Ausland

Ungeachtet der Drohungen von Präsident Alexander Lukaschenko hat die Opposition in Weißrussland zu landesweiten Streiks aufgerufen, um Neuwahlen zu erzwingen. Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja sagte heute in einer Videobotschaft an ihre Anhängerinnen und Anhänger, diese sollten die Streiks fortsetzen und ausweiten und sich nicht einschüchtern lassen.

Tichanowskaja war vor einigen Tagen nach Litauen ausgereist, nach Angaben ihres Wahlkampfteams auf Druck der Behörden. Gegen Lukaschenko demonstrieren seit Tagen Tausende Menschen. Auch Beschäftigte in staatlichen Betrieben hatten vorübergehend die Arbeit niedergelegt. Hintergrund sind die Wahlen vom 9. August, bei denen sich Lukaschenko zum klaren Sieger erklärt hatte. Die Opposition spricht hingegen von Wahlbetrug.

Die weißrussische Generalstaatsanwaltschaft hat einem Medienbericht zufolge Ermittlungen gegen die Opposition eingeleitet. Lukaschenko hatte das Innenministerium angewiesen, dafür zu sorgen, dass die Proteste gegen ihn enden.

Der frühere Chefstratege von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, hat nach seiner Festnahme wegen Betrugsverdachts auf „nicht schuldig“ plädiert. Haftrichter Stewart Aaron in New York legte gestern fest, dass Bannon gegen eine Kaution in Höhe von fünf Millionen Dollar freikommt. Davon muss Trumps Ex-Berater 1,75 Millionen Dollar als Sicherheit hinterlegen. Aaron verhängte außerdem eine Reisesperre für Gebiete außerhalb des Nordostens der USA. Seinen Reisepass muss Bannon abgeben.

Der 66-Jährige wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft gestern um 7.15 Uhr (Ortszeit) auf einer Jacht vor der Küste des Bundesstaats Connecticut festgenommen. Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft ihm und drei weiteren Beschuldigten vor, Geld aus einer Onlinespendenaktion für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko abgezweigt zu haben. Die gemeinnützige Organisation namens „We Build the Wall“ (Dt.: „Wir bauen die Mauer“) habe mehr als 25 Millionen Dollar von „Hunderttausenden“ Spendern eingesammelt.

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Die durch einen Putsch in Mali an die Macht gekommene Militärjunta will einen Übergangspräsidenten an die Spitze des westafrikanischen Staates setzen. „Wir werden einen Übergangsrat mit einem Übergangspräsidenten einsetzen, der entweder ein Militärangehöriger oder ein Zivilist sein wird“, kündigte ein Sprecher der Militärs gestern im Sender France24 an.

Die Armee stehe in engem Kontakt mit der Zivilgesellschaft, den Oppositionsparteien, „der Mehrheit, mit allen, um den Übergang umzusetzen“, sagte Ismael Wague in dem Fernsehinterview.

Soldaten der malischen Armee hatten am Dienstag einen Militärstützpunkt nahe der Hauptstadt Bamako besetzt und dann geputscht. Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keita wurde festgenommen und verkündete dann – unter dem Druck der Militärs – in der Nacht seinen sofortigen Rücktritt und die Auflösung des Parlaments, um nach eigenen Angaben ein Blutvergießen zu verhindern. Die Anführer des Putsches versprachen, „in angemessener Zeit“ eine Neuwahl abzuhalten.

Westafrikanische Staaten aufseiten des Präsidenten

Die westafrikanischen Staatschefs stellten sich unterdessen auf die Seite des gestürzten Präsidenten Keita und forderten seine Rückkehr ins Amt. „Wir fordern die Wiedereinsetzung von Präsident Ibrahim Boubacar Keita als Präsidenten der Republik“ Mali, sagte der Präsident von Niger und derzeitige Vorsitzende der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS), Mahamadou Issoufou. Die Organisation hatte eine Videokonferenz einberufen, um über den Militärputsch in Mali zu beraten.

Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron äußerten sich entschlossen, trotz des Putsches den Kampf gegen Terrorismus in der Region weiterzuführen. Es gehe darum, die Lage möglichst schnell zu entschärfen, machte Macron bei einem Treffen in seiner Residenz Fort de Bregancon am Mittelmeer deutlich. In Mali dürfe es keine Entwicklung geben, die den Terrorismus stärken könnte. Merkel sagte, das Land brauche Stabilität auf der Basis demokratischer Strukturen.

Zuvor hatte die Afrikanische Union die Mitgliedschaft Malis bis zur „Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung“ ausgesetzt. Der UNO-Sicherheitsrat forderte die Meuterer auf, „alle inhaftierten Staatsbediensteten sicher und unverzüglich freizulassen und unverzüglich in ihre Kasernen zurückzukehren“.

Inland

Das Verteidigungsministerium hat im Jahr 2019 knapp eine Million Euro für Kooperationsinstitute aufgewendet. Das geht aus einer aktuellen Anfragebeantwortung von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) hervor. Für Leistungen von acht Instituten wurden insgesamt 947.605 Euro bezahlt, hieß es in der Beantwortung der parlamentarischen Anfrage von FPÖ-Mandatar Christian Hafenecker.

Unter den vom Verteidigungsministerium mit Expertise beauftragten sicherheitspolitischen Institutionen befindet sich auch das im Zuge der „Ibiza“-Affäre unter Beschuss geratene freiheitliche Institut für Sicherheitspolitik (ISP).

Tanner betonte in der Anfragebeantwortung, dass sie – wie bereits bekannt – eine Evaluierungskommission mit der Prüfung aller Kooperationsinstitute betraut hat.

Details zu Kosten

In der Anfragebeantwortung listete Tanner die Kosten für die Zahlungen an die einzelnen Institute im Detail auf. Für das Jahr 2019 wurden jeweils 200.000 Euro an das ISP sowie an das Austria Institut für Europa- und Sicherheitspolitik (AIES) und das Österreichische Institut für Internationale Politik (OIIP) gezahlt.

Einen Grundsockel von 200.000 Euro erhielt auch das Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK bzw. ASPR), hier fielen darüber hinaus in diesem Jahr noch Zusatzkosten von 43.205 Euro an.

Jeweils 48.150 Euro erhielten das Bruno Kreisky Forum sowie das Österreichische Institut für China und Südostasienforschung (ICSOA). 4.500 Euro gingen an den Verein Österreichische Gesellschaft für Landesverteidigung und Sicherheitspolitik, 3.600 Euro an den Verein Gesellschaft für Politisch-Strategische Studien.

Vertrag mit ISP soll noch heuer enden

Mit dem Großteil der Institute bestehen langjährige Kooperationsverträge. Die Kooperation mit dem FPÖ-nahen ISP mit Ex-FPÖ-Mandatar Markus Tschank an der Vereinsspitze wurde 2017 unter dem damaligen Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) abgeschlossen und soll noch heuer enden. Für die vier Jahre der Kooperation gab es jährlich 200.000 Euro.

Im Zentrum der Tätigkeit steht die sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit den östlichen Nachbarländern, so die Anfragebeantwortung. Im Zuge der Ermittlungen in der Causa Casinos rückten mutmaßliche Zahlungen des Glücksspielbetreibers Novomatic an das ISP in den Fokus. Die Ermittler fragen sich, ob Novomatic das Geld an den FPÖ-nahen Verein gezahlt hat, um an Glücksspiellizenzen zu kommen.

Langjährige Kooperationen

Das AIES, dem der frühere Ressortchef Werner Fasslabend (ÖVP) als Präsident vorsteht, ist laut Anfragebeantwortung seit 2005 für das Verteidigungsministerium tätig, die Kooperation läuft zumindest bis 2024.

Das OIIP, dessen Präsident der frühere SPÖ-Innenminister Caspar Einem ist, kooperiert seit 2001 mit dem Ministerium. Beim ÖSFK/ASPR ist der einstige sozialdemokratische Verteidigungsminister Norbert Darabos Präsident. Die Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium besteht seit 2009.

Das SPÖ-nahe Kreisky-Forum erhielt in den Jahren 2012 bis 2018 jeweils rund 48.000 Euro, etwa für die Durchführung von Workshops zu den Themen „Naher und Mittlerer Osten“, „Beziehung Europa – Russland“ sowie „Afrika“.

Laut internen Akten, die der Zeit im Bild vorliegen, gibt es neue Erkenntnisse in der „Ibiza-Affäre“. Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus könnte deutlich engeren Kontakt zu einem der Drahtzieher des Videos gehabt haben. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich weitere strafrechtlich relevante Aspekte ergeben, hält die „SoKo Tape“ nach der Auswertung des „Ibiza-Materials“ in einem Zwischenbericht fest.

Zwischenbericht nach Auswertung des „Ibiza-Materials“

Wie aus Unterlagen hervorgeht, die der ZIB vorliegen, hatten Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus und einer der Strippenzieher des Videos offenbar engeren Kontakt als bisher bekannt.

Dabei gehe es laut ZIB1-Bericht um etliche Gespräche zwischen Gudenus und dem vorgeblichen Geschäftsmann Julian H., einem der Drahtzieher des Videos. Darin soll es um Geschäfte eines Bauträgers – womöglich die STRABAG – gegangen sein und die etwaige Vergabe an die Oligarchennichte. Gudenus’ Anwalt habe jedoch keine Sorgen, dass das für Gudenus zum Problem werden könnte.

Fragen wirft auch die Bezeichnung der heimlich angefertigten Video- und Tondateien auf, die Täter hatten sie unter dem Projektnamen „Roter Platz“ abgespeichert. Dort hatten Gudenus und Julian H. im Frühsommer 2017 ein Flugzeug nach Wien bestiegen – was sie dort machten, ist jedoch unklar. Gudenus sei oft in Moskau, so sein Anwalt. Tatsächlich galt Gudenus immer als FPÖ-Verbinder nach Russland.

Das Gesetzespaket gegen „Hass im Netz“ ist zwar so gut wie fertig, in Begutachtung gehen wird der Entwurf allerdings erst nächste oder übernächste Woche. Das hat Justizministerin Alma Zadic (Grüne) bei einem Treffen mit der „Allianz gewaltfrei leben“ bekanntgegeben. Es fehlten nur noch Kleinigkeiten, sagte sie – und zwar dem Vernehmen nach legistische, nicht inhaltliche.

„Wir sind wirklich in der absoluten Finalisierung“, so die Justizministerin vor den Vertreterinnen verschiedener Gewaltschutzorganisationen. Strafrechtlich soll das Gesetz dafür sorgen, dass Cybermobbing nicht erst bei „fortgesetzter Belästigung“ verfolgt werden kann. Auch Verhetzung wird im Strafgesetzbuch neu definiert.

Auch „Upskirting“ wird verboten

Fix ist auch, dass das „Upskirting“ verboten wird. Für unbefugtes Fotografieren des Intimbereichs soll künftig bis zu ein Jahr Freiheitsstrafe drohen.

Dass es sich derzeit bei vielen Hasspostings im Internet um Privatanklagedelikte handelt (etwa üble Nachrede, Beleidigung oder Verhetzung), bei denen die Geschädigten selbst aktiv werden müssen und ein großes Kostenrisiko tragen, soll ebenfalls angegangen werden. Auf zivilrechtlichem Weg soll – ähnlich dem strafrechtlichen Mandatsverfahren – rasch und günstig dafür gesorgt werden, dass beleidigende Nachrichten gelöscht werden müssen.

Ein zwischen Grünen und ÖVP lange diskutierter Punkt betrifft die Plattformverantwortlichkeit. Onlineforen von heimischen Zeitungen werden hier nicht hineingenommen, nur große Player wie Facebook und Twitter sollen zur Entfernung rechtswidriger Inhalte gedrängt werden. Bei österreichischen Medien werde ohnehin schon zuverlässig gelöscht, argumentierten die Grünen.

Das Verwaltungsgericht Wien hat gestern eine der beiden Entscheidungen der Bezirkswahlbehörde zu Straches Kandidatur in Wien-Landstraße bestätigt. Ob Strache somit nicht aus der Wählerevidenz gestrichen wird und damit antreten darf, entscheidet das Verwaltungsgericht morgen.

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COV Inland

Die Coronavirus-Krise hat zu einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt. Stark betroffen davon sind unter anderem junge Arbeitskräfte. Auch das Angebot an Ferialpraktika für Jugendliche dürfte heuer empfindlich eingeschränkt sein. Fachleute des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) schätzen, dass es im Juli bis zu einem Fünftel weniger Sommerjobs für Schülerinnen und Schüler unter 19 Jahren gegeben hat.

Einen kompletten „Kahlschlag“ bei den Ferialjobs, wie in den vergangenen Monaten noch befürchtet wurde, dürfte es aber heuer nicht geben.

10.000 fehlende Stellen

„In Summe könnten nach einer vorläufigen Schätzung im Juli 2020 bis zu 9.800 Sommerjobs (minus 22 Prozent) für Jugendliche gefehlt haben“, heißt es in der Studie der WIFO-Ökonominnen Julia Bock-Schappelwein sowie Ulrike Huemer und dem Ökonomen Walter Hyll in einer Analyse der Juli-Arbeitsmarktdaten. Sie leiten ihre Schätzung aus dem heurigen Sprung in den Beschäftigungszahlen in dieser Altersgruppe von Juni auf Juli ab.

Von Juni bis Juli gab es heuer ein Plus in der Zahl der unselbstständig beschäftigten Jugendlichen unter 19 Jahren von einem Drittel (33 Prozent), in absoluten Zahlen waren das 39.346 Personen. Im Vorjahr belief sich der Sprung noch auf 43.676. Daraus ergibt sich eine Lücke im Jahresvergleich von rund 4.300 Personen.

Dieses Minus alleine dürfte die Zahl der fehlenden Sommerjobs aber unterschätzen, da auch Nachholeffekte von verspäteten Berufseinsteigern zu berücksichtigen seien. Dementsprechend schätzen die WIFO-Fachleute die fehlenden Stellen für potenzielle Ferialpraktikanten mit knapp 10.000 ein.

Im Vorfeld der kommenden Skisaison zeichnen sich wegen der Coronavirus-Pandemie gleich zwei Konflikte ab: Einerseits geht es um die Sperrstunden von Apres-Ski-Lokalen, andererseits um mögliche Zugangsbeschränkungen in den Skigebieten selbst.

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Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB), die Arbeiterkammer (AK), die Wirtschaftskammer (WKÖ) und die Industriellenvereinigung (IV) sind gegen eine generelle Maskenpflicht am Arbeitsplatz, wie sie in Frankreich ab 1. September gelten soll. Das ergaben Anfragen der APA bei den drei Sozialpartnern und den Industriellen. Alle halten Prävention für wichtig, die derzeitigen Regeln funktionierten gut.

„Für eine generelle Maskenpflicht am Arbeitsplatz sehen wir aktuell – abgesehen von der Arbeit im Gesundheitsbereich, für die Experten das empfehlen – keinen Bedarf, wenn Schutzmaßnahmen wie Abstandsregeln und Hygienevorschriften eingehalten werden“, sagte ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian.

„Die Unternehmen in der Industrie tragen Verantwortung für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Sehr früh hätten die Industriebetriebe Sicherheitsvorkehrungen verstärkt und Schutzmaßnahmen für und gemeinsam mit ihren Beschäftigten getätigt.

Auch AK und WKÖ gegen Pflicht

„Der Arbeitnehmerschutz sieht ganz allgemein vor, dass erst bauliche und arbeitsorganisatorische Maßnahmen wie weniger dicht besetzte Schichten etc. getroffen werden müssen“, betonte AK-Präsidentin Renate Anderl. „Erst wenn das sichergestellt ist, kann man über Masken reden.“ Sie betonte weiters, dass es keine Maskenpflicht ohne die von ihr geforderte Maskenpause für Arbeitnehmer geben könne.

Auch WKÖ-Generalsekretär und ÖVP-Finanzsprecher Karlheinz Kopf betonte, dass die Betriebe viel für Prävention getan haben und tun. Von einer generellen Maskenpflicht hält die Kammer nichts.

Das Bundesheer bringt in den kommenden Tagen weitere Soldaten an Österreichs Grenzen zur Unterstützung der Gesundheitsbehörden. Die Steiermark und Kärnten hatten beim Bundesheer um weitere Assistenzkräfte angesucht. Bereits heute kommen 60 Soldaten an die steirisch-slowenische Staatsgrenze, um gesundheitsbehördliche Aufgaben zu erfüllen. Sie werden von der Garde in Wien gestellt.

Mit Montag assistieren weitere 60 Soldaten der Militärpolizei im medizinischen Bereich an Kärntner Grenzübergängen. Damit werden kommende Woche mehr als 1.400 Soldaten im Inlandseinsatz (inklusive Katastropheneinsätze) stehen.

„Länder bekommen so viele Soldaten wie sie anfordern“

Davon unterstützen etwa 300 Gesundheitsbehörden und über 1.000 überwachen die Grenzen zur Verhinderung illegaler Einreisen, teilte das Bundesheer aus APA-Anfrage mit. Auch das Land Tirol hat kürzlich angekündigt, 120 Soldaten im Rahmen eines Assistenzeinsatzes an den südlichen Grenzen des Bundeslandes anfordern zu wollen.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) bekräftigte, dass 800 Soldaten jederzeit bereitstehen. „Abhängig vom Bedarf und Umfang der Anforderungen, setzen wir die Soldaten überall dort ein, wo sie dringend gebraucht werden. Die derzeitigen Verstärkungen der ordernden Gesundheitsbehörden durch das Bundesheer zeigt, wie rasch wir mit unseren bereitgehaltenen 800 Soldaten reagieren können. Die Länder bekommen so viele Soldaten, wie sie anfordern und brauchen“, so Tanner.

Laut aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums (Stand: gestern, 23.00 Uhr) sind bisher 24.582 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. 1.061.437 Tests wurden insgesamt durchgeführt und gemeldet. ORF.at verwendet stets die Zahlen des Epidemiologischen Meldesystems (EMS) als Basis seiner Berichterstattung.

Wegen der Infektion im Spital befinden sich 116 Menschen, 21 davon auf der Intensivstation. 724 Personen sind insgesamt verstorben. Für die Zählung der Verstorbenen ist die Definition des EMS ausschlaggebend.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Hinweis zur Aktualisierung der Daten

Um die Daten aktuell zu halten, übernimmt ORF.at die Informationen direkt aus dem offiziellen Dashboard des Gesundheitsministeriums. Die aktuellen Fallzahlen im Kopf der Seite werden stündlich aktualisiert, die Verlaufsgrafiken zum Tageswechsel, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Genaue Informationen zu Definitionen, Herkunft der Daten, Aktualisierung und FAQs finden sich im Infopoint Coronavirus von ORF.at.

Mehr dazu in Daten und Karten und Daten-Updates und Quellen

COV Ausland

Die Bevölkerung Pekings muss nach einer Entscheidung der Behörden im Freien keine Maske mehr tragen. Mit der Aufhebung der Maskenpflicht wurden die Vorschriften im Kampf gegen das Coronavirus weiter gelockert, nachdem die chinesische Hauptstadt zuvor 13 Tage in Folge keine neuen Infektionen gemeldet hatte.

Die Behörden in Peking hatten Ende April schon einmal die Aufhebung der Maskenpflicht im Freien verfügt. Nach einem neuen CoV-Ausbruch in einem Großmarkt im Süden der Stadt wurde die Lockerung aber rasch wieder zurückgenommen. In ganz China wurden zuletzt fünf Tage in Folge keine neuen lokal übertragenen Fälle mehr gemeldet.

In Frankreich haben sich binnen eines Tages über 4.700 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt – die höchste Zahl an Neuinfektionen seit Mai. Wie die Gesundheitsbehörden gestern mitteilten, wurden 4.771 Neuinfektionen registriert – das sind rund 1.000 Fälle mehr als am Vortag. Damit wurde seit Mai zum ersten Mal die Schwelle von 4.000 neuen Coronavirus-Fällen an einem Tag überschritten.

Seit Ausbruch der Pandemie sind im Land 30.480 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. Damit zählt Frankreich zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern in Europa.

Einen starken Anstieg der Coronavirus-Neuinfektionen gibt es auch in Italien. Dort verzeichneten die Behörden innerhalb von 24 Stunden 845 neue Fälle – die höchste Zahl seit dem 23. Mai, wie das italienische Gesundheitsministerium mitteilte.

Wirtschaft

Die Malversationen in der Commerzialbank Mattersburg mit fingierten Krediten dürften schon vor 1992 begonnen haben. Das geht aus einem Einvernahmeprotokoll von Ex-Bankchef Martin Pucher hervor, das dem ORF nun vorliegt. Zahlungsunfähigen Kreditnehmern hätte er Bargeld überreicht, dann Rechnungen fingiert, um das Bargeld in ihre Firmenbuchhaltung einzuschleusen.

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Die Fahrdienstleister Uber und Lyft haben gestern praktisch in letzter Minute einen Aufschub bei der Umsetzung eines Gesetzes in Kalifornien erreicht, wonach die Fahrerinnen und Fahrer als Mitarbeiter und nicht mehr als selbstständige Unternehmer behandelt werden müssen. Zuvor hatte Lyft bereits angekündigt, in dem US-Bundesstaat um Mitternacht den Betrieb auszusetzen, weil dann die neue Regelung greifen würde. Auch Uber hatte einen Stopp in Aussicht gestellt.

Ein Berufungsgericht verknüpfte den Aufschub aber mit Konditionen. Zuerst müssen Uber und Lyft einem beschleunigten Berufungsverfahren zustimmen. Dann müssen die Firmenchefs bis zum 4. September persönlich zusichern, dass es Pläne zur Umsetzung des Gesetzes binnen 30 Tagen gibt. Diese Pläne sollen zum Einsatz kommen, wenn das Gericht den Widerspruch ablehnt – oder eine von den Unternehmen angestrebte Ausnahmeregelung bei den kalifornischen Wählern durchfällt. Eine mündliche Anhörung in dem Berufungsverfahren wurde auf den 13. Oktober angesetzt.

Für Uber und Lyft wurde es eng nach der Entscheidung eines Richters, dass auf solchen Plattformen aktive Fahrer in dem Bundesstaat gemäß einem Gesetz von 2019 als Mitarbeiter behandelt werden müssen. Die Firmen machen sich zugleich Hoffnungen, dass im November die von ihnen unterstützte „Proposition 22“ angenommen wird, die eine Ausnahme von dem Gesetz für Fahrdienstvermittler enthält.

Das Geschäft von Lyft und Uber wurde zuletzt stark von der Coronavirus-Krise beeinträchtigt. Vor allem für Lyft ist Kalifornien ein sehr wichtiger Markt: Bei dem kleineren Uber-Rivalen finden dort 16 Prozent aller Fahrten statt.

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat sich im US-Streit über angebliche Gesundheitsrisiken durch die Verhütungsspirale Essure in Zehntausenden Fällen geeinigt. Für den Vergleich mit 90 Prozent der insgesamt 39.000 Klagen werden 1,6 Mrd. Dollar (1,35 Mrd. Euro) fällig, wie der Konzern gestern mitteilte.

Die Einigung war angesichts zuletzt intensivierter Gespräche erwartet worden, weshalb Bayer schon Geld beiseite gelegt hatte. Unter anderem auch deshalb waren im zweiten Quartal in der Pharmasparte 1,29 Mrd. Euro an Sonderkosten angefallen.

Bayer hatte das umstrittene Geschäft mit der Metallspirale 2013 mit dem Kauf des US-Herstellers Conceptus übernommen. Ende 2018 wurde es in den USA eingestellt. Die Spirale konnte ohne chirurgischen Eingriff in die Eileiter eingesetzt werden. Allerdings klagten viele Frauen unter anderem über chronische Schmerzen, unregelmäßige Blutungen, über Verletzungen an Gebärmutter und Eileiter sowie Depressionen.

Sport

Die traditionelle alpine Weltcup-Tournee in Nordamerika fällt heuer wegen der Coronavirus-Pandemie aus. Der Internationale Skiverband (FIS) gab gestern bekannt, dass die ab Ende November geplanten Rennen in Killington (USA), Lake Louise (CAN) und Vail/Beaver Creek (USA) nicht stattfinden können. Sie sollen stattdessen an bereits im Weltcup-Kalender fixierten Orten in Europa ausgetragen werden.

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Spaniens Nationaltrainer Luis Enrique setzt bei seinem Comeback auf eine drastische Verjüngung von „La Roja“. Für die Nations-League-Spiele gegen Deutschland am 3. September in Stuttgart und drei Tage später in Madrid gegen die Ukraine nominierte der Coach heute ungewöhnlich viele junge Spieler.

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IT

Prominente US-Medien wollen einem Bericht zufolge bessere Bedingungen von Apple im App Store. In einem Brief an Konzernchef Tim Cook verlangte ein Brachenverband als Vertreter etwa der „New York Times“, der „Washington Post“ und des „Wall Street Journal“ mehr Geld aus digitalen Abos, die über den App Store laufen, wie das „Wall Street Journal“ selbst berichtete.

Damit schalten sich die US-Medien in eine Debatte ein, die das Computerspiel „Fortnite“ ausgelöst hatte. Apple nimmt von Anbietern eine Abgabe von 30 Prozent bei Käufen innerhalb von Apps auf seinen iPhones und iPads. Das gilt seit der Einführung des App Store 2008.

Bis auf wenige Ausnahmen müssen Inhalte in Apps über Apples System laufen. „Fortnite“-Entwickler Epic bot vergangene Woche die Möglichkeit an, virtuelle Artikel in „Fornite“ günstiger bei der Spielefirma selbst zu kaufen – und die App wurde von Apple prompt von der Plattform verbannt. Daraufhin kündigte Epic eine Klage an.

Chronik

Kärntner Badeseen zeichnen sich durch ihre hervorragende Wasserqualität aus. Das schätzen auch die Fische – offenbar aber nicht jedermanns Gesellschaft: Eine Schwimmerin wurde von einem Fisch – angeblich einem Waller – im Wörthersee gebissen und verletzt.

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Eine 13-Jährige ist gestern von ihrem Vater auf einem Autobahnparkplatz in Kematen am Innbach (Oberösterreich) vergessen worden. Das Mädchen war offenbar ausgestiegen, während der Vater auf der Toilette war.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

In Kalifornien kämpfen mehr als 10.000 Feuerwehrleute gegen zwei Dutzend Großbrände an. Vier Menschen kamen bereits ums Leben. Die Flammen haben Tausende Menschen aus ihren Häusern getrieben. In vielen Ortschaften saßen die Anrainer auf gepackten Koffern für den Fall einer schnellen Evakuierung. Extreme Hitze hatte die Situation in den letzten Tagen verschärft.

Ein Feuerwehrmann kämpft gegen einen Teil der Großbrände in Kalifornien an.
AP/Marcio Jose Sanchez

Nördlich von San Francisco bedrohte eines der Großfeuer die Weinregionen Napa und Sonoma Valley. Über 50.000 Hektar Land sind dort verkohlt, Dutzende Häuser brannten ab.

Auch nahe der Küstenorte Santa Cruz und Carmel loderten größere Feuer. Sie richteten in dem ältesten staatlichen Naturpark Kaliforniens, Big Basin Redwoods, der für seine riesigen Mammutbäume bekannt ist, größere Schäden an. Zeltplätze und Wanderwege wurden geschlossen. In Santa Cruz wurde der bei Touristen beliebte Hafenpier dichtgemacht, um Besucherinnen und Besuchern von der Region fernzuhalten.

Bei einem Säureunfall in der Schweiz sind elf Menschen verletzt worden. In einem Produktionsbetrieb in Frenkendorf in der Nähe von Basel sei gestern Abend Sulfaminsäure ausgetreten, teilte die Polizei mit.

Elf Beschäftigte kamen der Polizei zufolge in Kontakt mit der Säure, die Haut- und Atemreizungen verursachen kann. Für die Umwelt habe zu keiner Zeit Gefahr bestanden, hieß es. Warum die Säure austrat, wird ermittelt.

Vor Mauritius haben Bergungsmannschaften damit begonnen, einen Teil des havarierten Ölfrachters im Meer zu versenken. „Das Versenken der ‚Wakashio‘ ist im Gange“, sagte das Fischereiministerium des Inselstaates gestern. Umweltorganisationen kritisierten, dass das Wrack die Biodiversität der Meeresregion gefährde.

Der Frachter „Wakashio“ war am Wochenende auf einem Riff vor der Küste von Mauritius in zwei Teile gebrochen. Das größere Schiffsteil wurde nun von zwei Schleppern 15 Kilometer weit auf das offene Meer gezogen. Es soll dort auf den Meeresboden in 3.180 Metern Tiefe sinken.

„Jetzt wird es mit Meerwasser gefüllt, um es auf den Grund zu versenken“, sagte der Schifffahrtsdirektor von Mauritius, Alain Donat, der Nachrichtenagentur AFP. Das sollte einige Stunden dauern. Der andere Teil der „Wakashio“ ist nach wie vor in dem Meeresriff verkeilt.

Greenpeace fürchtet um Artenvielfalt

Das nationale Krisenkomitee sagte, es sei sichergestellt worden, dass das Schiff vor dem Versenken von Öl und Trümmern befreit wurde. Dennoch kritisierte ein Sprecher von Greenpeace Afrika die Aktion: „Das Versenken des Schiffes würde die Artenvielfalt gefährden und den Ozean mit großen Mengen an Schwermetallgiften verseuchen.“ Die Verseuchung des Wassers könne sich dann auf Nachbarregionen ausbreiten. „Insbesondere die französische Insel La Reunion“ könnte betroffen werden.

Science

Australische Flughunde sind ständig in Bewegung und legen jedes Jahr Tausende von Kilometern zurück. Damit gehören die großen Fledermäuse laut einer neuen Studie zu den mobilsten Säugetieren der Welt.

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Gesundheit

Ein Telekomkonzern hat der Klinik Floridsdorf drei Spitalsroboter geschenkt. Die Geräte mit dem Namen „Amy“ sollen künftig in der Kinderambulanz zum Einsatz kommen und dort bei den jungen Patientinnen und Patienten etwa Fieber messen.

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Kultur

Oscar-Preisträger Ben Affleck (48) will erneut den Batman-Umhang tragen. In dem geplanten Superheldenfilm „The Flash“ unter der Regie von Andy Muschietti („Es“, „Es Kapitel 2“) soll Affleck die berühmte Figur spielen, die er bereits in „Batman v Superman: Dawn of Justice“ (2016) und in „Justice League“ (2017) verkörperte.

Affleck habe vorige Woche das Skript erhalten und diese Woche zugesagt, sagte Muschietti in einem Interview mit „Vanity Fair“. Er schätzte an Affleck, dass er einerseits sehr stark und maskulin, aber gleichzeitig auch verletzbar sei, so der Regisseur. Die Batman-Rolle an der Seite der Hauptfigur Barry Allen, gespielt von Ezra Miller, sei für die emotionale Geschichte des Films sehr wichtig, sagte Muschietti.

„The Flash“ soll im Sommer 2022 in die Kinos kommen. Flash begegnet darin mehreren DC-Comic-Helden. Muschietti zufolge soll auch der frühere Batman-Darsteller Michael Keaton mitspielen.

Eine verschenkte Mutter-Sohn-Beziehung, späte Reue und eine erzkonservative Kirchenchorleiterin, die plötzlich einen Drag-Queen-Club leiten muss: „Stage Mother“ ist ein überaus charmantes – und überaus altbackenes komödiantisches Drama. Was ihm an Ideen fehlt, macht es an Gefühlen wett; ein Film mit viel Musik und ein Film, der an das Gute im Menschen glaubt. Taschentücher bereithalten.

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Leute

Herzogin Meghan hat als Gast an einem Onlinetreffen teilgenommen, um Frauen zu ermutigen, bei der US-Präsidentschaftswahl im November ihre Stimmen abzugeben. Sie sei „wirklich begeistert“, bei dem virtuellen Wahlaufruf der gemeinnützigen Organisation „When We All Vote“ mitzumachen, erklärte die gebürtige US-Amerikanerin gestern (Ortszeit) zu Beginn ihrer vierminütigen Ansprache.

„Wir alle wissen, was in diesem Jahr auf dem Spiel steht“, sagte die 39-Jährige mit Blick auf die Wahlen am 3. November. „Wir können mit dieser Wahl etwas verändern“, sagte sie.

Meghan gilt als Kritikerin von US-Präsident Donald Trump, seinen Namen erwähnte sie bei dem Event aber nicht. Ihre Teilnahme war zuvor auf Kritik gestoßen. In Sozialen Netzwerken forderten wütende Britinnen und Briten, die Herzogin von Sussex solle ihren Titel abgeben, da sie sich in politische Angelegenheiten der USA einmische.

Meghan will abstimmen

Das Onlinetreffen unter dem Hashtag „#whenallwomenvote“ verfolgte das Ziel, per SMS-Botschaften 300.000 Frauen zu erreichen und sie zu motivieren, sich für die Wahlen registrieren zu lassen. Die Initiative „When we all vote“ war 2018 unter anderem von der ehemaligen First Lady Michelle Obama gegründet worden.

Prinz Harry (35) und Meghan hatten sich im März vom Königshaus losgesagt – dennoch sind sie noch Royals. Mitglieder der königlichen Familie gehen traditionell nicht wählen, ein Gesetz dazu gibt es aber nicht. Königin Elizabeth II. (94) verhält sich politisch neutral. Meghan hatte in einem Interview mit der Zeitschrift „Marie Claire“ erwähnt, dass sie bei den US-Wahlen ihre Stimme abgeben werde.

Panorama