Ukraine-Krieg

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland die Planung einer neuen Offensive vorgeworfen. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass Kreml-Chef Wladimir Putin und seine Umgebung sich auf eine Beendigung des Kriegs vorbereiteten und ernsthaft eine diplomatische Lösung in Betracht zögen, sagte Selenskyj gestern in seiner abendlichen Videoansprache. „Im Gegenteil, es gibt viele Anzeichen dafür, dass sie neue Angriffsoperationen vorbereiten.“

Seinen Angaben nach zeigt die russische Führung damit ihre Verachtung für alle diejenigen, die sich um einen Frieden bemühten. Diese Aussage dürfte sich wohl auf US-Präsident Donald Trump beziehen, der sich seit seinem Amtsantritt im Jänner als Vermittler für eine Friedenslösung präsentierte. Trump setzte sich jedoch auch klar vom Unterstützerkurs seines Vorgängers Joe Biden für die Ukraine ab.

Selenskyj nannte die Großangriffe der russischen Streitkräfte auf Städte in seinem Land mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und mehr als 900 Drohnen in den vergangenen drei Tagen aus militärischer Sicht sinnlos. Sie dienten lediglich der Zerstörung. In dem Zusammenhang forderte Selenskyj einmal mehr den Druck auf Moskau durch weitere Sanktionen zu erhöhen. Die Angriffe der letzten Tage hatte zuletzt auch Trump kritisiert. Er warf Putin vor, verrückt geworden zu sein, und drohte mit Sanktionen.

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Vor dem Hintergrund erfolgloser Friedensbemühungen und fortwährender russischer Angriffe auf ukrainische Städte hat der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz gestern eine anhaltende militärische Unterstützung für die Ukraine betont. Das Land kann sich seinen Angaben zufolge nun auch anders zur Wehr setzen.

„Es gibt keinerlei Reichweitenbeschränkungen mehr für Waffen, die an die Ukraine geliefert worden sind, weder von den Briten noch von den Franzosen noch von uns, von den Amerikanern auch nicht“, sagte der CDU-Politiker beim „WDR Europaforum 2025“ auf der Digitalkonferenz re:publica in Berlin.

Russland kritisierte die von Merz angekündigte Aufhebung von Reichweitenbeschränkungen bei Waffenhilfen für die Ukraine in einer ersten Reaktion als gefährlichen Schritt. Der russische Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow sagte, eine solche Entscheidung würde einer politischen Lösung des Konflikts zuwiderlaufen.

Debatte über Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern

Zu Anfang des russischen Angriffskrieges hatte der Westen der Ukraine keine weitreichenderen Waffen geliefert, um eine Eskalation des Konflikts zu verhindern. Inzwischen haben Großbritannien und Frankreich Kiew mit Marschflugkörpern vom Typ Storm Shadow/Scalp beliefert.

In Deutschland gibt es eine Diskussion über die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern mit einer Reichweite von 500 Kilometern. Moskau hat Berlin vor der Lieferung solcher Waffen an Kiew gewarnt. Das würde Deutschland zur direkten Kriegspartei machen. Dieser Waffentyp kam in dem Gespräch mit Merz aber nicht explizit zur Sprache.

Ausland

Israelische Bodentruppen sind nach einem Medienbericht mehrere hundert Meter tief auf libanesisches Gebiet vorgedrungen. Der israelische Armeesender berichtete gestern unter Berufung auf libanesische Angaben, die Truppen seien im Bereich der Ortschaft Mais al-Dschabal vorgerückt. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht.

Israel und die proiranische Hisbollah-Miliz hatten im November eine Waffenruhe vereinbart. Nach monatelanger Präsenz hatte Israel dann im Februar einen Großteil seiner Stellungen in dem nördlichen Nachbarland geräumt.

Die libanesische Führung wertete den Verbleib israelischer Truppen an fünf strategischen Punkten jedoch als Verstoß gegen die Waffenruhevereinbarung. Israels Luftstreitkräfte greifen trotz der Waffenruhe fast täglich Ziele in dem Nachbarland an.

Die Hisbollah sollte sich laut der Vereinbarung hinter den etwa 30 Kilometer nördlich der Landesgrenze gelegenen Litani-Flusses zurückziehen. Israel wirft der Miliz vor, immer wieder gegen diese Vorgabe zu verstoßen.

Die ungarische Polizei hat gestern einen für Sonntag in Budapest geplanten Marsch für die Rechte der LGBTQ-Gemeinschaft verboten, wie das Onlineportal 444.hu berichtete.

Fünf Menschenrechtsorganisationen, darunter das ungarische Helsinki-Komitee und Amnesty International Ungarn, wollen mit ihrer Aktion gegen Trans- und Homophobie demonstrieren und für die Gleichberechtigung der LGBTQ-Gemeinschaft eintreten und auf die seit fünf Jahren bestehende Kriminalisierung von Transpersonen aufmerksam machen.

Polizei begründet Verbot mit Kinderschutz

Laut Helsinki-Komitee hat die Polizei ihr Verbot unter Berufung auf die Gesetzesänderung vom März ausgesprochen. Nach der habe ein jedes Kind das Recht auf den Schutz und die Fürsorge, die für seine angemessene körperliche, geistige und moralische Entwicklung notwendig seien, heißt es in der Begründung der Polizei.

Laut Helsinki-Komitee sei klar, dass die gegenwärtige Entscheidung willkürlich sei und die Polizei die Veranstaltung aus politischen Gründen verboten hat. Die fünf Organisationen haben das Verbot vor Gericht angefochten.

Die Entscheidung verdeutliche die willkürliche Anwendung des Gesetzes durch die Regierung, deren Ziel es sei, Menschen und Gemeinschaften zum Schweigen zu bringen. Dieser Ansatz schütze die Kinder nicht, sondern benutze sie, um eine entmündigende, diskriminierende Ideologie zu verschleiern, kritisierte das Helsinki-Komitee und fügte hinzu: Das Verbot der Polizei könne nur bedeuten, dass die Budapester Pride-Parade Ende Juni größer sein werde und sollte als je zuvor.

Kritik gegen Gesetz auch aus Brüssel

In Ungarn wird die Pride-Parade künftig laut Änderung des Versammlungsgesetzes untersagt. Formell wurde ein Passus in das Versammlungsgesetz aufgenommen, der vorsieht, dass Versammlungen das Kinderschutzgesetz nicht verletzen dürfen. Der rechtsnationale ungarische Premier Viktor Orban hatte das Gesetz bereits im Februar angekündigt, was zu heftiger Kritik, auch seitens der Europäischen Union, führte.

US-Präsident Donald Trump erwägt nach dem von seiner Regierung versuchten Aufnahmestopp für ausländische Studierende bei Harvard nun den Entzug von bereits zugesagten Fördergeldern an die Elitehochschule.

„Ich überlege, der sehr antisemitischen Harvard-Universität drei Milliarden Dollar (rund 2,64 Mrd. Euro) an Fördergeldern zu entziehen und sie an Berufsschulen im ganzen Land zu verteilen“, schrieb Trump gestern auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social. Harvard und die US-Regierung reagierten zunächst nicht auf eine Anfrage um Stellungnahme.

Streit spitzt sich zu

Damit spitzt sich der Streit zwischen der US-Regierung und Harvard weiter zu. Nachdem das Bildungsministerium bereits Fördergelder in Milliardenhöhe auf Eis gelegt hatte, drohte Trump im April auch noch mit dem Entzug von Steuervorteilen.

Am Donnerstag hatte US-Heimatschutzministerin Kristi Noem angeordnet, dass Harvard keine neuen Studierenden aus dem Ausland mehr annehmen darf. Zur Begründung hieß es, die Universität fördere Gewalt und Antisemitismus und arbeite mit der Kommunistischen Partei Chinas zusammen.

Zwar setzte ein Gericht am Freitag die Anordnung aus, doch die Verunsicherung unter den eingeschriebenen Studierenden aus dem Ausland ist groß. Diese hätten andernfalls die Uni wechseln müssen oder ihre studentische Aufenthaltserlaubnis verloren. Für die Uni sind sie über die Studiengebühren zudem eine wichtige Finanzquelle. Im laufenden Studienjahr haben sich fast 6.800 internationale Studierende eingeschrieben, ein Anteil von etwa 27 Prozent.

Der britische König Charles III. ist gestern in Kanada eingetroffen. Der 76-jährige Monarch, der auch Staatsoberhaupt von Kanada ist, landete mit seiner Frau Camilla auf dem Flughafen der Hauptstadt Ottawa. Höhepunkt des zweitägigen Besuchs ist eine Thronrede des Königs im kanadischen Parlament, die wegen der Annexionsdrohungen von US-Präsident Donald Trump mit großer Spannung erwartet wird.

König Charles III. mit seiner Frau Camilla
APA/AFP/Getty Images/Victoria Jones

In Großbritannien eröffnet der Monarch mit seiner Thronrede jedes Jahr die Sitzungsperiode des Parlaments in London. Die Rede wird zwar vom Monarchen gehalten, aber von der britischen Regierung verfasst, um ihr Programm vorzustellen.

In Kanada übernimmt diese Aufgabe in der Regel die Generalgouverneurin, die offizielle Vertreterin des Monarchen in dem Commonwealth-Land. Queen Elizabeth II. hatte in Kanada nur zweimal eine Thronrede gehalten, in den Jahren 1957 und 1977.

Erste Kanada-Reise als König

Ihr Sohn Charles reiste nun zum ersten Mal seit seiner Thronbesteigung im September 2022 nach Kanada. Eingeladen wurde er vom neuen kanadischen Premierminister Mark Carney, der unter dem Eindruck der angespannten Beziehungen zu den USA im März sein Amt angetreten hatte.

Die traditionell freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Nachbarländern Kanada und USA haben sich seit dem Amtsantritt von US-Präsident Trump im Jänner drastisch verschlechtert. Trump hat seitdem mehrfach gefordert, Kanada zum 51. Bundesstaat der USA zu machen. Der US-Präsident verfolgt zudem eine aggressive Zollpolitik gegenüber dem nördlichen Nachbarland.

Charles, der als Monarch zu politischer Neutralität verpflichtet ist, hat sich bisher nicht zu Trumps Politik gegenüber Kanada geäußert. In dem Land wird daher mit großer Spannung erwartet, ob und wie er sich zur Souveränität Kanadas und zur Handelspolitik positioniert.

EU

Nach Gesprächen mit US-Regierungsvertretern hat EU-Handelskommissar Maros Sefcovic den Willen zum Abschluss eines Handelsabkommens mit Washington bekräftigt. Die Union sei „fest entschlossen“, Anstrengungen in diese Richtung zu unternehmen, teilte Sefcovic gestern Abend auf X mit. Er habe „gute Gespräche“ mit US-Handelsminister Howard Lutnick und dem US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer geführt, schrieb Sefcovic weiter.

US-Präsident Donald Trump gewährte im Handelsstreit mit der EU am Sonntag (Ortszeit) erneut einen Aufschub und verlängerte die Frist für angedrohte neue Zölle auf europäische Waren bis zum 9. Juli. Zuvor gab es ein Telefonat zwischen Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Am Freitag hatte Trump noch gedroht, den allgemeinen Zollsatz für Einfuhren aus der EU auf 50 Prozent zu erhöhen.

Anfang April verhängte Trump hohe zusätzliche Zölle gegen zahlreiche Staaten und auch die EU, kurz darauf reduzierte er diese für 90 Tage auf einen Basiszoll von zehn Prozent. Zusätzlich gelten US-Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Autos sowie auf Stahl- und Aluminiumprodukte. Die Zölle treffen nach Einschätzung aus Brüssel europäische Waren im Wert von rund 370 Milliarden Euro.

Elf EU-Mitgliedsstaaten haben eine weitere Verschiebung und Abschwächung eines geplanten Waldschutzgesetzes der EU gefordert. Die Anforderungen an Land- und Forstwirte blieben hoch oder seien sogar unmöglich umzusetzen, so die Länder in einem Papier, über das die EU-Agrarminister gestern in Brüssel diskutieren wollten. „Sie stehen in keinem Verhältnis zum Ziel der Verordnung.“

Unter der Führung von Österreich und Luxemburg fordern die elf Mitgliedsstaaten, dass die EU-Kommission die Regeln weiter vereinfacht und das Gesetz später als geplant in Kraft tritt. Zu den Unterzeichnern zählen neun weitere EU-Staaten, darunter Italien und Finnland.

Die Regeln, die ab Dezember gelten sollen, beziehen sich etwa auf Importe von Soja, Rindfleisch, Palmöl, Kakao oder Kaffee. Mit der Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten soll sichergestellt werden, dass die Produktion derartiger Rohstoffe nicht zur Zerstörung von Wald führt.

Das gilt auch für Waren, die aus der EU exportiert werden, um heimische Wälder zu schützen. Firmen, die dagegen verstoßen, drohen Strafen von bis zu vier Prozent ihrer in der EU erwirtschafteten Umsätze. Die Einführung des Gesetzes wurde bereits um ein Jahr auf Dezember 2025 verschoben. Handelspartner wie Brasilien und die USA hatten Beschwerden eingereicht.

Inland

Der Reparaturbonus kann ab sofort nicht mehr beansprucht werden. Die dafür vorgesehenen Mittel seien ausgeschöpft, teilte das Klimaministerium gestern in einer Aussendung mit.

Bereits ausgestellte Reparaturbons behalten aber ihre Gültigkeit und können im Rahmen der Frist von drei Wochen bei einem Partnerbetrieb eingelöst werden. Die Wiederaufnahme des Förderprogramms soll noch dieses Jahr erfolgen.

Totschnig: Programm wird evaluiert

Der Förderstopp bedeute nicht das Ende des Reparaturbonus, sagte Klimaminister Norbert Totschnig (ÖVP). Das Programm werde nun evaluiert, damit das Geld „künftig noch gezielter und effizienter eingesetzt werden“ kann.

Für den Reparaturbonus standen seit 2022 rund 130 Millionen Euro aus dem EU-Aufbau- und -Resilienzfonds zur Verfügung. Dazu kamen Mittel vom Bund. Trotz angespannter Budgetlage gehe man davon aus, dass auch in Zukunft Geld für die Förderung zur Verfügung stehen werde, hieß es dazu aus dem Ministerium auf APA-Anfrage.

Seit dem Förderstart im Jahr 2022 wurden rund 1,7 Millionen Bons für eine Reparatur, ein Service oder die Wartung ihrer elektrischen und elektronischen Geräte und Fahrräder eingelöst. Besonders oft wurden Smartphones, Geschirrspüler, Waschmaschinen und Kaffeemaschinen von den rund 6.000 Partnerbetrieben repariert.

Gewessler drängt auf Fortsetzung

Das grüne Erfolgsprojekt müsse rasch fortgesetzt werden, „mit klaren Rahmenbedingungen und einem neuen Budget“, merkte Leonore Gewessler, frühere Umweltministerin und derzeitige Umweltsprecherin der Grünen, dazu an.

Wirtschaft

Die Geldvermögen der österreichischen Haushalte sind im Vorjahr um 30,4 Milliarden auf 896 Milliarden Euro gestiegen.

9,1 Milliarden Euro wurden als täglich fällige Einlagen beiseitegelegt, 9,9 Milliarden in festverzinslichen Einlagen, heißt es in einem gestern veröffentlichten Bericht der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Praktisch der ganze Rest des Zuwachses entfiel auf verzinsliche Wertpapiere sowie Investmentzertifikate und börsennotierte Aktien.

Österreicherinnen und Österreicher halten damit inzwischen Einlagen im Wert von 202,9 Milliarden Euro und verzinsliche Wertpapiere im Wert von 201 Milliarden Euro. In Aktien und Investmentzertifikaten haben die heimischen Haushalte 151,7 Milliarden Euro veranlagt.

Das Volumen der ausständigen langfristigen Kredite sank im gleichen Zeitraum um eine Milliarde Euro, weil mehr Kredite getilgt als neu aufgenommen wurden. Auch 2023 hatte es schon einen Rückgang der ausstehenden Kredite gegeben.

Im Strafprozess zur Dieselaffäre sind gestern vier frühere Führungskräfte von Volkswagen wegen Betrugs schuldig gesprochen worden. Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts im deutschen Braunschweig verurteilte zwei Angeklagte zu mehrjährigen Haftstrafen, zwei Ex-Mitarbeiter erhielten Bewährungsstrafen.

Mit dem Urteil geht ein riesiges Verfahren nach fast vier Jahren zu Ende. Während die Angeklagten aus Sicht der Ermittler überführt sind, wehren sich die Männer und sehen sich als Bauernopfer.

Die Staatsanwaltschaft hatte zwischen zwei und vier Jahre Gefängnis gefordert und hielt nur in einem Fall Bewährung für angebracht. Die Verteidigung dagegen plädierte auf drei Freisprüche und eine Verwarnung.

Weitere Verfahren im Dieselskandal

Das Urteil ist nicht rechtskräftig und die juristische Aufarbeitung auch nach diesem Schuldspruch nicht beendet. In Braunschweig sind nach dem ersten Prozess und dem Komplex gegen den früheren Volkswagen-Konzernchef Martin Winterkorn noch vier weitere Strafverfahren gegen insgesamt 31 Angeklagte offen, wie ein Sprecher des Landgerichts sagte.

Der Skandal um Manipulationen bei Abgastests von Dieselautos war im September 2015 aufgeflogen. In den USA hatte der Wolfsburger Autokonzern kurz zuvor falsche Testergebnisse eingeräumt. Wenige Tage später trat Winterkorn zurück. VW schlitterte in eine der größten Krisen, die den Konzern nach eigenen Angaben bisher etwa 33 Milliarden Euro kostete.

Chronik

In Liverpool ist gestern Abend ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gefahren. Ein Mann sei festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Bei ihm soll es sich um einen 53-jährigen Briten aus der Gegend handeln.

Bei einer Pressekonferenz später hieß es, insgesamt seien 27 Menschen in Krankenhäusern behandelt worden. Zwei, darunter ein Kind, seien schwer verletzt worden, 20 weitere hätten leichte Verletzungen erlitten, hieß es. Laut Polizei gebe es keinen Verdacht auf ein terroristisches Motiv.

Polizeikräfte in Liverpool
APA/AFP/Darren Staples

Zuvor online verbreitete Aufnahmen zeigten einen dunklen Wagen, der auf eine dichte Menschenmenge zusteuert. Uniformierte Polizistinnen und Polizisten umstellten das Auto, mehrere Menschen lagen auf dem Boden.

Meisterfeier des FC Liverpool

Der Vorfall ereignete sich am Rande der Meisterfeier des FC Liverpool, wie die Nachrichtenagentur PA berichtete. Tausende Menschen waren auf den Straßen. Großbritanniens Premierminister Keir Starmer sprach von „entsetzlichen Szenen“ und drückte den Verletzten seine Anteilnahme aus.

Umwelt & Klima

Nach dem Untergang eines Containerschiffs vor der südindischen Küste bekämpfen die Behörden einen Ölteppich. Neben dem Treibstoff verlor das Schiff auch rund 100 Container. Insgesamt hatte die unter liberianischer Flagge fahrende „Elsa 3“ 640 Container geladen, darunter mehrere mit Gefahrgut.

Nach Angaben des Bundesstaates Kerala von gestern ist die Küstenwache mit zwei Schiffen im Einsatz, um das Öl einzudämmen. Zudem verteilt ein Flugzeug ein Pulver, das das Öl zersetzen soll.

Containerschiff MSC ELSA 3
Reuters/India’s Press Information Bureau

Das Schiff war gestern etwa 70 Kilometer vor der Küste Keralas gesunken. Alle 24 Besatzungsmitglieder seien gerettet worden, teilte das indische Verteidigungsministerium mit. Zur Ursache wurden keine Angaben gemacht.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich 2017 vor der südindischen Stadt Chennai. Damals waren ein Gastanker und ein Schiff mit Schweröl an Bord kollidiert. Der entstandene Ölteppich schädigte die Meereswelt und bedrohte die wirtschaftliche Existenz Tausender Fischer.

Kultur

Nachdem er beim Song Contest triumphiert hatte, ist Sänger JJ nun an der Spitze eines weiteren Rankings gelandet: Sein Siegertitel „Wasted Love“ stürmte nicht nur auf Platz eins der heimischen Charts, sondern schaffte das auch noch mit einem Streamingrekord.

ESC-Sieger JJ
APA/Florian Wieser

Es ist der erste Song eines österreichischen Künstlers, der innerhalb einer Woche mehr als eine Million Streams verzeichnete, teilte GfK Entertainment gestern mit. Für JJ gab es den „Nummer 1 Award“. Der Song-Contest-Gewinner hatte zuletzt mit israelkritischen Äußerungen viel Kritik auf sich gezogen.

Das Podium der Charts ist aktuell übrigens ganz in rot-weiß-roter Hand: Hinter JJ folgt der Rap-Dauerbrenner RAF Camora gemeinsam mit Reezy und dem Song „Connected“, komplettiert wird das Stockerl vom Wiener Duo Abor & Tynna, das mit „Baller“ für Deutschland beim Song Contest dabei war.

Insgesamt finden sich damit zwölf Songs des diesjährigen Wettbewerbs in der Hitliste, so etwa auch noch Tommy Cash (sein „Espresso Macchiato“ liegt auf Platz fünf) und die Schwedenfinnen KAJ („Bara bada bastu“ folgt auf Rang sieben).