Ausland

In Hongkong ist erstmals ein Mann auf Grundlage des von Peking verhängten sogenannten Sicherheitsgesetzes verurteilt worden. Ein Gericht in der chinesischen Sonderverwaltungszone erklärte heute den Demokratie-Aktivisten Tong Ying Kit des Terrorismus und der Anstiftung zur Abspaltung für schuldig.

Das Strafmaß soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden. Dem 24-Jährigen droht lebenslange Haft.

„Anstiftung zur Abspaltung“

Der ehemalige Kellner war im Juli vergangenen Jahres kurz nach Inkrafttreten des Sicherheitsgesetzes festgenommen worden. Er soll mit seinem Motorrad absichtlich in eine Gruppe von Polizisten gefahren sein. Auf Videoaufnahmen war eine Fahne an seinem Motorrad mit dem Slogan „Befreit Hongkong, die Revolution unserer Zeit“ zu sehen. Das Richtergremium wertete die Aufschrift auf der Flagge als Aufruf zur Abspaltung Hongkongs von China und somit als illegal.

Das Verfahren fand ohne Beteiligung von Geschworenen statt, die in Hongkong in solchen Fällen normalerweise vorgesehen ist. Die drei Richter bestätigten nun, dass bestimmte politische Slogans künftig verboten sind.

Monatelange Massenproteste

In Hongkong hatte es 2019 monatelange Massenproteste gegen den wachsenden Einfluss Pekings gegeben. Als Reaktion darauf erließ die chinesische Führung im vergangenen Jahr das sogenannte Sicherheitsgesetz, das den Behörden in Hongkong ein hartes Vorgehen gegen alle Aktivitäten erlaubt, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit Chinas bedrohen. Verstöße können mit lebenslanger Haft bestraft werden.

Nach dem Verbot der Leugnung von Völkermord durch den internationalen Bosnien-Beauftragten haben Vertreter der bosnischen Serben einen Boykott aller wichtigen Institutionen des Landes angekündigt.

„Ab morgen werden die serbischen politischen Vertreter nicht mehr an der Arbeit der gemeinsamen Institutionen von Bosnien und Herzegowina teilnehmen“, sagte Branislav Borenovic, einer der Oppositionsführer der serbischen Teilrepublik Srpska.

Budgetbeschluss in Gefahr

Der Staat Bosnien und Herzegowina setzt sich zusammen aus der Teilrepublik Srpska und einer muslimisch-kroatischen Föderation. Alle drei Teile sind in der Präsidentschaft des Staates vertreten, der Vorsitz rotiert. Sowohl die Präsidentschaft als auch das Parlament und die Regierung würden boykottiert, erklärte Borenovic. Damit wird die politische Arbeit im Land de facto blockiert, weil die Institutionen auf die Zustimmung aller Vertreter angewiesen sind.

Ein erstes Opfer der Entscheidung dürfte schon heute das Budget für das laufende Jahr werden. Das Parlament soll sich mit dem Budgetentwurf befassen. Ohne Vertreter der serbischen Volksgruppe kann allerdings keine Entscheidung getroffen werden.

Leugnungsverbot als Auslöser

Auslöser des politischen Konflikts war eine Entscheidung des UNO-Gesandten für Bosnien und Herzegowina, des österreichischen Diplomaten Valentin Inzko. Dieser hatte vergangene Woche kurz vor seinem Ausscheiden die Macht seines Amtes genutzt und dem bosnischen Strafgesetzbuch mehrere Änderungen hinzugefügt. Darunter waren auch Haftstrafen für die Leugnung von Völkermord. Die Entscheidung tritt Ende dieser Woche in Kraft.

Die Änderung des Gesetzbuches zielte offensichtlich auf den serbischen Umgang mit dem Massaker von Srebrenica von 1995 ab. Die serbischen Vertreter in Bosnien sowie Politiker in Serbien streiten in der Regel ab, dass es sich bei dem Massaker um einen Völkermord handelte.

In Srebrenica hatten bosnisch-serbische Einheiten im Sommer 1995 rund 8.000 muslimische Männer und Burschen ermordet. Das Massaker gilt als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.

Deutscher Ex-Minister Schmidt übernimmt

Am 1. August übernimmt der ehemalige deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt das Amt des Hohen Repräsentanten in Bosnien-Herzegowina. Die bosnischen Serben hatten bereits vor dem aktuellen Eklat angekündigt, nicht mit dem neuen internationalen Bosnien-Beauftragten zusammenarbeiten zu wollen.

Süd- und Nordkorea haben ihre direkten Verbindungskanäle nach monatelanger Unterbrechung wiederhergestellt. Das teilten beide Länder heute mit, am 68. Jahrestag der Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrags zur Beendigung des Korea-Krieges. Südkoreas Präsident Moon Jae In tauschte nach Angaben seines Büros seit April Briefe mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un aus. Dabei habe man sich auch auf die Wiederherstellung der Kommunikationsverbindungen geeinigt.

Der Schritt werde zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen beitragen, heißt es aus Südkorea. Nordkorea hatte im Juni des vergangenen Jahres einseitig alle Kommunikationskanäle zwischen den Regierungen und den Militärs beider Länder gekappt.

Die kommunistische Regierung in Pjöngjang reagierte damit auf Propagandaaktionen konservativer südkoreanischer Aktivisten und nordkoreanischer Flüchtlinge an der Grenze, die gegen die Führung in Nordkorea gerichtet waren. Seoul wurde vorgeworfen, nichts gegen die Aktionen zu unternehmen.

Auch die Hotline zwischen dem Präsidialamt in Seoul und dem Büro des nordkoreanischen Machthabers waren von der Maßnahme Nordkoreas betroffen. Später sprengte Nordkorea auch ein innerkoreanisches Verbindungsbüro in der Grenzstadt Kaesong.

China erweitert die Zahl seiner Silos für Atomraketen. Nach der Entdeckung eines Geländes mit im Bau befindlichen Raketensilos bei Yumen in der Provinz Gansu im Juni haben Atomexperten der Vereinigung amerikanischer Wissenschaftler (FAS) anhand weiterer Satellitenaufnahmen nahe Hami in der Nordwestregion Xinjiang ein zweites Feld ausfindig gemacht.

„Der Bau der Silos in Yumen und Hami stellt die bisher bedeutendste Expansion des chinesischen Atomwaffenarsenals dar“, schrieben die Atomexperten in ihrem heute veröffentlichten Bericht.

Die Arbeiten an dem zweiten Areal in Hami rund 380 Kilometer nordwestlich vom ersten Feld in Yumen hätten im März begonnen und seien noch nicht weit vorangeschritten. Kuppelhallen überdecken den Blick auf vorerst 14 Baustellen, wie auf den Fotos zu sehen ist. Anhand der Vorbereitungsarbeiten an dem Komplex schätzen die Wissenschafter, dass es ein Raster von ungefähr 110 Silos werden soll. Das erste Feld wird auf 120 Silos geschätzt.

Es ist allerdings unklar, ob alle Silos auch mit Raketen bestückt werden oder wie viele auch der Täuschung dienen könnten. China besitzt nach FAS-Schätzungen heute rund 350 Atomsprengköpfe. Chinas Arsenal ist damit deutlich kleiner als das der USA oder Russlands, die jeweils 4.000 Atomsprengköpfe haben.

Die haitianische Polizei hat den Sicherheitschef des vor drei Wochen ermordeten Präsidenten Jovenel Moise festgenommen. Jean Laguel Civil stehe im Verdacht, an der Verschwörung zum Mord an Moise beteiligt gewesen zu sein, sagte eine Polizeisprecherin gestern in Port-au-Prince.

Nach der Ermordung Moises war auch dessen Sicherheitsteam ins Visier der Ermittler geraten. Vier für Moise’ Schutz verantwortliche Polizisten dürfen Haiti nicht verlassen.

Moise war in der Nacht zum 7. Juli in seinem Haus in der Hauptstadt Port-au-Prince von einem Mordkommando erschossen worden. Nach Polizeiangaben gehörten „26 Kolumbianer und zwei US-Bürger haitianischer Herkunft“ zu dem Kommando. Mehr als 20 Menschen wurden seither festgenommen. Laut Polizei wurde das Attentat von Haitianern mit politischen Ambitionen und Verbindungen ins Ausland geplant.

COV Inland

Die im Frühjahr vorgenommene Durchimpfung des Tiroler Bezirks Schwaz wegen der verstärkt aufgetretenen Südafrika-Mutante war offenbar sehr wirkungsvoll. So habe etwa die Impfquote innerhalb von wenigen Tagen auf mehr als 70 Prozent erhöht werden können, danach nahm das Infektionsgeschehen um 60 Prozent gegenüber den Vergleichsregionen ab, berichtete die „Tiroler Tageszeitung“ (Dienstag-Ausgabe) unter Berufung auf eine Vorabpublikation zu einer wissenschaftlichen Studie.

An der Studie waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Salzburg, der Medizinischen Universität Innsbruck sowie Florian Krammer von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York und Michael Hummer von der Gesundheit Österreich beteiligt. Virologin Janine Kimpel von der Med Uni Innsbruck sprach von einer hohen Wirksamkeit der Massenimpfung. Vor allem auch in Bezug auf Fluchtmutationen.

Auch in Hinsicht auf Fluchtmutationen

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass mit der schnellen Massenimpfkampagne im Bezirk Schwaz nicht nur generell die CoV-Infektionen eingedämmt werden konnten, sondern auch die Ausbreitung der damals aufgetretenen Fluchtmutationen“, so Kimpel.

Ein weiterer positiver Effekt der Impfung sei die deutliche Reduzierung der Hospitalisierungen im Zusammenhang mit Covid-19 gewesen – vor allem auf den Intensivstationen. Auch die jüngere Altersgruppe habe von der damaligen Durchimpfung profitiert. Im Bezirk Schwaz wurde ab 16 Jahren immunisiert. „In den anderen Landesteilen waren die unter 30-Jährigen ja noch weitgehend ungeimpft“, erinnerte die Virologin.

46.000 ließen sich impfen

Von der Methodik her hätten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Region Schwaz mit anderen „synthetischen“ Bezirken in Österreich verglichen, die eine ähnliche Struktur und ein damals vergleichbares Infektionsgeschehen aufwiesen. Zum anderen habe man die Effektivität der Impfung Kontrollgemeinden an der Bezirksgrenze zu Schwaz gegenübergestellt, deren Bewohner erst in geringem Ausmaß immunisiert waren und die im März lediglich eine geringe Impfquote hatten. Die Unterschiede seien jedenfalls „beträchtlich“ gewesen, resümierte Kimpel.

Die Impfaktion in dem Unterland-Bezirk war Mitte März nach vorherigem heftigem politischen Tauziehen gestartet worden. Die EU hatte insgesamt 100.000 Impfdosen für die Durchimpfung im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie zur Verfügung gestellt. Rund 46.000 der 64.000 infrage kommenden Personen hatten sich im ersten Durchgang impfen lassen. Auch den Zweittermin im April nahmen laut Land beinahe alle Eingeladenen wahr.

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 367 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet (Stand: heute, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

10.737 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 121 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 40 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten

7-Tage-Inzidenz bei 28,4

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 28,4 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum.

In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Die Stadt Wien reduziert das Testangebot in der Stadt und schließt zwei Teststraßen. Planmäßig endet der Testreigen im Dusika-Stadion und beim Schloss Schönbrunn. Für den Herbst kündigen sich weitere Veränderungen an.

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Stadt stockt Contact-Tracing auf

Weil die Delta-Variante zu steigenden Zahlen bei CoV-Neuinfektionen führt, wird jetzt in Wien zudem das Personal für das Contact-Tracing aufgestockt. Die Kontaktnachverfolgung ist ein wichtiger Bestandteil der Pandemiebekämpfung.

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COV Ausland

In der EU haben 70 Prozent der Erwachsenen mindestens eine Impfdosis gegen das Coronavirus erhalten. Wie EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen heute mitteilte, haben zudem 57 Prozent der Volljährigen bereits den vollen Impfschutz. Damit habe Europa im weltweiten Vergleich aufgeholt.

Unter anderem waren etwa die USA oder Israel anfangs deutlich schneller darin, der Bevölkerung Impfangebote zu machen. Man müsse die Anstrengungen aber beibehalten, so von der Leyen. „Die Delta-Variante ist sehr gefährlich.“ Sie rufe daher jeden und jede dazu auf, sich impfen zu lassen, sofern die Möglichkeit dazu bestehe.

Die italienische Regierung prüft die Einführung einer Impfpflicht für das Lehrpersonal. Damit solle Präsenzunterricht im September garantiert werden, berichtete der italienische Gesundheitsminister Roberto Speranza in einem Interview mit dem TV-Kanal Rete 4 am Montagabend. 85 Prozent des Schulpersonals seien bereits geimpft.

In Italien sind Ärztinnen und Ärzte sowie anderes medizinisches Personal bereits seit dem 25. Mai zur Immunisierung verpflichtet. In Frankreich müssen sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Krankenhäusern, Alters- oder Pflegeheimen spätestens bis zum 15. September impfen lassen. Auch Griechenland hat eine Impfpflicht für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Altersheimen und im Gesundheitsbereich angekündigt.

Die italienische Regierung will bis zur ersten September-Woche 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler impfen lassen. „Wir wollen bis Anfang September 60 Prozent der Schüler impfen, damit mit wenigen Ausnahmen Präsenzunterricht stattfinden kann“, sagte der für die Impfkampagne zuständige Regierungskommissar Francesco Figliuolo.

In Deutschland sind Spanien und die Niederlande seit Mitternacht als CoV-Hochinzidenzgebiete eingestuft. Damit gelten bei der Einreise von dort nach Deutschland zusätzliche Auflagen, wie das Robert Koch-Institut mitteilte. Mit der Entscheidung hat die deutsche Regierung auf einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen in den beiden Ländern reagiert.

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet nach Deutschland zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

Kurz vor Inkrafttreten der neuen Einstufung Spaniens und der Niederlande hätten nur sehr wenige deutsche Touristinnen und Touristen ihren Urlaub auf der spanischen Mittelmeer-Insel Mallorca vorzeitig beendet, hieß es dort.

Die Reisebranche kritisierte die Entscheidung der deutschen Regierung. Nach Angaben des Reiseverbandes DRV machten in der vergangenen Woche etwa 200.000 Pauschalreisende aus Deutschland in Spanien Urlaub. Hinzu kommen insgesamt geschätzt etwa 200.000 Individualurlauber aus Deutschland in dem Land.

Inland

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist noch immer krank und hat auch für heute alle Termine abgesagt. Die für heute geplante ÖVP-Teamklausur vor dem morgigen Sommerministerrat wird daher auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, teilte das Kanzleramt auf APA-Anfrage mit. Am Sommerministerrat morgen im Schloss Reichenau an der Rax will er wieder teilnehmen.

Thema der Regierungssitzung ist die Coronavirus-Pandemie. Dem Vernehmen nach wird man im niederösterreichischen Kurort in Richtung Herbstarbeit blicken und dabei vor allem Vorarbeiten in Sachen Pandemie tätigen. Im Anschluss an das Pressefoyer nach der Regierungssitzung steht noch ein gemeinsames Mittagessen auf dem Plan.

Kurz hatte am Sonntag krankheitsbedingt das vorgesehene Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen anlässlich der Eröffnung der Salzburger Festspiele kurzfristig abgesagt und ließ sich von Außenminister Alexander Schallenberg und Europaministerin Karoline Edtstadler (beide ÖVP) vertreten. Woran der Kanzler genau leidet, ist nicht bekannt, es ist laut Kanzleramt jedenfalls keine Covid-19-Erkrankung. Kurz ist bereits doppelt geimpft.

Bezüglich des bestehenden Verdachts der falschen Beweisaussage vor dem „Ibiza“-Untersuchungsausschuss wird Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nicht von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA), sondern von einem Richter bzw. einer Richterin vernommen. Einen entsprechenden Medienbericht bestätigte das Justizministerium gestern Abend.

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Sport

50 von 339 Entscheidungen sind an den ersten drei Wettkampftagen der 32. Olympischen Sommerspiele in Tokio bereits gefallen. Gastgeber Japan führte nach Tag drei die Medaillenwertung an, auch Österreich ist durch Anna Kiesenhofers historisches Rad-Gold unter den Topnationen vertreten. Kommen weitere Medaille für Österreich hinzu? 24 Entscheidungen stehen heute auf dem Programm.

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Für die Österreicherinnen Lisa Perterer und Julia Hauser ist heute der olympische Triathlon der Frauen in Tokio alles andere als nach Wunsch verlaufen. Die Kärntnerin Perterer lag schon nach dem 1,5-km-Schwimmen weit hinten und wurde 7:24 Minuten zurück nur 27. Die Wienerin Julia Hauser musste noch während des Schwimmens aufgeben. Es gewann die 33-jährige Flora Duffy die erste Goldmedaille für die Bermudas vor der Britin Georgia Taylor-Brown und der US-Amerikanerin Katie Zaferes.

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Die große Chance auf olympisches Edelmetall hat Felix Auböck in Tokio über 400 m Kraul als Vierter um 0,13 Sekunden vergeben. „Es geht mir jetzt schon um einiges besser. Die Tendenz ist, dass ich stolz bin und etwas Positives mitnehmen kann“, sagte der 24-Jährige, der aus seiner Enttäuschung kein Hehl gemacht hatte. Die nächste Chance bekommt er heute (14.00 Uhr MESZ) über 800 m Kraul. Ebenfalls im Einsatz ist Christopher Rothbauer.

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Umwelt & Klima

Die Wahrscheinlichkeit neuer Hitzerekorde hängt laut Forschern nicht vom Temperaturniveau der globalen Erwärmung, sondern von deren Tempo ab. Da die Erde sich derzeit sehr schnell erwärme, müsse man damit rechnen, dass die bisherigen Hitzerekorde in Zukunft um ein Vielfaches übertroffen werden.

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Wirtschaft

Für große Aufregung unter den Anrainern sorgt das geplante Amazon-Logistikzentrum im Süden von Graz. Neuen Zündstoff liefert nun der Bescheid des Landes, dass für den Bau keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig sei.

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Der Lebensmitteldiskonter Hofer mit Zentrale in Sattledt testet in Oberösterreich ein Pfandsystem, wie es auch andere Supermärkte haben. In acht ausgewählten Filialen werden seit Juli Bier, Wasser, Limonade und Milch in Mehrwegflaschen bzw. -kisten angeboten.

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Die internationale Baubranche ist in der Coronavirus-Krise gewachsen. Die Verkaufserlöse der 100 größten Konzerne erhöhten sich 2020 gegenüber dem Jahr davor um 3,7 Prozent auf insgesamt 1,5 Billionen Dollar (1,28 Billionen Euro), wie aus einer aktuellen Erhebung des Beratungsunternehmens Deloitte hervorgeht.

Der heimische Bauriese STRAGAB rangierte weltweit auf Platz 20, die Porr auf Platz 51. Die STRABAG rückte gegenüber 2019 um zwei Ränge nach vor, die Porr um vier.

Verkaufserlöse rückgängig

Entgegen dem internationalen Trend bekamen die beiden österreichischen Konzerne die Pandemie bei den Umsätzen aber sehr wohl zu spüren. Die Verkaufserlöse gingen bei ihnen um ein paar Prozent nach unten.

Die Porr schrieb unterm Strich sogar Verluste von mehr als 40 Mio. Euro, nach einem Gewinn von fast 30 Mio. Euro im Jahr davor. Dabei schlugen aber auch Belastungen aus der Neubewertung von Projekten durch. Die STRABAG wiederum steigerte ihren Konzerngewinn in der Krise – bei geringeren Umsätzen – um sechs Prozent auf fast 400 Mio. Euro.

„Der internationale Wettbewerb im Bauwesen ist ungebrochen stark. Umso beeindruckender ist es, dass sich STRABAG und Porr in dieser hart umkämpften Branche – auch in der Covid-19-Krise – durchsetzen und sogar verbessern konnten“, sagte Deloitte-Expertin Gabriele Etzl mit Blick auf das Ranking.

Chinesische Multis dominant

Das globale Baugeschehen dominieren mittlerweile chinesische Multis. Gemessen am Umsatz belegten diese die Plätze eins bis fünf, mit der China State Construction Engineering Corp. Ltd. (CSCEC) an der Spitze. Die CSCEC erzielte im abgelaufenen Coronavirus-Jahr Verkaufserlöse im Volumen von knapp 234 Mrd. Dollar.

An sechster Stelle rangierte mit der französischen Vinci-Gruppe (49,4 Mrd. Dollar) dann erst ein nicht chinesisches Unternehmen unter den Top Ten. Dahinter folgten die japanische Daiwa House Industry (40,3 Mrd. Dollar), die spanische Actividades de Construccion y Servicios S.A., kurz ACS (39,9 Mrd. Dollar), die französische Bouygues (39,6 Mrd. Dollar) und auf Platz zehn mit der Shanghai Construction Group, kurz SCG (33,5 Mrd. Dollar), wieder ein Unternehmen aus China.

Europäische Firmen bei Börsenwert voran

Gemessen am Börsenwert sind aber weiterhin die Baukonzerne aus Europa führend, wie aus dem jährlich erscheinenden Bericht „Global Powers of Construction“ hervorgeht. „Chinesische Bauriesen führen nach wie vor das globale Ranking an – sie machen rund 48 Prozent des gesamten Branchenumsatzes aus“, so Etzl.

Bei der Marktkapitalisierung zeige sich jedoch ein anderes Bild. „Hier ist Europa mit knapp 39 Prozent führend.“ Dahinter folgten die Vereinigten Staaten. Die USA hätten China im aktuellen Ranking mit rund 20 Prozent Anteil auf Platz drei verdrängt.

Die Messebetreiber blicken mit großer Zuversicht in den Herbst. Nach zehn Monaten Pause findet mit der Gartenbaumesse Tulln Anfang September die erste große Messe Österreichs statt. Ein besonderes Highlight soll dabei Europas größte Blumenschau sein.

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Der US-Elektroautohersteller Tesla hat ein weiteres Quartal mit Rekordergebnissen geschafft und erstmals mehr als eine Milliarde Dollar in einem Vierteljahr verdient. Das Unternehmen von Elon Musk verzehnfachte den Überschuss in den drei Monaten bis Ende Juni im Jahresvergleich auf 1,1 Milliarden Dollar (0,8 Mrd. Euro). Das gab Tesla gestern nach US-Börsenschluss im kalifornischen Palo Alto bekannt. Die Erlöse wuchsen um 98 Prozent auf insgesamt 12,0 Milliarden Dollar.

Damit lagen die Quartalszahlen klar über den Prognosen der Analysten. Die Aktie reagierte dennoch relativ verhalten und verbuchte nachbörslich zunächst nur leichte Kursgewinne. Dabei erreichte Tesla im abgelaufenen Vierteljahr auch bei Auslieferung und Produktion seiner E-Autos Bestwerte. Das Unternehmen brachte 201.304 Fahrzeuge an die Kundschaft und stellte 206.421 Stück her – so viele wie seit Firmengründung 2003 noch nie in einem einzigen Quartal.

Chronik

Nach Schüssen bei einer Feier in Fort Worth im US-Bundesstaat Texas haben Partygäste den mutmaßlichen Täter verfolgt und mit Steinen erschlagen. Wie die Polizei gestern (Ortszeit) mitteilte, kamen bei dem Zwischenfall zwei Menschen ums Leben, drei weitere wurden verletzt.

Der Mann war demnach auf einer Gartenparty mit anderen Anwesenden in Streit geraten und hatte mindestens einen von ihnen mit Schüssen verletzt. Andere Gäste hätten den Schützen daraufhin verfolgt und mit Pflastersteinen auf ihn geworfen. Der Mann habe auf seine Verfolger geschossen und in einem Gerangel einen von ihnen tödlich getroffen und einen anderen verletzt.

Der mutmaßliche Täter selbst sei mehrfach mit einem Stein geschlagen und später noch am Tatort für tot erklärt worden, hieß es weiter. Ein Polizeisprecher warnte davor, Bewaffnete auf eigene Faust stellen zu wollen – das solle der Polizei überlassen werden.

Teils heftige Gewitter und Starkregenfälle haben in manchen Teilen Deutschlands bis gestern Abend erneut für zahlreiche Unwettereinsätze gesorgt. Ein Schwerpunkt der Schäden lag in Bayern. In der Nacht auf heute entspannte sich die Lage fast überall, wie die deutschen Polizeidienststellen mitteilten.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums im bayrischen Kempten musste die Feuerwehr im Raum Sonthofen und Burgberg heute am frühen Morgen ausrücken, um Keller auszupumpen. Im oberbayrischen Rosenheim waren laut Landratsamt mehr als 1.000 Kräfte im Einsatz, etwa um Wasser aus einem übervollen Bach abzupumpen. Die wegen Beeinträchtigungen durch Unwetter gesperrte Bahnstrecke München–Salzburg war in der Früh wieder befahrbar.

Elf Verletzte

Im baden-württembergischen Rastatt fiel ein Baum bei einem Gewitter um und verletzte vier Menschen – darunter einen schwer. In Lügde in Nordrhein-Westfalen sorgte ein starker Gewitterschauer für Überschwemmungen in mehreren Straßen.

Auch in Norddeutschland gab es einige Einsätze: Im Leitstellenbereich Kiel meldete die Feuerwehr mehr als 100 Einsätze im Laufe des Abends. Etliche Keller waren nach starken Regenfällen vollgelaufen.

Auf der Autobahn 19 Berlin–Rostock wurden an der Mecklenburgischen Seenplatte nach Angaben der Polizei sieben Menschen leicht verletzt, weil ein Auto beim Überholen wohl durch plötzlich einsetzenden Starkregen ins Schleudern geraten war.

Erneut haben in Oberösterreich nach einer Gewitterfront 110 Feuerwehren
ausrücken müssen. Dieses Mal hat sich die Lage im Innviertel zugespitzt – mit überfluteten Kellern und Bäumen auf der Straße.

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Auch im niederösterreichischen Bezirk Krems kam es gestern Abend neuerlich zu einem schweren Gewitter. Besonders betroffen war der Ortskern von Rossatz. Hagelkörner zerstörten knapp 40 Dächer und zahlreiche Autos. Die Feuerwehr war im Großeinsatz.

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Bahnstrecke München–Salzburg wieder frei

Die wegen Beeinträchtigungen durch Unwetter gesperrte Bahnstrecke München–Salzburg ist unterdessen wieder befahrbar. Das teilte die Deutsche Bahn in der Nacht via Twitter mit. Die Strecke war zwischen Rosenheim und Salzburg gesperrt worden, weil Bäume aus der Oberleitung entfernt werden mussten.

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Stundenlang haben Ärzte im Kepler Uniklikum in Linz vergangene Nacht operiert, um die Hand eines 34-Jährigen zu retten. Der Mann hatte sich die Hand bei Waldarbeiten auf den Huttererböden in Hinterstoder abgetrennt, als er bei laufender Motorsäge stürzte.

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Im März musste das berühmte und beliebte Robben-Männchen Comandante im Tiergarten Schönbrunn im Alter von 19 Jahren eingeschläfert werden. Es hat aber noch einen Nachkommen hinterlassen: Am 19. Juli ist ein Robben-Junges zur Welt gekommen.

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Religion

Caritas-Präsident Michael Landau hat zur Einhaltung der Genfer Flüchtlingskonvention aufgerufen. Diese wurde vor genau 70 Jahren, am 28. Juli 1951, verabschiedet. Bis heute sei sie die beste Basis für den Schutz flüchtender Menschen. Trotzdem würden die Rechte von geflüchteten Menschen „heute auch in Europa vielfach missachtet“.

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Science

Sehr oft entscheidet die Herkunft, ob man später eher reich, gesund und einflussreich oder eher arm, krank und kriminell wird. Wie hartnäckig das soziale Erbe in vielen westlichen Industriestaaten ist, zeigt eine dänische Studie über drei Generationen mit insgesamt 2,1 Mio. Menschen. Bildung ist der einzige Ausweg für sozial Schwächere.

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Kultur

Der Wiener Essayist Franz Schuh wird von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung mit dem Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay 2021 ausgezeichnet. Die Ehrung ist mit 20.000 Euro dotiert und wird am 6. November in Darmstadt zusammen mit dem Georg-Büchner-Preis verliehen, der bekanntlich an den Grazer Autor Clemens J. Setz geht. Überdies erhält bei dieser Gelegenheit der deutsche Kirchenhistoriker Hubert Wolf den Sigmund-Freud-Preis.

„Mit seinem stilistisch und sprachlich virtuosen Werk, das nahezu alle Gattungen, vor allem jedoch die Kunst des Essays umfasst, nimmt Franz Schuh eine solitäre Position im deutschsprachigen literarischen Leben ein“, würdigte die Jury in einer Aussendung den 74-Jährigen.

„In den Texten von Franz Schuh erscheint das Denken als poetische Haltung, als ästhetisches Ereignis. Es bewegt sich in den Fahrwassern europäischer philosophischer Diskurse, ist nie dogmatisch, sondern stets pointiert, persönlich, scharfsinnig, von sprachlicher Eleganz, und getragen von fundamentaler Menschenfreundlichkeit.“

Zu den bekanntesten Essays des am 15. März 1947 in Wien geborenen Autors, der von 1976 bis 1980 Generalsekretär der Grazer Autorenversammlung und später Mitherausgeber der Zeitschrift „Wespennest“ war, gehören etwa „Liebe, Macht und Heiterkeit“ (1985), „Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche“ (2006) oder „Fortuna. Aus dem Magazin des Glücks“ (2017). Zuletzt erschien sein Band „Lachen und Sterben“ (2021).

Oscar-Preisträgerin Ellen Burstyn schlüpft noch einmal in ihre Rolle aus dem Horrorklassiker „Der Exorzist“ (1973): In einem neuen Film wird die 88-Jährige wieder als Schauspielerin und Mutter Chris MacNeil zu sehen sein, berichten die „New York Times“ und das Branchenmagazin „Variety“.

Schauspielerin Ellen Burstyn
Reuters/Mario Anzuoni

Der noch unbetitelte Film soll den Berichten zufolge am 13. Oktober 2023 in die US-Kinos kommen. Er ist der erste Teil einer neuen „Exorzist“-Trilogie, die von Blumhouse und Morgan Creek produziert wird.

Regie führt David Gordon Green („Halloween“), wobei Universal rund 400 Millionen US-Dollar für die Trilogie bezahlt haben soll. Zumindest ein Teil der Filme werde beim Universal-Streamingdienst Peacock zu sehen sein.

Medien

Die Tänzerriege für die 14. Staffel der ORF1-Show „Dancing Stars“ steht: Kabarettistin Caroline Athanasiadis, Moderatorin Nina Kraft, Ex-Fußballer Otto Konrad und Schauspieler Faris Rahoma stoßen zur Reihe der bisher bereits bekannten Promitänzer dazu. Sie bilden mit Moderatorin Kristina Inhof, Designer Niko Niko, Schauspielerin Margarethe Tiesel, Ex-Radprofi Bernhard Kohl, Poolbillard-Weltmeisterin Jasmin Ouschan und Austropopper Boris Bukowski das Zehnerfeld 2021.

Der Startschuss zur neuen Staffel fällt am 24. September, wobei durch die zehn Shows allfreitäglich das Moderatorenduo Mirjam Weichselbraun und Norbert Oberhauser führt. „Ich habe zwar Musical studiert, aber ich weiß, dass diese Art zu tanzen ganz etwas anderes ist“, zeigte sich in einer ORF-Aussendung Caroline Athanasiadis gespannt vor ihrem ersten Auftritt.

Bereits ein Buch mit einzelnen Tanzschritten hat sich Nina Kraft gekauft: „Aktuell liest es sich noch wie ein Chinesisch-Wörterbuch.“ Durchaus qualifiziert als Tänzer, wenn auch nicht unbedingt im Standardtanz, sieht sich Schauspieler Faris Rahoma: „Ich bin Bauchtänzer, ich bin ja Steirogypter, also halb Steirer und halb Ägypter, und Schuachplattler.“

Und Otto Konrad hat sich gar die Gunst der Sterne gesichert – oder zumindest die von Astrologin Gerda Rogers, mit der er sich unterhalten habe: „Sie hat mir dann über die Sterne gesagt, dass ich unbedingt mitmachen soll.“

Leute

Britney Spears hat einen neuen Anlauf gestartet, ihrem Vater die Vormundschaft zu entziehen, die ihm auch die Kontrolle über ihre Finanzen gibt. Laut der Internetseite des Gerichts von Los Angeles beantragte Spears’ neuer Anwalt Mathew Rosengart gestern, als Nachfolger für Jamie Spears den kalifornischen Wirtschaftsprüfer Jason Rubin als Treuhänder einzusetzen. Das Vermögen der Popsängerin wird auf 60 Millionen Dollar geschätzt.

Als Argument verwies Rosengart darauf, dass das Gericht der 39-Jährigen Mitte Juli das Recht eingeräumt hat, ihren eigenen Rechtsbeistand zu bestimmen. Wenn sie nach Auffassung des Gerichts dazu in der Lage sei, müsste sie auch in der Lage sein, ihren Treuhänder selbst zu wählen, argumentierte Rosengart nach Angaben der „New York Times“.

Bei einer kurzen Anhörung kündigte Richterin Brenda Penny für September eine Entscheidung über den Antrag an. Die nächste Gerichtsanhörung wurde auf den 29. September angesetzt.