Ausland

In der afghanischen Hauptstadt Kabul haben etwa zwei Dutzend Frauen und Mädchen gegen die fortschreitende Einschränkung ihrer Rechte durch die vorigen Sommer wieder an die Macht gekommenen, radikalislamischen Taliban demonstriert. „Brot, Arbeit, Freiheit“, skandierten sie mit Blick auf die wirtschaftliche Lage in Afghanistan und die starke Einschränkung ihrer Berufsfreiheit. Auch für den freien Zugang zu Bildung unabhängig vom Geschlecht demonstrierten die Frauen.

„Bildung ist mein Recht! Öffnet die Schulen wieder“, riefen sie vor dem Bildungsministerium. Die Demonstrantinnen, die großteils ihr Gesicht verschleiert hatten, marschierten ein paar hundert Meter und stoppten schließlich vor Taliban-Kämpfern in Zivil, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. „Wir wollten eine Erklärung verlesen, aber die Taliban haben es nicht erlaubt“, sagte die Demonstrantin Sholia Parsi. Die Taliban hätten einigen Mädchen ihre Handys abgenommen und die Demonstrantinnen davon abgehalten, Fotos und Videos von ihrem Protest zu machen.

Burka-Pflicht und für Frauen geschlossene Schulen

Die radikalislamischen Taliban hatten im Sommer 2021 beim Abzug aller US- und NATO-Soldaten nach knapp 20 Jahren wieder die Macht im Land übernommen. Nachdem sie zunächst weniger strikte Regeln als während ihrer Herrschaft von 1996 und 2001 angekündigt hatten, beschlossen sie in den vergangenen Monaten immer mehr Restriktionen für Mädchen und Frauen. So wurden Zehntausende Mädchen vom Unterricht in weiterführenden Schulen ausgeschlossen. Frauen dürfen zahlreiche Jobs in Regierungsbehörden nicht mehr ausüben.

In der Öffentlichkeit müssen sich Frauen seit Anfang Mai komplett verhüllen, höchstens die Augen dürfen noch zu sehen sein. Außerdem dürfen Frauen nicht mehr allein reisen und öffentliche Parks nur an bestimmten Tagen betreten, an denen sich dort keine Männer aufhalten. Geht es nach Taliban-Chef Hibatullah Akhundzada, sollten Frauen grundsätzlich zu Hause bleiben.

Der britische Premier Boris Johnson will die Freiheiten seines Landes nach dem Brexit nutzen, um imperialen Maßeinheiten wie der Unze neue Bedeutung zu geben. Pünktlich zum Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. am kommenden Wochenende wolle Johnson einen öffentlichen Beratungsprozess dazu beginnen, wie die Einheiten wie Pfund, Unze oder Yard künftig wieder genutzt werden könnten, berichteten mehrere britische Medien heute.

Seit dem Jahr 2000 galten für Großbritannien als damaliges EU-Mitglied im Handel verpflichtende Angaben etwa in Gramm und Kilogramm. Britische Händler konnten aber daneben auch Pfund und Unzen angeben. Den neuen Plänen zufolge, über die zunächst der „Sunday Mirror“ berichtete, sollen Händler künftig frei wählen können, was sie angeben. Vor Monaten hatte die konservative Regierung bereits angekündigt, wieder die Crown Stamp als korrekte Eichung auf Biergläsern sowie Sektflaschen im Pint-Format zulassen zu wollen.

Die Labour Party als größte Oppositionspartei warf der Regierung einen „erbärmlichen Versuch“ vor, eine Politik der Nostalgie zu bemühen. Stattdessen solle man sich lieber um drängendere Probleme kümmern. Beobachter sehen in Johnsons neuem Vorstoß einen Versuch, Kritiker in den eigenen Reihen zu besänftigen und von der rufschädigenden Debatte über den „Partygate“-Untersuchungsbericht abzubringen. Dieser hatte der Downing Street in der vergangenen Woche Führungsversagen und schwere Regelbrüche vorgeworfen.

In Südtirol sind die Wahlberechtigten seit 7.00 Uhr aufgerufen, an einer Volksabstimmung über ein Gesetz zur direkten Demokratie teilzunehmen. Dieses war im Jahr 2018 beschlossen, 2021 aber wieder geändert worden – unter anderem durch die regierende Südtiroler Volkspartei (SVP). Die Wahllokale sind bis 21.00 Uhr geöffnet, das Ergebnis werde spätabends vorliegen, hieß es vom Landespressedienst gegenüber der APA. Die einfache Mehrheit entscheidet, das Ergebnis ist bindend.

Im Zentrum steht die Abschaffung oder Beibehaltung der im Gesetz von 2018 vorgesehenen bestätigenden Volksabstimmung (Referendum). Demzufolge kann ein vom Landtag verabschiedetes, nicht mit einer Zweidrittelmehrheit genehmigtes Gesetz nicht in Kraft treten, wenn 300 Wahlberechtigte darüber eine Abstimmung beantragen. Die Promotoren haben dann sechs Monate Zeit, um 13.000 Unterschriften für die Abhaltung der Volksabstimmung zu sammeln.

Das betreffende Landesgesetz kann also erst nach dem positiven Ausgang der Abstimmung in Kraft treten. Im Jahr 2021 wurde dieses „beteiligende Referendum“ jedoch wieder abgeschafft. Nun soll darüber entschieden werden, ob diese Abschaffung bleibt.

Opposition für „Nein“, SVP für „Ja“

Sämtliche Oppositionsparteien riefen die Südtiroler im Vorfeld der sonntäglichen Abstimmung dazu auf, gegen eine Änderung zu stimmen. Das ursprüngliche Gesetz sei „eine wichtige Errungenschaft für die Demokratie in Südtirol“ und solle nun „nach dem Willen der Mehrheit aus SVP, Lega-Salvini und Berlusconis Forza Italia in wesentlichen Teilen beschnitten werden“, wurde kritisiert.

Die Sammelpartei SVP trommelte hingegen für ein „Ja“. Sie bekenne sich zu einer direkten Demokratie, die die Entscheidungen des Landtages ergänzt, aber nicht ersetzt. Und zu einer direkten Demokratie, die Entscheidungen des Landestages „zwar korrigiert, aber nicht blockiert“, hieß es in einer Aussendung der sieben Organisationen und Sozialpartnergremien der SVP.

Die griechische Regierung will die Grenze zur Türkei im Nordosten des Landes vollständig abriegeln. Die bestehenden 35 Kilometer Grenzzaun sollen dazu um 80 Kilometer verlängert werden, sagte Migrationsminister Notis Mitarakis heute dem Sender Skai. Damit seien all jene Regionen abgesichert, die sonst zu Fuß passiert werden könnten.

Hintergrund sind unter anderem auch die aktuell starken Spannungen zwischen Athen und Ankara: Die beiden NATO-Mitglieder Türkei und Griechenland streiten über Erdgasvorkommen, Hoheitsgebiete, die Zypern-Frage und einige andere Themen. Zuletzt hatte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärt, der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis existiere für ihn nicht mehr, und damit den Gesprächsfaden abgeschnitten.

Nun fürchtet Athen, dass Erdogan erneut flüchtende Menschen als Druckmittel einsetzen könnte, so wie 2020, als er die Grenze zu Griechenland am Fluss Evros für geöffnet erklärte und Tausende Menschen sich auf den Weg dorthin machten.

Nach den tödlichen Schüssen in einer Volksschule im Bundesstaat Texas wird US-Präsident Joe Biden heute in der betroffenen Gemeinde Uvalde erwartet. Biden hatte angekündigt, er werde gemeinsam mit seiner Ehefrau Jill nach Texas reisen und sich dort mit betroffenen Familien treffen. Ein 18-Jähriger hatte am Dienstag 19 Kinder und zwei Lehrerinnen erschossen. Ermittlungen legten erhebliche Versäumnisse der Polizei bei dem Einsatz offen. Angehörige erhoben daher schwere Vorwürfe.

Biden hatte im Voraus mitgeteilt, er wolle bei seinem Besuch in Texas den betroffenen Familien sein Mitgefühl zeigen und der Gemeinde etwas Trost spenden in einer Zeit von Schock, Trauer und Trauma. Zu den Gefühlen der Angehörigen mischt sich inzwischen zunehmend Wut.

Gedenkstätte für die Opfer
AP/Jae C. Hong

Der Direktor der Behörde für öffentliche Sicherheit in Texas, Steven McCraw, hatte am Freitag erschütternde neue Erkenntnisse vorgestellt, die für Fassungslosigkeit sorgten. Laut den Angaben waren bereits zu einem frühen Zeitpunkt 19 Polizisten im Gang vor dem Klassenraum präsent, in dem sich der Amokläufer verschanzt hatte. Die Beamten unternahmen aber mehr als 45 Minuten lang keine Versuche, in den Raum einzudringen, sondern warteten auf Spezialkräfte zur Verstärkung.

Bei den anhaltenden Protesten gegen die Militärmachthaber im Sudan sind gestern erneut zwei Demonstranten getötet worden. Ein Demonstrant sei von Sicherheitskräften erschossen worden, ein weiterer in Khartum wegen des Einsatzes von Tränengas erstickt, teilte eine Ärztegewerkschaft mit.

Durch die gewaltsame Niederschlagung von Protesten gegen den Militärputsch vom 25. Oktober starben damit bereits 98 Menschen, wie es weiter hieß. Hunderte weitere Demonstrierende wurden seitdem verletzt oder festgenommen. Gestern protestierten Tausende Menschen in mehreren Bezirken der Hauptstadt Khartum gegen den Putsch und forderten eine zivile Regierung.

Ausnahmezustand seit Oktober

Armeechef Abdel Fattah al-Burhan hatte im Oktober den Ausnahmezustand verhängt und die Regierung abgesetzt, die nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Omar al-Baschir im April 2019 den Übergang zu demokratischen Wahlen leiten sollte. Seitdem kommt es regelmäßig zu Massenprotesten, gegen die das Militär oft gewaltsam vorgeht.

Die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union – die den Sudan suspendierte – drängen auf einen Dialog zwischen allen politischen Kräften. Laut UNO wird bis zum Jahresende jeder zweite Sudanese Hunger leiden. Enttäuscht über den Putsch lehnt die Zivilbevölkerung jedoch einen Dialog mit den Militärs ab, die wiederum „Kompromisse“ von den Demokratiebefürwortern verlangen.

Ukraine-Krieg

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bleibt auch nach Verhandlungen mit Schweden und Finnland bei seinem Veto gegen die Erweiterung der NATO. "Solange Tayyip Erdogan an der Spitze des türkischen Staates steht, können wir nicht „Ja" zu einem Nato-Beitritt von Ländern sagen, die den Terror unterstützen“, sagte Erdogan nach Angaben der Zeitung „Hürriyet“ heute.

Gespräche mit Vertretern der beiden skandinavischen Länder am Mittwoch seien nicht wie erwartet verlaufen, so Erdogan weiter. Die Länder hätten nicht die erwartenden Schritte im Kampf gegen den Terrorismus unternommen. Erdogan äußerte sich auf einem Rückflug aus Aserbaidschan vor türkischen Journalisten.

Ankara will Auslieferung angeblicher Terroristen

Die Türkei blockiert derzeit als einziges NATO-Mitglied öffentlich den Beginn des Aufnahmeprozesses von Finnland und Schweden in das Verteidigungsbündnis. Ankara begründet seine Haltung mit der angeblichen Unterstützung Finnlands und Schwedens von „Terrororganisationen“ wie der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Die Türkei verlangt außerdem die Auslieferung von angeblichen Terroristen aus beiden Ländern. Um welche Personen es sich dabei handelt, ist unklar. Nach Angaben türkischer Medien steht auf der Auslieferungsliste auch der regierungskritische Verleger Ragip Zarakolu, der demnach in Schweden lebt.

Der russische Präsident Wladimir Putin sieht nach Einschätzung des Politologen Carlo Masala derzeit keinen Grund zu Verhandlungen mit der Ukraine. Putin werde erst dann ernsthaft zu verhandeln beginnen, wenn er befürchten müsse, durch eine Fortführung des Krieges mehr zu verlieren als zu gewinnen, so der Professor für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr in München gegenüber der dpa. Genau das aber sei derzeit nicht der Fall. „Es läuft für ihn. Von daher gibt es überhaupt keinen Anreiz, sich in diese Verhandlungen hineinzubegeben.“

Die jüngsten militärischen Erfolge der russischen Streitkräfte im Donbas in der Ostukraine lassen sich nach Masalas Einschätzung auf zwei Ursachen zurückführen: Erstens fehle es den Ukrainern an schweren Waffen. Zweitens hätten die Russen ihre Strategie erfolgreich geändert. „Im Gegensatz zum bisherigen Kriegsverlauf gehen sie nicht mehr an breiten Abschnitten der Front vor, sondern ziehen ihre Truppen zusammen, um an kleinen Stücken der Front voranzukommen. Dadurch haben sie derzeit eine personelle Überlegenheit.“

Für die Ukraine stelle sich nun die Frage, ob sie bestimmte Gebiete aufgebe, weil ansonsten die Gefahr bestehe, dass dort Truppen eingekesselt würden und dann vielleicht in Kriegsgefangenschaft gerieten. Dabei gehe es zum Beispiel konkret um die Stadt Sjewjerodonezk. „Wenn die Russen diese Stadt einnehmen, haben sie den Oblast Luhansk fast komplett unter ihrer Kontrolle“, sagte Masala. Ganz entscheidend für den weiteren Kriegsverlauf sei jetzt, welchen Erfolg die von der Ukraine für Juni angekündigte Gegenoffensive haben werde.

Inland

Nach der Frage über Österreichs Neutralität will Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) eine weitere Debatte beendet sehen: Jene zu den vom wiederkandidierenden Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen ins Spiel gebrachten Erleichterungen bei Einbürgerungen. Ein Aufweichen der Staatsbürgerschaft werde es mit der ÖVP nicht geben, „das kommt nicht infrage“, sagte er der „Kronen Zeitung“ (Sonntag-Ausgabe).

Nehammer sieht laut Bericht „keinen Grund, warum an der bisherigen Praxis etwas geändert werden“ solle. Der ÖVP-Chef verstehe nicht, warum dieses Thema nun im Präsidentschaftswahlkampf aufkomme. Die mitregierenden Grünen hätten sich, bereits bei den Regierungsverhandlungen, dazu bekannt, dass es keine Änderungen geben werde.

Van der Bellen für Erleichterungen

Der Bundespräsident hatte sich rund um die Ankündigung seiner Wiederkandidatur im Herbst in Interviews mit der „Kleinen Zeitung“ und der „Presse“ vor ein paar Tagen dafür ausgesprochen, Einbürgerungen zu erleichtern: Die Hürden für die Erlangung der Staatsbürgerschaft seien „zu hoch“.

Diskutieren könne man etwa auch, was der tiefere Sinn dahinter sei, dass zum Beispiel eine Deutsche, die seit 20 Jahren in Österreich lebe, keine Doppelstaatsbürgerschaft bekomme. Nehammer erklärte nun gegenüber der Zeitung, dass unter bestimmten Voraussetzungen für einen Großteil der Menschen die Einbürgerung „nach sechs bis zehn Jahren“ möglich sei.

Die Befragungstage kommende Woche im ÖVP-Korruptions-Untersuchungsausschuss sind der Inseraten- und Steueraffäre rund um den Vorarlberger Wirtschaftsbund gewidmet. Neben Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner werden auch Finanzminister Magnus Brunner (beide ÖVP), der ehemalige Wirtschaftsbund-Direktor Jürgen Kessler, Finanzreferent und Unternehmer Jürgen Rauch sowie zwei Prüfer des Finanzamtes den Abgeordneten Mittwoch und Donnerstag Rede und Antwort stehen.

Ausgangspunkt der Causa war eine Steuerprüfung beim Wirtschaftsbund. Im Raum stehen der Vorwurf möglicher Korruption im Zusammenhang mit Inseraten in der Zeitung der ÖVP-Teilorganisation, der Verdacht auf verdeckte Parteienfinanzierung und dass Steuern nicht ordentlich abgeführt wurden, weshalb ein Finanzstrafverfahren bei der Staatsanwaltschaft Feldkirch läuft.

WKStA ermittelt gegen Wallner

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) leitete mittlerweile Ermittlungen gegen drei Verdächtige ein, darunter Wallner. Gegen ihn wird wegen Vorteilsannahme (§ 305 StGB) ermittelt, gegen zwei weitere Personen – den aktuellen Wirtschaftslandesrat Marco Tittler und dessen Vorgänger Karlheinz Rüdisser – wegen Vorteilsannahme zur Beeinflussung (§ 306 StGB).

Wallner könnte versucht haben, als Amtsträger für die pflichtgemäße Vornahme von Amtsgeschäften Vorteile zu fordern, Rüdisser und Tittler könnten solche Vorteile angenommen haben. Wallner wies die Vorwürfe zurück. Er habe nie ein Inserat verhandelt oder verkauft. Kessler soll nicht nur monatlich bis zu 30.000 Euro brutto verdient haben, sondern hat auch vom Wirtschaftsbund ein zinsloses Darlehen in Höhe von 250.000 Euro erhalten.

COV Ausland

Die chinesische Millionenmetropole Schanghai hat weitere Lockerungen der strikten Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus angekündigt. Die aktuelle epidemische Lage habe sich stabilisiert und verbessere sich weiter, sagte die Sprecherin der Regierung von Schanghai, Yin Xi, heute vor der Presse.

Die Strategie sei nun eine normalisierte Vorsorge und Kontrolle. So würden ab morgen die Testbestimmungen erleichtert. Heute öffnete nach wochenlanger Schließung ein Einkaufszentrum in der Innenstadt, in dem unter anderem Luxusmarken angeboten werden.

Von Mittwoch an soll in der Wirtschafts- und Finanzmetropole, in der rund 25 Millionen Menschen leben, der zwei Monate dauernde Lockdown im Wesentlichen aufgehoben werden – unter strengen Regeln. Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzen oder den öffentlichen Raum betreten möchte, muss einen negativen PCR-Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden ist.

Keine Todesfälle aktuell

Im März hatte Schanghai den Lockdown verhängt. Heute wurden rund 100 CoV-Fälle verzeichnet, in Peking waren es 21. Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus wurden nicht gemeldet. In Peking wurden zum Teil Museen, Bibliotheken, Theater und Fitnessstudios wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet.

Die angekündigten Lockerungen erfolgen vor dem Hintergrund enormer wirtschaftlicher Schäden durch die Lockdowns. Die Immobilienverkäufe brachen im April landesweit so stark ein wie seit 16 Jahren nicht mehr, die Industrie drosselte ihre Produktion, der Einzelhandel verkaufte weniger und die Investitionen wuchsen nur schwach. Die Arbeitslosenquote in China schnellte auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren.

COV Inland

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 1.876 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: heute, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

18.651 Menschen verstarben bisher am oder im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 490 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 47 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

AGES: 7-Tage-Inzidenz bei 174,4

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 174,4 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Am höchsten ist die Zahl in Wien (265,9), gefolgt von Niederösterreich (213,6). Am niedrigsten ist der Wert in Kärnten (101,8) und der Steiermark (107,8).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

An den Schulen finden in der kommenden Woche die vorerst letzten regelmäßigen verpflichtenden PCR-Tests statt. Damit endet rund ein Monat vor Schulende das seit Schulbeginn in unterschiedlicher Ausgestaltung laufende PCR-Testprogramm. Nach Pfingsten werden nur mehr bei Bedarf Antigentests eingesetzt.

Morgen testen die Schüler und Schülerinnen in Niederösterreich und im Burgenland zum letzten Mal, am Dienstag folgen ihre Kolleginnen und Kollegen in Kärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg und am Mittwoch Oberösterreich und die Steiermark.

In Wien kommt es auf die jeweilige Schule an, wann der verpflichtende „Abschluss-Gurgler“ erfolgt. Die Einwurfboxen an den Schulen werden dort weiter zur Verfügung stehen. Auch das gewohnte Abholregime bleibt aufrecht. Allerdings werden – gemäß der Verordnung des Bundes – nur fünf Proben pro Monat ausgewertet.

Strategie für Herbst unklar

Beim dieswöchigen Testdurchgang wurden österreichweit 784 Infektionen bei Schülern und Schülerinnen entdeckt. In der Vorwoche waren es rund 1.350. Zum Vergleich: Im März hatte es bis zu 20.000 positive Schul-PCR-Tests pro Woche gegeben (bei zwei Testdurchgängen).

Ob und in welchem Umfang die Tests im September wieder aufgenommen werden, ist noch nicht klar. Das hänge von der Infektionssituation ab, meinte Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) Anfang der Woche. Ausgeschrieben wurden sie mit dieser Einschränkung bereits.

Sport

Die französischen Medien haben nach dem Einlasschaos vor dem Champions-League-Finale zwischen Real Madrid und Liverpool die Organisatoren deutlich kritisiert. Die Sporttageszeitung „L’Equipe“ sah „ein absolutes Fiasko“ und schrieb, das würde niemanden überraschen, „der in dieser Saison die Ligue 1 verfolgt hat“.

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Rapid peilt heute (17.00 Uhr) im Europacup-Play-off-Rückspiel der Admiral Bundesliga gegen die WSG Tirol das Minimalsaisonziel an. Mit einem 2:1-Vorsprung aus dem ersten Duell soll vor eigenem Publikum die Teilnahme an der zweiten Runde der UEFA Europa Conference League fixiert werden. „Wir haben zur Halbzeit einen Vorsprung, das eröffnet uns alle Chancen“, sagte Trainer Ferdinand Feldhofer.

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Chronik

Ein 54-Jähriger hat gestern in Wien-Ottakring aus einem Wohnungsfenster in den Innenhof seines Hauses Schüsse abgegeben – angeblich, weil ihn Vögel gestört haben. In seiner Wohnung fand die von einer Zeugin gerufene Polizei in Folge drei Langwaffen und 1.600 Schuss Munition.

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Ein defekter Dosierapparat hat heute Früh im Freibad von Mattersburg (Burgenland) zu einem Gefahrguteinsatz der Freiwilligen Feuerwehr geführt. Mitarbeiter des Freibades bemerkten den Chlorgasaustritt rechtzeitig und wählten den Notruf.

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Auf der Wiener Außenring-Schnellstraße (S1) bei Gerasdorf (Niederösterreich) ist in der Nacht auf heute ein Pkw in Flammen gestanden. Der Lenker konnte sich selbst in Sicherheit bringen und blieb unverletzt.

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In der Nacht auf heute sind zwei Frauen in Kärnten von ihren alkoholisierten Partnern mit dem Tod bedroht und verletzt worden. In Klagenfurt verletzte und bedrohte ein 55-Jähriger seine Ehefrau bei einem Streit. In Völkermarkt kam es zum Streit zwischen einem alkoholisierten Paar.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Ein Passagierflugzeug mit 22 Menschen an Bord wird laut Angaben der Polizei in Nepal vermisst. Die Flugsicherung verlor heute Vormittag den Kontakt zu der Maschine, wie Polizeisprecher Bishnu Kumar KC der dpa sagte.

Der Flieger der nepalesischen Fluggesellschaft Tara Air sei mit 19 Passagieren und drei Besatzungsmitgliedern auf dem Weg von Pokhara – einem beliebten Touristenziel rund 200 Kilometer westlich von Kathmandu – nach Jomsom gewesen. Das schlechte Wetter in der Region erschwere die bereits laufende Suche nach dem vermissten Flugzeug.

Bei den seit Tagen anhaltenden Unwettern im Nordosten Brasiliens sind bisher mindestens 34 Menschen ums Leben gekommen. Allein bei einem Erdrutsch in der Gemeinde Jardim Monteverde starben gestern 19 Menschen, teilten die Behörden mit.

Wegen der Erdrutsche und Überschwemmungen im Teilstaat Pernambuco mussten fast tausend Menschen ihre Häuser verlassen. Staatschef Jair Bolsonaro sprach den Unglücksopfern sein Mitgefühl aus und sagte Hilfe zu.

Minibus fährt durch überschwommene Straße in Recife
AP/Marlon Costa

Die Metropolregion Recife wird seit Dienstag von heftigen Regenfällen heimgesucht. Fast tausend Menschen mussten wegen Überschwemmungen und Erdrutschen ihre Häuser verlassen. In Videos, die in Onlinenetzwerken veröffentlicht wurden, waren überflutete Straßen in verschiedenen Orten, eingestürzte Gebäude und Erdmassen zu sehen.

Weiter Alarmstufe rot

Das Nationale Institut für Meteorologie erklärte, für Pernambuco gelte weiterhin Alarmstufe rot hinsichtlich des Erdrutsch- und Hochwasserrisikos. Auch die Wasser- und Klimabehörde von Pernambuco warnte, die Lage könne sich weiter verschlimmern, da der Regen in den nächsten 24 Stunden anhalten werde.

Experten zufolge werden die Regenfälle in Brasilien derzeit durch das Klimaphänomen La Nina verschärft, bei dem sich der Pazifik abkühlt. Aber auch der Klimawandel erhöhe das Unwetterrisiko. Da eine wärmere Atmosphäre mehr Wasser aufnehmen kann, wächst durch die Erderwärmung das Risiko extremer Regenfälle.

Wirtschaft

Die Arbeiterkammer (AK) begrüßt zwar die geplante Einführung des Bestellerprinzips im Rahmen einer Änderung des Maklergesetzes, wonach Mieter und Mieterinnen ab 2023 keine Maklergebühren mehr bezahlen müssen. Sie bezweifelt aber, dass Wohnungssuchende tatsächlich entlastet werden.

„Der Entwurf lässt Umgehungsmöglichkeiten des Bestellerprinzips zu, anstatt sie zu verhindern“, hieß es heute in einer Aussendung. So könne weiterhin eine Provision verlangt werden.

Vorbild für die hiesige Änderung, die sich gerade in Begutachtung befindet, ist die deutsche Regelung. Dort besteht für Makler und Maklerinnen bei der Vermittlung von Wohnungsmietverträgen prinzipiell ein Provisionsverbot gegenüber Wohnungssuchenden. Die Makler müssen aber beweisen, dass sie die Wohnung erst nach dem Auftrag des Suchenden gefunden haben.

Provision nur unter bestimmten Bedingungen

„Der vorliegende Entwurf sieht das aber für Österreich so nicht vor“, kritisierte die AK. „Vielmehr können Wohnungssuchende in die Rolle als Erstauftraggeber gedrängt werden – und da werden sie prinzipiell provisionspflichtig.“ Wollten Mieterinnen und Mieter das vermeiden, müssten sie laut AK gewisse Umstände beweisen.

Sie forderte, dass von Wohnungssuchenden prinzipiell keine Provision gefordert werden darf, außer der Makler beweist, dass er erst nach dem erteilten Suchauftrag der Mieterseite von der dann vermittelten Vertragsgelegenheit erfahren hat. Zudem seien die ergänzenden Bestimmungen, die das Bestellerprinzip gegen Umgehungen absichern sollen, zu verbessern.

Das Land Niederösterreich ruft Schulen dazu auf, wieder externe Schulveranstaltungen abzuhalten. Viele Schulleitungen würden zögern, für das kommende Schuljahr Veranstaltungen zu organisieren, weil nicht absehbar sei, wie sich die Pandemie im Herbst entwickelt, hieß es vom Land.

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Unseriöse Aufsperrdienste sind ein Dauerbrenner im Verbraucherschutz. In der Vergangenheit handelte es sich meist um schwer greifbare ausländische Firmen oder Scheinfirmen, seit rund einem halben Jahr ist jedoch auch ein Vorarlberger Unternehmen bei Verbraucherschützern aufgefallen. Für das bloße Aufsperren einer Tür verlangte das Unternehmen mehr als 800 Euro.

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Deutschland plant zu den Neun-Euro-Monatstickets für Busse und Bahnen im heurigen Sommer eine breit angelegte Marktforschung. Dafür wurde mit den deutschen Bundesländern eine Evaluierung vereinbart, wie das deutsche Verkehrsministerium auf Anfrage mitteilte.

Während und nach der Aktionszeit von Juni bis August soll die Nutzung verschiedener Kundengruppen erfragt werden – unter anderem zum Reiseverhalten, zu Gründen und Barrieren für die Nutzung sowie zur Preiswahrnehmung und Zufriedenheit. Organisieren soll laut Mitteilung die repräsentativen Befragungen der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen gemeinsam mit der Deutschen Bahn.

Ergebnisse als Grundlage für weitere Beratungen

Die Ergebnisse sollen auch an eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe gehen, die Vorschläge zu einem „Ausbau- und Modernisierungspakt“ für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erarbeitet. Darüber wollen Bund und Länder im Herbst beraten. Neben der zentralen Evaluierung können die Verkehrsverbünde und Länder auch vor Ort selbst Marktforschungen machen, wie es hieß.

Die Tickets sind Teil des deutschen Entlastungspakets und sollen auch ein Schnupperangebot für die „Öffis“ sein. Sie kosten pauschal neun Euro pro Kalendermonat im Juni, Juli und August – für beliebig viele Fahrten in Bussen, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen und Zügen des Nah- und Regionalverkehrs überall in Deutschland. Nicht genutzt werden können Fernzüge und Fernbusse.

Umwelt & Klima

Der Colorado River ist der größte und wichtigste Fluss im Südwesten der USA. Die Wasserversorgung in mehreren Bundesstaaten hängt am 2.300 Kilometer langen Strom – auch Nevadas Wüstenmetropole Las Vegas wird über den Lake Mead, einen Stausee des Colorado River, versorgt. Doch weil Dürre infolge immer heißerer Temperaturen den Wasserstand zunehmend senkt, wird Wasser knapper. Aus diesem Grund gilt ein drakonisch anmutendes Bundesgesetz zu Grasflächen.

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Gesundheit

Im Herbst soll in Wien-Margareten die neunte Primärversorgungseinheit Wiens eröffnen. Bis 2025 soll es in Wien 36 Einheiten geben. Doch der Ausbau verläuft schleppend. Das liege auch an der schwierigen Immobiliensuche, sagte die Ärztekammer.

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Kultur

Nach einer langen Reihe von juristischen Auseinandersetzungen und Familienstreitigkeiten wird die Villa des italienischen Komponisten Giuseppe Verdi (1813–1901) in Sant’Agata di Villanova in der Nähe der norditalienischen Stadt Piacenza versteigert. Der italienische Staat wird das Vorkaufsrecht haben. Das wurde von einem Gericht in Parma beschlossen.

Die prächtige Villa, in der Giuseppe Verdi ein halbes Jahrhundert lang lebte, steht im Besitz der Erben des Komponisten, die sich nie über die Zukunft des Gebäudes einigen konnten, berichteten italienische Medien. Da keiner der Erben die Möglichkeit hatte, den Anteil der anderen zu übernehmen, muss die prunkvolle Villa jetzt verkauft werden. Damit ist ein 20-jähriger Rechtsstreit zwischen den vier Geschwistern beendet.

Der deutsche Unternehmer Klaus-Michael Kühne plant eine neue Oper für seine Geburtsstadt Hamburg. Wie der 84-jährige Milliardär dem „Spiegel“ sagte, könne er mit der bisherigen Hamburger Staatsoper wenig anfangen: Der Bau sei asbestverseucht, die Akustik mangelhaft, das Niveau Durchschnitt. Dem Haus fehle die Strahlkraft, Hamburg habe Besseres verdient, sagte Kühne: „Dazu möchte ich gerne einen Beitrag leisten.“

Die neue Oper soll nach Kühnes Vorstellungen in der Hafencity ihren Platz finden – in der Gegend, in der aktuell der Elbtower des österreichischen Immobilieninvestors Rene Benko entsteht. Mit Benko arbeitet Kühne gegenwärtig ein Finanzierungskonzept für die Oper aus, so die AFP. Der Neubau solle 300 bis 400 Millionen Euro kosten.

Noch stehe allerdings nicht fest, ob das Projekt auch umgesetzt wird. Der Hamburger Kultursenator stehe dem Vorhaben offen gegenüber, der Erste Bürgermeister eher zurückhaltend, sagte Kühne. Dass er die Fertigstellung seiner Oper nicht mehr erleben könnte, ist Kühne bewusst: „So realistisch muss man sein.“

Der Fahrschein als Eintrittskarte zu Kunst und Kultur: Nach der Pandemie dürfen in Wien die U-Bahn-Stars wieder auftreten. Mit Livemusik soll das Sicherheits- und Wohlgefühl in den Stationen erhöht werden. Abwechslung bieten den Fahrgästen aber auch die vielen Kunstobjekte.

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Heute vor 40 Jahren starb die Filmikone Romy Schneider. Schon zu Lebzeiten haben sich zahlreiche Legenden um die in Wien geborene Schauspielerin gebildet. Bereits im Teenageralter erlangte sie als „Sissi“ Berühmtheit, ehe sie sich von der prägenden Rolle emanzipierte und zur Charakterdarstellerin und zu einer der charismatischsten Filmschauspielerinnen des vergangenen Jahrhunderts wandelte.

Erst letztes Jahr veröffentlichte ihre Tochter Sarah Biasini ein Erinnerungsbuch an ihre Mutter. Aktuell würdigen ein ORF-Programmschwerpunkt am 28. und 29. Mai sowie das Buch „Romy Schneider“ vom Wiener Comiczeichner Nicolas Mahler die wandelbare Schauspielerin. Und auf dem diesjährigen Filmfestival in Cannes wurde anlässlich des 40. Todestags der Dokumentarfilm „Romy, femme libre“ über Romy Schneider präsentiert.

Filmszene mit Karl-Heinz Böhm als Kaiser Franz-Josef und Romy Schneider als Kaiserin Elisabeth in „Sisi, Schicksalsjahre einer Kaiserin“
Betafilm
Gegen die Rolle als „Sissi“ (1955), die sie weltberühmt machte, kämpfte Schneider zeitlebens an

Die Filmemacherinnen Lucie Caries und Clementine Deroudille widersprechen darin dem oft gezeigten Bild von Schneider als zerbrechlichem Weltstar und Opfer ihres Schicksals. Sie sei eine Frau gewesen, die keine Angst davor hatte, alles loszulassen, um noch einmal von vorn anzufangen, erklärte Deroudille gegenüber der dpa.

Nach „Sissi“ zweite Karriere in Paris

Als Rosemarie Magdalena Albach wurde die Tochter des Schauspielerpaars Magda Schneider und Wolf Albach-Retty am 23. September 1938 in Wien geboren. Nach der Scheidung ihrer Eltern 1945 wuchs sie im Haus ihrer Mutter in Bayern auf. Gemeinsam mit Magda Schneider drehte sie 1953 ihren ersten Film „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“.

Romy Schneider und Fabio Testi in „L’important c’est d’aimer“, 1974
picturedesk.com/PICOT
Mit Fabio Testi beim Dreh von „Nachtblende“ (1974)

Der Durchbruch kam 1955 mit jener Rolle, die im deutschen Sprachraum ihr Bild beim Publikum prägen sollte und gegen die sie zeitlebens anzukämpfen versuchte: Als Kaiserin Sissi in Ernst Marischkas „Sissi“-Trilogie. Nachdem Schneider einen Millionenvertrag für einen vierten „Sissi“-Film platzen ließ, startete sie in Paris ihre zweite Karriere.

Bei den Dreharbeiten zur Schnitzler-Verfilmung „Christine“ (1958) verliebte Schneider sich in den französischen Schauspieler Alain Delon, mit dem sie dann mehrere Jahre in Paris zusammenlebte. Delon machte sie mit dem italienischen Regisseur Luchino Visconti bekannt, der sie darauf in dem Theaterstück „Schade, dass sie eine Hure ist“ (1961) und dem Episodenfilm „Boccaccio 70“ (1962) besetzte.

Hauptrolle in zahlreichen Filmen

„Er hat mir alles beigebracht“, sagte Schneider über den italienischen Regisseur. Über die Jahre spielte Schneider in zahlreichen Filmen die Hauptrolle, unter anderem in der Kafka-Verfilmung „Der Prozeß“ (1962), in Woody Allens Komödie „Was gibt’s Neues, Pussy?“ (1965) mit Jack Lemmon und in „Der Swimmingpool“ (1969) an der Seite ihres früheren Partners Alain Delon.

Während die deutsche Boulevardpresse mit zweifelhaften Enthüllungen über Schneiders Privatleben Schlagzeilen machte, wurde sie in Frankreich gefeiert. 1978 wurde sie mit dem französischen Filmpreis „Cesar“ als „Erfolgreichste Darstellerin des Jahres“ für Sautets „Eine einfache Geschichte“ ausgezeichnet.

1981 entstand in Berlin Schneiders letzter und 59. Film „Die Spaziergängerin von Sanssouci“. An der Seite von Michel Piccoli spielte sie eine Deutsche, die vor den Nationalsozialisten nach Paris flüchtet. Am 29. Mai 1982 starb Schneider in der Pariser Wohnung ihres damaligen Lebensgefährten Laurent Petin im Alter von 43 Jahren an Herzversagen.

Science

In den vergangenen Jahren hat die Wissenschaft das „Kalte Eis“ als Klimaarchiv entdeckt. Es liegt vor allem am Gipfel, bewegt sich praktisch nicht und kann sehr alt werden. Eine Innsbrucker Wissenschaftlerin analysiert Eiskerne aus diesen Schichten.

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Pferde und Schweine können einer neuen Studie zufolge die menschliche Stimmlage deuten. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Tiere von den Emotionen beeinflusst werden, mit denen wir unsere Stimmen aufladen, wenn wir mit ihnen oder in ihrer Nähe sprechen“, sagte die Verhaltensbiologin Elodie Briefer von der Universität Kopenhagen laut einer Mitteilung im Fachblatt „BMC Biology“. Sowohl gezüchtete Schweine und Pferde als auch asiatische Wildpferde könnten diese Unterschiede erkennen.

Für ihre Untersuchung spielten die Forscherinnen Aufnahmen von Tiergeräuschen und menschlichen Stimmen aus versteckten Lautsprechern ab. Um zu verhindern, dass die Versuchstiere auf bestimmte Wörter reagieren, stammten die menschlichen Aufnahmen von einem professionellen Sprecher, der eine Art Kauderwelsch ohne sinnvolle Sätze vortrug.

Auf eine negativ klingende Stimme reagierten die Tiere stärker – in der Regel schneller – als auf eine positiv geladene Stimme. „In bestimmten Situationen scheinen sie sogar die Emotionen, denen sie ausgesetzt sind, zu spiegeln“, erklärte Briefer. Die Reaktionen der Tiere ließen darauf schließen, dass die Art, wie Menschen zu und in der Nähe von ihnen sprechen, einen Einfluss auf ihr Wohlbefinden habe.

In der Ruinenstadt Machu Picchu in Peru haben Wissenschaftler eine neue Echsenart entdeckt. Die neue Art wurde Proctoporus optimus genannt, nach dem Charakter Optimus Prime aus dem Science-Fiction-Film Transformers, der teilweise in Machu Picchu gedreht wurde, teilte die peruanische Behörde für Naturschutzgebiete mit.

Im Naturpark Machiguenga sei noch eine weitere neue Echsenart entdeckt worden. Sie wurde nach der Biologin Kateryn Pino Bolanos auf den Namen Proctoporus katerynae getauft. Beide Arten gelten als gefährdet. Vor allem der Klimawandel macht den mittelgroßen Echsen zu schaffen.

Die Ruinenstätte Machu Picchu gehört zu den wichtigsten Touristenattraktionen Südamerikas und zählt seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Stadt in den Anden wurde im 15. Jahrhundert von den Inkas errichtet und besteht aus rund 200 Bauten. Bis zu 3.000 Touristen besuchen die Ruinen pro Tag.