Inland

Frauenvolksbegehren hat 650.000 Unterschriften als Ziel

Das Frauenvolksbegehren will in der Eintragungswoche von 1. bis 8. Oktober 650.000 Unterschriften erzielen. „Ein gutes Leben für alle“, dazu gehöre Chancengleichheit und Selbstbestimmung für jeden Menschen, forderte Projektleiterin Lena Jäger vor dem Start der Eintragungswoche. Gleichzeitig mit diesem finden zwei weitere Volksbegehren statt, jenes gegen ORF-Gebühren sowie „Don’t smoke“, das bereits fast 600.000 Unterstützungserklärungen sammeln konnte.

Der Zahl hinkt das Frauenvolksbegehren etwas hinterher. In der ersten Phase hat die Initiative 247.436 Unterstützungserklärungen gesammelt. Die Hürde, um im Nationalrat behandelt zu werden, liegt bei 100.000 Unterstützern und wurde somit schon vor der offiziellen Unterschriftensammlung übersprungen.

Starkes Stadt-Land-Gefälle

Bei einer Analyse der bisherigen Unterstützerzahlen zeigt sich ein starkes Stadt-Land-Gefälle, denn während österreichweit insgesamt 3,9 Prozent der Stimmberechtigten unterzeichneten, waren es in urbanen Zentren 5,8 Prozent, in Städten und ihrem Umland 3,8 Prozent, auf dem Land jedoch nur 2,7 Prozent der Stimmberechtigten.

Auch im Vergleich der Bundesländer ragt die Bundeshauptstadt Wien mit 6,0 Prozent heraus, die geringste Unterstützung gab es in Vorarlberg mit 2,7 Prozent der Stimmberechtigten.

Mehr Frauen in Politik und Wirtschaft gefordert

Gefordert wird von den Initiatorinnen und Initiatoren des Volksbegehrens unter anderem, dass die Hälfte aller Positionen in Politik und Wirtschaft von Frauen besetzt werden, Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern beseitigt und Alleinerziehende und ihre Kinder aus der Armut geholt werden.

Außerdem sollen Eltern in ganz Österreich bei der Kinderbetreuung Wahlfreiheit haben. Für von Gewalt betroffene Frauen wird ein besserer Schutz gefordert.

NEOS warnt vor wachsendem Gendergap bei Pensionen

Frauen verdienen nicht nur im Erwerbsleben, sondern auch in der Pension deutlich weniger als Männer. Wie aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage von NEOS-Sozialsprecher Gerald Loacker hervorgeht, entspricht die durchschnittliche Pension von Frauen 63 Prozent der durchschnittlichen Männerpension. Loacker warnte vor einer weiteren Verschärfung bei der Altersarmut bei Frauen und forderte Reformen.

Männerpensionen steigen stärker

Bei den gesamten Pensionsneuzugängen sind zwischen 2007 und 2017 die Durchschnittspensionen bei den Männern deutlich stärker gestiegen als bei den Frauen. 2007 entsprach die durchschnittliche Pension von Frauen, die ihren Ruhestand antreten, 66 Prozent der Pension, die ein Mann durchschnittlich zum Pensionsantritt bekam.

In den folgenden Jahren näherten sie die beiden Werte an. 2015 bekamen Frauen bei Pensionsantritt im Durchschnitt 69 Prozent der Pension von Männern. 2017 waren es aber wieder nur noch 63 Prozent. In absoluten Zahlen bekommen Männer, wenn sie in Pension gehen, durchschnittlich 1.642 Euro, während Frauen nur 1.032 Euro erhalten.

Bei den ASVG-Pensionen, die mit über 80 Prozent den größten Teil der Pensionen ausmachen, ist die Lücke kleiner, ist aber in den letzten Jahren ebenfalls gewachsen. 2007 bekamen Frauen in der ASVG-Pensionen 86 Prozent der Männerpensionen. 2017 waren es nur noch 76 Prozent bzw. 956 Euro gegenüber 1.256 Euro bei den Männern.

NEOS für Angleichung von Pensionsalter und Pensionssplitting

„Das Problem der Altersarmut bei Frauen muss endlich angegangen werden. Die schwache Entwicklung der Frauenpensionen darf nicht ignoriert werden. Es ist vollkommen unverständlich, dass die Sozialministerin trotzdem verkündet hat, in dieser Legislaturperiode keine Pensionsreform angehen zu wollen“, kritisierte Loacker.

Der NEOS-Sozialsprecher plädierte für eine Angleichung des Pensionsalters von Männern und Frauen. Zugleich wünscht sich die Partei ein automatisches Pensionssplitting. Dabei bekommt der Elternteil, der wegen der Kindererziehung zu Hause bleibt, Teile der Pensionsgutschriften vom Partner oder der Partnerin gutgeschrieben. Bisher ist das auf freiwilliger Basis möglich.

Ausland

Macrons Umfragewerte sacken weiter ab

Der französische Präsident Emmanuel Macron büßt in der Bevölkerung immer mehr an Popularität ein. In einer Umfrage des Instituts IFOP für „Le Journal du Dimanche“ zeigten sich lediglich 29 Prozent der Befragten mit dem Präsidenten zufrieden. Im August waren es noch 34 Prozent und im Juli 39 Prozent gewesen. Für die jüngste Erhebung wurden von 14. bis 22. September 1.964 Französinnen und Franzosen befragt.

Eine Woge der Popularität hatte Macron im Mai 2017 ins Amt getragen. Mittlerweile kämpft der Präsident jedoch an mehreren Fronten mit Problemen: Eine Affäre um einen prügelnden Leibwächter sorgte für Kratzer an seinem Image. Auch der überraschende Rücktritt des beliebten Umweltministers Nicolas Hulot und der geplante Rückzug von Innenminister Gerard Collomb wirkten sich negativ aus. Zudem hat sich der Wirtschaftsaufschwung abgeschwächt. In der vergangenen Woche lösten Äußerungen Macrons gegenüber einem Arbeitslosen Unmut aus. Er hatte dem Mann gesagt, er werde leicht einen Job finden, wenn er sich nur bemühe.

Israel pocht auf Räumung von Dorf im Westjordanland

Trotz internationaler Kritik am geplanten Abriss des Beduinendorfs Chan al-Ahmar im besetzten Westjordanland hat die israelische Regierung die Bewohner ultimativ zur Räumung ihrer Häuser aufgefordert.

Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums erhielten die rund 200 Einwohnerinnen und Einwohner von Chan al-Ahmar heute eine Mitteilung, in der sie zum Abriss ihres eigenen Dorfes bis zum 1. Oktober aufgefordert werden. Israel argumentiert, das Dorf sei illegal errichtet worden.

Dorf kündigt Widerstand an

Welche Maßnahmen drohen, wenn die Dorfbewohnerinnen und -bewohner sich der Anordnung widersetzen, wurde nicht mitgeteilt. Diese kündigten Widerstand an. „Niemand wird gehen. Wir werden gewaltsam vertrieben werden müssen“, erklärte der Sprecher des Dorfes, Eid Abu Chamis.

Israels Oberster Gerichtshof hatte am 5. September endgültig grünes Licht für den Abriss des Beduinendorfes gegeben. Chan al-Ahmar liegt in einem strategisch bedeutsamen Gebiet östlich von Jerusalem nahe israelischer Siedlungen sowie einer wichtigen Straße zum Toten Meer.

EU-Staaten wollen Israel zur Abkehr bewegen

Israels Behörden wollen das Dorf schon seit Jahren abreißen lassen und haben den im Dorf lebenden Menschen Ersatzgrundstücke angeboten. Nach Angaben der Dorfbewohnerinnen und -bewohner befand sich eines jedoch in der Nähe einer Müllhalde und ein anderes in der Nähe einer Kläranlage.

Am Donnerstag hatten acht europäische Staaten, darunter fünf Mitglieder des UNP-Sicherheitsrats, Israel zur Abkehr von den Abrissplänen aufgefordert. Sie warnten, die Zerstörung von Chan al-Ahmar „würde die Realisierbarkeit der Zweistaatenlösung ernsthaft gefährden“.

Malediven wählen neuen Präsidenten

Die Malediven wählen heute einen neuen Präsidenten. Die Wiederwahl des autoritär regierenden Amtsinhabers Abdulla Yameen, der sich um eine zweite Amtszeit bewirbt, galt im Vorfeld als sicher. Alle aussichtsreichen Konkurrenten sitzen im Gefängnis oder mussten das Land verlassen.

Der Präsident der Malediven, Abdulla Yameen
AP/Eranga Jayawardena

Der ehemalige Staatschef Mohamed Nasheed, der ebenfalls im Exil lebt, durfte wegen einer Verurteilung zu einer 13-jährigen Haftstrafe wegen Terrorvorwürfen nicht kandidieren. Die UNO und zahlreiche westliche Staaten hatten den Prozess gegen Nasheed und seine Verurteilung im Jahr 2015 als politisch motiviert kritisiert. Nasheeds Maledivische Demokratische Partei (MDP) unterstützte bei der heutigen Wahl den relativ unbekannten Kandidaten Ibrahim Mohamed Solih.

Polizei stürmte MDP-Hauptquartier

Gestern hatte die Polizei das Hauptquartier der MDP in der Hauptstadt Male gestürmt und das Gebäude stundenlang durchsucht. Festnahmen habe es keine gegeben, teilte die Partei mit. Die Polizei erklärte, es hätten „illegale Aktivitäten“ verhindert werden müssen.

Yameen geht seit seinem Wahlsieg 2013 trotz internationaler Kritik mit großer Härte gegen die Opposition vor. Im Februar verhängte er als Reaktion auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs den Ausnahmezustand und ließ den obersten Richter und einen weiteren ranghohen Richter festnehmen.

Annäherung an China

Yameen hat die Malediven zudem politisch näher an China heranrückt und sich von der langjährigen Schutzmacht Indien abgewendet. Infrastruktur-Projekte werden mit chinesischen Millionenkrediten finanziert.

Sowohl die Opposition als auch Wahlbeobachter warnten, die Abstimmung in dem von 340.000 überwiegend muslimischen Einwohnerinnen und Einwohnern bevölkerten Inselstaat im Indischen Ozean werde nicht fair und frei ablaufen. Mit einem Wahlergebnis wird am Montagmittag gerechnet. Wenn im ersten Durchgang keiner der Kandidaten die nötige absolute Mehrheit der Stimmen erreicht, gibt es eine Stichwahl.

China sagt Militärgespräche mit USA ab

China zieht erste Konsequenzen aus den US-Rüstungssanktionen wegen seiner Waffengeschäfte mit Russland. Die Regierung in Peking bestellte am Wochenende den US-Botschafter Terry Branstad ein und legte Militärgespräche der beiden Länder vorerst auf Eis. Das Verteidigungsministerium teilte mit, Marinechef Shen Jinlong werde von einem Besuch in den USA zurückbeordert.

China verschiebt Gespräche mit USA

Die für kommende Woche in Peking geplanten Gespräche von chinesischen und US-Militärvertretern würden verschoben. Das chinesische Militär behalte sich weitere Schritte vor, erklärte das Ministerium, ohne das genauer auszuführen.

Die USA hatten am Donnerstag Strafmaßnahmen verhängt. Diese richten sich gegen die für Waffen und Ausrüstung zuständige Entwicklungsabteilung des chinesischem Militärs und deren Leiter, Li Shangfu.

Gleichzeitig setzte die US-Regierung 33 weitere Personen und Einrichtungen, die in Zusammenhang mit dem russischen Militär und Geheimdienst gebracht werden, auf eine Sanktionsliste. Mit ihnen dürfen somit keine Geschäfte mehr gemacht werden. Bei den Waffengeschäften geht es um den vereinbarten Verkauf von zehn russischen Kampfjets vom Typ SU-35 und dem Boden-Luft-Raketensystem S-400 an China.

Scharfe Kritik auch aus Russland

China bezeichnete seine Entscheidung, Rüstungsgeschäfte mit Russland abzuwickeln, als normalen Vorgang zwischen souveränen Staaten und forderte die USA zur sofortigen Rücknahme ihrer Sanktionen auf. Ein US-Regierungsvertreter sagte, die Strafmaßnahmen zielten auf Russland ab, auch wenn die USA sich derzeit einen Handelsstreit mit China lieferten. Russland hatte die Sanktionen ebenfalls scharf verurteilt.

Panama will „Aquarius“ Flagge entziehen

Panama will dem Rettungsschiff „Aquarius“ die Flagge entziehen. Die Schifffahrtsbehörde des mittelamerikanischen Landes teilte gestern auf ihrer Website mit, die Aufhebung der Registrierung der „Aquarius 2“ eingeleitet zu haben. Hintergrund seien „internationale Berichte“, wonach das Schiff internationale juristische Verfahren missachte, die im Mittelmeer aufgenommene Menschen beträfen.

Die Beschwerde geht laut Panama vor allem von den italienischen Behörden aus. Demnach habe „der Kapitän des Schiffes es abgelehnt, die aufgenommenen Migranten und Flüchtlinge in ihre Herkunftsländer zurückzubringen“.

Das Schiff Aquarius bei seiner Ankunft im Hafen von Valencia (Spanien)
AP/Alberto Saiz

Im August hatte bereits die britische Kronkolonie Gibraltar dem Schiff die Flagge entzogen. Deswegen war die „Aquarius“ seit Ende August in Marseille gelegen. Mitte September trat sie unter der Flagge Panamas und unter dem neuen Namen „Aquarius 2“ ihre neue Rettungsmission an. Seit Donnerstag hat die „Aquarius“ elf Migranten an Bord, die vor der libyschen Küste aufgegriffen wurden.

Tagelange Suche nach Hafen

Das seit 2016 von SOS Mediterranee gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen betriebene Rettungsschiff war bei vergangenen Missionen auf große Probleme gestoßen, einen Hafen zu finden. Im Juni irrte die „Aquarius“ mit mehr als 600 Menschen an Bord tagelang im Mittelmeer umher, nachdem die Regierung in Rom ihre Häfen gesperrt hatte und auch Malta eine Aufnahme verweigerte. Schließlich konnte das Schiff im spanischen Valencia anlegen.

Nach einem erneuten Tauziehen der EU-Länder Mitte August erklärte sich schließlich Malta bereit, einen Hafen zu öffnen. Die 141 Flüchtlinge an Bord wurden auf fünf Länder verteilt.

Von Türkei gestützte Rebellen stimmen Pufferzone in Idlib zu

Das syrische Rebellenbündnis Nationale Befreiungsfront hat der Einigung auf eine militärische Pufferzone in der Region Idlib grundsätzlich zugestimmt. Die Aufständischen erklärten gestern, sie würden mit der Türkei – ihrem Verbündeten – uneingeschränkt zusammenarbeiten.

Ihre Waffen würden sie aber nicht abgeben. „Wir bleiben vorsichtig“, so die Rebellen. „Unser Finger wird am Abzug bleiben.“ Sie würden genau darauf achten, ob es zu einem Verrat an der Vereinbarung durch die syrische Führung oder deren Verbündeten Russland und Iran komme.

Eine islamische Extremistengruppe in Idlib hat den Plan indes abgelehnt. Die Huraz al-Din rief andere Extremistengruppen zudem auf, ihre Attacken „gegen die Feinde der Religion“ zu intensivieren, „um deren Pläne zu durchkreuzen“.

Pufferzone soll Großoffensive verhindern

Die Türkei, die einige als moderat geltende Rebellengruppen in Syrien unterstützt, und Russland, das dort an der Seite der Regierungstruppen kämpft, hatten am Montag eine Vereinbarung für eine Pufferzone erzielt. Damit soll eine Großoffensive der syrischen Armee in dem Gebiet an der Grenze zur Türkei verhindert werden.

Die Vereinbarung sieht vor, dass unter der Aufsicht der beiden Länder schwere Waffen und „radikale“ Aufständische wie etwa Kämpfer der Hajat Tahrir al-Scham aus der Zone abgezogen werden. Wer als radikal gilt und wie die Zukunft der Opposition aussieht, bleibt unklar. Die Nationale Befreiungsfront wird von der Türkei als moderat eingestuft.

Islamistische Milizen und eineinhalb Mio. Flüchtlinge

Laut den Vereinten Nationen (UNO) wird Idlib von rund 10.000 Milizionären gehalten. Die meisten von ihnen haben sich islamistischen Gruppen angeschlossen. Die Islamisten haben ihre Position zu dem türkisch-russischen Abkommen noch nicht erklärt.

Nach UNO-Angaben leben in Idlib drei Millionen Menschen, darunter eineinhalb Millionen Binnenflüchtlinge, die vor den Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in den Nordwesten ausgewichen sind. Die UNO hat wiederholt vor einer humanitären Katastrophe gewarnt, sollte es zum Sturm auf die Provinz kommen.

Sport

Wirtschaft

Porsche baut keine Dieselfahrzeuge mehr

Porsche steigt als erster deutscher Autokonzern aus dem Diesel aus. „Von Porsche wird es künftig keinen Diesel mehr geben“, sagte Porsche-Vorstandschef Oliver Blume der „Bild am Sonntag“. Der Stuttgarter Sportwagenbauer wolle sich künftig auf das konzentrieren, was er gut könne. „Das sind emotionale, leistungsstarke Benziner, Hybride, und ab 2019 werden es auch reine Elektrofahrzeuge sein.“

Blume sagte weiter, Porsche habe nie selbst Dieselmotoren entwickelt und produziert. „Dennoch hat das Image von Porsche gelitten. Die Dieselkrise hat uns viel Ärger bereitet.“ Gemeint ist die Dieselaffäre um manipulierte Abgaswerte. Wegen der hohen Belastung der Luft mit gesundheitsschädlichen Stickoxiden wurden in mehreren deutschen Städten Fahrverbote verhängt, das Thema beschäftigt die Gerichte.

Diesel nicht „sportlich“ genug

Als weiteren Grund für den Dieselausstieg nannte Blume die Schärfung des sportlichen Markenkerns. „Für uns ist schon wichtig, dass sich Motoren sportlich fahren lassen.“ Einen Benziner könne man da „ganz anders auslegen“. Er betonte: „Porsche wird in Zukunft noch mehr Porsche sein als in der Vergangenheit. Stark auf Leistung und Effizienz getrimmt. Der Diesel zielt auf andere Fahreigenschaften ab.“ Seine bisherigen Dieselkunden will Porsche weiter betreuen, wie er sagte.

Beratungen über Maßnahmen gegen Fahrverbote

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Chefs deutscher Autokonzerne beraten heute in Berlin über Maßnahmen gegen Dieselfahrverbote in Städten. An dem für den frühen Abend angesetzten Treffen im Kanzleramt nimmt auch Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) teil.

Dabei könnte nach langem Koalitionsstreit über Hardware-Nachrüstungen älterer Dieselfahrzeuge eine Entscheidung fallen. Offen ist, ob es bereits konkrete finanzielle Zusagen der börsennotierten Autobauer zu möglichen Nachrüstungen gibt. Bisher lehnen die Hersteller Hardware-Nachrüstungen ab.

Richtige Wortwahl bei Onlinebewertung entscheidend

Wer mit einem Produkt oder einer Dienstleistung unzufrieden ist, kann seinem Ärger auf Internetplattformen rasch Luft machen. Solche Onlinebewertungen können aber ein teures Nachspiel haben, wenn per Anwalt die Löschung des Postings und Geld verlangt werden. Negative Meinungsäußerungen und harte Kritik sind aber erlaubt – es kommt nur auf die richtige Wortwahl an.

Mehr dazu in help.ORF.at

Chronik

Gespickte Erdbeeren auch in Neuseeland entdeckt

Die Aufregung über Stecknadeln in abgepackten Erdbeeren aus Australien hat nun auch das benachbarte Neuseeland erreicht. Die Supermarktkette Countdown informierte heute ihre Kundschaft darüber, dass Nadeln in einer Packung mit australischen Erdbeeren aus einem ihrer Geschäfte in Auckland entdeckt worden seien. Die betroffene Charge sei daraufhin landesweit aus dem Verkauf genommen worden.

Das Unternehmen riet dazu, alle Erdbeeren aus Australien vor dem Verzehr zunächst aufzuschneiden. Im australischen Bundesstaat Queensland war diesen Monat ein Mann nach dem Verzehr von Erdbeeren mit heftigen Bauchschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert worden. In seinem Bauch wurden Stecknadeln gefunden. Landesweit wurden bisher mehr als hundert Stecknadelfunde in Erdbeeren gemeldet. Es wird allerdings vermutet, dass es sich bei einem Großteil der Meldungen um Scherze handelt.

Der Bundesstaat Queensland setzte eine Belohnung in Höhe von 100.000 australischen Dollar (61.000 Euro) für Hinweise zu den Tätern aus. In Australien können solche Taten mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden. Die Vereinigung der Erdbeerproduzenten von Queensland spekulierte, ein verärgerter früherer Arbeiter könne für die Tat verantwortlich sein.

Zwei Haie nach Angriffen im Great Barrier Reef getötet

Nach zwei Haiangriffen auf eine Frau und ein zwölfjähriges Mädchen im Great Barrier Reef sind in Australien zwei große Tigerhaie getötet worden. Die beiden Haie, einer von ihnen 3,3 Meter lang, seien mit Hilfe von Hainetzen gefangen worden, teilte die Fischereibehörde von Queensland mit. Ihre Kadaver würden nun weit hinaus aufs Meer gebracht.

Ob genau diese beiden Haie die Frau und das Mädchen verletzt haben, sei aber unklar. Trotzdem könnten Haie dieser Größe für Menschen sehr gefährlich werden. Die Hainetze würden in den kommenden Wochen gespannt bleiben, um die Gefahren für Schwimmer zu verringern.

Die Frau und das Mädchen befinden sich weiter im Krankenhaus. Sie waren unabhängig voneinander bei den Whitsunday-Inseln attackiert worden, einer Inselgruppe im Herzen des Korallenriffs Great Barrier Reef. Angriffe von Haien in dem Gebiet sind eher selten, der bisher letzte bekannte Vorfall wurde dem Rundfunksender ABC zufolge vor acht Jahren gemeldet.

Fährunglück auf Victoriasee: Zahl der Toten steigt

Nach dem Fährunglück auf dem Victoriasee in Tansania ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 218 gestiegen. Taucher und Rettungskräfte setzten auch gestern Abend nahe der Insel Ukara ihre Suche nach Opfern und möglichen Überlebenden des Unglücks vom Donnerstag fort, wie der Gouverneur der Region Mwanza, John Mongella, mitteilte.

Die gekenterte Fähre auf dem Victoriasee in Tansania
APA/AFP

„Wir beklagen momentan 218 Tote, und der Einsatz dauert an“, sagte Mongella gestern im Fernsehsender TBC One. Er kündigte an, dass Experten und Geräte auf dem Weg seien, um das kieloben liegende Schiffswrack umzudrehen und dadurch die Suche zu erleichtern. Zuvor war in dem Wrack ein Überlebender gefunden worden, der sich in einen Raum mit ausreichend Luft gerettet und dort zwei Tage ausgeharrt hatte. Damit stieg der Zahl der Überlebenden auf 41.

Opfer werden beigesetzt

Hunderte Bewohner des Unglücksortes beobachteten die Bergungsarbeiten. Dutzende Holzsärge waren am Ufer aufgereiht, damit sie von Angehörigen abgeholt werden konnten. Dem Gouverneur zufolge sollten nicht identifizierte Leichen ab heute an Ort und Stelle beigesetzt werden. Die Zeremonie werde von Ministerpräsident Kassim Majaliwa geleitet. Vertreter der verschiedenen Religionsgruppen würden anwesend sein, sagte Mongella.

Karte von Tansania und dem Victoriasee
Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA

Die Fähre „MV Nyerere“ war am Donnerstag im südlichen Teil des Victoriasees gekentert, nur rund 50 Meter vom Anleger auf der Insel Ukara entfernt. Die Unglücksursache war zunächst unklar – doch die veröffentlichten Zahlen bedeuten, dass die Fähre, ausgelegt für 100 Passagiere, heillos überladen war. Tansanias Präsident John Magufuli sagte am Freitagabend, Ermittlungen hätten ergeben, dass der Kapitän des Schiffes gar nicht an Bord war – er habe seine Aufgaben an einen Untergebenen ohne Erfahrung übertragen.

Piratenüberfall auf Schweizer Frachter vor Nigeria

Vor der Küste Nigerias haben Piraten den unter Schweizer Flagge fahrenden Frachter „Glarus“ überfallen und dabei zwölf der 19 Besatzungsmitglieder gekidnappt. Unter den Entführten sind keine Schweizer Staatsbürger.

Die Reederei Massoel Shipping teilte mit, der Getreide transportierende Frachter sei unterwegs gewesen zwischen der südwestlichen Handelsstadt Lagos und dem Ölhub Port Harcourt im südlichen Niger-Delta. Piraten hätten das Schiff geentert und zwölf der 19 Crew-Mitglieder mit sich genommen.

Ringen um Freilassung der Besatzung

Die Firma arbeite mit Behörden und Spezialisten zusammen, um die schnelle und sichere Freilassung der Festgehaltenen zu ermöglichen, hieß es weiter. Kidnapping zur Lösegelderpressung ist in Teilen Nigerias ein bekanntes Problem.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) teilte gestern Abend auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA mit, es habe Kenntnis von dem Überfall auf den Frachter „Glarus“. Das Seeschifffahrtsamt in Basel stehe in direktem Kontakt mit der verantwortlichen Reederei. Laut der Reederei gehören der Crew keine eidgenössischen Staatsbürger an.

Gesundheit

Science

Wrack der Indien-Flotte nahe Lissabon entdeckt

In Portugal ist das Wrack eines historischen Schiffs entdeckt worden, das einst auf der Gewürzroute nach Indien verkehrt ist. Das Schiff sei in der Mündung des Tajo entdeckt worden und vermutlich zwischen 1575 und 1625 gesunken, teilten die portugiesischen Behörden gestern mit.

Die Wrackteile seien am 3. September in zwölf Meter Tiefe gefunden worden, hieß es von der Stadtverwaltung von Cascais westlich von Lissabon. Zum Schiff gehörten neun Kanonen aus Bronze mit dem portugiesischen Wappen. Entdeckt wurden auch chinesisches Porzellan aus der Zeit des Kaisers Wanli (1573 bis 1619), Pfeffer und Muscheln, die zur Zeit des Sklavenhandels als Währung dienten.

Es handle sich „um den bedeutendsten archäologischen Fund in Portugal seit 1994“, sagte der Projektleiter Jorge Freire. Die Tatsache, dass das Schiff Pfeffer geladen hatte, deute darauf hin, dass es bei der Ankunft in Lissabon gesunken sei. 1994 war in derselben Region ein Schiff aus dem frühen 17. Jahrhundert gefunden worden. In beiden Fällen handelte es sich um den Schiffstyp Nao.

Kultur

Kino sucht das Böse im Netz

Vor zwanzig Jahren war in der romantischen Komödie „e-m@il für Dich“ zum ersten Mal das Internet zentraler Schauplatz eines Films. Mittlerweile wird auf der Leinwand ganz selbstverständlich gesimst, gechattet und in Soziale Netzwerke gepostet. Der smarte Desktop-Thriller „Searching“ dreht die Schraube jetzt noch ein Stück weiter – und sucht das Böse im Netz.

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Religion

CH: Kanton St. Gallen stimmt über Verhüllungsverbot ab

In der Schweiz entscheiden die Einwohnerinnen und Einwohner des kleinen Kantons St. Gallen bei der Volksabstimmung heute auch über ein Burkaverbot. Die Kantonsregierung hatte ein Verbot der Verhüllung beschlossen, wenn diese „die öffentliche Sicherheit oder den religiösen oder gesellschaftlichen Frieden bedroht oder gefährdet“. Gegner wollen das mit der Abstimmung kippen.

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Panorama