Ausland

Ein Gericht in New York hat einen früheren Geschäftspartner des Trump-Vertrauten Rudy Giuliani wegen illegaler Wahlkampfspenden verurteilt. Die Staatsanwaltschaft in Manhattan teilte gestern mit, die Jury habe Lev Parnas und einen Mitangeklagten einstimmig für schuldig befunden. Sie hätten mit illegalen Spenden vor der Kongresswahl 2018 Einfluss bei Politikern und Kandidaten gewinnen wollen. Hintergrund seien geschäftliche Interessen gewesen.

Belastete Trump mit Aussagen

Ein Strafmaß wurde zunächst nicht verkündet. Parnas hatte den früheren US-Präsidenten Donald Trump in dessen Amtsenthebungsverfahren im Jänner belastet.

Trump wurde in dem Verfahren vorgeworfen, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski zu Ermittlungen gegen seinen politischen Rivalen Joe Biden gedrängt zu haben, um die US-Präsidentschaftswahl 2020 zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Giuliani soll in der Ukraine versucht haben, belastendes Material zu Biden zu finden.

Dabei soll Parnas eine zentrale Rolle gespielt haben. Erfolgreich waren die Bemühungen nicht. Der Demokrat Biden gewann die Wahl und ist seit Jänner Präsident. Die für eine Verurteilung Trumps in dem Amtsenthebungsverfahren notwendige Mehrheit im US-Senat kam damals nicht zustande.

Der Gesundheitszustand des tschechischen Präsidenten Milos Zeman hat sich nach Angaben seiner Ärzte „leicht verbessert“. Es bestehe Grund für vorsichtigen Optimismus, teilte eine Sprecherin des Militärkrankenhauses in Prag gestern Abend mit. Der 77-Jährige werde weiter von einem Ärzteteam aus Spezialisten behandelt.

Zeman war am 10. Oktober auf die Intensivstation des Krankenhauses gebracht worden. Laut der Klinik wird der Politiker wegen Komplikationen einer seiner chronischen Erkrankungen behandelt. Nähere Angaben zur Diagnose sind nicht bekannt.

Entzug der Befugnisse droht

Der Präsident spielt eine wichtige Rolle, weil er nach der Parlamentswahl von Anfang Oktober den Auftrag zur Regierungsbildung erteilt. Die liberalkonservativen Oppositionsparteien hatten eine klare Mehrheit von 108 der 200 Sitze im neuen Abgeordnetenhaus errungen. Es kommt am 8. November zu seiner ersten Sitzung zusammen.

Zeman muss damit rechnen, dass ihm vorübergehend die Befugnisse entzogen werden, falls er sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht ausüben kann. Dafür hatte sich vor wenigen Tagen der Senatsausschuss für Verfassungsfragen ausgesprochen. Erforderlich wäre eine einfache Mehrheit in beiden Parlamentskammern.

Der Oberste Gerichtshof der USA hat das weitgehende Abtreibungsverbot in Texas zunächst in Kraft gelassen. Der Supreme Court in Washington setzte gestern aber für den 1. November eine Anhörung zu dem umstrittenen Herzschlag-Gesetz an.

Das strengste Abtreibungsgesetz der USA verbietet Schwangerschaftsabbrüche ab dem Zeitpunkt, zu dem der Herzschlag des Fötus festgestellt werden kann, also etwa ab der sechsten Schwangerschaftswoche. Viele Frauen wissen zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, dass sie schwanger sind. Selbst im Fall einer Vergewaltigung oder bei Inzest sieht das texanische Gesetz keine Ausnahmen vor.

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hatte beantragt, das texanische Gesetz umgehend außer Kraft zu setzen.

Privatklagen gegen Frauen

Für Empörung sorgt auch, dass nicht die texanischen Behörden die neuen Regelungen durchsetzen sollen, sondern Privatleute. Bürger werden ermutigt, Menschen zu verklagen, die sie verdächtigen, Frauen bei einer Abtreibung nach der sechsten Woche geholfen zu haben. Neben Abtreibungskliniken und deren Mitarbeitern könnte das auch Verwandte oder einen Taxifahrer treffen, der eine Schwangere zur Klinik gebracht hat. Die Hinweisgeber erhalten im Falle einer Verurteilung 10.000 Dollar (8.600 Euro).

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hofft bei der Neuaufstellung ihrer Partei infolge der Niederlage bei der Bundestagswahl auf mehr Frauen in führenden Positionen. „Es muss weiter daran gearbeitet werden, dass sich Frauen insgesamt mehr zutrauen. Denn selbst wenn welche da sind, ist es ja nicht so, dass sie zum Beispiel um den Parteivorsitz rangeln“, sagte die frühere CDU-Vorsitzende der „Süddeutschen Zeitung“ (Wochenendausgabe).

„Wenn man eine Volkspartei sein will, muss man der Parität nahe kommen und sie wollen“, fügte die scheidende Kanzlerin hinzu. „Nur Männer, das passt nicht mehr in die Zeit.“

Merkel zeigte sich zuversichtlich, dass die Union die richtigen Konsequenzen aus der Wahlniederlage ziehen werde. „Das Ergebnis war nicht gut, das ist klar“, sagte sie. CDU und CSU seien dabei, es mit Blick auf Lehren für die Zukunft aufzuarbeiten. „Ich glaube, dass sie das sehr gut machen werden.“

Der israelische Verteidigungsminister Benni Ganz hat sechs palästinensische Nichtregierungsorganisationen zu Terrororganisationen erklärt. Die Gruppierungen – darunter die Menschenrechtsorganisation Al-Haq und der Häftlingsverband Addameer – hätten Verbindungen zur militanten Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), hieß es gestern in einer Mitteilung.

Die Organisationen seien unter anderem entscheidend für die Finanzierung der PFLP. Sie hätten große Summen von europäischen Ländern erhalten. Mit dem Geld habe die PFLP auch Zahlungen an Familien von Attentätern geleistet.

Die Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Human Rights Watch kritisierten die Entscheidung Israels. „Diese schreckliche und ungerechte Entscheidung ist ein Angriff der israelischen Regierung auf die internationale Menschenrechtsbewegung“, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Israel teilte mit, mit dieser Entscheidung seien jegliche Aktivitäten der Gruppierungen im Land verboten. Jeder, der sich ihnen anschließe oder sie unterstütze, könne strafrechtlich verfolgt werden. Israel werde sich an internationale Einrichtungen wenden, die diese Organisationen finanziell unterstützen bzw. mit ihnen zusammenarbeiten. Ziel sei, diese Hilfen zu beenden.

Inland

Heute konstituiert sich in Oberösterreich der Landtag für die neue Legislaturperiode. Dieser wird bunter, denn bei der Landtagswahl am 26. September schafften mit NEOS und den Impfskeptikern MFG zwei Newcomer den Einzug in den Landtag.

So sind dort mit ÖVP, FPÖ, SPÖ und Grünen künftig sechs Fraktionen vertreten. Ebenso stehen die Wahl und die Angelobung von Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) sowie des gesamten Regierungsteams auf der Tagesordnung.

Bündnis ohne Zweidrittelmehrheit

Künftig wird die ÖVP mit 22 Mandataren im Landesparlament vertreten sein, FPÖ und SPÖ jeweils mit elf, die Grünen mit sieben, MFG mit drei und NEOS mit zwei. ÖVP und FPÖ haben erneut ein Regierungsübereinkommen abgeschlossen. Wegen der Stimmenverluste der FPÖ von 10,6 Prozentpunkten hat Schwarz-Blau aber nicht mehr die Zweidrittelmehrheit im Landtag.

In der Landesregierung verfügt die ÖVP mit dem Landeshauptmann und vier Landesräten über die „Absolute“. Die FPÖ stellt zwei Regierungsmitglieder, SPÖ und Grüne jeweils eines.

Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer ist gestern beim 40. ordentlichen Landeskongress der Salzburger ÖVP in St. Johann im Pongau mit 99,77 Prozent der 434 anwesenden Delegierten zum Landesparteiobmann wiedergewählt worden. In seiner Rede würdigte er das „Salzburger Klima“ im politischen Umgang miteinander, gerade hinsichtlich des aktuellen ÖVP-Skandals und der damit verbundenen Belastung der Koalition auf Bundesebene. Hauptaufgabe der Politik sei es, Brücken im Interesse aller zu bauen.

Haslauer betonte, dass der Zusammenhalt in der Gesellschaft gerade in schwierigen Zeiten von enormer Bedeutung sei und die Sorgen aller Menschen ernst zu nehmen seien. Der Landesparteiobmann ging auch auf den Klimawandel ein. In dem Zusammenhang verwies er auf die „eingeleitete Mobilitätswende“.

Haslauer bezeichnete zudem den sparsamen Umgang mit Grund und Boden als zentralen Hebel für eine zukunftsorientierte Politik, die den Menschen Raum für Wohnen und der Natur ihren Platz lasse. Haslauer verwies unter anderem darauf, dass keine neuen Zweitwohnsitzgebiete mehr gewidmet werden, sowie auf die Einführung einer Zweitwohnsitz- und Leerstandsabgabe.

Der Rechnungshof (RH) hat gestern aus eigener Initiative einen Entwurf für ein besseres Parteiengesetz vorgelegt. Er kommt so ÖVP und Grünen zuvor, die angekündigte Reformen bisher nicht umgesetzt haben. Es sei ungewöhnlich, dass der RH einen Entwurf für ein Gesetz vorlege, so Präsidentin Margit Kraker. Dieser sei aber „unabhängig von parteipolitischen Gesichtspunkten nach rein sachlichen, objektiven Kriterien“ ausgearbeitet worden und „ein Impuls für mehr Transparenz und Kontrolle“.

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Die gesetzliche Neuregelung der Sterbehilfe in Österreich rückt näher. Die zuständigen Ministerien dürften nur noch an Details arbeiten, hieß es gestern aus Verhandlerkreisen.

Einer endgültigen Einigung in den kommenden Tagen dürfte also nicht mehr viel im Weg stehen. Laut APA-Informationen plant die Regierung ein Sterbeverfügungsgesetz – ähnlich der schon bestehenden Patientenverfügung. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht.

Im dem Vernehmen nach geplanten Sterbeverfügungsgesetz soll genau geregelt werden, wer Beihilfe zum Suizid in Anspruch nehmen darf und wer nicht. Betreffen dürfte es ausschließlich Personen, die bereits an einer körperlichen Beeinträchtigung leiden.

Das vom Verfassungsgerichtshof gekippte Verbot könnte im Strafgesetzbuch (StGB) formal insofern bestehen bleiben, als dass nur diese Fälle ausgenommen werden. Restriktionen in allen anderen Fällen könnten also bleiben.

Eine mögliche Sterbeverfügung wäre durch die Betroffenen zu unterzeichnen. Derzeit ist das auch bei der Patientenverfügung der Fall. Diese ist eine schriftliche Willenserklärung, mit der künftige Patientinnen und Patienten eine medizinische Behandlung, etwa lebensverlängernde Maßnahmen, ablehnen. Wirksam werden soll sie, wenn die Betroffenen zum Zeitpunkt der Behandlung nicht entscheidungsfähig sind.

Zeitdruck bei Verhandlungen

Die politischen Verhandlungen laufen vorwiegend zwischen der zuständigen Justizministerin Alma Zadic (Grüne) und der im Bundeskanzleramt für Verfassungsfragen zuständigen Ministerin Karoline Edtstadler (ÖVP).

Da sich auch die Frage stellt, ob etwa Ärzte den assistierten Suizid begleiten sollen, dürfte auch das Gesundheitsministerium involviert sein. Budgetär wird zudem interessant sein, ob es einen verbindlichen Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung geben wird.

Es besteht jedenfalls Zeitdruck, denn der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat das Verbot des assistierten Suizids in Österreich mit Ende 2021 aufgehoben, nicht allerdings das der aktiven Sterbehilfe.

Geschieht bis zum Jahresende nichts, ist die Beihilfe zum Selbstmord ab dem kommenden Jahr schlicht erlaubt. Konservative Organisationen und Religionsgemeinschaften drängen auf eine rechtliche Absicherung, damit es nicht zu Missbrauch kommt.

COV Inland

In den Bezirken Melk und Scheibbs starten heute die CoV-bedingt erlassenen Ausreisekontrollen. Die Regionen dürfen dann nur noch mit einem gültigen „3-G“-Nachweis im Gepäck verlassen werden. Vorgesehen sind ab Mitternacht punktuelle Überprüfungen, bis einschließlich Montag werden allerdings nur Verwarnungen ausgesprochen. Über das Wochenende setzt die mit den Kontrollen betraute Polizei darauf, die Bevölkerung auf die Maßnahmen aufmerksam zu machen.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 228,5 (Stand: gestern, 14.00 Uhr). Damit ist sie auf dem höchsten Wert seit 7. April.

Am höchsten ist die Zahl in Salzburg (348,1) und Oberösterreich (331,4). Am niedrigsten ist der Wert in Vorarlberg (131,3) und dem Burgenland (135,8).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 3.582 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 3.582 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

11.233 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 1.004 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 224 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Deutlich gestiegen ist in dieser Woche die Zahl der mittels PCR-Tests entdeckten Infektionen mit dem Coronavirus an den Schulen.

Nach 922 positiven Tests in der Vorwoche wurden laut Daten des Bildungsministeriums bzw. der Stadt Wien diese Woche 1.420 Fälle registriert. Das ist ein neuer Höchstwert – davor schwankten die Werte zunächst zwischen 1.100 und 1.200, bevor sie in den letzten beiden Wochen zunächst auf 1.020 und dann auf 922 zurückgingen.

Steigende Zahlen in fast allen Bundesländern

Steigende Zahlen wurden in fast allen Bundesländern gemeldet: In Wien (wo zweimal die Woche PCR-getestet wird) gaben 480 Schülerinnen und Schüler positive Tests ab (Vorwoche: 366) – mehr dazu in wien.ORF.at.

Deutliche Anstiege gab es auch in Oberösterreich mit 350 Positiv-Tests (Vorwoche: 197), Niederösterreich mit 203 (143), der Steiermark mit 149 (85), Salzburg mit 72 (42), Kärnten mit 60 (44) und Tirol mit 50 (32).

Im Burgenland wurden wie in der Vorwoche acht Fälle registriert, in Vorarlberg keiner – wobei allerdings im „Ländle“ nur freiwillig sowie stichprobenartig an einigen ausgewählten „Wächter-Schulen“ getestet wird.

Dazu kommen noch in Wien, wo derzeit eine Schule und 28 Klassen gesperrt sind, 48 positive Tests beim Schulpersonal. In den anderen Bundesländern nehmen Lehr- und Verwaltungskräfte nicht am Schul-PCR-Test-Programm teil.

Fünf Schulen und 122 Klassen geschlossen

Österreichweit sind derzeit fünf Schulen sowie 122 Klassen aufgrund von CoV-Infektionen geschlossen – was sich allerdings mit den Herbstferien in der kommenden Woche automatisch ändern wird. Nach der Rückkehr in die Klassen am 3. November ist die Quarantänezeit abgelaufen.

Für den Wiener Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (NEOS) war der festgestellte Anstieg an Infektionen angesichts der auch in der Gesamtbevölkerung wachsenden Infektionszahlen „erwartbar“, hieß es in einer Aussendung. Nach den Ferien werde weiter getestet und versucht, Jugendliche mit niederschwelligen Angeboten von der Sinnhaftigkeit einer Impfung zu überzeugen.

Wirtschaft

Vor dem Hintergrund des drastischen Anstiegs der Energiepreise hat Kiew den Europäern eine deutliche Erhöhung der Gaslieferungen angeboten. Der Vorsitzende des ukrainischen Sicherheits- und Verteidigungsrats, Oleksij Danylow, sagte gestern, Kiew habe derzeit einen Vertrag mit Russland, der ein Gastransitvolumen von 40 Milliarden Kubikmeter vorsehe. „Aber heute können wir unseren europäischen Freunden zusätzlich 55 Milliarden Kubikmeter Gas anbieten.“

Konkretere Angaben zu dem Angebot machte Danylow nicht. 55 Milliarden Kubikmeter entsprechen der jährlichen Kapazität der vor Kurzem fertig gestellten Ostsee-Pipeline „Nord Stream 2“. Die Ukraine gehört zu den vehementen Gegnern der deutsch-russischen Pipeline, die Moskau aus ihrer Sicht eine „gefährliche geopolitische Waffe“ an die Hand gibt.

Zertifizierung für „Nord Stream 2“ läuft noch

„Nord Stream 2“ durchläuft derzeit noch das Zertifizierungsverfahren bei der Bundesnetzagentur, erst dann kann sie kommerziell ihren Betrieb aufnehmen. Die Ukraine, aber auch Vertreter westlicher Staaten werfen Russland vor, seine Gaslieferungen absichtlich zu drosseln, um politischen Druck auszuüben und eine beschleunigte Inbetriebnahme von „Nord Stream 2“ zu erreichen.

Selenski wirft Moskau „Gasaggression“ vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski warf Russland unterdessen eine „Gasaggression“ gegenüber Europa vor. „Wir sind Zeugen einer künstlichen Krise, die ein eindeutiges Ziel hat: Europa dazu zwingen, seine Werte aufzugeben“, sagte Selenski gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Eine Rückkehr zu moderateren Energiepreisen werde es nur geben, wenn europäische Regierungen „koordiniert“ auf die „Erpressungsmanöver“ aus Moskau reagierten, sagte Selenski. Dabei könne auch sein Land eine wichtige Rolle spielen. „Die Ukraine hat den europäischen Partnern etwas anzubieten“, sagte er.

Der Strompreis ist in den letzten Monaten stark gestiegen. Damit ist auch „saubere“ Haushaltsenergie im Sinne der Energiewende merkbar teurer geworden. Glücklich, wer eine Photovoltaikanlage auf seinem Dach hat, könnte man sagen. Doch auch die ist nur so gut, wie sie optimal genutzt wird. Ein Teil der selbst erzeugten Energie fließt praktisch immer ins Netz. Das ist in Relation zum gekauften Strom derzeit kein wahnsinnig lukratives Geschäft.

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Eine Studentin hat sich auf einer Jobplattform registriert – Jobs gab es nicht, dafür eine Kreditkartenabrechnung in Höhe von rund 5.000 Euro. Während der Onlineregistrierung wurde der Steirerin Schadsoftware installiert. Die BAWAG P.S.K. unterstellte der jungen Frau grob fahrlässiges Verhalten, das Gericht sah das anders.

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Die US-Finanzaufsicht CFTC hat einem Whistleblower den Rekordbetrag von fast 200 Mio. Dollar (172 Mio. Euro) gezahlt. Der Tippgeber habe Behörden in den USA und Großbritannien bei der Aufklärung von Zinsmanipulationen der Deutschen Bank im Libor-Skandal geholfen, berichtete das „Wall Street Journal“ (Freitag-Ausgabe). Die Deutsche Bank wollte sich nicht dazu äußern.

Die CFTC bestätigte in einer Mitteilung lediglich die Summe, ohne Angaben zum Whistleblower oder den betroffenen Unternehmen zu machen.

Die Deutsche Bank und andere Geldhäuser hatten in den vergangenen Jahren milliardenschwere Vergleiche akzeptiert, weil Händler von ihnen den Referenzzins Libor manipuliert haben sollen. Dabei handelt es sich um einen wichtigen Richtwert für internationale Finanzgeschäfte, an den zahlreiche Kredite gekoppelt sind.

Umwelt & Klima

Wenige Tage vor der Weltklimakonferenz (COP26) in Glasgow haben Aktivisten und Aktivistinnen um Greta Thunberg ihrer Forderung nach mehr Klimaschutz noch einmal Nachdruck verliehen. Bei einem Protestmarsch durch Thunbergs Heimatstadt Stockholm waren gestern neben Schwedinnen und Schweden auch Klimaschützer aus besonders betroffenen Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika dabei, die in einigen Tagen zur COP26 nach Schottland fahren werden.

Thunberg stellte ein Video online, das einige hundert vor allem jüngere Demonstranten auf ihrem Zug vom schwedischen Parlament bis zum Vasaparken im Norden von Stockholm zeigte. „Was müssen wir tun? Das Klima retten! Wann? Jetzt!“, riefen die Teilnehmer im Chor.

Parallel sollten nach Angaben der Klimabewegung „Fridays for Future“ auch an Hunderten weiteren Orten auf der Welt Proteste stattfinden, darunter viele in Deutschland. Allein in Berlin riefen Tausende Demonstranten die künftige Bundesregierung zu mehr Klimaschutz auf.

Auch in Österreich gab es mehrere Veranstaltungen. Eine davon fand in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck statt, eine weitere in Salzburg.

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Sport

In den ersten Trainings für den Grand Prix der USA in Austin am Sonntag (21.00 Uhr, live in ORF1) ist es nicht nur aufgrund der Temperaturen in Texas heiß hergegangen. Denn die Rivalen um den WM-Titel, Max Verstappen und Lewis Hamilton, kamen sich bereits im zweiten Freien Training auf der Start-Ziel-Geraden gefährlich nahe. Ein Umstand, der vor allem den Niederländer auf die Palme brachte und seinen Mittelfinger zum Hauptdarsteller des Tages machte.

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Österreichs Fußballerinnen haben auch im dritten Spiel der WM-Qualifikation ihre Pflicht als Favoritinnen erfüllt. Nach klaren Siegen in Lettland und Nordmazedonien setzte sich die Auswahl von Teamchefin Irene Fuhrmann gestern Abend in Wiener Neustadt auch gegen Luxemburg klar mit 5:0 (2:0) durch. Nach Anlaufschwierigkeiten brachte einmal mehr Torjägerin Nicole Billa kurz vor der Pause die österreichische Torlawine ins Rollen.

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Nach drei Niederlagen und vier Spielen ohne Sieg in Folge ist Mainz 05 zum Auftakt der neunten Runde der deutschen Bundesliga auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Die Mainzer besiegten den FC Augsburg gestern Abend klar mit 4:1 (3:0) und schoben sich damit vorläufig wieder in die Eurocup-Ränge. Großen Anteil daran hatte Karim Onisiwo. Der ÖFB-Teamspieler war an drei der vier Tore direkt beteiligt.

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Der Erfolgslauf von Austria Lustenau in der Admiral 2. Liga ist gestern Abend in der zwölften Runde zu Ende gegangen. Die Vorarlberger zogen im Schlager gegen Blau Weiß Linz auf eigenem Bodem mit 0:1 den Kürzeren und kassierten damit nach zuvor sieben Siegen en suite die erst zweite Saisonniederlage. Matthias Seidl wurde in der 79. Minute zum Matchwinner für die Oberösterreicher.

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Chronik

Der gerade erst wegen Mordes an einer Freundin zu lebenslanger Haft verurteilte US-Millionär Robert Durst (78) muss sich möglicherweise schon bald wegen eines weiteren Vorfalls vor Gericht verantworten.

Gegen Durst sei eine Mordanklage wegen des Verschwindens seiner damaligen Ehefrau Kathie McCormack Durst 1982 eingereicht worden, berichteten US-Medien gestern unter Berufung auf die Behörden in Lewisboro nördlich der Metropole New York. McCormack Durst war nie gefunden worden – und bisher war noch nie Anklage im Zusammenhang mit ihrem Verschwinden erhoben worden.

Lebenslange Haft ohne Bewährung

Erst in der vergangenen Woche war der Immobilienerbe in Los Angeles wegen Mordes an einer Freundin vor über 20 Jahren zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Rund einen Monat zuvor war Durst von einem Geschworenengericht für schuldig befunden worden, seine Bekannte Susan Berman in der Weihnachtszeit im Jahr 2000 in ihrem Haus in Beverly Hills erschossen zu haben. Der unter anderem an Blasenkrebs erkrankte Durst erschien in einem Rollstuhl sitzend im Gerichtsgebäude. Zuletzt war er auch an Covid-19 erkrankt. Seine Anwälte kündigten an, in Berufung zu gehen.

Durst war auch schon früher vor Gericht. 2003 gestand er, einen Nachbarn zwei Jahre zuvor in Galveston im US-Bundesstaat Texas getötet und zerstückelt zu haben. Die Tötung sei in Notwehr erfolgt, er sei in Panik geraten und habe beschlossen, die Leiche zu zerstückeln. Durst wurde freigesprochen. Laut Staatsanwaltschaft wollte Durst die Identität des Mannes stehlen, um den Ermittlungen zum Verschwinden seiner Frau zu entgehen.

„Was zum Teufel habe ich getan?“

In der HBO-Dokumentation „The Jinx“ aus dem Jahr 2015 schien Durst die Morde zu gestehen. Er ging auf die Toilette, während er noch ein eingeschaltetes Mikrofon trug. Das zeichnete eine Reihe von Kommentaren auf, die wie ein Geständnis wirkten. „Du bist erwischt! Was zum Teufel habe ich getan? Sie alle umgebracht, natürlich“, sagte er. Die Abschriften der Tonaufnahmen vor Gericht zeigten Medienberichten zufolge jedoch, dass die Zitate zusammengefügt und bearbeitet worden waren, um sie in eine andere Reihenfolge und einen anderen Kontext zu bringen.

Die Jugendlichen im Vorarlberger Montafon proben den Aufstand. Denn für Hotels und touristische Infrastruktur gibt es viel Platz, für die jungen Menschen bleibt da nicht mehr viel übrig. So haben sie gestern über die sozialen Netzwerke zum Protest aufgerufen. Sie forderten bei einer Demo einen Skaterplatz. Denn der wurde schon lange versprochen, aber nie gebaut.

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Wegen Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses ist ein 46-Jähriger gestern in Krems (Niederösterreich) zu neun Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe verurteilt worden. Er soll als Psychotherapeut sexuelle Übergriffe auf Patientinnen begangen haben.

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Kultur

Der amerikanische Schauspieler Peter Scolari, der seinen Karrierestart mit Tom Hanks in der TV-Sitcom „Bosom Buddies“ hatte, ist tot. Er sei gestern an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben, teilte seine Sprecherin laut „Variety“ mit. Der Emmy-Preisträger wurde 66 Jahre alt. Schauspielerin Lena Dunham (35) würdigte Scolari als Comedy-Ikone. Er sei der beste TV-Vater für sie gewesen, schrieb Dunham auf Instagram.

In der Hitserie „Girls“ verkörperte Scolari den Vater von Dunhams Figur Hannah. Er wurde dafür 2016 mit dem Emmy als bester Gaststar in einer Comedy-Serie ausgezeichnet.

Durchbruch in Sitcom mit Tom Hanks

Den Durchbruch in Hollywood hatte er 1980 an der Seite von Hanks in der TV-Sitcom „Bosom Buddies“. Sie spielten junge Männer, die sich als Frauen verkleiden, um in einer preiswerten Mädchenpension zu wohnen. Beide Schauspieler arbeiteten mehrmals zusammen, darunter in Hanks’ Regiedebüt „That Thing You Do!“ (1996) und in „Der Polarexpress“ (2004). 2013 traten sie gemeinsam auf dem Broadway in dem Theaterstück „Lucky Guy“ auf.

Für seine mehrjährige Rolle in der „Newhart“-Komödienserie wurde Scolari dreimal für einen Emmy nominiert. Von 1997 bis 2000 spielte er eine Hauptrolle in der TV-Serie „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“.

Tokio Hotel haben sich mit einer neuen Single zurückgemeldet. Die Band feierte das gestern mit einem roten Teppich in Berlin. Dazu kam auch Moderatorin Heidi Klum, die mit Musiker Tom Kaulitz verheiratet ist.

Voller Ketten und Tattoos, blond und oben ohne: So zeigt sich Sänger Bill Kaulitz zu Clubklängen im Video zur Single „Here Comes The Night“. Das sei „ein Song über die Nacht – und die Hassliebe zu ihr“, heißt es in der Ankündigung von Sony Music dazu.

Die Kaulitz-Zwillinge haben kürzlich bei Spotify einen Podcast gestartet („Kaulitz Hills – Senf auf Hollywood“). Im nächsten Jahr soll es ein neues Album von Tokio Hotel geben.

Die Band kommt ursprünglich aus Magdeburg und wurde 2005 mit „Durch den Monsun“ bekannt. Die Band feierte auch eine Goldauszeichnung für die Single „White Lies“, die sie zusammen mit Vize veröffentlicht hat.

Kurzweilige dreieinhalb Stunden begleitet die bereits mehrfach ausgezeichnete Doku „Herr Bachmann und seine Klasse“ einen Lehrer und seine Klasse durch ihren ungewöhnlichen Schulalltag. Ausgangspunkt des Films seien „die ergebnisoffene Beobachtung und die vorurteilsfreie Begegnung“ mit den Schülerinnen und Schülern gewesen, sagt Regisseurin Maria Speth – damit ist ihr ein Meisterwerk gelungen.

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