Ausland

Im Zuge des Skandals um sexuelle Belästigung durch ein führendes Tory-Fraktionsmitglied sind in Großbritannien zwei Minister zurückgetreten. Finanzminister Rishi Sunak und Gesundheitsminister Sajid Javid kündigten heute Abend ihren Rückzug an und kritisierten Premierminister Boris Johnson scharf.

Betrunken zwei Männer begrapscht

Im Zentrum des Skandals steht der von Johnson mit dem Posten des Vize-Whips beauftragte Abgeordnete Chris Pincher. Die Aufgabe des Whips (dt.: „Einpeitschers“) ist es, für Fraktionsdisziplin zu sorgen. Pincher war in der vergangenen Woche zurückgetreten, nachdem Medien berichteten, er habe zwei Männer in einem exklusiven Club in London im betrunkenen Zustand begrapscht. Inzwischen wurde auch seine Mitgliedschaft in der Fraktion ausgesetzt. Seitdem wurden weitere Anschuldigungen bekannt.

Ein ehemaliger Beamter im britischen Außenministerium hat nun den Beteuerungen Johnsons, nichts von konkreten Vorwürfen gewusst zu haben, widersprochen. Johnson sei persönlich über Belästigungsvorwürfe gegen den konservativen Parteikollegen informiert worden, schrieb Ex-Staatssekretär Simon McDonald heute an die Beauftragte für die Einhaltung parlamentarischer Standards.

Die schottische Regierung lässt ihre Pläne für ein neues Unabhängigkeitsreferendum vom Obersten Gericht des Vereinigten Königreichs auf Rechtmäßigkeit prüfen. Die Chefjustiziarin der Regionalregierung, Dorothy Bain, reichte einen entsprechenden Antrag beim Supreme Court in London ein. Auch den entsprechenden Gesetzesentwurf legte Bain heute vor. Zu klären ist, ob das schottische Regionalparlament ein Referendum einberufen darf.

„Die schottische Regierung, das schottische Parlament sowie die Bevölkerung Schottlands und des Vereinigten Königreichs sollten Klarheit über den Umfang der entsprechenden Vorbehalte zu dieser Frage von grundlegender verfassungsrechtlicher Bedeutung haben“, schrieb Bain. Diese Klarheit könne nur der Supreme Court bieten.

Geplanter Termin Oktober 2023

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon hatte die Abstimmung für den 19. Oktober 2023 angekündigt. Allerdings muss nach Ansicht von Verfassungsexperten die britische Zentralregierung in London dem Plan zustimmen. Premierminister Boris Johnson hat wiederholt deutlich gemacht, dass er das Vorhaben ablehnt.

Bei einem ersten Referendum hatte 2014 eine Mehrheit der Schotten (55 Prozent) für den Verbleib im Vereinigten Königreich gestimmt. Das war allerdings vor dem Brexit, den der nördlichste britische Landesteil mit klarer Mehrheit (62 Prozent) ablehnte. Daher hoffen die Unabhängigkeitsbefürworter, dass sich bei einer erneuten Abstimmung die Verhältnisse ändern.

Chefjustiziarin Bain betonte, ein Referendum werde nicht rechtlich bindend sein, sondern lediglich den Volkswillen ausdrücken. Sollte das Oberste Gericht eine Abstimmung für unrechtmäßig halten, will Regierungschefin Sturgeon die nächste britische Parlamentswahl zu einem De-facto-Referendum machen und den Wahlkampf ausschließlich auf Grundlage der Frage zur Unabhängigkeit führen.

Nach dem Amoklauf bei einer Parade zum Unabhängigkeitstag in Highland Park werden die Flaggen in den USA auf halbmast gesetzt. Das gelte aus Respekt für die Opfer der Tat bis einschließlich Samstag für das Weiße Haus, alle öffentlichen Gebäude und Militärstützpunkte in den Vereinigten Staaten genauso wie für die US-Botschaften und Konsulate weltweit, erklärte US-Präsident Joe Biden heute.

Gestern hatte ein Schütze während der Parade zum Nationalfeiertag in dem Vorort von Chicago im US-Staat Illinois das Feuer auf die Zuschauer eröffnet. Mindestens sechs Menschen kamen dabei ums Leben, über 30 weitere wurden mit Schussverletzungen in Krankenhäusern behandelt. Nach einer mehrstündigen Suche nahm die Polizei einen Verdächtigen fest.

Die Gewalttat dürfte die ohnehin hitzige Debatte über schärfere Waffengesetze weiter befeuern. Präsident Biden und seine Demokraten fordern seit Langem schärfere Waffengesetze. Weitreichende Reformen scheitern aber immer wieder am Widerstand der Republikaner im Kongress und am Einfluss der mächtigen Waffenlobbyorganisation NRA.

Ukraine-Krieg

Willkürliche Inhaftierungen von Zivilpersonen sind in jenen Teilen der Ukraine, die Russland unter seine Kontrolle gebracht hat, „weit verbreitet“. Das sagte heute UNO-Menschenrechtschefin Michelle Bachelet. 270 Fälle seien inzwischen dokumentiert worden, so Bachelet laut Reuters. Diese Inhaftierungen werde man nun verstärkt nachverfolgen.

Die Ergebnisse der Untersuchung basierten auf Informationen aus Feldbesuchen und Interviews, die mit etwas mehr als 500 Opfern und Zeugen von Menschenrechtsverletzungen geführt wurden, sowie auf anderen Datenquellen. „Trotz Zugangsbeschränkungen haben wir 270 Fälle von willkürlicher Inhaftierung und gewaltsamem Verschwindenlassen dokumentiert. Acht der Opfer wurden tot aufgefunden“, sagte Bachelet.

Mehr dazu und zu den Entwicklungen des Tages im Ukraine-Krieg im ORF.at-Liveticker

Bei russischen Raketenangriffen auf die ostukrainische Stadt Slowjansk sind nach ukrainischen Angaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Sieben weitere seien verletzt worden, erklärt der Gouverneur der Region Donezk, Pawlo Kyrylenko, auf Telegram. Bürgermeister Wadym Liach hat zuvor von starkem russischem Beschuss berichtet.

Die Stadt steht bereits seit Tagen unter Raketenbeschuss. Am Sonntag waren bei Raketenangriffen mindestens sechs Menschen getötet und 19 weitere verletzt worden.

Appell an Zivilisten

Bürgermeister Liach hatte Russland zuvor bereits vorgeworfen, bei den Angriffen auf die Stadt Streumunition eingesetzt zu haben. Streumunition ist durch internationale Verträge geächtet, die Moskau allerdings nicht unterzeichnet hat.

Die ukrainischen Behörden haben die in Slowjansk verbliebenen Zivilistinnen und Zivilisten wiederholt aufgefordert, die Region zu verlassen. Nach der Einnahme der Städte Sjewjerodonezk und Lyssytschansk verläuft die Frontlinie nur noch wenige Kilometer von Slowjansk entfernt. Am Sonntag hatte Russland die Einnahme der nahe gelegenen Stadt Lyssytschansk und damit der gesamten Donbas-Region Luhansk verkündet.

Das russische Parlament ebnet den Weg für den Umbau einer auf den Krieg ausgerichteten Wirtschaft. Das Unterhaus billigte dazu heute in erster Lesung zwei Gesetzesentwürfe.

Diese würden es der Regierung ermöglichen, Unternehmen zu verpflichten, das Militär mit dringend benötigten Gütern zu beliefern. Die Angestellten könnten außerdem zu Überstunden und Urlaubsverzicht gezwungen werden, um die seit 24. Februar laufende russische Invasion in der Ukraine zu unterstützen.

Vizeministerpräsident Juri Borissow sagte in der Duma, die Maßnahmen seien nötig, um dem Militär in einer Zeit zu helfen, in der Russlands Wirtschaft unter „kolossalem Sanktionsdruck“ des Westens stehe.

Arbeitsverpflichtung möglich

Einer der Gesetzesentwürfe sieht vor, dass der Staat während der Militäroperationen „besondere wirtschaftliche Maßnahmen“ ergreifen kann. Mit ihnen könnten die Unternehmen dazu verpflichtet werden, auf Geheiß der Regierung Waren und Dienstleistungen an das Militär zu liefern. Ein zweiter Entwurf sieht eine Änderung des Arbeitsgesetzes vor. Der Regierung würde damit das Recht eingeräumt, die Arbeitszeiten zu regeln und die Ruhetage in bestimmten Unternehmen festzulegen. Beschäftigte, die Güter für das Militär herstellen, könnten dann dazu gezwungen werden, nachts, an Wochenenden und Feiertagen sowie ohne Jahresurlaub zu arbeiten.

Die andauernde russische Besetzung des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja wird der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zufolge zunehmend zum Sicherheitsproblem. Das ukrainische Management und die lokalen AKW-Mitarbeiter seien extremem Stress und schwierigen Arbeitsbedingungen ausgesetzt. „Jeden Tag, an dem das so weitergeht, steigt das Risiko für einen Unfall oder eine Verletzung der Sicherheit“, sagte IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi heute bei einem Vortrag an der australischen Nationaluniversität in Canberra.

Saporischschja
APA/AFP/Ed Jones

Das AKW in der südlichen Ukraine ist das größte Atomkraftwerk im Land und in ganz Europa. Die Anlage steht seit rund vier Monaten unter Kontrolle des russischen Militärs. Die Datenverbindung zwischen der IAEA in Wien und Saporischschja, die zur Überwachung des Nuklearmaterials dient, wurde während der Besetzung immer wieder unterbrochen. Grossi forderte daher erneut Zugang für ein IAEA-Team zu dem Kraftwerk.

Im Zuge der Invasion in die Ukraine hatten russische Einheiten auch die Sperrzone um den Unfallreaktor Tschernobyl eingenommen. Sie zogen jedoch Ende März wieder ab.

Das ukrainische Verteidigungsministerium hat Männern im wehrpflichtigen Alter das Verlassen ihres Wohnorts untersagt. Der Generalstab der Armee bat heute auf Facebook, mit Verständnis auf diese Anordnung zu reagieren.

Grundlage ist das Wehrpflichtgesetz von 1992. Für das Verlassen des gemeldeten Wohnorts benötigen Männer zwischen 18 und 60 nun eine Erlaubnis des zugehörigen Kreiswehrersatzamts. Kontrollen finden derzeit vor allem an den Grenzen zwischen den Regierungsbezirken und an Kontrollpunkten an Stadtgrenzen statt.

Empörte Kommentare

Unter dem Beitrag schrieben innerhalb kurzer Zeit Hunderte entrüstete Ukrainer Kommentare. Dem Ministerium wurde „Idiotie“ vorgeworfen. Die Anordnung werde die Korruption bei den Kreiswehrersatzämtern fördern, hieß es etwa. Befürchtet wurde noch mehr wirtschaftliches Chaos, weil Fahrer für Züge, Busse und Lastwagen ausfallen könnten.

Viele Ukrainer leben gar nicht an ihrem Meldeort. Mit dem Beginn des russischen Einmarschs am 24. Februar flohen Zehntausende Wehrpflichtige in sicherere Gebiete im Westen des Landes. Das Verlassen der Ukraine wurde ihnen bereits mit Verhängung des Kriegsrechts vor rund viereinhalb Monaten untersagt.

Der Grenzschutz greift dennoch regelmäßig Männer bei dem Versuch auf, illegal die Grenze in Richtung Moldawien und benachbarte EU-Staaten zu überqueren. Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte im Mai von rund 700.000 Ukrainern gesprochen, die bei Armee, Nationalgarde, Grenztruppen und Polizei das Land verteidigen.

Inland

Zwei Kinder mit österreichischer Staatsbürgerschaft sind Anfang Juni aus einem syrischen Anhaltelager nach Österreich geholt worden. Die beiden seien sofort mit ihren Angehörigen in Österreich vereint worden, teilte das Außenministerium heute mit. Ob es sich bei den Kindern um jene der 2014 nach Syrien gereisten Salzburgerin Maria G. handelt, gab das Ministerium nicht bekannt. Auch zum Zustand der Kinder und ihrer Eltern gab es keine Auskunft.

„Die Wahrung des Kindeswohls hat für uns oberste Priorität. Es gilt, dass diese nicht gegen den Willen ihrer Mütter von diesen getrennt werden können“, sagte die stellvertretende Außenministeriumssprecherin Antonia Praun. Seit Kriegsausbruch 2011 seien bisher vier Minderjährige mit österreichischer Staatsbürgerschaft aus Syrien zurückgeholt worden. Zudem wisse man von aktuell weniger als zehn österreichischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern, die sich in den Lagern al-Rodsch und al-Hol befinden.

Im Jahr 2019 holte Österreich zwei Kinder der mutmaßlich verstorbenen Wiener IS-Anhängerin Sabina S. zurück. Das Sorgerecht wurde den Großeltern übertragen. Ebenfalls 2019 wurde per DNA-Test die österreichische Staatsbürgerschaft der Kinder von Maria G. festgestellt. Sie konvertierte als 17-Jährige zum Islam und schloss sich ein halbes Jahr später dem Islamischen Staat (IS) an. Ihre Eltern bemühten sich um ihre Rückholung, doch das Außenministerium sprach von sehr eingeschränkten Möglichkeiten in der Region.

Nach einem Tweet des deutschen Fußball-Bundesligisten Werder Bremen über eine Veranstaltung der FPÖ im Zillertal („Klare Kante gegen Nazis“) legt die Partei nun nach einer bereits erfolgten Klagedrohung nach.

In einem Schreiben an die Werder-Verantwortlichen forderte Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger die sofortige Löschung des Tweets, eine öffentliche Entschuldigung bzw. Distanzierung sowie eine finanzielle Entschädigung in Höhe von 10.000 Euro, wie es gegenüber der APA hieß.

Sollte man bis zum 14. Juli keine Rückmeldung seitens Werder Bremens erhalten, werde man den Klagsweg beschreiten, so Abwerzger. Die Entschädigung soll als Spende für die Nachwuchsarbeit des SK Zell am Ziller, jenes Orts, in dem die FPÖ-Veranstaltung stattfand und Werder sein Trainingslager abhält, zur Verfügung gestellt werden. Das Schreiben Abwerzgers war vor allem an Werder-Präsidenten Hubertus Hess-Grunewald gerichtet, der wie der FPÖ-Chef, Anwalt und (SPD-)Politiker ist.

Wirtschaft

Um aufs weltweite Streben nach CO2-Neutralität, die Eskalation des Uraine-Kriegs und die Unsicherheiten bei der Energie-Versorgungskette zu reagieren steigt Südkorea aus seinem schrittweisen Atomausstieg aus. Die Regierung unter dem Vorsitz des neuen Präsidenten Yoon Suk Yeol billigte heute einen energiepolitischen Kurs, der den Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung bis 2030 auf bis zu 30 Prozent erhöhen soll.

Um das Ziel zu erreichen wird sogar der Bau zweier Reaktoren wieder aufgenommen. „Diese 30 Prozent hängen von der Voraussetzung ab, dass die Nuklearanlagen, die sich im Bau befinden, normal betrieben und solche, die derzeit in Betrieb sind, weiter laufen werden“, teilte das Industrieministerium mit.

Die Regierung will bis 2030 die Importabhängigkeit bei fossilen Brennstoffen durch den Ausbau der Kernenergie und erneuerbarer Energie von knapp 82 Prozent (2021) auf 60 Prozent senken.

Sri Lanka ist nach eigenen Angaben zahlungsunfähig und wird bis Ende kommenden Jahres mit einer beispiellosen Wirtschaftskrise zu kämpfen haben. Das einst wohlhabende Land werde in diesem Jahr in eine tiefe Rezession schlittern und weiterhin nicht genügend Lebensmittel, Treibstoff und Medikamente haben, sagte Ministerpräsident Ranil Wickremesinghe heute im Parlament. „Wir werden auch im Jahr 2023 noch Schwierigkeiten haben“, sagte er. „Das ist die Realität.“

Derzeit verhandle das Land mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über ein Hilfspaket, sagte Wickremesinghe. Der Erfolg der Verhandlungen hänge davon ab, ob bis August ein Umschuldungsplan mit den Gläubigern abgeschlossen werden könne, mit dem der IWF einverstanden sei. „Wir verhandeln nun als ein bankrottes Land“, sagte der Regierungschef.

IWF stellt Bedingungen

Der IWF hatte in der vergangenen Woche erklärt, Sri Lanka müsse mehr dafür tun, seine Finanzen in Ordnung zu bringen und das Haushaltsdefizit zu beheben, bevor ein Hilfspaket auf den Weg gebracht werden könne. Außerdem müsse es die Korruption stärker bekämpfen und teure Energiesubventionen abschaffen, die den Staatshaushalt lange Zeit belastet haben.

Nur wenige Stunden nach Wickremesinghes Äußerungen forderte die in Sri Lanka einflussreiche katholische Kirche, Präsident Gotabaya Rajapaksa müsse die Verantwortung für die Krise übernehmen und zurücktreten. Sein Festhalten an der Macht sei „das größte Hindernis für die Befreiung des Landes“, sagte Kardinal Malcolm Ranjith.

Sri Lanka steckt in einer verheerenden Finanzkrise. Die Regierung ist nicht in der Lage, die wichtigsten Importe wie Lebensmittel, Treibstoff und Medikamente zu finanzieren. Es gibt beinahe keinen Treibstoff mehr, und nicht lebensnotwendige Dienstleistungen wurden eingestellt, um Sprit zu sparen. Die Behörden setzen bewaffnete Polizisten und Soldaten zur Bewachung von Tankstellen ein. Neue Treibstofflieferungen werden frühestens in zwei Wochen erwartet.

Um Firmen zu helfen, die aufgrund der Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind, hat die Stadt Wien das Beteiligungsprojekt „Stolz auf Wien“ ins Leben gerufen. Mittlerweile ist die Stadt an 32 Unternehmen – zeitlich begrenzt – beteiligt.

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COV Inland

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 819,6 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (1.308,6) und im Burgenland (937,5). Am niedrigsten ist der Wert in Kärnten (505,6) und in der Steiermark (570,1).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 9.831 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 9.831 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet (Stand: heute, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

18.805 Menschen verstarben bisher am oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 982 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 56 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

COV Ausland

Die siebente Welle der CoV-Pandemie steigt in Frankreich derzeit steil an. Erstmals seit drei Monaten werde die Schwelle von 200.000 Infektionen innerhalb von 24 Stunden wieder überschritten, sagte der neue Gesundheitsminister Francois Braun heute. Der am Montag zum Minister ernannte Notarzt wurde in einem Ausschuss der Nationalversammlung zum geplanten Gesundheitsgesetz befragt.

Innerhalb eines Monats hat sich die Zahl der Tests etwa verdreifacht. Die Inzidenz liegt landesweit bei etwa 1.100 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Derzeit werden im Schnitt 90 Patienten und Patientinnen täglich auf die Intensivstation eingeliefert, etwa 26 Prozent mehr als in der Vorwoche.

Die französische Regierung hat bisher auf gesetzliche Maßnahmen verzichtet, um die jüngste Welle einzudämmen. Sie appellierte lediglich an die Bürger und Bürgerinnen, freiwillig Masken in Bussen und Bahnen zu tragen. Menschen über 60 Jahren und mit Vorerkrankungen sollten sich eine Auffrischungsimpfung geben lassen, wenn sie das noch nicht getan haben.

Wegen einer drohenden „Explosion“ an Infektionen ist in China erneut ein rigoroser Lockdown über eine 13 Millionen Einwohner zählende Stadt verhängt worden. Geschäfte, Schulen und Restaurants der für ihre Terrakotta-Armee berühmten Millionenmetropole Xi’an bleiben nach Angaben der Stadtverwaltung von morgen an für eine Woche geschlossen. Dadurch sollte „die Gesellschaft so weit wie möglich zur Ruhe kommen, die Mobilität reduzieren und das Infektionsrisiko senken“.

Seit Samstag wurden in Xi’an den Behörden zufolge 18 CoV-Infektionen mit der Omikron-Variante registriert. Die Millionenmetropole im Norden der Volksrepublik war Ende vergangenen Jahres bereits unter einen drastischen Lockdown gestellt worden. Einen Monat lang wurde das öffentliche Leben in der Stadt komplett lahmgelegt. Damals wurden Tausende CoV-Fälle registriert.

EU

Justizministerin Alma Zadic (Grüne) hat heute in Bosnien-Herzegowina die Politiker des Landes aufgefordert, die Chance, den EU-Beitrittskandidatenstatus zu erlangen, ernst zu nehmen und endlich mit der Umsetzung der erwarteten Reformen zu beginnen. „Der Westbalkan und insbesondere Bosnien-Herzegowina haben für Österreich Priorität“, sagte Zadic laut der kroatischen Nachrichtenagentur HINA vor der Presse in Sarajevo.

Zadic betonte, dass der Europäische Rat mit der Verleihung des EU-Kandidatenstatus an die Ukraine und Moldawien vor zwei Wochen klare Signale gesendet habe, das auch Bosnien-Herzegowina ermöglichen zu wollen. Dazu müssten aber drei wichtige Reformgesetze umgesetzt werden.

Zadic sieht Verantwortung bei Politikern

„Politiker in Bosnien und Herzegowina tragen eine große Verantwortung für die Umsetzung von Reformen in Bezug auf Rechtsstaatlichkeit, Verfassungsänderungen und die Justiz“, sagte die im bosnischen Tuzla geborene Justizministerin. Die vergangenen drei Jahre seien jedoch praktisch verloren gewesen, denn hätten die Politiker in Bosnien-Herzegowina diese richtig genutzt, hätte das Land bereits Kandidatenstatus, so Zadic.

Auch der Leiter der EU-Delegation in Bosnien-Herzegowina, Johan Sattler, erklärte, dass die Debatte im Europäischen Rat eindeutig bewiesen habe, dass die europäische Perspektive von Bosnien-Herzegowina offen sei und es nun an den Politikern des Landes liege, ihren Teil der Arbeit zu tun.

Brüssel erwarte, dass Bosnien-Herzegowina unmittelbar nach den für Oktober anberaumten Wahlen neue Gesetze über die Obersten Richter- und Staatsanwaltschaftsräte, die Vermeidung von Interessenkonflikten und das öffentliche Beschaffungswesen verabschiede, so Sattler.

Sport

Novak Djokovic hat heute bei den All England Championships in Wimbledon dank eines Kraftakts noch das Halbfinale erreicht. Der topgesetzte Serbe stand gegen Jannik Sinner aus Italien bereits mit dem Rücken zur Wand, drehte nach 0:2-Satzrückstand jedoch auf und entschied die Partie nach 3:35 Stunden doch noch mit 5:7 2:6 6:3 6:2 6:2 für sich.

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Tatjana Maria hat heute das deutsche Viertelfinale gegen Jule Niemeier beim Rasenklassiker in Wimbledon gewonnen und ist nur noch zwei Siege vom Sensationstitel entfernt. Die 34-jährige zweifache Mutter setzte sich am Dienstag in einem Krimi mit 4:6 6:2 7:5 durch und erreichte erstmals in ihrer langen Karriere das Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier.

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Österreichs Ski-Damen haben mit Thomas Trinker seit Mai einen neuen Rennsportleiter, der sich offen für neue Wege zeigt. So wird Katharina Liensberger ab heute auf eigene Faust mit – dem frisch ins Betreuerteam geholten – Livio Magoni drei Tage auf dem Stilfser Joch auf Schnee trainieren. Die aus zwölf Athletinnen bestehende WC3-Gruppe unter der Leitung von Karlheinz Pichler arbeitet unterdessen an der Kondition.

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Chronik

Der wegen Sexualverbrechen zu 30 Jahren Haft verurteilte frühere Popstar R. Kelly muss nach Einschätzung der New Yorker Behörden im Gefängnis nicht mehr unter besonderer Beobachtung stehen. Der Sänger werde nicht mehr als suizidgefährdet eingeschätzt, teilte die New Yorker Staatsanwaltschaft heute mit. Damit sei auch eine Klage von Kellys Anwälten hinfällig, die in den Haftbedingungen des Musikers eine Gängelung aufgrund seiner Bekanntheit sehen.

Wegen der Einstufung als suizidgefährdet sei er unter anderem in einer spartanisch eingerichteten Einzelzelle untergebracht gewesen und habe Kleidung aus einem besonders rauen Stoff tragen müssen, hieß es in der Klage. Die Staatsanwaltschaft hatte die Einstufung zunächst als gerechtfertigt verteidigt. Tägliche Gespräche von Haftpsychologen mit ihm hätten zu dieser Einschätzung geführt.

Der 55 Jahre alte frühere Popstar war in der vergangenen Woche in einem Missbrauchsprozess zu einer Haftstrafe von 30 Jahren verurteilt worden. Er ist derzeit in einem Bundesgefängnis im New Yorker Stadtteil Brooklyn in Haft, könnte aber wegen eines weiteren Prozesses Anfang August verlegt werden.

Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Jury den Musiker nach mehrwöchigem Prozess in allen neun Anklagepunkten – darunter sexuelle Ausbeutung Minderjähriger, Kidnapping und Bestechung – für schuldig befunden. Kelly hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen.

Ein 64-jähriger Mann und seine 63-jährige Ehefrau aus Krems sollen reihenweise die Kilometerstände von Gebrauchtwagen frisiert haben, um beim Verkauf einen höheren Preis zu erzielen. Die Polizei spricht von einer Schadenssumme im fünfstelligen Bereich.

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Die Polizei hat eine Schleppergruppe ausgeforscht, die mindestens 36 Marokkaner nach Österreich gebracht und sie zum Arbeiten an Reiterhöfe vermittelt hat, wo sie teils ausgebeutet wurden. Der Haupttäter wurde in Graz festgenommen.

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Gesundheit

Umwelt & Klima

Im Zuge der Klimaerwärmung ist speziell Europa von immer mehr Hitzewellen betroffen. Laut einer neuen Studie liegt das auch an den Jetstreams über dem Kontinent – großen Windbändern in fünf bis zehn Kilometer Höhe, die für lange anhaltende Wetterlagen sorgen.

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Panzerfahrten, Explosionen und verminte Landschaften – der Krieg in der Ukraine ist nicht nur fürchterlich für die dort lebenden Menschen, auch die Umwelt und das Klima leiden unter den andauernden Konflikten. Böden, Gewässer und Luft sind laut einer Expertin schon jetzt extrem belastet.

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Die Stadt Wien hat ihre Klimaschutzbestrebungen untersuchen lassen: Der „Vienna Green Economy Report“ analysiert aktuelle und geplante Klimaschutzprojekte, etwa im Bereich Verkehr, und findet ein CO2-Einsparungspotenzial von 1,5 Mio. Tonnen jährlich.

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Die Stadt Salzburg will mehr Bäume, Sträucher, Hecken im Ballungsraum – auf Straßen, Plätzen sowie auf und an Gebäuden. Weil viele Stadtflächen mit Asphalt und Beton versiegelt sind, staut sich im Sommer die Hitze. Mehr Pflanzen sollen helfen. Geredet und gefordert wird seit Jahrzehnten – bisher offenbar vergeblich.

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IT

Kultur

Mehrere Kinos in Großbritannien haben anzugtragende Jugendliche von Vorführungen des neuen Minions-Films „Auf der Suche nach dem Mini-Boss“ ausgeschlossen. Das ist seit dem weltweiten Start des Films unter dem Hashtag „#gentleminions“ ein TikTok-Trend – auch in Österreich.

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Das für Donnerstag im Wiener Konzerthaus geplante Konzert von Iggy Pop wird auf den 2. September verschoben. Die US-Punklegende hatte zuvor bereits einen für heute geplanten Auftritt im italienischen Mantova abgesagt. Auf Facebook begründete er das mit Stimmproblemen: „Ich habe mir die Entscheidung nicht einfach gemacht. Ich liebe meine Fans. Aber ich muss meine Stimme schützen.“

Die Salzburger Festspiele trennen sich vom Projektsponsor Solway. Dem Unternehmen wurden im Frühjahr von der Investigativplattform Bellingcat unter anderem enge Verbindungen zum Kreml nachgesagt. Damit verzichten die Festspiele auf 150.000 Euro, die Solway bisher sponserte.

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Science

Trotz ihrer Körpergröße sind Wale in den Weiten der Weltmeere oft schwer zu fassen. Norwegische Forscherinnen und Forscher haben nun eine neue Möglichkeit gefunden, die scheuen Riesen großflächig zu überwachen: Sie belauschen Bartenwale im arktischen Meer mit Hilfe von Glasfaserkabeln.

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Panorama

Eine historische Brücke in Rotterdam wird nun doch nicht für die Durchfahrt einer Megajacht abgebaut, die nach Medienberichten Amazon-Gründer und US-Milliardär Jeff Bezos dort bauen lässt. Schiffsbauer Oceanco habe den Behörden mitgeteilt, nach heftigen Reaktionen und Drohungen keinen Antrag auf Teilabbau der Koningshavenbrug zu stellen, sagte ein Sprecher der niederländischen Hafenstadt heute der dpa und bestätigte entsprechende Medienberichte.

Historische Brücke Koningshaven („De Hef“) in Rotterdam
Reuters/Piroschka Van De Wouw

Der Plan hatte die Rotterdamer empört: Die fast 100 Jahre alte Brücke sollte der Luxusjacht weichen. In den sozialen Netzwerke gab es Aufrufe, das Schiff mit faulen Eiern zu begrüßen. Nun berichtete die Tageszeitung „Trouw“, dass der Schiffsbauer Vandalismus befürchtete und daher die Aktion abgeblasen habe. Die frühere Eisenbahnbrücke über der Maas steht unter Denkmalschutz.

Unklar ist, auf welche Weise – und wie weit fertiggestellt – das Schiff nun zur offenen See gelangen soll.