Ausland

Im US-Repräsentantenhaus beginnt heute die nächste Runde öffentlicher Anhörungen in den Impeachment-Ermittlungen gegen US-Präsident Donald Trump. Über den Tag verteilt sollen insgesamt vier Zeugen aussagen: Jennifer Williams, Mitarbeiterin des US-Vizepräsidenten Mike Pence, und Alexander Vindman, Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrates.

In einer zweiten Sitzung folgt die Befragung von Kurt Volker, dem früheren US-Sonderbeauftragten für die Ukraine, und Tim Morrison, der bis vor kurzem noch für den Nationalen Sicherheitsrat arbeitete. Alle vier hatten zuvor bereits hinter verschlossenen Türen ausgesagt.

Das Repräsentantenhaus hatte in den vergangenen Wochen nicht-öffentlich bereits zahlreiche hochrangige Regierungsmitarbeiter zu der Affäre befragt. In der vergangenen Woche sagten Zeugen erstmals auch öffentlich aus. In dieser Woche stehen am heute, morgen und Donnerstag insgesamt acht solcher öffentlichen Anhörungen an, die in den USA live im Fernsehen übertragen werden.

Bei Kämpfen mit mutmaßlichen Dschihadisten sind gestern 24 malische Soldaten getötet worden. Eine gemeinsame Armeepatrouille mit Soldaten aus dem benachbarten Niger sei nahe der nordöstlichen Stadt Tabankort von „Terroristen“ angegriffen worden, teilte die malische Armee im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Bei dem Gefecht seien 17 Dschihadisten getötet worden. Auf Seiten der malischen Armee seien 29 Soldaten verletzt worden.

Islamistische Gruppen hatten 2012 die Kontrolle über den Norden Malis übernommen. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Islamisten zurück. Doch trotz der Präsenz tausender internationaler Soldaten herrscht weiterhin Instabilität in dem afrikanischen Krisenstaat.

Im Rahmen der sogenannten Barkhane-Mission hat Paris etwa 4.000 Soldaten nach Mali entsandt. Bei einem Einsatz am 16. November wurden nach Angaben des französischen Generalstabs fünf Dschihadisten getötet. Ein Soldat der Barkhane-Mission sei schwer verletzt worden, hieß es in Paris.

US-Präsident Donald Trump muss seine Steuerunterlagen zunächst nicht dem Kontrollausschuss des Repräsentantenhauses aushändigen. Der Supreme Court gab gestern einem entsprechenden Eilantrag von Trumps Anwälten statt, ohne allerdings eine endgültige Entscheidung in der Sache zu treffen.

Der Ausschuss hatte die Unterlagen von Trumps Buchhalterfirma über einen Zeitraum von acht Jahren unter Strafandrohung angefordert, also mit einer Subpoena. Vergangene Woche hatte ein Berufungsgericht in Washington geurteilt, die Subpoena habe Bestand.

Weiterer Antrag

Der Kontrollausschuss hat nun bis Donnerstag Zeit, beim Supreme Court Stellung zu beziehen. Trumps Anwälte argumentieren, sollte die Subpoena Bestand haben, könnte künftig jeder Ausschussvorsitzende im Kongress jegliche persönliche Information eines US-Präsidenten unter Strafandrohung anfordern.

Beim Supreme Court ist außerdem ein weiterer Antrag anhängig, mit dem Trump die Herausgabe seiner Steuerunterlagen an die New Yorker Staatsanwaltschaft verhindern will. Die Staatsanwaltschaft hat ebenfalls Steuerunterlagen von Trump und seinen Firmen über einen Zeitraum von acht Jahren per Subpoena angefordert.

Trump versucht mit aller Kraft, die Herausgabe der Steuerunterlagen zu verhindern. Bei seinen Kritikern nährt das den Verdacht, dass er etwas zu verbergen habe. Normalerweise veröffentlichen US-Präsidentschaftskandidaten ihre Steuererklärungen schon während des Wahlkampfes. Trump hat als Begründung für seine Weigerung in der Vergangenheit unter anderem angeführt, seine Steuererklärungen seien sehr kompliziert, die Menschen würden sie nicht verstehen.

So schnell hat das iranische Regime noch nie auf Massenproteste reagiert. Zeitgleich mit den ersten großen Demonstrationen gegen die Verdreifachung der Benzinpreise begann man, die Internetverbindungen zu deaktivieren. Nach den Mobilfunkern wurden fast alle anderen iranischen Internetprovider offline geschaltet. Am Sonntag verschwand sogar der zentrale Knoten TIC des staatlichen Monopolproviders aus dem Netz.

Eine so systematische Abtrennung aller Internetanbindungen nach außen hat es im Iran bis jetzt noch nie gegeben. Allein die Abschaltung dauerte 36 Stunden. Die Wiederherstellung aller Routen würde mindestens eine Woche dauern. Die Unterbrechung soll aber „bis auf Weiteres“ bestehen bleiben, so das Telekommunikationsministerium in Teheran.

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Der Iran hat nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) eine weitere Vereinbarung des Wiener Atomabkommens gebrochen. Die Islamische Republik verfüge über etwas mehr als die auf 130 Tonnen limitierte Menge an Schwerwasser, teilte die Atomaufsicht der UNO gestern mit.

Schwerwasser kommt in Reaktoren zum Einsatz, in denen waffenfähiges Plutonium produziert werden kann. Der Iran hatte Ende Juli angekündigt, seine entsprechende Anlage in Arak wieder hochzufahren. Zudem wurden laut IAEA zuletzt auch Vorgaben zur Urananreicherung missachtet. Die Teheraner Führung zieht sich nach dem Ausstieg der USA derzeit selbst schrittweise aus dem Atomabkommen zurück.

Die Übereinkunft von 2015 sieht eine Begrenzung der umstrittenen Atomaktivitäten des Iran im Gegenzug zur Lockerung jahrelanger Wirtschaftssanktionen vor.

Inland

Bei den Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und Grünen haben diese Woche die zu den Fachthemen eingerichteten Untergruppen ihre Arbeit aufgenommen. Ob und wann erste Zwischenergebnisse präsentiert werden, ist laut Grünen-Chef Werner Kogler noch offen. Bei den meisten in den Fachgruppen besprochenen Fragen gebe es nämlich noch „große inhaltliche Entfernungen“, so Kogler gestern im Gespräch mit der APA.

„Das ist nicht vergleichbar mit Türkis-Blau. Die sind fast mit gleichen Programmen in die Nationalratswahl 2017 gezogen“, so Kogler. Vor zwei Jahren hatten ÖVP und FPÖ regelmäßig Zwischenergebnisse aus ihren Verhandlungen veröffentlicht. Ob das diesmal auch passieren wird, lässt Kogler offen. „Das setzt Zwischenergebnisse voraus, auch das wird länger dauern als bei Türkis-Blau.“

Wirtschaft

Nutzer von Huawei-Smartphones müssen sich weitere drei Monate nicht um Updates des Android-Systems und Zugang zu Apps sorgen. Die US-Regierung verlängerte die Ausnahmeerlaubnis für bestimmte Geschäfte mit dem chinesischen Smartphone-Anbieter und Netzwerkausrüster um weitere 90 Tage, wie das Handelsministerium gestern in Washington mitteilte.

Zuletzt hatte die US-Regierung Mitte August einen solchen 90-Tage-Aufschub gewährt und erklärt, das solle betroffenen Kunden mehr Zeit geben, nach Alternativen zu suchen. Die erneute Verlängerung dürfte auch darauf ausgerichtet sein, die laufenden Handelsgespräche mit China nicht zu torpedieren.

Der chinesische Konzern Huawei ist ein führender Ausrüster von Mobilfunknetzen unter anderem in Europa und der zweitgrößte Smartphone-Anbieter der Welt. Die USA hatten Huawei im Mai – inmitten des Handelskrieges mit China – auf eine Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren will, muss eine Lizenz erwerben. Diese kann verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührt sind.

US-Reality-TV-Star Kylie Jenner hat ihre Kosmetikmarke für 600 Millionen Dollar an den von einer deutschen Milliardärsfamilie kontrollierten Konzern Coty verkauft. Zu Coty gehören bereits Make-up-Marken wie Max Factor und Bourjois Paris, die mit geschäftlichen Problemen kämpfende Firma will aber gerade in einem Umbau neue Zielgruppen erschließen.

Die 22-jährige Jenner ist die Schwester von Kim und Kourtney Kardashian. Ihre Kosmetikmarke Kylie Cosmetics, die vor allem mit Lippenstiften erfolgreich wurde, startete sie 2015. Der Deal, bei dem Coty die Mehrheit mit 51 Prozent übernimmt, bewertet die Firma insgesamt mit 1,2 Milliarden Dollar. In den vergangenen zwölf Monaten kam Kylie Cosmetics auf Umsätze von rund 180 Millionen Dollar, wie Coty bei Bekanntgabe des Kaufs mitteilte.

Kylie Jenner
APA/AFP/Getty Images/Rich Fury

Coty will sich neu aufstellen

Coty leidet schon länger unter der misslungenen Übernahme von Wella und anderer Kosmetikmarken des Konsumgüterriesen Procter & Gamble im Jahr 2016. Anfang Juli hatte das Unternehmen Aktionäre mit einer rund drei Milliarden Dollar schweren Abschreibung geschockt. Im Oktober teilte Coty mit, dass der Verkauf bekannter Marken wie Wella sowie des Geschäfts in Brasilien geprüft werde.

Die JAB Holding der Milliardärsfamilie Reimann hatte ihren Anteil am Konzern in diesem Jahr von 40 auf 60 Prozent erhöht. Um wieder in die Spur zu finden, will sich das Unternehmen auf deutlich weniger Marken konzentrieren – und jüngere Käufer anlocken.

Sport

Der Wechsel von Trainer Gerhard Struber vom RZ Pellets WAC zum englischen Zweitligisten Barnsley FC ist Gewissheit. Der tipico-Bundesligist kommunizierte heute den Abgang des 42-Jährigen, gegenüber ORF Kärnten bestätigte WAC-Präsident Dietmar Riegler den Transfer nach England. Dieser hatte sich zuletzt abgezeichnet, nachdem Barnsley das Angebot für den Salzburger nachbesserte. Interimistisch folgt ihm Assistenztrainer Hannes Jochum.

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Gesundheit

Chronik

Bei einem Schusswaffenangriff vor einem Kaufhaus im US-Bundesstaat Oklahoma sind mindestens drei Menschen getötet worden. Der lokale Fernsehsender TNN-ABC berichtete unter Berufung auf Polizeiangaben, die tödlichen Schüsse seien gestern vor dem Eingang eines Walmart-Geschäfts in der Stadt Duncan gefallen. Unter den drei Toten soll der Schütze sein. Die Schulen in der Gegend wurden vorübergehend geschlossen.

Sheriff-Auto vor einem Einkaufszentrum
AP/Sean Murphy

Im August hatte ein Angreifer in einem Walmart-Laden im texanischen El Paso 22 Menschen erschossen. Der damalige Täter wurde festgenommen.

Beim Einsturz einer Straßenbrücke nördlich von Toulouse in Südfrankreich sind nach bisherigen Erkenntnissen zwei Menschen ums Leben gekommen. Der Fahrer eines Lastwagens sei tot gefunden worden, sagte der Bürgermeister von Mirepoix-sur-Tarn, Eric Oget, dem Nachrichtensender BFMTV gestern. Zuvor war bereits der Tod einer 15-Jährigen bestätigt worden. Mehrere Menschen erlitten bei dem Einsturz der Brücke Verletzungen.

Laut Medienberichten soll der Lastwagen, der über die Brücke fuhr, das zulässige Gewicht überschritten haben. Die Brücke war für Fahrzeuge, die schwerer als 19 Tonnen sind, gesperrt. Der Sender France Bleu berichtete, dass der Lkw mit einem Anhänger auf der Brücke unterwegs war und insgesamt mehr als 40 Tonnen gewogen haben könnte. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür nicht.

Hunderte Bars und Pubs in London bekommen medizinische Notfalltaschen für Opfer von Messerstechereien. Sie enthalten unter anderem Verbandsmaterial und Hilfsmittel zum Abbinden von Blutgefäßen.

„Besonders bei starken Blutungen wird ein Mensch sehr wahrscheinlich sterben, wenn er nicht in den ersten Minuten Hilfe bekommt“, sagte ein Polizist gestern dem Fernsehsender Sky News. Etwa 320 Einrichtungen bekommen die von den Bezirken finanzierte Ausrüstung. Eine ähnliche Aktion gab es schon in Birmingham.

In großen Teilen Großbritanniens haben Verbrechen mit Stichwaffen erheblich zugenommen. Allein von Juni 2018 bis Juni 2019 wurden den Angaben zufolge in England und Wales zusammen 44.000 solcher Taten registriert – so viele wie nie zuvor binnen zwölf Monaten.

Nach einer Messerstecherei in der Linzer Altstadt, hat ein 22-Jähriger gestern sieben Jahre wegen absichtlich schwerer Körperverletzung an vier Personen sowie wegen Raufhandels ausgefasst. Dass die Taten – wie angeklagt – Mordversuche gewesen seien, verneinten die Geschworenen mehrheitlich, ebenso sahen sie keine Notwehr.

Drei weitere Männer wurden wegen Raufhandels bzw. teilweise auch wegen Körperverletzung schuldig gesprochen. Zwei fassten jeweils zur Hälfte bedingte Geldstrafen in der Höhe von 1.440 bzw. 720 Euro aus, einer bekam unter Bedachtnahme auf eine frühere Verurteilung keine zusätzliche Strafe mehr. Fälle wie dieser haben dazu geführt, dass in dem Ausgehviertel seit 1. November ein Waffenverbot gilt.

Als mildernd wurde beim Hauptangeklagten sein Teilgeständnis gewertet und dass es beim Versuch geblieben ist. Erschwerend waren die Vorstrafen, dass mehrere Verbrechen bzw. Vergehen zusammenkamen, eine Waffe und außerordentliches Maß an Gewalt im Spiel war.

Kultur

Die bekannte Wiener Schauspielerin Maria Urban ist gestern im Alter von 89 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit in Wien verstorben. Das gab das Volkstheater bekannt, wo sie zwischen 1955 und 2005 in über 110 Rollen zu sehen war. Von 2008 bis 2016 trat sie regelmäßig im Theater in der Josefstadt auf.

Urban wurde am 27. April 1930 in Wien geboren. 1948 bis 1950 absolvierte sie ihre Ausbildung am Max Reinhardt Seminar. Es folgten Auftritte an Wiener Kellerbühnen, unter anderem in „Reigen 51“ von Michael Kehlmann, Carl Merz und Helmut Qualtinger am Theater im Konzerthaus. Direktor Leon Epp engagierte sie 1955 an das Volkstheater, wo sie als Irina in Tschechows „Drei Schwestern“ debütierte.

Volkstheater-Schauspielerin Maria Urban
APA/Moritz Schell

Bis 1990 war sie festes Ensemblemitglied des Volkstheaters, danach stand sie dem Haus als Gast zur Verfügung. „Ihr Herz gehörte Zeit ihres Lebens dem Theater. In zarten und empfindsamen Frauenrollen konnte sie ebenso überzeugen wie als hochherrschaftliche Dame der feinen Gesellschaft“, hieß es gestern aus dem Haus am Arthur-Schnitzler-Platz.

Zahlreiche Film- und Fernsehrollen

Am Theater in der Josefstadt war sie unter anderem in John von Düffels „Buddenbrooks“ nach Thomas Mann, Peter Turrinis „Jedem das Seine“ und „Wie im Himmel“ nach Kai Pollack zu sehen, sowie erneut in einer „Drei Schwestern“-Inszenierung, diesmal in der Rolle der Kinderfrau Olga. 2016 stand sie in „Anatol“ von Peter Turrini und Herbert Föttinger nach Motiven von Arthur Schnitzler zum letzten Mal auf der Bühne.

Urban war auch an zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen beteiligt. Im Jahr 1959 spielte sie an der Seite von Yul Brynner und Deborah Kerr im Hollywood-Film „Die Reise“ (Regie: Anatole Litvak). In den 1970er und 1980er Jahren arbeitete sie mehrfach mit Axel Corti zusammen, etwa in den Filmen „Der Bauer und der Millionär“, „Der junge Freud“ und „Eine blassblaue Frauenschrift“. Sie spielte auch im „Tatort“ und im ORF Landkrimi „Kreuz des Südens“. Ihren letzten Fernsehauftritt hatte sie in der TV-Produktion „Die Professorin – Tatort Ölfeld“.

Science

Im Amazonas-Gebiet sind laut dem brasilianischen Institut für Weltraumforschung INPE zwischen August 2018 und Juli 2019 fast 10.000 Quadratkilometer Regenwald zerstört worden – eine Fläche von 1,4 Millionen Fußballfeldern. Die jährliche Abholzungsrate stieg im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent, was die höchste Rate seit dem Jahr 2008 darstelle, kritisierte die NGO Greenpeace gestern.

Dabei seien die dramatischen Brände im Amazonas-Regenwald des heurigen Sommers bei diesen Zahlen noch gar nicht inkludiert. Greenpeace übt daher scharfe Kritik an der brasilianischen Regierung und deren Wirtschaftsmodell und fordert umgehende Maßnahmen, um dem Waldschutz höchste Priorität zu geben. Das gilt auch für die EU, die rechtliche Rahmenbedingungen schaffen müsse, um Regenwaldzerstörung aus ihren Lieferketten zu verbannen.

Kritik an Bolsonaro und EU

„Die neuen Abholzungszahlen sind ein vernichtendes Urteil für die Menschen vor Ort, die Tiere und für den Klimaschutz“, so Lukas Meus, Waldexperte bei Greenpeace Österreich. Auch die jüngsten Zahlen seien alarmierend: Von August bis Oktober 2019 sei eine Steigerung der Amazonas-Zerstörung um 100 Prozent gegenüber des Vergleichszeitraums im Jahr 2018 zu verzeichnen gewesen. Angefeuert werde die Amazonas-Zerstörung durch die wirtschaftsgetriebene Politik unter Präsident Jair Bolsonaro, in der Waldschutz keinen Platz habe, kritisierte er.

Nach Übernahme der Staatsgeschäfte veranlasste der brasilianische Präsident Bolsonaro mehrere einschneidende innenpolitische Veränderungen, die direkte Auswirkungen auf das Wohl des Regenwaldes und die indigenen Bevölkerungen hätten. Durch den Import von Fleisch und Soja sei schließlich auch die EU mitverantwortlich für die Zerstörung des Amazonas-Regenwalds.

Panorama

Nackttänze vor dem Pfarrhaus und Liebesavancen über viele Jahre: Wegen Stalkings gegen einen katholischen Pfarrer im deutschen Sauerland (Nordrhein-Westfalen) ist eine 76-Jährige gestern zu einer neunmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Gericht kam – anders als in vielen vorangegangenen Verfahren in dem Fall – zu dem Schluss, dass die Frau voll schuldfähig ist, wie es vom Amtsgericht Meschede hieß.

Die Frau habe den jetzt 65 Jahre alten Pfarrer in Meschede-Freienohl im Jahr 2000 kennengelernt und sich derart in eine angebliche Liebesbeziehung hineingesteigert, dass sie ihm seither massiv nachstelle, so das Gericht. Durch ihre auch nächtlichen Kontaktversuche sei der Pfarrer bereits erheblich gesundheitlich beeinträchtigt, leide an starkem Bluthochdruck und Schlafstörungen.

Garten „dekoriert“ und obszöne Zurufe

Bereits mehrfach versuchte der Geistliche die Frau mit juristischen Mitteln zu stoppen, doch sie habe nicht aufgehört, ihn zu belästigen. So habe sie seinen Garten wiederholt mit Phallussymbolen wie Karotten oder Bananen dekoriert, ihm obszöne Worte zugerufen, sich vor seinen Augen entblößt und einen Tanz aufgeführt.

Dass die Frau mit einer Bewährungsstrafe davonkommt, liegt nach Angaben des Amtsgerichts daran, dass bisherige Prozesse im Freispruch endeten oder eingestellt wurden. Auch das neue Urteil ist nicht rechtskräftig. Der Verteidiger der Frau habe bereits angekündigt, dagegen vorgehen zu wollen.

Leute

Der Auftritt von US-Popsängerin Taylor Swift („You Need To Calm Down“, „Shake It Off“) bei den an diesem Wochenende anstehenden American Music Awards kann doch wie geplant stattfinden. Die Produktionsfirma der Preisverleihungsgala und das frühere Label von Swift hätten sich geeinigt, hieß es in einer Mitteilung, aus der gestern unter anderem das Branchenportal „Variety“ zitierte.

US-Popsängerin Taylor Swift
APA/AFP/Getty Images/Kevin Winter

Swift wird bei den American Music Awards als Künstlerin des Jahrzehnts ausgezeichnet und will auf der Bühne mehrere Songs präsentieren. Laut der Sängerin hatten ihr ehemaliger Labelchef bei Big Machine Records, Scott Borchetta, und sein neuer Partner Scooter Braun versucht, das zu unterbinden. Sie hatte Fans und Freunde dazu aufgerufen, die beiden Männer zu kontaktieren und umzustimmen.

Swift hatte zwischen 2006 und 2017 ihre ersten sechs Studioalben bei Big Machine herausgebracht, bevor sie zu Universal Music wechselte. Nach US-Medienberichten erwarb eine Holding Brauns das Label Big Machine für mehr als 300 Millionen Dollar – und damit auch die Rechte an Swifts Alben.