Ukraine-Krieg

Nordkorea steht bei den völkerrechtswidrigen und international kritisierten Annexionen ukrainischer Gebiete durch Russland auf der Seite Moskaus.

Die zuvor abgehaltenen Scheinreferenden in den vier Gebieten Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja seien „im Einklang mit der UNO-Charta“ abgehalten worden, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter heute nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Jo Cheol Su, Generaldirektor für internationale Organisationen im nordkoreanischen Außenministerium, sagte zudem, dass man die Haltung der russischen Regierung bei der Annexion der Gebiete unterstütze.

Im Juli erkannte Nordkorea als weltweit drittes Land nach Russland und Syrien die Unabhängigkeit der prorussischen Separatistenrepubliken Donezk und Luhansk in der Ukraine an.

Vor dem Hintergrund der ukrainischen Offensive hat Präsident Wolodymyr Selenskyj um das Vertrauen der Bevölkerung in den russisch besetzten Gebieten geworben. „Russische Propagandisten schüchtern die Menschen in den noch von den Besatzern kontrollierten Gebieten ein, dass die Ukraine angeblich fast jeden, der in den besetzten Gebieten bleibt, als Kollaborateure betrachten werde. Absolut wirres Zeug“, sagte Selenskyj gestern in seiner täglichen Videoansprache. Wer sich den Russen nicht angedient habe, habe nichts zu befürchten, sagte er.

Der Präsident betonte, dass es nur vereinzelt Unterstützung für die russischen Okkupanten gegeben habe, obwohl sich „Hunderttausende“ vorübergehend unter der Besatzungsmacht befunden hätten. Damit widersprach er dem russischen Narrativ, dass die Menschen in den vier besetzten ukrainischen Gebieten Cherson, Donezk, Luhansk und Saporischschja mehrheitlich nach Russland strebten. Mit dieser Begründung hatte Kreml-Chef Wladimir Putin nach der Abhaltung von Scheinreferenden die Gebiete annektiert.

Selenskyj berichtete von weiteren Rückeroberungen der ukrainischen Armee und kündigte die Auszahlung von Pensionen und Sozialleistungen in den wiedergewonnenen Territorien an. Die durch den Krieg finanziell schwer angeschlagene Ukraine hatte sich am Montag Finanzhilfen der Europäischen Union über fünf Milliarden Euro gesichert. Der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, hatte mitgeteilt, das Geld werde für „sofortige Liquiditätsengpässe sowie Lohn- und Pensionszahlungen“ verwendet.

Hilfe für die Ukraine und Streit über Reparationsforderungen in Billionenhöhe: Beim heutigen Treffen der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock mit ihrem polnischen Kollegen Zbigniew Rau stehen kontroverse Themen an.

Am Vorabend würdigte Baerbock in Warschau die polnischen Verdienste um die deutsche Wiedervereinigung. Zugleich sicherte sie Polen und ganz Mittel- und Osteuropa angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine Beistand zu.

Baerbock sagte bei einer Feier der deutschen Botschaft in der polnischen Hauptstadt zum Tag der deutschen Einheit: „Wir werden für euch da sein, so wie ihr für uns da wart, als wir euch am dringendsten brauchten.“ Die Sicherheit Osteuropas sei Deutschlands Sicherheit. „Darauf können Sie sich verlassen“, rief sie.

Die polnische Bevölkerung hatte in den 80er Jahren mit Protesten das kommunistische Regime überwunden und damit die Wende in Osteuropa eingeleitet.

„Lassen in Unterstützung für Ukraine nicht nach“

„Wir werden in unserer Unterstützung für die Ukraine nicht nachlassen“ – gemeinsam mit den Partnern in EU und NATO, versicherte Baerbock. „Denn wir Deutsche werden nie vergessen, dass wir unser Leben in Freiheit, in einem wiedervereinigten Land im Herzen Europas, auch und gerade unseren Verbündeten und Nachbarn zu verdanken haben.“

Im Zuge der Untersuchung der Lecks an den „Nord Stream“-Gaspipelines hat die schwedische Küstenwache mit der Absperrung der betroffenen Zone begonnen. In einem Radius von fünf Seemeilen (9,26 Kilometern) rund um die Lecks sei Schiffen die Durchfahrt sowie das Ankerlassen verboten, teilte die Küstenwache gestern mit.

Außerdem seien dort die Fischerei, der Betrieb von Unterwasserfahrzeugen sowie geophysische Erkundungen bis auf Weiteres untersagt.

Leck Akt der Sabotage?

Die Küstenwache folgte mit der Absperrung einer Anordnung der schwedischen Staatsanwaltschaft. Die Sperrzone werde eingerichtet, um eine „Tatortuntersuchung“ zu ermöglichen, erklärten die Strafverfolger. Sie gehen dem Verdacht nach, dass die Lecks an den Leitungen für russisches Gas durch Sabotage entstanden sind.

Staatsanwalt Mats Ljungqvist betonte zugleich, dass die Untersuchung zwar „intensiv“ geführt werde, sich aber noch in einem frühen Stadium befinde. Er könne deshalb keine Details dazu veröffentlichen, welche Methoden bei der Untersuchung angewendet würden.

Vier Lecks entdeckt

In der vergangenen Woche waren insgesamt vier Lecks an den Pipelines „Nord Stream 1“ und „Nord Stream 2“ entdeckt worden, die von Russland durch die Ostsee nach Deutschland führen. Alle Lecks befinden sich nahe der dänischen Insel Bornholm, zwei davon in der Wirtschaftszone Dänemarks und die beiden anderen in der Wirtschaftszone Schwedens. Die Leitungen sind zwar nicht in Betrieb, waren aber aus technischen Gründen mit Gas gefüllt.

Am Wochenende hat es in Österreich Aufregung über das Ende der „Öffi“-Freifahrt für geflüchtete Menschen aus der Ukraine gegeben. Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) und die ÖBB haben die Freifahrt jetzt zumindest bis Ende Oktober verlängert.

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Inland

Die Regierungsparteien ÖVP und Grüne haben sich über die Anpassung der Pensionen für 2023 geeinigt. Die Details dazu werden Sozialminister Johannes Rauch (Grüne) und ÖVP-Klubobmann August Wöginger heute bekanntgeben.

Klar ist bereits, dass die Einkommen der rund 200.000 Pensionisten mit Ausgleichszulage um rund zehn Prozent erhöht werden. Für die anderen Pensionisten wird es eine sozial gestaffelte Erhöhung geben, hieß es in der Einladung zur Pressekonferenz.

Die Erhöhung für die Ausgleichszulagenbezieher setzt sich aus einer strukturellen Erhöhung der Ausgleichszulage und einer Direktzahlung zusammen. Wie genau diese aussieht, werden Rauch und Wöginger ebenso bekanntgeben wie die Details der sozialen Staffelung der Pensionserhöhung für alle anderen rund 2,2 Millionen Pensionsbezieher.

Kritik von SPÖ- und ÖVP-Seniorenvertretungen

Heftige Kritik übte der Präsident des Seniorenrates und des SPÖ-Pensionistenverbandes, Peter Kostelka. Dieser sprach von einem „glatten Wortbruch“, weil er in die Verhandlungen nicht einbezogen war, obwohl das vereinbart gewesen sei. Inhaltlich sprach Kostelka von einer „Mogelpackung“.

Auch die Präsidentin des ÖVP-Seniorenbundes, Ingrid Korosec, kritisierte die Nichteinbindung in die Verhandlungen. Es sei zwar die Aufgabe der Regierung, ein Paket zu schnüren, sagte Korosec, „aber das ist nicht das, was ich mir unter Zusammenarbeit vorstelle“. Ein „gewisses Verständnis“ zeigte sie hingegen dafür, dass ein Teil der Erhöhung für die Ausgleichszulagenbezieher über eine Einmalzahlung erfolgen soll.

Nach der Sondersitzung gestern kommt der Nationalrat heute ein weiteres Mal außertourlich zusammen. Auf Verlangen der Freiheitlichen liegt der Fokus diesmal auf Asyl und dem Nein der FPÖ zu den Russland-Sanktionen. „Österreich braucht Wohlstand und Sicherheit statt EU-Sanktionen und Asylanten-Ansturm“, lautet der gewählte Titel.

Die Sitzung wird in der Früh eröffnet, um 11.00 Uhr beginnt dann die Debatte über die angekündigte Dringliche Anfrage an Innenminister Gerhard Karner (ÖVP). Auch einen Antrag für ein Maßnahmenpaket zur „De-Attraktivierung“ Österreichs als Zielland für Migration will die FPÖ einbringen.

Der Tiroler ÖVP-Klubobmann Jakob Wolf stellt wenige Tage vor der Bundespräsidentenwahl eine Abkehr vom bisherigen Wahlmodus zur Diskussion. Man könne und sollte sich durchaus überlegen, ob der Bundespräsident zukünftig unbedingt direkt vom Volk gewählt werden muss oder ob es nicht auch eine indirekte Wahl geben könne, sagte Wolf zur APA und brachte dabei das Beispiel Deutschland ins Spiel.

Dort wählt die Bundesversammlung alle fünf Jahre den Bundespräsidenten neu. „Für mich wäre ein solcher Wahlmodus wie bei unseren nördlichen Nachbarn definitiv eine Überlegung wert, denn so hielte sich der Aufwand für eine solche Wahl in Grenzen“, sagte der Jurist Wolf. Auch aus der Bevölkerung höre er immer wieder, weshalb man in Österreich nicht auf dieselbe Art und Weise verfahren könne wie in der Bundesrepublik.

Wolf will Debatte anstoßen

Der schwarze Klubobmann verwies darauf, dass es schließlich auch in Österreich das Verfassungsorgan der Bundesversammlung gibt, das sich aus den Abgeordneten zum Nationalrat und den Mitgliedern des Bundesrats zusammensetzt. Ihm gehe es darum, eine Diskussion über die zukünftige Handhabung anzustoßen, so Wolf. Sollte es den politischen Willen für eine Änderung geben, brauche es sicherlich einen Verfassungskonvent.

Die 80-seitige Anklage rund um eine österreichische Geheimdienstoperation im Auftrag des Mossad liegt vor. Wie der „Kurier“ gestern berichtete, muss die ehemalige Spitze des Verfassungsschutzes vor Gericht aussagen. Der Vorwurf lautet, dass das Asylverfahren von Chaled H., dem Kriegsverbrechen vorgeworfen wird, manipuliert worden sein soll, um ihn für den israelischen Auslandsgeheimdienst in Österreich zu verstecken.

Angeklagt werden von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) unter anderem vier Topagenten des ehemaligen Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT). Es handelt sich dabei immerhin um Ex-BVT-Spionagechef Bernhard P., den ehemaligen BVT-Abteilungsleiter Martin W. sowie zwei weitere heimische Topagenten, berichtet die Tageszeitung. Zudem landet ein Beamter des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA) auf der Anklagebank. Den Angeklagten drohen Strafen von bis zu fünf Jahren Haft.

Deal mit Israel?

Auch die halbe damals tätige Polizei- und Justizspitze wird als Zeuge in diesem Prozess aussagen müssen. Dazu zählen der ehemalige Generaldirektor für die Öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler, Ex-BVT-Chef Peter Gridling und Ex-Sektionschef Christian Pilnacek. Konkret geht es um die Operation „White Milk“, die der „Kurier“ 2019 aufgedeckt hat.

Im Mittelpunkt steht dabei General Chaled H., der für Folterungen von Regimegegnern im syrischen Rakka mitverantwortlich sein soll. Laut „Kurier“ soll der Deal vom ehemaligen BVT-Vize Wolfgang Zöhrer bei einem Israel-Besuch eingefädelt worden sein. Dieser soll BVT-Abteilungsleiter Martin W. mit der Kooperation beauftragt haben.

Unterhaltskosten trug Israel

Der gab dann den Auftrag an den damaligen BVT-Nachrichtendienstchef Bernhard P. und dessen Beamte weiter. Diese wiederum trafen sich mehrmals zu Gesprächen mit Mossad-Agenten, „in deren Verlauf der Inhalt der Kooperationsvereinbarung festgelegt wurde“.

Die Israelis sagten zu, die Unterhaltskosten für den syrischen General zu übernehmen. Ziel sei die geheimdienstliche Informationsgewinnung bezüglich Syrien gewesen. Zugleich versicherte der Mossad den Österreichern, dass Chaled H. kein Kriegsverbrecher sei.

ÖVP und SPÖ werden in Koalitionsverhandlungen eintreten. Das hat gestern ÖVP-Chef Anton Mattle (ÖVP) angekündigt. Die Parteigremien hätten seinen Vorschlag mitgetragen, mit der SPÖ in „ergebnisoffene“ Koalitionsverhandlungen zu treten.

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Die Salzburger Landesregierung will heute ein „umfassendes Pflegepaket“ vorstellen. Damit sollen Pflegekräfte entlastet und besser bezahlt werden. Außerdem soll die Ausbildung attraktiver werden, um den immer größeren Personalmangel in den Griff zu bekommen.

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Statt einer klassischen Wahlkampftour führt den Bundespräsidentschaftskandidaten Tassilo Wallentin derzeit eine Lesereise durch Österreich. Ende September macht er dafür in seiner Heimat Wien halt. Dass der 48-Jährige um Wählerstimmen wirbt, ist bei der Präsentation seines neu erschienenen Buchs aber klar: Mit Kritik am politischen Establishment spart Wallentin nicht. Vor allem aber inszeniert er sich als jenen Kandidaten, der nicht nur die Lösungen für aktuelle Krisen kennt, sondern auch die Antworten auf die Sorgen seines Publikums weiß.

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Ausland

Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Generalstabs und der japanische Küstenwache erneut eine Rakete Richtung Meer vor der Ostküste gezündet. Die japanische Regierung forderte die Bürger auf, Schutz zu suchen, da die Rakete offenbar über das japanische Hoheitsgebiet flog, bevor sie in den Pazifischen Ozean stürzte.

Japan hat scharf gegen den Raketentest protestiert. Es war das erste Mal seit knapp fünf Jahren, dass wieder eine nordkoreanische Rakete über die japanische Inselgruppe geflogen ist. Regierungschef Fumio Kishida nannte den Test „ungeheuerlich“.

Der Abschuss löste einen seltenen öffentlichen Raketenalarm aus, der die Bewohner der nordjapanischen Insel Hokaido und der Präfektur Aomori an der Nordspitze der japanischen Hauptinsel Honshu mit Warnmeldungen aufforderte, Schutz in ihren Häusern zu suchen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete.

Laut Tokio 4.600 Kilometer lange Flugbahn

Japans Verteidigungsminister Yasukazu Hamada berichtete, dass die Rakete 4.600 Kilometer weit geflogen sei. Es sei die weiteste horizontale Strecke gewesen, die eine Rakete Nordkoreas zurückgelegt hat. Kabinettschef Hirokazu Matsuno nannte den nordkoreanischen Test eine „unmittelbare Bedrohung“ für die Region und die Weltgemeinschaft.

Es war das siebente Mal überhaupt, dass Nordkorea eine Rakete über Japan geschossen hat – zuletzt 2017. Die Rakete landete nach japanischen Angaben rund 3.000 Kilometer östlich von Japan im Pazifischen Ozean.

Über seine Botschaft in Peking übermittelte Japan einen formellen Protest bei der nordkoreanischen Vertretung in der chinesischen Hauptstadt, wie die Nachrichtenagentur Jiji berichtete.

Der frühere US-Präsident Donald Trump wirft dem Nachrichtensender CNN Verleumdung vor und will mit einer Klage eine Schadenersatzzahlung in dreistelliger Millionenhöhe erreichen. In der Klageschrift, die seine Anwälte gestern in Florida einreichten, heißt es, der Sender habe versucht, seinen großen Einfluss als angeblich vertrauenswürdige Nachrichtenquelle zu nutzen, um ihn zu diffamieren und „politisch zu besiegen“.

Diese Verleumdungskampagne habe sich in den vergangenen Monaten nur noch verschärft, „weil CNN befürchtet, dass der Kläger 2024 für das Amt des Präsidenten kandidieren wird“. Als Teil „konzertierter Bemühungen“, das politische Gleichgewicht nach links zu kippen, habe CNN Trump in skandalöser Weise etwa als „Rassisten“ und als „russischen Lakaien“ bezeichnet und mit Hitler verglichen. Tatsächlich hat CNN wirtschaftlich dank höherer Einschaltquoten von Trumps Präsidentschaft profitiert.

„Demütigung und seelische Qualen“

Auf etwa zwei Dutzend Seiten sind in der Klageschrift entsprechende Beispiele aufgeführt. Gefordert wird Schadenersatz in Höhe von 475 Millionen Dollar (483 Mio. Euro). Zur Begründung schrieben die Anwälte, die CNN-Berichterstattung habe für Trump Rufschädigung, „Schmerz, Demütigung und seelische Qualen“ verursacht.

Medien, die kritisch über ihn berichten, verunglimpft Trump regelmäßig als lügnerisch („fake news“) und als „Feinde des Volkes“. Seit Monaten befeuert der Republikaner Spekulationen, dass er bei der Präsidentschaftswahl 2024 für seine Partei erneut als Kandidat antreten könnte.

Jedes Vorgehen gegen ihn, auch diverse juristische Auseinandersetzungen mit offiziellen Stellen, stellt er als Versuch seiner politischen Gegner dar, ihn an einer Kandidatur zu hindern.

UNO-Generalsekretär Antonio Guterres beklagt die politische Stagnation im Kampf gegen die sich verschärfende Klimakrise. „Während das Klimachaos voranschreitet, ist der Klimaschutz ins Stocken geraten“, sagte Guterres gestern in New York – und griff vor allem die führenden Industrienationen scharf an. „Um es klar zu sagen: Die kollektiven Verpflichtungen der G-20-Regierungen sind viel zu klein und kommen viel zu spät.“

Es brauche bei der anstehenden Weltklimakonferenz in Ägypten deutlich mehr internationale Kompromissbereitschaft. In Ägypten beraten auf der UNO-Konferenz, genannt COP27, knapp 200 Staaten zwei Wochen lang darüber, wie der Kampf gegen die Erderhitzung verstärkt werden kann. Die Zeit drängt, denn die vergangenen sieben Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Der Sommer in Europa war geprägt von Dürren, die im Zuge der Klimakrise häufiger werden.

Die weltweiten Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase müssen Forschern zufolge schon bis 2030 um etwa die Hälfte sinken. Anders ist das auf der UNO-Klimakonferenz in Paris 2015 gemeinsam vereinbarte Ziel nicht zu erreichen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Nach den gegenwärtig vorgelegten Klimaschutzplänen der Staaten würden sie aber sogar weiter steigen.

EU

Die EU-Kommission bereitet sich angesichts des Krieges in der Ukraine und der Energiekrise auf mögliche Stromausfälle und andere Notlagen innerhalb der EU vor.

„Es ist gut möglich, dass Katastrophenhilfe auch innerhalb der EU nötig wird“, sagte der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz, Janez Lenarcic, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). In dem Fall könnte die EU-Kommission unter ihrem Programm für Katastrophenschutz Hilfen koordinieren und weiterleiten.

„Wenn nur eine kleine Zahl an Mitgliedsstaaten von einem Zwischenfall wie einem Blackout betroffen ist, können andere EU-Staaten über uns Stromgeneratoren liefern, wie es während Naturkatastrophen geschieht“, sagte der Kommissar.

Wäre eine große Zahl an Ländern gleichzeitig betroffen, sodass die EU-Länder ihre Nothilfelieferungen an andere Mitgliedsstaaten deckeln müssten, könne die Kommission den Bedarf aus ihrer strategischen Reserve bedienen. Zu dieser Reserve für Krisenfälle zählen Löschflugzeuge, Generatoren, Wasserpumpen und Treibstoff, medizinisches Gerät und inzwischen auch Medizin, sagte Lenarcic.

Wirtschaft

Elektrolastwagen dürften nach einer Studie der Unternehmensberatung PwC in einem Jahrzehnt den Markt beherrschen. Schon 2030 seien E-Lastwagen bei den Gesamtkosten etwa 30 Prozent günstiger als Diesel-Lkws, schrieben die Branchenexperten in einer heute veröffentlichten Studie.

Dann werde jeder dritte neue Lastwagen in Europa, Nordamerika und China elektrisch fahren. „Bis 2035 wird ihr Anteil in diesen Märkten bei den Neuzulassungen auf über 70 Prozent steigen.“

Enorme Investitionen in Tankstellennetz nötig

Für ein flächendeckendes Netz von Ladesäulen und Wasserstofftankstellen müssten bis dahin allerdings allein in Europa 36 Milliarden Euro investiert werden. Um genügend grünen Strom für die E-Lastwagen zu haben, seien auch bis zu 21.000 zusätzliche Windräder nötig, heißt es in der Studie von PwC Strategy&.

Halbe Maut für E-Lkws

„Die Transformation nimmt derzeit enorm an Fahrt auf“, sagte einer der Autoren, Jörn Neuhausen. Treiber des Wandels seien die gesetzlichen Vorgaben und die wachsenden Kostenvorteile für E-Lastwagen. In Europa zahlen sie voraussichtlich ab Mai 2023 nur noch halb so viel Maut.

Coronavirus

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 920,1 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Laut AGES wurden 8.487 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. 20.758 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 1.697 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 71 auf Intensivstationen. Eine Unterscheidung in Haupt- und Nebendiagnose ist mit dieser Datenquelle bundesweit nicht möglich.

Im Berichtsschema der AGES werden die Daten nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Die Zahl der Neuinfektionen steigt in Wien deutlich. Gestern wurden mehr als 1.600 Neuinfektionen gemeldet, fast 25.000 Personen in Wien galten als aktive Fälle. Die Wiener Stadtregierung plant derzeit jedoch keine strengeren Regeln.

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Sport

Max Verstappen hat die erste Chance auf den zweiten F1-WM-Titel gestern vergeben. Nach seinem schwächsten Saisonrennen war er entsprechend frustriert. „Ich hatte überhaupt keinen Spaß“, sagte der Red-Bull-Star über Platz sieben in Singapur. „Es ist besser, dieses Rennen einfach zu vergessen und nach Japan weiterzuziehen.“

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Schachstar Magnus Carlsen hat gestern seine ersten Züge in Mayrhofen im Zillertal (Tirol) gezogen. Er remisierte mit den schwarzen Steinen nach 200 Minuten gegen den Letten Nikita Meshkovs.

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Chronik

Auf der Südostautobahn (A3) hat es heute Früh einen Polizeieinsatz gegeben: Höhe Müllendorf im Burgenland wurde ein Schlepperfahrzeug mit circa zehn Insassen gestoppt. Da sich geschleppte Personen auf der Autobahn aufhielten, musste die A3 kurz gesperrt werden.

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Auf der Mühlkreisautobahn (A7) in Oberösterreich findet heute Nachmittag eine großangelegte Übung der Einsatzkräfte statt. Im Bereich der Anschlussstelle Dornach wird ein Verkehrsunfall simuliert. Die ASFINAG rechnet mit schaulustigen Autofahrerinnen und Autofahrern und ruft dazu auf, zügig an der Übung vorbeizufahren.

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Ein Untersuchungsbericht im Auftrag der US-Fußballliga für Frauen beschreibt die weitreichende sexuelle Belästigung von Spielerinnen durch ihre Trainer. Auf mehr als 150 Seiten führt das gestern veröffentlichte Dokument zahlreiche Beispiele von unangemessenen Annäherungen sowie emotionalem und körperlichem Missbrauch durch Coaches auf.

Die beauftragte unabhängige Kommission sprach davon, dass die Taten einen systematischen Charakter hätten, der tief im amerikanischen Frauen-Fußball und auch in den Jugendligen verwurzelt sei.

Beschwerden wiederholt ignoriert

„Teams, die Liga und der Verband reagierten nicht nur wiederholt nicht angemessen, wenn sie mit Beschwerden von Spielerinnen und Beweisen für Missbrauch konfrontiert wurden, sie versäumten es auch, grundlegende Maßnahmen zu ergreifen, um das zu verhindern und dagegen vorzugehen, auch wenn einige Führungskräfte privat die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz einräumten“, hieß es.

Täter blieben oft unbestraft

Die Täter seien oftmals nicht bestraft worden, hätten nach dem Missbrauch zu neuen Teams wechseln können und wurden dabei teils mit wohlwollenden Pressemitteilungen reingewaschen. „Und niemand in den Teams, der Liga oder dem Verband verlangte von den Trainern Besserung“, steht im Bericht.

Die Untersuchung war von der US-Frauen-Fußballliga nach einer Welle von Vorwürfen durch Spielerinnen im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben worden.

Unter den 125 Toten bei der Massenpanik in einem indonesischen Fußballstadion sind den Behörden zufolge mindestens 33 Kinder und Jugendliche.

Das bisher jüngste identifizierte Opfer sei ein drei oder vier Jahre altes Kleinkind, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Frauenförderung und Kinderschutz heute. Insgesamt waren bei der Tragödie im Kanjuruhan-Stadion in der Stadt Malang mindestens 125 Menschen ums Leben gekommen.

Nach der Massenpanik wurde der Ruf nach Bestrafung der Verantwortlichen laut. Augenzeugen machten der Polizei schwere Vorwürfe, eine unabhängige Untersuchung dürfte es aber nicht geben.

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IT

Eingestürzte Gebäude, Erdbeben und Gasexplosionen stellen Rettung, Feuerwehr und Bundesheer oft vor Herausforderungen. Roboter sollen jetzt bei solchen Katastrophen helfen. In Tulln in Niederösterreich werden sie von der Johanniter-Unfall-Hilfe bei Einsatzübungen getestet.

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Umwelt & Klima

Australiens Labor-Regierung will mit einem neuen Aktionsplan seine einmalige Tier- und Pflanzenwelt künftig besser vor Gefahren schützen und das dramatische Artensterben stoppen.

Im Zentrum des auf zehn Jahre angelegten Plans von Umweltministerin Tanya Plibersek stehen zunächst 110 Arten und 20 Regionen von besonders hohem Naturwert, wie Kangaroo Island vor South Australia und der Kakadu-Nationalpark im tropischen Norden.

Die Arten, denen vorrangig geholfen werden soll, seien von unabhängigen Experten ausgewählt worden, berichtete die Nachrichtenagentur AAP.

Koala mit Jungtier
IMAGO/Cover-Images

Von Koalas bis zu seltenen Pflanzen

Dazu gehören etwa endemische Beuteltiere wie Koalas und Wombats, Opossums, der Rotschwanz-Rabenkakadu, der Australische Seelöwe und das Bürstenschwanz-Felskänguru. Auch verschiedene Fisch-, Frosch- und Reptilienarten sowie 30 Pflanzenarten stehen auf der Liste.

Ziel ist es, die unter anderem vom Klimawandel und vom Verlust ihres natürlichen Lebensraums bedrohten Spezies besser zu schützen und vom Aussterben bedrohte Populationen wiederzubeleben. Gerade kleinere Tiere werden in Australien zudem von wilden Katzen (Felis catus) gejagt, die während der europäischen Besiedelung eingeführt wurden und heute zum Aussterben verschiedener Arten beitragen.

„Spitzenreiter beim Aussterben von Säugetieren“

„Unser bisheriger Ansatz hat nicht funktioniert“, sagte Plibersek heute. „Australien ist der weltweite Spitzenreiter beim Aussterben von Säugetieren.“ Der Handlungsbedarf sei noch nie größer gewesen.

Medien

Österreichs Musik- und Kulturszene macht gleichsam geschlossen Front gegen mögliche Einsparungen bei den Radiosendern FM4 und Ö1. Nachdem am Wochenende ein „Standard“-Interview von ORF-Radiodirektorin Ingrid Thurnher die Diskussion angestoßen hatte, veröffentlichten gestern zahlreiche Institutionen einen Offenen Brief und eine Onlinepetition. Zu den Unterzeichnern gehören etwa die Salzburger Festspiele, die Bundestheater, der Wiener Musikverein und das Konzerthaus.

Auch die Wiener Philharmoniker und Symphoniker sowie die Universität Mozarteum Salzburg haben den Brief unterfertigt. Der ORF schicke sich an, ganze Sendereihen aus dem Ö1-Programm zu nehmen wie etwa die Ö1 Jazz Nacht, die Lange Nacht der Neuen Musik oder das Kunstradio, heißt es darin: „Es droht ein Kahlschlag mit einem nie dagewesenen Schaden für die heimische Musikszene und der damit verbundenen wirtschaftlichen Wertschöpfungskette.“ So seien mindestens 575 Stunden zeitgenössischen Musikschaffens von Streichungen betroffen.

„Kapitaler Denkfehler“

Es sei ein „kapitaler Denkfehler“, Neue Musik und Jazz als wenig gehörte Sendungen zu definieren und gegen „Hochglanzkultur“ auszuspielen. „Die Pläne des ORF würden damit einer fatalen Beschädigung des hohen Ansehens und des internationalen Ranges des Musiklandes Österreich gleichkommen“, so die Unterzeichner.

„In solch einem Moment der großen Umbrüche das Fundament des Musiklebens – denn jede etablierte Musik war einmal neu und zeitgenössisch – aus dem Öffentlich-Rechtlichen zu verbannen, zeigt die besorgniserregende Distanz des ORF zur Wirklichkeit des Kulturlebens“, heißt es weiter.

Thurnher hatte gegenüber dem „Standard“ in Hinblick auf Ö1 betont: „Natürlich hat Ö1 als Info- und Kultursender auch eine Aufgabe als Kulturproduzent. Das ist eine wirkliche Funktion von Ö1, die wir nicht aufgeben dürfen. Aber vielleicht geht nicht mehr alles, was bisher gegangen ist.“ Sie wolle die Ergebnisse einer Audiomarktstudie abwarten, die Aufschluss darüber geben soll, „mit welchen Zielgruppen wir wo hineingehen“. Erst dann könne man Entscheidungen treffen, mit welchen Angeboten man wo vertreten sei.

Gebührengelder für Bildung, Kunst und Kultur

Welche Sparmaßnahmen man bei Ö1 angesichts der aktuellen Lage genau treffen werde, stehe noch nicht fest, so die Radio-Direktorin. Einsparungen bei Ö1 sollten sich vor allem auf weniger gehörte Sendungen und programmliche Randzonen beschränken. Gleichzeitig habe man sich vorgenommen, Programminnovationen in der Radio-Primetime umzusetzen.

Bereits am Wochenende hatte es einen Offenen Brief von Prominenten wie Bilderbuch, Wanda, Josef Hader, David Schalko, Nikolaus Ofczarek und Verena Altenberger gegeben, in dem gefordert wurde, Gebührengelder für Bildung, Kunst und Kultur zu investieren.

ORF-Generaldirektor Roland Weißmann hatte festgehalten, „selbstverständlich“ die Kritik der namhaften Kunstschaffenden „sehr ernst“ zu nehmen: „Es ist unser Auftrag und Anspruch, der heimischen Kreativszene als Auftraggeber, Plattform und Multiplikator zu dienen.“ Der öffentlich-rechtliche Auftrag und der Umfang der ORF-Radioangebote stehe in keiner Weise zur Disposition: „Ö1 und FM4 werden auch weiterhin die breite Plattform für österreichische Kunst und Kultur sein.“

Kultur

Olga Flor gilt als Spezialistin der Gegenwartsanalyse – nicht zuletzt auch der österreichischen Umstände: Mit formaler Raffinesse und ätzendem Humor seziert sie Geschlechterrollen, Kleinfamilie und das Leben in einer durchökonomisierten Welt. Mit „Morituri“ war die Autorin, die zu den wichtigsten ihrer Generation zählt, zuletzt für den Österreichischen Buchpreis nominiert.

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Das Landleben hat in den vergangenen Jahren wieder an Attraktivität gewonnen, auch in der Literatur. Der neue Roman von Kristine Bilkau spielt ebenfalls auf dem Land. Besonders macht ihn Bilkaus Blick auf die ländliche Gesellschaft: Die Autorin hat für ihr Buch Anleihen am viktorianischen Schauerroman genommen.

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Weniger als ein Jahr nach dem Ohrfeigeneklat um Hollywood-Star Will Smith wird dessen neuer Film „Emancipation“ in die Kinos kommen. Das Sklavendrama von Regisseur Antoine Fuqua werde im Dezember veröffentlicht, teilte Apple gestern mit. Nach dem Skandal um Smith auf der Oscar-Gala im März war allgemein angenommen worden, dass die Veröffentlichung des Films verschoben würde.

Doch nun teilte Apple überraschend mit, dass „Emancipation“ mit Smith in der Hauptrolle am 2. Dezember in die Kinos kommen und eine Woche später auf Apple TV+ gestreamt werden soll. Damit kann Apple den Film auch für die Oscar-Verleihung im März nächsten Jahres einreichen. Smith spielt in dem Drama einen Sklaven, der von Louisiana in den Norden der USA flüchtet.

US-Schauspieler Will Smith watscht Oscars-Moderator Chris Rock ab
APA/AFP/Robyn Beck

Für zehn Jahre aus Oscar-Zeremonie ausgeschlossen

Um den Hollywood-Star war es seit dem Ohrfeigeneklat ruhig geworden. Der 53-Jährige hatte bei der Oscar-Gala auf der Bühne den Komiker Chris Rock geschlagen, nachdem dieser einen Witz über Smiths unter Haarausfall leidende Ehefrau Jada Pinkett Smith gemacht hatte.

Der Eklat sorgte weltweit für Schlagzeilen und überschattete die Gala, bei der Smith für seine Rolle in dem Film „King Richard“ mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde.

In der Folge bat der Star aus Filmen wie „Independence Day“ und „Men in Black“ öffentlich um Entschuldigung und trat aus der Oscar-Akademie zurück. Er wurde außerdem für zehn Jahre von allen Oscar-Zeremonien ausgeschlossen.

Panorama

Hunde, Katzen und andere Tiere stehen heute im Mittelpunkt: Es ist Welttierschutztag. In den vergangenen Coronavirus-Jahren haben sich mehr Menschen ein Tier nach Hause geholt. Dennoch sind die Tierheime schon wieder voll. Wegen der Teuerungen werden mehr Tiere abgegeben – vor allem kranke Hunde und Katzen.

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