COV Inland

Für den neu eingerichteten Härtefallfonds für Selbstständige, Einpersonenunternehmen und Freischaffende sind bei der Wirtschaftskammer bis heute Abend rund 82.000 Anträge eingegangen, wie eine WKÖ-Sprecherin mitteilte. Davon seien 89 Prozent abgeschlossen. Seit Freitag, 17.00 Uhr, sind Anträge für Hilfen aus dem Fonds möglich. Diese werden von der Wirtschaftskammer abgewickelt.

Heute Mittag waren bereits 70.000 Anträge eingelangt. Im ersten Schritt erhalten die Betroffenen der Coronavirus-Krise in der Regel 1.000 Euro Soforthilfe. Bis heute Mittag seien bereits 50 Millionen Euro angewiesen worden, hatte die WKÖ-Sprecherin mitgeteilt. Diese sollten nach einem Banktag, also morgen, auf den Konten der Antragsteller sein.

Härtefonds: Keine lückenlose Prüfung in Wien

Über 15.000 Hilfsanträge für den Härtefonds der Regierung sind bereits bei der Wiener Wirtschaftskammer eingegangen. Eine „lückenlose Prüfung“ sei aktuell nicht möglich, sagte Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck. Er kündigt aber Prüfungen im Nachhinein an.

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Die Coronavirus-Krise hat die Arbeitslosenzahlen im März auf ein Rekordhoch steigen lassen. Vom 15. bis zum 29. März ist die Arbeitslosigkeit in Österreich um rund 179.000 Personen angestiegen, teilte das Arbeitsmarktservice (AMS) heute Nachmittag mit. Am vergangenen Freitag hatte das AMS ein Plus von 170.800 Arbeitslosen bekanntgegeben.

Seit 16. März sind die Ausgangsbeschränkungen in Kraft, viele Dienstleistungsbetriebe mussten schließen. Den größten Anstieg hat es laut AMS seitdem im Bereich Beherbergung und Gastronomie (plus 58.300 Personen) gegeben, gefolgt von der Baubranche mit rund 22.000 Personen und den sonstigen Dienstleistungen – vor allem Zeitarbeit – mit rund 18.300 Personen.

Morgen wird das AMS keine neuen Arbeitslosenzahlen veröffentlichen. Am 1. April werden dann die Gesamtarbeitslosenzahlen für März bekanntgegeben. Ende Februar waren in Österreich rund 400.000 Personen arbeitslos oder in AMS-Schulungen.

Die Austrian Airlines (AUA) haben heute mit zwei zu Frachtflugzeugen umfunktionierten Boeing 777 weitere 30 Tonnen Schutzausrüstung aus China nach Österreich geflogen. Es handelte sich laut AUA-Sprecher Peter Thier um knapp zwölf Tonnen Masken und knapp 18 Tonnen Mäntel. Die Maschinen mit den Kennzeichen OE-LPC und OE-LPF landeten am Nachmittag knapp hintereinander auf dem Flughafen Wien in Schwechat.

AUA-Frachttransport mit Schutzausrüstung aus China
APA/Helmut Fohringer

Die Güter waren in Xiamen aufgenommen worden. 1.403 Kartons mit den Schutzmasken werden laut Thier vom Roten Kreuz in Österreich verteilt. 1.824 Kartons mit den Schutzmänteln sind dem Sprecher zufolge für Südtirol bestimmt.

Sieben Piloten waren mit zunächst einer Maschine (OE-LPC) nach Peking geflogen. Dort holten sie die andere Boeing 777 ab, die in Wartung war, so Thier. Danach ging es mit beiden Flugzeugen nach Xiamen und von dort nach einer Nacht zurück nach Wien.

„Etliche weitere“ Flüge sollen folgen

Es mache rein technisch keinen Unterschied, ob man mit Fracht oder mit Passagieren fliege, sagte Kapitän Martin Guzei in Schwechat zur APA. Um die Arbeitsroutine einzuhalten, würden sogar die Lautsprecheransagen wie üblich gemacht.

Alle AUA-Piloten, die nun fliegen, hätten sich freiwillig gemeldet, so Guzei weiter. Er bildet mit den Ersten Offizieren Christian Schuh und Daniel Winkler eine Crew. „Wir bleiben jetzt zusammen.“ Die AUA hat laut Thier bisher acht Cargoflüge durchgeführt. „Etliche weitere“ sollen noch folgen.

Die Zahl der durch das Coronavirus verstorbenen Personen in Österreich ist heute (Stand: 10.30 Uhr) auf mehr als 100 gestiegen. 108 Menschen starben an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung, teilte das Innenministerium in einer Aussendung mit. 999 Infizierte wurden inzwischen in Spitälern behandelt, 193 davon auf Intensivstationen. Insgesamt wurden (Stand: 15.00 Uhr) 9.377 bisher positiv getestet.

636 Personen offiziell wieder genesen

636 Personen seien in Österreich wieder genesen, gaben Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bekannt. Im 24-Stunden-Vergleich der Zahlen von jeweils 8.00 Uhr stieg die Zahl der Infizierten bis heute Früh von 8.291 auf 8.813. Das war ein Plus von 522 Fällen bzw. 6,3 Prozent und damit den dritten Tag in Folge ein Tiefstwert beim prozentuellen Anstieg der Erkrankten.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Das Innenministerium wies darauf hin, dass es sich bei den nun bekanntgegebenen Fallzahlen um aktuellere Daten als jene auf dem Dashboard auf Gesundheitsministerium.gv.at handelt. Dieses sei ein dynamisches System und beziehe die Daten aus dem Epidemiologischen Melderegister (EMS).

EMS ist das offizielle Register, in das von den Bezirksbehörden sowie von Labors eingetragen wird. Insbesondere in der Früh könne es hier zu Verzögerungen bei den Eintragungen kommen. Es werde unter Einbezug der Länder „mit Hochdruck an der Optimierung gearbeitet“.

Mehrere Fälle in Innsbrucker Pflegeheim

Im Wohn- und Pflegeheim Hötting in Innsbruck sind vier Personen, zwei Bewohner und zwei Pfleger am Coronavirus erkrankt. Lückenlose Tests unter den Bewohnern und dem Pflegepersonal seien angeordnet und durchgeführt worden, teilte die Stadt in einer Aussendung mit.

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Das Land Kärnten hat heute darauf hingewiesen, dass man zwar nun mehr Tests im Land auswerten könne, das Material für die Laboranalyse sei aber begrenzt. Man habe bereits beim Bund urgiert.

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Tirol will Testkapazitäten ausbauen

Tirol will indes die Testkapazitäten stark ausbauen, sodass in 24 Stunden 2.000 Tests durchgeführt werden können, so Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) heute. Bisher seien 2.219 Personen in Tirol positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ein 14. Todesopfer ist zu beklagen.

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COV Ausland

Durch das Coronavirus sind weltweit bereits mehr als 35.000 Menschen ums Leben gekommen. Bis heute Abend wurden 35.905 Todesopfer der Pandemie registriert, wie die Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben errechnete. Mit 26.076 Todesopfern ist Europa der am schwersten betroffene Kontinent.

Die weltweite Rangfolge der Coronavirus-Toten führt Italien mit 11.591 Fällen an, gefolgt von Spanien mit 7.340 Todesopfern. In China, wo das neuartige Coronavirus im Dezember zum ersten Mal bei Menschen festgestellt worden war, starben nach Behördenangaben 3.304 Infizierte. In Deutschland registrierte das Robert-Koch-Institut bis heute 57.298 Infizierte und 455 Todesopfer. In Frankreich starben bereits 3.000 Menschen.

Mehr als 740.000 Infektionen

Das neuartige Coronavirus hat sich mittlerweile in mehr als 180 Länder und Gebiete ausgebreitet. Mehr als 740.000 Infektionen weltweit wurden offiziell nachgewiesen, davon 408.203 in Europa, knapp 150.000 in den USA und Kanada sowie 106.609 Infektionen in Asien. In Nordamerika starben nach offiziellen Angaben bisher 2635 Infizierte, in Asien insgesamt 3.827.

Diese Zahlen geben allerdings nicht das wirkliche Ausmaß der Pandemie wieder, da es einigen Ländern an Testsets fehlt. Außerdem werden oftmals nur Menschen mit starken Symptomen auf das neuartige Coronavirus getestet.

In Indien sind nach der Verhängung einer Ausgangssperre im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie hunderttausende arbeitslos gewordene Wanderarbeiter und Wanderarbeiterinnen aus den Städten in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt. Die indischen Behörden versuchen nun, mit Grenzschließungen und provisorischen Massenunterkünften gegenzusteuern.

Sie befürchten, dass die Massenflucht dazu beiträgt, das neuartige Coronavirus in den ländlichen Gebieten Indiens zu verbreiten – und damit die Pläne der Regierung im Kampf gegen den Erreger konterkariert.

Zusammenstöße mit der Polizei

In Neu Delhi kündigte die Stadtverwaltung heute an, 400.000 Menschen zu versorgen. Mehr als 550 Schulen stünden als Unterkünfte zur Verfügung. Im Bundesstaat Maharashtra mit der Millionenstadt Mumbai haben die Behörden 262 Notunterkünfte eingerichtet, in denen mehr als 70.000 Menschen unterkommen sollen, wie der Regierungschef des Staates im Onlinedienst Twitter schrieb. Der bevölkerungsreichste Staat Uttar Pradesh kündigte an, 600 Notunterkünfte einzurichten, die auch als Quarantänezentren dienen sollen.

Gestern hatte die Regierung angeordnet, alle Bezirks- und Staatsgrenzen zu schließen, um die Massenflucht zu stoppen. Die örtlichen Behörden wurden angewiesen, provisorische Unterkünfte einzurichten. In der Stadt Surat im Westen Indiens kam es nach Behördenangaben zu Zusammenstößen zwischen mehr als hundert Arbeitern und der Polizei, nachdem die Menschen an der Ausreise gehindert worden waren.

„Wir mussten gehen“

Allein gestern hatten Busse aus den Vororten Neu Delhis rund 90.000 Menschen in verschiedene Landesteile gebracht, wie die Zeitung „Times of India“ berichtete. „Ich konnte mir das Zimmer, das wir hatten, nicht mehr leisten. Also hatten wir keine andere Wahl. Wir mussten gehen“, sagte Ranjit Kumar, der mit seiner Frau und seinem zweijährigen Sohn zwei Tage lang zu Fuß zu einem Busbahnhof lief.

Die ehemalige Gesundheitsministerin Sujatha Rao warnte vor einer rasanten Ausbreitung des Virus in den Armen- und Arbeitervierteln der indischen Metropolen. Viele Menschen lebten dort sehr beengt. „Soziale Distanz ist für sie keine Option“, sagte Rao der Nachrichtenagentur AFP.

Bis gestern meldeten die Behörden mehr als tausend Infektionsfälle in dem 1,3 Milliarden Einwohner zählenden Land. 29 Menschen starben nach offiziellen Angaben bislang an der Lungenkrankheit Covid-19. Experten zweifeln die Zahlen jedoch an und vermuten eine hohe Dunkelziffer an Infizierten, da nur wenig Menschen getestet werden.

Zur Entlastung der Krankenhäuser in der Coronavirus-Krise ist ein Lazarettschiff des US-Militärs im Hafen von New York angekommen. Die „USNS Comfort“, die heute Früh (Ortszeit) an der Westseite Manhattans anlegte, habe 1.000 Betten und zwölf Operationssäle und könne innerhalb der kommenden 24 Stunden die ersten Patienten und Patientinnen aufnehmen, teilten die lokalen Behörden heute mit.

US-Navy-LAzarettschiff in New York City
Reuters/Mike Segar

Auf dem Schiff sollen Patienten versorgt werden, die nicht mit dem Virus infiziert sind – um so in den Krankenhäusern der Stadt Betten für Coronavirus-Patienten frei zu machen. Zuletzt hatte die „USNS Comfort“ nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 im Hafen von New York angelegt.

Cuomo „sehr dankbar“

„Im Namen aller 19 Millionen New Yorker sage ich, dass wir sehr dankbar sind dafür, was die Menschen dieses Landes für uns getan haben, und wir werden uns revanchieren“, sagte Gouverneur Andrew Cuomo. US-Präsident Donald Trump war am Samstag beim Auslaufen des Schiffes im US-Bundesstaat Virginia dabei gewesen. Ein zweites Lazarettschiff des US-Militärs, die „USNS Mercy“, hatte vor wenigen Tagen in Los Angeles angelegt.

Der US-Ostküstenstaat New York mit der gleichnamigen Millionenmetropole hat sich zum Zentrum der Coronavirus-Pandemie in den USA entwickelt, auch weil dort deutlich mehr getestet wird als in anderen Bundesstaaten. Lokale Behörden haben immer wieder gewarnt, dass die Kapazitäten der Krankenhäuser in New York nicht ansatzweise auf die Ansteckung weiter Teile der Bevölkerung vorbereitet seien.

Bei rund 60.000 Menschen im Bundesstaat sind bereits Infektionen mit dem Erreger SARS-CoV-2 nachgewiesen, mehr als die Hälfte davon in der Millionenmetropole New York. Dort werden unter anderem im Central Park und im Konferenzzentrum Javits Center Behelfskrankenhäuser eingerichtet.

In dem von der Coronavirus-Pandemie besonders hart betroffenen Iran sollen vorerst keine gedruckten Zeitungen und Zeitschriften mehr erscheinen. „Zur effektiven Umsetzung des vom Gesundheitsministerium verabschiedeten Plans zur Reduzierung sozialer Kontakte sollen bis zum angegebenen Datum (8. April) keine Zeitungen mehr gedruckt werden und nur noch online erscheinen“, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur IRNA heute einen Sprecher des Coronavirus-Krisenstabs im Innenministerium.

Derzeit erscheinen etwa 65 Zeitungen und Zeitschriften im Land, einschließlich der bei den Iranern sehr beliebten Sportzeitungen. Der Iran leidet schon seit Februar unter der Coronavirus-Krise. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden bisher mehr als 40.000 Infektionen und 2.757 Covid-19-Tote registriert.

In Italien ist heute die Zahl der Coronavirus-Todesopfer gestiegen, jene der Neuinfizierten sank jedoch, was Experten optimistisch stimmt. Die Zahl der Coronavirus-Toten innerhalb von 24 Stunden kletterte um 812 auf insgesamt 11.591 Tote. Das liege über dem Zuwachs der letzten zwei Tage, teilte der Zivilschutz mit.

Die Zahl der Infizierten in Italien stieg um 4.050 und kletterte auf 75.528. Der Anstieg war der niedrigste seit Tagen. 3.981 Patienten und Patientinnen lagen auf der Intensivstation. 43.752 positiv getestete Patienten befinden sich in Heimisolierung, 14.620 Personen sind inzwischen genesen.

In der Lombardei, der innerhalb des Landes am stärksten betroffenen Region, wurden 458 zusätzliche Todesopfer gegenüber Sonntag verzeichnet. Insgesamt lag die Zahl der Coronavirus-Toten in der norditalienischen Region damit bei 6.818. 1.330 Patienten befinden sich dort auf der Intensivstation.

Der lombardische Präsident Attilio Fontana betonte, dass die Epidemiekurve nicht steige, es sei jedoch noch zu früh, um die Maßnahmen aufzulockern. „Wir sind zwar auf einem guten Weg, wir dürfen jedoch bei unseren Bemühungen nicht nachlassen“, sagte Fontana.

Lockerung der Verbote nach Ostern möglich

Der Direktor von Italiens oberstem Gesundheitsinstitut (ISS), Silvio Brusaferro, schließt nicht aus, dass das Ausgangsverbot in Italien nach Ostern gelockert werden könnte.

„Wir warten bis Ostern und werden dann die Zahlen prüfen, um weitere Schritte zu unternehmen. Auch falls es zu keinen neuen Infektionen kommen wird, werden wir nicht zum alten Leben zurückkehren“, sagte Brusaferro.

„Maßnahmen zeigen Wirkung“

„Wir beobachten, dass sich die Infektionskurve abflacht. Es gibt zwar noch keine Signale eines Rückgangs, doch es geht besser. Die ergriffenen Maßnahmen zeigen Wirkung, doch es muss zu einem beträchtlichen Rückgang der Infektionen über mehrere Tage hinaus kommen“, sagte Brusaferro im Interview mit der römischen Tageszeitung „La Repubblica“ (Montag-Ausgabe). Solange es weder Impfstoff noch Medikamente gegen das Coronavirus gibt, werde das Leben nicht wie früher sein.

Appell für Ausgang für Kinder

Indes wächst der Druck auf die Behörden für eine Auflockerung der Ausgangssperre für Kinder, die seit dem 5. März nicht mehr in die Schule gehen. Auf der Onlineplattform Change.org wurde eine Unterschriftensammlung gestartet, mit der Eltern, Erzieher und Kinderärzte die Regierung bitten, Kindern den Ausgang für eine beschränkte Zeit zu ermöglichen.

Das sei für das psychisch-physische Wohlbefinden der Kinder notwendig, die angesichts des Frühlings nicht immer eingesperrt bleiben können. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe zuletzt Eltern zu kurzen Spaziergängen mit ihren Kindern geraten, dabei solle die Sicherheitsdistanz bewahrt werden.

Der Präsident von Italiens oberstem Gesundheitsinstitut CSS, Franco Locatelli, erwiderte bei einer Pressekonferenz in Rom, die Bedingungen für eine Auflockerung der Ausgangssperre für Kinder seien vorerst nicht vorhanden.

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie wollen Russland und die USA enger zusammenarbeiten. Das vereinbarten die Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trump nach Angaben des Kreml heute in einem Telefongespräch.

Dabei hätten die beiden Staatschefs auch ihre „ernste Besorgnis angesichts des Ausmaßes der Ausbreitung des Coronavirus in der Welt“ geäußert. Wie genau die engere Zusammenarbeit aussehen soll, erklärte der Kreml nicht.

„Konsultationen“ vereinbart

Die beiden Präsidenten sprachen den Angaben zufolge zudem über den stark gefallenen Ölpreis. Zu diesem Thema solle es nun „Konsultationen“ durch die Energieminister beider Länder geben, so der Kreml.

Der Ölpreis war zuletzt drastisch gesunken. Die Coronavirus-Pandemie sorgt für einen schweren Konjunktureinbruch weltweit und damit für eine sinkende Nachfrage nach Öl. Hinzu kommt ein Preiskrieg zwischen Russland und Saudi-Arabien, in dem die Führung in Riad heute nochmals den Druck erhöhte: Sie kündigte an, die Ölexporte des Landes ab Mai auf eine Rekordmenge von 10,6 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag auszuweiten – und damit das Angebot auf dem Weltmarkt nochmals zu erhöhen.

Der niedrige Ölpreis macht auch den USA schwer zu schaffen, da die dortigen Unternehmen zu dem aktuellen Handelspreis kein Öl per Fracking gewinnen können.

Angesichts der weltweiten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus fordern die zurückgezogen lebenden Ureinwohnerinnen und Ureinwohner Südamerikas verstärkte Schutzmaßnahmen für ihre Gemeinschaften.

„Indigene, die freiwillig in Isolation leben, sind besonders anfällig für eine Infektionskrankheit, weil sie gegen die meisten Krankheiten keinerlei Immunität haben“, sagte Claudette Labonte vom Kongress der indigenen Organisationen des Amazonas-Becken (COICA) heute der Nachrichtenagentur AFP. Das Coronavirus sei für sie daher eine „existenzielle Bedrohung“.

Appell an Regierungen

Die betreffenden Regierungen müssten daher ihre Schutzmaßnahmen für die Lebensräume von indigenen Gemeinschaften verstärken, verlangte Labonte, die der Gemeinschaft der Kamuyeneh in Französisch-Guyana angehört.

In vielen Gebiete der Ureinwohner fallen immer wieder Holzfäller, Bergarbeiter, Drogenschmuggler und Touristen ein. Der COICA-Koordinator für Menschenrechte, Michael McGarrell, sagte der AFP, eine weitere Gefahr gehe von evangelikalen Christen aus, die derzeit versuchten, Amazonas-Stämme zu missionieren.

20 Ureinwohner-Organisationen aus sieben südamerikanischen Ländern riefen daher gemeinsam ihre Regierungen auf, sicherzustellen, dass ihre schützende „geografische Isolation“ respektiert werde.

Eingeschleppte Krankheiten als Gefahr

Ureinwohner werden immer wieder durch eingeschleppte Krankheiten bedroht. Allein durch die Bakterien und Viren, die die Europäer mit nach Südamerika brachten, ging die Zahl der Indigenen dort Schätzungen zufolge zwischen 1492 und 1650 um ein Viertel zurück.

Indigene gelten als Bewahrer der Artenvielfalt. Weil sie riesige Wälder und damit wichtige Speicher des Treibhausgases CO2 schützen, sieht der Weltklimarat IPCC in Ureinwohnern wichtige Akteure im Kampf gegen die Erderwärmung.

EU

Mehrere Milliarden Euro aus der EU-Kasse sollen von Mittwoch an die Auswirkungen der Covid-19-Krise abfedern. Der Rat der 27 Mitgliedsstaaten traf heute nach eigenen Angaben zwei Entscheidungen, die insgesamt 37 Milliarden Euro für diese Zwecke freimachen. Acht Milliarden Euro stammen aus Mitteln der Struktur- und Investitionsfonds, die die Mitgliedstaaten im vergangenen Jahr nicht wie geplant ausgegeben haben.

Sie dürfen das Geld behalten und für den Kampf gegen das Coronavirus einsetzen. 29 Milliarden werden den Ländern vorzeitig ausgezahlt, damit sie ihre Gesundheitssysteme stärken und kleine und mittlere Unternehmen, Kurzarbeitsregelungen und gemeindebasierte Dienste unterstützen können.

Änderung des Solidaritätsfonds

Außerdem hat der Rat den Angaben zufolge den EU-Solidaritätsfonds so geändert, dass er nun außer bei Naturkatastrophen auch im Falle eines öffentlichen Gesundheitsnotstands genutzt werden kann. Das soll den Mitgliedstaaten und den Beitrittsländern dabei helfen, den direkten Bedarf der Bevölkerung während der Coronavirus-Pandemie zu decken.

Das Europaparlament hatte beiden Änderungen bereits am Donnerstag zugestimmt. Beide Rechtsakte sollen angesichts der Dringlichkeit der Lage morgen im Amtsblatt der Europäischen Union erscheinen und am Mittwoch in Kraft treten.

Wirtschaftskommissar für Kompromiss um „Corona-Bonds“

Die Euro-Gruppe will am 7. April ihre Vorschläge für eine gemeinsame europäische Antwort auf die Coronavirus-Wirtschaftskrise vorlegen. Das kündigte der Vorsitzende Mario Centeno auf Twitter an. Hintergrund ist der Streit über die gemeinsame Schuldenaufnahme in der EU über „Corona-Bonds“. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich vergangene Woche nicht einigen können und der Euro-Gruppe den Auftrag erteilt, neue Vorschläge auszuarbeiten.

EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni drängte Deutschland zu einem Kompromiss im Streit um die „Corona-Bonds“. Eine Möglichkeit, die enormen wirtschaftlichen Probleme durch die Coronavirus-Pandemie zu bewältigen, sei die Ausgabe von Anleihen, sagte Gentiloni im italienischen Radiosender Radio Capital. Es solle dabei nicht um eine Vergemeinschaftung von Schulden gehen, „die niemals akzeptiert werden wird“, betonte der Kommissar.

Ohne eine einheitliche Antwort auf die Coronavirus-Krise sei „das europäische Projekt vom Aussterben bedroht“, sagte der ehemalige italienische Ministerpräsident. Und ohne Deutschland „können wir keinen Kompromiss finden“, fügte er hinzu. „Corona-Bonds“, für die sich Frankreich, Italien und andere EU-Länder stark machen, lehnen unter anderem Deutschland und Österreich ab.

100-Prozent-Staatshaftung für Kredite abgelehnt

Die deutsche Regierung darf aus Sicht der EU-Kommission keine 100-prozentige Staatshaftung für Notkredite an Banken übernehmen. Das Brüsseler Gremium lehnte damit Forderungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) nach einer Aufstockung der Haftungsgrenze für Kredite über die staatliche Förderbank KfW ab.

Im Rahmen des KfW-Kreditprogramms übernimmt der Staat aktuell 80 bis 90 Prozent der Haftung. Die Bankenbranche wies unterdessen den Vorwurf zurück, sie verzögere die Kreditvergabe an von der Coronavirus-Krise getroffene Unternehmen. Mittelständler klagen, dass die Kreditvergabe der Regierung nicht bei allen von der Krise betroffenen Firmen ankomme.

Die EU-Kommission arbeitet derzeit die Details zur Nutzung von Mobilfunkstandortdaten im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus aus. Die EU-Behörde habe die Diskussion mit Mobilfunkbetreibern angestoßen, bestätigte ein Sprecher der EU-Behörde in Brüssel heute der APA. Ein Betreiber pro EU-Mitglied soll anonymisierte Daten für eine repräsentative Stichprobe zur Verfügung stellen.

Darüber, mit welchem Unternehmen man in Österreich zusammenarbeiten wolle, wurde noch keine Auskunft gegeben. Die drei großen Mobilfunkunternehmen Österreichs – A1, Magenta und Drei – sehen generell großen Nutzen in anonymisierten Bewegungsdaten von Handynutzern und Handynutzerinnen in der aktuellen Coronavirus-Krise, wie ihre Chefs vergangenen Donnerstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Telekommunikationsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) mitteilten.

A1-Chef Thomas Arnoldner und Magenta-Chef Andreas Bierwirth stellen Bewegungsdaten bereits zur Verfügung, Drei ist laut Chef Jan Trionow in Gesprächen darüber, hieß es bei dieser Gelegenheit.

Daten bis zum Ende der Krise aufbewahren

EU-Industriekommissar Thierry Breton hatte die Initiative vergangene Woche vorgestellt, die die Analyse von Bewegungsmustern, inklusive der Auswirkungen von Ausgangsbeschränkungen und -sperren, und dadurch Aussagen über Kontakthäufigkeit, Verbreitung und Ansteckungsrisiko möglich machen soll. Diese wiederum sollen in die getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie einfließen.

Die Daten werden der EU-Behörde zufolge so lange, wie die Krise dauert, aufbewahrt – unter Einhaltung der Datenschutzgrundverordnung, der Datenschutzrichtlinie für die elektronische Kommunikation und Datensicherheit. Dem Vernehmen nach soll das Projekt so bald wie möglich starten und Daten von Beginn bis Ende der Coronavirus-Krise einbeziehen. Diese sollen nicht an Dritte weitergegeben und am Ende der Krise gelöscht werden.

Für den Datenschutzaktivisten Max Schrems ist die Nutzung von Daten im Kampf gegen das Coronavirus durchaus legitim – aber „mit Maß und Ziel“. Dass der Datenschutz zur Bekämpfung der Krise eingeschränkt werden müsste, weist Schrems zurück. Denn entsprechende Ausnahmebestimmungen seien schon jetzt vorhanden.

ZIB2

Die Regierung hat erneut die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus verschärft. Ab Mittwoch müssen die Kundinnen und Kunden in allen Supermärkten Masken tragen. Menschen, die besonders gefährdet sind, werden von ihrem Beruf freigestellt. Sind die Maßnahmen überzogen? Wie lange kann der Staat so starke Einschränkungen durchhalten? Vizekanzler Werner Kogler von den Grünen ist dazu live in der ZIB2.

Katastrophe in Frankreich

In besonderem Ausmaß von der Coronavirus-Krise betroffen ist Frankreich. Intensivstationen sind überfüllt. Die Folgen sind dramatisch. In Einzelfällen wird nach Altersgrenzen entschieden, ob Menschen noch mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln behandelt werden oder nicht. Unsere Korrespondentin Cornelia Primosch berichtet.

Die Genesenen

Mehrere hundert Personen in Österreich haben eine Coronavirus-Infektion überstanden. Unter ihnen auch zum Beispiel Karl Habsburg. Eine Reportage.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Inland

Die FPÖ fordert im Zuge der Coronavirus-Krise einen besseren Schutz von „systemrelevanten Betrieben“ vor Übernahmen durch ausländische Firmen. „Es ist die Aufgabe der Bundesregierung, diesem drohenden Szenario einen gesetzlichen Riegel vorzuschieben“, so Parteichef Norbert Hofer. Die frühere ÖVP/FPÖ-Regierung hatte vor dem Sturz über die „Ibiza“-Affäre eine Gesetzesnovelle angekündigt, die nicht mehr kam.

Warnung vor „Ausverkauf“

„Systemrelevante Unternehmen sowie heimische Leitbetriebe dürfen nicht mehrheitlich in die Hände von Investoren und Spekulanten gelangen“, forderte Hofer heute in einer Aussendung. Ein „Ausverkauf“ sei derzeit aber nicht ausgeschlossen, warnte er. Möglich bleiben sollen lediglich Minderheitsbeteiligungen.

„Jedenfalls dürften ausländische Investoren bei Aktiengesellschaften nicht über die Sperrminorität hinaus auf Einkaufstour gehen, wenn es sich um systemrelevante Unternehmen handelt“, so Hofer. „Dafür muss der Nationalrat eine gesetzliche Grundlage schaffen“, sagte er in Richtung Bundesregierung aus ÖVP und Grünen, da diese heute wieder viele Gesetzesänderungen an die Oppositionsparteien übermitteln würde.

Schon die türkis-blaue Regierung unter Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Ex-FPÖ-Chef und Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache hatte eine Gesetzesnovelle für einen besseren Schutz sensibler Unternehmen vor Übernahmen aus Nicht-EU-Staaten angekündigt. Diese wurde nicht mehr umgesetzt. Kurz bekräftigte den Wunsch auch in der Phase der Beamtenregierung. Geschehen sollte das durch eine Novelle des Außenwirtschaftsgesetzes, hieß es damals.

Gesundheit

Weil in vielen Ländern strikte Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus eingeführt worden sind, lauert die Gefahr einer Ansteckung jetzt in der Familie. „In den meisten Teilen der Welt finden wegen der Ausgangsbeschränkungen die meisten Ansteckungen jetzt im Wohnumfeld statt, in der Familie“, sagte der Nothilfekoordinator der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Michael Ryan, heute in Genf. „In gewissem Sinne ist die Übertragung von der Straße in die Familien geschoben worden.“ Deshalb müssten alle zu Hause ihre Gesundheit strikt überwachen.

Verdachtsfälle müssten schnell erkannt und von den anderen Familienmitgliedern getrennt werden. Bestätigte Fälle müssten isoliert werden und Familienmitglieder, die sich angesteckt haben könnten, unter Quarantäne bleiben. Nur, wenn das gewährleistet sei, könne man über eine Lockerung der strikten Ausgangsbeschränkungen nachdenken, sagte Ryan. Jedes Land müsse für sich einen praktikablen Weg für solche Maßnahmen finden.

Wirtschaft

Europas Wirtschaft steht nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr eine schwere Rezession bevor. Das sei angesichts der weitgehenden Stilllegung des öffentlichen Lebens inzwischen eine Gewissheit, schrieb der Direktor der IWF-Europa-Abteilung, Poul Thomsen, heute in einem Blogbeitrag.

Für jeden Monat, in dem zahlreiche Branchen in den großen europäischen Volkswirtschaften weiterhin quasi stillstünden, würde die jährliche Wirtschaftsleistung um etwa drei Prozent niedriger ausfallen, schrieb er.

"Proaktiv und mutig gegensteuern

Europas Sozialsysteme sollte es gelingen, einen Teil der Auswirkungen abzufedern, obwohl sie nicht dafür konzipiert worden seien, „Bedürfnisse in dieser Größenordnung“ zu bedienen, schrieb Thomsen.

Alle Länder müssten jetzt proaktiv und mutig gegensteuern, forderte er. Die Dauer der Coronavirus-Krise in Europa sei noch nicht absehbar, eines aber sei klar: „Eine schwere Europäische Rezession in diesem Jahr ist eine ausgemachte Sache“, so Thomsen.

Vorteile für Euro-Zone

Die Euro-Zone sei dafür besser aufgestellt dank der Interventionen der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Plan, den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) einzusetzen, hieß es weiter. Schwieriger sei es für EU-Länder, die nicht den Euro nutzten, und die Länder Osteuropas, die keine EU-Mitglieder seien, schrieb Thomsen.

Von diesen bemühten sich bereits mehrere um Notkredite des IWF, erklärte er. Es gebe weltweit bereits mehr als 70 Länder, die sich um IWF-Hilfen bemühten. Die in Washington ansässige Organisation rechnet daher in diesem Jahr mit mehr Hilfsanträgen als je zuvor.

Die internationale Automesse in Paris wird wegen der Ausbreitung des Coronavirus nicht wie geplant stattfinden. Aufgrund der Covid-19-Pandemie müsse der Pariser Autosalon Mondial de l’Automobile „in seiner jetzigen Form“ abgesagt werden, teilten die Veranstalter heute mit.

„Wir untersuchen alle alternativen Lösungen in enger Zusammenarbeit mit unseren Hauptpartnern“, hieß es in einer Mitteilung. Weitere Details sind derzeit nicht bekannt.

Der Autosalon war für Oktober dieses Jahres im Pariser Kongresszentrum Porte de Versailles geplant. Er findet im Wechsel mit der Frankfurter Automesse statt. Im Jahr 2018 verzeichnete der Pariser Autosalon nach Veranstalterangaben rund eine Million Besucher. Auch der Genfer Autosalon war wegen des Coronavirus bereits abgesagt worden.

Verschiebung von für Oktober geplante Expo möglich

Die Ausbreitung des Coronavirus macht auch eine Verlegung der diesjährigen Weltausstellung im Golf-Emirat Dubai immer wahrscheinlicher. Die Veranstalter der Expo 2020 Dubai teilten heute nach einem Treffen des Leitungsgremiums mit, sie unterstützten den Vorschlag, die für Oktober geplante Eröffnung der Weltausstellung um ein Jahr zu verschieben.

Die endgültige Entscheidung muss das internationale Expo-Büro in Paris treffen. Dessen Generalsekretär Dimitri Kerkentzes begrüßte der staatlichen emiratischen Nachrichtenagentur WAM zufolge den Vorschlag. Die Weltausstellung in Dubai soll die erste in einem arabischen Land sein. Das Emirat hatte sich 2013 in einem Vergabefahren mit 116 zu 47 Stimmen gegen die russische Stadt Jekaterinburg durchgesetzt.

Europas größte Billigairline Ryanair hält ihre Flotte weiterhin zum größten Teil am Boden. Der extrem eingeschränkte Flugplan mit einigen Verbindungen von und nach Irland und Großbritannien werde um eine Woche bis einschließlich Gründonnerstag (9. April) verlängert, teilte das Unternehmen heute in Dublin mit.

Gründe sind Flugverbote und weitere Einschränkungen in den europäischen Ländern infolge der CoV-Pandemie. Mehr als 90 Prozent der Ryanair-Flotte bleibt damit am Boden. Auf ihrer Website macht die Fluggesellschaft Werbung für Urlaubsflüge im September.

Geht es nach den Buchstaben des Gesetzes, dürfen die großen Handelsketten tatsächlich nur Waren verkaufen, die zur Grundversorgung notwendig sind. Andere Produkte – wie etwa Elektrogeräte, Gartenmöbel und Spielzeug – zu veräußern ist demnach verboten. Das geht aus einem Schreiben des Amtes der Vorarlberger Landesregierung hervor, das die Frage mit dem Sozial- und Gesundheitsministerium erörterte.

Der Vorarlberger Spielwarenhändler Mario Sieber hatte in der vergangenen Woche eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft Feldkirch eingebracht. Er machte diesen Schritt, weil er sah, wie große Ketten nicht nur lebensnotwendige Waren, sondern auch Sportausrüstung, TV-Geräte, Gartenartikel und Spielzeug verkauften. Im Gespräch mit der APA forderte Sieber Solidarität mit den kleinen Händlern ein. „Es ist einfach unfair“, sagte er.

„Restriktive“ Auslegung

Als Folge der Anzeige fragte das Amt der Vorarlberger Landesregierung beim Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz nach und sah sich durch die Antwort in seiner Rechtsauffassung bestätigt. So seien die Bereiche, welche offen halten dürfen, „restriktiv“ auszulegen. Zum Beispiel dürften die großen Handelsketten „daher wohl nur Produkte, die der Grundversorgung dienen (insbesondere Lebensmittel) verkaufen“, heißt es in dem Schreiben.

Und weiter: „Die Geschäfte müssen z.B. Regale mit anderen Produkten entsprechend absperren bzw. kennzeichnen und sicherstellen, dass kein Verkauf stattfindet.“ Sieber hofft nach dieser Klarstellung auf ein Einlenken der Handelsketten. Die kleinen Händler hätten es angesichts des Wettbewerbs mit dem Onlinehandel das ganze Jahr über schon schwer genug, sagte er.

Die Gruppe der Niederösterreichischen Kulturwirtschaft (NÖKU) – mit Institutionen wie Grafenegg, Landestheater Niederösterreich, Landesgalerie Niederösterreich, Tonkünstler-Orchester Niederösterreich oder donaufestival – geht mit 1. bzw. 15. April 2020 gestaffelt in Kurzarbeit. Etwa 800 Personen sind davon betroffen.

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Auch Universalmuseum betroffen

Auch das steirische Universalmuseum Joanneum macht von der Möglichkeit der Kurzarbeit Gebrauch. Fast 400 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seien betroffen. An der Grazer Oper versucht man indes die spielfreie Zeit anders zu nutzen.

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Science

Dass sich auch Hygienemaßnahmen des Staates wie ein Ausnahmezustand anfühlen, ist neu für unsere Gesellschaft. Die Wurzeln dieser Form von Biopolitik liegen bereits im 18. Jahrhundert, als die Verbindung zwischen der Gesundheit der Bevölkerung und dem Funktionieren von Ökonomie erkannt wurden.

Waren Monarchen früher Instanzen, die über den Tod der Untertanen und Untertaninnen entscheiden konnten, soll der Staat gerade seit 1945 mit allen Mitteln das Leben der Einzelnen garantieren können. Mit klaren Folgen, wie man in der Gegenwart sieht.

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Rund 100 Professoren und Professorinnen fordern in einer Petition an ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann, die Nationalratsparteien sowie die Rektoren der Unis ein „neutrales“ Semester für alle Studierenden sowie viele Lehrende. Damit würde das Semester nicht auf die Studiendauer angerechnet, Regeln für die Prüfungsaktivität nicht gelten, Beihilfen weiterlaufen sowie mögliche Studiengebühren nicht erhoben.

„Damit soll zumindest ein Teil der negativen Folgen der vernünftigen Sperre von Hochschulen und Schulen abgefangen bzw. etwas ausgeglichen werden“, heißt es in der Petition. Studierende hätten große Probleme wie unsicher gewordene Erwerbsarbeit, erhöhte Sorgeverpflichtungen etwa durch die Schließung der Kindergärten und Schulen und den Wegfall der Kinderbetreuung durch Eltern und Großeltern, unzureichende technische Ausrüstung für E-Learning und Bibliothekszugänge etc.

Präsenzlehre in Sommer verschieben keine Lösung

Gleiches gelte für viele Lehrende – insbesondere für Personen mit Lehraufträgen, nur befristeten Verträgen und für in Teilzeit beschäftigte Forscher und Forscherinnen. „Von ihnen wird in der Zeit der Umstellung ein besonderes Engagement verlangt, ohne dass hierfür irgendeine Form von Sicherheit geboten würde.“ Darüber hinaus seien viele von ihnen zusätzlich zu ihren Tätigkeiten an den Hochschulen freiberuflich oder in außeruniversitären Projekten tätig, die durch die aktuelle Krise wegbrechen.

Keine generelle Lösung ist es aus Sicht der Professoren aber, Präsenzlehre in den Sommer zu verschieben. Das soll zwar auf freiwilliger Basis möglich sein – viele Studierende wie auch Lehrende benötigten die Sommermonate aber für Erwerbsarbeit bzw. für Forschung und Publikationen. Koordiniert wird die Petition vom Politikwissenschafter Ulrich Brand (Uni Wien). Unterzeichnet wurde sie unter anderem von den Soziologen Ulrich Bacher (Uni Linz) und Jörg Flecker (Uni Wien), der Psychologin Judith Glück (Uni Klagenfurt), dem Ökologen Gerhard Herndl, der Politikwissenschafterin Barbara Prainsack und dem Historiker Oliver Rathkolb (alle Uni Wien).

Ausland

Der mutmaßliche Attentäter von Halle in Deutschland hat einem Bericht zufolge ein ausführliches Geständnis abgelegt. Nach heute veröffentlichten Recherchen von Nord- und Westdeutschem Rundfunk sowie „Süddeutscher Zeitung“ bedauerte Stephan B., nicht noch mehr Menschen getötet und keine Migranten getroffen zu haben. B. hatte nach eigenen Aussagen in erster Linie Juden töten wollen.

Am 9. Oktober hatte er während der Feierlichkeiten zum jüdischen Feiertag Jom Kippur versucht, bewaffnet in die Synagoge der Stadt an der Saale einzudringen und die dort versammelten Menschen zu töten. Nachdem ihm das nicht gelungen war, erschoss er den Ermittlungen zufolge auf offener Straße eine Frau, drang in einen Dönerimbiss ein und tötete dort einen Mann. Auf seiner Flucht verletzte er zwei weitere Menschen schwer.

Waffen selbst gebaut

B. handelte ganz offensichtlich ohne Helfer und Netzwerk. Den Medienberichten zufolge berichtete er den Ermittlern, wie er seine Waffen selbst zusammengebaut habe – aus Metallrohren und mit einem 3-D-Drucker. Auch seine Molotowcocktails und Splitterbomben, die er bei sich hatte, habe er selbst hergestellt.

In seiner rassistischen und rechtsextremen Weltanschauung fand er den Angaben zufolge geistige Unterstützung im Internet. Er traf sich im Netz anonym auf Imageboards mit Gleichgesinnten vor allem aus den USA, die einander in ihrem Juden- und Frauenhass bestärkten.

Auslöser für seine Tat war laut Bericht der rechtsextremistische Anschlag im März 2019 auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch, bei dem der Attentäter 51 Menschen tötete. Das sei für ihn eine Zäsur gewesen, und er habe sich entschieden, sich zu bewaffnen, sagte B. dem Bericht zufolge den Ermittlern. Die Patronen habe er gebraucht im Internet gekauft und selbst befüllt. Er habe der ganzen Welt zeigen wollen, dass Waffen sehr günstig hergestellt werden könnten.

Zurückgezogenes Leben

B. lebte sehr zurückgezogen in einem kleinen Zimmer in der Wohnung seiner Mutter in einem Dorf bei Eisleben. Er hatte nach Angaben seiner Familie keine Freunde, keine Partnerin, er war nicht Mitglied in Vereinen oder einer Partei. Offenbar radikalisierte er sich nach einer schweren Operation, nach der er sein Chemiestudium aufgab, allein durch Kontakte im Internet. Der Mann gilt nach Einschätzung von Experten als schuldfähig.

Die Bundesanwaltschaft sieht dem Bericht zufolge darin Taten, die geeignet seien, das Ansehen der Bundesrepublik in der Staatengemeinschaft zu schädigen.

Hinweis

Hinweis zum Umgang von ORF.at mit statistischen Daten zur Coronavirus-Krise in Österreich: Es gibt auf Landes- und Bundesebene verschiedene staatliche Quellen, die in unterschiedlichem Rhythmus Daten zum Stand der Coronavirus-Krise veröffentlichen.

Dabei kann es zu plötzlichen Sprüngen in den Fallzahlen kommen, etwa weil viele Datensätze auf einmal ins Epidemiologische Meldesystem – eine zentrale medizinische Datenbank – eingetragen werden.

Anders als in Italien gibt es in Österreich derzeit keine täglich veröffentlichten maschinenlesbaren Berichte der verantwortlichen staatlichen Stelle, sodass alle Daten händisch eingeben werden müssen.

Verbindlich sind für ORF.at nach wie vor die halbtäglichen Meldungen der durchgeführten Tests, der bestätigten Infektionen und Todesfälle auf der Website des Gesundheitsministeriums. Gegen 8.00 Uhr werden die Anzahl der Tests vom Vortag sowie die aktuellen Summen von bestätigten Fällen und Todesfällen auf Bundes- und Landesebene veröffentlicht. Gegen 15.00 Uhr werden diese Zahlen und auch die Verlaufsgrafiken aktualisiert.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Nähere Informationen zu Quellen und Aktualisierungsrhythmus finden Sie in einem erläuternden Zusatzartikel.

Chronik

Der ehemalige Bürgermeister und der ehemalige Amtsleiter einer Innviertler Gemeinde müssen sich wegen Missbrauchs der Amtsgewalt vor Gericht verantworten. Es geht um Aufschließungs- und Erhaltungsgebühren, die nicht vorgeschrieben wurden, bestätigte die Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis der APA einen Bericht der „Oberösterreichischen Nachrichten“ (Montag-Ausgabe).

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Sport

Der Weg in die National Football League (NFL) ist für einen Österreicher von Haus aus nicht einfach. Mit Bernhard Seikovits und Sandro Platzgummer haben sich zwei zumindest die Chance auf den großen Traum erarbeitet, doch auch sie wurden vorerst von der Pandemie aufgrund des Coronavirus gestoppt. „Nun warten wir auf den Bescheid, der Ende April kommen soll“, sagte Seikovits von den Dacia Vienna Vikings im Gespräch mit ORF.at.

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Kultur

Aus dem niederländischen Museum Singer Laren bei Amsterdam ist bei einem Einbruch ein Gemälde von Vincent van Gogh gestohlen worden. Das teilten das Museum und die Polizei heute mit. Das Museum ist zurzeit wegen der Coronavirus-Krise geschlossen. Der Einbruch ereignete sich den Angaben zufolge in der Nacht auf heute.

Das Gemälde „Frühlingsgarten. Der Pfarrgarten von Nuenen“ von Vincent van Gogh
APA/AFP/Marten De Leeuw

Die Einbrecher stahlen das Gemälde mit dem Titel „Frühlingsgarten. Der Pfarrgarten von Nuenen“ aus dem Jahre 1884. Das Werk war eine Leihgabe des Groninger Museums. Wie hoch der Wert des Bildes ist, teilte das Museum bisher nicht mit.

Die Einbrecher waren nach Angaben der Polizei gegen 3.15 Uhr durch die gläserne Haupteingangstür eingedrungen. Dabei war nach Angaben der Polizei der Alarm ausgelöst worden. Beamte fuhren sofort zu dem Museum – doch die Täter waren bereits fort. Es wurde nur das Van-Gogh-Gemälde gestohlen.

„Diebstahl an uns allen“

„Ein wundervolles und bewegendes Gemälde von einem unserer größten Künstler ist entwendet worden, der Gemeinschaft entnommen“, sagte Museumsdirektor Jan Rudolph de Lorm in einer online übertragenen Erklärung. „Ich bin geschockt und unglaublich wütend.“ Auch Andreas Blüm, Direktor des Groninger Museums, reagierte schockiert. „Dies ist ein Diebstahl an uns allen.“

Van Gogh (1853–1890) hatte das Bild im Garten seiner Eltern in dem südniederländischen Ort Nuenen gemalt. Dort war sein Vater Pfarrer gewesen. Der Pfarrgarten war nach Angaben des Museums ein Ort der Ruhe und Inspiration für den jungen Maler. Das Werk war in der Ausstellung „Spiegel der Seele“ mit Werken von niederländischen Künstlern um 1900 gezeigt worden.

Leute

Der US-Musiker Alan Merrill, Autor des Hitsongs „I Love Rock ’n’ Roll“, ist im Alter von 69 Jahren nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Merrill sei gestern in einem Krankenhaus in New York gestorben, teilte seine Tochter bei Facebook mit. Er habe gerade an einem neuen Album gearbeitet.

Merrill hatte „I Love Rock ’n’ Roll“ 1975 als Mitglied der Band Arrows geschrieben. 1982 veröffentlichte die Sängerin Joan Jett ein Cover des Songs, das weltweit zum Erfolg wurde. Jett trauerte nun via Twitter um Merrill. „Mit großem Dank und Traurigkeit wünsche ich ihm eine sichere Reise auf der anderen Seite.“

Auch Musiker Meat Loaf, in dessen Band Merrill eine Zeit lang Gitarrist gewesen war, betrauerte den Tod seines früheren Kollegen. Merrill sei ein „großartiger und sehr talentierter Mensch“ gewesen, schrieb er auf Facebook. „Ich bin jetzt sehr traurig.“

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