COV Ausland

Die Zahl der globalen Neuinfektionen ist nach Zählung der Weltgesundheitsorganisation WHO auf ein Rekordhoch gestiegen. Mit 212.326 liege die Zahl so hoch wie nie zuvor an einem Tag, teilte die Organisation mit. Davon entfallen knapp 130.000 auf die WHO-Region „Americas“, zu der 35 Staaten in Nord-, Mittel- und Südamerika inklusive den USA gehören.

In Europa gab es demnach zuletzt knapp 20.000 neue Fälle. Insgesamt liegt die Zahl der Infizierten nach WHO-Zählung damit weltweit bei rund 10,9 Millionen. Die Zahl der Toten steigt um 5.134 auf 523.011. Auch hier liegt die Region Americas mit rund 259.000 vorn, in Europa gab es knapp 200.000.

Fast 53.000 neue Infektionen in USA

In den USA blieb die Zahl der Neuinfektionen weiterhin über 50.000. Wie das US-Zentrum für Seuchenkontrolle mitteilte, gab es gestern 52.492 neue Fälle, das ist nur unwesentlich weniger als am Freitag (53.301) und Donnerstag (54.357). Insgesamt sind in den USA damit bereits 2,785 Millionen Coronavirus-Infektionen bestätigt worden. Die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen stieg um 749 auf 129.297.

Coronavirus-Patientinnen und -Patineten werden im Rahmen einer von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) koordinierten Studie ab sofort nicht mehr mit dem HIV-Mittel Lopinavir/Ritonavir behandelt. Ausschlaggebend seien keine Sicherheitsbedenken, betonte eine WHO-Sprecherin am Samstag in Genf. Vielmehr habe sich gezeigt, dass die Mittel bei den Patienten praktisch keinen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit hatten.

Dasselbe gelte für das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin. Das Ende der Tests damit hatte die WHO schon am 17. Juni angekündigt. Hydroxychloroquin war in den Schlagzeilen, weil US-Präsident Donald Trump es mehrfach angepriesen hatte.

Geht um Behandlung schwer Erkrankter

Es gehe nur um die Tests bei schwer kranken Patienten, die wegen der durch das Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden, betonte die WHO. Andere mögliche Tests solcher Mittel etwa zur Vorbeugung gegen eine Erkrankung seien nicht betroffen.

In Großbritannien dürfen seit heute – nach mehr als drei Monaten – die Pubs wieder aufsperren. Dasselbe gilt etwa auch für Friseurgeschäfte, Hotels und Restaurants. Unumstritten sind diese aktuellen Lockerungsmaßnahmen wegen der nach wie vor sehr kritischen Lage in Großbritannien aber nicht. Die Regierung in London warnte folglich davor, es im Pub zu übertreiben.

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Während die Urlaubssaison trotz Coronavirus in Österreich und vielen anderen Ländern bereits wieder angelaufen ist, heißt es für Kreuzfahrten weiterhin „bitte warten“. Infolge der CoV-Krise haben die Reedereien ihre Schiffe außer Betrieb genommen. Den Kreuzfahrtschiffsbetreibern kostet die Ruhephase täglich Millionen. Fachleute hoffen jetzt auch auf ein Umdenken in der Zwangspause.

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COV Inland

Laut aktuellen Daten des Gesundheitsministeriums (Stand: gestern, 23.00 Uhr) ist die Zahl der Menschen, die als erkrankt gelten, im Vergleich zum Vortag um 66 gestiegen und liegt nun bei 853 – genauso viele gab es am 17. Mai. Derzeit werden noch 68 Menschen im Krankenhaus behandelt, acht davon weiterhin auf der Intensivstation.

Insgesamt waren bisher 18.186 Tests positiv, 642.679 Tests wurden durchgeführt. 681 Todesfälle wurden gemeldet, ausschlaggebend dafür ist die Definition des Epidemiologischen Meldesystems (EMS).

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Hinweis zur Aktualisierung der Daten

Um die Daten weiter aktuell zu halten, übernimmt ORF.at die Informationen direkt aus dem offiziellen Dashboard des Gesundheitsministeriums. Die aktuellen Fallzahlen im Kopf der Seite werden stündlich aktualisiert, die Verlaufsgrafiken zum Tageswechsel, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Genaue Informationen zu Definitionen, Herkunft der Daten, Aktualisierung und FAQs finden sich im Infopoint Coronavirus von ORF.at.

Mehr dazu in Daten und Karten und Daten-Updates und Quellen

Inland

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) hat mit mehr als einwöchiger Verspätung sachte Kritik am Auftritt von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) im parlamentarischen U-Ausschuss geübt. „Die Geschichte mit dem Laptop von Gernot Blümel war schon ein wenig provozierend“, meinte der Vorsitzende des Gremiums in der „Presse am Sonntag“ zur Aussage des Finanzministers, er habe möglicherweise gar kein entsprechendes Gerät gehabt.

Sobotka kritisiert erneut Opposition

Auf die Frage, ob Blümel gelogen hat, sagt Sobotka: „Er war sicherlich irritiert. Das hat möglicherweise zu flapsigen Antworten geführt.“ Gleichzeitig kritisiert der Parlamentschef erneut die Opposition. Manche von ihren Vertreterinnen und Vertetern im Ausschuss gestellten Fragen seien „anmaßend“ gewesen.

An einen – von der Opposition geforderten – Rückzug als Vorsitzender des Ausschusses denkt Sobotka nicht, auch wenn er selbst als Auskunftsperson geladen ist: Er wird sich nur an diesem Tag vertreten lassen.

Vorerst friedlich ist gestern eine Demonstration in Wien-Favoriten verlaufen, die unter dem Motto „Das Problem heißt Männergewalt“ vom ORF-Radiokulturhaus in der Argentinierstraße zum Keplerplatz führte. Bei der Schlusskundgebung um 15.30 Uhr wurden männliche Machtstrukturen, die binäre Geschlechterordnung und der Kapitalismus gegeißelt.

Die Polizei war mit mehreren 100 Beamten und Beamtinnen am Einsatzort, nachdem es zuletzt in Favoriten bei behördlich genehmigten Kundgebungen von Kurden zu Auseinandersetzungen mit türkischen Ultranationalisten – darunter Anhänger der rechtsextremen Grauen Wölfe – gekommen war.

Das Großaufgebot der Polizei hatte diesmal nichts zu tun, während Rednerinnen vor 100 bis 150 Protestierenden zu einem Ende gegen Frauen gerichteter Gewalt und für eine Erhöhung des Arbeitslosengelds aufriefen. Entsprechende Transparente („Don’t touch me – My body, my choice“, „Toxic Masculinity Kills“) wurden hochgehalten bzw. an Absperrgittern befestigt. Im Anschluss an die Wortmeldungen startete ein Straßenfest anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Ernst Kirchweger Hauses (EKH). Gegendemonstrationen waren keine angemeldet.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wird nach seinen Angriffen gegen die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) von der Staatsanwaltschaft als Zeuge einvernommen. Das geht aus einer Anfragebeantwortung von Justizministerin Alma Zadic (Grüne) hervor. „Die Zeugeneinvernahme des Herrn Bundeskanzlers ist bereits terminisiert“, ist dort zu lesen.

Die Angelegenheit war durch Aussagen von Kurz ausgelöst worden, wonach es Leaks in der WKStA gebe. Zudem soll er von roten Netzwerken in der Behörde gesprochen haben. Daher wurden Ermittlungen eingeleitet, ob dies tatsächlich der Fall ist. Der Kanzler betonte, die entsprechenden Informationen von Journalisten erhalten zu haben.

NEOS-Mandatarin Stephanie Krisper erklärte gegenüber der APA, dass Kurz im „Ibiza“-Untersuchungsausschuss keine konkrete Antwort auf die Frage habe geben können, auf welche Informationen er seine Kritik stütze. Genauso wenig habe er Personen nennen können, die ihm über angebliche Leaks aus der WKStA berichtet hätten. Dadurch habe sich ihr Vorwurf einer Diffamierungskampagne seitens der ÖVP gegen die Justizbehörde, die effizient auch gegen ÖVP-Akteure ermittle, bestätigt.

Die neue Dokumentationsstelle für den politischen Islam soll von einer Frau geleitet werden. Das kündigte Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) in der Tageszeitung „Österreich“ an: "Ich will, dass diese Stelle eine Frau leitet, da wir stark gegen patriarchale Strukturen ankämpfen.“ Ein Name stehe noch nicht fest, doch habe sie „viele Frauen mit toller Expertise in diesem Bereich“.

Mit der Auswahl muss sich Raab beeilen, soll die Stelle bereits im Juli starten, wie es Raab ebenfalls ankündigte. Gestaltet ist die Stelle als "unabhängiger Fonds der Republik“. Zusätzlich zum operativen Team, das auch "in der Community andocken“ soll, wird es einen wissenschaftlichen Beirat geben.

Ausland

Die seit Tagen auf dem Rettungsschiff „Ocean Viking“ ausharrenden Flüchtlinge sollen offenbar auf ein italienisches Quarantäne-Schiff gebracht werden. Die 180 Migranten würden auf das neuartige Coronavirus getestet und voraussichtlich morgen auf die „Moby Zaza“ wechseln, verlautete gestern aus dem italienischen Innenministerium. Das Quarantäne-Schiff liegt derzeit vor der sizilianischen Hafenstadt Porto Empedocle vor Anker.

Die Behörden der Stadt Pozzallo auf Sizilien schickten nach Angaben aus dem Innenministerium in Rom ein medizinisches Team an Bord der „Ocean Viking“, um die Flüchtlinge zu untersuchen. Dabei seien „keine besonderen Gesundheitsprobleme“ festgestellt worden. Auch die angespannte Lage an Bord habe sich gebessert.

Notstand ausgerufen

Die „Ocean Viking“ hatte am Freitag den Notstand ausgerufen. Die Situation auf dem Schiff habe sich derart zugespitzt, dass die Sicherheit der 180 Geretteten und der Besatzung nicht mehr gewährleistet werden könnten, teilte die Hilfsorganisation SOS Méditerranée mit. Die NGO berichtete über mehrere Suizidversuche.

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Das jüngste EU-Mitglied Kroatien wählt heute inmitten der Coronavirus-Pandemie ein neues Parlament. Die Umfragen sagen ein knappes Rennen zwischen der regierenden konservativen HDZ und dem von Sozialdemokraten (SDP) angeführten links-liberalen Oppositionsbündnis Restart voraus.

Als drittstärkste Kraft soll demnach die rechtsnationalistische Partei des Folk-Popsängers Miroslav Skoro einziehen, der die Rolle des Königsmachers zukommen könnte. Wahlberechtigt sind rund 3,86 Millionen Kroaten. Die Wahllokale sind von 7.00 bis 19.00 Uhr offen.

Rund 10.000 Motorradfahrer haben in München gestern gegen mögliche Fahrverbote an Sonn- und Feiertagen protestiert und für erhebliche Verkehrsstörungen gesorgt. Obwohl die Behörde die mit 8.000 Teilnehmern angekündigte Großdemonstration zuvor verboten hatte, waren seit der Früh Biker in die deutsche Millionenstadt geströmt.

Mit Hupkonzerten, Jubelrufen und lauter Musik machten sie auf sich aufmerksam. Ihr Ziel: Der Mittlere Ring, eine der wichtigsten Verkehrsadern rund um die Innenstadt. Bei sonnigem Wetter säumten auch viele Zuschauer die Straßen und spendierten den Bikern Beifall, die mitunter recht gemächlich unterwegs waren.

„Das kann uns keiner verbieten“

Versammlungsrechtlich könne man den Bikern nichts vorwerfen, erklärte der Polizeisprecher. Das Ganze habe nicht den Charakter einer Kundgebung gehabt. „Fahren dürfen wir auf dem Mittleren Ring, das kann uns keiner verbieten“, sagte einer der Motorradfahrer, der aus dem Raum Erding kam.

Ruf nach zeitlich befristeten Fahrverboten

Ähnliche Aktionen gab es unter anderem in Schwerin, Hamburg, Wiesbaden, Düsseldorf und Dresden. Eine ursprünglich geplante zentrale Kundgebung auf der Theresienwiese hatten die Veranstalter wegen der vielen Auflagen abgesagt.

Anlass für die Protestfahrt waren vom Bundesrat geforderte zeitlich beschränkte Verkehrsverbote an Sonn- und Feiertagen aus Lärmschutzgründen. Damit soll der Motorradlärm etwa in beliebten Ausflugsgegenden reduziert werden.

Bei Kämpfen zwischen Bevölkerungsgruppen im Konfliktland Südsudan sind nach Behördenangaben mindestens 43 Menschen getötet worden. Mitglieder der Gruppe der Murle hätten gestern ein Dorf im Bundesstaat Jonglei angegriffen, sagte ein hochrangiger Vertreter der örtlichen Behörde. Bei einem weiteren Angriff kamen demnach vier Menschen ums Leben. Zudem seien Dutzende Rinder gestohlen worden.

Derartige Zusammenstöße zwischen Bevölkerungsgruppen kommen in dem ostafrikanischen Krisenland immer wieder vor, oftmals geht es um Ressourcen wie Land und Vieh. Nach Jahrzehnten der Konflikte im Südsudan sind zudem etliche Menschen bewaffnet. Die UNO warnte jüngst, dass derartige Kämpfe das Friedensabkommen zwischen den Bürgerkriegsparteien zunichtemachen könnten.

Der 2013 ausgebrochene Bürgerkrieg wurde 2018 mit einem Abkommen formell beendet, die erst im Februar gebildete Übergangsregierung von Präsident Salva Kiir und Rebellenführer Riek Machar ist aber sehr fragil. Millionen Südsudanesen sind auf der Flucht und auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Wegen eines Selfies mit einem nachgestellten Würgegriff sind mehrere weiße Polizisten im US-Bundesstaat Colorado gefeuert worden. Zwei Beamte hatten nach Angaben der Polizei in der Stadt Aurora ein Foto am Ort der Festnahme des Schwarzen Elijah McClain aufgenommen, der infolge des Polizeieinsatzes im vergangenen Jahr starb.

Auf dem Bild hat einer der Beamten seinem Kollegen den Arm um den Hals gelegt, wie um ihn zu würgen. Eine Polizistin steht neben den beiden Männern und lacht in die Kamera. Das Foto schickten sie nach Angaben der Polizei einem Kollegen, der sich darüber lustig machte. Auch er sei gefeuert worden. Einer der drei Beamten auf dem Selfie trat vor seiner Entlassung zurück.

„Wir sind angeekelt“

„Wir sind beschämt, wir sind angeekelt und wir sind wütend“, sagte die kommissarische Polizeichefin Vanessa Wilson bei einer Pressekonferenz. Die Beamten hätten vielleicht keine kriminelle Handlung begangen, sich aber eines „Verbrechens gegen die Menschlichkeit und des Anstandes“ schuldig gemacht, sagte Wilson. „Überhaupt daran zu denken, so etwas zu tun, ist unbegreiflich.“

Ein Polizist war bei tödlicher Festnahme dabei

Einer der gefeuerten Polizisten ist US-Medienberichten zufolge bei der Festnahme McClains vergangenes Jahr im August dabei gewesen. Ein Passant hatte die Polizei auf den 23-Jährigen aufmerksam gemacht, weil sich dieser „verdächtig“ verhalten und eine Skimaske getragen habe. Nach Darstellung der Polizei wehrte sich McClain gegen seine Festnahme.

Die Beamten wendeten einen Würgegriff an. Hinzugerufene Sanitäter verabreichten McClain ein Beruhigungsmittel. Der Mann erlitt auf dem Weg ins Krankenhaus einen Herzstillstand und starb wenige Tage später.

Wirtschaft

Sport

Die erste Poleposition der verkürzten und verspätet anlaufenden Saison 2020 geht wenig überraschend auf das Konto von Mercedes. Doch nicht Titelverteidiger Lewis Hamilton, sondern sein finnischer Teamkollege Valtteri Bottas holte sich gestern den ersten Startplatz für den Grand Prix von Österreich in Spielberg (Sonntag, 15.10 Uhr, live in ORF 1). Zwölf Tausendstel entschieden letztlich zu Bottas Gunsten.

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Chronik

Ein 38-jähriger Motorradfahrer ist gestermbei einem Unfall in Wegscheid am Kamp (Niederösterreich) ums Leben gekommen. Wie die Landespolizeidirektion mitteilte, kam er in einer Kurve von der Fahrbahn ab und prallte in die Leitschiene.

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Biker von Glocknerstraße abgestürzt

Bei Fusch (Salzburg) retteten Einsatzkräfte im Hochgebirge einen Motorradfahrer, der von der Großglockner Hochalpenstraße abgekommen und in steiles Gelände abgestürzt ist. Der Mann überlebte mit schweren Verletzungen.

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Mehrere verletzte Zweiradfahrer in Kärnten

Ein alkoholisierter Autofahrer hat in Maria Saal ein abgestelltes Auto angefahren und ist gegen eine Mauer geschleudert. Der Lenker beging Fahrerflucht. In Villach wurde ein Radfahrer verletzt, in Eberndorf ein Mopedlenker angefahren. Schwer verletzt wurde eine am Sozius eines Motorradfahrers mitfahrende Frau in Krems.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Im Zoo Zürich ist gestern eine 55 Jahre alte Tierpflegerin von einem Tiger tödlich verletzt worden. Wie der Zoo mitteilte, erhielt die zoointerne Notfallstelle die Mitteilung, dass eine Tierpflegerin in der Tigeranlage von einem Amurtiger angegriffen worden sei. Ein Zoo-Besucher hatte das tragische Ereignis gegen 13.30 Uhr mitangesehen.

Er schlug Alarm, weshalb sofort mehrere Zoo-Mitarbeiter zur Tiger-Anlage eilten und versuchten, ihrer Kollegin zu helfen. Es gelang ihnen, das Tigerweibchen mit Rufen aus der Anlage und in den Stall zu locken. Trotz sofortiger Reanimationsmaßnahmen kam für die 55-Jährige jede Hilfe zu spät.

Wie es genau zu dem Vorfall kam und weshalb sich die Tierpflegerin zur gleichen Zeit wie der Tiger in der Anlage aufhielt, war zunächst unklar.

Kultur

Der britische Schauspieler Earl Cameron ist tot. Der TV- und Filmstar, der als einer der ersten schwarzen Schauspieler in Großbritannien Erfolge feiern konnte, starb im Alter von 102 Jahren, wie seine Familie gestern mitteilte. Der im britischen Überseegebiet Bermuda geborene Cameron startete seine Leinwandkarriere 1951 mit einer Hauptrolle in dem Film „Pool of London“.

1965 übernahm er einen kleineren Part in dem James-Bond-Film „Feuerball“, 1973 war er in dem Film „A Warm December“ des Regisseurs Sidney Poitier zu sehen. Auch in der populären britischen TV-Serie „Doctor Who“ wirkte er mit.

Camerons Tod löste zahlreiche Bekundungen der Anteilnahme aus. Der „Guardian“ würdigte ihn als „Großbritanniens ersten schwarzen Filmstar“. Bermudas Regierungschef David Burt sagte, der gesamte Inselstaat feiere „das lange und bemerkenswerte Leben“ des Schauspielers.

Science

In einer Tongrube nördlich von Hamburg sind Überreste einer rund elf Millionen Jahre alten Lederschildkröte gefunden worden. Neben mehreren hundert Platten aus dem Rückenpanzer seien auch Knochen an der Fundstelle in Groß Pampau aufgetaucht, die vermutlich zu den Extremitäten des mindestens zwei Meter langen Reptils gehörten, sagte Grabungsleiter Gerhard Höpfner gestern.

Die Platten seien in einer mehrwöchigen aufwendigen Aktion von den Mitgliedern des Grabungsteams freigelegt und geborgen worden. Die präparierten Funde sollen im Lübecker Museum für Natur und Umwelt ausgestellt werden.

„Extrem selten“

Neben den Überresten der Lederschildkröte und einer kleineren Meeresschildkröte präsentierte das Team auch Korallen, Rochenstachel, den Schädel eines Delfins sowie fossile Knochen eines Sturmvogels. Alle Funde stammten aus Tiefen zwischen acht und 20 Metern unter der Oberfläche und bildeten die ganze Biodiversität der Urnordsee ab, sagte Höpfner.

Vor allem die fossilen Schildkrötenfunde sind nach Höpfners Angaben extrem selten, da die Kadaver der toten Reptilien meist von Raubfischen gefressen wurden und die Panzer schnell zerfallen sind.

In der Grube in Groß Pampau im Kreis Herzogtum Lauenburg werden seit mehr als 30 Jahren immer wieder Millionen Jahre alte Skelette von Walen, Robben und anderen Meerestieren gefunden. Grund ist eine geologische Besonderheit: Hier liegt der ehemalige Meeresboden der Urnordsee nur wenige Meter unter der Erdoberfläche.