augen der Opposition offenbar nichts mehr wert“, kritisierte sie.

Ausland

Israels Parlament wird heute voraussichtlich über seine Auflösung abstimmen. Damit würde der Weg für eine Neuwahl der Knesset im Herbst geebnet – der fünften Wahl innerhalb von dreieinhalb Jahren.

Die Acht-Parteien-Regierung von Ministerpräsident Naftali Bennett ist nach nur einem Jahr am Ende, nachdem sie im Parlament die Mehrheit verloren hat. Der rechtskonservative Oppositionsführer Benjamin Netanyahu hofft dagegen auf eine Rückkehr ins Amt.

Der 72-Jährige Netanyahu, gegen den allerdings noch ein Korruptionsprozess läuft, war zuvor in Israel mehr als ein Jahrzehnt durchgängig an der Macht gewesen. Seine Verhinderung war das wesentliche Bindeglied der ansonsten äußerst heterogenen Koalition.

Die Neuwahl wird vermutlich Ende Oktober oder Anfang November stattfinden. Bis dahin soll Außenminister Jair Lapid von Bennett das Amt des Regierungschefs übernehmen. Diese Rotation war im Koalitionsvertrag vereinbart worden.

Irans Außenminister hat sich für eine Wiedereröffnung der Botschaft in Saudi-Arabien ausgesprochen. „Die Islamische Republik Iran möchte nichts als Gutes für die Region und unterstützt die Wiederöffnung der Botschaften in den Hauptstädten der zwei Länder“, sagte Hussein Amirabdollahian gestern laut staatlicher Nachrichtenagentur Irna. Zuvor hatte er sich mit Iraks Premierminister Mustafa al-Kadhimi getroffen.

Der Irak gilt als Vermittler zwischen dem schiitischen Iran und dem sunnitischen Golfstaat Saudi-Arabien, deren Beziehungen als angespannt gelten. Nach einem Angriff iranischer Islamisten auf die saudische Botschaft in Teheran 2016 hatte der Golfstaat die Beziehungen abgebrochen.

Stellvertreterkriege in Jemen und Syrien

Beide Staaten tragen ihre Rivalität durch Stellvertreterkriege aus, unter anderem im Jemen und in Syrien.

Nach fast fünfjähriger diplomatischer Eiszeit gab es jüngst eine Annäherung. Im Irak fanden mehrere Gesprächsrunden statt. Zudem schickte der Iran wieder Diplomaten nach Saudi-Arabien.

Die türkische Polizei hat gestern mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Pride-Parade in Istanbul festgenommen. Unter den Festgenommenen, die mit Handschellen abgeführt wurden, war auch der erfahrene und mit mehreren Preisen ausgezeichnete AFP-Fotograf Bülent Kilic, wie ein Team der Nachrichtenagentur berichtete. Die Pride-Parade war vom Gouverneur von Istanbul verboten worden.

Demonstranten bei der Pride in Istanbul
Reuters/Umit Bektas

Hunderte Demonstranten und Demonstrantinnen mit Regenbogenfahnen widersetzten sich jedoch der Polizei und versammelten sich in den Straßen nahe dem Taksim-Platz, der für die Öffentlichkeit gesperrt war. Die Polizei hatte laut dem AFP-Team bereits vor Beginn der Parade in mehreren Bars im Stadtteil Cihangir „wahllos“ Menschen festgenommen, darunter auch Journalisten.

Der russische Präsident Wladimir Putin will dem staatlichen Fernsehen zufolge erstmals seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar ins Ausland reisen. Er werde in der kommenden Woche die ehemaligen Sowjetrepubliken Tadschikistan und Turkmenistan besuchen, berichtete gestern der Sender Rossija 1. In Tadschikistan und Turkmenistan werde Putin von den jeweiligen Präsidenten empfangen. Beide Länder werden autoritär regiert.

Letzte Auslandsreise nach Peking

In Turkmenistan werde er bei einem Gipfeltreffen auch mit Staats- und Regierungschefs des Iran, von Aserbaidschan und Kasachstan zusammentreffen. Seit Putin den Einmarsch ins Nachbarland befohlen hat, hat er keine öffentlich bekanntgewordenen Besuche im Ausland unternommen.

Seine letzte bekannte Auslandsreise war der Besuch bei den Olympischen Winterspielen in Peking Anfang Februar. Dort traf er mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zusammen.

Nach einem möglicherweise islamistisch motivierten Terroranschlag ist in Oslo mit einem Gottesdienst der Opfer gedacht worden. „Wir haben uns in Trauer, Verzweiflung und Ohnmacht versammelt“, sagte Dekanin Anne-May Grasaas gestern bei der Messe im Dom der norwegischen Hauptstadt, wie die Zeitung „Verdens Gang“ berichtete. Bei dem Anschlag waren zwei Menschen getötet und mehr als 20 verletzt worden.

Grasaas sagte, damit sei auch die Vielfalt angegriffen worden, die sich das Land erkämpft habe. Während Kronprinz Haakon dem Gottesdienst wegen eines positiven Coronavirus-Tests fernblieb, reihte sich Kronprinzessin Mette-Marit in den Kreis der Trauernden ein. Auch Ministerpräsident Jonas Gahr Störe und weitere Politikerinnen und Politiker nahmen teil. „Das rüttelt unsere ganze Gesellschaft auf“, sagte eine Vertreterin der Kirche, Kristin Gunleiksrud Raaum, NRK zufolge. „Alle von uns, die queer sind, müssen nun von allen anderen Solidarität und Unterstützung erfahren.“

Viele Reaktionen aus Österreich

In Österreich hatte sich gestern Bundespräsident Alexander Van der Bellen „tief betroffen“ gezeigt. Es handle sich um einen Angriff „auf unschuldige Menschen“ sowie „auf unsere Art zu leben und zu lieben und auf unsere liberale Demokratie“, schrieb der Bundespräsident auf Twitter. Betroffen zeigten sich auch Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) und Oppositionsführerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ). „Jeder Mensch hat das Recht, zu lieben“, betonte Nehammer. Rendi-Wagner sprach von einem „feige(n) Angriff auf unsere gemeinsamen Werte und unser Miteinander“.

Der Nachtclub „London Pub“ – das Hauptziel der Angriffe – gilt in Oslo als beliebter Treffpunkt für Schwule, Lesben und andere Angehörige der queeren Szene (LGBTQ). Auf der eigenen Website beschreibt sich der Club als beste „Gay Bar“ der Stadt und „schwules Hauptquartier seit 1979“. Viele feierten dort ins Wochenende hinein: Am Samstag hätte in Oslo nach Absagen wegen der Pandemie erstmals wieder eine riesige Pride-Parade stattfinden sollen – sie fiel jetzt wieder aus und soll zu einem anderen Zeitpunkt nachgeholt werden.

Angreifer verhört

Bei dem Angreifer, den die Polizei kurz nach der Tat mit Hilfe von Zivilisten festnahm, soll es sich um einen Norweger mit iranischen Wurzeln handeln. Gestern Nachmittag wurde er erstmals verhört. Er sei misstrauisch gegenüber der Polizei, sagte sein Verteidiger John Christian Elden danach dem Sender NRK. Man müsse vorsichtig mit Spekulationen sein, was das Motiv angehe. Auch der mentale Gesundheitszustand des Verdächtigen soll untersucht werden.

COV Inland

Ein Comeback für den breiteren Einsatz der Maske sei angesichts der Infektionslage „in bestimmten Settings nicht auszuschließen“, so Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) gestern in der „Pressestunde“. Darauf „festnageln“, ab wann das geschehe, wolle er sich aber nicht lassen. In diesem Zusammenhang verwies er auf die Empfehlungen der CoV-Kommission kommende Woche. Dass die Zahlen jetzt steigen würden, sei absehbar gewesen – nun müsse man es schaffen, „mit Covid zu leben und damit umzugehen“.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 663,7 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (1.031,6) und dem Burgenland (798,6). Am niedrigsten ist der Wert in Kärnten (359,6) und der Steiermark (470,9).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 7.093 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 7.093 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

18.760 Menschen verstarben bisher am oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 686 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 46 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Wirtschaft

Die AUA kämpft mit vielen CoV-Krankenständen beim Personal: Schon am Samstag musste die Fluglinie deswegen Dutzende Flüge streichen. Gestern fielen mehr als 40 der geplanten 346 Flüge von und nach Wien aus.

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Das Wiener Finanzunternehmen Bitpanda, das vor allem als Handelsbörse für Kryptowährungen agiert, entlässt rund ein Viertel seiner Belegschaft. Hintergrund ist vor allem die derzeitige Krise in der Kryptobranche.

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Umwelt & Klima

Die Gletscher in Österreich erleben einen schlimmen Sommer. Der wenige Schnee vom Winter taut in der Hitze, und der Sahara-Staub beschleunigt den Prozess. Ende Juni lag noch nie so wenig Schnee in 3.000 Meter Höhe wie heuer. In diesem Sommer droht daher ein beispielloser Aderlass des ehemals ewigen Eises. Gletscherforscher und -forscherinnen rechnen mit noch nie da gewesenen Schmelzraten.

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Sport

Für einen österreichischen Podestplatz beim Heimweltcup in Innsbruck hat es auch gestern nicht gereicht. Jakob Schubert musste sich im Vorstieg-Finale mit Platz fünf begnügen, Jessica Pilz wurde im Finale der besten Acht nach frühem Aus nur Letzte. Den Sieg holte sich der 18-jährige US-Amerikaner Colin Duffy, der in Innsbruck schon im Bouldern gesiegt hatte, bzw. die slowenische Favoritin Janja Garnbret.

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Exakt 56 Tage nach dem 3:0-Finaltriumph von Red Bull Salzburg gegen Guntamatic Ried ist der Uniqa ÖFB-Cup mit der Auslosung der ersten Runde gestern in seine neue Saison gestartet. ORF-Wetterpräsentatorin Christa Kummer spielte dabei das „Glücksengerl“ und bescherte dem Titelverteidiger zum Auftakt ein Duell mit Fügen aus der Tiroler Liga.

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Der Italiener Francesco Bagnaia hat gestern ein perfektes Rennwochenende in der MotoGP-WM mit dem Sieg im Grand Prix der Niederlande in Assen gekrönt. Der Italiener überzeugte zunächst mit einem Streckenrekord am Vortag im Qualifying und feierte nun einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Hinter ihm überschlugen sich jedoch im wahrsten Sinne des Wortes die Ereignisse.

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Chronik

Ein Haus in der englischen Stadt Birmingham ist nach Angaben der Polizei durch eine Explosion zerstört worden. Dabei sollen mehrere Menschen verletzt worden sein, wie die West Midlands Police am Abend mitteilte. Die Anzahl und Schwere der Verletzungen war jedoch noch unklar – genauso wie die Ursache der Explosion. Auch mehrere weitere Häuser und Fahrzeuge sollen bei dem Vorfall Schäden erlitten haben.

Die Polizei sei dabei, Evakuierungen durchzuführen, hieß es in einer Mitteilung. Menschen sollten die Gegend der Explosion möglichst meiden. Etliche Feuerwehreinheiten, Rettungssanitäter und ein Trauma-Spezialist waren vor Ort im Einsatz. Diese arbeiteten unter schwierigen Umständen, twitterte die Polizei. Man danke allen, die schockierten und verletzten Nachbarn geholfen hätten.

Bei Brixlegg (Tirol) hat ein 31-Jähriger gestern Abend einen folgenschweren Unfall verursacht. Der Mann war alkoholisiert und ohne Führerschein unterwegs, als er nach einer Verfolgungsjagd mit einem Polizeiauto kollidierte.

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Beim Einsturz eines Teils der Tribünen einer Stierkampfarena in Kolumbien sind mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 60 Personen seien verletzt worden, sagte der Gouverneur des Departments Tolima, Ricardo Orozco, dem Sender Blu Radio. Unter den Toten war ihm zufolge ein Minderjähriger.

Auf Videos, die in sozialen Netzwerken verbreitet wurden, war zu sehen, wie auf einer Seite der Arena der Stadt El Espinal, gut 150 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Bogota, die mit Menschen gefüllten Holztribünen einstürzten. Die Ursache war zunächst unklar.

In der Arena fand nach Medienberichten eine „Corraleja“ genannte Stierkampfveranstaltung zum Peter- und Paul-Fest statt. Hunderte Menschen waren im Publikum. Nach einem Bericht der Zeitung „El Tiempo“ verbreitete nach dem Vorfall ein Stier Panik in den Straßen der Stadt.

Mindestens 21 Jugendliche sind nach einer Feier in einer Bar in der südafrikanischen Stadt East London unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Zunächst waren gestern nach Behördenangaben 17 Leichen in der informell betriebenen Bar in einem Township gefunden worden. Vier weitere Jugendliche starben später im Krankenhaus.

Das jüngste Opfer war möglicherweise erst 13 Jahre alt. Die Todesursache war zunächst unklar, die Leichen wiesen aber offenbar keine äußerlichen Verletzungen auf.

Behörden schließen Massenpanik aus

Ein Behördenvertreter der Provinz Ostkap schloss eine Massenpanik als Ursache des Todes der acht Mädchen und 13 Burschen aus. „Es ist schwer zu glauben, dass es sich um eine Massenpanik handelt, da es keine sichtbaren offenen Wunden bei den Toten gibt“, sagte Unathi Binqose, der an Ort und Stelle den Vorfall untersuchte, der Nachrichtenagentur AFP.

In den Onlinenetzwerken wurde über eine Gasvergiftung oder eine andere Form der Vergiftung als Todesursache spekuliert. Ob eine Vergiftung vorliege, werde von der Gerichtsmedizin geprüft, sagte Binqose. „Eines ist sicher: Es waren viel mehr Leute da, als der Ort normalerweise aufnehmen kann.“ Offenbar habe es sich um eine Feier nach Schulprüfungen gehandelt.

Bei der aktuellen Ziehung bei Lotto „6 aus 45“ gibt es einen Einzelgewinner, ebenso beim Joker. Bei LottoPlus tippte niemand alle sechs richtigen Zahlen.

Die aktuellen Lotto „6 aus 45“-Zahlen lauten:

1 11 17 18 19 43/Zusatzzahl 26

Die aktuellen LottoPlus-Zahlen lauten:

1 8 12 22 23 37

Die aktuelle Joker-Zahl lautet:

1 9 3 7 4 8

Alle Angaben ohne Gewähr

Kultur

Ana Marwan heißt die Trägerin des Ingeborg-Bachmann-Preises 2022. Die in Slowenien geborene Autorin überzeugte mit ihrem brüchigen Text „Wechselkröte“. Elias Hirschl holt wie erwartet den Publikumspreis. Die viel diskutierte Arbeit von Barbara Zeman geht bei den fünf Preisen leer aus. Marwan überzeugte mit einem Text, der Einsamkeit und den Zwang zur stilisierten Selbstdarstellung knapp und schonungslos vorführt.

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Science

In Freundschaften muss die Chemie anscheinend wirklich stimmen, zumindest beim Körpergeruch. Wie eine experimentelle Studie zeigt, ist er bei befreundeten Menschen nämlich recht ähnlich. Außerdem verstehen ähnlich riechende Menschen einander oft auf Anhieb.

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Panorama

Archäologen der Universität Innsbruck haben in Kirchdorf (Bezirk Kitzbühel) drei Tage lang die Friedhofskapelle unter die Lupe genommen. Bei den Arbeiten am Wochenende entdeckten sie in der Unterkirche einen ehemaligen Bierkeller.

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Als Joe Biden zu seinem ersten Deutschlandbesuch als US-Präsident aus dem Flugzeug steigt, bekommt der 79-Jährige zunächst etliche Dekolletees zu sehen, in denen Blumensträuße stecken. Ein gutes Dutzend Frauen in Dirndln, manche trotz des Hochsommers mit Pelzmütze, stehen am Münchner Airport Spalier und lächeln dem mächtigsten Politiker der Welt entgegen. Getrennt von ihnen warten auch Männer in Lederhosen am Roten Teppich auf den Gast auf dem G-7-Gipfel.

„Staatsmann trifft Landei“

An Bidens Seite schreitet stolz der bayrische Ministerpräsident Markus Söder, auch er im Trachtenjanker. Über den sehr bayerischen Empfang zum Gipfel der Bundesregierung wird auf Twitter gelästert. „Staatsmann trifft Landei“, urteilt ein User. Und der Vorstand der Grünen-nahen Heinrich-Boell-Stiftung, Jan Philipp Albrecht, stellt irritiert die Frage: „Welche Gesellschaft soll das abbilden?“

Auch ausländische Journalistinnen und Journalisten machen die Trachtenparade zum Thema. „Für mich ziehen sich die Deutschen nie so an, wenn ich zu Besuch komme“, schrieb etwa der britische Kolumnist Ian Bremmer, der fast 670.000 Follower auf Twitter hat. In den Kommentaren darunter bemühten sich schnell etliche Deutsche, offensichtlich peinlich berührt, um Klarstellung. „Diese Menschen sind Bayern. Deutsche ziehen sich so nicht an“, schrieb ein User.