COV Inland

Etwa jeder vierte „Long Covid“-Betroffene hat neurologische Defizite. Die Klinik in Judendorf-Straßengel (Steiermark) betreibt bereits seit Monaten eine „Long Covid“-Station. Die Erfahrung zeige, dass die Therapien bei allen Patienten und Patientinnen Besserungen gebracht hätten und die Impfung schütze, hieß es jetzt.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 11,7 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Kein Bundesland hat mehr einen Wert über 30. Oberösterreich (6,6) hat den niedrigsten, Wien mit 24,9 den höchsten Wert.

Ministerien melden 94 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 94 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

10.680 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 237 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 80 auf Intensivstationen.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

COV Ausland

Der in Kuba entwickelte Impfstoffkandidat Abdala hat nach Angaben des staatlichen Pharmakonzerns Biocubafarma eine Wirksamkeit von mehr als 90 Prozent gegen das Coronavirus. Bei drei Impfdosen liege die Wirksamkeit bei 92,28 Prozent, teilte das Unternehmen gestern (Ortszeit) mit.

Ein zweiter kubanischer Impfstoffkandidat, das Präparat Soberana 2, hat nach Angaben des Herstellers Finlay nach zwei der vorgesehenen drei Impfdosen eine Wirksamkeit von 62 Prozent. Beide Impfstoffe sollen in Kürze in Kuba zugelassen werden.

Noch vor Abschluss der klinischen Test hatten die Behörden in Havanna und mehreren Provinzen Mitte Mai damit begonnen, Soberana 2 und Abdala zur Impfung gegen das Coronavirus einzusetzen. Bis August sollen nach den Plänen der Regierung 70 Prozent der Menschen auf der Karibik-Insel geimpft sein.

Die befürchtete Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus könnte einem deutschen Experten zufolge das Erreichen von Herdenimmunität weiter erschweren. „Delta ist noch ein Stück ansteckender als die derzeit vorherrschende Virusvariante Alpha. Anhand der bisherigen, noch unsicheren Daten brauchte man wohl rund 85 Prozent immune Menschen in der Bevölkerung, um die Ungeimpften indirekt mit zu schützen“, sagte Carsten Watzl.

„Wir kommen also in Bereiche, die schwer zu erreichen sind, solange es für Kinder unter zwölf Jahren keinen zugelassenen Impfstoff und für alle unter 18 Jahren keine allgemeine Impfempfehlung gibt. Es kann sein, dass Herdenimmunität nur für einzelne Einrichtungen wie Pflegeheime erreicht werden kann, aber nicht für das Gros der Bevölkerung“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie.

Mangels Impfmöglichkeiten gelte auch für jüngere Schüler, dass bei ihnen zunächst keinerlei Gemeinschaftsschutz besteht.

Ziel von Impfquote über 80 Prozent

Das Robert-Koch-Institut (RKI) spricht seit Längerem von einem Ziel von mehr als 80 Prozent immunen Menschen – nach vollständiger Impfung oder Infektion plus Impfung –, um weitgehend auf Maßnahmen und Regeln verzichten zu können. Zu Beginn der Pandemie gingen Experten noch von einem Anteil von rund zwei Dritteln aus, wegen des damals noch weniger infektiösen Erregers.

Nach Einschätzung des Immunologen Watzl wäre aber auch das Erreichen einer Impfquote von 60 bis 70 Prozent in der Bevölkerung eine große Hilfe für die Pandemiebekämpfung. „Die Hoffnung ist, dass es dann nur noch zu kleineren Ausbrüchen kommt, die keine Lockdown-Maßnahmen mehr erfordern.“ Jeder, der vollständig geimpft ist, ist laut Watzl auch vor Delta geschützt.

Inland

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) reist heute nach Berlin. Auf Einladung des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI) wird Kurz in der deutschen Hauptstadt beim „Tag der Industrie“ eine Rede halten. Darüber hinaus besucht er die Universitätsklinik Charite und trifft dort den bekannten Virologen Christian Drosten. Weiters ist ein Arbeitsgespräch mit dem Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble (CDU) geplant.

Beim „Tag der Industrie“ des BDI werden unter anderen auch der bayrische Ministerpräsident Markus Söder und FDP-Chef Christian Lindner auftreten. Es sind zudem Treffen mit Firmenchefs geplant, wie mit der CEO von ThyssenKrupp, Martina Merz, und dem CEO von BASF, Martin Brudermüller.

Gestern sprach Kurz im Vorfeld der Reise in einer Videokonferenz mit Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel über die Pandemieentwicklung in Europa. „Die Situation entwickelt sich in Deutschland wie in Österreich sehr gut, mit niedrigen Ansteckungszahlen“, zeigte sich Kurz laut Bundeskanzleramt erfreut.

Die Präsidentin des Kosovo, Vjosa Osmani-Sadriu, absolviert einen Arbeitsbesuch in Wien. Heute wird sie von Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der Hofburg empfangen. Der Kosovo gehört zu den sechs Westbalkan-Ländern, die der EU beitreten wollen.

Er ist jenes Land, das auf dem Weg der Integration am wenigsten weit fortgeschritten ist. Hindernisse sind vor allem das Verhältnis zum ehemaligen Kriegsgegner Serbien und die fehlende Anerkennung durch fünf EU-Staaten.

Der Kosovo war früher eine serbische Provinz. Er hatte sich im Februar 2008 nach dem Kosovo-Krieg 1998/99, in den die NATO aufseiten der Kosovo-Albaner gegen das damalige Restjugoslawien eingriff, und Jahren unter UNO-Verwaltung für unabhängig von Serbien erklärt.

Beziehung zwischen Serbien und Kosovo entscheidend

Eine Verhandlungslösung mit Serbien, was die Zukunft des Kosovo betrifft, war nicht zustande gekommen. Serbien erkennt den Kosovo nach wie vor nicht als unabhängigen Staat an, ebenso die EU-Mitglieder Spanien, Slowakei, Rumänien, Griechenland und Zypern.

Verhandlungen zwischen Serbien und dem Kosovo unter EU-Vermittlung wurden jüngst auf höchster Ebene mit dem neuen kosovarischen Regierungschef Albin Kurti und Serbiens Präsident Aleksandar Vucic wiederaufgenommen. Sie sollen zu einer Normalisierung der Beziehungen führen.

Die EU hat das implizit zur Voraussetzung für einen EU-Beitritt beider Länder gemacht. Die jahrelangen Verhandlungen wurden aber in der Vergangenheit mehrmals unterbrochen und erzielte Vereinbarungen nicht umgesetzt. Dabei geht es vor allem um die Rechte der im Kosovo lebenden, serbischen Minderheit.

Ausland

Die peruanische Präsidentschaftskandidatin Keiko Fujimori bleibt vorerst auf freiem Fuß. Ein Richter lehnte gestern den Antrag der Staatsanwaltschaft ab, die Haftverschonung auszusetzen und die Rechtspopulistin wieder in Untersuchungshaft zu nehmen, wie der Radiosender RPP berichtete.

Allerdings ermahnte er Fujimori, sich künftig strikt an ihre Auflagen zu halten. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, Berufung gegen die Entscheidung einzulegen.

Gegen die Tochter des früheren Machthabers Alberto Fujimori (1990–2000) wird wegen Korruption ermittelt. Sie soll zur Finanzierung von Wahlkämpfen Schmiergelder des brasilianischen Baukonzerns Odebrecht angenommen haben.

In den vergangenen Jahren war sie mehrfach in U-Haft. Zu ihren Auflagen gehört ein Kontaktverbot zu Mitangeklagten und Zeugen in dem noch laufenden Verfahren, gegen das sie zuletzt verstoßen hatte.

Nach zwei Wochen noch kein Wahlsieger

Auch zwei Wochen nach der Präsidentenwahl in Peru steht der Sieger noch immer nicht fest. Der Linkskandidat Pedro Castillo liegt nach der Auszählung aller Stimmen knapp vor Fujimori.

Allerdings haben beide Lager Manipulationsvorwürfe erhoben und Anträge zur Annullierung bestimmter Stimmen gestellt. Letztlich wird die Wahl wohl vor Gericht entschieden.

Wirtschaft

In Italien ist eine rege Debatte über biodynamische Landwirtschaft entflammt, die auf die Weltanschauung des österreichischen Anthroposophen Rudolf Steiner (1861–1925) zurückgeht.

Der Senat in Rom verabschiedete einen Gesetzesentwurf zur Regelung der biologischen Landwirtschaft. Gebilligt wurde auch ein Artikel, mit dem die biodynamische der biologischen Landwirtschaft gleichgestellt wird.

Damit sollen auch biodynamische Landwirtschaftsunternehmen die gesetzlich vorgesehene Möglichkeit haben, die Biomarke „made in Italy“ zu erhalten und sich an biologische Landwirtschaftsgebiete anzuschließen. Der Entwurf, der jetzt noch von der Abgeordnetenkammer verabschiedet werden muss, wurde im Rahmen eines italienischen Plans zur Förderung des Biolandbaus gebilligt.

„Mittelalterliche Hexerei“

Die Gleichstellung der biodynamischen Landwirtschaft mit Biobau löste kritische Reaktionen italienischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus. Angeführt von der Senatorin auf Lebenszeit, Elena Cattaneo, unterzeichneten sie eine Petition, in der sie fordern, dass in der Abgeordnetenkammer der Gesetzesartikel gestrichen werde. Biodynamie habe keinerlei wissenschaftliches Fundament und ähnle „mittelalterlicher Hexerei“.

Kriterien wie von Biobetrieben

Biodynamie lehnt Methoden der Landwirtschaft ab, bei denen Schädlingsbekämpfungs- und Düngemittel zum Einsatz kommen. Statt Kunstdünger und Pestizide werden Präparate beispielsweise aus Kräutern, Gesteinsmehl und Kuhdung verwendet. Pflegemaßnahmen sowie Aussaat, Pflanzung und Ernte werden auf Mondphasen abgestimmt.

Carlo Triarico, Präsident des italienischen Verbands für biodynamische Landwirtschaft, wies den Vorwurf der „Hexerei“ zurück. Biodynamische Landwirtschaft sei eine konsolidierte Realität in Italien mit circa 4.500 Betrieben, die mit Erfolg auf diese Praktiken zurückgreifen.

Die Verfasserin des Gesetzesentwurfs, Maria Chiara Gadda, verteidigte den umstrittenen Artikel des Gesetzes. „Betriebe, die biodynamisch arbeiten, müssen Kriterien erfüllen, die von Biobetrieben verlangt werden.“

Europas größter Onlinemodehändler Zalando baut sein Kosmetikgeschäft weiter aus und kooperiert dafür mit der französischen Kette Sephora. Sephora werde über die Zalando-Plattform mehrere tausend Produkte von mehr als 300 Marken anbieten, kündigten beide Unternehmen heute an.

Die Tochter des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH ist aktuell in 35 Ländern aktiv und betreibt weltweit mehr als 2.000 Geschäften wie auch einen Onlineshop.

Sephora-Chef Martin Brok bezeichnete die Partnerschaft als einen wichtigen Schritt, um „dort zu sein, wo der Kunde ist“. Zalando habe bereits 42 Millionen Kunden in Europa. Die Coronavirus-Krise habe die Art und Weise verändert, wie Menschen einkauften, sagte Brok und ergänzte mit Blick auf das Umsatzwachstum: „Wir sind sehr optimistisch.“ Konkrete Zahlen nenne Sephora aber nie.

Dank CoV auch Schub für Kosmetikgeschäft

Im vierten Quartal will Sephora zunächst in Deutschland über Zalando Waren verkaufen und 2022 weitere europäische Länder hinzufügen. Zalando verkauft seit 2018 auch Kosmetik wie Make-up, Haut- und Haarpflege für Frauen sowie Männer und macht damit Douglas & Co. Konkurrenz.

In der Coronavirus-Krise, die dem DAX-Aspiranten im vergangenen Jahr zu einem Bruttowarenvolumen von mehr als zehn Milliarden Euro verhalf, geht auch das Kosmetikgeschäft gut.

Immer mehr Kunden kombinierten zuletzt den Kauf von Kleidung mit dem Erwerb von Parfum. Die strategische Partnerschaft mit Sephora werde weiteres Potenzial freisetzen, sagte Schneider.

In Richtung Plattformanbieter

Zalando etabliert sich stärker als Plattformanbieter, über den andere Händler, Modemarken und stationäre Geschäfte ihre Waren verkaufen und dafür wie auch für Logistik-Dienstleistungen Provisionen an Zalando zahlen. Wie groß der Anteil des Kosmetikgeschäfts am Gesamtumsatz ist, veröffentlicht Zalando derzeit nicht.

Amazon rüstet sich für eine Zukunft mit selbstfahrenden Lastwagen. Der weltgrößte Onlinehändler bestellte beim Start-up Plus mindestens 1.000 Systeme, mit denen herkömmliche Sattelschlepper automatisiert werden können.

Amazon sicherte sich auch die Möglichkeit, rund ein Fünftel der kalifornischen Firma zu übernehmen, wie Plus in der Nacht auf heute mitteilte.

Amazon gehört bereits der Robotaxi-Entwickler Zoox, und der Konzern testet auch kleine Roboter für die Warenlieferung. Der Kaufvertrag mit Plus läuft bis Ende Jänner 2024, wie aus den Unterlagen hervorgeht.

Plus ist eine von mehreren Entwicklungsfirmen, die an selbstfahrenden Lastwagen arbeiten. Das Start-up kooperiert mit dem Hersteller Iveco und verspricht Sattelschlepper, die rund 1.500 Kilometer pro Tag zurücklegen. Damit könnten selbstfahrende Lastwagen zu einem wirtschaftlichen Faktor für die Warenlogistik werden.

Plus ist gerade dabei, an die Börse zu gehen – wie diverse andere Konkurrenten über die Fusion mit einer bereits auf dem Markt notierten Firmenhülle. An selbstfahrenden Lastwagen arbeitet unter anderem auch die Google-Schwesterfirma Waymo, die als besonders weit beim autonomen Fahren gilt.

Die von der Coronavirus-Pandemie hart getroffene US-Fluggesellschaft Delta sucht Personal. Bis zum Sommer sollen mehr als 1.000 Pilotinnen und Piloten eingestellt werden, hieß es in einem Memo des Unternehmens.

Delta erwarte, dass das Freizeitreisevolumen in den USA in diesem Monat auf das Niveau vor der Pandemie zurückkehren werde, schrieb der Vorstand für das operative Geschäft, John Laughter, in einer E-Mail an die Mitarbeiter.

Auch die Geschäftsreisen sollten wieder anziehen, so Laughter. Die in Atlanta ansässige Fluglinie rechnet mit einer Lockerung der Reisebeschränkungen für Transatlantik-Reisen in der zweiten Jahreshälfte.

Das bei der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) angesiedelte Finanzmarktstabilitätsgremium (FMSG) ortet steigende systemische Risiken aus dem Immobilienmarkt und warnt vor einer zu lockeren Vergabe von Bankkrediten an Private. Diese Entwicklungen in Österreich seien auch im europäischen Vergleich „auffällig“. Daraus ergäben sich „Hinweise auf eine zunehmende Überhitzung des Wohnimmobilienmarktes“.

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Sport

Carl Nassib hat gestern (Ortszeit) in der National Football League (NFL) abseits des Spielfeldes ein Stück Geschichte geschrieben. Der Defensive End der Las Vegas Raiders machte als erster aktiver Spieler seine Homosexualität öffentlich. „Ich wollte das schon seit einiger Zeit tun und fühle mich endlich wohl damit, es loszuwerden“, richtete der 28-jährige Verteidiger in einem vielbeachteten Instagram-Posting aus.

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Dänemarks Fußballnationalmannschaft hat bei der EM nach zwei Niederlagen doch noch den direkten Einzug ins Achtelfinale geschafft. Das Team von Kasper Hjulmand setzte sich gestern Abend zum Abschluss der Gruppenphase vor 25.000 Zuschauern im Parken in Kopenhagen gegen Russland mit 4:1 (1:0) durch und verdrängte die „Sbornaja“ im Pool B noch vom zweiten Rang. Die Auswahl von Coach Stanislaw Tschertschessow fiel sogar noch hinter Finnland auf den vierten Rang zurück und ist damit ausgeschieden.

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Österreichs Nationalmannschaft hat gestern mit einem 1:0-Erfolg gegen die Ukraine den erstmaligen Einzug in ein EM-Achtelfinale geschafft. Vor allem in der ersten Hälfte zeigte das ÖFB-Team eine mutige und sehr gute Leistung. Defensiv stach vor allem das Bollwerk um die Innenverteidiger Aleksandar Dragovic und Martin Hinteregger heraus. Davor lieferte Florian Grillitsch eine sehr starke Vorstellung. Bestnoten verdienten sich auch Laufmaschine Konrad Laimer und Goldtorschütze Christoph Baumgartner.

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Das EM-Stadion in München soll beim Gruppenfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn nach Informationen der „Bild“-Zeitung nicht in Regenbogenfarben leuchten. Darauf hätten sich die UEFA und das EM-Organisationskomitee verständigt, hieß es in einem Bericht gestern. Stattdessen solle die Arena wie vorgesehen in den Farben der UEFA und der teilnehmenden Nationen leuchten.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hatte sich in einem Schreiben an die UEFA und den DFB für eine Ausnahmegenehmigung starkgemacht, um „ein weithin sichtbares Signal für unser gemeinsames Werteverständnis“ zu senden. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder befürwortete die Aktion. Doch der DFB, das Organisationskomitee und die UEFA konnten sich laut dem Bericht letztlich nicht dazu durchringen.

Ungarns Spieler Orban für buntes Stadion

„Die UEFA gibt ein einheitliches Stadiondesign vor. Und es gibt gute Gründe, dieses einheitliche Stadiondesign auch zu leben. Vielleicht muss man die Beleuchtung nicht unbedingt am Spieltag Mittwoch festmachen“, sagte DFB-Pressesprecher Jens Grittner dazu.

Hintergrund des geplanten Protestes ist ein Gesetz in Ungarn, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt und das erst am Dienstag vom ungarischen Parlament gebilligt wurde. Das Gesetz gilt als besonderes Anliegen von Ministerpräsident Viktor Orban.

Entsprechend laut war die Forderung nach einem klaren Zeichen bei der Fußball-EM in Deutschland bei der Partie gegen die Ungarn geworden. Der ungarische Nationalspieler Willi Orban von RB Leipzig sagte: „Mir persönlich würde es gefallen, wenn es bunt wäre.“

Umwelt & Klima

Gegen Bayer ist in den USA nach langer Pause wieder eine Klage wegen des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat vor Gericht eingereicht worden. Der Kläger Michael Langford macht die jahrzehntelange Verwendung des glyphosathaltigen Bayer-Herbizids Roundup für seine Krebserkrankung verantwortlich, wie seine Anwälte gestern mitteilten.

2007 wurde bei dem Mann aus Kalifornien das Non-Hodgkin-Lymphom diagnostiziert, später entwickelte er weitere Krebsarten.

Die Klage wurde bei einem Gericht in San Franciso eingereicht, ein Gerichtstermin steht noch nicht fest. Bisher hat Bayer drei Glyphosatprozesse in erster Instanz verloren – mit millionenschweren Schadenersatzzahlungen – und in zwei der Berufungsverfahren Niederlagen erlitten.

Weitere Klagen möglich

Im Juli könnten in den USA weitere Glyphosatklagen vor Gericht kommen, hatte Vorstandschef Werner Baumann kürzlich gesagt. Die Klagewelle hatte sich der Konzern mit der Übernahme des Glyphosatentwicklers Monsanto ins Haus geholt.

Vor rund einem Jahr gab Bayer einen rund 11,6 Mrd. Dollar schweren Vergleich bekannt. Zuletzt standen aber noch für knapp 30.000 der zuletzt bekannten insgesamt 125.000 eingereichten und drohenden Klagen Einigungen aus.

Die Vorwürfe gegen Glyphosat hat Bayer stets zurückgewiesen. Behörden weltweit haben das Mittel als nicht krebserregend eingestuft. Allein die Krebsforschungsagentur IARC bewertete den Wirkstoff 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“. Auf diese Einschätzung beriefen sich die Kläger.

Das Great Barrier Reef ist laut einem Ausschluss der Vereinten Nationen (UNO) in Gefahr. Das Weltkulturerbe vor der Nordostküste Australiens soll wegen der Auswirkungen des Klimawandels auf die Rote Liste des gefährdeten Welterbes gesetzt werden, empfahl ein Gremium der UNO-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO).

Fische und Korallen am Great Barrier Reef (Australien)
Reuters/Lucas Jackson

Der Vorschlag werde bei einem Treffen der UNESCO in China kommenden Monat erörtert. Australiens Umweltministerin Sussan Ley kündigte bereits an, gegen die Empfehlung Einspruch einzulegen. Das Great Barrier Reef ist ein wichtiges Tourismusziel, Tausende Arbeitsplätzen sind davon abhängig.

Bis knapp 26 Grad warm ist das Wasser derzeit in den großen Salzburger Seen – für Juni ist das rekordverdächtig. Die derzeitige Hitzewelle macht sich sogar in kühleren Gewässern bemerkbar. Für bestimmte Wassertiere verändert sich der Lebensraum so merklich.

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Mit einer Studie über die möglichen Fahrgastzuwächse durch den Bau eines Fernpass-Bahntunnels will das Land Tirol das Projekt vorantreiben. Eine Verdreifachung der Bahngastzahlen sei durch einen Zugstunnel vom Ehrwalder Becken ins Inntal möglich.

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Chronik

Bei einem Stromunfall auf einer Baustelle in der Salzburger Altstadt ist gestern ein Bauarbeiter getötet worden. Der 50-Jährige hatte offensichtlich ein von einem Bagger beschädigtes Erdstromkabel angegriffen und war in den Stromkreis geraten.

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Nach einem heftigen Streit gestern Abend in Salzburg-Aigen hat eine 44-jährige Mutter ein Betretungsverbot bekommen. Sie biss ihre 15-jährige Tochter bei einem Streit so stark, dass diese ins Spital gebracht werden musste.

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Bei der Eisenaueralm bei St. Gilgen (Salzburg) haben Feuerwehren und Hubschrauber nach einem Sonnwendfeuer am Samstag bis gestern mehrmals einen Flächenbrand bekämpfen müssen. Das Sonnwendfeuer hatten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Unterach (Oberösterreich) abgebrannt.

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Ein Erdbeben der Stärke 5,9 hat in der Nacht auf heute die südöstliche Ägäis erschüttert. Das Epizentrum lag nach Angaben des Seismologischen Zentrums Europa-Mittelmeer (EMSC) bei den griechischen Dodekanes-Inseln an der Grenze zur Türkei.

Auf der EMSC-Website meldeten Betroffene, dass das Beben „kurz, aber stark“ gewesen sei. Es gibt keine Berichte über Verletzte oder beschädigte Gebäude.

Zur Dodekanes-Gruppe gehören auch die beliebten Ferieninseln Rhodos und Kos. Das Erdbeben habe sich in zwei Kilometer Tiefe ereignet, hieß es vom EMSC.

Kultur

Ein Tiroler „Totentanz“ aus New York: Zur Auktion „Klassische Moderne“ heute im Dorotheum reist ein kapitales Bild von Albin Egger-Lienz aus Übersee an. Das Antikriegsbild von 1916 zeigt Bauern mit dem Sensenmann und wurde auf 500.000 bis 800.000 Euro geschätzt. Und auch wieder zu entdecken: das eindrucksvolle Bild „Kalvarienberg bei Bozen“ von Egger. Bei den Zeitgenossen tags darauf könnte ein Großformat von Maria Lassnig einen Rekordpreis erzielen.

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Hollywood-Star George Clooney sowie mehrere Schauspielkollegen und -kolleginnen gründen in Los Angeles eine Filmakademie für Jugendliche. Die Roybal-Schule für Film- und Fernsehproduktion soll insbesondere Schülern und Schülerinnen aus einkommensschwachen Familien einen Zugang in die Filmwelt ermöglichen, wie der Schulbezirk von Los Angeles gestern mitteilte.

„Unser Ziel ist es, die Vielfalt unsere Landes besser widerzuspiegeln“, erklärte Clooney. „Das bedeutet, früh zu beginnen. Das bedeutet, High-School-Programme zu entwickeln, die Jugendliche über Kameras, Schnitt, visuelle Effekte, Ton und all die Karrieremöglichkeiten unterrichten, die diese Branche zu bieten hat.“

George Clooney
Reuters/Mark Blinch

An dem Projekt sind neben Clooney unter anderen der aus vielen Marvel-Superheldenfilmen bekannte Schauspieler Don Cheadle und die Schauspielerin Eva Longoria („Desperate Housewives“) beteiligt.

Ausbildung im Studio

Das an einer Schule in der kalifornischen Millionenmetropole angesiedelte Programm soll im Herbst 2022 starten und schrittweise ausgeweitet werden. Die Schüler und Schülerinnen sollen in Theorie und Praxis des Filmhandwerks ausgebildet werden und auch Praktika vermittelt bekommen, um ihnen einen Weg in „gut bezahlte Jobs“ in der Branche zu ebnen, wie der Schulbezirk erklärte.

An den öffentlichen Schulen von Los Angeles werden rund 650.000 Schüler und Schülerinnen unterrichtet. Viele von ihnen kommen aus einkommensschwachen afroamerikanischen Familien oder Latino-Familien.

Hollywood ist in den vergangenen Jahren immer wieder dafür kritisiert worden, dass Angehörige von Minderheiten unterrepräsentiert sind. So begann 2015 die Kampagne „#OscarsSoWhite“ (Oscars so weiß), eine Kritik, dass vor allem weiße Filmschaffende den begehrten Kinopreis erhalten.

US-Schauspielerin Rita Wilson und die kanadische Filmkomponistin Lesley Barber zählen zu den neuen Mitgliedern, die in den Vorstand der Oscar-Akademie gewählt worden sind. Das gab der Filmverband gestern in Beverly Hills bekannt. Wiedergewählt wurden unter anderen die dänische Regisseurin Susanne Bier und Filmproduzentin Jennifer Todd.

Dem „Board of Governors“ gehören 54 Mitglieder an, nun sitzen erstmals in der 94-jährigen Geschichte des Oscar-Verbandes mehr Frauen als Männer im Vorstand. Die Zahl der Frauen sei von 26 auf 31 gestiegen, teilte die Academy of Motion Picture Arts and Sciences mit. Der Anteil von Vertretern unterrepräsentierter Minderheiten ging von zwölf auf 15 in die Höhe.

Die mehr als 9.000 Mitglieder starke Organisation ist in 17 Sparten aufgeteilt, darunter Schauspieler, Regisseure und Produzenten. Jeder Bereich wird von drei „Governors“ vertreten, die alle drei Jahre neu gewählt werden. Der Academy-Präsident benennt zusätzlich drei Mitglieder.

Kritik an Mangel an Diversität

Der Verband setzte sich traditionell aus überwiegend männlichen Mitgliedern weißer Hautfarbe zusammen. Der Mangel an Vielfalt hatte in den letzten Jahren zu Kritik geführt. Die Akademie kündigte daraufhin an, sich um Diversität in den eigenen Reihen zu bemühen. Die 9.000 Mitglieder wählen alljährlich die Träger der renommierten Oscar-Filmpreise.

Hollywood-Star Christoph Waltz will nach seiner oscargekrönten Rolle in dem Tarantino-Western „Django Unchained“ wieder einen Western drehen. An der Seite von Willem Dafoe übernimmt der 64-jährige Wiener in „Dead For a Dollar“ eine Hauptrolle, wie das Kinoportal Deadline.com gestern berichtete.

Regie führt der Western-Experte Walter Hill, der auch Blockbuster wie „Nur 48 Stunden“ drehte und die „Alien“-Filme produzierte.

Schauspieler Christoph Waltz
Reuters/Stephane Mahe

„Dead For a Dollar“ ist 1897 in New Mexico angesiedelt. Waltz soll einen Kopfgeldjäger spielen, der die angeblich entführte Frau eines reichen Geschäftsmannes im Nachbarland Mexiko aufspürt. Dort trifft er auch auf einen alten Widersacher (Dafoe).

Rolle in neuem James-Bond-Film

In „Django Unchained“ mimte Waltz den Kopfgeldjäger Dr. King Schultz, die Rolle brachte ihm 2013 den zweiten Oscar als bester Nebendarsteller ein. Er ist auch in dem kommenden James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ an der Seite von Daniel Craig zu sehen.

Panorama

Mit einem Wettbewerb für junge Designer sucht der britische Palast ein Logo für das 70. Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. im kommenden Jahr.

Aufgerufen sind 13- bis 25-Jährige, um ein passendes Emblem für die „Smartphone-Generation“ zu erstellen, wie der Chef des Albert and Victoria Museum in London, Tristram Hunt, einer Mitteilung zufolge sagte.

Es handle sich um eine vielschichtige Herausforderung, denn die Monarchie sei untrennbar mit der Identität der Nation verbunden und stelle zugleich eine globale Dimension dar.

„Das ist ein spannender Zeitpunkt, um dabei zu helfen, das Monarchie-Emblem für die Smartphone-Generation zu definieren“, sagte Hunt. Der Wettbewerb endet am 16. Juli, die Sieger würden „im Sommer“ bekanntgegeben.

Thronbesteigung am 6. Februar 1952

Eigens zum Platin-Jubiläum der Queen plant das Vereinigte Königreich von 2. bis 5. Juni 2022 ein viertägiges Fest der Monarchie – es gibt sogar für alle Briten einen freien Tag extra. Geplant sind eine große Militärparade, ein Gottesdienst, ein Konzert mit Weltstars und ein Pferderennen, denn die Königin gilt als Pferdenärrin.

Queen Elizabeth hatte am 6. Februar 1952 den Thron bestiegen, nachdem ihr Vater George VI. plötzlich gestorben war. Sie ist nun die am längsten regierende Monarchin der britischen Geschichte. Gekrönt wurde die Königin am 2. Juni 1953.