Ausland

Im Iran sind nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA vier Personen wegen angeblicher Spionage für Israel hingerichtet worden. Sie sollen Mitglieder eines Netzwerks des israelischen Geheimdienstes Mossad gewesen sein, meldete IRNA heute. Die vier Personen sollen zudem öffentliches Eigentum beschädigt und an Entführungen beteiligt gewesen sein. Weitere Details gab es nicht, auch nicht, ob ein Zusammenhang mit den andauernden systemkritischen Protesten besteht.

Die Islamische Republik beschuldigt ihren Erzfeind Israel seit Langem, verdeckte Operationen auf ihrem Boden durchzuführen. Vor Kurzem hat Teheran israelische und westliche Geheimdienste beschuldigt, einen Bürgerkrieg im Iran zu planen, der derzeit von den größten regierungsfeindlichen Protesten seit der islamischen Revolution von 1979 beherrscht wird.

Am Mittwoch hatte die halbamtliche Nachrichtenagentur MEHR gemeldet, die vier Männer seien „wegen des Verbrechens der Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten des zionistischen Regimes und wegen Entführung“ zum Tode verurteilt worden. Drei weitere Personen wurden zu Haftstrafen zwischen fünf und zehn Jahren verurteilt, nachdem sie unter anderem wegen Verstoßes gegen die nationale Sicherheit, Beihilfe zur Entführung und illegalen Waffenbesitzes verurteilt worden waren, hieß es.

Bei den Friedensverhandlungen zwischen der neuen linksgerichteten Regierung in Kolumbien und der Guerillaorganisation ELN ist ein erster Erfolg erzielt worden: Es sei ein Abkommen über die Rückkehr von durch die ELN vertriebenen Menschen in ihre Heimatregionen im Westen des Landes geschlossen worden, sagte Präsident Gustavo Petro gestern (Ortszeit) in Dabeiba im Nordwesten Kolumbiens.

Der frühere Guerillakämpfer war im August zum ersten linksgerichteten Staatschef des südamerikanischen Landes gewählt worden. Petro hat sich zum Ziel gesetzt, die bewaffneten Konflikte in Kolumbien zu beenden. Vor knapp zwei Wochen waren Friedensgespräche mit der ELN in Venezuela begonnen worden, die Verhandlungen sollen abwechselnd von Venezuela, Kuba und Norwegen ausgerichtet werden.

Das nun geschlossene Abkommen zur Rückkehr der Vertriebenen betrifft vor allem Angehörige indigener Volksgruppen. Teile von ihnen haben seit 2020 in Protestaktionen verschiedene Parks in der Hauptstadt Bogota besetzt, es kam auch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Nach Todesurteilen für sieben Studenten der Dagon University in Myanmar durch ein Militärgericht fordert die Menschenrechtsorganisation Altsean-Burma einen Stopp aller Hinrichtungen in dem Land. „Das muss sofort enden“, schrieb die Gruppe gestern auf Twitter. Nach Angaben der Menschenrechtler sollen die vor einigen Tagen verhängten Urteile am Mittwoch vollstreckt werden.

Todesurteile als „politisches Mittel“ gegen Opposition

UNO-Menschenrechtskommissar Volker Türk warf der Militärjunta am Wochenende vor, Todesurteile als „politisches Mittel“ gegen die Opposition einzusetzen. „Das Militär führt weiterhin Verfahren vor Geheimgerichten durch, was gegen die Grundprinzipien fairer Prozesse verstößt“, so der österreichische Experte. Er forderte ebenfalls die Aussetzung aller Hinrichtungen.

Bereits am Donnerstag hatten Studierende der Dagon University gegen die drakonischen Strafen für ihre Kommilitonen protestiert. „Wir akzeptieren die Entscheidung der Gerichte nicht, die Stützpfeiler des terroristischen Militärs sind“, hieß es auf der Facebook-Seite der Studierendenvereinigung der Dagon University. Die nun verhängten Strafen träfen Unschuldige.

Die Junta hatte im Juli vier prominente Demokratieaktivisten hingerichtet und damit ein seit Jahrzehnten geltendes Moratorium für die Vollstreckung von Todesstrafen aufgehoben. Nach Informationen von Menschenrechtsorganisationen sitzen derzeit 139 zum Tode verurteilte Junta-Gegner in den Gefängnissen des Landes.

Erstmals seit einem Monat ist Israel wieder vom Gazastreifen aus mit einer Rakete beschossen worden. Als Reaktion hätten israelische Kampfflugzeuge unter anderem eine Waffenfabrik der radikalen Palästinenserorganisation Hamas angegriffen, teilte die Luftwaffe heute mit. In dieser Fabrik werde der Großteil der Raketen der Hamas hergestellt, welche den Gazastreifen kontrolliert.

Bei dem Raketenangriff aus dem Gazastreifen gestern Abend wurde nach israelischen Angaben niemand verletzt, auch Schäden gab es keine. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad hatte Israel aber mit Vergeltung gedroht, nachdem bei einem Armeeeinsatz in Dschenin im besetzten Westjordanland am Donnerstag zwei ihrer Kämpfer getötet worden waren.

Auch bei den israelischen Vergeltungsangriffen wurde nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen niemand verletzt. Die Luftangriffe hätten auch einem militärischen Ausbildungslager im Süden des Gazastreifens gegolten, die Hamas habe Luftabwehrraketen eingesetzt.

Im Kampf gegen die Bandenkriminalität in El Salvador haben rund 10.000 Soldaten und Polizisten die Großstadt Soyapango nahe der Hauptstadt San Salvador umstellt. Die Stadt sei „vollständig umzingelt“, gab Präsident Nayib Bukele gestern auf Twitter bekannt. Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, fahndeten mit Sturmgewehren bewaffnete Soldaten und Polizisten in der Stadt nach Bandenmitgliedern. Militärfahrzeuge und Polizeiautos fuhren durch die Straßen, auch Drohnen waren im Einsatz.

Binnen drei Tagen 87 Menschen ermordet

Bukele hatte Ende März den Ausnahmezustand verhängt, nachdem in dem zentralamerikanischen Land binnen drei Tagen 87 Menschen ermordet worden waren. Im November kündigte er an, künftig ganze Städte abriegeln zu lassen, damit Soldaten und Polizisten von Haus zu Haus gehen und nach Bandenmitgliedern suchen können. Soyapango war nun die erste Stadt, in der ein solcher Großeinsatz stattfand.

Soyapango ist mit etwa 290.000 Einwohnerinnen und Einwohnern eine der größten Städte in El Salvador und gilt wegen der Bandenkriminalität schon seit Langem als unsicher. Vor einigen Monaten begannen die Behörden damit, die Graffiti zu entfernen, mit denen die Banden ihre Gebiete markieren. Laut Bürgermeisterin Nercy Montano wurde mit den bisherigen Maßnahmen schon „eine enorme Verbesserung“ der Sicherheitslage erreicht.

Seit der Verhängung des Ausnahmezustands wurden in El Salvador bereits mehr als 58.000 mutmaßliche Bandenmitglieder festgenommen. Das Parlament hat den Ausnahmezustand schon mehrfach verlängert, zuletzt bis Mitte Dezember. Menschenrechtsorganisationen kritisieren den Ausnahmezustand, der unter anderem Inhaftierungen ohne Richterbeschluss ermöglicht, als drastische Einschränkung von Grundrechten.

Ukraine-Krieg

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Preisdeckel der EU, der G-7-Staaten sowie Australiens für russisches Öl kritisiert. „Es ist keine ernsthafte Entscheidung, eine solche Obergrenze für die russischen Preise festzulegen“, da diese für Moskau „komfortabel“ sei, sagte Selenskyj gestern. Die russische Regierung ließ unterdessen in ihrer ersten Stellungnahme konkrete Schritte offen. „Wir werden diese Deckelung nicht akzeptieren“, hieß es nur.

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Österreich hat der Ukraine weitere 21 Stromgeneratoren geliefert. Wie das Außenministerium der APA heute auf Anfrage bestätigte, wurden die Geräte bereits am Donnerstag übergeben. Sie würden vom ukrainischen Roten Kreuz an Krankenhäuser im Land verteilt. Die Anschaffung erfolgte durch das Österreichische Rote Kreuz über ein von der österreichischen Entwicklungszusammenarbeitsagentur ADA finanziertes Projekt.

Insgesamt seien schon über 300 Generatoren und Transformatoren in die Ukraine geschickt worden, hieß es vom Außenministerium. Man lege derzeit besonderes Augenmerk auf die Aufrechterhaltung der Energie- und Heizinfrastruktur sowie auf die Instandsetzung und Winterfestmachung von Wohnraum. Die Lieferung weiterer Generatoren, mobiler Heizgeräte sowie von Einsatzfahrzeugen und Hilfsgütern sei geplant.

Neben Generatoren wurden auch schon Busse geliefert. Im September ist außerdem vereinbart worden, dass Österreich drei Spitäler in der Ukraine baut. Österreich hat bisher 84 Millionen Euro an humanitärer Hilfe für die Zivilbevölkerung in der Ukraine und ihren besonders betroffenen Nachbarländern geleistet.

Russland greift laut US-Verteidigungsminister Lloyd Austin bewusst Zivilistinnen und Zivilisten in der Ukraine an. „Mit bewusster Grausamkeit nimmt Russland Zivilisten und zivile Ziele ins Visier“, sagte Austin auf einem Forum zu Verteidigungsfragen im US-Bundessaat Kalifornien. „Russische Angriffe haben Kinder getötet, Schulen zerstört und Krankenhäuser zertrümmert.“

Putin nicht ernsthaft an Friedensverhandlungen interessiert

Der russische Präsident Wladimir Putin ist nach US-Einschätzung derzeit nicht ernsthaft an Friedensgesprächen interessiert. „Die Diplomatie ist natürlich unser aller Ziel, aber man braucht einen willigen Partner“, sagte die Staatssekretärin im US-Außenministerium, Victoria Nuland, nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew. Dazu sei Putin aber nicht bereit. Das zeigten die russischen Angriffe auf ukrainische Energieinfrastruktur und die Rhetorik aus dem Kreml.

US-Präsident Joe Biden hatte jüngst gesagt, er sei bereit für ein Gespräch mit Putin, wenn dieser an einer Beendigung des Krieges interessiert sei. Russland hatte daraufhin erklärt, der Westen müsse die von Moskau erklärte Annexion von vier ukrainischen Regionen anerkennen. Diese Reaktion Russlands zeige, so Nuland, wie wenig ernst es Russland in dieser Frage sei.

Inland

Nach dem Zwischenfall in der OMV-Raffinerie Schwechat im Juni wird die staatliche Ölreserve jetzt wieder sukzessive befüllt. Laut Energieministerium erfolgte die Wiedereinlagerung nun früher als geplant.

Die Wiedereinlagerung von 60.000 Tonnen Diesel, die am 23. September freigegeben wurden, sei bereits am 30. November abgeschlossen worden, vier Monate früher als ursprünglich geplant, so das Ministerium in einer Aussendung. Auch die Wiedereinlagerung der Anfang Juli freigegebenen Halbfabrikate sei bereits jetzt abgeschlossen, statt wie geplant Ende Dezember. Beim Wiederbefüllen der Mengen aus der Freigabe von 4. Juni von 56.000 Tonnen Benzin und 112.000 Tonnen Diesel liege man zeitlich im Plan.

Mit Stand 30. November umfasste die Reserve laut Ministerium 79 Tage. Zum Jahreswechsel soll sie 87,6 Tage betragen, also fast sieben Tage mehr als erwartet (80,65). Bis spätestens Ende März werde die volle Bevorratungsverpflichtung mit 90 Tagen wieder hergestellt sein, heißt es in der Aussendung.

NEOS fordert einen Pensionsgipfel mit allen Parteien und Experten und Expertinnen. Sozialsprecher Gerald Loacker begründete die Forderung mit dem diese Woche vorgelegten Gutachten der Alterssicherungskommission. Dieses dürfe nicht einfach wieder in der Schublade verschwindet und das Problem nicht ein weiteres Jahr verschleppt werden. „Diesen Stillstand können wir uns nicht leisten, wenn auch die jüngeren Generationen noch sichere Pensionen haben sollen“, warnte Loacker.

Laut diesem Gutachten werden die Ausgaben des Staates für die Pensionen von 26,1 Milliarden heuer auf 37,9 Milliarden Euro im Jahr 2027 ansteigen. Den größten Teil der Steigerung macht der Bundeszuschuss zur gesetzlichen Pensionsversicherung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Selbstständigen und Bauern mit einem Plus von 8,4 Milliarden aus, bei den Beamten beträgt das Plus 3,4 Milliarden Euro.

Vor wenigen Tagen hat die Stadt Details zum neuen Energiebonus für Wienerinnen und Wiener präsentiert. Morgen beginnt die offizielle Anmeldung. Die Stadt verschickt die Einladung dazu bezirksweise und in mehreren Etappen bis zum 16. Dezember.

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EU

Im Streit zwischen der EU und den USA mit Blick auf das US-Inflationsbekämpfungsgesetz rechnet der Chef des Handelsausschusses im EU-Parlament, Bernd Lange, nicht mehr mit einer Verhandlungslösung. Die EU müsse daher zügig in den nächsten Monaten eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) anstrengen, sagte Lange den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag-Ausgabe).

„Damit werden wir Klarheit bekommen, dass das Vorgehen der USA eindeutig nicht kompatibel mit den WTO-Vorschriften ist“, fügte Lange hinzu. Morgen trifft sich der europäisch-amerikanische Handels- und Technologierat.

„Glaube nicht, dass sich substanziell noch viel ändert“

Das US-Inflationsbekämpfungsgesetz sieht milliardenschwere Investitionen in den Klimaschutz vor. Subventionen und Steuergutschriften sind daran geknüpft, dass Unternehmen US-Produkte verwenden oder in den USA produzieren. Daran gibt es in Europa viel Kritik.

Lange sagte, er gehe davon aus, dass in den Gesprächen zwischen der EU und den USA zwar noch einige kleine Änderungen für die Umsetzung des US-Gesetzes vereinbart werden könnten. „Aber ich glaube nicht, dass sich substanziell noch viel ändert, denn das Gesetz ist ja bereits beschlossen.“ Die Grundstruktur werde bleiben. Lange forderte daher auch, dass die EU nun ihrerseits die Förderung der heimischen Industrie verstärkt. „Wir müssen auch prüfen, ob und wie wir die Energiepreise für die Industrie senken können, im Moment sind sie bis zu zehnmal so hoch wie in den USA“, fügte Lange hinzu.

Der neue Twitter-Chef Elon Musk geriert sich als Verfechter der Meinungsfreiheit. Nach der Übernahme begann er, Twitter-Nutzerinnen und -Nutzer, die wegen der Verbreitung von Desinformation gesperrt waren, wieder zuzulassen – darunter auch Ex-US-Präsident Donald Trump. Die EU hingegen will gegen Desinformation und Propaganda im Internet kämpfen und schuf dafür strengere Gesetze. Der Streit über den Umgang mit Desinformation wird zur Machtprobe zwischen EU-Kommission und Musk.

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Wirtschaft

Reges Treiben in den Vorarlberger Einkaufszentren und Innenstädten: Am zweiten Adventsamstag haben viele Menschen bereits erste Weihnachtseinkäufe getätigt. Dabei spüre man trotz Teuerung und Inflation bisher keine Kaufzurückhaltung, zeigt sich Clemens Sagmeister, Obmann der Wirtschaftsgemeinschaft Bregenz, erfreut.

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Tirols Tourismusbetriebe blicken der Wintersaison trotz Energiekrise und Teuerung zuversichtlich entgegen. Vor allem rund um Weihnachten und Silvester sowie im Februar erwarte man eine gute Auslastung, erklärte Karin Seiler, Geschäftsführerin der Tirol Werbung, der APA.

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Vintage ist derzeit groß im Trend. Angefangen bei der Mode über Möbel bis zum Smartphone – vor allem jüngere Kundinnen und Kunden kaufen lieber in Second-Hand-Shops als bei großen Handelsketten. Auch Onlinekleinanzeigenportale wie willhaben spüren den Trend zum Gebrauchtkauf. Der ist nicht nur nachhaltig, sondern spart auch Geld. Help.ORF.at gibt Tipps für den Geschenkekauf aus zweiter Hand.

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Sport

Argentinien ist bei der WM-Endrunde in Katar ins Viertelfinale eingezogen. Die Mannschaft von Lionel Scaloni wurde gestern seiner Favoritenrolle im Ahmad Bin Ali Stadium in al-Rajjan gerecht und bezwang Australien mit 2:1 (1:0). In der Runde letzten acht trifft Argentinien am Freitag (20.00 Uhr, live in ORF1) auf die Niederlande.

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Das 3:1 gegen die USA hat den Niederlanden nicht nur einen Platz im Viertelfinale der WM in Katar gebracht, sondern auch einige positive Erkenntnisse. Der letztlich sichere Erfolg gegen einen engagierten, aber oft zu ideenlosen Gegner war vor allem vor der Pause ein Resultat der effizienten Spielweise. Die zahlreichen Kritiker in der Heimat scheinen daher fürs Erste milder gestimmt zu sein.

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Nina Ortlieb ist gestern bei der zweiten Abfahrt in Lake Louise bei ihrem Comeback auf das Podest gefahren. Die Vorarlbergerin, die in Kanada nach 23 Monaten Rennpause wegen einer schweren Knieverletzung ihre Rückkehr in den Weltcup feierte, musste sich nur der italienischen Vortagessiegerin Sofia Goggia um 0,34 Sekunden geschlagen geben. Dritte wurde die Schweizer Olympiasiegerin Corinne Suter (+0,37).

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Nach sorgenvollen Berichten über seinen Gesundheitszustand hat sich der brasilianische Fußballstar Pele aus dem Krankenhaus zu Wort gemeldet. „Ich bin stark, habe viel Hoffnung und setze meine Behandlung wie gewohnt fort“, schrieb der 82-Jährige gestern auf Instagram. Der dreifache Weltmeister bedankte sich zudem für die Genesungswünsche aus aller Welt, die ihm „viel Kraft“ gegeben hätten.

Pele war am Dienstag zur Behandlung seiner Darmkrebserkrankung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Er wurde zudem wegen einer Atemwegsinfektion behandelt.

Gesundheitszustand „stabil“

Peles Gesundheitszustand sei „stabil“, erklärten ihrerseits am Samstag die Ärzte im Albert-Einstein-Krankenhaus in Sao Paulo. „Er spricht angemessen auf die Behandlung seiner Atemwegsinfektion an, ohne dass es in den vergangenen 24 Stunden zu einer Verschlechterung gekommen ist.“

Zuvor hatten Gerüchte über eine signifikante Verschlechterung des Gesundheitszustands des 82-Jährigen die Runde gemacht. Brasilianische Medien berichteten, Pele werde palliativmedizinisch betreut. Der französische Fußballstar Kylian Mbappe rief auf Twitter daraufhin zum „Beten“ für den „König“ auf, Englands Kapitän Harry Kane sagte auf einer Pressekonferenz: „Wir senden ihm unsere besten Wünsche und natürlich auch seiner ganzen Familie.“ In Doha im WM-Gastgeberland Katar wurde ein Bild Peles mit Genesungswünschen an die Fassaden mehrerer Gebäude projiziert.

Edson Arantes do Nascimento, genannt Pele, gilt als einer der größten Fußballer aller Zeiten. In den vergangenen Jahren hatte der Fußballweltmeister von 1958, 1962 und 1970 immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Im September 2021 war Pele ein Tumor am Dickdarm entfernt worden, seitdem musste er sich einer Chemotherapie unterziehen.

Coronavirus

Die chinesische Finanzmetropole Schanghai wird morgen die CoV-Testpflicht teilweise abschaffen. Für die Einwohnerinnen und Einwohner entfällt dann die Pflicht, ein höchstens 48 Stunden altes negatives Testergebnis vorzuweisen, um öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen und Außenbereiche wie Parks und Touristenattraktionen zu betreten, teilten die Behörden heute mit.

Auch andere Städte ändern Regeln

Die mehr als 23 Millionen Einwohnerinnen ein Einwohner zählende Stadt war in diesem Jahr monatelang abgeriegelt, worunter die inländische Wirtschaft stark gelitten hat. Schanghai folgt mit den Lockerungen dem Beispiel mehrerer chinesischer Städte, darunter Peking, Tianjin, Schenzhen und Chengdu, die alle am Samstag die Testpflicht für öffentliche Verkehrsmittel aufgehoben hatten. In Peking müssen Einwohnerinnen und Einwohner seit gestern zudem beim Kauf von Fieber- und Erkältungsmedikamenten nicht mehr, wie zuvor, ihren Namen angeben.

Nach Protesten gegen die strenge Null-Covid-Politik in der vergangenen Woche hat China begonnen, die seit Monaten geltenden CoV-Maßnahmen teilweise zu lockern. Neben der Testpflicht betrifft das auch die Quarantäneregelungen.

Unterschiede im Vorgehen

Bei den Lockerungen gehen nicht alle Regionen gleich vor. Die nordöstliche Stadt Jinzhou etwa hatte am Donnerstag erklärt, am Lockdown festzuhalten, weil „es eine Schande wäre, wenn wir nicht in der Lage wären, ‚Null Covid‘ zu erreichen.“ Am nächsten Tag nahm sie nach einem öffentlichen Aufschrei die Ankündigung zurück. Beamte in der östlichen Stadt Jinan erklärten am Sonntag, dass die Einwohner weiterhin einen Gesundheitscode einscannen und ein negatives Testergebnis vorweisen müssen, um öffentliche Toiletten zu benutzen.

Aus Sicht des Europadirektors der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist das Ende der CoV-Pandemie noch nicht erreicht. Man befinde sich in einer günstigeren Phase als je zuvor, aber das sei immer noch eine Pandemie, sagte Hans Kluge der Nachrichtenagentur dpa. Doch auch er sehe Anzeichen, dass man gerade in eine neue Phase der Pandemie eintrete.

Als Gründe nannte Kluge die leichtere Übertragbarkeit und geringere Krankheitsschwere der dominierenden Omikron-Variante in Verbindung mit der höheren Immunität der Bevölkerung.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 363 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Laut AGES wurden 4.347 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. 21.231 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

947 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, 57 auf Intensivstationen. Eine Unterscheidung in Haupt- und Nebendiagnose ist mit dieser Datenquelle bundesweit nicht möglich.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Chronik

Zu einer gefährlichen Drohung ist es in Kärnten im Rahmen des Spittaler Krampuslaufes gekommen. Ein 17-jähriger Bursche bedrohte einen 16-Jährigen mit einer Schreckschusspistole und damit, ihm in den Kopf zu schießen. Das Motiv dürfte Eifersucht gewesen sein. In Villach wiederum musste die Polizei bei einer Rauferei einschreiten.

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Zu einem größeren Einsatz ist Freitagabend die Wiener Berufsrettung ausgerückt. In einer Wohnung in Hernals war eine Großfamilie von einer Kohlenmonoxidvergiftung betroffen. Drei Menschen kamen ins Spital, sie sind nicht in Lebensgefahr.

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Eine couragierte Grazerin hat der Polizei geholfen, zwei Betrüger zu erwischen: Die Pensionistin wurde von einem falschen Polizisten kontaktiert, durchschaute den Schwindel aber. In der Folge konnten zwei Männer festgenommen werden.

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Bei einem Fahrzeugabsturz in der Gemeinde Krems in Kärnten ist eine Autolenkerin (70) aus dem Bezirk Spittal gestern tödlich verunglückt. Die Frau war auf einem Forstweg auf der schneeglatten Fahrbahn ins Rutschen geraten und 20 Meter abgestürzt. Ihr Lebensgefährte (58) überlebte den Absturz unverletzt.

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In Zell am See (Salzburg) hat die Polizei gestern einen 34-Jährigen angehalten, der auf dem Parkplatz eines Geschäftes einen Hundewelpen illegal zum Verkauf angeboten hat. Der Bettler ist vorläufig wegen Tierquälerei festgenommen worden.

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Auf den Tag genau ein Jahr nach seiner letzten Eruption ist der Vulkan Semeru auf Indonesiens Hauptinsel Java wieder ausgebrochen. Das Zentrum für Vulkanologie und geologische Gefahrenvorbeugung registrierte Anzeichen weiter steigender Aktivität und gab heute die höchste Warnstufe vier aus.

Der Vulkan hatte ab den frühen Morgenstunden mehrfach heiße Asche bis zu 1.500 Meter hoch in den Himmel gespien. Die dichte Aschewolke senkte sich in einem sieben Kilometer weiten Radius um den Krater auf die Umgebung. Über Verletzte oder Schäden ist derzeit nichts bekannt.

Sperrzone verhängt

Das Potenzial weiterer hoher Aschesäulen und pyroklastischer Ströme – rasend schnelle Lavalawinen – sei sehr hoch, erklärte die Vulkanologiebehörde. Die indonesischen Behörden verhängten eine absolute Sperrzone von fünf Kilometern um den Krater und ein partielles Sperrgebiet in 13 Kilometern Abstand am südöstlichen Hang.

Der Semeru ist mit knapp 3.700 Metern der höchste Berg auf Java und liegt im Nationalpark Bromo-Tengger-Semeru im Osten der Insel. Er ist seit Dezember 2020 wieder verstärkt aktiv. Bei seinem letzten Ausbruch Anfang Dezember 2021 starben mindestens 50 Menschen, Tausende mussten aus dem Gebiet flüchten.

Der Inselstaat Indonesien befindet sich auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Dort stoßen mehrere tektonische Platten aufeinander, sodass sich besonders häufig Erdbeben und Vulkanausbrüche ereignen. Erst vor rund zwei Wochen waren bei einem Erdbeben auf Java mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen.

In Japan löste der Ausbruch eine Tsunamiwarnung aus. Sie gelte für die Inselketten Miyako und Yaeyama in der Präfektur Okinawa, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo.

Science

Die Central European University (CEU) sucht ab 2025 ein neues Quartier. Die Stadt Korneuburg (Niederösterreich) hat sich mit dem Stadtentwicklungsgelände auf der ehemaligen Werft als Standort beworben. So soll studentisches Leben den neuen Stadtteil bevölkern.

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Religion

Die Prämonstratenser-Chorherren von Stift Wilten in Tirol müssen sich nach einem neuen Abt umschauen. Raimund Schreier reichte nach 30 Jahren an der Spitze der Ordensgemeinschaft seinen Rücktritt ein. Die Ordensleitung in Rom nahm seinen Rücktritt bereits an.

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Kultur

Das British Museum und die griechische Regierung führen nach Medienberichten Geheimgespräche über eine mögliche Rückkehr des in London ausgestellten Parthenon-Frieses nach Griechenland. Die „heiklen“ Gespräche zwischen dem Kuratoriumsvorsitzenden George Osborne und dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis seien „in einem fortgeschrittenen Stadium“, berichtete die griechische Tageszeitung „Ta Nea“ gestern.

Die Skulpturen sind auch als „Elgin Marbles“ bekannt. Im frühen 19. Jahrhundert hatten Arbeiter die Friesteile aus dem Parthenon-Tempel auf der Athener Akropolis abgetragen – den Befehl dazu hatte Lord Elgin gegeben, der britische Botschafter im Osmanischen Reich. Elgin verkaufte die Marmore an die britische Regierung, die sie 1817 an das British Museum weitergab. Dort gehören sie zu den wertvollsten Ausstellungsstücken.

Athen hingegen sieht die Skulpturen als gestohlen an. Griechenland verlangt von dem Museum neben der Rückgabe des 75 Meter langen Frieses auch eine Frauenskulptur aus dem Erechtheion-Tempel auf der Akropolis.

„Ta Nea“: Geheimgespräche seit gut einem Jahr

Laut „Ta Nea“ begannen die Geheimgespräche zu den Marmortafeln im November 2021. Zuletzt sprachen beide Seiten demzufolge in dieser Woche in einem Hotel in London miteinander. Allerdings hätten Vertreter aus Athen gewarnt, dass die Verhandlungen noch im letzten Augenblick zum Stillstand kommen könnten.

„Eine für beide Seiten vorteilhafte Lösung“ sei möglich, zitierte die Nachrichtenagentur ANA-MPA Mitsotakis. „Die Parthenon-Skulpturen können wieder vereint werden und gleichzeitig können die Bedenken des British Museums berücksichtigt werden.“ Es gebe „ein Momentum“, sagte er demzufolge. „Ich spreche bewusst von einer ‚Wiedervereinigung‘ der Skulpturen und nicht von einer ‚Rückkehr‘.“

British Museum: „Neue Parthenon-Partnerschaft“

Das British Museum erklärte, es wolle „eine neue Parthenon-Partnerschaft mit Griechenland“ und sei bereit, darüber mit Athen zu sprechen. Aber „wir handeln im Rahmen der Gesetze und wir werden nicht unsere großartige Sammlung auseinandernehmen“, führte das Museum aus. Das Büro des griechischen Ministerpräsidenten antwortete der Nachrichtenagentur AFP nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Mehrere griechische Regierungen sind daran gescheitert, wesentliche Fortschritte im Streit um die Friesteile zu machen. Nach Ansicht Londons sind die Skulpturen auf legale Art und Weise erworben worden. Im Jänner hatte die britische Zeitung „The Times“, die das British Museum stets hartnäckig unterstützt hatte, ihre Position geändert und sich für eine Rückgabe ausgesprochen: „Zeit und Bedingungen ändern sich. Die Skulpturen gehören nach Athen. Sie müssen nun dahin zurückkehren.“

Wie findet man sich in den ersten Monaten nach dem Krieg in Salzburg zurecht? Folge fünf der Webserie „Die Doppelte Frau“ von Regisseurin Beate Thalberg taucht ein in die Nachkriegszeit. Nach Jahren von Deutschtümelei und Mitläufertum ist es mit den Amerikanern in Salzburg international geworden. Viele versuchen mitzuspielen, „Ehemalige“ ihre Rolle zu beschönigen. Es gibt schmutzige Geschäfte.

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Leute

Die britische Königskrone ist zur Vorbereitung auf die Krönung von Charles III. (74) aus dem Tower in London geholt worden. Wie der Buckingham-Palast in der Nacht auf heute mitteilte, soll die Edwardskrone für die Zeremonie am 6. Mai 2023 umgearbeitet werden. Laut Medien muss der Umfang der Krone für Charles vergrößert werden. Die historische Krone besteht aus Gold, Silber, Rubinen und Saphiren. Sie wiegt mehr als zwei Kilogramm.

Edwardskrone auf Tisch
Reuters

Die aus purem Gold gefertigte und mit Edelsteinen wie Rubinen, Amethysten und Saphiren besetzte Krone gilt als Herzstück der britischen Kronjuwelen im Tower. Sie wurde 1661 als Ersatz für die im englischen Bürgerkrieg kurz zuvor eingeschmolzene originale Krone des letzten angelsächsischen Königs Edward the Confessor (gest. 1066) angefertigt.

Die Edwardskrone wurde auch von der im September gestorbenen Queen Elizabeth II. bei deren Krönung im Jahr 1953 getragen. Charles werde im Rahmen der Zeremonie aber auch die Imperial State Crown tragen, ließ der Palast wissen. Diese Krone war bei den Trauerfeierlichkeiten für die Queen auf deren Sarg platziert worden.