COV Ausland

In Frankreich gilt künftig für Beschäftigte im Gesundheitswesen eine Coronavirus-Impfpflicht. Das Parlament in Paris stimmte in der Nacht auf heute entsprechenden Plänen von Präsident Emmanuel Macron zu. Betroffen sind unter anderem Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Die Abgeordneten billigten trotz landesweiter Proteste auch die Verschärfung anderer Regeln. Damit muss man im Alltag nun häufiger nachweisen, dass man negativ getestet oder geimpft ist beziehungsweise eine Erkrankung überstanden hat.

Angesichts teils scharfer Kritik an der Vorgangsweise kündigte Premierminister Jean Castex an, sie vom Verfassungsrat prüfen zu lassen. Der Conseil Constitutionnel will sich am 5. August dazu äußern, was den geplanten Zeitplan durcheinanderbringen könnte. Ursprünglich hatte die Regierung vorgesehen, dass der „pass sanitaire“ – also ein Nachweis über einen Negativtest, Impfungen oder Genesung – ab August auch für Fernzüge, Bars oder Restaurants nötig wird.

Am Wochenende hatten nach Angaben des Innenministeriums landesweit mehr als 160.000 Menschen gegen die Impfpflicht und die Ausweitung der Nachweispflicht demonstriert. Dabei kam es auch zu Ausschreitungen. Es gab zahlreiche Festnahmen. Macron appellierte an die Bevölkerung indes erneut, sich impfen zu lassen.

In Dänemark soll Menschen mit einer Kreuzimpfung zweier verschiedener Coronavirus-Impfstoffe eine dritte Dosis angeboten werden. Das dänische Gesundheitsministerium teilte dem Rundfunksender DR mit, dass den Kreuzgeimpften das Angebot eines dritten Stichs gemacht werde, nachdem die nationale Impfkampagne abgeschlossen sei.

Grund dafür ist laut DR, dass mehrere Länder außerhalb des EU- und Schengen-Raums eine Impfung mit unterschiedlichen Präparaten bei der Einreise nicht als vollständige Impfung anerkennen. Das kann Reiseprobleme für jene rund 150.000 dänischen Bürgerinnen und Bürgern mit sich bringen, die zwei unterschiedliche CoV-Impfstoffe bekommen haben. Dänische Medien hatten zuletzt von einer in Dänemark lebenden Thailänderin berichtet, die ihre Eltern nicht in Thailand besuchen kann, weil sie mit der Kreuzimpfung nicht quarantänefrei einreisen kann.

151.335 Bürger, darunter vor allem Gesundheits- und Pflegepersonal, hatten im nördlichsten deutschen Nachbarland zunächst das Mittel von AstraZeneca erhalten, das dann aber in Dänemark aus Sorge vor Blutgerinnseln aus dem offiziellen Impfprogramm gestrichen worden war.

Darauf hatten sie bei der Zweitimpfung entweder das Präparat von Biontech/Pfizer oder das von Moderna erhalten. Sie sollen den Angaben zufolge nun nochmals Biontech/Pfizer oder Moderna bekommen. Die praktische Umsetzung ist noch nicht klar, soll aber zwischen der Gesundheitsverwaltung und den dänischen Regionen abgesprochen werden.

Angesichts steigender CoV-Infektionszahlen überprüft Israel künftig die Einhaltung der Quarantäne von Reiserückkehrerinnen und -rückkehrern aus rot markierten Ländern mit Hilfe von SMS und GPS. „Rote“ Länder haben besonders hohen Inzidenzen. Dorthin dürfen Israelis nur mit Sondergenehmigung reisen.

Personen würden während der einwöchigen Quarantäne SMS mit einem Link erhalten, erklärte ein Sprecher des Ministers für innere Sicherheit, Omer Bar-Lev, nun. Sie müssten auf den Link klicken und würden damit ihre GPS-Koordinaten an die Behörden senden.

Wer nicht auf den Link klicke, werde so wie bisher Kontrollbesuche von der Polizei erhalten, sagte der Sprecher. Ab kommender Woche werde es dann die Möglichkeit geben, auf den Link zu klicken und ein Selfie mit den GPS-Koordinaten des aktuellen Aufenthaltsortes zu verschicken. Israel hatte im vergangenen Jahr die Einhaltung der Quarantäne auch mit der Überwachung von Handys durch den Geheimdienst überprüft.

Außerdem dürfen ab sofort nur noch Reisende in das große Abfluggebäude des internationalen Flughafens Ben Gurion bei Tel Aviv. Begleiter müssen draußen bleiben, wie ein Sprecher der Flughafenbehörde bestätigte. Auch das Abholen von Reisenden sei im Gebäude nicht mehr gestattet.

Der Iran hat einen neuen Höchstwert bei den täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreicht. Als Ursache wird von den Behörden eine zunehmende Verbreitung der Delta-Variante angegeben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums von heute wurden trotz eines Lockdowns binnen eines Tages 31.814 Neuinfektionen registriert.

Im selben Zeitraum starben 322 Patienten und Patientinnen im Zusammenhang mit dem Virus. Der bisherige Höchstwert lag bei 27.444 Fällen, registriert am letzten Dienstag. Die Gesamtzahl der CoV-Infektionen im Iran liegt nun bei über 3,7 Millionen, die der CoV-Toten bei fast 89.000.

Der Iran ist von der Pandemie besonders hart betroffen, auch weil die Wirtschaftskrise und US-Sanktionen die Einfuhr von Impfstoffen für das Land erheblich erschwert haben. Die Impfkampagne für die mehr als 83 Millionen Menschen kommt daher auch nur schleppend voran. Bisher wurden ungefähr 13 Prozent der Bevölkerung mit hauptsächlich chinesischen Vakzinen geimpft.

COV Inland

Der für Mittwoch geplante Sommerministerrat im Schloss Reichenau an der Rax wird unter anderem wohl das Thema Coronavirus zum Inhalt haben. Dem Vernehmen nach wird man im niederösterreichischen Kurort in Richtung Herbstarbeit blicken und dabei vor allem Vorarbeiten in Sachen Pandemie tätigen. Die Teilnahme des am Wochenende erkrankten Bundeskanzlers Sebastian Kurz (ÖVP) ist laut derzeitigem Stand geplant, hieß es heute auf Nachfrage im Kanzleramt.

Kurz hatte gestern krankheitsbedingt das vorgesehene Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen anlässlich der Eröffnung der Salzburger Festspiele abgesagt und sich von ÖVP-Außenminister Alexander Schallenberg und Europaministerin Karoline Edtstadler (ÖVP) vertreten lassen. Es handle sich nicht um eine CoV-Erkrankung, hieß es seitens des Kanzleramtes – das wurde auf APA-Nachfrage neuerlich bestätigt.

Der Sommerministerrat in Reichenau findet am Mittwoch nach der ÖVP-internen Klausur der ÖVP-Regierungsmitglieder statt, die bereits morgen (nicht medienöffentlich) abgehalten wird. Im Anschluss an das Pressefoyer am Mittwoch nach der Regierungssitzung steht noch ein gemeinsames Mittagessen auf dem Plan.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 28,4 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl weiterhin in Salzburg (63,3), dahinter folgen Wien (38,6) und Vorarlberg (38,6). Am niedrigsten ist der Wert im Burgenland (12,5) und in Niederösterreich (16,4).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 312 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 312 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab.

Landesweit starben laut Ministerien bisher 10.732 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 117 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 31 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Die großen Impfstraßen in Vorarlberg sind vorerst Geschichte. Ab sofort wird nur noch beim Hausarzt geimpft. Wer sich im Internet für eine Impfung anmeldet, kann selbst entscheiden, wo, wann, von wem und mit welchem Impfstoff er oder sie geimpft werden möchte.

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In Zeiten der Pandemie Eltern zu werden, war für viele eine Belastung. Das zeigen erste Ergebnisse der Studie „Corona Baby“, für die Salzburger Psychologen 1.040 österreichische Familien befragt haben.

Die Jungeltern berichten darin von negativen Auswirkungen auf Schwangerschaft, Geburt und die Sozialkontakte des Kindes. Gleichzeitig sieht fast die Hälfte der Befragten auch einen positiven Effekt: 44 Prozent hatten demnach durch die Pandemie mehr Zeit mit ihrem Kind.

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Inland

Die koalitionsinterne Debatte über Straßenbau und Klimaschutz geht weiter. Die grüne Klubobfrau Sigrid Maurer nannte die Warnungen von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) vor einem „Klimalockdown“, den manche fordern würden, „absurd“. „Ich muss ehrlich sagen, ich verstehe nicht ganz, wovon der Kanzler spricht. Niemand fordert solche absurden Dinge“, sagte Maurer heute im Ö1-Morgenjournal.

Es gehe nicht um Einschränkungen, sondern um den Ausbau klimafreundlicher Mobilität. Die Aussagen von Kurz zur S18-Schnellstraße in Vorarlberg, wonach die Straße unbedingt gebaut werden müsse, nannte Maurer „die persönliche Meinung des Kanzlers zu einer Straße in Vorarlberg“. Die zuständige Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) habe einen Auftrag des Parlaments, hier Alternativen zu prüfen.

Van der Bellen: Klimakrise geht nicht von selbst vorbei

Am Wochenende hatte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) dem Kanzler „altes Denken“ attestiert. Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen hatte bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele klar Position bezogen: „Ich finde es falsch, Maßnahmen gegen die Klimakrise weiter hinauszuschieben und so zu tun, als würde diese von selbst vorbeigehen.“

Kritik an diesem Hickhack kam von der Opposition. Die SPÖ forderte die Regierung auf, endlich für Österreich statt gegeneinander zu arbeiten. Auch NEOS forderte die Regierung auf, zu arbeiten und nicht zu streiten.

S18: Kurz stellte sich hinter Wallner

Ausgangspunkt des Koalitionsscharmützels war der Auftrag Gewesslers, die Neubauprojekte der ASFINAG bis Herbst zu evaluieren, was zu einem Aufstand der Länder führte. Neben dem Wiener Lobautunnel ist auch die Bodensee-Schnellstraße S18 in Vorarlberg davon betroffen. Kurz hatte sich in diesem Fall auf die Seite des Baubefürworters, Landeschef Markus Wallner (ÖVP), gestellt und bei seinem jüngsten Besuch in Vorarlberg gemeint, dass der Verzicht auf Mobilität und Individualverkehr nicht funktionieren werde.

Er sei nicht der Meinung, „dass unser Weg zurück in die Steinzeit sein sollte“. Und in Sachen S18 erklärte Kurz, das Projekt sei „schon lange versprochen, und es muss auch durchgeführt werden“.

„Glaube nicht, dass Klimaschutz durch Verzicht funktioniert“

„Ich glaube nicht, dass Klimaschutz durch Verzicht funktioniert“, bekräftigte Kurz unterdessen in einem Interview mit der deutschen „Bild“-Zeitung. Im Kampf gegen die Klimakrise verwies er erneut auf die Rolle von Technologie, etwa die Fortschritte in den Bereichen E-Mobilität und Solarenergie.

Bei der Volksanwaltschaft häufen sich die Beschwerden über die MA35, die in Wien für Aufenthaltsbewilligungen zuständig ist. Akten bleiben demnach zum Teil Monate liegen. Mehr als 400 Beschwerden gibt es schon, fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Als Hauptgrund für den starken Anstieg der Beschwerden nennt der seit November zuständige Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (NEOS) die Coronavirus-Maßnahmen.

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Am Wiener Landesgericht geht der Terrorprozess gegen fünf Angeklagte in die Schlussphase. Der Hauptangeklagte soll in Syrien für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gekämpft haben und an Gräueltaten beteiligt gewesen sein. Nach Zeugenaussagen wurde der Prozess abgeschlossen. Morgen wird das Urteil verkündet.

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Ausland

Russland hat Dutzende Internetseiten von Kreml-Kritikern vor allem um den inhaftierten Oppositionellen Alexej Nawalny gesperrt. Auf Beschluss der Generalstaatsanwaltschaft in Moskau seien insgesamt 49 Internetseiten in Russland blockiert worden, teilte die unabhängige Organisation Roskomswoboda mit. Die Organisation setzt sich für einen freien Zugang zum Internet ein. Gesperrt worden sind demnach auch alle Seiten Nawalnys, darunter jene in den Regionen.

Nicht mehr ohne Weiteres zugänglich waren zudem die Portale der Oppositionellen Ljubow Sobol, von Nawalnys Anti-Korruption-Stiftung und der unabhängigen Allianz der Ärzte, die etwa Missstände in der CoV-Pandemie in Russland aufgedeckt hatte. Die Blockierung kann etwa über eine geschützte Netzwerkverbindung (VPN) umgangen werden.

Zuvor hatten die Behörden Nawalnys Organisationen als extremistisch eingestuft. Nawalnys Mitarbeiter Leonid Wolkow meinte, dass wohl vor der Parlamentswahl am 19. September bald noch die Seite zur „smarten Abstimmung“ gesperrt werde. Dort will die Opposition Wählern und Wählerinnen Empfehlungen geben, für welchen Kandidaten sie am besten ihre Stimme abgeben sollten, um den Bewerber der Kreml-Partei Geeintes Russland am Einzug in die neue Staatsduma zu hindern.

In Russland sind Tausende Internetseiten gesperrt, darunter viele von Oppositionellen, aber auch von unabhängigen und kritischen Medien. Die Behörden begründen die Sperren mit Verstößen gegen russische Gesetze, nach denen etwa Seiten mit extremistischen Inhalten nicht zugänglich sein dürfen. Andersdenkende beklagen dagegen, dass Kritik am russischen Machtapparat zunehmend kriminalisiert und die Meinungsfreiheit insgesamt immer stärker bedroht werde.

Der seitens der ungarischen Opposition zum Thema Pegasus-Abhörskandal einberufene Parlamentsausschuss für Nationale Sicherheit brachte heute keine Aufklärung. Innenminister Sandor Pinter nahm zwar an der Sitzung teil, musste jedoch nicht Rede und Antwort stehen. Dazu verhalfen die Ausschussmitglieder der rechtsnationalen Regierungspartei FIDESZ, die die Sitzung boykottierten und diese damit beschlussunfähig machten, berichtete das Onlineportal Telex.hu.

Die Opposition hatte von Pinter Aufklärung darüber erwartet, ob die Regierung die israelische Spähsoftware Pegasus kaufte und gegen regierungskritische Journalisten, Menschenrechtsaktivisten, Politiker und Geschäftsleute einsetzte.

Pinter hatte im Vorfeld mehrfach betont, bei der Sitzung des Ausschusses Fragen zu beantworten, wobei er dabei bereits gewusst haben könnte, dass FIDESZ das verhindern werde, gab das Onlineportal zu bedenken. Die Grünen LMP hatten gestern in einer Aussendung ein Fernbleiben der FIDESZ-Ausschussmitglieder mit einem Eingeständnis der Verantwortung der Regierung gleichgesetzt.

Protestaktion am Abend geplant

Unter dem Motto „Lassen wir nicht zu, dass sie uns auch noch unser Privatleben stehlen“ beginnt heute ab 18.00 Uhr vor dem Haus des Terrors in Budapest eine Protestaktion gegen den Abhörskandal, organisiert von der Oppositionspartei Momentum.

Diese bezeichnete den Skandal auf Facebook als „das dunkelste Kapitel der ungarischen Politik nach dem Systemwechsel“, es erinnere an die härtesten Zeiten des Parteistaates. „Wir lassen nicht zu, dass die Ungarn in ihrem eigenen Land von ihrer eigenen Regierung als Verbrecher und Terroristen behandelt werden“, hieß es auf Facebook. Der Aktion von Momentum schlossen sich auch die anderen Oppositionsparteien an. Die Demonstration endet vor dem Sitz von FIDESZ in der Lendvay-Straße mit Reden von Vertretern der Oppositionsparteien.

Der umstrittene philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat in seiner letzten Rede zur Lage der Nation noch einmal seinen harten Kurs gegen Drogenkriminelle verteidigt. „Wir haben im Kampf gegen die Verbreitung von Drogen noch einen langen Weg vor uns“, sagte er heute in der fast dreistündigen Ansprache.

„Der Internationale Strafgerichtshof kann das aufzeichnen: Diejenigen, die mein Land zerstören, werde ich töten. Ich werde euch töten, weil ich mein Land liebe“, so der Staats- und Regierungschef, der nach sechs Amtsjahren bei der Wahl 2022 nicht mehr antreten darf.

Strafgerichtshof ermittelt wegen „War on Drugs“

In der Nähe des Repräsentantenhauses in Quezon-Stadt protestierten Tausende Gegnerinnen und Gegner gegen Dutertes Pläne, bei der Abstimmung im Mai nächsten Jahres als Vizepräsident anzutreten. Der 76-Jährige will sich offensichtlich weiter politischen Einfluss sichern und die politische Immunität bewahren, um mögliche Strafverfahren zu umgehen.

Der Internationale Strafgerichtshof ermittelt wegen mutmaßlicher Morde beim staatlichen „War on Drugs“. Duterte hatte bei seiner Wahl 2016 ein hartes Vorgehen gegen Drogenkriminelle angekündigt und Drogenschmugglern mit dem Tod gedroht. Der Polizei zufolge wurden seither bei Anti-Drogen-Einsätzen mindestens 7.000 Menschen getötet.

Menschenrechtsgruppen sind aber überzeugt, dass die wahre Zahl viel höher ist. Beobachtern zufolge sollen viele Verdächtige von Todeskommandos außergerichtlich umgebracht worden sein. Kritiker sprechen von schweren Menschenrechtsverletzungen.

Die beiden Südkaukasus-Republiken Armenien und Aserbaidschan haben sich gegenseitig Schüsse in der Grenzregion vorgeworfen. Aserbaidschans Verteidigungsministerium beschuldigte armenische Soldaten, in der Nacht auf heute das Feuer auf Streitkräfte im Gebiet Kelbadschar im Konfliktgebiet Bergkarabach eröffnet zu haben. Armenien dementierte das und erklärte wiederum, Aserbaidschan habe die Waffenruhe an zwei Orten unweit der Grenze gebrochen.

Beide Staaten betonten, selbst nur „Vergeltungsmaßnahmen“ ergriffen zu haben. Berichte über Verletzte gab es nicht. Trotz eines Waffenstillstands kommt es immer wieder zu Scharmützeln, für die sich Armenien und Aserbaidschan gegenseitig verantwortlich machen. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Informationen kaum.

Die beiden Ex-Sowjetrepubliken hatten zuletzt vom 27. September bis zum 9. November um Bergkarabach gekämpft. Aserbaidschan holte sich dabei weite Teile des Anfang der 1990er Jahre verlorenen Gebiets zurück. Mehr als 6.500 Menschen starben.

EU

Die EU-Kommission geht gegen 23 EU-Länder – darunter auch Österreich – vor, die eine Richtlinie zu Urheberrechten nicht schnell genug oder wohl unzureichend in nationalem Recht verankert haben. Man habe sich entschlossen, Vertragsverletzungsverfahren einzuleiten, teilte die Kommission heute mit. Am Ende solcher Verfahren können Klagen vor dem Europäischen Gerichtshof stehen. Die EU-Kommission ist unter anderem dafür zuständig, über die Einhaltung von EU-Recht zu wachen.

Die EU hatte die Richtlinie bereits 2019 verabschiedet, sie musste eigentlich bis zum 7. Juni in nationales Recht umgesetzt werden. Im Kern geht es darum, Regeln rund um das Internet und das Verhältnis zwischen Urhebern, Internetplattformen und Nutzern sowie Nutzerinnen festzulegen. Zu den Staaten, gegen die nun vorgegangen wird, zählen neben Österreich auch Belgien, Tschechien, Italien, Polen und Frankreich.

Vor der EU-Richtlinie hatte es vor Jahren Proteste und Demonstrationen in vielen Ländern gegeben. Internetnutzer befürchteten Einschränkungen durch Upload-Filter, die Dateien beim Hochladen prüfen.

Österreich hatte der heftig umstrittenen Reform des EU-Urheberrechts im April 2019 zugestimmt. Aus Sicht der Befürworter geht es darum, Plattformen, die wissentlich mit fremden Inhalten Geld verdienen, zu einer fairen Lizenzierung zu zwingen. Die Warnung vor Upload-Filtern weisen sie als Panikmache zurück.

Österreich hat sich in der Debatte über eine Verschärfung des Kampfes gegen Geldwäsche in der EU gegen eine Obergrenze von 10.000 Euro für Zahlungen mit Bargeld ausgesprochen. Bargeld sei in Österreich ein sensibles Thema und für die Bürger von grundlegender Bedeutung für das Gefühl der Sicherheit und Freiheit, sagte Finanzminister Gernot Blümel heute laut dpa in einer Videoschaltung mit Kolleginnen und Kollegen aus den anderen EU-Staaten. Österreich sehe auch keinen Zusatznutzen von verbindlichen Limits und spreche sich deswegen dagegen aus.

Eine EU-weite Bargeldobergrenze war in der vergangenen Woche von der Kommission als Teil eines ganzen Pakets mit Maßnahmen für einen effizienteren Kampf gegen Geldwäsche vorgeschlagen worden. Sie soll dazu beitragen, dass Geld aus kriminellen Geschäften nicht mehr so einfach in die reguläre Wirtschaft eingespeist werden kann. In etlichen EU-Staaten gibt es bereits Limits für Zahlungen mit Bargeld. Länder wie Österreich, Deutschland, Luxemburg und Zypern müssten sie aber erst einführen.

„Wir wollen keine schleichende Abschaffung des Bargelds, und diese Skepsis haben wir auch heute wieder artikuliert“, so Blümel in einer der APA übermittelten Stellungnahme. Der digitale Raum werde verstärkt für kriminelle Aktivitäten genutzt. „Daher begrüßen wir die geplanten Regulierungsmaßnahmen im Bereich der Kryptowährungen. Diese Regulierungen sind zielführender als willkürliche Obergrenzen bei Bargeldzahlungen.“

EU-Finanzmarktkommissarin Mairead McGuinness sagte noch einmal, dass die geplante Bargeldobergrenze nicht bedeute, dass das Bargeld abgeschafft werden solle. Bargeld sei extrem wichtig, aber es müsse sauber sein. Die offiziellen Verhandlungen der EU-Staaten über das Anti-Geldwäsche-Paket sollen im September beginnen. Mit einer Verabschiedung von konkreten Maßnahmen wird nicht vor dem nächsten Jahr gerechnet.

Die Europäische Kommission ruft gemeinsam mit Verbraucherschutzbehörden den Internetriesen Google zu mehr Transparenz auf. Konkret geht es darum, dass Verbraucherinnen und Verbraucher erfahren sollten, wie die Reihenfolge von Suchergebnissen zustande kommt und ob Geld dabei eine Rolle spielt.

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Sport

Anna Kiesenhofer ist gestern das Radrennen ihres Lebens gefahren. Nicht bei einer kleineren Rundfahrt wie der Ardeche-Tour, bei der sie ihre zuvor besten Ergebnisse erreicht hatte, sondern bei ihren ersten Olympischen Spielen. In Tokio feierte sie im Straßenrennen gegen die komplett versammelte Weltelite einen Sensationserfolg. Dank perfekter Taktik und als von der Konkurrenz unbeachtete Teilzeitsportlerin feierte die 30-Jährige völlig überraschend einen Solosieg. Dabei verließ sie sich ausschließlich auf sich selbst und überschritt letztlich die Grenzen des Möglichen.

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Das olympische Tennisturnier wird ohne österreichische Beteiligung weitergehen. Oliver Marach und Philipp Oswald scheiterten heute im Achtelfinale an den als Nummer drei gesetzten Kolumbianern Juan-Sebastian Cabal und Robert Farah nach einer Spielzeit von 1:25 Stunden mit 4:6 1:6. Im Herren-Einzel gaben sich hingegen die Topstars keine Blöße.

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Sofia Polcanova steht beim Tischtennis-Turnier im Achtelfinale. Die 26-Jährige besiegte heute in der dritten Runde in ihrem Auftaktmatch die unangenehm spielende Inderin Manika Batra souverän mit 4:0 und spielt nun morgen gegen die Japanerin Kasumi Ishikawa. In die dritte Runde zog Liu Jia ein, sie besiegte Polina Michailowa (ROC) mit 4:3. Für Daniel Habesohn war in Runde drei Endstation.

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Nach einer Diskussion über die Länge ihrer Sporthosen hat US-Sängerin Pink der norwegischen Nationalmannschaft der Beachhandballerinnen ihre Unterstützung ausgesprochen. „Ich bin sehr stolz auf die norwegischen Beachhandballerinnen, die gegen die sehr sexistischen Regeln zu ihrer ‚Uniform‘ protestieren“, schrieb die 41-Jährige gestern (Ortszeit) auf Twitter.

Gerne werde sie die Geldstrafe, die der Verband gegen das Team verhängt hatte, übernehmen. „Der europäische Handballverband sollte eine Strafe wegen Sexismus zahlen müssen“, schrieb die Sängerin weiter.

Die Spielerinnen der norwegischen Frauen-Mannschaft hatten jüngst bei einem Duell der Europameisterschaft statt der vorgeschriebenen Bikinihöschen etwas längere Sporthosen getragen. Nach einer Entscheidung des Europäischen Handballverbands müssen sie nun wegen „unangemessener Bekleidung“ eine Geldstrafe von 1.500 Euro zahlen.

Umwelt & Klima

Vertreter aus rund 200 Ländern haben heute die Schlussberatungen über den ersten Teil des neuen, sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC) aufgenommen. Die zweiwöchigen Beratungen finden formal am Genfer IPCC-Sitz statt, erfolgen aber wegen der Coronavirus-Pandemie vorwiegend virtuell. Die Empfehlungen der Wissenschafterinnen und Wissenschaftler gelten als wegweisend für die globale Klimapolitik.

In dem nun vorliegenden ersten Teil, der am 9. August veröffentlicht werden soll, geht es um naturwissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels – insbesondere die Entwicklung des Anteils von Treibhausgasen in der Atmosphäre und deren Wirkung sowie Szenarien für das künftige Fortschreiten der Erderwärmung.

Ein Extrakapitel befasst sich diesmal mit der Wirkung kurzlebiger Treibhausgase. Das betrifft etwa Methan, dessen Treibhauswirkung deutlich stärker ist als die von Kohlendioxid, das jedoch auch schneller in der Atmosphäre wieder abgebaut wird.

Warnung vor schwerwiegenden Folgen

Im kommenden Jahr sollen zwei weitere Teile zu Folgen des Klimawandels und Möglichkeiten der Anpassung sowie zu Wegen zu einer Minderung der Treibhausgasemissionen folgen. Den Abschluss bildet ein Synthesebericht, der Kernaussagen der drei Teile sowie aktueller IPCC-Sonderberichte zusammenfasst.

Die Berichte sind bis zu ihrer Veröffentlichung vertraulich. Entwürfen zufolge, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegen, dürften die beteiligten Wissenschafterinnen und Wissenschafter jedoch vor schweren Naturkatastrophen warnen, falls der Klimawandel nicht eingedämmt wird. Der Zusammenbruch ganzer Ökosysteme, Wasser- und Lebensmittelknappheit und Krankheiten als Folgen der Erderwärmung werden demnach in den kommenden Jahrzehnten immer schneller um sich greifen.

Wirtschaft

Die ÖBB investieren stark in neue Züge. Ein Großauftrag für bis zu 540 Elektrotriebzüge wurde ausgeschrieben, bestätigte ein ÖBB-Sprecher einen „Standard“-Bericht. Schon sehr weit gediehen ist auch die Beschaffung von Doppelstockzügen für Wien und Niederösterreich.

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Heute ist ein Kapitel österreichischer Wirtschaftsgeschichte geschlossen worden. Am Handelsgericht Wien fand die Schlussrechnungstagsatzung im Konkursverfahren der 1998 Pleite gegangenen Riegerbank statt. Damit wurde das längste Konkursverfahren einer Bank nach knapp 23 Jahren beendet, teilte der KSV 1870 am Montag mit.

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Die Versicherungsmakler Aon und Willis Towers Watson haben ihre milliardenschweren Fusionspläne begraben. Man habe sich angesichts des Widerstands der US-Wettbewerbshüter entschlossen, die im Frühjahr 2020 geschlossene Vereinbarung zu lösen, erklärte Aon heute. „Wir sind in den Gesprächen mit dem US-Justizministerium in eine Sackgasse geraten“, sagte Aon-Chef Greg Case.

Das für Kartellfälle zuständige Ministerium hatte argumentiert, der Zusammenschluss könnte die Konkurrenz vermindern und damit zu höheren Preisen führen. Willis Towers Watson hat nun Anspruch auf die für diesen Fall vereinbarte Abstandszahlung über eine Milliarde Dollar. Aon und Willis Towers Watson hätten mit der 30 Milliarden Dollar schweren Übernahme den weltgrößten Makler Marsh McLennan überholen können.

Von der EU hatten Aon und Willis Towers Watson unter Auflagen bereits grünes Licht für die Übernahme erhalten. Die von London aus gesteuerte Aon hatte eingewilligt, großes Teile des Europageschäfts von Willis an den Konkurrenten Arthur J. Gallagher zu verkaufen. „Die Zugeständnisse stärken die Fähigkeiten von Gallagher als Makler von Rückversicherungen und Industrierisiken“, erklärte die EU-Kommission kürzlich.

Die Chef- bzw. Chefinnensuche bei der Staatsholding ÖBAG ist nun in der finalen Phase angelangt. Am Wochenende lief die Bewerbungsfrist für den Posten aus, bei dessen Übernahme man mit rund 450.000 Euro im Jahr mehr verdient als Bundespräsident oder -kanzler.

Notwendig wurde die Suche, weil Thomas Schmid vorzeitig ging, nachdem kompromittierende Chats von ihm öffentlich geworden waren. Interimschefin Christine Catasta tritt ab, wenn der oder die Neue das Amt antritt.

Wann mit der Bekanntgabe des Namens des neuen ÖBAG-Vorstands zu rechnen ist, ist offen. Jetzt beginnt die Zeit der Hearings der Interessentinnen und Interessenten. Gesucht wird neuerlich ein Alleinvorstand, was in Teilen der Opposition als umstritten gilt.

„Nachrichtensperre“ verhängt

Eine ÖBAG-Sprecherin übte sich gegenüber der APA in Zurückhaltung. Aufsichtsratschef Helmut Kern habe eine „Nachrichtensperre“ rund ums Bewerbungsthema verhängt. So war nicht zu erfahren, wie viele Menschen sich beworben haben.

Den Job antreten sollte der neue Vorstand spätestens per 1. Jänner 2022. Auch ein früherer Zeitpunkt ist nicht ganz auszuschließen. Einiges dürfte von Formalitäten rund um einen Jobwechsel abhängen.

Übers Wochenende wurde in Medien schon spekuliert, wer sich für den Posten beworben haben und als Favorit gelten könnte. Schließlich ist der Posten ein immens wichtiger: Die ÖBAG verwaltet die Beteiligungen der Republik Österreich an großen börsennotierten Unternehmen wie OMV, Post und Telekom.

Die Beschäftigungsquote im OECD-Raum ist im ersten Quartal 2021 leicht auf 66,8 Prozent gestiegen, aber zwischen den einzelnen Ländern gibt es große Unterschiede. Mit der Beschäftigungsquote wird der Anteil der arbeitenden Bevölkerung erfasst. Im Vorquartal (Q4/2020) lag der Wert bei 66,7 Prozent. Durch eine methodische Änderung in den EU-Statistiken werde die Interpretation der Daten erschwert, heißt es von OECD-Seite.

Im Euro-Raum betrug die Beschäftigungsquote im ersten Quartal 2021 66,9 Prozent. Am höchsten lag die Quote in den Niederlanden mit 79,3 Prozent, auch in Deutschland und in Österreich war die Beschäftigung mit 75,4 Prozent und 71,6 Prozent deutlich über dem Schnitt. Italien und Frankreich finden sich hingegen mit Beschäftigungsquoten von 57,1 und 66,4 Prozent unter dem Euro-Raum-Durchschnitt.

Werte von EU-Ländern bedingt mit Vorperioden vergleichbar

Die von der OECD veröffentlichten Werte beruhen auf dem Labour Force Survey – das heißt für Österreich auf Basis der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung – und sind nach internationaler Definition berechnet.

Demnach wird als erwerbstätig erfasst, wer in einer Referenzwoche mindestens eine Stunde als Unselbstständiger, Selbstständiger oder mithelfender Familienangehöriger gearbeitet hat. Auch die Statistik Austria veröffentlicht nach dieser Definition, der Unterschied liegt alleine darin, dass die OECD Quartalswerte saisonbereinigt veröffentlicht.

Mit dem ersten Quartal 2021 hat sich in Österreich und in allen anderen EU-Ländern die internationale Definition zur Erfassung von Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit geändert, daher sind die aktuellen Werte nur bedingt mit den Vorperioden vergleichbar. Wie sehr sich die Änderungen in den einzelnen Ländern auswirken, hängt darüber hinaus von der Struktur des jeweiligen Arbeitsmarktes ab, so die Arbeitsmarktexpertin der Statistik Austria, Cornelia Moser.

IT

Am Wochenende hat eine Meldung über ein mögliches Datenleck bei der Audiokonferenz-App Clubhouse im Netz für Wirbel gesorgt. In einem Forum im Darknet sollen insgesamt 3,8 Mrd. Telefonnummern aufgetaucht sein – nun gibt es aber Zweifel an der Echtheit dieser Daten.

In dem Forum ist davon die Rede, dass in dem Leak nicht nur die Nummern von Clubhouse-Nutzerinnen und -Nutzern selbst enthalten sind – sondern auch Nummern von nicht angemeldeten Usern. Zuerst darüber berichtet hatte der Schweizer Sicherheitsexperte Marc Ruef auf Twitter.

App bekam oft Zugriff auf Adressbuch

Clubhouse war lange Zeit als exklusiver Club bekannt – man konnte nur auf Einladung teilnehmen. Um neue User einzuladen, musste man Clubhouse die Berechtigung geben, auf sämtliche Kontakte eines Smartphones zuzugreifen. Das wurde von Datenschützern heftig kritisiert.

Angeblicher Hacker sieht Ball bei der EU

Auch der angebliche Hacker sprach diese Praxis an – und den Zusammenhang mit der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO): Alle großen Internetkonzerne würden mit dem Teilen des Telefonbuchs unrechtmäßig Daten sammeln, so der Vorwurf. Die DSGVO würde Unternehmen für diese Vorgänge bestrafen – nun müsse man schauen, ob die DSGVO dazu auch tatsächlich tauge oder ob es sich nur um eine leere Drohung handle.

Clubhouse wirft Vorwürfe zurück

Clubhouse selbst dementierte einen Angriff. „Es gab keinen Datenleak bei Clubhouse“, heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens, aus der das IT-Portal Heise zitiert. „Datenschutz und Sicherheit sind für Clubhouse von größter Bedeutung, und wir investieren weiterhin in branchenführende Sicherheitspraktiken. Clubhouse verwendet keine Cookies und verkauft keine persönlichen Daten an Dritte.“

Zweifel gibt es aber auch von Fachleuten: Die Beispieldaten, die der User im Darknet veröffentlichte, seien wertlos, berichtet Heise. Er enthalte nur Telefonnummern ohne verbundene Informationen – und könnte damit etwa auch automatisch generiert worden sein. Zweifel gibt es auch im Darknet, die das Posting mittlerweile mit einem entsprechenden Hinweis versehen haben, heißt es.

App erst vor Kurzem für alle zugänglich

Clubhouse hatte in der Pandemie enorm an Popularität gewonnen – erst vergangene Woche entschied man sich, die App auch ohne Einladung zugänglich zu machen. Ursprünglich war die App auch nur für Apples iPhone erhältlich – dadurch haftete dem Dienst ein exklusiver Ruf an. Seit Mai ist die App aber auch auf dem Google-Betriebssystem Android verfügbar. Facebook und Twitter reagierten aufgrund der Popularität der App mit eigenen vergleichbaren Services.

Science

In Österreich haben bis gestern mehr als 4,3 Millionen Menschen zwei Impfdosen gegen Covid-19 erhalten. Obwohl noch nicht alle geimpft sind, läuft bereits die Debatte über eine dritte Impfdosis, um den Impfschutz aufzufrischen. Eine erneute Zulassung ist nicht notwendig, aber die Behörden brauchen mehr Daten für entsprechende Empfehlungen.

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Gesten, Kopfschütteln, Lächeln: Nonverbale Kommunikation wie diese soll künftig für Blinde und Sehbehinderte mit technischen Hilfsmitteln möglich werden. Daran arbeitet ein Forschungsteam von der Universität Linz.

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Chronik

In Wien-Floridsdorf ist gestern Abend ein Kleinkind aus dem Fenster eines Wohnhauses gestürzt. Die Einsatzkräfte führten noch eine Reanimation durch, konnten aber trotz aller Bemühungen das Leben des einjährigen Kindes nicht retten.

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Zielfahnder des oberösterreichischen Landeskriminalamts haben einen 40-jährigen Mann in Albanien ausgeforscht, der vor fast elf Jahren mit seinen damals drei- und fünfjährigen Kindern untergetaucht war. Nach der Festnahme des Mannes werden die Kinder nun erstmals seit Jahren ihre Mutter wiedersehen.

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Das aufgrund des Donauhochwassers verhängte Badeverbot für die Neue Donau ist wieder aufgehoben worden. Die Labors für Hygiene der MA 39 schlossen ihre Untersuchungen hinsichtlich der Wasserqualität ab – und das Wasser ist wieder zum Baden geeignet.

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Kultur

21 Filme rittern von 1. bis zum 11. September um den Goldenen Löwen der 78. Filmfestspiele von Venedig. 17 weitere Streifen werden außerhalb des Wettbewerbs gezeigt. Und 19 Filme sind Teil der Orizzonti-Sektion, in der Arbeiten gezeigt werden, die neue Tendenzen des Weltkinos präsentieren, wie Festivaldirektor Alberto Barbera heute bei der Vorstellung des Programms enthüllte.

Nachdem Venedig im Vorjahr wegen der Pandemie auf klangvolle Hollywood-Namen verzichten musste, werden im September große Stars am Lido erwartet. Der neue Film „Madres paralelas“ des spanischen Regisseurs Pedro Almodovar, der 2019 in Venedig mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden war, wird am 1. September das Festival eröffnen. Der Film handelt von zwei schwangeren Frauen, die sich vor der Geburt im Krankenhaus ein Zimmer teilen.

Ferrante-Verfilmung und Neues von Paolo Sorrentino

Zu den Filmen, die um den Goldenen Löwen rittern, zählen Jane Campions „The Power of the Dog“ mit Kirsten Dunst als Protagonistin. Die US-Schauspielerin Maggie Gyllenhaal debütiert mit „The Lost Daughter“ nach einem Roman von Elena Ferrante als Filmregisseurin. Im Wettbewerb sind auch „Spencer“ von Pablo Larrain, „The Card Counter“ von Paul Schrader und „Illusions perdues“ des Franzosen Xavier Giannoli.

Unter anderem wird auch das neue Werk von Oscarpreisträger Paolo Sorrentino „E stata la mano di Dio“ (Es war die Hand Gottes) in Venedig präsentiert. Der Film erzählt die wahre Geschichte des tragischen Todes von Sorrentinos Eltern, während Diego Maradona als Star des erfolgreichen städtischen Fußballclubs Neapel abgöttisch verehrt wurde.

Bong Joon Ho als Juryvorsitzender

Den Gewinner des Festivals wird schließlich eine internationale Jury unter Leitung des südkoreanischen Regisseurs Bong Joon Ho bestimmen, der 2019 die Goldene Palme für „Parasite“ erhalten hatte. Ihm stehen sechs internationale Persönlichkeiten der Filmwelt zur Seite. In der Jury sitzt die Regisseurin und Filmproduzentin Chloe Zhao, die mit „Nomadland“ einen Oscar gewann. Martin Schweighofer, der bis Ende Juni die Austrian Film Commission (AFC) leitete, ist Mitglied der Jury, die den besten Film der Regiedebütanten auszeichnen wird.

Laszlo Krasznahorkai, mit Peter Nadas wahrscheinlich der wichtigste Vertreter des ungarischen Gegenwartsromans, hat heute in Salzburg den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur entgegengenommen. Ausgezeichnet wird er nicht zuletzt für die Weiterentwicklung des europäischen Romans. Der Autor hielt eine Dankesrede, die nur aus Dankesnamen zwischen dem Schwimmbad seiner Heimat und dem „schwarzen Schaf Thomas Bernhard“ bestand. Interessant dabei: die Auslassungen.

Der ungarische Schriftsteller Laszlo Krasznahorkai am während seiner Rede anlässlich der Überreichung des „Österreichischen Staatspreises für Europäische Literatur 2021“
APA/Neumayr/leo

Als Literatur, die quer stand zu einer zu rosig gedachten Zukunft nach dem Fall der Mauer, bezeichnete der Grazer Germanist Klaus Kastberger in seiner Laudatio das Werk des 67-jährigen Ungarn, der mittlerweile in Triest lebt. In den 90er Jahren habe man ja noch die junge Partei FIDESZ als eine liberale Kraft imaginiert. Mittlerweile stehe man vor einer Situation, wo die ungarische Moderne von der Regierung von Viktor Orban aus den Lehrplänen der Schule aussortiert werde zugunsten einer „nationalistischen, faschistischen und antisemitischen Lektüre“.

„Es gibt Hoffnung, nur nicht für uns“

Die Kunst von Krasznahorkai entwerfe Bilder, die mitunter stärker über die Zeit hinausgreifen, als „uns Lesern“ klar sei. Rund um die Figuren Krasznahorkais wisse man sehr schnell: In dieser Welt stimme etwas nicht. „Der Teufel ist draußen und wir sind absolut ohnmächtig“, erinnert Kastberger an eine Aussage des Autors.

Die langen Sätze und andere Besonderheiten seiner Literatur seien auch eine Herausforderung für alle Übersetzerinnen und Übersetzer, die aber gerade im Fall der ungarischen Literatur so unabdingbar seien. Manchmal müsse in seiner Literatur alles in einen Satz gepresst werden, weil es eben nicht anders ginge. „Es gibt in der Welt Krasznahorkais wahnsinnig viel Hoffnung, nur leider nicht für uns“, so Kastberger. In England habe der Autor schon längst Kultstatus, bei uns sei er immer noch ein Geheimtipp.

Dank an Faulkner, Bernhard „und den letzten Wolf der Extremadura“

Krasznahorkai dankte in seiner Rede, die nur aus Dankesaufzählungen bestand, all jenen, die ihn motiviert hätten, Literat zu werden. Neben Franz Kafka und Ludwig Wittgenstein auch „den 21 Mädchen“, in die er sich in seiner Jugend „unsterblich verliebt“ habe. Freunde und literarische Vorbilder mischten sich in dieser Dankesaufzählung, die andere lebende Gegenwartsautoren seiner Heimat ausklammerte. Er danke auch William Faulkner, „für seine zum Schweigen gebrachten Sätze“ und Thomas Bernhard – „Ihrem brillanten schwarzen Schaf“ – und auch dem „letzten Wolf der Extremadura“.

Mayer erinnert an verbindenden Charakter der Literatur

Kunststaatssekretärin Andrea Mayer erinnerte in ihrer Rede an die Rolle des „Staatspreises als Zeichen für ein selbstbewusstes Österreich“ seit den 1960er Jahren. Mit Literatur und Kunst sollte, so Mayer, der Kontakt zu all jenen hergestellt werden, „die auch hinter dem Eisernen Vorhang lagen“.

Für sie sei der Preis gerade auch „Gradmesser für die Freiheit des Wortes“: „Wer die Werke europäischer Literatur liest, lässt sich auf die geistige Landschaft des Kontinents und seines Publikums ein. Ein gemeinsamer großer Erfahrungsraum. Niemand hat die Wahrheit, jeder aber das Recht, verstanden zu werden.“

Leute

Die Tochter von Prinz Harry und Meghan Markle, Lilibet Diana Mountbatten-Windsor, ist sieben Wochen nach ihrer Geburt nun auf der offiziellen Website der Königsfamilie in die Liste der britischen Thronfolge aufgenommen worden.

Lilibet, das zweite Kind des Herzogs und der Herzogin von Sussex, wurde am 4. Juni in Santa Barbara, Kalifornien, geboren und ist die achte in der Thronfolge.

Zuvor hatten Expertinnen und Experten der Royals kritisiert, dass immer noch Prinz Andrew, der zweite Sohn der Queen, als achter angeführt werde.

Der Name von Lilibets zweijährigem Bruder, Archie Harrison Mountbatten-Windsor, wurde nur 15 Tage nach seiner Geburt im Mai 2019 auf Platz sieben in die Thronfolgeliste aufgenommen.

Popsängerin Nena hat erneut mit einem Auftritt Diskussionen ausgelöst. Gestern Abend trat sie im brandenburgischen Schönefeld in der Nähe des Flughafens BER auf. Das Open-Air-Konzert wurde vor einer möglichen Zugabe beendet. Laut einem Bericht des „Tagesspiegels“ und mehrerer Videos bei Twitter hatte sich Nena zuvor über die Hygienevorschriften geäußert.

„Mir wird gedroht, (…) dass sie die Show abbrechen, weil ihr nicht in eure (…) Boxen geht“, sagte Nena laut Zeitungsbericht und Videos. Die Konzertbesucherinnen und -besucher sollten coronavirusbedingt in getrennten Boxen stehen oder sitzen, um Abstand zu halten. „Ich überlasse es in eurer Verantwortung, ob ihr das tut oder nicht. Es darf jeder frei entscheiden, genauso wie jeder frei entscheiden darf, ob er sich impfen lässt oder nicht.“

Nach Angaben der örtlichen Verwaltung gab es „keine Verfügung des Ordnungsamtes, sondern eine Entscheidung des Veranstalters, das Konzert nach Abschluss des Hauptprogramms zu beenden“. „Das war gegen 21.45 Uhr vor der Zugabe“, sagte Hilmar Ziegler, der Leiter des für das Ordnungsamt der Gemeinde Schönefeld zuständigen Dezernats.

„Bei mir ist jeder willkommen. Okay?“

Es seien zwar Mitarbeiter des Ordnungsamtes anwesend gewesen, die aber nicht befugt gewesen seien, solche weitreichenden Entscheidungen zu fällen, sagte Ziegler. Veranstaltungen wie Konzerte dürften in Schönefeld zurzeit aber ohnehin nur bis 22.00 Uhr stattfinden. „Dazu gibt es eine Verfügung.“

Der Veranstalter wollte sich nicht weiter äußern und verwies auf den Bericht des „Tagesspiegels“, Nenas Management war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

„Bei mir ist jeder willkommen. Okay?“, sagte Nena laut einem Videoausschnitt. Das Ganze werde „politisiert“. „Und das ist einfach vollkommen ätzend.“ Am Christopher Street Day sei es völlig okay gewesen, „dass 80.000 Leute eng aneinander auf der Straße waren“. „Also schaltet den Strom aus oder holt mich mit der Polizei hier runter. (…) Ich hab’ die Schnauze voll davon.“