COV Inland

Laut dem – der APA vorliegenden – Arbeitsdokument der zuständigen Kommission schaffen es nur noch das Burgenland und Wien in den orangen Sektor der CoV-Ampel, der hohes Risiko anzeigt. In den übrigen Bundesländern sowie im Gesamtstaat leuchtet die Ampel rot. Das heißt, es herrscht sehr hohes Infektionsrisiko.

Ausschlaggebend für die Färbung ist die sogenannte Risikozahl. Ab der Marke 100 gilt sehr hohes Risiko. Nur Wien Wien (81,5) und das Burgenland (78,5) bleiben noch darunter, auch in den beiden Bundesländern verschlechtert sic verschlechtert.

In der Steiermark, in Tirol, Kärnten und Vorarlberg gingen die Werte so stark nach oben, dass sie vom hohen Risiko in die schlechteste, also rote Zone abrutschten, die für Salzburg, Nieder- und Oberösterreich bereits bekanntes Terrain ist.

Der Negativtrend gilt freilich für sämtliche Bundesländer. Die ungünstigste Entwicklung während der vergangenen 14 Tage hatte Vorarlberg mit einem Plus von gleich 108 Prozent. Die höchste Risikozahl mit beachtlichen 326,9 weist Salzburg auf. Zum Vergleich: in der Vorwoche betrug sie 150,7. Das Bundesland hat auch die höchste rohe Sieben-Tagesinzidenz (433,4) und auch die mit Abstand schlechteste risikoadjustierte Inzidenz mit 612.

Steigende Risikozahl bei Über-65-Jährigen

Schlecht ist, dass auch bei den besonders gefährdeten Über-65-Jährigen der Trend in die falsche Richtung zeigt. Das Plus in den vergangenen 14 Tagen betrug 61,4 Prozent, mittlerweile gehen in allen Bundesländern die Werte nach oben. Der Anteil dieser Gruppe an den aktuellen Infektionen stieg minimal von elf auf zwölf Prozent.

Stark abgesackt ist die Zahl der abgeklärten Fälle, die nur noch knapp über 50 Prozent liegt nach 62 Prozent in der Vorwoche. Gesunken ist die Zahl der asymptomatischen Fälle auf 29 Prozent. Dass der Wert nicht noch schlechter ist, ist im Wesentlichen Wien zu verdanken, wo 47 Prozent der ausgeforschten Infektionen ohne Symptome verlaufen.

Das hängt wohl damit zusammen, dass die Bundeshauptstadt weiter bei weitem die meisten Tests auf die Bevölkerung bezogen durchführt, die Schlusslichter Tirol und Vorarlberg kommen nicht einmal annähernd auf die Hälfte.

Melk mit Spitzeninzidenz

In ganz Österreich gibt es gerade einmal drei Bezirke, in denen der 14-Tage-Trend nach unten geht, in zwei Regionen ist die Lage wenigstens stabil. Eine Inzidenz von unter 100 haben nur noch Hollabrunn und Murau. Melk am anderen Ende der Skala liegt schon über 1.000.

Eine Änderung wird die Kommission am Donnerstagnachmittag wohl auch bei den Risikostufen für die Schulen vornehmen. Vorarlberg wird sich gemäß Vorschlag zu den anderen Ländern auf der Stufe 2 gesellen, also wieder testen müssen.

Nach Scheibbs und Melk könnte Lilienfeld ab morgen der dritte Bezirk Niederösterreichs mit Ausreisekontrollen werden. Die gemittelte 7-Tage-Inzidenz dürfte heute die kritische Marke von 600 überschreiten.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 280,9 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Salzburg (434,1), gefolgt von Oberösterreich (389,2). Am niedrigsten ist der Wert in Wien (177,5) und im Burgenland (177,7).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Ministerien melden 4.261 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 4.261 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: Donnerstag, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

11.289 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 1.257 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 250 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten/morgenmeldung

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

In Wien sitzen 178 Menschen auf einem Kreuzfahrtschiff aus Deutschland fest. Der Grund: 80 Menschen an Bord wurden laut dem medizinischen Krisenstab der Stadt positiv auf das Coronavirus getestet.

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Ausland

Das Pentagon hat den Test einer Hyperschallrakete durch China im vergangenen August bestätigt. Es habe sich um das „sehr bedeutsame Ereignis des Tests eines Hyperschall-Waffensystems“ gehandelt, sagte der Generalstabschef der US-Streitkräfte, Mark Milley, gestern (Ortszeit) auf Bloomberg TV. Der Test sei „sehr besorgniserregend“.

Milley zog einen Vergleich zum sogenannten Sputnik-Schock von 1957 – dem für den Westen völlig überraschenden ersten Flug eines sowjetischen Sputnik-Satelliten durch die Erdumlaufbahn. Es war das erste Mal überhaupt, dass ein solcher Flug eines künstlichen Erdsatelliten gelang. Die Folge war ein beschleunigtes Wettrennen zwischen der USA und der Sowjetunion in der Raumfahrt und Rüstung.

„Volle Aufmerksamkeit aus USA“

Er wisse zwar nicht, ob der Test der chinesischen Hyperschallrakete einem „Sputnik-Moment“ völlig gleichkomme, doch komme der Test dem „sehr nahe“. Es handle sich um ein „sehr bedeutsames technologisches Ereignis“, welches die USA mit „voller Aufmerksamkeit“ verfolgten.

In den vergangenen Tagen hatten die US-Regierung und -Armee den Test der chinesischen Hyperschallrakete des Typs „Langer Marsch“ noch nicht bestätigt. Der Ständige Vertreter der USA für Abrüstungsfragen in Genf, Robert Wood, zeigte sich Anfang der vergangenen Woche nur in allgemeiner Form „sehr besorgt“ über die technischen Fortschritte Pekings im Bereich der Hyperschallraketen, nachdem die „Financial Times“ über den Test der Rakete mit dieser Technologie berichtet hatte.

Polens Parlament befasst sich gestern in erster Lesung mit einem Gesetzesentwurf, der Demonstrationen für die Gleichstellung nicht heterosexueller Menschen verbieten will. Der Entwurf zur Änderung des Versammlungsrechts wurde von der Stiftung Leben und Familie der Pro-Life-Aktivistin Kaja Godek eingebracht, die dafür die nötigen 140.000 Unterschriften gesammelt hatte.

Die Änderung sieht vor, dass eine öffentliche Versammlung nicht das „Infragestellen der Ehe als Beziehung zwischen Frau und Mann“ sowie das „Propagieren der Ausweitung der Ehe auf Personen des gleichen Geschlechts“ zum Ziel haben darf.

Auch darf bei Demonstrationen nicht für die Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare und für eine „andere sexuelle Orientierung als die heterosexuelle“ geworben werden. Damit zielt der Gesetzesentwurf vor allem auf die Pride-Parade und andere Demonstrationen der LGBTQ-Gemeinde. Die englische Abkürzung LGBTQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer.

Die Organisation Allpolnischer Frauenstreik, die im vergangenen Jahr federführend bei den Protesten gegen ein verschärftes Abtreibungsrecht war, hat unter dem Motto „Hassfreie Zone“ zu einer Demonstration vor dem Parlament gegen den Gesetzesentwurf aufgerufen.

US-Präsident Joe Biden bricht heute zu einer mehrtägigen Europareise auf. Der Katholik Biden wird morgen im Vatikan eine Audienz bei Papst Franziskus haben (12.00 Uhr) und dann bilaterale Gespräche mit der italienischen Regierung führen.

Ab Samstag will er in Rom am zweitägigen G-20-Gipfel der großen Industrie- und Schwellenländer teilnehmen. Ab Montag will er im schottischen Glasgow am Weltklimagipfel (COP26) teilnehmen. Es ist Bidens zweite Auslandsreise seit seinem Amtsantritt im Jänner.

Treffen mit Macron

Rund um den G-20-Gipfel will Biden auch bilaterale Gespräche führen. Geplant ist unter anderem morgen ein Treffen mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron. Das Verhältnis der Bündnispartner war zuletzt angespannt, denn die USA hatten im September ohne Absprache einen Sicherheitspakt mit Australien und Großbritannien im Indopazifik ins Leben gerufen.

Der Pakt ließ ein milliardenschweres U-Boot-Geschäft Australiens mit Frankreichs platzen, was in Paris für Ärger sorgte. Nach dem U-Boot-Streit hatten sich Biden und Macron auf ein Treffen im Rahmen von Bidens Europareise verständigt.

Appell für Klimaschutz

Mit der persönlichen Teilnahme am COP26-Gipfel ab Montag will Biden die Bedeutung des Kampfs gegen den Klimawandel unterstreichen, den er als „existenzielle Bedrohung für die Menschheit“ bezeichnet. Der Demokrat hat ambitionierte Klimaziele für die USA vorgegeben: Die weltgrößte Volkswirtschaft soll bis 2035 Strom ohne CO2-Emissionen erzeugen und spätestens 2050 ihre CO2-Emissionen auf netto null drücken. Zudem soll der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase im Vergleich zu 2005 bis 2030 halbiert werden.

Nach tagelangem Warten hat die Organisation Ärzte ohne Grenzen 367 im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge, Migranten und Migrantinnen an Land gebracht. Das Seenotrettungsschiff „Geo Barents“ legte gestern Abend im Hafen von Palermo auf Sizilien an. Dort sollten die Menschen, unter ihnen nach Angaben der Helfer 172 Kinder, auf das Coronavirus getestet und dann in Aufnahme- und Quarantänelager verteilt werden.

Palermos Bürgermeister Leoluca Orlanda kam laut Nachrichtenagentur ANSA zur Ankunft des Schiffes in den Hafen. „Lasst uns die Egoismen und politischen Hinterhältigkeiten überwinden“, sagte der Sozialdemokrat.

Von Schlauch- und Holzbooten gerettet

Die „Geo Barents“ hatte in der vergangenen Woche in mehreren Einsätzen die Menschen von Schlauch- und Holzbooten an Bord geholt. Seit dem Wochenende wartete das Schiff dann auf die Erlaubnis, einen Hafen ansteuern zu dürfen.

Die Sorgen wuchsen wegen der Vorhersagen von heftigen Stürmen in der Region südöstlich von Sizilien und südlich von Kalabrien. Nun erhielt das Schiff grünes Licht von den italienischen Behörden. „Worte können die Freude und Erleichterung an Bord nicht beschreiben“, twitterte die Organisation.

Viele Flüchtlinge und Migranten setzen sich an den Küsten Nordafrikas in der Hoffnung auf ein besseres Leben in Boote, um in die EU zu gelangen. Oft erreichen sie Italien oder werden von Seenotrettern aufgesammelt. Wenn die Küstenwache etwa in Libyen sie davor aber abfängt, werden sie zurückgeschickt.

Der linken Regierung des portugiesischen Ministerpräsidenten Antonio Costa droht wegen des Streits über den Haushaltsentwurf für 2022 eine ernste Krise. Der Ausgabenplan fiel bei der Abstimmung in erster Lesung im Parlament in Lissabon durch, wie die Zeitung „Publico“ gestern berichtete.

Nur 108 Abgeordnete stimmten demzufolge für den Ausgabenplan, 117 dagegen bei fünf Enthaltungen. Der direkt vom Volk gewählte konservative Präsident Marcelo Rebelo de Sousa kündigte bereits an, dass er eine Neuwahl ansetzen werde, wenn in der nächsten Zeit keine Mehrheit zustande kommen sollte. Die nächste reguläre Wahl ist 2023.

Unterstützung kleiner Parteien notwendig

Costas sozialdemokratisch orientierte Sozialistische Partei (PS) verfügt im Parlament über 108 von 230 Abgeordneten. Die Regierung ist deshalb auf die Unterstützung kleinerer linker Parteien angewiesen, die nicht an der Regierung beteiligt sind. Der marxistische Linksblock (BE, 19 Sitze) und die Kommunistische Partei (PCP, zehn) stimmten jedoch ebenso wie die konservative Sozialdemokratische Partei (PSD, 79) gegen den Haushalt. Costa braucht aber mindestens acht Enthaltungen, um mit seinen 108 PS-Abgeordneten auf eine Mehrheit zu kommen.

Die kleineren linken Parteien hatten größere Ausgaben für die Bekämpfung der Armut und für das Gesundheitssystem sowie Verbesserungen beim Arbeitsrecht gefordert. Costas Partei betonte, sie sei bis an die Grenze des finanziell Machbaren gegangen. Sie wolle keine Neuwahl, fürchte diese aber auch nicht.

Allerdings bestand die Sorge, die rechtspopulistische Partei „Chega!“ (dt.: „Es reicht!“) könne bei einer Neuwahl erhebliche Stimmengewinne erzielen. Bei der letzten Parlamentswahl 2019 hatte sie sich noch mit 1,3 Prozent und einem Sitz begnügen müssen. Bei der Präsidentenwahl im vergangenen Januar kam ihr Kandidat Andre Ventura dann schon auf 11,9 Prozent.

COV Ausland

Ab dem 1. November sind Reisen nach Israel zu touristischen Zwecken für Geimpfte wieder möglich. Wie die israelische Regierung gestern mitteilte, ist Voraussetzung für die Einreise ab diesem Datum eine vollständige Impfung mit den Präparaten von Pfizer und Biontech, Moderna, AstraZeneca, Johnson & Johnson oder den chinesischen Vakzinen Sinovac und Sinopharm. Ab dem 15. November werden dann auch Impfungen mit dem russischen Mittel „Sputnik V“ akzeptiert.

Die Impfungen dürfen allerdings nicht älter als sechs Monate sein. Zudem müssen die Reisenden ein negatives Ergebnis eines PCR-Tests vorlegen, das höchstens 72 Stunden alt ist. Bei Ankunft in Israel erfolgt dann ein zweiter Test. Die nach der Ankunft zunächst geltende Quarantäne wird mit Erhalt des zweiten negativen Testergebnisses aufgehoben.

Dritte Impfung ließ Zahlen sinken

Pläne für eine Lockerung seiner Restriktionen im Tourismus hatte Israel vor einigen Wochen zunächst auf Eis gelegt, nachdem Ende August und Anfang September täglich mehr als 11.000 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden waren. Im Zuge einer Kampagne für eine dritte Impfung gingen die Fallzahlen jedoch wieder zurück.

Das grüne Licht für mit „Sputnik V“ geimpfte Reisende war in ursprünglichen Plänen nicht enthalten gewesen. Die israelische Presse wertete den Schritt als diplomatische Geste in Richtung Moskau. Regierungschef Naftali Bennett war kurz zuvor nach Russland gereist und hatte Präsidenten Wladimir Putin getroffen.

EU

Die EU-Mitgliedsstaaten haben sich offenbar auf ein weitreichendes Gesetz zur Regulierung der großen Onlineunternehmen verständigt. In der zuständigen Arbeitsgruppe des EU-Rats hätten sich die Vertreter der 27 Länder auf einen Text geeinigt, der sich im Wesentlichen an den Vorschlägen der EU-Kommission orientiere, berichtete die „Frankfurter Allgemeine“ (Donnerstag-Ausgabe) unter Berufung auf Diplomatenkreise und interne Dokumente. Demzufolge sollen künftig knapp zwanzig Verhaltensweisen von Google, Amazon und anderen verboten werden.

Die Kommission hatte im Dezember weitreichende Gesetzesänderungen vorgeschlagen, um die Marktmacht der großen Internetkonzerne zu reduzieren. Teil dieses Pakets war ein Marktkontrollgesetz, Digital Markets Act (DMA) genannt. Demzufolge sollten für die größten Digitalkonzerne, die wegen ihres Umsatzes und ihrer Nutzerzahlen als „Gatekeeper“ (dt.: „Torwächter“) eingestuft werden, Sonderregeln gelten. Dazu gezählt werden rund zehn Konzerne, darunter Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft.

Kaum abschreckend

In der Vergangenheit hatte die Kommission vor allem versucht, der Probleme wegen der Marktmacht dieser Unternehmen mit Wettbewerbsverfahren Herr zu werden. Die Verfahren dauern jedoch häufig sehr lange, und die anschließenden Strafen gelten als kaum abschreckend angesichts der enormen Gewinne der Konzerne.

Wie die „Frankfurter Allgemeine“ nun berichtete, orientiert sich die Liste der zu verbietenden Verhaltensweise stark an laufenden und abgeschlossenen Wettbewerbsverfahren. Google und Amazon soll zum Beispiel untersagt werden, eigene Dienste in ihren Suchergebnissen zu bevorzugen. Auch strenge Vorgaben von Apple und Google für Entwickler für Apps für ihre Smartphones könnten verboten werden.

Im Fischereistreit erhöht Frankreichs Regierung den Druck auf Großbritannien. Ab dem 2. November sollen britische Fischerboote an bestimmten französischen Häfen nicht mehr anlegen dürfen, wie das Pariser Meeresministerium gestern mitteilte.

Außerdem werde Frankreich künftig systematisch die Sicherheit britischer Boote überprüfen. Lkws, die von Frankreich aus nach Großbritannien oder in die Gegenrichtung fahren, sollen ebenfalls schärfer kontrolliert werden.

Für die Zukunft würden weitere Maßnahmen erarbeitet, hieß es aus dem Ministerium. Man schließe auch nicht aus, die französischen Stromlieferungen auf die Insel grundsätzlich zu überdenken.

Streit über Lizenzen

Hintergrund ist ein Streit um Fischereilizenzen. Paris wirft London vor, nach zehn Monaten intensiver Gespräche immer noch nicht alle Lizenzen erteilt zu haben. Im Brexit-Abkommen war vereinbart worden, dass europäische Fischer Fanglizenzen für eine Zone von sechs bis zwölf Seemeilen vor der britischen Küste bekommen sollen.

Um eine Lizenz zu erhalten, muss ein Fischer nachweisen, dass er zuvor in diesen Gewässern aktiv war. Zwischen Frankreich und Großbritannien gibt es seit Längerem Streit über die Umsetzung, auch im Bereich der Kanalinseln Jersey und Guernsey.

„Unverhältnismäßig“

Großbritannien übte scharfe Kritik. „Die Drohungen Frankreichs sind enttäuschend und unverhältnismäßig und nicht das, was man von einem engen Verbündeten und Partner erwarten würde“, erklärte ein Regierungssprecher. Paris scheine gegen das vereinbarte Handelsabkommen sowie gegen internationale Recht zu verstoßen.

Inland

Das Büro des Kärntner Landesrats Martin Gruber (ÖVP) hat gestern verlautbart, dass auf dem Flughafen Klagenfurt bis 2025 28 Mio. Euro investiert werden. Es habe in der Generalversammlung der Flughafengesellschaft eine Einigung mit Mehrheitseigentümer Lilihill gegeben. Das sei eine Falschmeldung, hieß es von Lilihill.

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Umwelt & Klima

Indien will bei der kommenden Weltklimakonferenz (COP26) die „Rolle der Stimme der Entwicklungsländer ausfüllen“. Umweltminister Bhupender Yadav sagte gestern in einer Runde mit Medien, Indien wolle sich insbesondere für „Klimagerechtigkeit“ einsetzen. Ein hoher Beamter seines Ministeriums ergänzte, ohne Finanzmittel für ärmere Länder werde es „extrem schwierig, eine grüne Entwicklung auf unsere eigenen Kosten zu erreichen“.

Aktuell drittgrößter Emittent

Indien ist aktuell der drittgrößte Verursacher von Treibhausgasen weltweit. COP26-Gastgeber Großbritannien macht Druck, dass das Land bis zum Beginn der Konferenz am Sonntag neue Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels vorlegt. Indien spielt dabei auf Zeit und weist auf die ungleich höheren Pro-Kopf-Emissionen der großen Industrieländer hin.

Nach Angaben des Umweltministeriums produziert jeder Mensch in Indien etwa 1,9 Tonnen Kohlenstoff pro Jahr, gegenüber 7,1 Tonnen für den Durchschnittsbürger der Europäischen Union, 8,4 Tonnen für einen Chinesen und 18 Tonnen für den durchschnittlichen US-Bürger. Yadav sagte, die Sicherstellung der Finanzierung der weltweiten Anstrengungen zur Begrenzung des Temperaturanstiegs werde eine der wichtigsten Aufgaben bei der Weltklimakonferenz sein.

Von Sonntag an verhandeln die Regierungen auf der Weltklimakonferenz im schottischen Glasgow darüber, wie sie die Ziele des Pariser Abkommens konkret einhalten können. Dieses sieht eine Begrenzung der globalen Erderwärmung auf deutlich unter zwei und möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter vor.

Mit einem Tyrannosaurus in der Generalversammlung in New York werben die Vereinten Nationen vor der Weltklimakonferenz (COP26) in Glasgow für mehr Engagement im Kampf gegen den Klimawandel. In dem rund zweiminütigen Video betritt der computeranimierte Dinosaurier die voll besetzte Generalversammlung und tritt ans Sprecherpult. „Hört mir zu, Leute. Ich kenne mich aus mit dem Aussterben“, sagt der Tyrannosaurus.

Dann ruft er die Menschheit dazu auf, mehr gegen den Klimawandel zu tun – um nicht selbst auszusterben. „Wir hatten immerhin einen Asteroiden. Was ist eure Ausrede?“ Die Dinosaurier waren vor rund 70 Millionen Jahren ausgestorben – möglicherweise als Folge eines Asteroideneinschlags.

„Entscheidet euch nicht fürs Aussterben“

„Entscheidet euch nicht fürs Aussterben.“ Es handle sich um den ersten teilweise computeranimierten Film, der in der Generalversammlung in New York gedreht worden sei, hieß es von den Vereinten Nationen.

Bei der Weltklimakonferenz ringt die internationale Gemeinschaft ab Sonntag um schärfere Maßnahmen zum Klimaschutz. 2015 hatten sich in Paris mehr als 190 Staaten auf das Ziel geeinigt, die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter zwei Grad, möglichst auf 1,5 Grad, zu begrenzen. Jetzt geht es um die Umsetzung. Mit den aktuellen Plänen steuert die Welt einem UNO-Bericht zufolge auf 2,7 Grad Erderwärmung zu.

Wirtschaft

Bei der Sitzung des höchsten Entscheidungsgremiums der Europäischen Zentralbank (EZB) heute werden keine neuen geldpolitischen Weichenstellungen erwartet. Die Ergebnisse der Beratungen gibt die Notenbank in Frankfurt am Nachmittag bekannt. Den Leitzins wird die EZB mit ziemlicher Sicherheit auf dem Rekordtief von null Prozent halten. Geschäftsbanken müssen derzeit 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken.

Notenbankpräsidentin Christine Lagarde hat bereits klargestellt, dass über die Zukunft des in der Pandemie aufgelegten Kaufprogramms PEPP erst in der Dezember-Sitzung des EZB-Rates entschieden werden soll.

Zuletzt hatte der EZB-Rat beschlossen, die Wertpapierkäufe im Rahmen des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) im vierten Quartal „moderat“ zu reduzieren. Zugleich bekräftigte die EZB ihre Absicht, bis mindestens Ende März 2022 Staats- und Unternehmensanleihen zu kaufen, um die Erholung der Wirtschaft nach dem Pandemietief zu unterstützen.

Den jüngsten Anstieg der Verbraucherpreise erklären führende EZB-Vertreter mit Sonderfaktoren wie der Erholung der Ölpreise nach dem CoV-Schock. Einer der Kritiker der ultralockeren Geldpolitik wird im EZB-Rat künftig fehlen: Der Deutsche Jens Weidmann gibt sein Amt als Bundesbank-Präsident zum 31. Dezember 2021 auf und scheidet damit auch aus dem höchsten Entscheidungsgremium der EZB aus.

Sport

Der FC Barcelona hat sich von seinem Trainer Ronald Koeman getrennt. Die Entscheidung sei am Mittwochabend nach dem 0:1 bei Rayo Vallecano in der spanischen Liga gefallen, teilte der Fußballclub kurz nach Mitternacht auf seiner Internetseite mit. Koeman werde sich am Donnerstag von der Mannschaft verabschieden.

Der FC Barcelona liegt nach zehn Spielen als Neunter im Tabellenmittelfeld fernab der Spitze und der Champions-League-Plätze. In der Königsklasse droht in der Gruppe mit dem FC Bayern München bereits das frühe Aus vor der K.-o.-Phase. Von den vergangenen sechs Pflichtspielen hat Barca vier verloren.

Die Katalanen hatten Koeman im Sommer 2020 verpflichtet und ihm damals einen Zweijahresvertrag gegeben. Zuvor war der 58-Jährige Nationaltrainer der Niederlande.

Mit Puntigamer Sturm Graz hat sich ein Titelanwärter schon im Achtelfinale aus dem Uniqa-ÖFB-Cup verabschiedet. Der Tabellenzweite der Admiral Bundesliga unterlag gestern im Heimspiel Ligakonkurrenten Guntamatic Ried mit 1:2 (0:1). Ante Bajic (36.) und Luca Meisl (52.) schossen den Cupsieger von 2011 nach drei Jahren Pause wieder in ein Viertelfinale. Für Sturm war der Anschlusstreffer von Jakob Jantscher zu wenig (69.). Eine Runde weiter sind auch Red Bull Salzburg und der FAC.

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Die aktive Laufbahn von Jürgen Melzer ist vorbei. Der 40-jährige Niederösterreicher, der bereits seine zweite Karriere als ÖTV-Sportdirektor begonnen hat, verlor gestern im Doppel an der Seite von Olympiasieger Alexander Zverev in der ersten Runde bei den Erste Bank Open in Wien. Nach 22 Jahren als Tennisspieler hängt Melzer nun seinen Schläger an den Nagel. Nach seinem letzten Match verabschiedete er sich mit emotionalen Worten.

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Mit Beginn dieses Schuljahres ist am Sportgymnasium Dornbirn erstmals ein Schachspieler als Schüler des Spitzensportzweiges aufgenommen worden. Benjamin Kienböck hat alle sportlichen Aufnahmeprüfungen bestanden und wird jetzt im Schach speziell gefördert.

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Chronik

Im Fall der am 20. Oktober in Deutsch-Brodersdorf in der Marktgemeinde Seibersdorf (Niederösterreich) getöteten 43-jährigen Frau ist nach Medienberichten von gestern ihr tatverdächtiger Lebensgefährte, ein 44-jähriger Polizeibeamter, tot aufgefunden worden.

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Ein 56-jähriger ungarischer Staatsbürger hat gestern am frühen Nachmittag eine Karambolage im Bezirk Linz-Land auf der Westautobahn (A1) ausgelöst, bei der zwölf Menschen verletzt wurden.

Laut der oberösterreichischen Polizei übersah der Mann im Gemeindegebiet von Pucking in Fahrtrichtung Wien, dass auf der rechten Spur die Autos vor ihm zum Stillstand kamen. Er prallte gegen das Heck einer 44-Jährigen aus dem Bezirk Freistadt. Ihr Pkw wurde in drei weitere Autos geschoben.

Auch das Wohnmobil eines 36-Jährigen aus dem Bezirk Perg war betroffen. Der Mann kam als einziger Beteiligter unverletzt davon. Neben den Lenkern wurden auch sieben Mitfahrer, darunter fünf Kinder im Alter von zwei bis 13 Jahren verletzt. Neben mehreren Rettungswagen war auch ein Hubschrauber im Einsatz. Die A1 war etwa drei Stunden lang gesperrt.

Zum zweiten Mal in Folge hat bei Lotto „6 aus 45“ niemand die sechs Richtigen getippt – das bedeutet Dreifachjackpot. Im Topf liegen 3,3 Mio. Euro.

Bei der aktuellen Ziehung bei Lotto „6 aus 45“ wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

1 25 33 34 38 43 / Zusatzzahl 21

Die richtigen LottoPlus-Zahlen:

2 18 22 28 32 39

Die richtige Joker-Zahl:

5 6 2 7 4 6

Alle Angaben ohne Gewähr

Auf Sizilien herrscht weiterhin Alarm wegen schwerer Unwetter. Der Präsident der Region, Nello Musumeci, rief gestern den regionalen Notstand aus. Damit soll die Entschädigung der Bevölkerung und der Unternehmen beschleunigt werden, die wegen der Unwetter diese Woche schwere Schäden erlitten haben.

Der Bürgermeister von Catania, Salvo Pogliese, unterzeichnete eine Verordnung, welche die Schließung aller Schulen und Geschäfte sowie der Ämter heute und morgen vorsieht. Die Benutzung von Autos wurde eingeschränkt, der Verkehr mit Fahrrädern und Motorrädern ist verboten.

Die Bürger wurden gebeten, nicht in die Nähe von Gebieten zu fahren, in denen es bereits zu Überschwemmungen, Überflutungen und Erdrutschen gekommen ist, und sich von Bäumen und Schildern fernzuhalten. Bauunternehmen wurden aufgefordert, die Verankerungen von Gerüsten zu überprüfen.

Catania war zuletzt nach intensiven Regenfällen überschwemmt worden, ganze Straßen und Plätze standen teilweise einen Meter unter Wasser. Ein Mann starb, weil er von den Wassermassen unter sein Auto gedrückt wurde.

Science

Eine genetische Analyse hat nun bestätigt, was Ernie Lapointe zuvor nur durch Papiere belegen konnte: dass er tatsächlich der Urenkel von Sitting Bull ist. 14 Jahre lang arbeiteten Forscher daran, brauchbares Erbgut aus einer winzigen Locke des legendären Stammeshäuptlings zu extrahieren.

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Kultur

Die Hollywood-Stars Scarlett Johansson und Dwayne Johnson, Sänger Justin Bieber und die Filme „Dune“, „Fast & Furious 9“, „Black Widow“ und „Keine Zeit zu sterben“ zählen zu den Favoriten im Rennen um die „People’s Choice Awards“. Nach Mitteilung der Veranstalter von heute haben auch Musik-Stars wie Olivia Rodrigo, Billie Eilish, Adele und Lil Nas X mehrfache Gewinnchancen.

In der Sparte „Männlicher Filmstar des Jahres“ treten unter anderen Chris Pratt, Daniel Craig, Dwayne Johnson, Eddie Murphy und Vin Diesel an. In der Frauenriege konkurrieren Awkwafina, Charlize Theron, Florence Pugh, Jennifer Hudson, Leslie Jones, Margot Robbie, Salma Hayek und Scarlett Johansson.

Die Gewinner der seit 1975 verliehenen Publikumspreise werden anders als die der Oscars, Emmys oder Grammys ausschließlich von Fans gewählt. In 40 Kategorien in den Bereichen Film, Fernsehen, Musik und Popkultur sind jeweils acht Kandidaten beziehungsweise Kandidatinnen nominiert. Die Preisträger werden in einer Live-Show im US-Fernsehen am 7. Dezember bekanntgegeben.

Hollywood-Schauspieler Matt Dillon ist der diesjährige Stargast der Viennale. Im Gartenbaukino hat gestern sein Film „Land of Dreams“ Premiere. Wien sei eine „unglaubliche Stadt“, befand Dillon davor, der auch Zeit für einen Museumsbesuch hatte.

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Eine junge Frau mit iranischen Wurzeln lässt sich amerikanische Träume erzählen, so kann man die Handlung von „Land of Dreams“ zusammenfassen. Der jüngste Film der Regisseurin Shirin Neshat ist ein metaphorisches Statement zur amerikanischen Politik während der Jahre der Präsidentschaft Donald Trumps.

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