Ausland

Anhörung zu Vorwürfen gegen Kavanaugh steht

Kommenden Donnerstag kommt es vor dem US-Senat zum Showdown im Fall des Supreme-Court-Kandidaten Brett Kavanaugh. Ihm wird eine versuchte Vergewaltigung vor mehr als 30 Jahren vorgeworfen.

Die mit Spannung erwartete Anhörung Kavanaughs und der Psychologie-Professorin Christine Blasey Ford, die ihn der Attacke beschuldigt, wurde für Donnerstag angesetzt. Der Justizausschuss des US-Senats veröffentlichte den Termin gestern auf seiner Webseite.

Bedingungen für Aussage gestellt

Fords Anwälte hatten zuvor tagelang mit dem Gremium über den Termin und die Umstände einer solchen Befragung verhandelt. Ford hatte zahlreiche Bedingungen für ihre Aussage vor dem US-Senat gestellt. Wie genau die Anhörung ablaufen wird, blieb zunächst unklar.

US-Präsident Donald Trump hatte Kavanaugh als Richter für den Supreme Court vorgeschlagen, das höchste Gericht in den USA. Kurz vor der Entscheidung des US-Senats über die Personalie hatte Ford die schweren Vorwürfe gegen den umstrittenen konservativen Juristen erhoben. Sie gibt an, Kavanaugh habe versucht, sie am Rande einer Schülerparty Anfang der 1980er Jahre zu vergewaltigen. Der Richter bestreitet das vehement.

Van der Bellen, Kurz und Kneissl bei UNO-Vollversammlung

Österreich ist ab heute mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) bei der 73. UNO-Vollversammlung in New York vertreten. Dort werden sie unter anderem morgen, wenn die Generaldebatte beginnt, gemeinsam ein Gespräch mit dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, führen.

„Dass die österreichische Staatsspitze gemeinsam in New York ist, zeigt das geeinte Auftreten Österreichs in der Außenpolitik“, sagte Van der Bellen, der auch zu einem Empfang von US-Präsident Donald Trump geladen ist. Sowohl Bundespräsident als auch Bundeskanzler wollen als einen Schwerpunkt Afrika in den Mittelpunkt ihrer Gespräche stellen. Dazu sind Treffen mit mehreren afrikanischen Staatsoberhäuptern geplant.

Kurz will den UNO-Gipfel auch dazu nützen, den im Dezember in Wien geplanten „EU-Afrika-Gipfel“ vorzubereiten. Van der Bellen nannte die „globale Friedenspolitik und Klimaschutz“ als weitere Top-Themen. Außenministerin Kneissl will bei ihren Treffen den Nahen Osten und den arabischen Raum thematisieren.

„Aquarius“ rettete fast 50 Menschen – Zielhafen unklar

Das Rettungsschiff „Aquarius 2“ hat im Mittelmeer vor Libyen weitere Menschen in Seenot aufgenommen. Nach einem komplizierten Einsatz und nach Verhandlungen mit der libyschen Küstenwache seien gestern in internationalen Gewässern 47 Menschen an Bord gegangen, twitterte die Hilfsorganisation SOS Mediterranee.

Darunter seien 17 Minderjährige und eine Schwangere. Bereits vergangene Woche hatte das Rettungsschiff elf Migranten und Migrantinnen aufgenommen. Bisher ist allerdings unklar, wohin die „Aquarius“ fahren wird. Bekannt wurde zudem, dass Panama dem Schiff die Flagge entziehen will.

Salvini verärgert

Italiens rechter Innenminister Matteo Salvini erklärte, diejenigen anzeigen zu wollen, die illegale Einwanderung begünstigten. Er warf der NGO vor, nicht mit der libyschen Küstenwache kooperiert zu haben. „Für diese Herren (der NGO) bleiben die italienischen Häfen geschlossen“, sagte Salvini.

Er will, dass die libyschen Behörden die Rettungseinsätze übernehmen und die Menschen wieder zurück in das Bürgerkriegsland bringen. Hilfsorganisationen lehnen dies jedoch ab, weil vielen Menschen dort Folter droht. Salvini sagte, es seien weitere Boote mit etwa 100 Flüchtlingen an Bord von Schleppern aufs Meer geschickt worden. Als Grund dafür nannte er auch die Präsenz der „Aquarius“.

Demo gegen Braunkohleabbau im Hambacher Forst

Im Hambacher Forst bei Düren in Deutschland haben gestern nach Veranstalterangaben knapp 8.000 Menschen gegen den dort geplanten Braunkohleabbau demonstriert. Einzelne Demonstrierende errichteten Barrikaden, wogegen die Polizei nach eigener Darstellung vorging. Einen von den Braunkohlegegnern und -gegnerinnen geplanten Waldspaziergang hatten Polizei und Justiz an diesem Wochenende untersagt.

Die Polizei schrieb auf Twitter: „Nachdem es zu Straftaten im Hambacher Forst kam, entfernt die Polizei Aachen jetzt Barrikaden auf Wegen.“ Baumhausräumungen fänden aber nicht statt. Demonstrierende, die sich trotz des Verbots zu einem Waldspaziergang aufgemacht hatten, wurden nach Angaben der Aktivisten und Aktivistinnen von der Polizei abgedrängt.

Das Initiatorenteam der Proteste zeigten sich zufrieden mit deren Verlauf: „Der heutige Tag zeigt, wie breit das Unverständnis in der Gesellschaft ist, weiter wertvolle Natur für schmutzige Braunkohle zu opfern“, erklärte Stefan Schlang von der Initiative „Buirer für Buir“.

RWE will weitere Teile des Forstes roden

Grünen-Chefin Annalena Baerbock erklärte in Berlin, die geplante Räumung und Rodung des Hambacher Waldes sei nicht nur „energiepolitisch falsch, sondern auch gesellschaftlich nicht vermittelbar“. Die Landesregierung müsse die Räumung aussetzen, zumal die Kohlekommission derzeit in Berlin berate.

Der Energiekonzern und Tagebaubetreiber RWE will Mitte Oktober mit der Rodung eines weiteren Teils des Hambacher Forsts beginnen, um seinen angrenzenden Braunkohletagebau Hambach zu erweitern. Umweltschützer und Umweltschützerinnen wollen das verhindern und fordern ein Ende der Kohleverstromung.

Inland

SPÖ will Grasser vor Eurofighter-Ausschuss laden

Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/parteilos) könnte eine Ladung in den Eurofighter-U-Ausschuss bevorstehen. Der ehemalige Politiker sagte bei seiner Befragung im BUWOG-Prozess, dass er beim Ausscheiden als Finanzminister Unterlagen zur Eurofighter-Anschaffung mitgenommen habe. Es sei ihm nämlich damals schon klar gewesen, dass das ein umstrittenes Thema war, so Grasser.

Für die SPÖ ist das Grund genug, den ehemaligen Finanzminister als Auskunftsperson zu befragen. Das Vorgehen Grassers sei „sehr verwunderlich“, sagte der SPÖ-Fraktionsführer im Ausschuss, Rudolf Plessl, gegenüber Ö1 – Audio dazu in oe1.ORF.at. Grundsätzlich sei es vorgesehen, „diese Aktenteile entweder dem Nachfolger zu überlassen beziehungsweise auch dem Staatsarchiv zu übermitteln“. Laut Plessl liegen beim Staatsarchiv keine Unterlagen des Finanzministeriums aus der Zeit Grassers vor.

Bei der nächsten Sitzung des Ausschusses im Oktober werde die SPÖ nun die Ladung Grassers fordern, so Plessl. Man wolle unter Wahrheitspflicht erfahren, welche Unterlagen aus der Zeit der Eurofighter-Typen-Entscheidung der ehemalige Finanzminister mit nach Hause genommen habe.

Frauenvolksbegehren hat 650.000 Unterschriften als Ziel

Das Frauenvolksbegehren will in der Eintragungswoche von 1. bis 8. Oktober 650.000 Unterschriften erzielen. „Ein gutes Leben für alle“, dazu gehöre Chancengleichheit und Selbstbestimmung für jeden Menschen, forderte Projektleiterin Lena Jäger vor dem Start der Eintragungswoche. Gleichzeitig mit diesem finden zwei weitere Volksbegehren statt, jenes gegen ORF-Gebühren sowie „Don’t smoke“, das bereits fast 600.000 Unterstützungserklärungen sammeln konnte.

Der Zahl hinkt das Frauenvolksbegehren etwas hinterher. In der ersten Phase hat die Initiative 247.436 Unterstützungserklärungen gesammelt. Die Hürde, um im Nationalrat behandelt zu werden, liegt bei 100.000 Unterstützern und wurde somit schon vor der offiziellen Unterschriftensammlung übersprungen.

Starkes Stadt-Land-Gefälle

Bei einer Analyse der bisherigen Unterstützerzahlen zeigt sich ein starkes Stadt-Land-Gefälle, denn während österreichweit insgesamt 3,9 Prozent der Stimmberechtigten unterzeichneten, waren es in urbanen Zentren 5,8 Prozent, in Städten und ihrem Umland 3,8 Prozent, auf dem Land jedoch nur 2,7 Prozent der Stimmberechtigten.

Auch im Vergleich der Bundesländer ragt die Bundeshauptstadt Wien mit 6,0 Prozent heraus, die geringste Unterstützung gab es in Vorarlberg mit 2,7 Prozent der Stimmberechtigten.

Mehr Frauen in Politik und Wirtschaft gefordert

Gefordert wird von den Initiatorinnen und Initiatoren des Volksbegehrens unter anderem, dass die Hälfte aller Positionen in Politik und Wirtschaft von Frauen besetzt werden, Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern beseitigt und Alleinerziehende und ihre Kinder aus der Armut geholt werden.

Außerdem sollen Eltern in ganz Österreich bei der Kinderbetreuung Wahlfreiheit haben. Für von Gewalt betroffene Frauen wird ein besserer Schutz gefordert.

Kern: Würde EU-Mandat annehmen

Der scheidende SPÖ-Chef Christian Kern stellt klar, dass er ein Mandat im EU-Parlament annimmt, wenn er – als SPÖ-Listenerster – ein solches bekommt, und zwar ungeachtet der Frage, ob er Spitzenkandidat der europäischen Sozialdemokraten wird. Die Entscheidung über die SPÖ-Liste obliege aber der neuen Parteichefin Pamela Rendi-Wagner, so Kern gestern.

„Ich habe in den vergangenen Tagen klar zum Ausdruck gebracht, wo ich meine politische Zukunft sehe und was ich anstrebe“, betonte Kern in einer Stellungnahme. „Sollten meine Pläne auf die Zustimmung der neuen Parteiführung treffen, geht damit natürlich auch die Annahme eines Mandats im EU-Parlament einher.“

Sport

Wirtschaft

USA und China heizen Handelskonflikt mit neuen Zöllen an

Im Handelskrieg zwischen den USA und China verhängen beide Seiten heute neue Strafzölle. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will neue massive Strafzölle gegen chinesische Importe in Kraft setzen. Peking will zeitgleich mit Vergeltungszöllen antworten.

Die neuen US-Zölle betreffen chinesische Waren im Gesamtwert von rund 200 Milliarden Dollar (170 Milliarden Euro). Peking antwortet darauf mit Zöllen auf US-Importe im Gesamtwert von 60 Milliarden Dollar.

Bereits in den vergangenen Monaten waren die beiden größten Volkswirtschaften mit Strafzöllen gegeneinander vorgegangen. Trump wirft China unfaire Handelspraktiken vor und droht bereits mit dem nächsten Eskalationsschritt. Der Konflikt schürt weltweit Ängste vor einem Konjunktureinbruch.

Argentinien: Gewerkschaften rufen zu nationalem Streik auf

Der argentinische Gewerkschaftsbund hat zu einem nationalen Streik wegen der Wirtschaftspolitik des konservativen Präsident Mauricio Macri aufgerufen. Die Arbeit werde ab heute Mittag (Ortszeit) für 36 Stunden niedergelegt, teilte der Gewerkschaftsdachverband CGT gestern mit. Die Gewerkschaften des öffentlichen Nah- und Schienenverkehrs kündigten an, der Aufforderung zu folgen, was das südamerikanische Land weitgehend lahmlegen könnte.

Der Protest richtet sich gegen Sparmaßnahmen, die die Regierung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) vereinbart hat. Argentinien wurde nach einer starken Abwertung der Landeswährung eine Finanzhilfe von maximal 50 Milliarden Dollar (44 Mrd. Euro) gewährt. Im Gegenzug verpflichtete sich die Regierung, das Haushaltsdefizit schneller abzubauen. Die Krise hob die Arbeitslosenquote mit 9,6 Prozent auf den höchsten Stand seit zwölf Jahren.

Bank der Zentralbanken warnt vor Finanzturbulenzen

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt vor neuen Turbulenzen an den Finanzmärkten. Früher oder später seien weitere heftige Kursbewegungen wahrscheinlich, heißt es in dem gestern veröffentlichten Quartalsbericht der BIZ, der Dachorganisation führender Notenbanken.

Als Ursachen wurden unter anderem eine Überbewertung der Märkte in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften genannt. Außerdem seien die Finanzierungsbedingungen zu locker und die globalen Schuldenstände zu hoch.

Angespannte Handelsbeziehungen

Zuletzt hatten Währungsturbulenzen in zahlreichen Schwellenländern für Aufregung an den Finanzmärkten gesorgt. Als eine der Ursachen für den heftigen Währungsverfall in Ländern wie Indien, der Türkei oder Brasilien gelten ein starker Dollar in Verbindung mit steigenden Zinsen in den USA. Geld, das in den vergangenen Jahren aus den USA in die Schwellenländer geflossen war, fließt derzeit wieder zurück in die Vereinigten Staaten.

Als weiteren Grund für Kursturbulenzen nannte die BIZ die angespannten Handelsbeziehungen führender Volkswirtschaften. Ausgehend von einem zunehmenden Protektionismus der USA kam es zuletzt zu immer neuen Eskalationsstufen im Handelskonflikt zwischen den USA und China, den beiden führenden Volkswirtschaften der Welt. Konfliktlinien hatten sich aber auch zwischen den USA und der Türkei gezeigt. Außerdem habe eine schwächere Konjunktur in China belastet, heißt es in der BIZ-Analyse.

Keine Einigung bei Spitzentreffen zu Dieselnachrüstung

Das Spitzentreffen zur Dieselproblematik gestern in Berlin hat keine Einigung gebracht. Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kündigte nach den Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Automobilindustrie am Abend an, dass es kommende Woche weitere Gespräche geben werde – sowohl innerhalb der Regierung als auch zwischen dem Verkehrsministerium und den Autoherstellern. Bis Ende der Woche sollten die Maßnahmen „konkretisiert“ werden, sagte Scheuer.

„Das Gespräch mit den deutschen Herstellern hat mit dem gemeinsamen Willen stattgefunden, eine Lösung für die Dieselthematik und die Mobilität in den Innenstädten zu erarbeiten“, erklärte Scheuer. „Oberste Priorität hat die Erneuerung der Dieselflotte.“ Auch über Hardwarenachrüstungen sei gesprochen worden. „Bis Ende der Woche soll eine Konkretisierung der Maßnahmen und Pläne über die Gesamtthematik erfolgen“, erklärte Scheuer.

Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Bernhard Matthes, sagte in der „Tagesschau“, die Erneuerung der Dieselflotte sei „nach wie vor unsere Priorität“. Merkel will bis Ende September eine gemeinsame Positionierung der Regierung in der Frage von Hardwarenachrüstungen für Dieselfahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß erreichen. Ziel der Regierung ist es, Fahrverbote wegen des hohen Schadstoffausstoßes von Dieselfahrzeugen zu vermeiden.

Nowotny: Metaller-Lohnforderung nicht „überschießend“

Die von der Metallergewerkschaft erhobene Forderung nach einer Erhöhung der Löhne um fünf Prozent ist nach Ansicht des Gouverneurs der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Ewald Nowotny, „nicht besonders überschießend“. Das Wachstum liege heuer bei ungefähr drei Prozent und die Inflation bei etwa zwei Prozent, das ergebe ein nominelles Wachstum von rund fünf Prozent, erklärte Nowotny in der ORF-„Pressestunde“ gestern.

Nowotny: Höhere Inflation ist strukturell bedingt

Im kommenden Jahr dürfte die Inflation in Österreich etwa jener in Deutschland entsprechen, glaubt Nowotny. Dass die Teuerungsrate in Österreich mit über zwei Prozent deutlich über jener des Euro-Raums von 1,7 Prozent liege, sei auch strukturell bedingt, sagte der Notenbank-Gouverneur. In Österreich sei der Dienstleistungssektor im Vergleich zu anderen Staaten deutlich größer.

Im Dienstleistungssektor gebe es weniger Produktivitätszuwachs und daher tendenziell eine höhere Inflation. Ein weiterer Grund sei eine Zeit lang beim öffentlichen Sektor zu sehen gewesen, wo es zu höheren Steuern und Abgaben gekommen sei.

Phase der Normalisierung bei EU-Geldpolitik

Im Bereich der europäischen Geldpolitik werde man „in eine Phase der Normalisierung kommen müssen“, sagte Nowotny, der die derzeitige Wirtschaftslage als „sehr gut“ bezeichnet. „Der erste Schritt ist ja jetzt schon angekündigt worden. Wir werden mit Ende des Jahres die Anleihenankäufe einstellen.“ In der Folge könnten die Zinsen angehoben und als letzter Punkt auslaufende Anleihen nicht mehr ersetzt werden.

Sorge um Entwicklung des Aktienmarktes

Die Entwicklung des Aktienmarktes „gehört zu den Bereichen, die mir Sorge machen“, sagte Nowotny. „Wir haben jetzt Kurs-Gewinn-Verhältnisse, die ungefähr denen entsprechen, die wir vor der Krise hatten.“

Allerdings sei ein Crash wie vor zehn Jahren heute „in dieser Form nicht“ möglich, glaubt Nowotny. Man habe aus der Krise gelernt und mit Regulierungen reagiert. Vor allem werde heute von den Banken mehr Eigenkapital verlangt. „In Österreich etwa hat sich seit 2008 die Kernkapitalquote der Banken mehr als verdoppelt.“

Chronik

Moorbrand in Deutschland weiter Katastrophenfall

Auch drei Wochen nach Ausbruch eines Moorbrandes auf einem Bundeswehrgelände im deutschen Emsland (Bundesland Nordrhein-Westfalen) ist ein Ende des Großeinsatzes gegen Rauch und Flammen nicht in Sicht. „Der Regen verursacht eine gewisse Entspannung“, sagte ein Sprecher des Landkreises gestern: „Wir können aber nicht von einer nachhaltigen Entspannung sprechen.“

Der am Freitag vom Landkreis ausgerufene Katastrophenfall dauerte daher an. „Es gibt keine Prognose, wie lange noch“, betonte der Sprecher. Mit Evakuierungen von Ortschaften nahe dem Gelände sei derzeit aber nicht mehr zu rechnen. Die Bundeswehr teilte mit, dass die Lage „weiter stabil und das Feuer unter Kontrolle“ seien. Der Regen verhindere Rauchentwicklungen. Zuletzt kämpften mehr als 1.300 Einsatzkräfte gegen die Feuer.

Der Moorbrand schwelt seit rund drei Wochen. Er war auf dem Übungsgelände ausgebrochen, als von einem Kampfhubschrauber des Typs Tiger aus Raketen abgefeuert wurden. Nach Angaben der deutschen Bundeswehr erfasste der Brand zwischenzeitlich eine 800 Hektar große Fläche.

Schiff von verletztem Solo-Weltumsegler gesichtet

Das Schiff des schwer verletzten, im Indischen Ozean in Seenot geratenen Solo-Weltumseglers Abhilash Tomy ist gefunden worden. Eines ihrer Militärflugzeuge habe gestern Sichtkontakt aufgebaut, teilte die indische Navy auf Twitter mit. Dazu postete sie Fotos der stark zerstörten zehn Meter langen „Thuriya“ des indischen Seglers.

Tomy ist Offizier der indischen Marine und nahm an dem Golden Globe Rennen teil, bei dem Segler alleine um die Welt fahren. Bei extremem Wetter mit bis zu 14 Meter hohen Wellen brachen nach Angaben des Veranstalters am Freitag die Masten seines Schiffs. Tomy erlitt eine schwere Rückenverletzung. Gestern sendete der 39-Jährige Notsignale.

Australien koordiniert Rettungsaktion

Laut indischen Medienberichten ist das französische Fischereipatrouillenschiff „Osiris“ das nächstgelegene zu der Stelle, wo Tomys Schiff gesichtet wurde. Es könne innerhalb von 16 Stunden bei der „Thuriya“ ankommen, hieß es gestern Nachmittag.

Der Inter Abhilash Tomy auf seinem Segler „Thuriya“ im Julie diesen Jahres
APA/AFP/Damien Meyer

Australien übernahm gestern die Koordination der Rettungsaktion, wie die australische Seesicherheitsbehörde AMSA mitteilte. Tomy sei nicht erreichbar gewesen: „Er liegt verletzt in seinem Schiff und kann deshalb nicht kommunizieren“, sagte ein Sprecher der Behörde. Tomy hatte mit der Regattaleitung zuvor über eine Satellitenverbindung kommuniziert.

Tomy wollte legendäres Rennen wiederholen

Das Golden Globe Race ist eine 30.000 Seemeilen lange Weltumrundung. Die Segler wollen dabei ein legendäres Rennen von 1968 wiederholen: Sie nutzen Nachbauten der damaligen Boote und haben bis auf Kommunikationsgeräte keine moderne Technik an Bord. Tomys Yacht „Thuriya“ ist ein Nachbau des Schiffs des Briten Robin Knox-Johnston, der das erste Rennen vor 50 Jahren gewonnen hatte.

Richter verkündet Strafmaß für Bill Cosby

Fünf Monate nach seinem Schuldspruch wegen sexueller Nötigung in drei Fällen soll der amerikanische Entertainer Bill Cosby sein Strafmaß erfahren. Richter Steven O’Neill will die Strafe heute oder morgen in Norristown (Pennsylvania) verkünden.

Vorher haben Zeugen und Zeuginnen sowie Cosby selbst die Gelegenheit zu abschließenden Bemerkungen. Dem 81-Jährigen droht für jeden der drei Fälle eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Sein Alter und die Tatsache, dass es um Vorfälle von 2004 geht, könnten die Strafen verkürzen. Zudem will Cosbys Anwaltsteam Berufung einlegen. Das Verfahren könnte sich dann bis zum höchsten Gericht im US-Staat Pennsylvania ziehen.

Jackpot bei Lotto „6 aus 45“

Bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ gibt es keinen Sechser und damit einen Jackpot. Beim Joker gibt es drei Gewinner.

Es wurden folgende Gewinnzahlen gezogen:

9 13 14 29 39 44 / Zusatzzahl: 16

Die Gewinnzahlen der LottoPlus-Ziehung waren:

1 13 15 29 39 43

Der richtige Joker lautet:

3 1 5 3 5 0

Alle Angaben ohne Gewähr.

Kultur

Mann attackiert Marina Abramovic in Florenz mit Bild

Die international bekannte Performance-Künstlerin Marina Abramovic ist gestern beim Verlassen des Palazzo Strozzi in Florenz attackiert worden. Ein 51 Jahre alter Tscheche schleuderte ein Bild gegen die Künstlerin. Sie wurde am Kopf getroffen, blieb laut Berichten italienischer Medien aber unverletzt. Der Täter wurde festgenommen.

Der Mann bezeichnete sich selbst als Künstler. Er ist polizeibekannt: Im Jänner hatte er eine Skulptur des Schweizer Künstlers Urs Fischer auf der Piazza della Signoria in Florenz beschmiert.

Im Palazzo Strozzi wurde gestern eine Abramovic gewidmete Ausstellung eröffnet. Bei dem Bild, das der Tscheche für seine Attacke verwendete, handelt es sich um ein Porträt der in den USA lebenden gebürtigen Serbin.

Science

Panorama

Alternative Nobelpreise werden in Stockholm vergeben

Kurz vor der Verkündung der Nobelpreise werden heute in Stockholm die Gewinner und Gewinnerinnen der Alternativen Nobelpreise bekanntgegeben. Die Auszeichnung, die offiziell Right Livelihood Award heißt, ehrt jedes Jahr Kämpfer und Kämpferinnen für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden.

Die von privaten Spenden finanzierten Preise sollen in kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen stehen. Drei Preisträger oder Preisträgerinnen teilen das Preisgeld von drei Millionen Kronen (rund 290.000 Euro). Dazu wird ein undotierter Ehrenpreis vergeben.