Ukraine-Krieg

Trotz der russischen Aussetzung des Abkommens zum Export von Getreide aus der Ukraine sollen heute weiter Schiffe über den Korridor im Schwarzen Meer ausfahren. Die Delegationen der Vereinten Nationen (UNO), der Türkei und der Ukraine hätten sich auf einen entsprechenden Plan geeinigt, hieß es in einer Mitteilung des Koordinierungszentrums in Istanbul in der Nacht.

Demnach sollen zwölf Schiffe durch den Korridor in Richtung Istanbul aufbrechen, vier in entgegengesetzte Richtung. Die russische Delegation sei darüber informiert worden. Derzeit würden sich 21 an der Initiative beteiligte und mit etwa 700.000 Tonnen Getreide beladene Frachter in oder in der Nähe der drei ukrainischen Häfen befinden, hieß es.

Russland kündigte Abkommen auf

Russland hatte zuvor seine Zustimmung zu den im Getreideabkommen vereinbarten Exporten „auf unbestimmte Zeit“ ausgesetzt. Diese waren im Juli unter Vermittlung der Türkei und der UNO vereinbart worden und hatten die monatelange Blockade der ukrainischen Getreideausfuhren infolge des russischen Angriffskriegs beendet.

Laut türkischen Angaben sind seither 9,3 Mio. Tonnen Getreide verschifft worden. Es war verabredet worden, dass die Schiffe und ihre Fracht jeweils bei der Durchfahrt durch die türkische Meerenge Bosporus kontrolliert werden.

Ursprünglich sollte das Abkommen am 19. November auslaufen – wäre aber, wenn keine Seite widersprochen hätte, automatisch verlängert werden. Moskau hatte das Abkommen zuletzt immer wieder kritisiert, weil es sich infolge der Sanktionen des Westens bei den eigenen Getreide- und Düngemittelexporten ausgebremst sieht.

Nach wiederholten Angeboten Moskaus zu Verhandlungen im Krieg hat Kiew einen vollständigen russischen Truppenabzug als Voraussetzung dafür genannt. „Der einzige realistische Vorschlag sollte die sofortige Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine sein, und der Abzug der russischen Streitkräfte von ukrainischem Gebiet“, teilte der Sprecher des Außenministeriums in Kiew, Oleh Nikolenko, gestern mit.

Nikolenko reagierte damit auf neue Äußerungen von Russlands Außenminister Sergej Lawrow, der das Angebot von Kreml-Chef Wladimir Putin an die Ukraine zu Verhandlungen bekräftigte. Wenn Russland wirklich Verhandlungen wolle, müsse es aufhören, die Energieinfrastruktur des Landes zu zerstören, damit die Menschen im Winter nicht erfrören, sagte Nikolenko. Wer verhandeln wolle, dürfe auch nicht Wohnviertel in der Ukraine beschießen, 300.000 Reservisten mobilisieren für den Kampf und nicht – wie nun seit Samstag – Getreideausfuhren des Landes blockieren.

Russischer Appell auch an USA

Lawrow werfe vor dem Hintergrund der Niederlage der russischen Armee Nebelkerzen, meinte der Diplomat. Solange Russland in der Ukraine Verbrechen begehe, könne die Antwort der Ukraine nur sein, dass die Schlacht auf dem Feld entschieden werde. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnte Gespräche mit Putin per Dekret ab.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bekräftigte im Staatsfernsehen wie Lawrow die Bereitschaft zu Verhandlungen. Dabei sagte er zu der Frage, ob solche Angebote an die Ukraine nicht ein Zeichen von Schwäche seien, dass nur „starke Menschen“ die Hand zum Frieden ausstrecken könnten. Peskow erklärte auch, dass es für solche Gespräche vor allem die Bereitschaft der USA brauche, Russlands Position anzuhören.

„Offensichtlich ist die entscheidende Stimme in Washington“, sagte er. Russland wirft der Führung in der Ukraine vor, sie werde von den USA gesteuert. Zudem sieht der russische Machtapparat Washington wegen der milliardenschweren Waffenlieferungen als Kriegspartei.

Die russische Söldnergruppe Wagner hat nach Einschätzung britischer Geheimdienste wegen erheblicher Verluste ihre strengen Einstellungskriterien deutlich abgeschwächt. „In früheren Konflikten hat sie relativ hohe Rekrutierungsstandards aufrechterhalten, und viele ihrer Söldner hatten zuvor als professionelle russische Soldaten gedient“, teilte gestern das Verteidigungsministerium in London mit.

Zuletzt habe Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin in einem Onlinebeitrag aber nahegelegt, dass die Gruppe nun auch Häftlinge mit schweren Krankheiten wie zum Beispiel Hepatitis C rekrutieren würde. „Die Aufnahme von Gefangenen mit ernsthaften medizinischen Bedenken unterstreicht, dass jetzt Menge über Erfahrung oder Qualität gestellt wird“, kommentierte das britische Ministerium den Beitrag.

Verteidigungslinie soll errichtet werden

Prigoschin habe zudem vor Kurzem Pläne zur Errichtung einer 200 Kilometer langen Abwehrstellung namens „Wagner-Linie“ in der Ostukraine erörtert. „Dieses Unterfangen würde große Arbeitskraft erfordern. Es besteht die realistische Möglichkeit, dass einige der aus Strafanstalten rekrutierten Häftlinge zunächst zum Aufbau der Verteidigungsanlagen eingesetzt werden“, hieß es in London.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine Ende Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

Ausland

Nach einem Medienbericht über einen angeblich erfolgreichen Hackerangriff auf das Mobiltelefon von Ex-Premierministerin Liz Truss fordern Politiker aller Parteien Aufklärung von der britischen Regierung. Die Zeitung „Mail on Sunday“ berichtete, dass es mutmaßlich russischen Angreifern gelungen sei, im Sommer das Handy der damaligen Außenministerin zu knacken.

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Der populistische Ex-Ministerpräsident und Milliardär Andrej Babis will Präsident in Tschechien werden. Zweieinhalb Monate vor der Wahl gab der Oppositionspolitiker gestern Abend offiziell seine Kandidatur für das höchste Staatsamt bekannt. „Umfragen geben mir keine großen Chancen, aber ich bin ein Kämpfer“, sagte der 68-Jährige im TV-Sender Nova. Mit dem Schritt war seit Monaten gerechnet worden.

Der Gründer der Partei ANO muss sich derzeit als Unternehmer wegen des Vorwurfs der Beihilfe zum Subventionsbetrug vor Gericht verantworten. „In demokratischen Ländern tritt ein Politiker ab, wenn er angeklagt wird, aber Andrej Babis sehnt sich nach Immunität auf der Burg“, kritisierte der tschechische Regierungschef Petr Fiala seinen Vorgänger bei Twitter. Die Prager Burg ist der Präsidentensitz.

In Umfragen aktuell auf Platz zwei

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Stem/Mark von vor rund einem Monat würden 23 Prozent der Befragten den Ex-General und früheren Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses, Petr Pavel, wählen. Auf dem zweiten Platz folgte Babis mit 17 Prozent und auf dem dritten die Ex-Hochschulrektorin Danuse Nerudova mit 14 Prozent.

Die Präsidentenwahl findet am 13. und 14. Jänner 2023 statt, die wahrscheinliche Stichwahl zwei Wochen später. Die zweite und damit letzte Amtszeit des derzeitigen Staatsoberhaupts Milos Zeman endet im März. Der Präsident hat in Tschechien wie in Österreich überwiegend repräsentative Aufgaben, gilt aber als wichtiger Meinungsbildner in dem EU- und NATO-Mitgliedsstaat.

Im Iran sind die Proteste trotz Drohungen der Revolutionsgarden in vielen Städten gestern weitergegangen. Dabei setzen die Sicherheitskräfte am Wochenende nach Augenzeugenberichten wieder Gewalt ein.

Die Revolutionsgarden hätten bei einer Versammlung von Studentinnen und Studenten in der westlich gelegenen Stadt Sanandadsch Tränengas eingesetzt und aus Schusswaffen gefeuert, teilte die in Norwegen ansässige Menschenrechtsorganisation Hengaw mit. Videos zeigten Rauchwolken, während „Freiheit“-Rufe zu hören waren.

Im Iran gibt es seit sechs Wochen landesweite Proteste, die durch den Tod einer jungen Frau nach ihrer Festnahme durch die Religionspolizei ausgelöst worden waren.

Proteste an mehreren Universitäten

Laut der ebenfalls in Norwegen beheimateten Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) fanden erneut Demonstrationen an mehreren Universitäten statt, unter anderem in der Hauptstadt Teheran, in Masandaran und Maschhad. Demnach riefen die jungen Menschen dabei: „Tod dem Diktator!“.

Die Demonstrantinnen und Demonstranten setzten sich über eine Drohung des Anführers der mächtigen Revolutionsgarden, Hossein Salami, hinweg. Dieser hatte die Demonstrierenden gemahnt: „Geht nicht auf die Straße!“

Hengaw veröffentlichte ein Video, in dem Schüsse zu hören sind, und ein Mädchen mit einem blutigen, von Schrotkugeln gespickten Arm weint.

Rapper festgenommen

Am Wochenende wurde auch ein bekannter iranischer Rapper, Toomadsch Salehi, nach Kritik an der politischen Führung in Teheran festgenommen. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur TASNIM, die als Sprachrohr der einflussreichen Revolutionsgarden gilt, wird dem Musiker vorgeworfen, bei den anhaltenden Protesten Gewalt angezettelt zu haben. Offiziell hieß es, Salehi sei beim Versuch festgenommen worden, außer Landes zu fliehen.

Auf seinem Telegram-Kanal widersprach ein Onkel des Rappers dieser Version und äußerte Sorgen über dessen Verbleib. In den sozialen Netzwerken empörten sich viele über die Festnahme. Bereits vor einem Jahr war Salehi festgenommen worden. Damals kam er auf Kaution frei.

Bei dem schwersten Terrorangriff in Somalia seit rund fünf Jahren sind in dem ostafrikanischen Krisenstaat mindestens 100 Menschen getötet und 300 verletzt worden. Es sei zu befürchten, dass die Zahl der Opfer noch steige, sagte Präsident Hassan Sheikh Mohamud gestern beim Besuch des Tatorts. Selbstmordattentäter hatten gestern vor dem Bildungsministerium im Zentrum der Hauptstadt Mogadischu zwei Autobomben gezündet, wie die Polizei mitteilte. Der zweite Sprengsatz sei zur Explosion gebracht worden, als die Ersthelfer eingetroffen seien. Die islamistische Terrormiliz al-Schabaab reklamierte das Attentat für sich.

Konferenz gegen Terrorismus endete

Die meisten Opfer waren laut Polizei Zivilistinnen und Zivilisten. An dem Anschlag waren demnach vier Angreifer beteiligt. Zwei von ihnen hätten noch versucht, das Gebäude des Ministeriums zu stürmen, seien aber von Sicherheitskräften getötet worden. Der Zeitpunkt des Attentats scheine nicht zufällig gewählt worden zu sein, hieß es. Gerade sei eine dreitägige Konferenz der Regierung zu Ende gegangen, bei der es darum gegangen sei, den Kampf gegen den Terrorismus zu verstärken.

Die EU verurteilte die Tat von al-Schabaab. „Diese sinnlosen Angriffe auf unschuldige Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, erinnern uns nur an die Barbarei der Gruppe gegenüber ihrem eigenen Volk und offenbaren die wahre Verlogenheit ihrer Absichten“, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell.

Zerstörung nach Anschlag in Mogadischu
AP/Farah Abdi Warsameh

Offensive gegen Terrormiliz

Somalia, ein Land am Horn von Afrika mit etwa 16 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern, wird seit Jahren von Anschlägen und Gewalt erschüttert. Die sunnitische Terrorgruppe al-Schabaab kontrolliert weite Teile im Zentrum und Süden Somalias, das zu den ärmsten Staaten der Welt zählt. Die Terroristen kämpfen um die Vorherrschaft in dem Land und verüben häufig Angriffe auf die Zivilbevölkerung, Regierungsbeamte, Geschäftsleute sowie Journalistinnen und Journalisten. Seit mehreren Monaten geht die Regierung in Mogadischu mit einer militärischen Offensive gegen al-Schabaab vor. Mit Unterstützung von bewaffneten Clans und Zivilisten konnte das somalische Militär zuletzt große Gebietsgewinne erreichen.

Experten zufolge schließen sich viele junge Männer den Extremisten weniger aus religiöser Überzeugung als aus finanziellen Gründen an. Zudem greife die Miliz oft Dörfer an und zwinge die Bewohnerinnen und Bewohner, einen Treueeid abzulegen. Eine rund 22.000 Mann starke Truppe der Afrikanischen Union (AU) unterstützt die somalischen Streitkräfte im Kampf gegen die Terroristen.

Die britische Polizei untersucht einen mutmaßlich rassistisch motivierten Brandanschlag in der südenglischen Hafenstadt Dover. Ein Mann hat laut Polizei der Grafschaft Kent zwei bis drei Brandsätze auf ein Auffanglager für Geflüchtete, die illegal über den Ärmelkanal nach Großbritannien gekommen waren, geworfen. Dabei sei ein Mensch verletzt worden.

Nach Angaben der Polizei wurde der mutmaßliche Täter identifiziert. Zu Medienberichten, wonach sich der Mann anschließend getötet habe, wollte sich die Behörde zunächst nicht äußern. In Dover kommt es immer wieder zu Protesten gegen Migration.

In diesem Jahr haben bereits mehr als 38.000 Menschen illegal den Ärmelkanal überquert, deutlich mehr als im Gesamtjahr 2021. Der konservativen Regierung in London ist das ein Dorn im Auge. Sie versucht, mit radikalen Maßnahmen Migrantinnen und Migranten abzuschrecken.

EU

Im Innenausschuss des EU-Parlaments (LIBE) hat die Bearbeitung des Entwurfs einer Verordnung gegen Kindesmissbrauch (CSAR) der EU-Kommission begonnen. Bei ihrer Präsentation Anfang Oktober im EU-Parlament wurde diese besser als „Chatkontrolle“ bekannte Verordnung von allen Seiten heftig kritisiert.

Positive Reaktionen fehlten völlig, auch im Ministerrat hielt man sich bis jetzt auffallend bedeckt. Am Mittwoch wurde nun bekannt, dass Frankreich diese Verordnung zum anlasslosen Data-Mining aller Kommunikationen in sozialen Netzwerken doch begrüßt habe. Allerdings mit der Einschränkung, dass man deren Umsetzbarkeit bezweifle.

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Inland

Für Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser ist die aktuelle Flüchtlingssituation nicht mit 2015 vergleichbar. „Wir haben keine Krise von Menschen, die wirklich in Österreich um Asyl ansuchen“, sagte sie gestern in der „Pressestunde“. Vielmehr handle es sich um eine „Unterbringungskrise“. Die Kooperation zwischen dem Bund und den Ländern funktioniere derzeit nicht, die Länder seien „am Zug“.

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Coronavirus

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 420,2 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Laut AGES wurden 4.559 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. 20.979 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Da nicht mehr alle Bundesländer ihre Spitalszahlen an Wochenenden aktualisieren, ist eine bundesweite Angabe der im Spital behandelten Personen an Wochenenden nicht möglich.

Im Berichtsschema der AGES werden die Daten nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Wirtschaft

Die Antidiskriminierungsstelle Steiermark hat in einer Studie zur Vergabe von Wohnungen herausgefunden, dass Menschen mit dunkler Hautfarbe häufig abgelehnt werden. Oft wird auch nach Statusmerkmalen entschieden, etwa welches Auto gefahren wird. Anders als in Frankreich oder Ungarn ist soziale Diskriminierung in Österreich erlaubt. Die Antidiskriminierungsstelle fordert eine Gesetzesänderung.

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Die nächste Zinserhöhung der EZB wird dem niederländischen Ratsmitglied Klaas Knot zufolge mindestens 0,5 Prozentpunkte betragen. „Wir werden im Dezember erneut einen signifikanten Zinsschritt nehmen“, sagte Knot gestern im niederländischen TV. Wahrscheinlich werde es auf 0,5 oder sogar 0,75 Prozentpunkte hinauslaufen. „Wir sind noch nicht einmal in der Halbzeit.“

Trotz zunehmender Rezessionssorgen hatte die Europäische Zentralbank (EZB) vergangene Woche den Leitzins um 0,75 Punkte auf nunmehr 2,0 Prozent angehoben. Der an den Finanzmärkten maßgebliche Einlagensatz für Gelder, die Geschäftsbanken bei der EZB parken, wurde im selben Umfang auf 1,50 Prozent erhöht. Die Euro-Notenbank versucht damit, die Inflation wieder unter Kontrolle zu bekommen. Sie lag im Euro-Raum zuletzt auf dem Rekordniveau von fast zehn Prozent.

Der niederländische Notenbankchef ergänzte, vorerst gehe es darum, das „neutrale Niveau“ zu erreichen. Bei diesem wird die Konjunktur durch die Zinsen weder stimuliert noch abgewürgt. Auch nächstes Jahr werde die Geldpolitik weiter gestrafft. Dann sei mit kleineren Schritten nach oben zu rechnen, dafür aber mit einer Verkleinerung der aufgeblähten EZB-Bilanz, so Knot. Dann werde die Konjunktur ausgebremst, was aber nötig sei, um die Inflation in den nächsten 18 bis 24 Monaten von zehn wieder auf zwei Prozent zu drücken. Eine Teuerung von zwei Prozent gilt als ideal für die Wirtschaft.

Das Skifahren wird im kommenden Winter in Skigebieten beiderseits der bayrisch-österreichischen Grenze im Schnitt um etwa zehn Prozent teurer. Abgesehen davon bereiten die Betreiber Sparmaßnahmen vor, die den Anstieg der Energiekosten abmildern sollen. Das reicht von kürzeren Beschneiungszeiten über reduzierte Sitzheizung bis zum Verzicht auf Nachtskifahren bei Flutlicht, wie sechs Skigebiete auf Anfrage mitteilen.

So wird in Garmisch-Partenkirchen der Preis eines Tagesskipasses für Erwachsene im Vergleich zur letzten Saison von 50 auf 55 Euro steigen, in der Weihnachtszeit und in den Ferien im Frühjahr kommt noch einmal ein Aufschlag von jeweils zwei Euro dazu. Ganz ähnlich sieht es im bei oberbayrischen Skifahrern beliebten Tiroler Skigebiet Christlum am Achensee aus: Ein Erwachsenenticket soll 55 statt 50 Euro kosten, wie Geschäftsführerin Nina Kofler sagt.

Bei den Bergbahnen Oberstdorf Kleinwalsertal – dem deutsch-österreichischen Zusammenschluss von sechs Gebieten im Allgäu und Vorarlberg – wird der Tagesskipass ebenfalls um fünf Euro beziehungsweise knapp zehn Prozent teurer, der neue Preis ist 57,50 Euro. „Das ist der Branchenschnitt“, sagt Marketingleiter Jörn Homburg.

In der Tat: Das gilt auch für Kitzbühel und seine Nachbarskigebiete in Kirchberg und Mittersill: „Die Ticketpreise wurden zwischen neun und zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr angepasst, aufgrund der hohen Energiekosten“, sagt eine Sprecherin des KitzSki-Verbundes.

Umwelt & Klima

Zwei Klimaaktivistinnen haben sich im Berliner Museum für Naturkunde an die Haltestangen eines Dinosaurierskelettes geklebt. Der Sicherheitsdienst des Museums habe gestern Nachmittag die Polizei alarmiert, sagte eine Sprecherin der Berliner Polizei. Im Museum seien dann zwei Frauen im Alter von 34 und 42 Jahren vorgefunden worden. Sie seien von den Stangen gelöst und in Polizeigewahrsam genommen worden.

Es seien Anzeigen und Strafanträge gestellt worden wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung, hieß es. Bilder zeigten zwei Frauen mit orangefarbenen Westen und einem Banner, auf dem stand: „Was, wenn die Regierung das nicht im Griff hat?“ Die Protestgruppe Letzte Generation teilte zu der Aktion mit: „So wie den Dinosauriern damals drohen uns Klimaveränderungen, denen wir nicht standhalten können. Wenn wir uns nicht mit dem Aussterben bedroht sehen wollen, müssen wir jetzt handeln.“

Toulouse-Lautrec-Gemälde mit Flüssigkeit beworfen

Am Nachmittag wurde die Berliner Polizei zu einer Aktion in einem Museum gerufen worden. Eine Person habe das verglaste Gemälde „Clown“ von Henri de Toulouse-Lautrec und die Wandbespannung mit einer Flüssigkeit beworfen und sich daneben an der Wand festgeklebt, sagte eine Sprecherin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Das Gemälde sei nicht beschädigt worden, allerdings sei ein „erheblicher Schaden“ am Ausstellungsraum entstanden.

Die Polizei machte zum möglichen Hintergrund der Aktion zunächst keine Angaben. Die Alte Nationalgalerie, die montags ohnehin geschlossen hat, soll nach jetzigem Stand wie üblich kommende Woche wieder öffnen.

Klimaaktivistinnen und -aktivisten hatten zuletzt immer wieder mit umstrittenen Aktionen für Diskussionen gesorgt. Am Donnerstag wurden in Den Haag drei Klimaaktivisten nach einer Attacke auf das Gemälde „Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“ von Johannes Vermeer festgenommen. Vor einer Woche hatten Aktivisten im Potsdamer Museum Barberini eine Flüssigkeit auf das mit Schutzglas versehene Gemälde „Getreideschober“ von Claude Monet geschüttet. Die Gruppe Letzte Generation bekannte sich damals zu der Tat und sprach von einer Attacke mit Kartoffelpüree.

Am 6. November beginnt die jährliche UNO-Weltklimakonferenz in Ägypten, nächstes Jahr sind die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) Gastgeber. Die Länder im Nahen Osten haben mittlerweile sehr ambitionierte Klimaziele. Das gilt auch für die Golfstaaten, die nach wie vor viel Öl und Gas exportieren – und damit auch Treibhausgase.

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Sport

Der SK Puntigamer Sturm Graz hat in der Admiral Bundesliga mit Spitzenreiter Red Bull Salzburg Schritt gehalten. Die Grazer setzten sich gestern zum Abschluss der 14. Runde daheim gegen die SV Guntamatic Ried knapp mit 2:1 (1:0) durch und sind damit mit zwei Punkten Rückstand weiter erster Verfolger der „Bullen“. So wie vor vier Tagen in der Europa League gegen Feyenoord Rotterdam wurde Otar Kiteishvili zum Matchwinner.

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Der Gewinner der 48. Auflage der Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle heißt Daniil Medwedew. Der als Nummer eins gesetzte Russe wurde gestern seiner Favoritenrolle im Finale gegen den Kanadier Denis Shapovalov gerecht und holte sich seinen insgesamt 15. Titel auf der ATP-Tour. Allerdings hatte der 26-Jährige im Endspiel mit 3:6 6:3 6:2 deutlich mehr zu kämpfen als davor im gesamten Turnierverlauf.

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Mit einem Last-Minute-Tor hat der 1. FC Union Berlin die Rückkehr an die Tabellenspitze der deutschen Bundesliga geschafft. Das Team um Kapitän Christopher Trimmel, der in der 59. Minute eingewechselt wurde, kam gestern gegen Borussia Mönchengladbach nach Rückstand noch zu einem 2:1 (0:1)-Heimsieg und liegt nun wieder einen Punkt vor Bayern München, das am Samstag mit einem 6:2 (3:1) über Mainz im Titelrennen vorgelegt hatte.

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Titelverteidiger RB Salzburg hat den KAC in der ICE Hockey League auswärts mit 4:3 nach Penaltyschießen bezwungen. Die Salzburger überholten dadurch die spielfreien Black Wings Linz und sind als punkteschnittbestes Team neuer Zweiter hinter Bozen (6:5-Sieg nach Verlängerung in Innsbruck). Die Klagenfurter hängen damit weiter im Mittelfeld fest. Lokalrivale VSV behielt vor Heimpublikum gegen die Vienna Capitals mit 4:3 die Oberhand.

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Chronik

Bei dem Einsturz einer Fußgängerbrücke in Indien sind laut offiziellen Angaben mindestens 81 Menschen getötet worden. Rund 100 Menschen wurden demnach verletzt. Zahlreiche Personen würden noch vermisst. Das Unglück habe sich in Morbi im Bundesstaat Gujarat ereignet, meldeten die Zeitung „The Times of India“ und lokale Medien gestern Abend. Viele Opfer seien ins Wasser gefallen.

Ein Rettungseinsatz sei im Gange. Helfende waren auch in Booten unterwegs. Gujarats Innenminister Harsh Sanghavi sagte, mehr als 70 Menschen seien gerettet worden. Die Angaben, wie viele Menschen sich zum Unglückszeitpunkt auf der Brücke befunden hätten, variieren stark. Zwischen 150 und 400 werden genannt.

Nach Renovierung wiedereröffnet

Die über den Fluss Machchhu führende 230 Meter lange Fußgängerbrücke sei nach Renovierungsarbeiten erst vor wenigen Tagen wiedereröffnet worden, hieß es weiter. Das Bauwerk sei rund 100 Jahre alt gewesen. „Wir sind schockiert. Eine Untersuchung ist im Gange“, sagte Gujarats Arbeitsminister Brijesh Merja dem Sender NDTV.

Auf Bildern und Videos in sozialen Netzwerken ist zu sehen, wie das Bauwerk in der Mitte auseinanderzubrechen scheint und mehrere Menschen sich festklammern, um nicht ins Wasser zu stürzen.

Zu der Ursache gab es zunächst keine offiziellen Angaben. In Medienberichten hieß es, möglicherweise habe die Konstruktion der Last zu vieler Menschen nicht standgehalten. Das Büro von Premierminister Narendra Modi kündigte auf Twitter Entschädigungen für die Familien der Opfer an.

Ein Zimmerbrand in der Tichtelgasse in Wien-Meidling ist gestern Nachmittag tragisch verlaufen: Zwei Männer sind aus dem dritten Stock gesprungen. Einer der beiden schwebt in Lebensgefahr. Schaulustige hatten den Einsatz beträchtlich gestört.

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Zum dritten Mal ist heuer ein Skorpion in privaten Häusern in Oberösterreich entdeckt worden. Wahrscheinlich wurde die Tiere unabsichtlich aus einem Urlaub mitgenommen. Im aktuellen Fall würde das Tier schon seit eineinhalb Monaten im Zimmer einer Frau aus dem Mühlviertel gelebt haben.

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Bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat niemand die sechs Richtigen getippt. Im Jackpot liegen zusätzlich zum ersten Rang der nächsten Runde 721.818,75 Euro.

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Alle Angaben ohne Gewähr

Kultur