COV Ausland

Die erstmals in England nachgewiesene Coronavirus-Mutation B.1.1.7 ist nach britischen Erkenntnissen offenbar tödlicher als frühere Virusvarianten. Es gebe mittlerweile „Hinweise“, dass die Mutation nicht nur ansteckender sei, sondern auch „mit einer höheren Sterblichkeitsrate in Verbindung gebracht werden“ könne, sagte Premierminister Boris Johnson gestern Abend in London.

Nach Angaben des wissenschaftlichen Chefberaters der britischen Regierung, Patrick Vallance, könnte die neue Variante rund 30 Prozent tödlicher sein als das ursprüngliche Virus. Bei 60-jährigen Männern steige nach derzeitigen Erkenntnissen die Zahl der Toten nach einer Infektion mit der Mutation auf 13 oder 14 von 1.000 Erkrankten. Bei der ursprünglichen Virusvariante liege die Quote bei etwa zehn Toten unter 1.000 Infizierten.

Auch bei anderen Altersgruppen lasse sich eine höhere Sterblichkeitsrate entdecken, sagte Vallance. Allerdings verwies er ausdrücklich darauf, dass derzeit noch wenige Daten zu der neuen Virusvariante vorlägen. „Ich möchte betonen, dass es noch viel Unsicherheit rund um diese Zahlen gibt“, sagte Vallance.

Die Virusvariante hatte sich zuerst in London und Südengland verbreitet und wurde nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile in rund 60 Ländern nachgewiesen, darunter auch Österreich.

US-Präsident Joe Biden rechnet damit, dass die Zahl der Todesopfer in den USA durch das Coronavirus bis weit über 600.000 steigen wird. Das Virus verbreite sich weiter stark, die Zahl der Todesopfer werde von derzeit mehr als 400.000 weiter zunehmen, sagte Biden gestern.

In den USA führe die Pandemie dazu, dass „Familien Hunger haben“ und ihr Dach über dem Kopf verlieren, sagte Biden. Die Zahl der Arbeitslosen nehme zu. Der neue Präsident unterzeichnete mehrere Anordnungen, mit denen die staatlichen Hilfen für bedürftige Familien in der Coronavirus-Krise ausgebaut werden.

Die Krise und die damit einhergehenden Jobverluste haben die Zahl der US-Bürgerinnen und -Bürger, die sich nicht genug zu essen leisten können, in die Höhe schnellen lassen. Allein vergangene Woche meldeten sich laut Arbeitsministerium mehr als 1,3 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten arbeitslos.

Österreicherinnen und Österreicher werden ab kommender Woche bei Reisen nach Tschechien keinen negativen PCR-Test mehr brauchen. Das teilte das tschechische Außenministerium gestern mit. Dasselbe wird für einige weitere europäische Länder gelten: Ungarn, Belgien, Bulgarien, Finnland, Island, Luxemburg, Norwegen, Griechenland und die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln.

Alle genannten Länder bzw. Regionen werden auf dem tschechischen Coronavirus-Ampelsystem von der roten in die orange Zone verschoben. In dieser Zone sind Staaten, in denen das Infektionsrisiko als „mittel“ eingestuft wird,

Allerdings gilt Tschechien selbst als Gebiet mit hohem Risiko. Zwar sinken in den letzten Tagen die Infektionszahlen in dem 10,7 Millionen Einwohner zählenden Land, allerdings bleiben sie immer noch zu hoch.

Die deutsche Bundesregierung verschärft die Reiseauflagen und führt eine Testpflicht für Einreisende aus über 20 Staaten ein. Innerhalb der Europäischen Union werden etwa Estland, Lettland, Litauen, Portugal, Slowenien, Spanien und Tschechien zu „Hochinzidenzgebieten“ erklärt, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) gestern mitteilte.

Personen aus solchen Staaten müssen ab Sonntag bei Einreise einen negativen CoV-Test vorweisen. Diese Länder haben eine Inzidenz von über 200. Die Vorgabe wurde auch auf weitere Staaten außerhalb der EU ausgeweitet. Dazu zählen auch die USA. Bisher galt die Testpflicht lediglich für Reisende aus Großbritannien, Irland, Südafrika und Brasilien, da dort Virusmutationen aufgetreten sind.

COV Inland

Mehrere Schulleiterinnen und -leiter klagen über Probleme bei der Auslieferung der CoV-Selbsttests. Seit Montag sollten Pflichtschulkinder, die zur Betreuung in der Schule sind, getestet werden – das war nicht überall möglich. Das Ministerium hat jetzt einen neuen Lieferanten.

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Peter Klimek von der Medizinischen Universität Wien sieht in den CoV-Mutationen den „Startschuss einer neuen Phase der Pandemie“. Bezüglich der britischen Variante B.1.1.7 müsse man „leider davon ausgehen, dass Wien da weiter fortgeschritten ist“.

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Sie haben zuletzt für helle Aufregung in mehreren Bundesländern gesorgt: Ausbildungskurse zum Skilehrer, die zwar legal sind, aber während des Lockdowns inklusive geschlossener Schulen und Hotels stattfinden. In Salzburg, wo es deshalb aktuell einen CoV-Cluster gibt, werden diese Skilehrerkurse nun gestoppt.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 119 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Damit stieg der Wert im Vergleich zum Vortag leicht. Am höchsten ist die Zahl in Salzburg (224), Vorarlberg (192) und Kärnten (154), am niedrigsten in Wien (95), Tirol (100) und der Steiermark (101).

Ministerien melden 2.088 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 2.088 neu registrierte Coronavirus-Fälle (Stand: getern, 9.30 Uhr) innerhalb der letzten 24 Stunden. Landesweit starben bisher 7.330 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 1.914 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 331 auf Intensivstationen.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung für die Umstellung und die neue, genauere Zählweise in ORF.at/corona

Ab Montag gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen eine FFP2-Maskenpflicht. Auch für bestimmte Berufsgruppen ist eine Tragepflicht vorgesehen, sofern diese kein negatives Testergebnis vorweisen können. Das Parlament werden die Verschärfungen aber kaum tangieren. Lediglich der Mindestabstand wird auf zwei Meter erhöht, hieß es gestern auf ORF.at-Anfrage aus der Parlamentsdirektion.

Die bereits bestehende Maskenpflicht im Parlament wird hingegen nicht verschärft. Abgeordnete, Bundesräte und Bundesrätinnen sowie Regierungmitglieder müssen im Hohen Haus weiterhin keine Maske tragen. Es bleibt bei einer Empfehlung.

Maskenpflicht für Besucher, Ausnahme für Mandatare

Für Personen, die sich in den Räumlichkeiten des Parlaments aufhalten, bleibe die MNS-Pflcht aufrecht. FFP2-Maske müssen nicht getragen werden, so die Parlamentsdirektion. Auch für den „Ibiza“-U-Ausschuss gilt die MNS-Pflicht für Mitarbeiter der Fraktionen und Medienvertreter.

Dass Politikern und Politikerinnen von der Maskenpflicht ausgenommen sind, begründete Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) mit dem freien Mandat. „Aufgrund des freien Mandates der Abgeordneten ist es mir nicht möglich, eine Maskenpflicht zu verordnen. Es liegt im Ermessen jedes Abgeordneten, sich selbst und andere durch das Maskentragen zu schützen, insbesondere dann, wenn man seinen Platz verlässt“, sagte er im Oktober.

„Schutz der Gesundheit“

Der Parlamentarismusexperte und ehemalige ÖVP-Klubdirektor, Werner Zögernitz, pflichtete Sobotka bei. Verfassungsrechtler Bernd-Christian Funk widersprach vor einigen Wochen in der „Kleinen Zeitung“: „Das hat nichts mit dem freien Mandat zu tun.“ In Zeiten einer Pandemie überwiege der „Schutz der Gesundheit“, und das freie Mandat habe in den Hintergrund zu treten.

Gemäß Verfassung sind die Mitglieder des Nationalrats und die Mitglieder des Bundesrats „bei der Ausübung dieses Berufes an keinen Auftrag gebunden“. Anfang Dezember widersprach allerdings auch der ehemalige Nationalratsabgeordnete (Liste Pilz) und Universitätsprofessor, Alfred Noll, der Annahme, dass das freie Mandat bei der Frage nach einer Maskenpflicht anwendbar ist.

Sobotka könne eine Maskenpflicht für Abgeordnete über das Hausrecht regeln, so Noll in er ORF-Sendung „Hohes Haus“. Als Nationalratspräsident übt der ÖVP-Politiker das Hausrecht aus. In einer im Oktober in Kraft getretenen Anordnung wurde bereits eine MNS-Pflicht festgelegt. Diese gilt aber nicht für Abgeordnete des Nationalrats oder Mitglieder des Bundesrats, heißt es darin.

Ausland

Das zweite Amtsenthebungsverfahren gegen den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump soll in der zweiten Februar-Woche beginnen. Das kündigte der demokratische Mehrheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, gestern an. Trumps Amtszeit ist zwar diese Woche abgelaufen – aber das Verfahren könnte eine lebenslange Ämtersperre für ihn bringen. Die Demokraten wollen Trump wegen des Angriffs seiner Anhänger auf das US-Kapitol am 6.Jänner zur Verantwortung ziehen. Sie werfen ihm „Anstiftung zum Aufruhr“ vor.

Die Übermittlung des Anklagepunktes vom Repräsentantenhaus an den Senat ist für Montag angesetzt. Bereits am Dienstag sollen die Senatoren für das Verfahren, das einem Gerichtsprozess ähnelt, vereidigt werden. Von da an hätten die Ankläger und die Verteidiger Zeit, ihre Standpunkte auszuarbeiten, erklärte Schumer. In der Woche des 8.Februar solle das Verfahren dann beginnen.

US-Präsident Joe Biden hat mit Nachdruck für eine schnelle Verabschiedung des von ihm vorgeschlagenen Konjunkturpakets in Höhe von rund 1,9 Billionen US-Dollar (knapp 1,6 Billionen Euro) geworben. „Wir müssen entschlossen und mutig handeln“, so Biden gestern. Angesichts der Coronavirus-Krise sei es nötig, die Wirtschaft anzukurbeln, um langfristige Schäden abzuwenden, sagte Biden.

„Unsere Wirtschaft wird damit sowohl in der kurzen als auch in der langen Frist stärker sein“, sagte der Präsident. Angesichts der extrem niedrigen Zinsen sei die zusätzliche Neuverschuldung durch das Konjunkturpaket eine „schlaue Anlage“ für den Staat, sagte der Demokrat weiter. „Wir müssen jetzt handeln“, sagte er. Das von Biden vorgeschlagene Paket entspräche fast zehn Prozent der US-Wirtschaftsleistung (BIP).

Um seine Pläne durchzusetzen, ist Biden auf den Kongress angewiesen. Die Demokraten kontrollieren dort beide Parlamentskammern mit knapper Mehrheit. Im Senat wird Biden für das Konjunkturpaket aber auch auf die Unterstützung einzelner Republikaner angewiesen sein. Bisherige Äußerungen gemäßigter Republikaner lassen jedoch Skepsis erkennen – auch weil der Kongress erst Ende Dezember ein Hilfspaket in Höhe von rund 900 Milliarden Dollar beschlossen hatte.

Unmittelbar nach der Zuspitzung der Pandemie in den USA hatte der Kongress im Frühjahr bereits Konjunkturpakete in Höhe von fast drei Billionen Dollar beschlossen. Die US-Wirtschaft leidet weiter unter der Coronavirus-Krise. Die offizielle Arbeitslosenrate liegt bei 6,7 Prozent. Vor der Krise waren es noch bei 3,5 Prozent.

Die Regierung des neuen US-Präsidenten Joe Biden treibt die Verbesserung der Beziehungen zu europäischen Verbündeten voran. Das Weiße Haus teilte gestern mit, Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan habe am Vortag erste Gespräche mit dem außenpolitischen Berater der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, Jan Hecker, dem diplomatischen Berater des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, Emmanuel Bonne, und dem britischen Außenminister Dominic Raab geführt.

Sullivan habe dabei die Absicht der Biden-Regierung unterstrichen, das transatlantische Bündnis zu stärken, hieß es in der Mitteilung weiter. Er habe auch die Bereitschaft zur Zusammenarbeit unter anderem im Umgang mit China, dem Iran und Russland bekräftigt.

Gespräche mit Kanada und Mexiko sollen folgen

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte bei ihrer täglichen Pressekonferenz, Biden wolle nun mit dem kanadischen Ministerpräsidenten Justin Trudeau und dem mexikanischen Präsidenten Andres Manuel Lopez Obrador telefonieren. Sie erwarte in der kommenden Woche Gespräche des neuen Präsidenten mit Verbündeten und Partnern, darunter vielen in Europa. Bis zu einer ersten Auslandsreise Bidens werde noch Zeit vergehen.

Das Weiße Haus teilte mit, Sullivan habe außerdem mit dem Generalsekretär des japanischen Nationalen Sicherheitsrats, Shigeru Kitamura, telefoniert. Er habe dabei die Bedeutung der amerikanisch-japanischen Allianz betont und den Wunsch geäußert, bei der Bewältigung wichtiger Herausforderungen wie dem Umgang mit Nordkorea zusammenzuarbeiten.

Kerry redete mit EU-Außenministern

Der US-Klimabeauftragte John Kerry sprach unterdessen mit den EU-Außenministerinnen und -ministern. Dabei lobte er unter anderem Österreichs Klimaschutzbemühungen, insbesondere die Biomasseinitiativen, so das Außenministerium.

Die Gespräche der Außenminister drehten sich um den Übergang auf grüne, erneuerbare Energien und gemeinsame Initiativen im Vorfeld der Klimakonferenz COP26 in Glasgow im November. „Im Kampf gegen den Klimawandel müssen die Europäische Union und die USA in Richtung grüne Technologien und Green Economy entschieden vorangehen“, so ÖVP-Außenminister Alexander Schallenberg.

Die USA wollen ihr Abkommen mit den radikalislamischen Taliban in Afghanistan überprüfen. Das kündigte die neue US-Regierung gestern in Washington an. Dies habe der Sicherheitsberater Jake Sullivan seinem afghanischen Kollegen mitgeteilt.

Im Februar vergangenen Jahres hatten die USA und die Taliban ein Abkommen geschlossen, in dem die Amerikaner einen Truppenabzug in Aussicht stellten, wenn im Gegenzug die Taliban mit der afghanischen Regierung Friedensgespräche aufnehmen. Zudem wurde eine Waffenruhe vereinbart. Der Abzug der US-Truppen war eines der Versprechen des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump. Zuletzt ist in Afghanistan jedoch die Zahl der Attentate und Angriffe auf staatliche Einrichtungen wieder angestiegen.

Sullivan hat nach Angaben der US-Regierung erklärt, es solle überprüft werden, ob sich die Taliban an ihre Verpflichtungen halten würden. Dazu zähle die Trennung von terroristischen Gruppierungen, das Bemühen um eine Reduzierung der Gewalt und ernsthafte Verhandlungen mit der Regierung in Kabul über einen dauerhafte Friedenslösung.

Der US-Senat hat den ehemaligen General Lloyd Austin als Verteidigungsminister im Kabinett des neuen US-Präsidenten Joe Biden bestätigt. Der 67-Jährige ist der erste Kandidat für einen Ministerposten, der von der Parlamentskammer grünes Licht bekam. Der Senat bestätigte ihn gestern mit breiter Zustimmung auch der republikanischen Mitglieder. Für ihn stimmten 93 Senatoren, gegen ihn nur zwei.

Lloyd Austin
Reuters/The Hill

Dabei war die Nominierung Austins mit einer zusätzlichen Hürde verbunden: Weil seine aktive Zeit im Militär als Viersternegeneral noch nicht lange genug zurückliegt, brauchte er eine Ausnahmegenehmigung durch den Kongress. Austin ist der erste Schwarze an der Spitze des Pentagons. Biden hatte versprochen, ein Kabinett zu bilden, das die Vielfalt der USA widerspiegelt.

Austin betrachtet China als besonders große Herausforderung für sein Ministerium. Als Verteidigungsminister will er die Beziehungen zu internationalen Partnern stärken und konsequent gegen Probleme wie Extremismus und Rassismus innerhalb des US-Militärs vorgehen.

In Russland haben Unterstützerinnen und Unterstützer des inhaftierten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny für heute zu landesweiten Protesten aufgerufen. In rund 70 Städten sind Aktionen geplant, wie aus Ankündigungen in Sozialen Netzwerken hervorgeht. Der Kreml warnte vor der Teilnahme an nicht genehmigten Kundgebungen. Unter Verweis auf die Coronavirus-Pandemie werden Demonstrationen in Russland seit Monaten nicht mehr erlaubt.

Die russischen Behörden verschärften zuletzt ihr Vorgehen gegen Nawalnys Mitarbeiter und Unterstützer. Mehrere Helferinnen und Helfer wurden festgenommen, darunter seine Pressesprecherin Kira Jarmysch.

Nawalny wurde am Sonntag direkt nach seiner Rückkehr aus Deutschland verhaftet, wo er sich fünf Monate lang von einem Giftanschlag erholt hatte. Der Oppositionelle macht Russlands Präsident Wladimir Putin und den Inlandsgeheimdienst FSB für das Verbrechen verantwortlich. Putin und der FSB weisen das zurück.

Armin Laschet, Ministerpräsident des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, ist endgültig neuer CDU-Vorsitzender. Nach seiner Wahl bei einem Onlineparteitag vergangene Woche bestätigten ihn die Delegierten auch in der anschließenden Briefwahl. Das gab die CDU gestern in Berlin bekannt.

Der bald 60-Jährige setzte sich vor einer knappen Woche gegen Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Ex-Umweltminister Norbert Röttgen durch. Er folgt Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer an der Parteispitze nach.

Wie CDU-Wahlvorstand Thomas de Maiziere mitteilte, entfielen bei der Briefwahl auf Laschet 796 Stimmen der insgesamt 1.001 Delegierten. Die beiden unterlegenen Kandidaten vom Parteitag standen diesmal nicht mehr zur Abstimmung.

„Signal der Einheit der Union“

Laschet sagte nach der Bekanntgabe des Ergebnisses, dieses zeige, dass auch viele derjenigen, die bei der Onlineabstimmung für Merz und Röttgen gestimmt haben, „jetzt hinter dem neuen Vorsitzenden stehen“. Die Beteiligung an der Briefwahl und ihr Ergebnis „sind ein Signal der Einheit der Union“.

Laschet hatte die Stichwahl gegen Merz auf dem Onlineparteitag mit 521 zu 466 Stimmen für sich entschieden. Er kam damit auf 52,6 Prozent der abgegebenen Stimmen inklusive der Enthaltungen. Merz erzielte 47,0 Prozent. Um die „digitale Vorauswahl“ rechtssicher zu machen, schloss sich die Briefwahl an. Laschet, Merz und Röttgen hatten aber schon im Voraus versichert, dass sie das Ergebnis der Onlineabstimmung akzeptieren wollten.

In der CDU war erwartet worden, dass Laschets Ergebnis in der Briefwahl besser ausfallen würde als beim Parteitag. Voraussichtlich werde es etlichen Delegierten wichtig sein, den neuen Vorsitzenden mit einem guten Wahlergebnis ins Superwahljahr zu schicken, lautete die Begründung. Im September findet in Deutschland die nächste Bundestagswahl statt.

Inland

In Graz sind gestern zwei Beamte des Heeresabwehramts wegen Amtsmissbrauchs zu Geldstrafen verurteilt worden. Sie sollen von einem geplanten Anschlag auf eine Grazer Moschee gewusst, aber nichts unternommen haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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Beim österreichweiten „1-2-3-Ticket“ für die öffentlichen Verkehrsmittel hält Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) nun bei drei Bundesländern, die einen „Umsetzungsvertrag“ unterzeichnet haben. Nach Salzburg im Vorjahr sind gestern Tirol und Vorarlberg dazugekommen. Im Februar soll das nächste Bundesland an der Reihe sein, welches das ist, verriet die Ministerin aber noch nicht.

Bis Jahresende will sie – trotz aller Unkenrufe – das „Klimaticket“ österreichweit abgesegnet haben, die Gespräche mit den übrigen Ländern und den Verkehrsverbünden würden sehr intensiv laufen, mittlerweile halte man bei rund 150 Treffen.

„Sie sehen heute eine sehr glückliche Mobilitätsministerin“, so Gewessler vor Medien und im Verbund mit der Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) und dem Vorarlberger Verkehrslandesrat Johannes Rauch (Grüne).

Die Ministerin sprach heute gar von einer „Revolution“ hin zu einem bequemen und günstigen „Öffi“-Ticket. Wird das „1-2-3-Ticket“ in der geplanten Form umgesetzt, dann könne man mit einem Jahresticket zum Preis von 1.095 Euro im ganzen Land mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, so Gewessler.

„Nächster Halt Österreichticket“

In einer ersten Ausbaustufe des umstrittenen Regierungsvorhabens soll die Stufe drei, also die bundesweite Variante, eingeführt werden. Dazu brauche es „politischen Mut“, so Felipe. Rauch wiederum sprach von einem „riesengroßen Schritt“. Und Gewessler meinte: „Nächster Halt Österreichticket.“ Zustimmung zu der heutigen Unterzeichnung des Umsetzungsvertrages kam auch von den Landeshauptmännern Günther Platter und Markus Wallner (beide ÖVP).

Vor der Umsetzung – um einen Euro pro Tag in einem Bundesland, um zwei Euro pro Tag in einem und im Nachbarbundesland, um drei Euro pro Tag das gesamte Bundesgebiet – wartet aber noch viel Überzeugungsarbeit auf die Verkehrsministerin. So hatte erst Ende Dezember 2020 der Verkehrsverbund Ostregion (VOR, umfasst Wien, Niederösterreich und das Burgenland) deutliche Kritik geäußert. Es seien noch viele Fragen sowie die Finanzierung offen, sagte VOR-Geschäftsführerin Karin Zipperer.

Widerstand kam zuletzt auch von der Stadt Linz. Sie sieht unter Berufung auf ein Rechtsgutachten einen Widerspruch zur Verfassung. Laut der Stadt dürften die Tarife für Nah- und Regionalverkehr nicht vom Bund festgelegt werden.

Das gaben der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) und Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein (FPÖ) in einer Pressekonferenz im Dezember des Vorjahres bekannt. Gewessler meinte heute dazu, das Gutachten sei bereits veraltet.

Nach den Ausschreitungen in Favoriten in der Silvesternacht hat Wien jetzt ein Deeskalationspaket geschnürt. So soll etwa die Anzahl der Schulsozialarbeiter im Bezirk auf zehn verdoppelt werden. Auch Nacht-Streetwork wird es geben.

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Sport

Sofia Goggia hat gestern in Crans-Montana den Abfahrtshattrick geschafft. Die Italienerin gewann nach den Rennen in Val d’Isere und St. Anton auch die erste von zwei Abfahrten im Schweizer Skiort. Hinter Goggia platzierten sich die Tschechin Ester Ledecka (+0,20 Sekunden) und die US-Amerikanerin Breezy Johnson (+0,57). Die Österreicherinnen konnten diesmal nicht um einen Platz auf dem Podest mitmischen.

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Mit insgesamt 13 Titeln führt die National Football League (NFL) die Green Bay Packers als Rekordmeister. Heuer könnte ein fünfter in der Super-Bowl-Ära dazukommen, denn die Packers präsentierten sich neben den Kansas City Chiefs bisher als einer der heißesten Titelkandidaten. Vor allem Quarterback Aaron Rodgers zeigte sich im zweiten Jahr unter Cheftrainer Matt LaFleur in bestechender Form – und das trotz eines angeblich gestörten Verhältnisses zwischen den beiden.

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IT

Nach dem Tod einer Zehnjährigen bei einer Challenge auf der Videoplattform TikTok hat Italien den Zugang zu TikTok für Nutzer gesperrt, deren Alter nicht zweifelsfrei nachgewiesen ist. Dieser Schritt gelte vorerst bis zum 15. Februar, erklärte die Datenschutzbehörde gestern Abend.

Die Entscheidung sieht vor, dass die Videoplattform Nutzerinnen und Nutzern, die ihr Alter nicht nachweisen können, kein Konto mehr einrichten darf. Wenige Stunden zuvor war der Tod einer Zehnjährigen aus dem sizilianischen Palermo bekanntgeworden, die auf TikTok an der „Blackout Challenge“ teilgenommen hatte, bei der es darum geht, sich selbst möglichst lange die Luft abzuschnüren.

Obwohl TikTok für seine Nutzer ein Mindestalter von 13 Jahren vorschreibe, habe das Unternehmen die Mitgliedschaft des Kindes nicht verweigert, sagte die Datenschutzbehörde.

Das Mädchen hatte sich am Mittwoch im Badezimmer eingeschlossen und sich selbst mit dem Handy dabei gefilmt, wie sie sich mit dem Bademantelgürtel die Luft abschnürte. Ihre kleine Schwester hatte sie bewusstlos gefunden. Obwohl die Zehnjährige sofort in ein Kinderkrankenhaus gebracht wurde, überlebte sie nicht. Die Staatsanwaltschaft von Palermo leitete Ermittlungen wegen Anstiftung zum Selbstmord ein. Antonellas Handy wurde beschlagnahmt.

TikTok, das in Europa von rund 100 Millionen Menschen genutzt wurde, veröffentlichte eine Stellungnahme zu dem tragischen Vorfall. „Die Sicherheit der TikTok-Gemeinschaft ist unsere absolute Priorität“, so die Videoplattform. Sie sei jederzeit bereit, bei den Ermittlungen zum Tod des Mädchens mit den Behörden zusammenzuarbeiten.

Wirtschaft

Der US-Flugzeughersteller Boeing will bis zum Jahr 2030 vollständig mit Ökokraftstoffen angetriebene Passagiermaschinen entwickeln. Dafür habe Boeing bereits in den vergangenen Jahren Tests mit nachhaltigen Flugzeugtreibstoffen (SAF) vorgenommen, teilte das Unternehmen gestern mit. Zu diesen zählen unter anderem pflanzliche Stoffe, recycelte Haushaltsabfälle und gebrauchtes Küchenöl.

Das erste Flugzeug, das neben Kerosin auch mit Biotreibstoff betankt werden konnte, startete im Jahr 2008. Bisher dürfen international zugelassene Flugzeuge aber nur bis zur Hälfte mit nachhaltigen Treibstoffen angetrieben werden.

Boeing drängt deshalb auf eine rasche Änderung der internationalen Vorschriften. Damit der Luftfahrtsektor seinen CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2050 um die Hälfte im Vergleich zum Jahr 2005 senken könne, müssten vollständig mit Biokraftstoffen angetriebene Maschinen deutlich früher zugelassen werden, erklärte Boeing.

Nach Angaben des internationalen Luftfahrtverbands IATA können alternative Kraftstoffe den CO2-Ausstoß im Vergleich zu reinem Kerosin unterm Strich um 80 Prozent senken. Im Herbst hatte der Verband zu größeren Anstrengungen bei Forschung und Entwicklung in dem Bereich aufgerufen.

Chronik

Weil er seine Stieftochter jahrelang vergewaltigt hat, ist gestern ein 40-jähriger Mann am Wiener Landesgericht zu 14 Jahren Haft verurteilt und in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Das Opfer brachte auch ein Kind des Mannes auf die Welt.

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Rund um den U2/U5-Ausbau in Wien gibt es Aufregung über eine bevorstehende Baumfällung. Ecke Josefstädter Straße und Auerspergstraße soll eine 80-jährige Platane dem U-Bahn-Bau weichen. Eine Initiative will das verhindern, die Wiener Linien machen jetzt ein Angebot.

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Bei zwei Unglücken in einer Ölfabrik und einem Bergwerk sind in Russland insgesamt fünf Arbeiter gestorben und mehrere verletzt worden. In einer kleinen Fabrik in der russischen Teilrepublik Tatarstan starben zwei Menschen bei der Explosion eines Wassertanks, wie die zuständige Staatsanwaltschaft gestern mitteilte. Die Behörde ermittelt nun wegen des Verstoßes gegen Sicherheitsvorschriften.

In der Region Kemerowo in Sibirien starben drei Männer beim Einsturz einer Kohlemine. Zuvor war in 265 Meter Tiefe Methan ausgetreten. 41 Kumpels konnten sich Angaben des stellvertretenden Gouverneurs an die Oberfläche retten. Auch hier ermittelt die Staatsanwaltschaft. In Russland kommt es immer wieder zu tödlichen Unglücken, weil Arbeitsschutzbestimmungen nicht eingehalten werden.

Leute

Microsoft-Gründer Bill Gates ist gegen das Coronavirus geimpft worden. „Einer der Vorteile, 65 zu sein, ist der Zugang zum Covid-19-Impfstoff“, schrieb Gates gestern auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Er habe diese Woche die erste der zwei Impfdosen erhalten – „und ich fühle mich großartig“. Gates steht im Mittelpunkt einiger Verschwörungstheorien rund um das Coronavirus. „Diese verrückten Ideen verbreiten sich irgendwie schneller in den sozialen Medien als die Wahrheit. Ich bin überrascht, dass mein Name in diesen Verschwörungstheorien auftaucht“, sagte Gates vergangenes Jahr etwa der deutschen „Bild“-Zeitung.

Kultur

Die Schauspielerin Mira Furlan, die durch Kultserien wie „Babylon 5“ und „Lost“ bekannt wurde, ist tot. Sie starb am Mittwoch an den Folgen einer Infektion mit dem West-Nil-Virus, wie ihr Manager laut US-Medienberichten mitteilte. „Sie starb friedlich in ihrem Haus in Los Angeles im Kreis ihrer Familie“, zitierte „Entertainment Weekly“ aus der Mitteilung. Furlan wurde 65 Jahre alt.

Mira Furlan
APA/AFP/Getty Images/Araya Diaz

Die in Zagreb geborene Darstellerin spielte 1985 unter der Regie von Emir Kusturica in dem Spielfilm „Papa ist auf Dienstreise“ mit, der die Goldene Palme in Cannes gewann. Anfang der 90er Jahre zog sie mit ihrem Mann, Regisseur Goran Gajic, nach Kalifornien.

In der Science-Fiction-Serie „Babylon 5“ war sie in der Rolle der Botschafterin Delenn zu sehen. In der Abenteuerserie „Lost“ spielte sie die Figur der Wissenschaftlerin Danielle Rousseau. 2011 trat sie in dem Bosnien-Film „Cirkus Columbia“ für Oscar-Preisträger Danis Tanovic vor die Kamera.