COV Inland

Der Rechnungshof kritisiert die Coronavirus-Politik von Bund und Ländern als chaotisch und unübersichtlich. Wie aus einem der APA vorliegenden Rohbericht hervorgeht, hat vor allem in der Anfangszeit der Pandemie wenig Koordination zwischen den Körperschaften stattgefunden. So sei es für den Bund nicht ersichtlich gewesen, aus welchen Quellen die Länder ihre Daten erhoben haben. Es habe ein Überblick über die vorhandene Schutzausrüstung gefehlt.

Deutliche Kritik übt der Rechnungshof an der Zahlenvielfalt zu Covid19-Indikatoren, mit denen die Öffentlichkeit versorgt wurde. Gesundheitsministerium, Innenministerium und die Länder veröffentlichten auf ihren Dashboards oder Websites täglich „in unterschiedlichen Formaten zu unterschiedlichen Zeitpunkten Daten mit unterschiedlichen Auswertungszeitpunkten und unterschiedlichem Detailgrad, die sich mitunter auch in ihrer Definition unterschieden“, schreiben die Kontrolleure. Das habe das Vertrauen der Bevölkerung in die Behörden und die Richtigkeit der Daten beeinträchtigt und infolgedessen auch der Akzeptanz der Pandemiemaßnahmen geschadet.

Unklare Zuständigkeiten

Es haben sowohl im Krankenanstaltenrecht als auch im Allgemeinen Sozialversicherungsrecht im Wesentlichen geeignete Regelungen für den Krisen- und Katastrophenfall gefehlt. Auch die Gesundheitsplanung enthielt keine Vorkehrungen. „Es war zur Beginn der Pandemie unklar, wer für Maßnahmen zur Anpassung des Gesundheitssystems im Pandemiefall zuständig war.“

Der Rechnungshof hält zudem fest, dass man es im Sommer 2020 verabsäumt habe, das Contact-Tracing mit ausreichend Personal auszustatten, um die Infektionsketten auch bei hohen Ansteckungszahlen durchbrechen zu können.

Kritik üben die Prüfer weiters an den fehlenden Erhebungen zu Folgeschäden aufgrund aufgeschobener Operationen und reduzierter Arztkontakte. „Kritisch zu beurteilen war auch, dass kein Konzept für eine begleitende Erforschung von Langzeitfolgen durch eine Covid-19-Erkrankung, Folgeschäden durch eingeschränkte Leistungen während der Covid-19-Pandemie oder für einen veränderten Bedarf der Bevölkerung, etwa aufgrund verschobener Operationen, bestand.“

Unterschiedliche Auslegung der Ministeriumsvorgaben

Das Epidemiologische Meldesystem (EMS), ein elektronisches Register zur Eintragung von Infektionskrankheiten, war bereits seit 2009 etabliert und taugte grundsätzlich auch zur Einmeldung von Ansteckungsfällen.

Das Gesundheitsministerium habe es allerdings nicht geschafft, die Funktionen des EMS für eine kontinuierliche Überwachung der Covid-Fälle weiterzuentwickeln, befindet der Rechnungshof. Durch die teilweise unterschiedliche Auslegung der Vorgaben des Gesundheitsministeriums durch die Länder sei die Interpretation der Daten erschwert worden.

Die Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz hat erneut eine Impfpflicht gegen das Coronavirus für bestimmte Berufsgruppen gefordert. „Also eine Impfpflicht für alle körpernahen Berufe in der Pflege, in der Pädagogik, im Gesundheitsbereich“, sagte sie gestern im ZiB2-Interview.

Patientenanwältin Pilz zur CoV-Politik

Patientenanwältin Sigrid Pilz kritisiert im Interview die CoV-Politik der Regierung. Sie fordert eine bessere Datenlage und Maßnahmen, die die Menschen nachvollziehen können. Im Moment sei „die Verunsicherung in der Bevölkerung groß“.

„Also wir sollten dort beginnen, wo wir was tun können, nämlich dass wir dafür sorgen, dass das pädagogische Personal, das Gesundheitspersonal geimpft ist“, konkretisierte Pilz weiter. Denn es sei „absolut nicht zu akzeptieren, dass Eltern ertragen müssen, dass die Kinder ungeimpftem Personal ausgesetzt“ werden.

Und es sei „auch nicht zu akzeptieren, dass man ins Spital muss oder zum Arzt, zur Ärztin und dort auf ungeimpfte Personen trifft.“ Der Spitalsträger habe eine Fürsorgepflicht und die pädagogischen Einrichtungen hätten eine Verpflichtung, den Kindern nicht zu schaden.

Sie forderte zudem eine Informationskampagne für das Impfen, „die diesen Namen verdient. Dass der Herr Bundeskanzler (Sebastian Kurz, ÖVP, Anm.) gesagt hat, die Pandemie ist vorbei und sie ist ein individuelles Problem, hat sich ja als trügerisch herausgestellt“, kritisierte die Patientenanwältin.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 158,7 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Ministerien melden 1.678 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 1.678 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet (Stand: gestern, 10.50 Uhr). Die Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab. Die Gesamtzahl der bekannten Fälle beläuft sich damit bisher auf 724.035.

10.895 Menschen verstarben bisher an den Folgen von Covid-19. Derzeit befinden sich 860 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 212 auf Intensivstationen. Als genesen gelten mittlerweile 689.927 Personen, es wurden insgesamt 83.242.754 Tests durchgeführt.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

NEOS verlangt von der Regierung wirkungsvolle Sofortmaßnahmen statt Strafen zur Erhöhung der Impfrate. „Die Bundesregierung muss dringend mit dem wirkungslosen Herumdoktern aufhören“, sagte Gesundheitssprecher Gerald Loacker.

Er fordert neben einer flächendeckenden Antikörperstudie drei Sofortmaßnahmen: einen fixen Impftermin für alle Ungeimpften, von dem man sich aktiv abmelden muss, eine Ende der Gratistests und Impfen in der Apotheke.

Es sei „unehrlich, kontraproduktiv und komplette Realitätsverweigerung, wenn der Bundeskanzler (Anm. Sebastian Kurz, ÖVP) ständig darauf beharrt, dass die Pandemie für die Geimpften vorbei sei – während rundherum schon wieder reihenweise Operationen abgesagt werden und Tausende geimpfte Eltern wieder bei ihren zum Teil ebenfalls geimpften Schulkindern in Quarantäne zu Hause sitzen müssen“.

Ausland

Angesichts Tausender Migranten und Migrantinnen in der US-Grenzstadt Del Rio wollen die USA die Menschen schnell und in großer Zahl außer Landes bringen. In den kommenden 24 Stunden sollten bis zu 3.000 Menschen an andere Orte verlegt werden, kündigte der Leiter der US-Grenzpatrouille, Raul Ortiz, gestern Nachmittag (Ortszeit) an. Von dort aus werden die meisten von ihnen mit Flugzeugen in ihre Heimatländer zurückgebracht – die Mehrheit der Geflüchteten stammt aus dem armen Karibikstaat Haiti.

Ortiz richtete eine eindeutige Botschaft an Menschen, die versuchen, über die Grenze in die USA zu kommen: „Sie werden weggebracht und in ihr Herkunftsland zurückgeschickt, wie es unser geltendes Recht vorsieht.“ In den letzten Tagen habe man etwa 3.300 Personen aus der texanischen Stadt an der Grenze zu Mexiko umgesiedelt. Zahlreiche Menschrechtsorganisationen kritisieren das Vorgehen der US-Regierung scharf.

In den vergangenen Tagen hatten sich Tausende Migranten unter der Brücke, die über den Rio Grande führt, versammelt. Der Bürgermeister der Stadt sprach am Samstag von mehr als 14.500 Menschen. Gestern waren es Berichten nach immer noch deutlich mehr als 10 000. Sie harren dort in provisorischen Zelten aus und hausen unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Schlag für US-Präsident Biden in Migrationspolitik

Auf einer anderen Ebene erlitten US-Präsident Joe Biden und seine Demokraten in der Migrationspolitik einen gesetzlichen Rückschlag. Sie können Menschen, die bisher ohne Aufenthaltserlaubnis in den USA leben, voraussichtlich nicht über ein Budgetvorhaben den Weg zur Staatsbürgerschaft zu ebnen.

„Wir sind zutiefst enttäuscht über diese Entscheidung, aber der Kampf für die Gewährung eines legalen Status für Einwanderer im Rahmen der Budgetkonsolidierung geht weiter“, erklärte der demokratischen Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, gestern Abend (Ortszeit).

Der Grund ist eine Entscheidung der für die Verfahrensregeln des Senats zuständigen Beamtin, Elizabeth MacDonough, über die Medien berichteten. Ihre Entscheidung, dass Einwanderungsbestimmungen nicht in einen umfangreichen Gesetzesentwurf aufgenommen werden können, ist ein Rückschlag für Biden.

Eine Woche vor der deutschen Bundestagswahl haben Union, SPD, FDP und Grüne gestern die Weichen für die heiße Phase des Wahlkampf gestellt. Im dritten TV-Triell unterstrichen SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sowie sein Unions-Kontrahent Armin Laschet und die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock die unterschiedlichen Positionen bei Klima-, Steuer- und Sozialpolitik. FDP und Grüne positionierten sich auf dem Parteitag, schlossen aber keine Koalitionsoptionen aus.

Im Triell von ProSieben und Sat1 warf Baerbock SPD und Union vor, sie hätten in den vergangenen Jahren eine entschiedene Klimaschutzpolitik verhindert. Laschet und Scholz betonten dagegen stärker, dass man eine klimaneutrale Industrie schaffen müsse. Der Unions-Kanzlerkandidat sprach sich erneut dagegen aus, den Kohleausstieg bis spätestens 2038 gesetzlich vorzuziehen.

Der steigende CO2-Preis werde aber dafür sorgen, dass die Kohleverstromung vorher unrentabel werde. Scholz kritisierte eine Laschet-Äußerung, dass die Reihenfolge des Ausstiegs aus der Atomenergie und der Kohle in der falschen Reihenfolge stattgefunden habe.

Hitzige Kontroverse über Steuerpolitik

Die Spitzenkandidaten und die Spitzenkandidatin trugen im Triell zudem eine hitzige Kontroverse über die Steuerpolitik aus. Laschet wandte sich erneut gegen Steuererhöhungen und versprach Entlastungen auch für kleine und mittlere Einkommen. Scholz und Baerbock betonten, dass sie Geringverdiener entlasten wollten. Dafür müsse man zur Finanzierung kleinerer Einkommen höhere Steuern bei sehr hohen Einkommen erheben, sagte der SPD-Kanzlerkandidat.

Scholz und Baerbock unterstrichen zudem ihre Forderung, den Mindestlohn auf zwölf Euro anzuheben. Laschet kritisierte dagegen, dass er zwar auch für höhere Löhne für Geringverdiener sei, ein politisch festgesetzter Mindestlohn aber die Tarifautonomie aushebele und die Gewerkschaften schwäche.

Scholz gewann nach einer Forsa-Blitzumfrage für das dritte Triell. 42 Prozent der Befragten sagten demnach, Scholz sei am überzeugendsten gewesen. Laschet nannten 27 Prozent als Sieger und Baerbock 25 Prozent.

Rennen für Mehrheit der Deutschen noch offen

Eine Woche vor der Bundestagswahl glaubt eine absolute Mehrheit der Deutschen, dass das Rennen um das Kanzleramt noch nicht gelaufen ist. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag von „Bild“ (Montag-Ausgabe) hervor. Bei der Befragung von 1.000 Bürgern und Bürgerinnen vergangenen Freitag hatten 55 Prozent der Befragten angeben, dass sie die Wahl für noch nicht entschieden halten.

Die USA wollen in der US-Grenzstadt Del Rio in den kommenden 24 Stunden bis zu 3.000 Menschen an andere Orte verlegen. Sie sollen in Einrichtungen der Grenzbehörden gebracht werden, kündigte der Leiter der US-Grenzpatrouille, Raul Ortiz, gestern bei einer Pressekonferenz an. Von dort aus werden die meisten von ihnen in ihre Heimatländer zurückgebracht – die Mehrheit der Migranten und Migrantinnen stammt aus dem bitterarmen Haiti.

Die Menschen harren seit Tagen zu Tausenden unter einer Brücke an der Grenze zu Mexiko aus, die über den Fluss Rio Grande führt. Ortiz zufolge sind in den vergangenen Tagen bereits mehr als 3000 Migranten weggebracht worden. Es seien außerdem Hunderte zusätzliche Grenzbeamte in die Region versetzt worden.

Der Grenzübergang ist geschlossen, Berichten zufolge kontrollieren US-Polizisten auch an anderen Stellen die Grenze. Seit den Mitternachtsstunden habe es in der Region keinen Grenzübertritt mehr gegeben, sagte Ortiz.

Im polnischen Grenzgebiet zu Belarus sind gestern die Leichen von drei Menschen gefunden worden. Die Personen hätten versucht, illegal nach Polen einzureisen, teilte Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki via Facebook mit. Die Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen aufgenommen, um die Umstände des tragischen Ereignisses aufzuklären.

Auf belarussischer Seite der Grenze sei zudem eine tote Frau entdeckt worden, führte der Politiker der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) weiter aus.

Morawiecki forderte, dass ein möglicher Zusammenhang mit „belarussischen provokativen Aktionen“ an der Ostgrenze seines Landes untersucht werden müsse. Die Regierung in Warschau beschuldigt den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Flüchtlinge aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen.

Lukaschenko hatte Ende Mai angekündigt, dass Minsk Migranten und Migrantinnen nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde – als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen gegen die ehemalige Sowjetrepublik.

Polen hat in der Grenzregion zu Belarus vor kurzem den Ausnahmezustand verhängt. Ortsfremde erhalten keinen Zutritt. Zudem errichtet das Militär der polnischen Armee einen meterhohen Stacheldrahtzaun an der Grenze.

Sechs Wochen vor der UNO-Klimakonferenz in Glasgow und direkt vor der UNO-Generaldebatte in New York findet heute ein Treffen von Staats- und Regierungschefs zur Klimakrise statt. Geleitet werden die Gespräche von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres und dem britischen Premierminister Boris Johnson, dessen Land die Weltklimakonferenz ab dem 31. Oktober ausrichtet.

Um einen offenen Dialog zu ermöglichen, finden die rund zweistündigen Gespräche hinter verschlossenen Türen statt. Dabei wollen sich die Staats- und Regierungschefs abstimmen, welche zusätzlichen Maßnahmen zum Erreichen des 1,5-Grad-Ziels im Pariser Klimaabkommen notwendig sind.

Auch Maßnahmen zur Anpassung an die Erderwärmung und Klimafinanzierung stehen auf dem Programm. Ein am Freitag veröffentlichter UN-Bericht sieht die Erde ohne ein radikales Umsteuern auf dem gefährlichen Pfad einer Erwärmung um 2,7 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter.

Die Eröffnung der Generaldebatte im Rahmen der 76. UNO-Vollversammlung findet am Dienstag statt. Bundespräsident Alexander Van der Bellen ist dazu bereits nach New York gereist. Bundeskanzler Sebastian Kurz und Außenminister Alexander Schallenberg (beide ÖVP) kommen nach.

Im Prozess gegen den Helden des Films „Hotel Ruanda“, Paul Rusesabagina, wird heute das Urteil erwartet. Der ehemalige Hotelmanager musste sich in seinem ostafrikanischen Heimatland unter anderem wegen der Gründung einer bewaffneten Gruppe und Mitgliedschaft einer Terrorgruppe vor Gericht verantworten.

Das Verfahren erregte internationales Aufsehen, weil er als Hotelmanager während des ruandischen Völkermordes an den Tutsi im Jahr 1994 Hunderte von Menschen gerettet hatte.

Rusesabagina, ein langjähriger Kritiker des ruandischen Präsidenten Paul Kagame, beteuerte stets seine Unschuld. Kagama verteidigte Anfang September den Prozess gegen Rusesabagina: Der 67-jährige ehemalige Hotelier stehe nicht vor Gericht, weil er berühmt sei, sondern wegen seiner späteren Taten, sagte Ruandas Präsident.

Rusesabagina gegen Kagame

Rusesabagina wurde durch den Hollywoodfilm „Hotel Ruanda“ bekannt. Darin wird erzählt, wie der Hotelmanager, gespielt von US-Schauspieler Don Cheadle, während des Völkermords in Ruanda 1994 etwa 1.200 Menschen das Leben rettete. Damals wurden mehr als 800.000 Angehörige der Bevölkerungsgruppen Tutsi und Hutu getötet.

Später wurde Rusesabagina zu einem Kritiker des ruandischen Präsidenten Kagame und ging ins Exil. Unterstützer Rusesabaginas werfen der Regierung vor, ihn nun zum Schweigen bringen zu wollen.

Kagame war maßgeblich am Ende des Genozids beteiligt und ist seitdem an der Macht. Seit 2000 ist er Präsident. Er hat für Stabilität, wirtschaftlichen Aufschwung und Innovation gesorgt und das 12,6-Millionen-Einwohner-Land zu einem von Afrikas Vorzeigestaaten gemacht. Allerdings hat er Meinungs- und Pressefreheit derart unterdrückt, dass politische Opposition und Kritik an der Regierung kaum möglich sind.

COV Ausland

In Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne machen die Behörden den Menschen Hoffnung auf eine Aufhebung des Lockdowns bis Ende Oktober – wenn die Impfziele bis dahin erreicht werden. Gemäß eines heute veröffentlichten Plans des Bundesstaates Victoria sollen die strikten Coronavirus-Beschränkungen gelockert werden, wenn 70 Prozent der über 16-Jährigen vollständig geimpft sind. Die Behörden rechnen damit, dass dieses Ziel um den 26. Oktober erreicht ist.

Etwa fünf Millionen Menschen in Melbourne leben seit dem 5. August mit strengen Auflagen, die sie weitgehend zum Zuhausebleiben verpflichten. Es ist bereits der sechste Lockdown für die Bevölkerung während der Coronavirus-Pandemie.

Dennoch blieben auch nach einer Aufhebung des Lockdowns und der Ausgangssperre eine Reihe von Beschränkungen weiterhin in Kraft, kündigte der Regierungschef des Bundesstaates, Dan Andrews, an. So dürften Restaurants und Kneipen unter Auflagen zwar wieder öffnen, Besuche bei anderen Menschen in deren Häusern und Wohnungen seien aber weiterhin verboten.

Inland

In Steinhaus am Semmering (Steiermark) dürfte das Asylwerberheim des Bundes wieder geöffnet werden. In der Ortschaft reagiert man darauf mit einer gewissen Verunsicherung. Vor allem, weil weder klar ist, wie viele Asylwerber bzw. Asylwerberinnen kommen sollen, noch, woher sie sind. Der Ortsteil selbst hat nur 350 Einwohner und Einwohnerinnen.

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Dass in der heimischen Politik mit den Landeshauptleuten im Boot vieles geht, ohne sie nichts, hat gewachsene Gründe. In den Geburtsstunden der Ersten und Zweiten Republik spielten starke Landeshauptleute eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Politlandschaft.

Doch die Wurzeln für die Rolle der Landeshauptleute reichen tiefer, wie der Blick auf den ersten Salzburger Landeshauptmann zeigt. Mit dem „Februarpatent“ 1861 wurden die Landesverwaltung neu aufgestellt, Bundesländer wie Salzburg und auch Oberösterreich als Verwaltungseinheiten neu eingerichtet; ab 1867 kamen die Bezirke dazu.

Obwohl ursprünglich anders gedacht, wurden die Länder gerade in den November-Tagen 1918 die entscheidenden Träger der Realpolitik.

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Wirtschaft

Der AUA-Mutterkonzern Lufthansa hat eine milliardenschwere Kapitalerhöhung beschlossen. Dabei peilt die Fluggesellschaft nach eigenen Angaben gestern einen Bruttoemissionserlös von rund 2,1 Milliarden Euro an. Die Kapitalerhöhung werde von einem Konsortium aus 14 Banken vollständig garantiert. Die Maßnahme solle der Stärkung der Eigenkapitalbasis des Konzerns dienen.

Die Airline wolle unter anderen den Nettoerlös zur Rückzahlung der Stillen Einlage I des Wirtschaftsstabilisierungsfonds der Bundesrepublik Deutschland (WSF) von 1,5 Milliarden verwenden. Der WSF hält gegenwärtig 15,94 Prozent am Grundkapital der Gesellschaft. Der WSF war eingerichtet worden, um wichtigen Unternehmen über die Coronavirus-Krise hinwegzuhelfen.

Der Lufthansa stand er allein mit sechs Milliarden Euro bei. Neben dem Aktienpaket gewährte der Bund ihr stille Einlagen von 5,7 Milliarden Euro, die die Fluggesellschaft erst zum Teil in Anspruch genommen hat.

Staatshilfen in Höhe von vier Mrd. Euro

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte erst jüngst betont, er wolle die Rückzahlung der deutschen Staatshilfen noch mit der derzeitigen Bundesregierung regeln. „Wir würden gern noch mit den jetzigen Ansprechpartnern Klarheit schaffen“, sagte der Chef von Deutschlands größtem Airline-Konzern vor knapp zwei Wochen.

Einen Kredit der Staatsbank KfW von einer Milliarde Euro hat die Lufthansa bereits zurückgezahlt. Für die Rückzahlung der stillen Einlagen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds hatte Spohr die jetzige Kapitalerhöhung bereits angekündigt.

Erst im zweiten Quartal hatte die Lufthansa weitere 1,5 Milliarden Euro aus der zweiten stillen Einlage des Bundes gezogen. Insgesamt hat sie damit Staatshilfen in Höhe von vier Milliarden Euro in Anspruch genommen. Das Geld stammt von Deutschland sowie Österreich, der Schweiz und Belgien.

In Großbritannien sorgen die innerhalb kürzester Zeit stark gestiegenen Gaspreise für erhebliche Probleme. Der britische Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng hielt am Wochenende mehrere Krisentreffen mit Vertretern der Branche ab, während der für die Klimakonferenz COP26 zuständige Staatssekretär Alok Sharma im BBC-Interview gestern zu beschwichtigen versuchte. Es gebe „im Moment kein Risiko bei der Versorgung“, sagte Sharma.

Gaspreis seit Jänner um 250 Prozent gestiegen

Die erneuerbaren Energien müssten dringend schnell weiter ausgebaut werden, so Sharma. Die BBC berichtete unter Berufung auf den Branchenverband Oil & Gas UK, die Großhandelspreise für Gas seien seit Jänner dieses Jahres in Großbritannien um 250 Prozent gestiegen, um 70 Prozent allein seit August.

Dafür werden unter anderem eine weltweit hohe Nachfrage, Probleme bei einigen Unternehmen sowie eine geringere Energiegewinnung durch Wind und Sonne verantwortlich gemacht.

Mit Engpässen wird gerechnet

Die hohen Gaspreise haben bereits zur temporären Schließung einzelner Werke von Düngemittelherstellern geführt – wodurch ein Mangel am Nebenprodukt CO2 entstanden ist, das für die Verpackung von frischen Lebensmitteln wie Fleisch oder Tiefkühlprodukten verwendet wird. Lebensmittelfirmen rechnen daher mit Engpässen und Problemen in den kommenden Wochen.

Dem „Guardian“ zufolge stehen mehrere kleine Energiefirmen kurz vor dem finanziellen Kollaps. Fünf haben bereits in den vergangenen Wochen aufgeben müssen. Die Regierung arbeitet derzeit Berichten zufolge an Plänen, damit sich die Preissteigerungen nicht in ausuferndem Maße auf die Rechnungen der britischen Verbraucherinnen und Verbraucher auswirken.

Seit gut zwei Jahrzehnten ist der Onlinehandel hierzulande praktisch gleichbedeutend mit Amazon. Für viele ist das US-Versandhaus die erste Anlaufstelle, mittlerweile betreibt es ein kleines Imperium: Nach Wien und Umgebung sorgt aktuell ein geplantes Lager bei Graz für Debatten. Ausgerechnet die Pandemie war für die heimische Konkurrenz ein Weckruf, die Suche nach einem funktionierenden Konkurrenzkonzept ist aber schwierig.

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Sport

Nach der Europa-League-Niederlage bei AS Monaco hat sich Sturm Graz im folgenden Heimspiel keine Blöße gegeben. Mit 5:0 (2:0) gewannen die Steirer gestern gegen WSG Swarovski Tirol und behaupteten damit Position zwei in der Admiral Bundesliga hinter Red Bull Salzburg. Jakob Jantscher (25., 45.+3) und Kelvin Yeboah (48./Elfmeter, 69.) stachen als zweifache Torschützen heraus. Die kriselnden Tiroler belegen nach der dritten Niederlage in Folge und mit weiterhin fünf Punkten den letzten Platz.

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Auch Marko Arnautovic hat nach seiner erfolglosen Rückkehr ins Meazza-Stadion nach Mailand Kritik einstecken müssen. Der österreichische Teamspieler kassierte am Samstag mit seinem neuen Verein FC Bologna bei seinem Ex-Club Inter ein 1:6-Debakel. „Viele Worte für nichts. Arnautovic scheint ein Fremdkörper in seiner Mannschaft zu sein“, kritisierte die „Gazzetta dello Sport“. Auch andere italienische Medien stürzten sich auf den Neuzugang.

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Chronik

US-Ermittler haben im US-Bundesstaat Wyoming die mutmaßliche Leiche der vermissten Gabby Petito gefunden. Die Identität sei noch nicht zu hundert Prozent bestätigt, sagte Charles Jones vom FBI in Denver gestern Nachmittag (Ortszeit). Die Beschreibung von Gabby passe aber zur gefundenen Leiche. Die Todesursache sei unklar, sagte Jones. Die Leiche sei im Bereich des Spring Creek Campingplatzes gefunden worden.

Petito und ihr Freund waren im Sommer zu einer Reise durch die USA aufgebrochen – nur der 23 Jahre alte Freund der jungen Frau kehrte zurück. Die Polizei in Florida suchte unterdessen auch nach Petitos Freund, der mittlerweile ebenfalls verschwunden ist.

Der 23-Jährige war am Freitag von seiner Familie als vermisst gemeldet worden. Der Fall schlägt in den USA hohe Wellen – nicht zuletzt, weil das Paar aus Florida zahlreiche Bilder und Videos von seiner Reise in sozialen Netzwerken geteilt hatte.

In einem Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Samos ist gestern ein Feuer ausgebrochen. Dies berichteten AFP-Korrespondenten vom Lager Vathy, in dem bei Ausbruch des Feuers nach Angaben der Behörden noch rund 300 Menschen untergebracht waren. Während es vor Ort noch brannte, sagte der Bürgermeister von Samos, Girgos Stantzos, das Lager sei völlig geräumt worden.

Auf einem Parkplatz nahe des Lagers sahen die AFP-Korrespondenten viele Menschen, unter ihnen Kinder in Tränen. Nach Angaben der Behörden brach das Feuer in einem Teil des Lagers aus, in dem nur noch zuvor bereits verlassene Zelte standen.

Bereits vor dem Feuer war geplant, die 300 Personen von Vathy in ein neues Lager auf der Insel zu bringen, das sehr umstritten ist. Es war erst am Samstag feierlich eröffnet worden. Das Camp ist mit Stacheldraht umzäunt und mit Überwachungskameras, Röntgenscannern und Magnettüren ausgestattet.

„Geschlossene“ Flüchtlingslager

Es verfügt zudem über ein Gefangenenlager und ist nur per elektronischem Chip zugänglich. Die Tore bleiben über Nacht geschlossen. Das neue Lager ist eines von fünf geplanten derartigen Camps auf den ägäischen Inseln Leros, Lesbos, Kos, Chios und Samos.

Die EU hat dafür 276 Millionen Euro bereitgestellt. Menschenrechtsgruppen kritisieren die neuen „geschlossenen“ Flüchtlingslager. Die Beschränkungen für die Menschen seien zu hoch.

Nach der aktuellen Ziehung bei Lotto „6 aus 45“ kann sich ein Mitspieler bzw. eine Mitspielerin über die sechs Richtigen im Wert von rund 2.447.200 Euro freuen.

Es wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

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Alle Angaben ohne Gewähr

Am Parkplatz Arneitz am Faaker See (Kärnten) ist ein 38-jähriger Deutscher gestern beraubt worden. Ein Unbekannter schlug ihm ins Gesicht und flüchtete mit Bargeld. Das Opfer rannte hinter dem Täter her und holte sein Geld zurück.

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Ein 20-jähriger Lenker aus St. Veit/Glan (Kärnten) ist am Samstag von der Straße abgekommen und mit seinem Pkw auf den Gleisen gelandet. In letzter Sekunde konnten Lenker und Beifahrer den Wagen vor einem herannahenden Zug verlassen. Dieser riss den Pkw in zwei Teile.

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Es war eine anstrengende Woche für Anrainer und auch für die Polizei. Die Autofans, die Kärnten tagelang in Atem hielten, fuhren heute großteils wieder nach Hause. Nicht zuletzt wegen des schönen Wetters waren Tausende gekommen, mehr als erwartet. Es gab Hunderte Verkehrsanzeigen und einige Führerscheinabnahmen.

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Umwelt & Klima

Die Koalas sind in Gefahr: Die Zahl der australischen Beutelsäuger nimmt einer neuen Studie zufolge rapide ab und ist allein in den vergangenen drei Jahren um 30 Prozent geschrumpft.

Der Bestand sei in allen Regionen des Landes zurückgegangen, besonders aber im Bundesstaat New South Wales an der Ostküste, teilte die Australian Koala Foundation (AKF) heute mit. Hier sei die Zahl sogar um 41 Prozent zurückgegangen. In vielen Landesteilen seien Koalas bereits ausgestorben, hieß es.

Der Stiftung zufolge leben heute schätzungsweise noch zwischen etwa 32.000 und 58.000 Koalas auf dem fünften Kontinent. 2018 waren es noch zwischen 46.000 und 82.000. Die verheerenden Buschfeuer im Sommer 2019/2020 hätten erheblich zur Dezimierung der possierlichen Eukalyptus-Esser beigetragen, sagte die AKF-Vositzende Deborah Tabart.

„Tödliche“ Rodungen

Allerdings sei dies nicht der einzige Grund für den Rückgang: Auch Dürren, Hitzewellen und Wassermangel bedrohten die Tiere, so Tabart. „Ich habe einige Landschaften gesehen, die wie der Mond aussehen – mit toten und sterbenden Bäumen überall.“

Vor allem die Rodung von Flächen für Landwirtschaft, Wohnungen und Bergbau sei „tödlich“ für die nur in Australien beheimateten Koalas, sagte die Expertin. Es sei wichtig, die Rodungen in Koala-Lebensräumen zu stoppen, „um unser geliebtes Nationaltier vor Gefahr zu schützen“, betonte Tabart.

Kultur

Die Komödie „Ted Lasso“ und das Drama „The Crown“ sind bei der Emmy-Verleihung gestern am Abend (Ortszeit) in Los Angeles als beste Fernsehserien des Jahres ausgezeichnet worden. Damit setzt sich der Siegeszug der Streamingplattformen im Fernsehbereich fort. „Ted Lasso“ läuft auf Apple+, „The Crown“ auf Netflix. Ebenfalls von Netflix produziert wurde die beste Miniserie des Jahres, „Damengambit“.

Die Fußballserie „Ted Lasso“ war mit 20 Nominierungen als Favorit in den Abend gegangen. Jason Sudeikis wurde als bester Hauptdarsteller geehrt. Auch die beiden Awards für die besten Nebenrollen gingen an die bei Apple TV+ laufende Serie über einen US-Football-Trainer, der in England einen Fußballverein umkrempelt.

Emmy für Olivia Colman

„The Crown“ wurde nach vier Staffeln erstmals in der Königskategorie des wichtigsten Fernsehpreises der Welt ausgezeichnet. Olivia Colman für die Hauptrolle der britischen Königin Elizabeth II. hatte für diese Rolle zuvor bereits den Preis als beste Drama-Schauspielerin erhalten.

Auch Josh O’Connor hatte für seine Verkörperung von Prinz Charles die Auszeichnung als bester männlicher Hauptdarsteller in einer Dramaserie bekommen. „The Crown“ hatte am Abend darüber hinaus Auszeichnungen für die beste weibliche Nebenrolle, beste Regie und das beste Drehbuch gewonnen.

Der Film „Marco Feingold – Ein jüdisches Leben“ hat im Salzburger „Das Kino“ Premiere gefeiert. Und das am zweiten Todestag des unermüdlichen Holocaust-Mahners und langjährigen Präsidenten der jüdischen Kultusgemeinde Salzburgs.

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Leute

US-Komiker Chris Rock hat sich eigenen Worten zufolge mit dem Coronavirus angesteckt. „Hey Leute, ich habe gerade rausgefunden, dass ich Covid habe, vertraut mir, das wollt Ihr nicht. Lasst Euch impfen“, schrieb der 56-Jährige gestern auf Twitter.

Es blieb dabei zunächst unklar, ob Rock sich mit der Delta-Variante angesteckt hat, die sich in den USA stark ausbreitet. Der „Saturday Night Live“-Star hatte in den vergangenen Monaten mehrmals öffentlich gesagt, dass er geimpft sei. Im vergangenen Jahr hatte er noch zusammen mit dem New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo für das Tragen von Masken geworben.