COV Ausland

Die erstmals in England nachgewiesene Coronavirus-Mutation B.1.1.7 ist nach britischen Erkenntnissen offenbar tödlicher als frühere Virusvarianten. Es gebe mittlerweile „Hinweise“, dass die Mutation nicht nur ansteckender sei, sondern auch „mit einer höheren Sterblichkeitsrate in Verbindung gebracht werden“ könne, sagte Premierminister Boris Johnson heute Abend in London.

Nach Angaben des wissenschaftlichen Chefberaters der britischen Regierung, Patrick Vallance, könnte die neue Variante rund 30 Prozent tödlicher sein als das ursprüngliche Virus. Bei 60-jährigen Männern steige nach derzeitigen Erkenntnissen die Zahl der Toten nach einer Infektion mit der Mutation auf 13 oder 14 von 1.000 Erkrankten. Bei der ursprünglichen Virusvariante liege die Quote bei etwa zehn Toten unter 1.000 Infizierten.

Auch bei anderen Altersgruppen lasse sich eine höhere Sterblichkeitsrate entdecken, sagte Vallance. Allerdings verwies er ausdrücklich darauf, dass derzeit noch wenige Daten zu der neuen Virusvariante vorlägen. „Ich möchte betonen, dass es noch viel Unsicherheit rund um diese Zahlen gibt“, sagte Vallance.

Die Virusvariante hatte sich zuerst in London und Südengland verbreitet und wurde nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile in rund 60 Ländern nachgewiesen, darunter auch Österreich.

Österreicherinnen und Österreicher werden ab kommender Woche bei Reisen nach Tschechien keinen negativen PCR-Test mehr brauchen. Das teilte das tschechische Außenministerium heute mit. Dasselbe wird für einige weitere europäische Länder gelten: Ungarn, Belgien, Bulgarien, Finnland, Island, Luxemburg, Norwegen, Griechenland und die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln.

Alle genannten Länder bzw. Regionen werden auf dem tschechischen Coronavirus-Ampelsystem von der roten in die orange Zone verschoben. In dieser Zone sind Staaten, in denen das Infektionsrisiko als „mittel“ eingestuft wird,

Allerdings gilt Tschechien selbst als Gebiet mit hohem Risiko. Zwar sinken in den letzten Tagen die Infektionszahlen in dem 10,7 Millionen Einwohner zählenden Land, allerdings bleiben sie immer noch zu hoch.

Wegen anhaltend hoher Infektionszahlen gilt in den Niederlanden ab Mitternacht erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder eine nächtliche Ausgangssperre. Wer gegen das zwischen 21.00 Uhr und 4.30 Uhr geltende Ausgangsverbot verstößt, muss mit einer Geldbuße in Höhe von 95 Euro rechnen.

Nach Regierungsangaben bleibt das Verbot zunächst bis 9. Februar in Kraft. Es soll helfen, die Ausbreitung der ansteckenderen Variante des Virus einzudämmen. Mitte Jänner hatte die Regierung bereits den Lockdown bis 9. Februar verlängert. Schulen, Restaurants und alle nicht notwendigen Geschäfte sind geschlossen. Zudem darf sich nicht mehr als ein Gast in einem Haushalt aufhalten.

Die spanische Insel Ibiza wird ab morgen wegen steil ansteigender CoV-Zahlen vorerst bis zum Monatsende weitgehend abgeriegelt. Die wie Mallorca, Menorca und Formentera zu den Balearen-Inseln im Mittelmeer gehörende Insel darf dann nur noch aus triftigem Grund besucht werden, etwa um zur Arbeit oder zum Arzt zu kommen, wie die deutschsprachige „Mallorca Zeitung“ heute berichtete.

Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen 14 Tagen sei auf Ibiza auf mehr als 1.800 gestiegen, meldete die Nachrichtenagentur Europa Press. Auch auf den anderen Balearen-Inseln ist die Lage kritisch. Insgesamt liegt die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf den Balearen bei 309.

Auf Mallorca demonstrierten heute erneut Gastronomen gegen die Schließung der Gaststätten und die aus ihrer Sicht zu geringen staatlichen Hilfen. Genehmigt war eine Kundgebung, bei der alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihren Autos bleiben mussten. Aber neben mehreren hundert Fahrzeugen beteiligten sich auch rund 1.000 Fußgängerinnen und Fußgänger an der Demo. Die Polizei schritt nicht ein.

Die deutsche Bundesregierung verschärft die Reiseauflagen und führt eine Testpflicht für Einreisende aus über 20 Staaten ein. Innerhalb der Europäischen Union werden etwa Estland, Lettland, Litauen, Portugal, Slowenien, Spanien und Tschechien zu „Hochinzidenzgebieten“ erklärt, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) heute mitteilte.

Personen aus solchen Staaten müssen ab Sonntag bei Einreise einen negativen CoV-Test vorweisen. Diese Länder haben eine Inzidenz von über 200. Die Vorgabe wurde auch auf weitere Staaten außerhalb der EU ausgeweitet. Dazu zählen auch die USA. Bisher galt die Testpflicht lediglich für Reisende aus Großbritannien, Irland, Südafrika und Brasilien, da dort Virusmutationen aufgetreten sind.

Im Kampf gegen die Pandemie will Belgien ab Mittwoch nicht notwendige Auslandsreisen verbieten. Das verlautete heute Abend aus Regierungskreisen in Brüssel. Die Maßnahme solle bis zum 1. März gelten. Verboten werden beispielsweise Urlaubsreisen und Freizeitausflüge. Warenverkehr sowie Grenzpendlerinnen und -pendler sollen nicht eingeschränkt werden, zudem soll es Ausnahmen geben.

Wegen der Gefahr durch die neuen CoV-Varianten hatten sich die EU-Staats- und -Regierungschefs gestern darauf verständigt, vermeidbare Reisen weitgehend auszubremsen. Belgien geht mit der Entscheidung darüber hinaus. Damit soll vor allem verhindert werden, dass die Infektionszahlen nach den Karnevalsferien dramatisch steigen.

Ministerpräsident Alexander De Croo hatte bereits am Mittwoch argumentiert, dass man bisher dringend von allen nicht notwendigen Reisen abrate, und dennoch viele Menschen über Weihnachten das Königreich verlassen hätten.

Nach jüngsten Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde Sciensano wurden in dem Land mit 11,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern in den vergangenen zwei Wochen 247 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner registriert. In den vergangenen sieben Tagen waren es insgesamt knapp 2.000 Fälle täglich gewesen.

COV Inland

Mehrere Schulleiterinnen und -leiter klagen über Probleme bei der Auslieferung der CoV-Selbsttests. Seit Montag sollten Pflichtschulkinder, die zur Betreuung in der Schule sind, getestet werden – das war nicht überall möglich. Das Ministerium hat jetzt einen neuen Lieferanten.

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Peter Klimek von der Medizinischen Universität Wien sieht in den CoV-Mutationen den „Startschuss einer neuen Phase der Pandemie“. Bezüglich der britischen Variante B.1.1.7 müsse man „leider davon ausgehen, dass Wien da weiter fortgeschritten ist“.

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Mit dem breitflächigen Start der Impfungen gegen das Coronavirus stellt sich für viele Menschen die Frage, wann sie denn nun drankommen. Die Bundesländer haben aktuell mit der noch einschränkten Verfügbarkeit des Impfstoffs zu kämpfen, es gibt zudem auch einige regionale Unterschiede, unter anderem wegen der unterschiedlichen Größen. Die Impfbereitschaft ist unterdessen deutlich gestiegen.

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Wegen zahlreicher vorgezogener CoV-Impfungen von Kommunalpolitikern hat das Land Oberösterreich heute die Bezirksverwaltungsbehörden schriftlich aufgefordert, das Einhalten der Reihung in den Heimen stichprobenartig zu kontrollieren. „Aufpasser“ sollen ab sofort auch zu den Impfaktionen in Alters- und Pflegeheimen in Vorarlberg geschickt werden. Das berichteten die „Vorarlberger Nachrichten“.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 119 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Damit stieg der Wert im Vergleich zum Vortag leicht. Am höchsten ist die Zahl in Salzburg (224), Vorarlberg (192) und Kärnten (154), am niedrigsten in Wien (95), Tirol (100) und der Steiermark (101).

Ministerien melden 2.088 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 2.088 neu registrierte Coronavirus-Fälle (Stand: heute, 9.30 Uhr) innerhalb der letzten 24 Stunden. Landesweit starben bisher 7.330 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 1.914 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 331 auf Intensivstationen.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung für die Umstellung und die neue, genauere Zählweise in ORF.at/corona

Ab Montag gilt in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen eine FFP2-Maskenpflicht. Auch für bestimmte Berufsgruppen ist eine Tragepflicht vorgesehen, sofern diese kein negatives Testergebnis vorweisen können. Das Parlament werden die Verschärfungen aber kaum tangieren. Lediglich der Mindestabstand wird auf zwei Meter erhöht, hieß es heute auf ORF.at-Anfrage aus der Parlamentsdirektion.

Die bereits bestehende Maskenpflicht im Parlament wird hingegen nicht verschärft. Abgeordnete, Bundesräte und Bundesrätinnen sowie Regierungmitglieder müssen im Hohen Haus weiterhin keine Maske tragen. Es bleibt bei einer Empfehlung.

Maskenpflicht für Besucher, Ausnahme für Mandatare

Für Personen, die sich in den Räumlichkeiten des Parlaments aufhalten, bleibe die MNS-Pflcht aufrecht. FFP2-Maske müssen nicht getragen werden, so die Parlamentsdirektion. Auch für den „Ibiza“-U-Ausschuss gilt die MNS-Pflicht für Mitarbeiter der Fraktionen und Medienvertreter.

Dass Politikern und Politikerinnen von der Maskenpflicht ausgenommen sind, begründete Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) mit dem freien Mandat. „Aufgrund des freien Mandates der Abgeordneten ist es mir nicht möglich, eine Maskenpflicht zu verordnen. Es liegt im Ermessen jedes Abgeordneten, sich selbst und andere durch das Maskentragen zu schützen, insbesondere dann, wenn man seinen Platz verlässt“, sagte er im Oktober.

„Schutz der Gesundheit“

Der Parlamentarismusexperte und ehemalige ÖVP-Klubdirektor, Werner Zögernitz, pflichtete Sobotka bei. Verfassungsrechtler Bernd-Christian Funk widersprach vor einigen Wochen in der „Kleinen Zeitung“: „Das hat nichts mit dem freien Mandat zu tun.“ In Zeiten einer Pandemie überwiege der „Schutz der Gesundheit“, und das freie Mandat habe in den Hintergrund zu treten.

Gemäß Verfassung sind die Mitglieder des Nationalrats und die Mitglieder des Bundesrats „bei der Ausübung dieses Berufes an keinen Auftrag gebunden“.

Ausland

Der US-Senat hat den ehemaligen General Lloyd Austin als Verteidigungsminister im Kabinett des neuen US-Präsidenten Joe Biden bestätigt. Der 67-Jährige ist der erste Kandidat für einen Ministerposten, der von der Parlamentskammer grünes Licht bekam. Der Senat bestätigte ihn heute mit breiter Zustimmung auch der republikanischen Mitglieder. Für ihn stimmten 93 Senatoren, gegen ihn nur zwei.

Lloyd Austin
Reuters/The Hill

Dabei war die Nominierung Austins mit einer zusätzlichen Hürde verbunden: Weil seine aktive Zeit im Militär als Viersternegeneral noch nicht lange genug zurückliegt, brauchte er eine Ausnahmegenehmigung durch den Kongress. Austin ist der erste Schwarze an der Spitze des Pentagons. Biden hatte versprochen, ein Kabinett zu bilden, das die Vielfalt der USA widerspiegelt.

Austin betrachtet China als besonders große Herausforderung für sein Ministerium. Als Verteidigungsminister will er die Beziehungen zu internationalen Partnern stärken und konsequent gegen Probleme wie Extremismus und Rassismus innerhalb des US-Militärs vorgehen.

Der US-Senat soll am Montag die Anklageschrift im Verfahren gegen den früheren US-Präsidenten Donald Trump wegen „Anstiftung zum Aufruhr“ erhalten. Das kündigte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, heute an. Die Übermittlung der konkreten Anklagepunkte ist der nächste Schritt im Amtsenthebungsverfahren gegen den ehemaligen Präsidenten. Trumps Amtszeit ist zwar diese Woche abgelaufen – aber das Verfahren könnte eine lebenslange Ämtersperre für Trump bringen.

Die Republikaner im US-Senat wollten den Beginn der Verhandlungen im Amtsenthebungsverfahren bis etwa Mitte Februar hinauszögern. Ihr Minderheitsführer Mitch McConnell schlug vor, das Repräsentantenhaus solle seine Anklage gegen Trump wegen „Anstiftung zum Aufruhr“ erst am 28. Jänner formell dem Senat übermitteln. Dann hätten beide Parteien gut zwei Wochen, bis zum 13. Februar, um ihre jeweiligen Schriftstücke einzureichen, wie McConnell erklärte. Danach könnte die eigentliche Verhandlung im Senat beginnen, die einem Prozess vor Gericht ähnelt.

Demokraten und Republikaner halten jeweils 50 Sitze im Senat. Bei einem Patt kann Vizepräsidentin Kamala Harris die entscheidende Stimme für die Demokraten einbringen. Im Amtsenthebungsverfahren ist eine Zweidrittelmehrheit notwendig. Bisher ist unklar, ob genug Republikaner für eine Verurteilung Trumps stimmen würden.

Wegen des qualvollen Tods von 39 Menschen in einem Lastwagen in Großbritannien sind heute vier Männer zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Zwei Anführer einer Schlepperbande müssen für 27 und 20 Jahre ins Gefängnis, wie der Strafgerichtshof Old Bailey in London entschied. Der Fahrer des Lastwagens wurde zu 13 Jahren und vier Monaten, ein vierter Mann zu 18 Jahren Haft verurteilt.

„Ich habe keine Zweifel daran (…), dass es sich um eine raffinierte, langjährige und profitable Verschwörung handelte, um hauptsächlich vietnamesische Migranten über den Kanal zu schmuggeln“, sagte Richter Nigel Sweeney. Die Menschen seien einen qualvollen Tod gestorben. Zugleich betonte Sweeney: „Die Bereitschaft der Opfer, illegal ins Land einzureisen, ist keine Entschuldigung für das, was ihnen widerfahren ist.“

Die Toten waren am 23. Oktober 2019 im Südosten Englands in einem Lkw entdeckt worden. Die Schlepper hatten von ihnen viel Geld verlangt. Zunächst 10.000, später 13.000 Pfund (fast 15.000 Euro) kassierten sie pro Person. Es war nicht der erste Trip zwischen dem europäischen Festland und Großbritannien, den die Bande organisierte.

Der Fall erinnert an die Tragödie von Parndorf am 26. August 2015, als nahe der Grenze zu Ungarn ein Kühllastwagen mit den Leichen von 71 erstickten Menschen entdeckt wurde.

Armin Laschet, Ministerpräsident des deutschen Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, ist endgültig neuer CDU-Vorsitzender. Nach seiner Wahl bei einem Onlineparteitag am Samstag bestätigten ihn die Delegierten auch in der anschließenden Briefwahl. Das gab die CDU heute in Berlin bekannt.

Der bald 60-Jährige setzte sich vor einer knappen Woche gegen Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Ex-Umweltminister Norbert Röttgen durch. Er folgt Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer an der Parteispitze nach.

Wie CDU-Wahlvorstand Thomas de Maiziere mitteilte, entfielen bei der Briefwahl auf Laschet 796 Stimmen der insgesamt 1.001 Delegierten. Die beiden unterlegenen Kandidaten vom Parteitag standen diesmal nicht mehr zur Abstimmung.

„Signal der Einheit der Union“

Laschet sagte nach der Bekanntgabe des Ergebnisses, dieses zeige, dass auch viele derjenigen, die bei der Onlineabstimmung für Merz und Röttgen gestimmt haben, „jetzt hinter dem neuen Vorsitzenden stehen“. Die Beteiligung an der Briefwahl und ihr Ergebnis „sind ein Signal der Einheit der Union“.

Laschet hatte die Stichwahl gegen Merz auf dem Onlineparteitag mit 521 zu 466 Stimmen für sich entschieden. Er kam damit auf 52,6 Prozent der abgegebenen Stimmen inklusive der Enthaltungen. Merz erzielte 47,0 Prozent. Um die „digitale Vorauswahl“ rechtssicher zu machen, schloss sich die Briefwahl an. Laschet, Merz und Röttgen hatten aber schon im Voraus versichert, dass sie das Ergebnis der Onlineabstimmung akzeptieren wollten.

In der CDU war erwartet worden, dass Laschets Ergebnis in der Briefwahl besser ausfallen würde als beim Parteitag. Voraussichtlich werde es etlichen Delegierten wichtig sein, den neuen Vorsitzenden mit einem guten Wahlergebnis ins Superwahljahr zu schicken, lautete die Begründung. Im September findet in Deutschland die nächste Bundestagswahl statt.

Der peinliche Moment hat nur wenige Sekunden gedauert, aber es war ein Symbol im Kleinen für die schwierige Amtsübergabe des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump auf den nun amtierenden Nachfolger Joe Biden in den letzten Monaten.

Als Joe Biden mit seiner Ehefrau Jill am Tag der Inauguration am Mittwoch zum Weißen Haus ging, stand das Ehepaar vor verschlossenen Türen am Nordflügel ihrer neuen Unterkunft. „Es gab einen Protokollbruch, als die Eingangstüren nicht für die erste Familie offen gehalten wurden, als sie am nördlichen Portikus ankam“, sagte Lea Berman, Mitarbeiterin im Weißen Haus gegenüber der „New York Times“.

US-Präsident Joe Biden und seine Frau Jill vor dem Eingang zum Weißen Haus
AP/Alex Brandon

Chefdiener Stunden zuvor abgesetzt

Üblicherweise wird die Tür von Marinesoldaten geöffnet. Möglicherweise könnte das Durcheinander auch mit dem fehlenden Chefdiener des Weißen Hauses zusammenhängen. Timothy Harleth wurde wenige Stunden zuvor mitgeteilt, dass man seine Dienste nicht mehr benötige. Harleth war noch von Melania Trump ausgewählt worden. Zu seinen Aufgaben gehörte auch die Bearbeitung von Personalfragen und die Überwachung der Budgets für die Familienresidenz.

Harleth war seit dem Wahltag vergangenen November in einer schwierigen Position. Er versuchte, die Vorbereitungen für einen neuen Bewohner im Weißen Haus zu treffen, währenddessen sein Bewohner sich weigerte zuzugeben, dass er das Haus verlassen würde. Trump traf sich nie mit Biden im Weißen Haus, wie es eigentlich Tradition ist.

ZIB2

Die SPÖ-Chefin zur Corona-Lage, dem Impfplan der Regierung, zu Lieferengpässen in Österreich und der Rolle der SPÖ in der Corona-Krise.

Wie viel Miete muss man im Lockdown zahlen?

Die Standpunkte von Geschäftsleuten und Vermietern und wie die Rechtslage ist.

Gähnende Leere und viele Arbeitslose

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf der Urlaubsinsel Mallorca.

Zum Schwangerschaftsabbruch nach Deutschland

Wie Frauen in Polen nach den neuen Abtreibungsverboten einen Ausweg suchen.

ZIB2 mit Lou Lorenz-Dittlbacher, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Inland

In Graz sind heute zwei Beamte des Heeresabwehramts wegen Amtsmissbrauchs zu Geldstrafen verurteilt worden. Sie sollen von einem geplanten Anschlag auf eine Grazer Moschee gewusst, aber nichts unternommen haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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Beim österreichweiten „1-2-3-Ticket“ für die öffentlichen Verkehrsmittel hält Verkehrsministerin Leonore Gewessler (Grüne) nun bei drei Bundesländern, die einen „Umsetzungsvertrag“ unterzeichnet haben. Nach Salzburg im Vorjahr sind heute Tirol und Vorarlberg dazugekommen. Im Februar soll das nächste Bundesland an der Reihe sein, welches das ist, verriet die Ministerin aber noch nicht.

Bis Jahresende will sie – trotz aller Unkenrufe – das „Klimaticket“ österreichweit abgesegnet haben, die Gespräche mit den übrigen Ländern und den Verkehrsverbünden würden sehr intensiv laufen, mittlerweile halte man bei rund 150 Treffen.

„Sie sehen heute eine sehr glückliche Mobilitätsministerin“, so Gewessler vor Medien und im Verbund mit der Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) und dem Vorarlberger Verkehrslandesrat Johannes Rauch (Grüne).

Die Ministerin sprach heute gar von einer „Revolution“ hin zu einem bequemen und günstigen „Öffi“-Ticket. Wird das „1-2-3-Ticket“ in der geplanten Form umgesetzt, dann könne man mit einem Jahresticket zum Preis von 1.095 Euro im ganzen Land mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, so Gewessler.

„Nächster Halt Österreichticket“

In einer ersten Ausbaustufe des umstrittenen Regierungsvorhabens soll die Stufe drei, also die bundesweite Variante, eingeführt werden. Dazu brauche es „politischen Mut“, so Felipe. Rauch wiederum sprach von einem „riesengroßen Schritt“. Und Gewessler meinte: „Nächster Halt Österreichticket.“ Zustimmung zu der heutigen Unterzeichnung des Umsetzungsvertrages kam auch von den Landeshauptmännern Günther Platter und Markus Wallner (beide ÖVP).

Vor der Umsetzung – um einen Euro pro Tag in einem Bundesland, um zwei Euro pro Tag in einem und im Nachbarbundesland, um drei Euro pro Tag das gesamte Bundesgebiet – wartet aber noch viel Überzeugungsarbeit auf die Verkehrsministerin. So hatte erst Ende Dezember 2020 der Verkehrsverbund Ostregion (VOR, umfasst Wien, Niederösterreich und das Burgenland) deutliche Kritik geäußert. Es seien noch viele Fragen sowie die Finanzierung offen, sagte VOR-Geschäftsführerin Karin Zipperer.

Widerstand kam zuletzt auch von der Stadt Linz. Sie sieht unter Berufung auf ein Rechtsgutachten einen Widerspruch zur Verfassung. Laut der Stadt dürften die Tarife für Nah- und Regionalverkehr nicht vom Bund festgelegt werden.

Das gaben der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) und Infrastrukturreferent Vizebürgermeister Markus Hein (FPÖ) in einer Pressekonferenz im Dezember des Vorjahres bekannt. Gewessler meinte heute dazu, das Gutachten sei bereits veraltet.

Nach den Ausschreitungen in Favoriten in der Silvesternacht hat Wien jetzt ein Deeskalationspaket geschnürt. So soll etwa die Anzahl der Schulsozialarbeiter im Bezirk auf zehn verdoppelt werden. Auch Nacht-Streetwork wird es geben.

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Sport

Sofia Goggia hat heute in Crans-Montana den Abfahrtshattrick geschafft. Die Italienerin gewann nach den Rennen in Val d’Isere und St. Anton auch die erste von zwei Abfahrten im Schweizer Skiort. Hinter Goggia platzierten sich die Tschechin Ester Ledecka (+0,20 Sekunden) und die US-Amerikanerin Breezy Johnson (+0,57). Die Österreicherinnen konnten diesmal nicht um einen Platz auf dem Podest mitmischen.

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Mit insgesamt 13 Titeln führt die National Football League (NFL) die Green Bay Packers als Rekordmeister. Heuer könnte ein fünfter in der Super-Bowl-Ära dazukommen, denn die Packers präsentierten sich neben den Kansas City Chiefs bisher als einer der heißesten Titelkandidaten. Vor allem Quarterback Aaron Rodgers zeigte sich im zweiten Jahr unter Cheftrainer Matt LaFleur in bestechender Form – und das trotz eines angeblich gestörten Verhältnisses zwischen den beiden.

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Wirtschaft

Der langjährige Chef des Schreibgeräteherstellers Lamy, Manfred Lamy, ist tot. Der Sohn des Firmengründers C. Josef Lamy starb am Sonntag im Alter von 84 Jahren, teilte das Heidelberger Unternehmen heute mit. Manfred Lamy war 1962 in die Firma eingetreten.

1973 wurde er alleiniger Geschäftsführer und hatte großen Anteil am Aufstieg des Unternehmens zu einer führenden Designmarke im Schreibgerätebereich. 2006 zog sich Lamy aus dem operativen Geschäft zurück. Das Unternehmen hat heute rund 380 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Chronik

Weil er seine Stieftochter jahrelang vergewaltigt hat, ist heute ein 40-jähriger Mann am Wiener Landesgericht zu 14 Jahren Haft verurteilt und in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Das Opfer brachte auch ein Kind des Mannes auf die Welt.

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Rund um den U2/U5-Ausbau in Wien gibt es Aufregung über eine bevorstehende Baumfällung. Ecke Josefstädter Straße und Auerspergstraße soll eine 80-jährige Platane dem U-Bahn-Bau weichen. Eine Initiative will das verhindern, die Wiener Linien machen jetzt ein Angebot.

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Bei zwei Unglücken in einer Ölfabrik und einem Bergwerk sind in Russland insgesamt fünf Arbeiter gestorben und mehrere verletzt worden. In einer kleinen Fabrik in der russischen Teilrepublik Tatarstan starben zwei Menschen bei der Explosion eines Wassertanks, wie die zuständige Staatsanwaltschaft heute mitteilte. Die Behörde ermittelt nun wegen des Verstoßes gegen Sicherheitsvorschriften.

In der Region Kemerowo in Sibirien starben drei Männer beim Einsturz einer Kohlemine. Zuvor war in 265 Meter Tiefe Methan ausgetreten. 41 Kumpels konnten sich Angaben des stellvertretenden Gouverneurs an die Oberfläche retten. Auch hier ermittelt die Staatsanwaltschaft. In Russland kommt es immer wieder zu tödlichen Unglücken, weil Arbeitsschutzbestimmungen nicht eingehalten werden.

Leute

Microsoft-Gründer Bill Gates ist gegen das Coronavirus geimpft worden. „Einer der Vorteile, 65 zu sein, ist der Zugang zum Covid-19-Impfstoff“, schrieb Gates heute auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Er habe diese Woche die erste der zwei Impfdosen erhalten – „und ich fühle mich großartig“. Gates steht im Mittelpunkt einiger Verschwörungstheorien rund um das Coronavirus. „Diese verrückten Ideen verbreiten sich irgendwie schneller in den sozialen Medien als die Wahrheit. Ich bin überrascht, dass mein Name in diesen Verschwörungstheorien auftaucht“, sagte Gates vergangenes Jahr etwa der deutschen „Bild“-Zeitung.

Kultur

Die Schauspielerin Mira Furlan, die durch Kultserien wie „Babylon 5“ und „Lost“ bekannt wurde, ist tot. Sie starb am Mittwoch an den Folgen einer Infektion mit dem West-Nil-Virus, wie ihr Manager laut US-Medienberichten mitteilte. „Sie starb friedlich in ihrem Haus in Los Angeles im Kreis ihrer Familie“, zitierte „Entertainment Weekly“ aus der Mitteilung. Furlan wurde 65 Jahre alt.

Die in Zagreb geborene Darstellerin spielte 1985 unter der Regie von Emir Kusturica in dem Spielfilm „Papa ist auf Dienstreise“ mit, der die Goldene Palme in Cannes gewann. Anfang der 90er Jahre zog sie mit ihrem Mann, Regisseur Goran Gajic, nach Kalifornien.

In der Science-Fiction-Serie „Babylon 5“ war sie in der Rolle der Botschafterin Delenn zu sehen. In der Abenteuerserie „Lost“ spielte sie die Figur der Wissenschaftlerin Danielle Rousseau. 2011 trat sie in dem Bosnien-Film „Cirkus Columbia“ für Oscar-Preisträger Danis Tanovic vor die Kamera.

Panorama

Starke Anhänglichkeit zu ihrem Besitzer Cemal Sentürk hat die Hündin Boncuk in den vergangenen Tagen gezeigt. Der Hund war dem Krankenwagen gefolgt, in dem sein Herrchen Mitte Jänner ins Krankenhaus in der türkischen Schwarzmeer-Stadt Trabzon gebracht wurde. Seitdem kehrte Boncuk täglich zu der Einrichtung zurück, berichtete die private türkische Nachrichtenagentur DHA.

Hund Boncuk wartet vor dem Krankenhaus auf seinen Besitzer
AP/DHA

Laut Sentürks Tochter nahm sie den Hund immer wieder nach Hause mit. Er laufe aber stets zurück. „Sie kommt jeden Tag gegen 9.00 Uhr und wartet bis zum Einbruch der Dunkelheit. Sie geht nicht hinein“, sagte ein Wachmann des Krankenhauses. Am Mittwoch konnte Sentürk das Spital verlassen: „Sie ist sehr an mich gewöhnt. Und ich vermisste sie auch ständig.“