COV Inland

Bund, Länder, Gemeinden und Sozialpartner diskutieren heute die von der Regierung ab Mitte Mai angekündigte schrittweise Lockerung der CoV-Maßnahmen. Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat diese in der Vorwoche in allen Bereichen von Kultur über Sport, Gastronomie bis Tourismus in Aussicht gestellt, mit strengen Auflagen. Die Öffnungskommission tritt um 11.00 Uhr im Bundeskanzleramt zusammen, Ergebnisse soll es am frühen Nachmittag geben.

Im Vorfeld sickerte kaum etwas durch. In verschiedenen Medien wurde über frühestens den 17. Mai als Stichtag spekuliert, auch für die Rückkehr zum Regelbetrieb an den Schulen. Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) meinte am Abend im Parlament, innerkoalitionär sei man „mehr oder weniger fertig“, darüber hinaus seien aber noch Abstimmungen nötig. Der Schutz der Intensivstationen vor Überlastung sei dem Minister wichtig, hieß es zur APA, ebenso Schulöffnungen.

Der Coronavirus-Einsatzstab des Landes hat gestern Abend beschlossen, die Ausreisetestpflicht für Tirol bis inklusive 5. Mai zu verlängern. Als Begründung wird unter anderem das Vorkommen der britischen Virusmutation B.1.1.7./E484K angeführt. In Telfs wird die Bevölkerung aufgerufen, sich testen zu lassen.

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Die Wiener Schülerinnen und Schüler sind wegen des strengen Lockdowns in Ostösterreich seit der Woche nach Ostern im Fernunterricht. Am Montag kehren sie in die Klassen zurück – Volksschulkinder an fünf Tagen pro Woche, die Älteren im Schichtbetrieb.

Am Unterricht teilnehmen darf weiterhin nur, wer regelmäßig einen Antigen-Schnelltest macht. Nun rufen ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) dazu auf, zusätzlich auch PCR-Tests zu machen.

Volksschulkinder müssen jeweils montags, mittwochs und freitags in der Früh einen anterionasalen Schnelltest („Nasenbohrertest“) in der Klasse durchführen. Ältere Schülerinnen und Schüler, die am Freitag in der Regel Fernunterricht haben, testen zweimal pro Woche.

Dieses flächendeckende Testen sei wesentlich, um das Infektionsgeschehen bestmöglich zu überblicken und so die Schulen so sicher wie möglich machen zu können, so Faßmann und Wiederkehr in dem Schreiben an Lehrer, Eltern und Schüler.

Zusätzlich sollen die Schülerinnen und Schüler beim Projekt „Alles gurgelt“ der Stadt Wien mitmachen, appellieren die beiden. Dabei können kostenlos PCR-Gurgeltests, die deutlich genauere Ergebnisse liefern als die an den Schulen eingesetzten Antigen-Tests, in Supermärkten, Tankstellenshops und Drogeriemärkten abgeholt und zur Auswertung wieder dort abgegeben werden.

„Wir laden Sie dazu ein, das Angebot schon vor dem Schulstart am Montag in Anspruch zu nehmen“, heißt es in dem Brief. „Wenn Sie die Gurgeltests regelmäßig und wenn möglich noch vor dem Start des Schulbetriebs mit Ihren Kindern durchführen, sorgen Sie für noch mehr Sicherheit für uns alle.“

Die Ampelkommission geht von einer stabilen Entwicklung der Fallzahlen in Österreich aus. Für Vorarlberg wird ein weiter steigender Trend erwartet. Die Ampel bleibt bundesweit rot, also auf sehr hohem Risiko.

Die Belastung der Intensivstationen lag zuletzt bei 27 Prozent. Erwartet wird eine leicht rückläufige Entwicklung auf 25 Prozent.

Die Infektionszahlen waren in der vergangenen Woche auf einem hohen Niveau geblieben. Zwar gingen sie laut dem neuen Arbeitsdokument der Ampelkommission in der Mehrheit der Bundesländer zurück, im Westen stiegen sie jedoch, besonders stark in Vorarlberg, das ja einen Öffnungskurs fährt. Die Kommission empfiehlt wie jede Woche eine Evaluierung.

Variante in Tirol

Tirol war mit Wien zuletzt Schlusslicht. Thema der Sitzung war nach APA-Information auch eine relativ neue besorgniserregende Variante, die sich in Tirol ausbreitet – B.1.1.7+E484K. Mehr als 1.800 Fälle dieser Mutation, gegen die Impfungen vermutlich deutlich weniger effektiv sind, wurden das Bundesland betreffend sequenziert. Im Rest des Landes gibt es nur Einzelfälle. Die Hotspots sind derzeit Reutte, Kufstein und Innsbruck. Untersucht wird aktuell, ob es einen Zusammenhang mit der Spezialimpfkampagne im Bezirk Schwaz gibt. Interessant ist, dass diese neue Variante international bisher kaum erfolgreich war, gehäufte Falldaten werden nur aus Tirol gemeldet.

Günstige Entwicklung in NÖ und dem Burgenland

Explizit darauf hingewiesen wurde, dass viele Infektionsfälle auf Zusammentreffen im privaten Bereich zurückzuführen sind. Empfohlen wird daher, private Aktivitäten bzw. Zusammenkünfte insbesondere in Innenräumen zu vermeiden, um einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu leisten. Dass die Schulen auch im Osten wieder öffnen, wird hingegen begrüßt.

Die günstigste Entwicklung hatten das Burgenland und Niederösterreich, wo in der abgelaufenen Woche ein Rückgang von jeweils 26 Prozent verzeichnet wurde. Die Kommission erwartet, dass sich der Trend fortsetzt, ebenso wie jener in Vorarlberg in die andere Richtung.

Seit Februar fehlt in der Impfstraße in Villach (Kärnten) immer wieder Impfstoff. Das Rote Kreuz erstattete am Samstag Anzeige, nachdem neuerlich ein Fehlbestand festgestellt wurde. Die Polizei führt heute Einvernahmen und Befragungen durch.

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Der harte Lockdown in Wien und in Niederösterreich wird wie angekündigt bis 2. Mai verlängert. Das wurde gestern vom Hauptausschuss des Nationalrats fixiert, berichtete die Parlamentskorrespondenz. Neben der ÖVP und den Grünen stimmte auch die SPÖ der mittlerweile zehnten Novelle zur geltenden Covid-19-Schutzmaßnahmenverordnung zu. Weiterhin Kritik an der Verordnung übten FPÖ und NEOS.

Die übrigen Teile der Novelle, inklusive der bundesweiten nächtlichen Ausgangsbeschränkungen und der Sonderbestimmungen für Vorarlberg, bleiben vorerst noch bis 5. Mai aufrecht. Erstmals vorgelegt wurde die Verordnungsnovelle vom neuen Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne).

Mückstein begründete die Verlängerung des Lockdowns damit, dass die 7-Tage-Inzidenz weiterhin zu hoch sei. Die Situation habe sich gegenüber der Lage vor einer Woche nicht maßgeblich verändert. Zudem gebe es immer noch zu wenig Geimpfte. Mückstein hoffte allerdings, dass die Ausgangsbeschränkungen letztmalig verlängert werden müssen, wie er sagte. Über weitere Öffnungsschritte wird die Regierung die Öffentlichkeit ihm zufolge demnächst informieren: Innerkoalitionär sei man „mehr oder weniger fertig“, darüber hinaus seien aber noch Abstimmungen nötig.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 181,9 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (213,6), dicht gefolgt von Tirol (213,2). Am niedrigsten ist der Wert im Burgenland (113,4) und in Niederösterreich (138,5). Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien.

Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 2.405 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 2.405 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab.

Landesweit starben laut Ministerien bisher 10.026 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 1.994 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 527 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Ausland

Vor der Küste Libyens sind nach Angaben der Hilfsorganisation SOS Mediterranee Dutzende Menschen im Mittelmeer ertrunken. Das Rettungsschiff „Ocean Viking“ sei nach stundenlanger Suche gestern an der Unglücksstelle nordöstlich von Tripolis eingetroffen, teilte die Organisation mit. An Bord des Schlauchbootes sollen rund 130 Personen gewesen sein.

In den vergangenen Tagen hatte SOS Mediterranee nach eigenen Angaben mehrere Notrufe zu in Seenot geratenen Booten erhalten, die jedoch mehrere Stunden entfernt lagen. Die Crew der „Ocean Viking“ machte sich auf die Suche, blieb jedoch erfolglos. „Seit unserem Eintreffen vor Ort haben wir keine Überlebenden finden können, stattdessen mindestens zehn Leichen in der Nähe des Wracks ausfindig gemacht“, sagte die Such- und Rettungskoordinatorin der „Ocean Viking“, Luisa Albera.

Zuletzt waren in der vergangenen Woche bei einem Schiffsunglück mit einem Flüchtlingsboot vor der tunesischen Küste mindestens 41 Menschen ums Leben gekommen. Im zentralen Mittelmeer sind in diesem Jahr nach UNO-Angaben bisher knapp 360 Menschen gestorben. Viele Flüchtlinge versuchen, mit der Fahrt in kleinen Booten über das Mittelmeer Italien zu erreichen. Die privaten Rettungsaktionen sind politisch umstritten.

Ein Stützpunkt von US-Soldaten ist in der Nacht auf dem Flughafen von Bagdad mit Raketen angegriffen worden. Wie aus Sicherheitsquellen in der irakischen Hauptstadt verlautete, schlugen die Geschoße auf einem Stützpunkt ein, den sich irakische Soldaten und die US-Streitkräfte teilen. Ein irakischer Soldat sei bei dem Angriff verletzt worden.

Es war der zweite Angriff auf eine US-Einrichtung im Irak binnen weniger Tage. Am Sonntag hatten fünf Raketen einen anderen Luftwaffenstützpunkt im Norden von Bagdad getroffen. Dabei waren drei irakischen Soldaten und zwei ausländische Mitarbeiter verletzt worden.

Zu dem Angriff in der Nacht auf heute bekannte sich niemand. Washington macht für diese Art Angriffe in der Regel irakische Splittergruppen mit Verbindungen zum Iran verantwortlich.

Das US-Justizministerium geht von insgesamt mehr als 500 Anklagen im Zusammenhang mit der Erstürmung des Kapitols Anfang Jänner aus. Bisher seien mehr als 400 Personen betroffen, wie gestern aus Gerichtsunterlagen hervorging.

„Die Ermittlungen gehen weiter, und die Regierung geht davon aus, dass mindestens 100 weitere Personen angeklagt werden.“ Mit Sicherheit werde es sich um eins der größten Verfahren in der Geschichte der USA handeln.

Am 6. Jänner hatten Anhängerinnen und Anhänger des ehemaligen Präsidenten Donald Trump den Sitz des Kongresses in Washington gestürmt. Dabei starben fünf Menschen.

Die Ärztinnen und Ärzte des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny haben an den inhaftierten 44-Jährigen appelliert, seinen Hungerstreik zu beenden. Der Kardiologe Jaroslaw Aschichmin und vier weitere Medizinerinnen und Mediziner riefen Nawalny in einem gestern im regierungskritischen Medium „Mediasona“ veröffentlichten Brief dazu auf, den Hungerstreik „sofort zu beenden“, um sein Leben und seine Gesundheit zu erhalten. Nawalny war am 31. März in den Hungerstreik getreten.

„Erhebliche“ Gesundheitsschäden oder Tod drohen

Sollte Nawalny weiterhin die Nahrungsaufnahme verweigern, drohten ihm „erhebliche“ Gesundheitsschäden oder sogar der Tod, warnten die Unterzeichner des Briefs, darunter auch Nawalnys persönliche Ärztin Anastasia Wassiliewa.

Die Mediziner warnten unter anderem vor einem möglichen Nierenversagen, schweren neurologischen Schäden sowie vor einer schweren Hyponatriämie – einer Form von Elektrolytstörung – bei Nawalny. „Wenn der Hungerstreik auch nur noch für kürzeste Zeit andauert, werden wir leider niemanden mehr haben, den wir heilen können“, mahnten sie. Die Ärzte appellierten an die Behörden, ihnen Zugang zu ihrem Patienten zu gewähren und Nawalny in ein Krankenhaus in Moskau zu verlegen, wo er „angemessen behandelt“ werden könne.

Gesundheitszustand verschlechtert

Nawalny, der prominenteste russische Kritiker von Präsident Wladimir Putin, befindet sich derzeit in einem Krankenhaus im 180 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Wladimir. Seinen Eintritt in den Hungerstreik hatte er damit begründet, dass die Gefängnisverwaltung ihm eine angemessene medizinische Versorgung verwehre. Seinen Unterstützern zufolge hat sich der Gesundheitszustand des 44-Jährigen stark verschlechtert.

Nawalny hatte im August des vergangenen Jahres einen Anschlag mit einem Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe knapp überlebt. Nach dem Anschlag, für den Nawalny den Kreml verantwortlich macht, wurde er nach Deutschland geflogen und in der Berliner Charite behandelt. Unmittelbar nach seiner Rückkehr nach Russland im Jänner wurde er festgenommen und später wegen angeblicher Verstöße gegen Bewährungsauflagen zu mehr als zweieinhalb Jahren Lagerhaft verurteilt.

Für Nawalnys Freilassung gingen am Mittwoch Tausende Menschen in ganz Russland auf die Straße. Nach Aktivistenangaben wurden dabei etwa 1.900 Menschen festgenommen.

Umwelt & Klima

Die Stadt New York hat die Ölmultis ExxonMobil, Shell und BP sowie den Lobbyverband American Petroleum Institute wegen irreführender Werbung und betrügerischer Geschäftspraktiken geklagt. Die Konzerne würden durch PR-Kampagnen systematisch über ihre Rolle bei der Klimaverschmutzung hinwegtäuschen, teilte Bürgermeister Bill de Blasio heute (Ortszeit) mit.

Die Unternehmen zählten zu den größten Umweltverpestern, würden ihre Produkte aber als „grüner“ und „sauberer“ bewerben, beklagte Lorelei Salas von der Abteilung für Verbraucher- und Arbeiternehmerschutz. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass die Ölkonzerne von diesem Schwindel profitieren. Die Stadt fordert, dass das angeblich illegale „Greenwashing“ untersagt wird und die Unternehmen Strafen zahlen.

„Haltlos“

Der Leiter der Rechtsabteilung des American Petroleum Institute, Paul Afonso, bezeichnete die Klage in US-Medien als „haltlos“. Ein Exxon-Sprecher verwies auf einen früheren New Yorker Rechtsstreit über angebliche Falschaussagen zum Klimawandel, bei dem der Ölkonzern im Jahr 2019 freigesprochen worden war. Solche Klagen würden nichts Sinnvolles dazu beitragen, Umweltprobleme zu lösen, sagte der Sprecher. Stellungnahmen von BP und Shell lagen nicht vor.

Umweltschutzgruppen fordern von den Unternehmen der Branche schon lange striktere Klimaziele. Exxon etwa kam dem laut eigenen Angaben Ende 2020 nach und sieht sich im Einklang mit dem Klimaabkommen von Paris. Die Ziele beziehen sich aber auf die Emissionsintensität, bei der es nicht um eine absolute Senkung von Treibhausgasen geht. Somit könnte der Ausstoß an umweltschädlichen Emissionen bei einer steigenden Ölproduktion in Zukunft zunächst durchaus weiter zunehmen.

COV Ausland

Angesichts zahlreicher Coronavirus-Fälle bei Reisenden aus Indien und Pakistan hat Kanada Flüge aus diesen beiden Ländern vorerst verboten. Verkehrsminister Omar Alghabra sagte, das Verbot sei gestern (Ortszeit) in Kraft getreten, gelte nicht für Frachtflüge und bleibe zunächst 30 Tage lang bestehen.

Starker Anstieg

Indien verzeichnet derzeit einen gravierenden Anstieg der Infektionszahlen. Zuletzt wurden in 332.730 weiteren Fällen Menschen positiv auf das Virus getestet. Weitere 2.263 Menschen starben, die positiv getestet wurden. Auch das ist ein Höchstwert. Damit steigt die Zahl der Todesfälle auf 186.920. Die Gesamtzahl der positiven Tests liegt in dem Land mit 1,36 Mrd. Einwohnern mittlerweile über 16 Millionen.

Für den starken Anstieg werden eine doppelte Mutation des Coronavirus sowie religiöse, politische und sportliche Massenveranstaltungen verantwortlich gemacht. Verschärft wird die Situation durch die Zustände in den Krankenhäusern, in denen die Sauerstoffvorräte zur Versorgung von Covid-19-Patienten knapp sind.

13 Tote bei Brand

In einem Spital in Mumbai ereignete sich zuletzt auch eine Brandtragödie: Bei einem Feuer in dem Krankenhaus kamen 13 Covid-19-Patienten ums Leben. Wie die Feuerwehr mitteilte, befanden sich 17 Menschen in Behandlung, als das Feuer aus zunächst ungeklärter Ursache ausbrach. Vier Menschen hätten überlebt und seien in ein anderes Krankenhaus im Bundesstaat Maharashtra verlegt worden. Inzwischen sei der Brand gelöscht worden.

In Großbritannien sind nach vorläufigen Erkenntnissen insgesamt 168 Fälle von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit der CoV-Impfung des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca aufgetreten. 32 der Fälle seien tödlich verlaufen, teilte die britische Arzneimittelbehörde MHRA gestern nach einer Auswertung von Daten bis einschließlich 14. April mit.

Behörde bleibt bei Empfehlung: Risiken geringer als Nutzen

Die Behörde blieb jedoch bei ihrer bisherigen Empfehlung für das Impfen mit AstraZeneca. Die Risiken durch das Vakzin seien geringer als sein Nutzen, hieß es. Laut MHRA waren bis 14. April 21,2 Millionen Menschen in Großbritannien mit dem AstraZeneca-Vakzin geimpft worden. Zehn der insgesamt registrierten Todesfälle infolge von Blutgerinnseln ereigneten sich zwischen dem 5. und dem 14. April.

Unter den 168 Blutgerinnselfällen waren laut der Behörde 77 Fälle von Sinusvenenthrombosen. Das Durchschnittsalter der Betroffenen lag bei 47 Jahren. Bei den weiteren 91 Fällen handelte es sich um andere „schwerwiegende thromboembolische Ereignisse“ wie etwa Thrombozytopenien. Das Durchschnittsalter der Betroffenen hier lag bei 55 Jahren.

Insgesamt entwickelten laut MHRA 93 Frauen und 75 Männer nach einer AstraZeneca-Impfung Blutgerinnsel. Er erwarte, dass die endgültige Zahl an Blutgerinnselfällen pro Million verimpfter Dosen bald klar sein werde, sagte der Mediziner Adam Finn von der Universität Bristol. „Es ist jedoch bereits klar, dass es sich um ein sehr seltenes Ereignis handeln wird“, betonte er weiter.

US-Präsident Joe Biden hat sein zentrales 100-Tage-Ziel von 200 Millionen verabreichten CoV-Impfungen im Land erreicht. Biden schrieb gestern auf Twitter, diese Schwelle bei den Impfzahlen sei nun offiziell überschritten. „Dies ist eine amerikanische Leistung. Es ist ein kraftvolles Beispiel für Einheit und Entschlossenheit.“ Und es zeige, was das Land schaffen könne, wenn die Menschen gemeinsam ein Ziel verfolgten.

Der Demokrat war am 20. Jänner ins Weiße Haus eingezogen. Ende April ist er 100 Tage im Amt. Biden hatte zum Amtsantritt ursprünglich das Ziel ausgegeben, innerhalb seiner ersten 100 Tage im Amt 100 Millionen Impfdosen zu verabreichen. Das wurde schon nach knapp 60 Tagen erreicht. Biden verdoppelte das Ziel daraufhin – und erreichte auch dieses nun vor Ablauf der 100-Tage-Frist.

Inland

Die Zahl der Delogierungen ist 2020 stark zurückgegangen. Gab es in den zwei Jahren davor jeweils über 4.500, wurden im Coronavirus-Jahr 2020 nur noch 3.360 Räumungsexekutionen vollzogen, wie aus einer Statistik der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAWO) hervorgeht.

Dort wird der Rückgang um ein Viertel mit der Pandemie erklärt. Ähnlich wie bei den Insolvenzen, die 2020 ebenfalls rückläufig waren, wird mit einem Nachholeffekt und einer Delogierungswelle gerechnet.

Ausmaß des Anstiegs noch offen

Wann und um wie viel die Delogierungen steigen werden, ist selbst für die Fachleute der Wohnungslosenhilfe schwer vorauszusagen. Das hänge auch vom Tempo der Gerichte ab, die über eingebrachte Räumungsklagen zu entscheiden haben, hieß es zur APA.

Die Zahl der Räumungsklagen ging 2020 ebenfalls stark zurück, von über 30.000 2019 auf 18.452 im Vorjahr. Insbesondere die Arbeiterkammer und die SPÖ warnen vor einer durch die Pandemie ausgelösten Sozialkrise. Der Ruf nach einem staatlichen Hilfsfonds wird auch von Vermieterseite unterstützt.

Stundung der Miete war möglich

Die ÖVP-Grünen-Regierung hatte 2020 im ersten Lockdown eine Stundung der Mieten von April bis Juni 2020 ermöglicht. Diese müssen jedoch seit April dieses Jahres mit Zinsen zurückgezahlt werden. Jene Mieter, die ihre Miete in der Zeit ausgesetzt hatten, haben aber einen besonderen Kündigungsschutz. Ihr Mietvertrag kann allein wegen dieses Mietzinsrückstandes bis Ende Juni 2022 nicht gekündigt werden.

Zudem besteht für alle Mieter derzeit ein spezieller CoV-Delogierungsschutz bei finanziellen Problemen: Bis Juni kann ein Räumungsaufschub beantragt werden – die Räumung kann damit um drei bis sechs Monate aufgeschoben werden, wie sich aus dem 2. Covid-19-Justizbegleitgesetz in Verbindung mit dem Mietrechtsgesetz (MRG) ergibt.

AK warnt

In der vom Justizministerium erstellten Statistik zu den Exekutionen wird nicht zwischen Privatpersonen und Firmen unterschieden. Delogierungen können nämlich auch juristische Personen betreffen.

Ebenfalls nicht bekannt ist, wie viele Mieter ihre Mieten vergangenes Jahr tatsächlich gestundet haben. Die AK befürchtet jedenfalls, dass heuer an die 49.000 Kündigungen und Räumungsklagen drohen – und 17.000 Mieter und Mieterinnen delogiert werden könnten.

Nach der VfGH-Aufforderung an ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz, seine persönlichen E-Mails dem Höchstgericht vorzulegen, geht das Tauziehen zwischen Kanzleramt und „Ibiza“-U-Ausschuss um mögliche relevante Unterlagen rund um die Causa in die nächste Runde. Kurz ließ gestern offen, ob er der Aufforderung des Höchstgerichts folgen wird. Die Opposition übte umgehend scharfe Kritik.

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Wirtschaft

Mitten in der größten Luftfahrtkrise seit Jahrzehnten peilt der Zulieferer Montana Aerospace einen Börsengang an der Schweizer SIX an. Mit dem Erlös aus der Transaktion will das Unternehmen Zukäufe in der vor einer Konsolidierung stehenden Branche finanzieren, wie die vom österreichischen Unternehmer Michael Tojner kontrollierte Montana Aerospace heute mitteilte.

Im Rahmen der von Berenberg, der Zürcher Kantonalbank und der Commerzbank organisierten Transaktion will die Firma im zweiten Quartal des laufenden Jahres 400 Millionen Euro bei Investoren einsammeln. Montana Aerospace beliefert die Flugzeughersteller Airbus, Boeing und viele andere mit Bauteilen aus Aluminium, Titan, Stahl und Kupfer.

Die Digitalwährung Bitcoin ist heute erstmals seit dem 8. März unter die Marke von 50.000 Dollar gerutscht. Der Kurs fiel auf der Handelsplattform Bitstamp im frühen Handel auf etwas mehr als 48.000 Dollar, konnte sich zuletzt aber wieder etwas erholen. Mit einem Kurs von gut 49.800 Dollar lag der Bitcoin aber immer noch rund vier Prozent unter dem Niveau von gestern Abend.

Die weltweit bekannteste Kryptowährung steht seit einigen Tagen unter Druck – unter anderem wegen Berichten über ein schärferes Vorgehen der USA gegen die Verwendung von Digitalwährungen bei Geldwäsche. In der Nacht auf heute sorgten die Pläne von US-Präsidenten Joe Biden zu einer höheren Besteuerung von Reichen für Verunsicherung beim Bitcoin. Seit Mitte April erreichten Rekordhoch von knapp 65.000 Dollar summiert sich das Minus auf fast ein Viertel.

Auf Jahressicht 500 Prozent im Plus

Trotz der jüngsten Verluste liegt der Bitcoin mittel- und langfristig immer noch deutlich im Plus. Seit Ende 2020 beläuft sich der Anstieg noch auf 70 Prozent. Auf Jahressicht liegt das Plus bei mehr als 500 Prozent und in den vergangenen fünf Jahren zog der Kurs mehr als 10.000 Prozent an. Seit einiger Zeit ist jedoch unter den vielen Kryptowährungen eine Verschiebung vom Bitcoin zu anderen Internetdevisen wie Ether, Binance, Tether oder XRP zu beobachten.

So liegt der Anteil der Digitalwährungen gemessen an der Marktkapitalisierung einer Aufstellung der Seite Coinmarketcap zufolge nur noch bei etwas mehr als 50 Prozent. Anfang des Jahres waren es noch fast 70 Prozent.

Der Chip-Riese Intel sieht kein Ende der globalen Halbleiter-Engpässe, die unter anderem Autobauern schwer zu schaffen machen. Die „beispiellose Nachfrage“ strapaziere die Lieferketten in der Branche, sagte der neue Intel-Chef Pat Gelsinger heute. Es fehle an Fertigungskapazitäten, Material für Leiterplatten sowie an Bauteilen. „Wir erwarten, dass die nötigen Investitionen aus der Branche gegen diese Knappheit ein paar Jahre in Anspruch nehmen.“

Gelsinger, der erst vor kurzem die Führung von Intel übernahm, will den Konzern verstärkt auch als einen Auftragsfertiger etablieren. Rückschläge bei der Entwicklung neuer Produktionstechnologien und der Vormarsch der Chip-Architektur der britischen Firma Arm brachten Intel zuletzt verstärkt unter Druck.

Weniger Geschäft mit Rechenzentren

Im vergangenen Quartal ging bei Intel das wichtige Geschäft mit Rechenzentren deutlich zurück. Der Konzern werde hier aggressiv um Marktanteile kämpfen, versicherte Gelsinger. Bei Prozessoren für Notebooks gab es unterdessen einen kräftigen Sprung – auch wenn günstigere Geräte als vor einem Jahr gefragt waren.

Insgesamt blieb der Intel-Quartalsumsatz im Jahresvergleich fast unverändert mit 19,67 Milliarden Dollar (rund 16,4 Mrd. Euro). Der Gewinn fiel unterdessen um gut 40 Prozent auf 3,36 Mrd. Dollar, wie Intel nach US-Börsenschluss gestern mitteilte. Einen Ausschlag dafür gab eine außerordentliche Belastung von rund 2,2 Mrd. Dollar, nachdem Intel zu einer Zahlung in dieser Höhe an einer Patentfirma verurteilt worden war.

Tesla-Chef und Milliardär Elon Musk kündigt einen Wettbewerb mit einem Preisgeld in Höhe von 100 Millionen Dollar für innovative Technologien zur Bekämpfung der globalen Erderwärmung an.

Ziel der sogenannten „XPRIZE“-Ausschreibung soll eine praktikable Lösung zur CO2-Entfernung von jährlich 1000 Tonnen aus der Atmosphäre sein. Die Teilnehmer des Wettbewerbs müssten einen Plan entwickeln, wie Kohlenstoff für mindestens 100 Jahre gebunden werden kann.

„Sowohl die Kosten als auch die Skalierbarkeit müssen berücksichtigt werden. Wird es genug Kohlenstoff sein, um von Gewicht zu sein, und können wir es uns als Zivilisation leisten? Das sind zwei Dinge, auf die es ankommt“, teilte Musk in einem Video auf Twitter mit. Mitte Mai sollen nach Aussage der Organisatoren Details zu den Regeln bekanntgegeben werden.

Sport

Österreichs Nationalteam hat im dritten Länderspiel nach dem Comeback aus der Coronavirus-Spielpause gestern gegen Tschechien wie befürchtet nichts zu bestellen gehabt. Die Mannschaft von Teamchef Roger Bader musste sich in Wien der aktuellen Auswahl des fünffachen Weltmeisters klar mit 0:5 (0:1 0:2 0:2) geschlagen geben. Die Österreicher spielten zwar phasenweise mit, machten dem Favoriten durch Fehler das Toreschießen aber oft viel zu einfach.

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Der Kampf um die besten Spieler und damit das beste Produkt ist nicht nur im europäischen Fußball ein Thema, sondern beschäftigt auch die Golfszene. Um einer etwaigen Abwerbung der besten Akteure durch eine finanzkräftige Konkurrenztour aus dem arabischen Raum entgegenzuwirken, lockt die etablierte PGA-Tour ihre Stars mit einer zusätzlichen Millionenprämie. Wer die meisten Fans bewegt und dazu viele Sponsoren anzieht, dem winkt ein Imagebonus – unabhängig vom sportlichen Erfolg.

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Chronik

In Neulengbach (Niederösterreich) hat sich gestern Abend eine Bluttat ereignet. Eine 64-jährige Frau wurde tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Der Lebensgefährte der Frau wurde Polizeisprecher Johann Baumschlager zufolge festgenommen.

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Ersthelfer haben gestern einer verunglückten 66-jährigen Autolenkerin in Altmünster (Oberösterreich) das Leben gerettet. Die Frau war mit ihrem Auto von der Straße abgekommen und dann in einen See gestürzt.

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Wegen versuchten Mordes ist gestern ein 76-Jähriger vor dem Landesgericht Feldkirch zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er soll seine Ehefrau mit Schlägen auf den Kopf in Lebensgefahr gebracht haben. Der Angeklagte hat bis zuletzt vor Gericht die Tötungsabsicht bestritten.

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„Gucci-Mörderin“ Patrizia Reggiani, die für den Auftragsmord an ihrem Ex-Mann Maurizio Gucci 17 Jahre im Gefängnis verbracht hat, ist Opfer eines Betrugs geworden, um den die Mailänder Staatsanwaltschaft ermittelt. Unter Verdacht stehen vier Personen, die Reggianis Erbschaft verwalten, berichtete die Tageszeitung „La Stampa“.

Patrizia Reggiani in Polizeibegleitung
Reuters

Nach dem Tod ihrer Mutter im Jahr 2019 hat Reggiani Immobilien, Grundstücke und andere Besitztümer im Wert von 14 Millionen Euro geerbt. Zwei Rechtsanwälte und ein Finanzberater, die sich um Reggianis Erbschaft kümmern, werden von der Mailänder Staatsanwaltschaft verdächtigt, die 72-jährige Reggiani um Teile ihres Vermögens gebracht zu haben. Die Frau sei zwar nicht unzurechnungsfähig, sie sei aber stark manipulierbar, stellten die Ermittler fest.

Wegen Auftragsmord verurteilt

Die Ermittlungen laufen auch gegen eine Freundin Reggianis, die mit ihr im Gefängnis eine Strafe wegen Mordes abgesessen hatte und jetzt mit ihr in einem Luxusanwesen in Mailand lebt. Die Ermittlungen gegen die vier Personen wurden aufgrund der Anzeige einer der beiden Töchter Reggianis in die Wege geleitet. Patrizia Reggiani wurde wegen des Auftrags zum Mord an ihrem Ex-Mann zunächst zu 29 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Strafe wurde schließlich auf 26 Jahre verkürzt, 2016 kam sie nach 18 Jahren wegen guter Führung wieder frei.

Reggiani hatte dem Urteilsspruch zufolge Maurizio Gucci 1995 von einem Auftragsmörder in Mailand töten lassen. Der Erbe des toskanischen Modehauses hatte seine auch als „Schwarze Witwe“ bekannt gewordene Frau mehrere Jahre zuvor für eine jüngere Geliebte verlassen. Am 27. März 1995 war der damals 47-jährige Maurizio Gucci vor seinem Büro in der eleganten Via Palestro in Mailand erschossen worden. Laut Anklage habe es sich um ein „eiskalt geplantes Verbrechen“ gehandelt.

Indonesien hat die Suche nach dem seit Mittwoch vor Bali vermissten Militär-U-Boot mit 53 Seeleuten an Bord intensiviert. Es würden 21 Kriegsschiffe, darunter ein U-Boot eingesetzt, sagte der Sprecher der Streitkräfte, Achmad Riad, heute. Helfen würden auch mehrere zivile Schiffe mit Sonartechnik und ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen an Bord.

Singapur, Malaysia, Australien, Indien und die USA hätten ebenfalls Schiffe und Flugzeuge geschickt. Die Zeit wird immer knapper: Experten rechnen damit, dass die Besatzung maximal bis morgen in dem in Deutschland gebauten U-Boot KRI Nanggala-402 überleben kann – so lange reiche der Sauerstoff.

Zu tief unter Wassser

Das knapp 60 Meter lange U-Boot hatte den Kontakt am frühen Mittwochmorgen während einer Übung verloren. Es befand sich zu dem Zeitpunkt etwa 95 Kilometer nördlich von Bali. Laut Marine ist die „KRI Nanggala-402“ vermutlich 600 bis 700 Meter unter Wasser. Das Schiff ist aber nur dafür ausgelegt, bis zu einer Tiefe von 250 bis 500 Metern zu tauchen. An Bord sind 49 Besatzungsmitglieder, drei Kanoniere und der Kommandant.

Die USA teilten mit, Indonesien bei der Suche helfen zu wollen. „Auf Einladung der indonesischen Regierung entsenden wir Fluggeräte, um bei der Suche nach dem vermissten U-Boot zu helfen“, twitterte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Donnerstag (Ortszeit). Verteidigungsminister Lloyd Austin werde am Freitag mit seinem indonesischen Kollegen Prabowo Subianto über weitere Hilfen sprechen.

Ölfleck entdeckt

Das Verteidigungsministerium in Jakarta hatte mitgeteilt, Helikopter hätten einen Ölfleck im Meer entdeckt – ungefähr an der Stelle, an dem es zuletzt Kontakt zu dem U-Boot gab. Es war aber nicht klar, ob der Fleck tatsächlich mit dem U-Boot in Zusammenhang stand. Das U-Boot wurde Ende der 70er Jahre von dem Unternehmen Howaldtswerke-Deutsche Werft in Kiel gebaut. Eine Generalüberholung wurde 2012 in Südkorea abgeschlossen. Es ist eins von insgesamt fünf U-Booten der indonesischen Marine.

Gesundheit

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus haben im Vorjahr ab April zur kompletten Verhinderung von Masernfällen in Österreich geführt. Insgesamt traten 25 Ansteckungen auf, jedoch alle bis Ende März.

2019 hatte es noch 151 Masernfälle gegeben, 2018 waren es 77 und im Jahr 2015 sogar 309. Eine „bedenkliche Auswirkung“ der Pandemie ist jedoch der Rückgang der Impfraten, heißt es in der jüngsten „Virusepidemiologischen Information“ des Zentrums für Virologie der MedUni Wien.

Die 25 Masernvirus-Infektionen traten laut Epidemiologischem Meldesystem (EMS) zwischen der dritten und 13. Kalenderwoche auf, also bis längstens 29 März. Mitte März hatte in Österreich der erste Lockdown wegen der Coronavirus-Pandemie begonnen. Jeweils acht Masernfälle betrafen Niederösterreich, Oberösterreich und Wien, ein Fall entfiel auf die Steiermark, wird in dem Bericht des Zentrums für Virologie erläutert.

Inzidenz gesunken

Die Inzidenz von 17 Fällen pro eine Million Einwohner im Jahr 2019 sank 2020 auf etwa drei pro eine Million Einwohner in Österreich, so die Autorinnen Heidemarie Holzmann und Isabel Santonja. Damit sei die Zahl der Masernerkrankungen in Österreich wie in den anderen europäischen Ländern und auch weltweit im Vorjahr stark gesunken, „was eindrucksvoll die Wirkung der gesetzten Anti-Covid-Maßnahmen auf die Verhinderung selbst so hoch infektiöser Erreger wie die Masernviren demonstriert“.

Die Unterbrechung der Impfkampagnen im vergangenen Jahr mache eine Steigerung der Durchimpfungsraten 2021 dringend erforderlich, um diese und die bisher bestehenden Impflücken zu schließen und neuerliche große Masernausbrüche zu verhindern, empfahlen die Medizinerinnen.

Science

Viele Migrantinnen und Migranten gehören zur Risikogruppe für schwere Covid-19-Erkrankungen. Umso wichtiger ist es, Hygienemaßnahmen und Informationen zur Schutzimpfung auch an sie zu kommunizieren. Noch gelingt das in Österreich nur lückenhaft. Damit Sprachbarrieren nicht gefährlich werden, müsse man die Kommunikation verbessern, fordert eine Expertin.

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Kultur

Rund 50 prominente Schauspielerinnen und Schauspieler sorgen aktuell mit einer großangelegten Onlineaktion unter dem Motto „#allesdichtmachen“ für Aufsehen. Bei dieser verbreitete eine Reihe an deutschsprachigen Schauspielerinnen und Schauspielern gestern auf Instagram und YouTube gleichzeitig ironisch-satirische Clips mit persönlichen Statements zur Coronavirus-Politik der Regierung.

Videos kamen etwa von Ulrich Tukur, Volker Bruch, Meret Becker und Jan Josef Liefers; aus Österreich waren u. a. Nicholas Ofczarek, Nina Proll und Manuel Rubey beteiligt. Andere Schauspielkollegen reagierten entsetzt.

Sarkastische Aufrufe

„Schließen Sie ausnahmslos jede menschliche Wirkungsstätte und jeden Handelsplatz“, fordert etwa Tukur die Bundesregierung auf. „Nicht nur Theater, Cafes, Schulen, Fabriken, Buchhandlungen, Knopfläden, nein, auch alle Lebensmittelläden, Wochenmärkte und vor allem auch all die Supermärkte.“ Und er fügt hinzu: „Sind wir erst am Leibe und nicht nur an der Seele verhungert und allesamt mausetot, entziehen wir auch dem Virus und seiner hinterhältigen Mutantenbagage die Lebensgrundlage.“

Liefers bedankt sich in seinem Clip mit ironischem Unterton „bei allen Medien unseres Landes, die seit über einem Jahr unermüdlich verantwortungsvoll und mit klarer Haltung dafür sorgen, dass der Alarm genau da bleibt, wo er hingehört, nämlich ganz, ganz oben“. Im Laufe des Tages distanzierte sich Liefers von Verschwörungstheorien und der Querdenker-Bewegung, betonte zudem seine Ferne zur AfD.

Auch der österreichische Schauspieler Ofczarek beteiligte sich mit einem kurzen Clip. In diesem heißt es unter anderem: „Ich begrüße die Corona-Maßnahmen. Auch wenn Corona vorbei ist. Ich hab mich so an die Maßnahmen gewöhnt. Ich will sie behalten. Man könnte ja Corona durch was anderes ersetzen“.

„Ironie ins Beatmungsgerät schieben“

In Sozialen Netzwerken stieß die Aktion teilweise auf begeisterte Zustimmung, teilweise auf sehr heftige Ablehnung. „Die Schauspieler*innen von ‚#allesdichtmachen‘ können sich ihre Ironie gerne mal tief ins Beatmungsgerät schieben“, twitterte Moderator Tobias Schlegl, der auch Notfallsanitäter ist.

Schauspieler Marcus Mittermeier kommentierte: „Niemand hat mich gefragt, ob ich bei ‚#allesdichtmachen‘ mitmachen will. Gott sei Dank!“ Der Pianist Igor Levit twitterte: Die stumpfste Waffe gegen die Pandemie sei „schlechter, bornierter Schrumpfsarkasmus, der letztendlich bloß fader Zynismus ist, der niemandem hilft. Nur spaltet.“

Wie die Aktion koordiniert wurde, ist nicht bekannt. Die Hashtags „#allesdichtmachen“, „#niewiederaufmachen“ und „#lockdownfürimmer“ wurden am Abend binnen kurzer Zeit zu den am meisten verwendeten auf Twitter in Deutschland.

Die österreichische Kunsthistorikerin Barbara Steiner wird neue Direktorin und Vorstand der deutschen Stiftung Bauhaus Dessau. Die bisherige Direktorin des Kunsthauses Graz wurde aus 32 internationalen Bewerberinnen und Bewerbern vom Stiftungsrat ausgewählt, teilte der Stiftungsratsvorsitzende, Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra, gestern mit. Steiner, 1964 geboren, tritt die Stelle am 1. September 2021 an. Seit Mitte 2016 war sie Direktorin des Kunsthauses Graz.

Kunsthistorikerin und Kuratorin Barbara Steiner
APA/Erwin Scheriau

Zuvor war sie zwei Jahre an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig tätig. Die gebürtige Niederösterreicherin studierte Kunstgeschichte und Politikwissenschaften an der Universität Wien. Sie folgt Claudia Perren nach. Die Berliner Architektin hatte die Stiftung Bauhaus Dessau seit 2014 geleitet und zum 31. Juli 2020 auf eigenen Wunsch verlassen. Perren wurde Direktorin der Hochschule für Gestaltung und Kunst (HGK FHNW) in Basel (Schweiz).

„Herausragende Persönlichkeit“

Steiner sei eine herausragende Persönlichkeit mit profundem Wissen über die Auseinandersetzung mit der Moderne, erklärte Robra. Sie habe langjährige Leitungserfahrung in Kultureinrichtungen, darunter von 2001 bis 2011 als Chefin der Stiftung Galerie für Zeitgenössische Kunst (GfZK) in Leipzig. Sie lehrte unter anderem an der Kunstuniversität Linz, der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen und an der Universität für Angewandte Kunst in Wien.

Steiner erklärte, sie freue sich auf die neue Aufgabe und darauf, die bisher geleistete hervorragende Arbeit der Stiftung Bauhaus Dessau weiterzuführen beziehungsweise auszubauen. Sie sehe diese im Spannungsfeld von Mythos, Marke, Welterbestätte. Dazu kämen Anforderungen an die Designforschung und Lehre. Sie wolle zudem die Vernetzung der Stiftung in der Stadt, Region und international vorantreiben.

Der Sänger der britischen 70er-Jahre-Band Bay City Rollers, Les McKeown, ist tot. Das bestätigte seine Familie gestern auf Anfrage der dpa in London.

Einer Mitteilung auf Facebook zufolge starb McKeown am 20. April überraschend im Alter von 65 Jahren. „Mit großer Trauer müssen wir den Tod unseres geliebten Mannes und Vaters Leslie Richard McKeown bekanntgeben“, hieß es darin. Die Bay City Rollers feierten in den 70er Jahren weltweit Erfolge mit Songs wie „Bye Bye Baby“ und „Shang-a-Lang“.

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