Ausland

Das Team des in Haft gestorbenen russischen Kreml-Gegners Alexej Nawalny hat die Menschen aufgerufen, morgen trotz erwarteter Polizeipräsenz zur Trauerfeier und zur Beerdigung des Oppositionellen in Moskau zu kommen.

Zunächst ist eine Trauerfeier geplant, später die Beerdigung auf dem Borisow-Friedhof, so Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch. Kommen sollten alle, denen Nawalnys politische Arbeit etwas bedeutet habe.

Österreich wird von Botschafter Werner Almhofer vertreten, wie das Außenministerium der APA mitteilte. Die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ewa Ernst-Dziedzic, die zur Trauerfeier nach Moskau reisen wollte, erhielt kein Visum.

Sie will vor der russischen Botschaft in Wien an einer Gedenkfeier teilnehmen. Weiters veranstaltet Amnesty Österreich auf dem Platz der Menschenrechte beim MuseumsQuartier in Wien eine Mahnwache.

Nawalnys Team will live im Internet über die Trauerfeier im südöstlichen Bezirk Marjino sowie über die Beerdigung berichten und empfahl Gästen, früh da zu sein. Es wird ein großes Sicherheitsaufgebot erwartet – und befürchtet, dass Uniformierte Nawalnys Anhängern den Zugang versperren könnten. Auch die Witwe Julija Nawalnaja verbreitete den Aufruf, zur Trauerfeier zu kommen.

Bei der Durchsuchung des Wohnhauses der ehemaligen RAF-Terroristin Daniela Klette haben die Ermittler auch „schwere Kriegswaffen“ gefunden. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden heute. Das siebengeschoßige Gebäude in Berlin-Kreuzberg war gestern von der Polizei geräumt worden. Später mussten auch einige Bewohner und Bewohnerinnen eines weiteren Hauses ihre Wohnungen verlassen. Die Straße war komplett gesperrt.

Bei der Durchsuchung der Wohnung von Klette wurden Waffen, Pistolenmagazine und Munition gefunden. Gestern hatten Kriminaltechniker eine Granate aus dem Haus gebracht, heute wurde ein weiterer möglicherweise gefährlicher Gegenstand herausgetragen und in ein Spezialfahrzeug verladen. Später folgte ein drittes Fundstück.

30 Jahre untergetaucht

Die frühere RAF-Terroristin Klette war am Montagabend in Berlin-Kreuzberg festgenommen worden. Sie war 30 Jahre untergetaucht und soll mit einer falschen Identität jahrelang in der deutschen Hauptstadt gelebt haben. Der Name, den sie benutzt haben soll, findet sich allerdings nicht auf dem Klingelschild am Eingang des unauffälligen Mietshauses.

Die Staatsanwaltschaft Verden und das Landeskriminalamt Niedersachsen fahndeten seit Jahrzehnten nach Klette sowie den früheren RAF-Terroristen Burkhard Garweg (55) und Ernst-Volker Staub (69). Die beiden gesuchten Männer sind noch immer nicht gefasst.

Das slowakische Verfassungsgericht hat die umstrittene Justizreform der Regierung ausgebremst. Es ordnete heute an, dass der Teil des Pakets, der auf eine erhebliche Herabsetzung der Strafen für Verbrechen wie Bestechung und Betrug abzielt, vorerst nicht wie geplant am 15. März in Kraft treten kann.

Einen anderen, ebenfalls von der Opposition und Präsidentin Zuzana Caputova beanstandeten Bereich der Reform griff das Gericht allerdings nicht an: die geplante Abschaffung der für Kriminalität und Korruption auf höchster Ebene zuständige Sonderstaatsanwaltschaft.

Diese hat sich unter anderem mit Fällen befasst, in die ranghohe Staatsdiener und Mitglieder der Regierungspartei von Ministerpräsident Robert Fico verwickelt sind.

Gericht will mehr Beratungszeit

Mit Blick auf die vorgesehene Strafmaßsenkung räumte sich das Gericht mehr Beratungszeit ein, was Monate in Anspruch nehmen könnte. Mit der Abschaffung der Sonderstaatsanwaltschaft kann dagegen fortgefahren werden. Das slowakische Parlament hatte beide Maßnahmen Anfang Februar im Schnellverfahren durchgedrückt.

Ficos Regierung wirft der Sonderstaatsanwaltschaft Voreingenommenheit gegenüber der Regierungspartei vor. Darum seien die Änderungen nötig.

Die Opposition und Zehntausende Slowaken und Slowakinnen, die zeitweise auf Kundgebungen im ganzen Land gegen die Reform protestiert haben, werfen Fico dagegen vor, Verbündete vor Ermittlungen schützen zu wollen. Auch die EU-Kommission und die Europäische Staatsanwaltschaft haben sich besorgt über die Reformpläne geäußert.

Vor dem Hintergrund des andauernden Krieges gegen die radikalislamische Hamas hat Israels Verteidigungsminister Joav Galant vorgeschlagen, auch Mitglieder der ultraorthodoxen jüdischen Gemeinschaft zum Militärdienst einzuberufen.

„Wir alle müssen die Last tragen“, sagte Galant gestern Abend bei einer Pressekonferenz. Es bestehe „eine unmittelbare Notwendigkeit“ für die Ausweitung des Wehrdienstes für aktive Soldaten sowie eine Verlängerung des Dienstes für Reservisten. Er werde dem Parlament aber nur dann eine Reform der Wehrpflicht vorlegen, wenn diese von „allen Koalitionspartnern“ unterstützt werde.

In Israel ist der Militärdienst verpflichtend, jedoch können ultraorthodoxe Juden, die sich in Vollzeit dem Studium der heiligen Schriften widmen, davon befreit werden. Eine Aussetzung dieser seit 1948 geltenden Ausnahme hat seit dem Beginn des Krieges am 7. Oktober neue Dringlichkeit bekommen.

Ein Konflikt in dieser Frage könnte die Koalition aus ultraorthodoxen und rechtsreligiösen Parteien von Regierungschef Benjamin Netanjahu gefährden. Benni Ganz, ehemaliger Verteidigungsminister und Mitglied in Netanjahus Kriegskabinett, begrüßte Galants Vorschlag. Dagegen äußerte der Minister für das Kulturerbe, Amihai Elijahu, Kritik.

EU

Die EU-Kommission hat formell die Freigabe von rund 137 Milliarden Euro für Polen genehmigt, die wegen Bedenken zur Rechtsstaatlichkeit eingefroren worden waren.

Es handle sich um rund 60 Milliarden Euro CoV-Hilfen und rund 76,5 Milliarden Euro aus einem Fonds, mit dem der Lebensstandard unter den EU-Staaten angeglichen werden soll, teilte die Brüsseler Behörde heute mit.

EU-Staaten müssen grünes Licht geben

Über die Freigabe der CoV-Hilfe kann die Brüsseler Behörde nicht alleine entscheiden. Die Mitgliedsstaaten müssen noch grünes Licht geben. Bereits nach dem Regierungswechsel im Dezember hatte Polen einen Vorschuss von gut fünf Milliarden Euro aus dem Fonds bekommen, der für die Erholung der Wirtschaft nach der Pandemie eingerichtet wurde.

Die EU-Kommission hatte das Geld für das Land zurückgehalten, weil die frühere, langjährige PiS-Regierung in Warschau das Justizsystem ausgehöhlt hatte.

Polens neuer Regierungschef Donald Tusk will die Reformen nun mit seiner Koalitionsregierung wieder entschärfen. Im Wahlkampf vor dem Regierungswechsel hatte er seinen Landsleuten bereits eine Wiederannäherung an Brüssel versprochen, um blockierte Hilfen freizubekommen.

Justizminister Adam Bodnar präsentierte den EU-Partnern vergangene Woche einen Reformplan für die Beseitigung von rechtsstaatlichen Defiziten.

Vor der EU-Wahl bringen sich auch Kleinparteien in Stellung. In Wien präsentierte sich heute das EU-Austrittsbündnis Öxit und kündigte an, Unterstützungserklärungen für einen Antritt sammeln zu wollen.

„Die EU ist das undemokratischste Konstrukt der westlichen Welt“, sagte der Sprecher und Spitzenkandidat des Bündnisses, Christian Ebner, bei einer Pressekonferenz.

Zu dem Bündnis „Öxit – EU-Austritt für Österreich“ haben sich Ebners Freisinnige mit anderen Kleinstparteien und Initiativen zusammengeschlossen, darunter die Christliche Partei Österreichs (CPÖ) und die Partei für Österreich.

Erklärtes Ziel des Bündnisses ist ein „Öxit“, also der Austritt Österreichs aus der Europäischen Union. Dieser soll über eine Volksabstimmung erreicht werden. Der Ausstieg solle „schneller und besser“ erfolgen als jener Großbritanniens, so Ebner. Anschließend solle ein Freihandelsvertrag mit der EU verhandelt werden und ein Beitritt zur EFTA erfolgen.

Auch CoV-Aktivistin will antreten

Warum die EU-Gegner nun ins vielkritisierte Europaparlament einziehen wollen, begründete Ebner mit dem Vorbild Großbritannien. Die EU-Wahl sieht das Bündnis zudem als „Sprungbrett für die Nationalratswahl“.

Ursprünglich wollte sich das EU-Austrittsbündnis bereits im Jänner präsentieren, allerdings kam dem Bündnis mit der EU-Austrittspartei von Robert Marschall kurzfristig ein Partner abhanden.

In Graz stellte sich unterdessen eine Liste der CoV-Maßnahmengegnerin Maria Hubmer-Mogg vor. Die als Aktivistin gegen die CoV-Maßnahmen bekannt gewordene Grazer Medizinerin Hubmer-Mogg will mit der Liste Demokratisch, Neutral, Authentisch (DNA) kandidieren. Gefordert wird unter anderem eine unabhängige Untersuchung der CoV-Politik, eine Ablehnung des geplanten Pandemievertrags der WHO sowie ein Ende der Russland-Sanktionen.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Ukraine-Krieg

Knapp zwei Wochen nach der russischen Eroberung des ostukrainischen Awdijiwka hat die ukrainische Armee Probleme, die Front westlich der Ruinenstadt zu stabilisieren.

Harte Kämpfe fänden an dem Frontabschnitt entlang der Linie der Dörfer Tonenke, Orliwka, Semeniwka und Berdytschi statt, teilte der ukrainische Oberbefehlshaber Olexandr Syrskyj heute auf Telegram mit.

Der Generaloberst war extra an den Abschnitt im Donezker Gebiet gereist, um sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Er warf mehreren Kommandeuren Fehleinschätzungen vor. Dadurch seien die ukrainischen Einheiten in Bedrängnis geraten.

Ukraine: Russen aus Orliwka verdrängt

Aus Orliwka konnten Syrskyj zufolge russische Einheiten wieder verdrängt werden. Zudem seien neue Reserven und zusätzliche Munition zugeteilt worden, um „die Situation dort zu verbessern“. Tags zuvor hatten Moskauer Militärbeobachter über einen Vorstoß der russischen Truppen nach Orliwka, aber auch nach Tonenke und Berdytschi berichtet.

Der ukrainische Generalstab bestätigte vorherige Berichte russischer Militärblogger über einen weiteren Schlag gegen eine russische Einheit mittels Raketenwerfersystemen. Bei Oleniwka im Donezker Gebiet seien 19 russische Soldaten getötet und zwölf verletzt worden. Zudem schossen die ukrainischen Luftstreitkräfte nach eigenen Angaben drei weitere russische Kampfflugzeuge des Typs Suchoi Su-34 ab.

Damit wären seit dem Fall von Awdijiwka bereits ein Dutzend Flugzeuge, darunter ein Aufklärungsflugzeug der russischen Armee, abgeschossen worden. Unabhängige Bestätigungen für alle Abschüsse lagen nicht vor.

Kiew räumt Rückschlag ein

Kiew musste darüber hinaus einen weiteren militärischen Rückschlag einräumen. Die ukrainischen Sondereinsatzkräfte bestätigten, dass sie an einem ungenannten Einsatzort schwere Verluste erlitten haben.

Es sei dabei um die Deckung eines Rückzugs bei einem Spezialeinsatz gegangen. Russischen Berichten zufolge scheiterte ein ukrainischer Landungsversuch mit fünf Motorbooten bei der Tendra-Landzunge im südukrainischen Gebiet Cherson.

Inland

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hat im Zusammenhang mit dem Dreifachfemizid am Freitag in einem Bordell in Wien Schwerpunktkontrollen im Rotlichtmilieu angekündigt. Die Polizei habe neben der Prävention auch Aufgaben im „repressiven Bereich“, sagte er heute nach einem Gewaltschutzgipfel in Wien mit Vertretern aus Bund, Ländern, den Behörden sowie Gewalt- und Opferschutzeinrichtungen. Zudem werde eine nachhaltige Gewaltschutzstrategie entwickelt, hieß es.

Im Zuge dessen sollen alle involvierten Player wie Frauenhäuser, Beratungseinrichtungen, Gewaltschutzzentren und Polizeidienststellen noch stärker miteinander vernetzt werden, betonten Karner, Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) und Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP). Wie Raab sagte, gehe es dabei um eine noch stärkere Koordinierung und Vernetzung aller Einrichtungen und darum, ein „gemeinsames Dach über alle zu spannen“.

Konkrete Details offen

Konkrete Details und einen Zeitrahmen ließ das Trio offen. Rauch verwies auf die Unterstützung von Justizministerin Alma Zadic (Grüne), die sich aufgrund eines „unaufschiebbaren Termins“ entschuldigen ließ. Bei der Strategie wolle man zudem in andere Länder schauen. Auch solle jeder Fall auf wissenschaftlicher Basis analysiert werden.

Der Gesundheitsminister will zudem Arztpraxen, „die oft letzte Anlaufstelle für Frauen als Opfer von Gewalt sind“, stärker in die Sensibilisierung einbeziehen. Karner sagte, dass im Zuge der Kriminaldienstreform die derzeitigen noch nebenamtlichen Koordinatoren für Gewaltschutz in den Ländern in Zukunft hauptamtlich arbeiten sollen.

Zusätzlich sollen eigene Regionalkoordinatoren in den Bezirken sowie eine eigene Analysestelle im Bundeskriminalamt geschaffen werden. Er verwies zudem auf die Aufstockung an spezialisierten Polizistinnen und Polizisten.

Marina Sorgo, die dem Dachverband der Gewaltschutzzentren vorsteht, begrüßte ausdrücklich die Schaffung eines nachhaltigen Konzepts. „Gewaltprävention muss auf Opfer- und Täterseite passieren“, sagte sie. Sie hob darüber hinaus die Relevanz von Fallanalysen hervor. Sie forderte daraus Schlüsse für die Präventionsarbeit zu ziehen.

Gemischte Reaktionen

Positiv auf die Pläne reagierte die SPÖ. Eine Koordinierungsstelle sei ein „leider überfälliger erster Schritt“, hieß es. Wenig beeindruckt von den Ergebnissen des Arbeitsgesprächs zeigte sich dagegen NEOS. „Reden allein reicht nicht“, kritisierte die zuständige Sprecherin Henrike Brandstötter in einem Statement.

Salzburg: Aufenthalte in Schutzwohnungen kürzer, aber häufiger

Im Frauenhaus und den dazugehörenden Schutzwohnungen im Land Salzburg verringerte sich die lange Aufenthaltsdauer von Frauen im Vorjahr spürbar. Dafür gibt es häufiger kürzere Aufenthalte, das zeigt die aktuelle Jahresbilanz. Für die Betreiber wird es aber immer schwieriger, finanzierbare Schutzunterkünfte im Zentralraum zu finden.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Weitere Akten zu Rene Benko, aber auch zu Russland-Beziehungen der FPÖ und Jan Marsalek sind für die Untersuchungsausschüsse angefordert worden.

Ebenso wurde die Ladung weiterer Auskunftspersonen beschlossen: So sollen etwa Rechnungshof-Präsidentin Margit Kraker und Mitarbeiter des Büros des ehemaligen Innenministers Herbert Kickl, derzeit FPÖ-Chef, im U-Ausschuss zum „rot-blauen Machtmissbrauch“ befragt werden.

NEOS will sich im „COFAG-U-Ausschuss“ des Schlosshotels Igls annehmen, bisher seien keine Akten dazu geliefert worden, hieß es gegenüber der APA. Ans Licht bringen wolle man, ob Benko für die Immobilie Miete gezahlt hat.

SPÖ und FPÖ wollen Steuerakten der Unternehmer Franz Rauch, Stefan Pierer, Siegfried Wolf und Johann Graf aus dem Finanzministerium. Die Grünen holen in Zusammenhang mit Benko einen Mitarbeiter für Großbetriebsprüfungen aus dem Finanzamt vor den U-Ausschuss. Alle Anträge wurden angenommen.

ÖVP sieht „System Kickl“

Im von ihr alleine beantragten U-Ausschuss zum „rot-blauen Machtmissbrauch“ sollen auf Wunsch der ÖVP zwei Mitarbeiter Kickls aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit und auch der Leiter der internen Revision im Innenministerium erscheinen. Die Befragung werde unter dem Titel „Das System Kickl“ laufen, sagte ÖVP-Fraktionsführer Andreas Hanger.

Der Leiter der Finanzprokuratur, Wolfgang Peschorn, soll auch in seiner Rolle als Innenminister im U-Ausschuss befragt werden, auf Wunsch der Grünen soll außerdem Kraker in den U-Ausschuss kommen. Beschlossen wurde auch, Akten in der Affäre um den ehemaligen Wirecard-Chef Marsalek, in der Spesenaffäre der Wiener FPÖ und zu den Russland-Verbindungen der FPÖ anzufordern.

Schon in der kommenden Woche, am 6. März, startet der COFAG-Untersuchungsausschuss. Jener zum „rot-blauen Machtmissbrauch“ soll am 13. März beginnen.

Geflüchtete können in Österreich künftig etwas mehr für Hilfstätigkeiten eingesetzt werden. Das sieht ein Entwurf des Innenministeriums an die Länder vor.

Laut dem Papier, das der APA vorliegt und über das zunächst der „Standard“ berichtete, können Personen in der Grundversorgung künftig auch dann tätig werden, wenn Organisationen nur unter dem bestimmenden Einfluss einer Gebietskörperschaft oder eines Gemeindeverbandes stehen oder es sich um NGOs handelt.

Bisher war ein entsprechender Einsatz nur möglich, wenn er sich im direkten Einflussbereich von Ländern und Gemeinden abspielte. Bei den Einsatzmöglichkeiten handelt es sich um gemeinnützige Tätigkeiten, etwa Rasenpflege.

Als Beispiele nannte das Innenministerium nun auch Tätigkeiten in Altersheimen sowie in der Bibliotheks-, Sportstätten- und Friedhofsverwaltung. Ebenfalls angeführt wurden Obdachloseneinrichtungen und Behindertenwerkstätten.

Keine Verpflichtung

Verpflichtend sind diese Tätigkeiten nicht. Genau das hatte aber beispielsweise Oberösterreich gefordert. Nunmehr zeigte man sich in der Stellungnahme zu dem Entwurf mit der Neuregelung durch das Innenministerium zufrieden. Das Thema Verpflichtung wird nicht erwähnt.

FPÖ-Chef Herbert Kickl sagte, dass die Regierung einen „Bauchfleck“ hingelegt habe. Die ÖVP versuche nur Asylwerbern „bessere Karten“ für das Verfahren zu verschaffen. Eine Arbeitspflicht für „anerkannte Flüchtlinge“ bis zum Wegfall ihres Fluchtgrunds und ihrer Heimreise wäre sinnvoller, so Kickl.

Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat während seiner Zeit als Vizekanzler und Beamtenminister 2019 offenbar ein österreichisch-russisches Beamtentreffen geplant.

Aus einem Chatverlauf zwischen ihm und dem Generalsekretär seines Ministeriums, der der APA vorliegt, geht hervor, dass es aus Russland den Wunsch nach einem solchen Gedankenaustausch gab. Ein Termin sei zumindest geplant gewesen. Laut FPÖ gab es während ihrer Zeit in der Regierung nur übliche Beziehungen zu Russland. Kritik kam von den Grünen und NEOS.

Die grüne Fraktionsführerin im von der ÖVP initiierten U-Ausschuss zum „rot-blauen Machtmissbrauch“, Meri Disoski, schrieb auf X (Twitter), „alle Akten aus der Regierungsära Kurz-Strache-Kickl mit ‚Russland-und FPÖ-Bezug in den Untersuchungsausschuss holen‘“ zu wollen. Entsprechende Beweisanträge seien bereits angenommen worden.

Grüne: Kickl in Erklärungsnot

Die neuen Informationen würden FPÖ-Chef Herbert Kickl in „Erklärungsnot“ bringen, meinte sie: „Was wusste er von all dem? Bleibt er bei Aussage, der Vertrag habe keinerlei Auswirkungen gehabt? Weigert er sich weiterhin, den Vertrag offenzulegen?“

Wenig überrascht davon zeigte sich NEOS, schließlich stehe „FPÖ für Freunde Putins Österreich“, sagte NEOS-Generalsekretär Douglas Hoyos. Zudem verwies er auf den Freundschaftsvertrag mit der Partei Putins, den der nunmehrige freiheitliche Spitzenkandidat Harald Vilimsky mitunterzeichnet habe. Auch der Dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer und Kickl seien „betroffen“ und könnten sich nicht aus der Verantwortung nehmen.

„Wird vorbereitet“

Die Chats stammen aus Aktenverlangen für den U-Ausschuss. „Russland“ ersuche um Gedankenaustausch mit jungen Beamten in Österreich, schrieb Strache im April 2019, „über die Verwaltungsakademie muss hier ja etwas möglich sein.“ Der einstige Generalsekretär im Vizekanzleramt, Roland Weinert, antwortete daraufhin, einen Anruf getätigt zu haben, und schrieb: „Wird vorbereitet. Wir werden uns treffen.“

Die FPÖ hatte am 19. Dezember 2016 einen „Freundschaftsvertrag“ mit Wladimir Putins Partei Geeintes Russland unterschrieben. Dieser wurde nach Angaben der Freiheitlichen mittlerweile aufgekündigt.

Kein FPÖ-Kommentar zu Chats

Die Chats wollte die FPÖ nicht kommentieren. Während die Partei in der Bundesregierung war, habe es zwischen ihr und Russland jedenfalls nur „die üblichen Beziehungen im Rahmen der Regierung“ gegeben, wie es auf APA-Anfrage seitens der Freiheitlichen hieß. So sei etwa der Vertrag zwischen der OMV und Gasprom im Beisein Putins und des damaligen Bundeskanzlers Sebastian Kurz (ÖVP) verlängert worden.

Im Jahr 2019 galten bereits die infolge der Krim-Annexion 2014 verhängten Sanktionen der EU gegen Moskau. Die Beziehungen zwischen Österreich und Russland galten dennoch als ausgesprochen gut, wie auch mehrere hochrangige bilaterale Treffen zeigen.

Wirtschaft

Die Wirtschaftsleistung ist wie von Wirtschaftsforschungsinstituten prognostiziert im Jahr 2023 zurückgegangen. Laut den Berechnungen der Statistik Austria sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) real im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent, hieß es heute in einer Aussendung.

Das Minus sei vor allem auf die negative Entwicklung der Warenproduktion sowie des Handels und des Verkehrs zurückzuführen. Das WIFO war von einem Minus von 0,8 Prozent ausgegangen, das IHS von 0,7 Prozent.

Nach einem Rückgang der Wirtschaftsleistung im zweiten und dritten Quartal stagnierte die heimische Wirtschaft zu Jahresende 2023. Im vierten Quartal sei das BIP im Vergleich zum Vorquartal nicht weiter gesunken, liege aber noch immer 1,7 Prozent unter dem vierten Quartal 2022, so Tobias Thomas, Generaldirektor der Statistik Austria.

Hauptverantwortlich für das Minus im Jahresvergleich waren Rückgänge in den Bereichen Waren (minus 2,7 Prozent), Handel (minus 5,8 Prozent) und Verkehr (minus 6,1 Prozent). Der Bau verzeichnete ein Minus von 1,1 Prozent. Das Bildungs- und Gesundheitswesen und die öffentliche Verwaltung konnten hingegen gegenüber 2022 um 1,6 Prozent zulegen.

US-Talkshow-Moderatorin Oprah Winfrey hat mit ihrer Ankündigung, den WeightWatchers-Verwaltungsrat zu verlassen, die Anleger vergrault.

Die Aktien des Diätkonzerns brachen heute im vorbörslichen US-Geschäft um etwa 24 Prozent ein, so stark wie zuletzt vor zweieinhalb Jahren. Mit 2,90 Dollar waren sie so billig wie noch nie.

Gestern Abend hatte WeightWatchers mitgeteilt, dass die Medienikone, die seit 2015 Mitglied des Vorstands ist, bei der Jahreshauptversammlung 2024 nicht zur Wiederwahl antreten wird.

Oprah Winfrey
AP/Invision/Jordan Strauss

Winfrey hatte öffentlich bekanntgegeben, verschreibungspflichtige Medikamente zu nehmen, um ihr Gewicht zu kontrollieren. Derzeit gibt es in den USA zwei zugelassene Medikamente zur Behandlung von chronischem Übergewicht: Wegovy von Novo Nordisk und Zepbound von Eli Lilly.

Winfrey werde die Aktien des Unternehmens, die ihr gehören, dem National Museum of African American History and Culture (NMAAHC) spenden, teilte WeightWatchers weiter mit. Reuters-Daten zufolge besaß sie zum 1. Jänner 1,13 Millionen Aktien.

IT

Wegen einer möglichen Irreführung von Investoren hat die US-Börsenaufsicht SEC einem Zeitungsbericht zufolge Ermittlungen gegen OpenAI-Chef Sam Altman eingeleitet.

Die Behörde habe bei dem von ihm geleiteten ChatGPT-Entwickler interne Dokumente angefordert, schrieb das „Wall Street Journal“ heute unter Berufung auf Insider. Die SEC wollte sich zu diesem Thema nicht äußern, OpenAI und der wichtigste Partner des KI-Spezialisten, Microsoft, waren für einen Kommentar nicht zu erreichen.

Auslöser der Untersuchungen war die Posse um den Rauswurf von Altman als OpenAI-Chef im vergangenen November, hieß es in dem Zeitungsbericht weiter. Der Verwaltungsrat hatte die Entscheidung mit einer mangelnden Kommunikation Altmans begründet. Nach einem Aufstand der Beschäftigten kehrte Altman wenige Tage später auf seinen Posten zurück.

Anderen Medienberichten zufolge versucht Altman derzeit, bei Investoren mehrere Milliarden Dollar für den Bau zusätzlicher Chipfabriken aufzutreiben, in denen Spezialprozessoren für künstliche Intelligenz produziert werden sollen. Außerdem habe OpenAI unlängst eigene Aktien verkauft und werde aktuell mit 80 Milliarden Dollar bewertet.

Kultur

Die Autorin Barbi Markovic ist mit ihrem Erzählband „Minihorror“ ebenso wie Wolf Haas mit seinem Buch „Eigentum“ für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Barbi Markovic und Wolf Haas
IMAGO/Rudolf Gigler; IMAGO/Manfred Siebinger

Die beiden in Wien lebenden Schriftsteller rittern damit gegen Anke Feuchtenberger („Genossin Kuckuck“), Inga Machel („Auf den Gleisen“) und Dana Vowinckel („Gewässer im Ziplock“) um die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung, die am 21. März zum Auftakt der Leipziger Buchmesse verliehen wird.

Erstmals Graphic Novel nominiert

Mit Feuchtenbergers „Genossin Kuckuck“ ist in diesem Jahr in der Belletristiksparte erstmalig eine Graphic Novel nominiert worden. In der Kategorie Sachbuch/Essayistik nominierte die Jury unter Vorsitz der Literaturkritikerin Insa Wilke erstmalig auch ein Hörbuch. „Jahrhundertstimmen 1945–2000“ versammle Originalaufnahmen aus der deutschen Geschichte.

Ausgewählt wurden außerdem Christina Morina („Tausend Aufbrüche. Die Deutschen und ihre Demokratie seit den 1980er Jahren“), Tom Holert („‚Ca. 1972‘ Gewalt – Umwelt – Identität – Methode“), Jens Beckert („Verkaufte Zukunft. Warum der Kampf gegen den Klimawandel zu scheitern droht“) und Christina Clemm („Gegen Frauenhass“).

In der Sparte der Übersetzungen wurden Ki-Hyang Lee („Der Fluch des Hasen“), Klaus Detlef Olof („18 Kilometer bis Ljubljana“), Lisa Palmes („Bitternis“), Jennie Seitz („Nimm meinen Schmerz. Geschichten aus dem Krieg“) und Ron Winkler („Angefangen mit San Francisco. Gedichte“) ausgewählt. Die diesjährige Leipziger Buchmesse findet von 21. bis 24. März statt.

Mehr als 30 Jahre nach dem dritten und bisher letzten Teil der „Nackte Kanone“-Reihe soll nächstes Jahr eine Neuauflage in die Kinos kommen. Das Filmstudio Paramount Pictures kündigte den Film mit Liam Neeson in der Hauptrolle gestern (Ortszeit) für Juli 2025 an, wie US-Medien berichten.

Schauspieler Liam Neeson
IMAGO/PA Images/Matt Crossick

Der gebürtige Nordire Neeson übernimmt die Paraderolle des schusseligen Polizisten Frank Drebin, der durch den 2010 gestorbenen Leslie Nielsen berühmt wurde. Für Regie und Drehbuch ist der frühere „Saturday Night Live“-Autor Akiva Schaffer zuständig. „Family Guy“-Schöpfer Seth MacFarlane ist als Produzent mit an Bord.

Die drei Filme „Die nackte Kanone“, „Die nackte Kanone 2 1/2“ und „Die nackte Kanone 33 1/3“ waren von 1988 bis 1994 erschienen. Neben Nielsen spielten Priscilla Presley und der ehemalige American-Football-Spieler OJ Simpson darin mit.