Ausland

Wenige Tage vor der Amtseinführung des künftigen US-Präsidenten Joe Biden ist in Washington ein bewaffneter Verdächtiger festgenommen worden. Der Mann aus Virginia hat am Freitagabend (Ortszeit) einen unweit des US-Kapitols errichteten Kontrollpunkt der Polizei angefahren. Dem Nachrichtensender CNN zufolge zeigte er eine gefälschte Zugangsberechtigung für die Vereidigungszeremonie am Mittwoch vor und hatte eine geladene Pistole und 500 Schuss Munition bei sich.

Zudem stellte die Polizei Schrot-Munition sicher. Die Festnahme sei unter anderem erfolgt, weil weder die Schusswaffe noch die Munition registriert war.

USA wappnen sich gegen Gewalt bei Bidens Amtseinführung

Nach der Erstürmung des US-Kapitols durch Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump am 6. Jänner mit mehreren Todesopfern ist die Sorge vor weiteren Gewaltakten rund um die Vereidigung Bidens groß.

Im Zentrum der Hauptstadt, wo sich das Weiße Haus und das Kapitol sowie eine große Freifläche mit verschiedenen Wahrzeichen befindet, wurden drastische Sicherheitsmaßnahmen ergriffen. Neben Kontrollposten der Polizei wurden Metallzäune und Beton-Barrikaden errichtet. Tausende Mitglieder der Nationalgarde – die zur Reserve der US-Armee gehört – wurden abgestellt, um den Kongresssitz zu schützen.

Fünf Monate nach seiner Vergiftung will der Kremlkritiker Alexej Nawalny morgen von Deutschland nach Russland zurückkehren – wo ihm die direkte Festnahme droht. Das Flugzeug der russischen Gesellschaft Pobeda soll am Nachmittag vom Berliner Flughafen BER starten und am Abend auf dem Moskauer Flughafen Wnukowo landen. Der Oppositionsführer hatte seine Anhänger aufgerufen, ihn dort zu treffen.

Die Moskauer Staatsanwaltschaft warnte vor unerlaubten Kundgebungen auf dem Flughafengelände und drohte mit Konsequenzen. Zahlreiche Medien beklagten, dass die Flughafenverwaltung keine Kamerateams zulassen wollte. Die russische Justiz hat Nawalny zur Fahndung ausgeschrieben, weshalb der Gegner von Kremlchef Wladimir Putin mit seiner Festnahme rechnen muss.

Nawalny erholte sich in Deutschland von einem Anschlag mit dem als Chemiewaffe verbotenen Nervengift Nowitschok. Das Attentat war am 20. August in der sibirischen Stadt Tomsk auf ihn verübt worden. Ungeachtet der Gefahr, getötet oder festgenommen zu werden, erklärte Nawalny mehrfach, dass sein Platz in Russland sei und er dort seinen Kampf gegen das „System Putin“ fortsetzen wolle.

Nawalny drohen in Russland mehrere Strafverfahren, die als politisch motiviert in der Kritik stehen. Möglich ist eine Festnahme, weil er Bewährungsauflagen in einem früheren Strafverfahren nicht erfüllt haben soll, während er sich in Deutschland aufhielt. Nawalny hatte immer wieder Putin und den Inlandsgeheimdienst FSB für den Mordanschlag verantwortlich gemacht. Der Kremlchef hatte das stets zurückgewiesen.

In Paris und anderen französischen Städten haben wieder Tausende Menschen gegen das geplante Sicherheitsgesetz demonstriert. In Paris zogen die Demonstrierenden heute im Schneeregen in Richtung Bastille-Platz im Osten der Stadt.

Die Polizei schritt nach eigenen Angaben in der Nähe des Demonstrationszuges ein, um eine ungenehmigte Rave-Party zu verhindern – deren Organisatoren wurden kostenpflichtig verwarnt.

Mit dem Sicherheitsgesetz will die Mitte-Regierung von Premier Jean Castex die Polizei besser schützen. Nach Massenprotesten wird jedoch ein besonders umstrittener Artikel umformuliert, der die Verbreitung von Aufnahmen von Polizeieinsätzen einschränken soll.

Die Organisationen fordern seine vollständige Streichung und kritisieren weitere Gesetzespunkte wie etwa die Ausweitung der Videoüberwachung. Ende vergangenen Jahres gab es auf den Straßen des Landes bereits massiven Protest gegen das Gesetz.

In einem Wald bei Seevetal in Niedersachsen in Deutschland ist ein Erddepot entdeckt worden, in dem sich möglicherweise Hinterlassenschaften der RAF befinden. In einem vergrabenen Kunststofffass seien unter anderem Schriftstücke aus den 1980er Jahren und Behältnisse mit zunächst unbekannten Flüssigkeiten sichergestellt worden, wie das Landeskriminalamt Niedersachsen heute mitteilte.

Waffen wurden nicht gefunden. Nach erster Bewertung des Schriftmaterials sei ein Bezug zur bundesweit agierenden terroristischen Gruppierung RAF nicht auszuschließen, hieß es.

Ugandas Präsident Yoweri Museveni ist nach Angaben der staatlichen Wahlkommission mit knapp 59 Prozent der Stimmen für eine sechste Amtszeit gewählt worden. Musevenis wichtigster Konkurrent Bobi Wine erhielt knapp 35 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission heute mitteilte.

Ugandischer Präsident Yoweri Museveni
AP/Ben Curtis

Den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen am Donnerstag war einer der gewalttätigsten Wahlkämpfe seit Jahren vorausgegangen. Mindestens 54 Menschen starben, Regierungskritiker wurden eingeschüchtert oder eingesperrt sowie Journalisten angegriffen, die über Veranstaltungen der Opposition berichtet hatten. Am Wahltag selbst sorgte ein massives Sicherheitsaufgebot für Ruhe, das Internet ist seitdem gesperrt.

Der 76-jährige Museveni ist seit 1986 an der Macht. Dank einer Verfassungsänderung kann der ehemalige Rebellenführer unbegrenzt für weitere Mandate kandidieren. Die Opposition hält er seit Jahren klein. Viele Ugander kennen nur Museveni als ihren Präsidenten.

COV Inland

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 130 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Damit fiel der Wert im Vergleich zum Vortag (137) leicht. Am höchsten ist die Zahl in Salzburg (249) und Kärnten (172), am niedrigsten in Tirol (98) und im Burgenland (111).

Ministerien melden 1.723 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 1.723 neu registrierte Coronavirus-Fälle (Stand: heute, 9.30 Uhr) innerhalb der letzten 24 Stunden. Landesweit starben bisher 6.987 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 2.042 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 337 auf Intensivstationen.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung für die Umstellung und die neue, genauere Zählweise in ORF.at/corona

Nachdem der Start der Anmeldung zu den Coronavirus-Impfungen für die über 80-Jährigen in Oberösterreich gestern holprig verlaufen war, ist heute die Warteliste für die Impfungen bereits lang. Bis gestern Abend ließen sich 8.840 Personen auf die Infoliste setzen, hieß es auf APA-Nachfrage vom Krisenstab des Landes Oberösterreich.

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Irritation über Impfkommunikation in Kärnten

Seit dem Wochenende werden in Kärnten die ersten 1.800 Personen im Alter über 80 Jahren gegen das Coronavirus geimpft. Insgesamt haben sich jedoch fast 25.000 über 80-Jährige angemeldet. Sie alle werden geimpft, hieß es von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Über die Modalitäten wurden aber nur die ersten 1.800 informiert.

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Für die frisch gekürte Wissenschaftlerin des Jahres, Elisabeth Puchhammer-Stöckl, ist die CoV-Situation derzeit sehr besorgniserregend. Die Virologin spricht sich für eine FFP2-Maskenpflicht aus.

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COV Ausland

Erst geschlossen, dann wieder auf, dann wieder geschlossen: Im Hin und Her der Coronavirus-Beschränkungen müssen ab morgen Tausende Wirte in Italien ihre Bars, Restaurants und Pizzerien für Gäste wieder zumachen. Rund 70 Prozent der gastronomischen Betriebe seien landesweit davon betroffen, teilte der italienische Landwirtschaftsverband Coldiretti heute mit. Essen darf dann in 15 der 20 Regionen und Autonomen Provinzen nur noch zum Mitnehmen verkauft werden.

Vor dem Jahreswechsel galten wegen der Feiertage in Italien strenge Coronavirus-Regeln, um etwa Feiern mit vielen Menschen zu verhindern. Im Restaurant essen zu gehen war nicht möglich. Im neuen Jahr lockerte die Regierung die Beschränkungen in vielen Regionen wieder für kurze Zeit, sodass man seine Pizza oder den Aperitif in den Bars und Gaststätten zu sich nehmen konnte. Zuletzt machte sich jedoch die Angst vor einer dritten Welle breit und die Regierung zog die Zügel wieder straff.

Der Verband Coldiretti klagte, die Einschränkungen träfen die gesamte Agrar- und Nahrungsmittelbranche. Langfristige Subventionen seien nötig, um die Wirtschaft und die Arbeitsplätze zu retten.

Drei rote Zonen

Im Kampf gegen den CoV-Wiederanstieg gibt es wieder drei rote Zonen mit strengen Ausgangsverboten – die wirtschaftsstarke Lombardei, Südtirol und Sizilien. In vielen anderen Teilen des Mittelmeer-Landes gilt zudem ein etwas weniger scharfer Teillockdown. Das geht aus der Anordnung des Gesundheitsministers Roberto Speranza hervor. Ein Großteil Italiens wird als orange Zone eingestuft, dazu gehört auch die Region Latium mit der Hauptstadt Rom. Dort sollen die Menschen in der Regel ihre Orte nicht verlassen.

Knapp drei Wochen nach dem Impfstart haben in Deutschland mehr als eine Million Menschen die erste Dosis erhalten. Das geht aus Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) heute hervor. Demnach wurden ihm bis einschließlich gestern 1.048.160 Impfungen übermittelt – das entspricht 1,26 Prozent der Einwohner.

Im Laufe des gestrigen Tages wurden mindestens 79.759 Menschen geimpft, von denen das RKI bereits unterrichtet wurde. Nachmeldungen sind jedoch wahrscheinlich. Für einen vollen Impfschutz ist eine zweite Dosis nach etwa drei Wochen nötig.

Hälfte aus beruflichen Gründen

Die meisten Impfungen pro 1.000 Einwohner wurden nach der Statistik bisher für Mecklenburg-Vorpommern (23,4) und Schleswig-Holstein (19,2) erfasst, die wenigsten für Baden-Württemberg (9,0) und Thüringen (10,3). Die Werte, die den Behörden der einzelnen Bundesländer vorliegen, können deutlich höher liegen als die vom RKI gemeldeten, da die Meldungen teilweise mit einigem Verzug an das Institut übermittelt werden.

CoV-Impfzentrum in Berlin
Reuters/Kay Nietfeld

Rund die Hälfte der Menschen wurde den RKI-Daten zufolge bisher aus beruflichen Gründen geimpft. Es kann sich dabei zum Beispiel um Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und um Personal in der Altenpflege handeln. Die meisten weiteren wurden aufgrund ihres Alters geimpft oder weil sie in einem Pflegeheim leben.

Experte rechnet mit Lockdown-Verlängerung

Der in Deutschland von Politikern verfolgte Zielwert bei Coronavirus-Neuinfektionen für ein Lockdown-Ende wird nach Berechnungen des Saarbrücker Pharmazieprofessors Thorsten Lehr Ende Jänner wohl nicht erreicht. „Die Chance ist extremst gering bis nicht vorhanden“, sagte Lehr laut dpa. Er ging davon aus, dass die angestrebte Rate von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen frühestens Mitte Februar möglich sei. „Und das wäre eine optimistische Vorhersage.“

Der Professor für Klinische Pharmazie an der Universität des Saarlandes hat mit seinem Forscherteam einen „Covid-Simulator“ entwickelt, der das Infektionsgeschehen in Deutschland berechnet und Prognosen liefert: für ganz Deutschland, die einzelnen Bundesländer bis hin auf Landkreisebene. Dieser kann auch online genutzt werden: In den vergangenen zwei Monaten wurde die Seite fast eine Million Mal aufgerufen, wie Lehr sagte.

Die zuerst in Südafrika aufgetretene Variante des Coronavirus ist zum ersten Mal in Dänemark nachgewiesen worden. Der Fund der Variante B.1.351/501Y hänge mit einer Reise nach Dubai zusammen, teilte das dänische Gesundheitsinstitut SSI heute Abend mit.

Die aus England stammende CoV-Mutante ist bereits vor Wochen im nördlichsten deutschen Nachbarland eingetroffen: Sie wurde bisher 256 Mal im Land nachgewiesen.

Die britische Variante macht nach SSI-Angaben im Augenblick 3,6 Prozent aller positiven Coronavirus-Befunde aus, die man in Dänemark sequenziert. Das Institut geht allerdings davon aus, dass diese Mutation in den kommenden Wochen und Monaten häufiger vorkommen wird – wie häufig, das hänge davon ab, wie gut die Kontaktzahlen kontrolliert werden könnten.

Südafrika hatte Ende vergangenen Jahres die Entdeckung der neuen Coronavirus-Variante bekanntgegeben. Sie hat Experten zufolge Ähnlichkeiten mit der Virus-Mutation aus Großbritannien, hat sich aber demnach unabhängig entwickelt.

Indien hat zunächst keinen Impfstoff an Brasilien geliefert – anders als von der brasilianischen Regierung erhofft. Dies berichtete die brasilianische Zeitung „Folha de S. Paulo“ gestern Abend (Ortszeit).

Demnach habe Brasiliens Außenminister Ernesto Araujo in einem Telefonat mit seinem indischen Amtskollegen Subrahmanyam Jaishankar am Donnerstag noch versucht, die Freigabe zu erreichen.

Sauerstoff statt Impfung

Ein Flugzeug sollte am Freitag von der nordostbrasilianischen Stadt Recife aus starten, um zwei Millionen Dosen des Impfstoffes von AstraZeneca aus Indien zu holen. Dem Nachrichtenportal „G1“ zufolge wird das Flugzeug nun genutzt, um Sauerstoff in die Amazonas-Metropole Manaus zu transportieren, wo das Gesundheitssystem kollabiert ist.

Menschen warten auf die Befülling von Sauerstoffflaschen
AP/Edmar Barros

Präsident Jair Bolsonaro sagte dem Sender „TV Bandeirantes“, dass sich die Indien-Operation verzögere. Dort gebe es auch politischen Druck von verschiedenen Seiten.

Wettlauf um erstes Impffoto

Indien stellt nach eigenen Angaben rund 60 Prozent der Impfstoffe weltweit her. Viele der Impfstoffe gehen in Staaten, die sich nicht wie Deutschland und andere reichere Länder viele Dosen im Voraus gesichert haben. Indien begann nun jedoch auch seine eigene Impfkampagne, laut dem indischen Premierminister Narendra Modi die größte der Welt. Bis Juli sollen dort 300 Millionen Menschen geimpft werden.

Für Bolsonaro könnte die Verzögerung eine politische Niederlage zur Folge haben. Nachdem Brasiliens Staatschef das Coronavirus zuerst verharmlost hatte, zieht er mittlerweile zwar auch eine Impfung in Zweifel. Aber er steht mit dem Gouverneur des Bundesstaates Sao Paulo, Joao Doria, dennoch in Konkurrenz um das erste Foto einer Impfung in Brasilien. Während die brasilianische Regierung ein Abkommen mit AstraZeneca geschlossen hat, ging Sao Paulo eine Übereinkunft mit Sinovac ein.

Gesundheit

In der EU – und damit auch in Österreich – wird bisher der Impfstoff von Pfizer und Biontech gegen das Coronavirus schon eingesetzt, jener von Moderna wird bereits ausgeliefert, und das Vakzin des Herstellers AstraZeneca soll demnächst zugelassen werden. Weltweit liefern sich die Länder ein Rennen, Impfstoffe zu ergattern – auch von russischen und chinesischen Herstellern. Gleichzeitig werden weiterhin neue Impfstoffe entwickelt.

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Science

Mutationen können Viren ansteckender und gefährlicher machen. Könnte man solche Veränderungen im Erbgut vorhersagen, wäre man einen Schritt voraus. Eine Methode aus der Spracherkennung soll nun dabei helfen. Denn der genetische Bauplan gehorcht laut Forschern bestimmten Regeln – diese „Grammatik“ müsse erhalten bleiben, auch wenn sich einzelne Teile ändern.

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Inland

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) reagiert ablehnend auf den Protest Italiens und Deutschlands bei der EU-Kommission gegen die Tiroler Transitmaßnahmen. Die Verschärfung des Nachtfahrverbots mit 1. Jänner sei „keineswegs überfallsartig erfolgt“, sondern bereits lange zuvor bekannt gewesen, so Platter heute Abend in einer Aussendung. „Ein Aufweichen der Tiroler Anti-Transit-Politik“ komme für ihn nicht infrage.

Für den Tiroler Landeshauptmann „verdichtet sich leider der Eindruck, dass die Frächterverbände im Windschatten der Coronavirus-Pandemie mit allen Mitteln versuchen, die Tiroler Transitbeschränkungen zu kippen“. Der Transit habe auch im vergangenen Jahr kaum abgenommen, im Dezember 2020 sei mit 184.000 Lkws an der Mautstelle Schönberg gar ein neuer Rekordwert verzeichnet worden, erklärte er.

Die Verkehrsministerin von Italien, Paola De Micheli, und ihr deutscher Amtskollege Andreas Scheuer, protestierten bei der EU-Kommission gegen die Verschärfung der Tiroler Maßnahmen zum Lkw-Transitverkehr. Sie bezeichneten die Einschränkungen als „unangebracht und unannehmbar“.

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Ein vor Jahren gescheiterter Bankendeal der FPÖ empört nun die Grünen im „Ibiza“-Untersuchungsausschuss. Konkret geht es um die nicht zustande gekommene Übernahme der Wiener Privatbank durch die slowakische Arca.

Laut „Standard“ hätte die FPÖ darin „einen verlässlichen Partner in Finanzierungs- und Veranlagungsfragen“ gehabt. Neben Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus soll auch der im Ausschuss umstrittene Casinos-Vorstand Peter Sidlo daran gearbeitet haben.

Aufregung um den bereits während der türkis-blauen Regierungszeit gescheiterten Deal herrscht bei den Grünen: „Österreich hätte mit diesem Bankendeal ein verheerendes Signal nach Europa gesendet“, befand deren Fraktionsführerin im U-Ausschuss, Nina Tomaselli, in einer Aussendung. Die FPÖ habe während ihrer Regierungszeit „heimlich, still und leise an einem Erstarken Europas rechtsextremer Strömungen gearbeitet“ und das „finanziert im Herzen Österreichs“.

Wirtschaft

Die kanadische Handelskette Alimentation Couche-Tard nimmt nach heftigem Widerstand der französischen Regierung Abstand von ihrem milliardenschweren Plan zur Übernahme von Europas größtem Einzelhandelskonzern Carrefour. Die Gespräche über einen Kauf seien eingestellt worden, teilten beide Unternehmen heute gemeinsam mit.

Die Konzerne wollten nun Möglichkeiten einer Zusammenarbeit ausloten. Couche-Tard hatte eine unverbindliche Übernahme-Offerte von 20 Euro je Aktie vorgelegt. Sie bewertete Carrefour mit rund 16 Milliarden Euro.

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire hatte sich mit aller Macht gegen eine Übernahme von Carrefour durch Alimentation Couche-Tard gestemmt. Die Lebensmittelsicherheit in Frankreich stehe auf dem Spiel, sagte Le Maire am Freitag dem Sender BFM TV. Dabei handle es sich um ein strategisches Interesse Frankreichs.

Carrefour kommt im französischen Lebensmittelhandel auf einen Marktanteil von rund 20 Prozent. Zusammen mit anderen Ketten hat Carrefour wesentlich Anteil an der Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln in der Corona-Krise. Der Handelskonzern ist auch einer der größten Arbeitgeber Frankreichs.

Martin Pucher, ehemaliger Chef der pleitegegangenen Mattersburger Commerzialbank und Ex-Boss des Fußballclubs SV Mattersburg, soll entgegen eigenen Behauptungen bei Wetten auf Fußballspiele Millionen verspielt haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „profil“ unter Berufung auf Ermittlungsakten. Dem Bericht zufolge soll Pucher zwischen 1994 und 2014 einen Betrag von 1,8 bis 2,7 Millionen Euro verzockt haben.

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Der französische Autokonzern PSA und Fiat Chrysler (FCA) haben ihre Megafusion zum weltweit viertgrößten Autokonzern abgeschlossen. Das bestätigten die beiden Unternehmen heute in einer gemeinsamen Erklärung.

Der neu gebildete Hersteller Stellantis hat große Standbeine in Europa und Nordamerika. Er führt 14 Automarken wie Opel, Peugeot, Citroën, Jeep, Maserati und Alfa Romeo. Beschäftigt werden rund 400.000 Menschen. Die Aktie von Stellantis soll von Montag an in Mailand und Paris gehandelt werden.

Sport

„Endlich“: So hat Manuel Feller heute in seinem 124. Weltcup-Rennen seinen ersten Sieg kommentiert. Im ersten von zwei Slalom-Bewerben auf der traditionellen Damen-Strecke von Flachau gewann der Tiroler 0,43 Sekunden vor dem Franzosen Clement Noel. Mit Marco Schwarz (+0,70) als Drittem stand ein weiterer Österreicher auf dem Podest.

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Österreich hat ohne Stefan Kraft überraschend das Weltcup-Team-Springen in Zakopane gewonnen. Das ÖSV-Quartett mit Daniel Huber, Philipp Aschenwald, Michael Hayböck und Jan Hörl setzte sich heuten ach spannendem Finale mit insgesamt 991,2 Punkten vor Lokalmatador Polen (982,3) durch. Der dritte Platz ging an das Team aus Norwegen (974,8).

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Die Konkurrenz des FC Bayern München hat heute in der 16. Runde der deutschen Bundesliga keinen großen Druck auf die Münchner aufbauen können. Sowohl RB Leipzig als auch Borussia Dortmund kamen nicht über ein Unentschieden hinaus. Vor allem das Heimremis des BVB gegen Nachzügler Mainz überraschte.

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Marta Bassino hat sich heute in eindrucksvoller Manier den Sieg beim RTL in Kranjska Gora gesichert. Die 24-jährige Italienerin setzte sich in einem schwierigen Rennen mit einem Vorsprung von 0,80 Sekunden auf die Französin Tessa Worley durch. Michelle Gisin holte als Dritte (+1,46) erstmals in ihrer Karriere einen Podestplatz im RTL. Die Ehre der ÖSV-Damen rettete diesmal Ramona Siebenhofer mit einem Top-Ten-Platz.

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Chronik

Bei einem bewaffneten Angriff in Mexiko-Stadt sind fünf Menschen ums Leben gekommen. Dies ging aus einer Mitteilung des Sicherheitssekretariats der mexikanischen Hauptstadt heute hervor, wonach die Generalstaatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt eine
Untersuchung eingeleitet hat. Mexikanischen Medienberichten zufolge handelt es sich bei einem der Opfer vermutlich um Roberto Erasmo „N“ alias „El Robert“, ein mutmaßliches Mitglied des lokalen Kartells „Union Tepito“.

Der Angriff ereignete sich laut der Mitteilung des Sicherheitssekretariats im Hauptstadt-Distrikt Miguel Hidalgo. Erste Berichte deuteten darauf hin, dass die herbeigerufene Polizei ärztliche Hilfe anforderte. Drei der fünf Männer, auf die geschossen worden war, starben noch vor Ort, während zwei weitere – Medien zufolge „El Robert“ und vermutlich sein Cousin – ihren Verletzungen später im Krankenhaus erlagen.

Mexiko-Stadt hat rund neun Millionen Einwohner. Der Großraum ist mit etwa 22 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Nordamerikas. Wie ganz Mexiko leidet die Hauptstadt unter hohen Gewaltraten. In dem Land mit 130 Millionen Einwohnern wurden im Jahr 2019 fast 100 Mordopfer pro Tag registriert. Die Gewalt geht zu einem großen Teil auf das Konto von Kartellen und Banden, die in Drogenhandel, Entführungen und Erpressung verwickelt sind und sich Verteilungskämpfe liefern oder Racheakte verüben. Oft haben die Gangster Verbindungen zu örtlichen Sicherheitskräften.

Der bekannte spanische Bergsteiger Sergi Mingote ist bei einer Expedition auf den berühmten K2 ums Leben gekommen. Der 49-jährige Mingote sei während des Abstiegs in ein Basislager auf dem zweithöchsten Berg der Welt im chinesisch-pakistanischen Grenzgebiet abgestürzt, erklärte sein Team heute. Mingote wollte mit seiner Expedition erstmals im Winter den K2 besteigen.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez sprach von einem „tragischen Unfall“. Mingote wollte „weiter Geschichte schreiben und an der ersten Expedition teilnehmen, um den Berg mitten im Winter zu bezwingen“, schrieb Sanchez im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Stattdessen erreichte heute eine Bergsteigergruppe aus Nepal erstmals den Gipfel des K2 im Winter. Die Besteigung des K2 ist äußerst riskant. Bisher verunglückten dabei mehr als 80 Menschen. 450 Menschen erreichten den Gipfel.

Große Mengen an Neuschnee haben im Alpen-Raum zu Lawinenabgängen und Verkehrsproblemen geführt. In der Schweiz starben nach Polizeiangaben zwei Wintersportler in den Schneemengen, ein Mensch wurde schwer verletzt. In Stoos im Kanton Schwyz starb heute ein 49-jähriger Skifahrer nach einem Lawinenabgang, wie die Polizei mitteilte.

Auch in Engelberg im Kanton Obwalden verlor ein Mensch sein Leben, nachdem er unter die Schneemassen gekommen war. Ein weiterer Wintersportler wurde schwer verletzt, eine dritte Person konnte unverletzt geborgen werden.

Seit Mitte der Woche fiel so viel Schnee, wie ansonsten in der Schweiz nur alle 20 Jahre gemessen wurde. In den Alpen waren es ein bis zwei Meter. Der massive Schneefall legte zuletzt auch den öffentlichen Verkehr in Zürich lahm. Straßenbahnen und Busse kamen im Stadtgebiet nicht mehr oder nur auf Teilstrecken weiter.

Schneerutsche im Zugspitzgebiet

In Deutschland hat die Suche nach möglichen Opfern nach Schneerutschen im Zugspitzgebiet keine Hinweise auf Verschüttete gebracht. Drei Hubschrauber hätten das Areal unterhalb der beiden Riffelspitzen aus der Luft abgesucht, sagte heute ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim.

Am Nachmittag wurde die Suche abgebrochen, nachdem es keine Indizien gab, dass Menschen zu Schaden gekommen waren. Die Hubschrauberbesatzungen beobachteten nach den Worten des Polizeisprechers während ihres Einsatzes mehrere weitere Lockerschneerutsche aus den steilen Felswänden.

Die Arlbergbahnstrecke konnte heute Abend wieder für den Verkehr freigegeben werden. Zuvor mussten jedoch die Schienen von bis zu 1,3 Meter hohem Schnee befreit und Oberleitungsschäden beseitigt werden. Die Brenner- und Karwendelbahn sollen laut ÖBB morgen wieder fahren. Auch der Zugsverkehr im Außerfern soll dann wieder möglich sein, hieß es.

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Im Bezirk Gmünd in Niederösterreich soll eine 24-Stunden-Betreuerin ihre zu Pflegende mit dem Messer attackiert und verletzt haben. Die Verletzte gibt gegenüber der Polizei an, die 24-Stunden-Betreuerin habe ihr den Teufel austreiben wollen. Die Betreuerin bestreitet die Tat.

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Kultur

In der Coronavirus-Pandemie ist vieles anders – auch das renommierte Filmfestival Max Ophüls Preis (MOP) in Saarbrücken in Deutschland. Es startet morgen als reines Onlinefestival. Los geht es bei der insgesamt 42. Ausgabe mit der Verleihung des Ehrenpreises an Regisseur, Fotograf und Produzent Wim Wenders für seine Verdienste um den jungen deutschsprachigen Film.

Anschließend wird der von ihm produzierte Dokumentarfilm „A black Jesus“ von Luca Lucchesi gezeigt, der sich um die Verehrung einer schwarzen Jesus-Statue in einem sizilianischen Dorf dreht.

Insgesamt werden bis zum 24. Jänner 98 Filme gezeigt. Während der Auftakt auf einer Streamingplattform frei zu sehen sein wird, müssen für die Filme Tickets gekauft werden. 50 Filme starten in den vier Festival-Wettbewerben Spielfilm, Dokumentarfilm, mittellanger Film und Kurzfilm. Wie im Vorjahr werden 16 Preise in einer Gesamthöhe von 118.500 Euro vergeben, das Gesamtbudget liegt bei 900.000 Euro.

Der Streamingdienst Netflix gibt „Wonder Woman“-Star Gal Gadot einen Agentenauftrag. „Ein Gal-Gadot-Spionagethriller? Ja, bitte!!“, schrieb Netflix gestern auf Twitter zu der Ankündigung von „Heart of Stone“ unter der Regie von Tom Harper. Gadot soll darin als Spionin Bösewichte jagen. Die Schauspielerin ist auch als Produzentin an Bord, wie das Branchenblatt „Variety“ berichtet.

Schauspielerin Gal Gadot
Reuters/Danny Moloshok

Die Drehbuchvorlage stammt von Greg Rucka („The Old Guard“) und Allison Schroeder („Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“). Der Brite Tom Harper inszenierte zuletzt die Dramen „The Aeronauts“ und „Wild Rose“. Über einen Drehstart wurde zunächst nichts bekannt.

Gadot ist seit Dezember in „Wonder Woman 1984“ zu sehen. Ein dritter Teil der Serie um Superheldin Diana Prince (Gadot) unter der Regie von Patty Jenkins sei bereits geplant, teilte das Studio Warner Bros. kürzlich mit. Gadot hat einen vollen Drehplan. In den letzten Monaten sagte sie auch Rollen für Projekte wie „Cleopatra“, „Justice League Part Two“ und das Drama „Irena Sendler“ um eine polnischen Widerstandskämpferin zu.