EU

Die deutsche Bundesregierung will sich in der EU dafür einsetzen, Skitourismus in Europa bis Mitte Jänner zu verhindern. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder riefen heute dazu auf, „alle nicht zwingend erforderlichen beruflichen und privaten Reisen, insbesondere touristische Reisen auch ins Ausland, u. a. in Hinblick auf die Skisaison“, zu unterlassen. „Die Bundesregierung wird gebeten, auf europäischer Ebene zu abgestimmten Regelungen zu kommen, um bis zum 10. Januar Schitourismus nicht zuzulassen“, heißt es weiter.

EU-Kommission will sich nicht einmischen

Die EU-Kommission hatte zuvor erklärt, sich aus der Debatte zwischen Italien und Österreich über die Dauer der Skisaison in der Coronavirus-Pandemie herauszuhalten. Martin Selmayr, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich, erklärte heute dazu laut Aussendung der EU-Kommissionsvertretung in Wien, dass das in den Mitgliedsstaaten und nicht auf EU-Ebene festgelegt wird.

„Die 27 EU-Mitgliedsstaaten arbeiten gemeinsam mit den EU-Institutionen daran, durch koordinierte Maßnahmen die Coronavirus-Pandemie so rasch wie möglich einzudämmen und die Infektionszahlen in der laufenden zweiten Welle entschieden zu reduzieren“, sagte Selmayr. Allerdings entscheide am Ende jeder Mitgliedsstaat selbst über das angemessene Gleichgewicht zwischen wünschenswerter Freiheit und gesundheitspolitisch notwendigen Einschränkungen.

Aufgabe der Staaten

„Ob Gaststätten- oder Schulschließungen oder auch Beschränkungen von Sport oder Tourismus: Darüber zu beschließen ist nach EU-Recht Aufgabe nationaler Regierungen und Parlamente. Und selbstverständlich hat die Europäische Union keine ‚Skifahr-Kompetenz‘ und kann und will hier nichts verbieten“, so der EU-Kommissionsvertreter weiter.

Die EU-Kommission habe sich darauf konzentriert, die Mitgliedsstaaten im Kampf gegen die Pandemie bestmöglich zu unterstützen, die Koordinierung und Kooperation zwischen den Mitgliedsstaaten zum Wohle der europäischen Bürgerinnen und Bürger zu fördern und den Zugang zu CoV-Impfstoffen sicherzustellen.

COV Inland

Eine Charge von zehn Millionen CPA-Masken könnte von einem gestern bekanntgewordenen Mangel betroffen sein. Sie dürfen daher statt wie geplant als FFP2- nur noch als FFP1-Masken verwendet werden, bestätigte das Gesundheitsministerium gestern Abend eine Vorabmeldung der ZIB2. Die Masken wurden im Sommer vom Roten Kreuz im Auftrag des Wirtschaftsministeriums bestellt und vom Gesundheitsministerium an die Länder zugewiesen. Wie viele Masken aus der Charge tatsächlich betroffen sind, werde aktuell geprüft. Die Prüfung findet in enger Abstimmung mit den Bundesländern statt.

Bundesländer informiert, Masken werden getauscht

Bekannt wurde der Mangel, nachdem ein Pflegeheim in Kärnten eine Maske beanstandet hatte und bei einer neuerlichen Testung festgestellt worden war, dass bei Schutzprodukten mit Losnummer SC20200045 der Durchlass größer als erlaubt war. Diese Masken werden nun getauscht, bei Engpässen stehen laut Ministerium vorerst drei Millionen FFP2-Masken zur Verfügung – nach dem Testergebnis seien alle Bundesländer informiert worden samt der Empfehlung, die betroffenen Masken nur noch als Mund-Nasen-Schutz einzusetzen.

Der Fall ist ungewöhnlich, da einem Betrieb üblicherweise Chargen mit Masken mit derselben Produktionslosnummer zugeteilt werden. Im Fall des Pflegeheimes waren das Produkte mit Losnummer SC20200040, die auch bei neuerlichen Tests den Vorgaben einer FFP2-Maske entsprachen. „Der Betreiber eines Pflegebetriebs hat allerdings bemerkt, dass innerhalb derselben Charge auch andere Masken als die der geprüften Produktionslosnummer ausgeliefert wurden. Dieser Sachverhalt wird aktuell geprüft“, hieß es seitens des Ministeriums.

Wien lässt die betroffene Charge von Schutzmasken auf eventuell fehlerhafte Exemplare durch das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen prüfen. Insgesamt umfasse die georderte Tranche dieser Charge für Wien 2,14 Mio. Stück, wobei bisher nur ein Teil davon im Sozial- und Pflegebereich im Umlauf sei, sagte ein Sprecher. Eine Stückzahl war nicht zu erfahren.

Eine Gruppe von Eltern aus Niederösterreich und Kärnten hat beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) Beschwerde wegen der Einstellung des Präsenzunterrichts an Schulen eingelegt. Sie sehen eine unverhältnismäßige Verletzung des Rechts auf Bildung.

Mehr dazu in noe.ORF.at

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) nun bei 414 (Stand: gestern, 14.00 Uhr). Das ist wie schon in den vergangenen Tagen ein weiterer Rückgang. Besonders hoch ist die 7-Tage-Inzidenz in Salzburg (608), Oberösterreich (560), Tirol (546) und Kärnten (535). Wien liegt mit 285 als einziges Bundesland unter dem Wert von 300.

Landesweit starben laut AGES bisher 2.502 Personen an den Folgen von Covid-19. Derzeit befinden sich rund 4.689 Erkrankte in Spitalsbehandlung, 704 davon auf der Intensivstation. Das ist nach einigen Tagen stabiler Zahlen wieder ein größerer Anstieg bei den Hospitalisierten.

Die AGES hatte zuletzt auf ein neues Berichtsschema umgestellt. Damit zeigen alle Werte die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In einer neuen Darstellung in ORF.at wird nun auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien: 5.802 Neuinfektionen

Die Zuordnungen machen die Kurve des Epidemieverlaufs genauer. Die Zahlen unterscheiden sich aber von den bisher gern als Kennwert verwendeten Zahlen der neu gemeldeten Infektionen, die vom Innen- und Gesundheitsministerium jedoch weiterhin kommuniziert werden. Das waren gestern (Stand: 9.30 Uhr) 5.802 neu Infizierte – etwas mehr als in den Tagen zuvor.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung für die Umstellung und die neue, genauere Zählweise in ORF.at/corona

Die CoV-Ausgangsbeschränkungen werden nun auch in der entsprechenden Verordnung klarer niedergeschrieben. Die bisher nur mündlich bzw. in der „rechtlichen Begründung“ kommunizierte Regel, wonach mehrere Personen eines Haushalts bloß eine weitere haushaltsfremde Person treffen dürfen, wird nun in der Verordnung festgeschrieben. Auch die erlaubten Kontakte mit „engsten Angehörigen“ werden enger definiert, darunter sind nur „Eltern, Kinder und Geschwister“ zu verstehen.

Auch wird festgehalten, dass man andere „einzelne wichtige Bezugspersonen“ lediglich dann treffen darf, wenn man mit diesen in der Regel auch bisher mehrmals wöchentlich schon „physischen“ Kontakt gehabt hatte – es ist also nicht gestattet, Personen, mit denen man wochenlang nur telefonisch oder online Kontakt hatte, während des Lockdowns persönlich zu treffen (dies gilt aber nicht für „engste Angehörige“).

Kontakt zu Großeltern unter Auflagen

Der immer wieder thematisierte Kontakt zu den Großeltern oder anderen Verwandten wird damit nicht grundsätzlich untersagt. Gehören diese zu den wichtigen Bezugspersonen und wurde mit diesen auch schon bisher regelmäßig und mehrmals wöchentlich Kontakt gepflegt, so kann man sie auch weiterhin treffen. Allerdings gilt auch hier die grundsätzliche Einschränkung, dass nur Treffen einer Einzelperson mit anderen mehreren Haushaltsangehörigen gleichzeitig zulässig sind.

Das bedeutet: Entweder eine Einzelperson trifft Opa und Oma gemeinsam oder mehrere Haushaltsangehörige gleichzeitig treffen sich nur mit einem der beiden. Von den Kontaktregeln sind nicht nur Besuche umfasst, sondern auch der Aufenthalt im Freien wird explizit festgehalten. Wie schon bisher ist es aber grundsätzlich möglich, betreuungsbedürftige Personen zu treffen bzw. diesen daheim zu helfen.

Waffenkauf nur zu beruflichen Zwecken

Das zuletzt stark kritisierte Offenhalten von Waffengeschäften wird enger geregelt: Künftig ist es nur noch gestattet, Waffen und Waffenzubehör zu kaufen, sofern der Erwerb zu beruflichen Zwecken „zwingend unaufschiebbar erforderlich ist“. Klargestellt wird auch, dass Kinder und Schüler das Haus verlassen dürfen, um in Kindergarten oder Schule zu gehen.

Auch die Massentestungen finden Eingang in die Verordnung: Unter die Ausnahmeregel, wonach man zur Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen rausdarf, fällt demnach künftig auch die Durchführung einer „Testung auf Covid-19 im Rahmen von Screeningprogrammen“.

Vorarlbergs Skigebiete planen weiterhin mit einem Saisonstart Mitte Dezember. Die Seilbahnbranche in Vorarlberg zeigt kein Verständnis für den Vorstoß von Italien und Bayern, die Skigebiete europaweit bis Mitte Jänner wegen der CoV-Pandemie geschlossen zu lassen.

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Tirol wirbt mit Sicherheit

Auf eine schwierige Wintersaison bereitet sich auch Tirols Tourismusbranche vor. Die Tirol Werbung muss sich angesichts eines unklaren Saisonstarts auf eine neue Situation einstellen. Statt Werbung ist derzeit bei potenziellen Gästen vor allem Information gefragt.

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COV Ausland

Zur Eindämmung der Pandemie werden in Deutschland private Zusammenkünfte mit Freunden, Verwandten und Bekannten auf maximal fünf Personen aus dem eigenen und einem weiteren Haushalt begrenzt. Kinder bis 14 Jahre fallen nicht unter die Regelung. Das teilte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestern Abend nach ihren Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder in Berlin mit.

Die strengen Beschränkungen werden allerdings über Weihnachten gelockert. Von 23. Dezember bis 1. Jänner dürfen sich maximal zehn Personen treffen, Kinder bis 14 Jahre fallen nicht unter die Regelung, wie aus dem Beschlusspapier von Bund und Ländern hervorgeht.

Beschlossen wurde auch, dass der aktuell geltende Teil-Lockdown mit der Schließung unter anderem von Restaurants, Theatern, Fitnessstudios und Freizeiteinrichtungen bis zum 20. Dezember verlängert wird.

„Kraftanstrengung“ notwendig

Angesichts der anhalten hohen Infektionszahlen forderte die Kanzlerin eine weitere „Kraftanstrengung“ im Kampf gegen die Pandemie. Bund und Länder in Deutschland seien sich bei den Spitzenberatungen einig gewesen, dass die derzeitigen Beschränkungen „nach menschlichem Ermessen bis Anfang Jänner gelten müssen“, sagte Merkel. Die seit Anfang November geltenden Auflagen hätten bisher nur zu einem „Teilerfolg“ geführt – „und wir können uns mit diesem Teilerfolg auf gar keinen Fall begnügen“.

Ein großflächiges Umschwenken auf „Wechselunterricht“ ist in Deutschland trotz anhaltend hoher Coronavirus-Zahlen nicht geplant. Über abwechselnden Unterricht in geteilten Gruppen zu Hause und in der Schule werde weiterhin vor Ort entschieden, abhängig von den regionalen Zahlen.

Südkorea meldet nach Angaben der Gesundheitsbehörden mit 583 bestätigten Corona-Fällen den höchsten Stand binnen 24 Stunden seit März. Seit dieser Woche gelten daher in der Hauptstadt Seoul und den umliegenden Regionen strengere Abstandsregeln.

„Covid-19 ist angekommen, direkt neben Ihnen und Ihrer Familie“, sagte Gesundheitsminister Park Neung-hoo bei einem Treffen mit Vertretern der Gesundheitsbehörden.

Nach der Änderung der Zählweise von CoV-Fällen hat die Türkei binnen 24 Stunden mehr als 28.000 Coronavirus-Neuinfektionen gemeldet. Die Gesundheitsbehörden verzeichneten gestern 28.351 neue Ansteckungen – und damit fast viermal mehr als am Vortag. Es würden nun alle positiv getesteten Fälle registriert, erklärte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca. Zuvor hatte es Kritik an den türkischen Behörden gegeben, weil sie nur die Zahl der symptomatischen, in Krankenhäusern behandelten Fälle bekanntgaben.

Am Vortag hatte das türkische Gesundheitsministerium etwas mehr als 7.300 neue „Patienten“ gemeldet – gegenüber rund 2.000 Fällen Anfang November. Angesichts der steigenden Infektionszahlen verschärfte die Regierung in Ankara zuletzt die CoV-Beschränkungen: Seit Freitag gilt eine nächtliche Ausgangssperre an Wochenenden. Restaurants und Cafes dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen anbieten.

Die Entscheidung Ankaras, nur die tägliche Zahl von Covid-19-Patienten und nicht alle positiven Fälle zu melden, hatte sowohl innerhalb des Landes als auch international Kritik hervorgerufen. Viele Länder beschlossen daraufhin, die Türkei auf ihrer Liste der Staaten zu belassen, aus denen Menschen bei einer Einreise in Quarantäne müssen.

Ausland

US-Präsident Donald Trump hat seinen ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn begnadigt. „Es ist mir eine große Ehre, bekanntzugeben, dass General Michael T. Flynn eine vollständige Begnadigung erhalten hat“, schrieb Trump gestern auf Twitter. Der pensionierte General war in die Russland-Affäre um mögliche Wahlbeeinflussung aus Russland verstrickt. Trump könnte vor dem Ende seiner Amtszeit am 20. Jänner noch weitere Personen begnadigen.

In seinem Tweet beglückwünschte Trump Flynn und dessen Familie: „Ich weiß, dass Sie und Ihre wunderbare Familie jetzt ein wirklich fantastisches Thanksgiving haben werden!“ Trump hat wiederholt erklärt, Flynn habe kein Gesetz gebrochen.

Nur drei Wochen im Amt

Flynn war 2017 nur etwas über drei Wochen als Nationaler Sicherheitsberater im Amt gewesen. Später räumte er im Zuge der Ermittlungen wegen möglicher russischer Einflussnahme auf die US-Präsidentenwahl 2016 ein, die Bundespolizei FBI belogen zu haben. Auch Vizepräsident Mike Pence soll er in der Sache angelogen haben. Flynn war der einzige, der sich in den Untersuchungen des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller für schuldig bekannte.

Im Jänner hatte Flynn beantragt, sein Geständnis zurückzuziehen, kurz bevor ein Urteil in seinem Verfahren erwartet wurde. Das Justizministerium forderte im Mai in einem höchst ungewöhnlichen Schritt ein Ende des Verfahrens. Man sei nicht überzeugt, dass die Anhörung Flynns im Jänner 2017 auf einer legitimen Ermittlungsbasis erfolgt sei, hieß es dazu unter anderem. Trump hatte Flynn daraufhin als „Helden“ gefeiert.

Der Fall hing nach dem umstrittenen Vorstoß des Justizministeriums bei einem Bundesgericht fest. Die dort zuständige Richterin hatte nicht zugestimmt, die Vorwürfe gegen Flynn fallen zu lassen.

Im Iran ist nach Angaben des staatlichen Fernsehsenders IRIB die australische Islamwissenschaftlerin Kylie Moore-Gilbert freigelassen worden. Die Freilassung der seit 2018 Inhaftierten erfolgte demnach im Rahmen eines Gefangenenaustauschs, für Moore-Gilbert kamen dem Bericht zufolge drei im Ausland festgehaltene Iraner frei.

Kylie Moore-Gilbert
AP/Iranian State Television

IRIB gab keine weiteren Details zu der Freilassung bekannt. Der Austausch wurde offiziell noch nicht bestätigt, IRIB gilt aber als eine gut informierte und der iranischen Justiz nahe stehende Quelle. Die Dozentin der Universität Melbourne wurde im September 2018 nach ihrer Teilnahme an einer wissenschaftlichen Konferenz im Iran verhaftet und wegen Spionage für Israel sowie Gefährdung der nationalen Sicherheit zu zehn Jahren Haft verurteilt. Moore-Gilbert, die auch britische Staatsangehörige ist, wies die Vorwürfe zurück.

Alle Versuche der australischen Regierung, ihre Freilassung über diplomatische Kanäle zu ermöglichen, waren gescheitert. Die Justiz im Iran sei unabhängig und lasse sich bei nationalen Fragen nicht auf politische Vermittlungen ein, hieß es in Teheran.

Es handelt sich dabei schon um den zweiten Austausch in diesem Jahr. Im Februar wurde ein Deutscher und im März ein Franzose gegen jeweils einen Iraner ausgetauscht. Auch im Dezember 2019 kam ein im Iran inhaftierter amerikanischer Historiker frei, und im Gegenzug wurde ein iranischer Forscher in den USA aus dem Gefängnis entlassen.

Inland

Der Nationalrat bessert heute in einer Sondersitzung einen Antragsfehler aus. Passiert war er der Koalition, als vor einer Woche bei einem Abänderungsantrag zum Finanzrahmen nur vier statt der notwendigen fünf Mandatare unterschrieben und der gerade Vorsitz führende Präsident das übersah. Daher muss die Abstimmung wiederholt werden. Pikant war die Sache vor allem deshalb, weil der Koalition schon beim Beschluss des Budgets 2020 ein Formalfehler passiert war.

Der Inhalt des fehlerhaften Antrags ist eher kleiner Natur. Es geht um die Aufnahme von Verwaltungspraktikanten in reguläre Dienstverhältnisse. Eine Debatte wird den Abgeordneten dennoch nicht erspart bleiben. Es ist davon auszugehen, dass Interessierte eine Kurzwiederholung der Budgetdebatte von vergangener Woche zu hören bekommen.

Die Opposition kritisiert die Grünen für ihre Vorsitzführung im Umweltausschuss des Nationalrats. In einer gemeinsamen Aussendung beklagten die Umweltsprecher Julia Herr (SPÖ), Walter Rauch (FPÖ) und Michael Bernhard (NEOS) gestern, dass alle ihre Anträge zum dritten Mal in Folge vertagt wurden. Offenbar hätten die Grünen Koalitionsräson über den Umweltschutzgedanken gestellt, so die drei Abgeordneten.

„Dass der ÖVP die Umwelt gleichgültig ist, ist wenig überraschend, dass aber auch die Grünen, die auf dem Umweltticket den Wiedereinzug in den Nationalrat geschafft haben, nicht stärker den Schulterschluss in Umweltfragen suchen, überrascht doch“, kritisierte die Opposition. SPÖ, FPÖ und NEOS kündigten an, ein Weiter-wie-bisher nicht zu akzeptieren, und behalten sich weitere parlamentarische Schritte vor.

Wirtschaft

Mitte November hat in der Kardinal-Schwarzenberg-Akademie in Schwarzach ein neuer Kurs für angehendes Pflegepersonal begonnen, die Hälfte der Teilnehmer kommt direkt aus der Arbeitslosigkeit. Mit dieser Aktion will das Arbeitsmarktservice den Nachwuchs im Pflegebereich stärken – in einer Region, die sonst eher tourismuslastig ist.

Mehr dazu in vorarlberg.ORF.at

Die Gewerkschaft Verdi hat zu Streiks beim Online-Händler Amazon aufgerufen. Mit Beginn der Nachtschicht sollten heute Beschäftigte unter anderem an den Standorten Rheinberg und Werne in Nordrhein-Westfalen die Arbeit niederlegen, wie die Dienstleistungsgewerkschaft mitteilte.

Die Streiks richten sich gegen die Weigerung des Unternehmens, die Tarifverträge des Einzelhandels zu unterzeichnen und einen Tarifvertrag zu „Guter und gesunder Arbeit“ abzuschließen.

Die Streiks zum Schnäppchentag „Black Friday“ sollen bundesweit bis einschließlich Samstag fortgesetzt werden.

Die Video-Plattform Tiktok kann in den USA vorerst weiter genutzt werden: Das US-Komitee für Ausländische Investitionen verlängerte die Frist für den chinesischen Tiktok-Mutterkonzern, der einen Käufer für seine Aktivitäten in den USA finden muss, bis 4.Dezember, wie ein Sprecher des Finanzministeriums am Mittwoch mitteilte. Bereits am 13.November hatte es einen zweiwöchigen Aufschub gegeben.

US-Präsident Donald Trump wollte mit der Verbotsverordnung von Anfang August erreichen, dass der chinesische Mutterkonzern Bytedance den US-Zweig von Tiktok an ein Unternehmen aus den USA verkauft. Die Regierung begründete ihr Vorgehen damit, dass Tiktok eine Gefahr für die „nationale Sicherheit“ darstelle. Trump verdächtigt Bytedance, Tiktok für Spionage zu nutzen und Nutzerdaten an die chinesische Regierung weiterzuleiten. Das Unternehmen bestreitet dies.

Bytedance verhandelt mit dem US-Software-Konzern Oracle und dem Einzelhandelsriesen Walmart über einen Verkauf des US-Zweigs von Tiktok. Die App hat in den USA etwa hundert Millionen Nutzer.

Der ehemalige Weltbankpräsident James Wolfensohn ist im Alter von 86 Jahren gestorben, teilte die Weltbank gestern mit. Der frühere Investmentbanker war in seiner Amtszeit von Juni 1995 bis Mai 2005 um den Kampf gegen Armut und gegen Korruption bemüht. Wolfensohn war vom damaligen US-Präsident Bill Clinton nominiert worden.

Der gebürtige Australier wurde 1980 zum US-Bürger. An der Spitze der Weltbank startete er gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) eine Initiative für die am stärksten verschuldeten armen Länder (Heavily Indebted Poor Countries Initiative). Das Programm brachte rund 53 Milliarden Dollar Schuldenerlass für die 27 ärmsten Länder der Welt.

Während viele Wirtschaftsbetriebe unter der CoV-Krise leiden, meldet die Modelleisenbahn GmbH mit Sitz in Bergheim eine Umsatzsteigerung von 4,5 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Wegen der Pandemie hätten viele Modelleisenbahnfans mehr Zeit gehabt, sich ihrem Hobby zu widmen, so das Unternehmen.

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Sport

Atalanta Bergamo hat gestern einen überraschenden Auswärtssieg gegen Liverpool in der UEFA Champions League gefeiert. Die Italiener, die das Hinspiel gegen die „Reds“ vor drei Wochen daheim noch mit 0:5 verloren hatten, schlugen das Team von Trainer Jürgen Klopp an der Anfield Road mit 2:0. Liverpool verpasste es am vierten Spieltag damit, den Aufstieg ins Achtelfinale vorzeitig zu fixieren.

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Österreichs ältester Fußballclub hat gestern für die erste Riesenüberraschung im Achtelfinale des Uniqa-ÖFB-Cups gesorgt. Der Vienna FC, aktuell Tabellenführer der viertklassigen Wiener Stadtliga, kickte auf der Hohen Warte den Bundesligisten Cashpoint SCR Altach mit 2:1 (1:1) aus dem Bewerb. Volkan Düzgün wurde mit einem Doppelpack zum Matchwinner für den Außenseiter.

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Mit einem Damen-Parallel-Riesentorlauf kehrt der alpine Weltcup heute nach Vorarlberg zurück. Für Lokalmatadorin Katharina Liensberger geht es nach zwei dritten Slalom-Plätzen in Levi darum, auch im Format Frau gegen Frau anzuschreiben. Auf direkte Unterstützung ihrer Fans muss sie coronavirusbedingt aber verzichten. Das Rennen ist ab 17.45 Uhr live in ORF1 zu sehen, die Qualifikation jeweils ab 9.50 Uhr.

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Chronik

Für Aufregung haben gestern Nachmittag zahlreiche Polizeikontrollen in den Bezirken Klagenfurt-Land und Villach-Land gesorgt. Angeblich soll es eine Kindesentführung gegeben haben. Ein elf Jahre alter Bub hat gegenüber der Polizei entsprechende Angaben gemacht. Es wird ermittelt.

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Einen Riesenschreck hat ein 34-jähriger Linzer am Dienstag in Leonding in Oberösterreich erlitten. Der Mann ging mit seiner kleinen Tochter im Kinderwagen spazieren, als er von zwei Unbekannten überfallen wurde.

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Bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat ein Spielteilnehmer oder eine Spielteilnehmerin die richtigen sechs Zahlen getippt und darf sich über einen Gewinn von einer Mio. Euro freuen.

Folgende Gewinnzahlen wurden ermittelt:

10 13 15 26 33 39 / Zusatzzahl 35

Die Gewinnzahlen der LottoPlus Ziehung lauten:

1 6 7 10 24 30

Die Joker Zahl lautet:

1 5 3 8 2 3

Alle Angaben ohne Gewähr

Science

Der US-Hersteller Moderna will die Lieferung seines CoV-Impfstoffs an die Europäische Union womöglich schon im Dezember starten – vorausgesetzt, das Mittel erhält eine Zulassung. Das teilte das Unternehmen gestern mit. Es bestätigte den Abschluss eines Rahmenvertrags mit der EU-Kommission. Demnach sollen zunächst 80 Mio. Impfstoffdosen geliefert werden, mit der Option auf 80 Mio. weitere Einheiten.

„Moderna geht davon aus, mit der Lieferung von mRNA-1273 in die Europäische Union im Dezember 2020 zu beginnen“, bestätigte das Unternehmen. Strategische Partner in Europa seien die Unternehmen Lonza in der Schweiz und Rovi in Spanien zur Produktion und Abfüllung des Impfstoffs.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte den Vertrag über bis zu 160 Mio. Impfdosen bereits am Dienstag bekanntgemacht. Das Moderna-Vakzin gehört zu den drei Impfstoffen mit den besten Chancen, schon in den nächsten Wochen in Europa zugelassen zu werden. Zuvor werden Wirksamkeit und Sicherheit von der Arzneimittelbehörde EMA geprüft. Der Moderna-Impfstoff hat nach Angaben des Herstellers eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent.

Nicht nur Vögel, auch Insekten können für Flugzeuge eine ernste Gefahr bilden. Ein australisches Forschungsteam hat nachgewiesen, dass eine Wespenart mit ihren Nestern wichtige Instrumente blockieren und so Unfälle verursachen kann. Die Schlüssellochwespe ist normalerweise in Mittel- und Südamerika, der Karibik und im Süden der USA heimisch, seit einiger Zeit auch in Australien.

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Gesundheit

Liegestütze, Kniebeugen oder Gewichte heben – Krafttraining gilt als sehr gesund. In Europa ist es laut einer Studie aber nicht sehr beliebt: Nur knapp ein Sechstel der Erwachsenen stärkt die Muskeln regelmäßig. Am fleißigsten sind die Isländer. In Österreich trainiert immerhin ein Drittel mehr als zweimal die Woche.

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Kultur

Die Ufa will in ihren Film- und Fernsehproduktionen die deutsche Bevölkerung realistischer abbilden, etwa was den Anteil an Frauen, Homosexuellen und People of Color angeht. Dafür gibt sich das Filmunternehmen eine Selbstverpflichtung im Bereich Diversität, wie „Süddeutsche Zeitung“ und „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in ihren aktuellen Ausgaben berichten.

„Die Ufa strebt an, die Gruppen Gender, People of Color, LGBTIQ* und Menschen mit Beeinträchtigungen so abzubilden, wie es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht“, teilte eine Ufa-Sprecherin mit. Mit „People of Color“ sind Menschen gemeint, die Rassismuserfahrungen machen oder machen könnten, weil sie nicht als weiß oder westlich wahrgenommen werden.

„Im Gender-Bereich streben wir 50 Prozent an, bei Menschen mit Migrationshintergrund 25 Prozent, wie es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht“, sagte Geschäftsführer Joachim Kosack der „Süddeutschen Zeitung“. Die Quoten gelten jeweils für das gesamte Programm eines Jahres – nicht für jedes einzelne Format. Die Hauptrollen in Daily Soaps seien bereits jetzt fast zur Hälfte an Frauen vergeben – schwieriger sei eine Ausgeglichenheit bei Historiendramen über Wehrmachtssoldaten, so Kosack.

Bis 2024 sollen die Ziele erreicht werden. Die Quoten beziehen sich aber nur auf die Menschen vor der Kamera – bei Festangestellten hinter der Kamera sei man an das Gleichbehandlungsgesetz gebunden und dürfe keine Gruppe bevorzugen. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben auch hier auf mehr Diversität setzen. „Mehr Diversität hinter der Kamera ist eine Voraussetzung für mehr Diversität vor der Kamera“, so die Sprecherin.

Leute

Der Londoner High Court hat den Einspruch des Hollywood-Stars Johnny Depp gegen seine Niederlage im Streit mit der Boulevardzeitung „Sun“ abgelehnt. „Ich sehe in der Begründung des Einspruchs keine ernsthaften Aussichten auf Erfolg“, sagte der zuständige Richter gestern den Berichten britischer Medien zufolge. Bis zum 7. Dezember kann Depp jedoch noch einen weiteren Versuch beim Berufungsgericht machen.

Der 57 Jahre alte Schauspieler solle außerdem bereits eine erste Summe von 628.000 Pfund (529.287,82 Euro) an Rechtskosten an die „Sun“ zahlen, hieß es vom Gericht.

Depp hatte gegen den Verlag wegen eines Artikels geklagt, in dem behauptet wurde, er habe seine Ex-Frau Amber Heard (34) körperlich misshandelt. Der High Court in London hatte die Klage Depps gegen die „Sun“ Anfang November jedoch abgewiesen. Die Mehrheit der in der Zeitung erwähnten Vorwürfe habe sich als wahr erwiesen, schrieben die Richter in ihrem Urteil. Depps Anwältin hatte nach dem Urteil kritisiert, das Gericht habe sich ausschließlich auf die Aussagen von Depps Ex-Frau Amber Heard verlassen und Gegenbeweise von Polizei, Medizinern und anderen Zeugen ignoriert.

Der Promiprozess hatte im Sommer weltweite Aufmerksamkeit erregt. Wochenlang zeichneten Depp („Fluch der Karibik“) und seine 23 Jahre jüngere Ex-Ehefrau („Zombieland“) das Bild einer zutiefst zerstörerischen Beziehung.

Panorama

Der italienische Sender Rai hat in einer Show Tipps gegeben, wie Frauen eleganter beim Einkaufen aussehen können, und damit Spott und Entrüstung ausgelöst. In der Nachmittagssendung „Detto Fatto“ (Gesagt, getan) auf Rai2 schob die Tänzerin Emily Angelillo auf hochhackigen Schuhen und leicht bekleidet einen Einkaufswagen durch das Studio. Dabei gab sie Tipps für die richtige Haltung und wie man etwa Produkte ganz oben aus dem Regal nehmen sollte.

„Und was, wenn mir zum Beispiel aus Versehen eine Packung aus dem Regal fällt?“, fragte Moderatorin Bianca Guaccero, worauf Angelillo in die Hocke ging und auf die richtige Haltung von Armen und Rücken hinwies. Die Beine sollten dabei geschlossen bleiben, „um die Situation nicht zu vulgär zu machen“, fügte die Tänzerin noch hinzu.

Vorfall soll untersucht werden

Die Sendung „Detto Fatto“ läuft im Nachmittagsprogramm. Sie bietet nach Angaben des Senders Tipps und Rat zu Mode, Kochen, Heimwerken und Tieren. Bei dem Programm am Dienstag sei ein sehr schwerer Fehler unterlaufen, der sicher nicht gewollt gewesen sei, erklärte der Leiter des Senders, Ludovico Di Meo, laut der Nachrichtenagentur ANSA. Man habe damit nicht weibliche Stereotypen bekräftigen wollen. Der Vorfall solle untersucht werden.

Vittorio di Trapani, der Vorsitzende der Vereinigung von Rai-Journalisten Usigrai, bezeichnete die Folge auf Twitter als „beschämend“ und „unwürdig“ für einen öffentlichen Sender. Die ehemalige Bildungsministerin Valeria Fedeli nannte es auf Twitter „absurd, beschämend, anstößig“, so etwas im Vorfeld des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, dem 25. November, auszustrahlen.