Ukraine-Krieg

Die ukrainische Menschenrechtsaktivistin Oleksandra Matwijitschuk und das Zentrum für bürgerliche Freiheiten (Center for Civil Liberties, CCL) sind unter den Trägerinnen und Trägern der diesjährigen Right Livelihood Awards (RLA). Die Empfängerinnen und Empfänger der Alternativen Nobelpreise wurden heute von der Right-Livelihood-Stiftung in Stockholm bekanntgegeben. Mit Matwijitschuk und CCL geht der Preis erstmals in die Ukraine – für den Kampf, den Rechtsstaat durchzusetzen.

Ukrainische Menschenrechtsaktivistin Oleksandra Matwijitschuk
IMAGO/Danil Shamkin

Weitere Preisträgerinnen und Preisträger sind die Klimaorganisation Africa Institute for Energy Governance (AFIEGO) aus Uganda, das Kooperativennetzwerk Cecosesola aus Venezuela sowie die beiden sudanesischen Menschenrechtsaktivistinnen Fartuun Adan und Ilwad Elman. RLA-Geschäftsführer Ole von Uexkull hob in einem Statement hervor, dass alle diesmal Ausgezeichneten Basisaktivismus betreiben.

Das Preisgeld beträgt jeweils eine Million schwedische Kronen (rund 92.000 Euro). Die Jury der Right-Livelihood-Stiftung hat mit ihren oft politisch orientierten Entscheidungen immer wieder für Aufsehen gesorgt. Vor zwei Jahren war der belarussische Dissident Ales Bjaljazki einer der Geehrten, im Jahr davor die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg.

2014 erhielt der US-Whistleblower Edward Snowden einen Award. Mit Leopold Kohr (1983), Robert Jungk (1986) und Erwin Kräutler (2010) sind auch drei Österreicher unter den Trägern des Alternativen Nobelpreises.

Die Flucht Zehntausender russischer Männer wegen der Teilmobilmachung hat nach britischer Einschätzung zu einem enormen intellektuellen Aderlass für Russland geführt. „Unter denjenigen, die versuchen, Russland zu verlassen, sind die Bessergestellten und Gutausgebildeten überrepräsentiert“, teilte das Verteidigungsministerium in London heute unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse mit.

Wenn man auch die Einberufenen berücksichtige, dürften die binnenwirtschaftlichen Auswirkungen enorm sein, hieß es weiter. Die Behörde verwies auf die geringere Verfügbarkeit von Arbeitskräften und einen rasanten „Brain-Drain“, also einem Verlust von Fachkräften etwa in den Technikbranchen.

„In den sieben Tagen, seit Präsident (Wladimir) Putin die ‚Teilmobilmachung‘ angekündigt hat, hat ein beträchtlicher Exodus von Russen begonnen, die der Einberufung entgehen wollen“, hieß es in London weiter.

Zwar seien genaue Zahlen nicht verfügbar. Aber vermutlich übertreffe die Zahl der Ausgereisten die Stärke der Invasionsarmee, mit der Russland im Februar die Ukraine angegriffen hat. Schätzungen zufolge hatte Moskau vor dem Aufmarsch etwa 150.000 Soldaten an der Grenze zum Nachbarland aufmarschieren lassen.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine Ende Februar unter Berufung auf Geheimdienste täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor

Kanada soll nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die Beseitigung von Landminen in seinem Land koordinieren.

„Ich habe Ministerpräsident Justin Trudeau eingeladen, eine globale Initiative anzuführen, um unser Land von russischen Minen und Granaten zu befreien. Als Folge des russischen Krieges gibt es in der Ukraine eine der größten Minenkonzentrationen der Welt“, sagt Selenskyj. Er danke Kanada für dessen Hilfsbereitschaft.

In einem Bericht des Büros von Trudeau über das Gespräch der beiden Staatschefs wurde Selenskyjs Vorschlag nicht erwähnt. Kanada war 1999 maßgeblich am von 133 Staaten unterzeichneten Ottawa-Übereinkommen beteiligt, das den Einsatz dieser Waffen untersagt. Die USA, Russland, China und Indien haben die Vereinbarung nicht unterschrieben.

Die Europäische Kommission hat auf Druck vieler EU-Länder hin neue Vorschläge für einen möglichen europäischen Gaspreisdeckel gemacht. Die EU müsse bereit sein, Maßnahmen einzuführen, um die Preise zu begrenzen, heißt es in einem Diskussionspapier, dass der dpa vorliegt.

„Das Hauptziel der EU ist es, bereits in diesem Winter niedrigere Preise für Verbraucher zu garantieren.“ Auf die Wünsche der EU-Staaten geht die Brüsseler Behörde allerdings nur teilweise ein.

Details noch unklar

Konkret schlägt die EU-Kommission unter anderem vor, einen Maximalpreis für russisches Gas festzulegen. Eine weitere Option sei es, den Preis von Gas in der Stromproduktion zu deckeln, um auch den Preis von Strom zu senken – Ähnliches haben Spanien und Portugal bereits eingeführt.

Wie genau das europaweit aussehen würde, geht aus dem Papier nicht im Detail hervor. Die Preisdifferenz zwischen dem Deckel und dem Marktpreis würde vom Elektrizitätssystem getragen, heißt es nur.

Die EU-Kommission warnte in ihrem Papier jedoch vor möglichen negativen Auswirkungen eines Preisdeckels. „Wenn Preismaßnahmen isoliert getroffen werden, gibt es die Gefahr, dass sie die Nachfrage erhöhen, anstatt die zugrunde liegende Knappheit zu beheben.“

EU will neues Sanktionspaket

Die EU-Kommission will zudem ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland auf den Weg bringen. Wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gestern ankündigte, soll darin etwa ein Preisdeckel für Ölimporte vorgesehen sein. Auch weitere Importbeschränkungen im Wert von insgesamt sieben Milliarden Euro schlug die Kommission vor. Die EU-Länder müssten dem Vorhaben einstimmig zustimmen.

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Ausland

Ein von der Militärjunta in Myanmar kontrolliertes Gericht hat den australischen Wirtschaftsprofessor Sean Turnell zu drei Jahren Haft verurteilt. Das bestätigten Justizquellen heute laut dpa. Der frühere Berater der entmachteten Regierungschefin Aung San Suu Kyi war kurz nach dem Militärputsch vom Februar 2021 festgenommen worden und musste sich wegen eines angeblichen Verstoßes gegen ein Gesetz zu Amtsgeheimnissen vor Gericht verantworten.

Neben Turnell sei auch Suu Kyi wegen des gleichen mutmaßlichen Vergehens zu drei weiteren Jahren Haft verurteilt worden, so die Quellen weiter. In den vergangenen Monaten war die Friedensnobelpreisträgerin wegen verschiedener angeblicher Straftaten – darunter Korruption und Anstiftung zum Aufruhr – bereits zu insgesamt 20 Jahren Haft verurteilt worden. Beobachter sprechen von Schauprozessen. Seit Juni sitzt die 77-Jährige in einem Gefängnis der Hauptstadt Naypyidaw in Einzelhaft.

Aung San Suu Kyi
Reuters/Franck Robichon

Die australische Regierung hat immer wieder die Freilassung Turnells gefordert. Auch etliche Professorenkolleginnen und -kollegen engagieren sich seit vielen Monaten für ihn. Seine Ehefrau Ha Vu schrieb auf Facebook, das Urteil breche ihr und der ganzen Familie das Herz. Ihr Mann habe Myanmar 20 Jahre lang unterstützt und hart für die Entwicklung des Landes gearbeitet. Sie forderte die Junta auf, ihren Mann freizulassen und nach Australien abzuschieben.

Die Chefin der postfaschistischen Partei Fratelli d’Italia (Brüder Italiens, FdI), Giorgia Meloni schweigt nach ihrem Wahlsieg bei der Parlamentswahl am Sonntag.

Nachdem sie in der Wahlnacht kurz mit ihren Anhängern feierte und sich bei den Italienern für das Vertrauen bedankte, meldete sie sich nur noch per Tweet. Keine große Feiern in der Parteizentrale, keine kämpferischen Slogans: Die Wahlsiegerin meidet in diesen Tagen die Öffentlichkeit.

Mit einer rosa Basketballkappe am Steuer ihres Privatautos wurde Meloni vor ihrer Wohnung fotografiert. Journalisten geht sie aus dem Weg. Nach einem Treffen mit Bündnispartner Matteo Salvini von der rechtspopulistischen Lega wurde gestern Abend lediglich eine schlichte Pressemitteilung veröffentlicht, in der die beiden Regierungskoalitionäre in spe ihren festen Kooperationswillen bekräftigten.

„Wo bleibt die Wahlsiegerin?“

Keine offiziellen Termine sind mit Meloni diese Woche geplant. Ihre Pressesprecherin schweigt. Nachdem sie während des Wahlkampfes im Hochsommer allgegenwärtig war, ist die Römerin Meloni wie untergetaucht, und die Medien rätseln inzwischen: Wo bleibt die Wahlsiegerin?

Laut ihren engsten Mitarbeiterin erholt sich die 45-jährige Politikerin nach dem Sieg von den Strapazen eines harten Wahlkampfes. Außerdem denke sie über die nächsten politischen Schritte nach. „Schweigen mag eine notwendige Strategie sein, um Fehler zu vermeiden, denn Meloni weiß genau, dass alle Mikrofone, TV-Kameras, Handys, Augen und Ohren auf sie gerichtet sind, in Italien und im Ausland“, kommentierte die römische Tageszeitung „La Repubblica“.

Demo für Recht auf Abtreibung

Indiskretionen zufolge bereitet sich Meloni auf ihre künftige Rolle als Regierungschefin vor und feilt bereits an der Ministerliste. Unterdessen bekommt Meloni bereits lautstarken Widerstand im Land zu spüren.

In mehreren italienischen Städten, darunter Rom, gingen gestern Frauen auf die Straße, um für das Abtreibungsrecht zu demonstrieren. Der Grund sind Befürchtungen, eine künftige rechte Regierung unter Meloni könnte den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen erschweren. Die Vorsitzende der FdI hatte im Wahlkampf erklärt, sie wolle Frauen eine Alternative zur Abtreibung bieten.

Iranische Streitkräfte haben gestern erneut Gebäude mehrerer kurdischer Gruppen im Irak mit Raketen und Drohnen angegriffen. Teheran rechtfertigt die Attacken als „legitime Reaktion“ auf vorherige Angriffe kurdischer Gruppen. Laut der Regierung soll es kurdische Waffenlieferungen an iranische Demonstranten gegeben haben. Der iranische Präsident Ebrahim Raisi sieht in den Protesten „Verschwörungen der Feinde“.

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Der Oberste Gerichtshof Australiens wird künftig erstmals in der Geschichte des Landes von Frauen dominiert. Richterin Jayne Jagot werde Mitte Oktober den in den Ruhestand gehenden Richter Patrick Keane ersetzen, teilte Generalstaatsanwalt Mark Dreyfus heute mit. Jagot sei insgesamt die siebente Frau, die an das oberste Gericht berufen werde.

Richterin Jayne Jagot
AP/The Federal Court

Präsidentin des Obersten Gerichtshofs mit Sitz in der Hauptstadt Canberra ist seit 2017 Susan Kiefel – die erste Frau, die jemals für diesen Posten nominiert wurde. Das siebenköpfige Gremium besteht damit in Zukunft aus vier Frauen und drei Männern.

Die Berufung Jagots sei unabhängig vom Geschlecht entschieden worden, betonte der Generalstaatsanwalt. „Das war eine Ernennung der bestmöglichen Person zum High Court of Australia“, sagte er.

Inland

Mit Alexander Melchior ist gestern ein „alter Hase“ im ÖVP-Korruptions-U-Ausschuss den Abgeordneten Rede und Antwort gestanden. Die Auskunftsperson wurde in ihrer früheren Rolle als Generalsekretär der ÖVP befragt. Melchior zeigte sich aber in vielen Causen unwissend – Rückendeckung kam aus seiner Fraktion.

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Umwelt & Klima

Barbados soll als erstes Land der Welt Gelder aus einem neuen Sonderfonds des Internationalen Währungsfonds (IWF) erhalten, mit dem ärmere Länder bei der Bewältigung der Auswirkungen des Klimawandels unterstützt werden sollen. Wie der IWF gestern in Washington mitteilte, soll der Inselstaat 183 Millionen Dollar (190 Mio. Euro) aus dem Fonds erhalten.

Der IWF wolle die Finanzmittel bereitstellen, um Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die nicht mehr abwendbaren Folgen des Klimawandels in dem Karibik-Staat zu unterstützen, erklärte der Leiter einer IWF-Delegation in Barbados, Bert van Selm. Unterstützt werden solle auch das „ehrgeizige Ziel“ des Landes, „bis 2030 den Übergang zu einer vollständig auf erneuerbaren Energien basierenden Wirtschaft zu schaffen“.

Die IWF-Spitze muss der Einigung noch zustimmen. Zudem muss Barbados laut den Bedingungen des Sonderfonds noch ein klassisches Kreditprogramm aushandeln. Barbados hat laut IWF ein dreijähriges Hilfsprogramm in Höhe von 110 Millionen Dollar beantragt.

Karibik-Insel Bonaire will Niederlande klagen

Bewohner und Bewohnerinnen der Karibik-Insel Bonaire wollen die niederländische Regierung vor Gericht dazu zwingen, sie vor dem steigenden Meeresspiegel zu schützen. Wie die Umweltorganisation Greenpeace gestern mitteilte, soll die Klage noch in diesem Jahr vor einem Gericht in Den Haag eingereicht werden.

Die Kläger berufen sich auf eine Studie von Greenpeace und der Vrije Universiteit Amsterdam, der zufolge bis zum Ende des Jahrhunderts ein Fünftel von Bonaire im Meer versinken könnte.

„Wir hoffen, die niederländische Regierung dazu zwingen zu können, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Menschen auf Bonaire vor den Folgen des Klimawandels zu schützen“, sagte die Greenpeace-Expertin für Klima, Faiza Oulahsen. Bonaire gehört geografisch zu den Kleinen Antillen. Politisch ist die Ex-Kolonie seit 2010 eine Besondere Gemeinde der Niederlande.

Im vergangenen Jahr sind nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Global Witness weltweit 200 Umweltschützer getötet worden. Das war ein leichter Rückgang gegenüber dem Jahr 2020, als 227 Aktivisten getötet wurden, wie die Gruppe bei der Vorstellung ihres Jahresberichts heute mitteilte. Über drei Viertel aller tödlicher Angriffe wurden in Lateinamerika registriert.

Das gefährlichste Land für Naturschützer war mit 54 Tötungen Mexiko, gefolgt von Kolumbien (33) und Brasilien (26). Vor allem Aktivisten, die sich gegen Bergbau- und Energieprojekte, Landwirtschaft und Holzfäller einsetzen, leben gefährlich. Die meisten Tötungen würden nie aufgeklärt, berichtete die Organisation.

„Überall auf der Welt riskieren Indigene, Umweltaktivisten und Naturschützer ihr Leben im Kampf gegen den Klimawandel und den Verlust der biologischen Vielfalt“, sagte eine Sprecherin von Global Witness, Shruti Suresh. Die Organisation dokumentiert seit zehn Jahren Gewalt gegen Umweltschützer. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 1.733 Aktivisten getötet.

Coronavirus

Die steigenden CoV-Infektionszahlen bringen in Tirol neue Empfehlungen für die Schulen. Die Bildungsdirektion Tirol gab diese am Montag bekannt. Ab einer gewissen Zahl von positiv getesteten Schülern kann es unter anderem wieder Distance-Learning geben.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 696,0 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Laut AGES wurden 14.389 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. 20.734 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 1.320 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 73 auf Intensivstationen. Eine Unterscheidung in Haupt- und Nebendiagnose ist mit dieser Datenquelle bundesweit nicht möglich.

Im Berichtsschema der AGES werden die Daten nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Wirtschaft

Der deutsche Autokonzern Volkswagen hat heute seine Sportwagentochter Porsche an die Börse in Frankfurt am Main gebracht. Der erste Preis der Aktie lag bei 84 Euro über dem zuletzt von VW festgesetzten Ausgabepreis von 82,50 Euro. Damit erzielte der Sportwagenhersteller einen Börsenwert von über 76 Milliarden Euro.

Porsche gehört zu 100 Prozent zu Volkswagen. Das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart-Zuffenhausen beschäftigt 37.000 Menschen. Im vergangenen Jahr lieferte Porsche mehr als 300.000 Fahrzeuge aus.

Porsches Gang aufs Parkett ist gemessen am Wert der Aktien der bedeutendste in Deutschland seit dem Börsengang der Deutschen Telekom 1996. Auf europäischer Ebene gilt er als der größte seit dem Börsengang des Schweizer Rohstoffkonzerns Glencore im Jahr 2011.

Der Onlineriese Amazon erhöht vor dem Beginn des Weihnachtsgeschäfts den Stundenlohn von Lagermitarbeitern und Fahrern. Die Beschäftigten werden nun je nach Position und Standort in den Vereinigten Staaten zwischen 16 und 26 Dollar pro Stunde verdienen, teilte Amazon gestern mit. Das Unternehmen rechne mit Kosten von rund einer Milliarde Dollar im kommenden Jahr.

Die Lohnerhöhung werde helfen, in der Hochsaison für Geschenkebestellungen auf dem immer enger werdenden US-Arbeitsmarkt Beschäftigte anzuwerben und zu halten. Amazon kämpft mit einer hohen Mitarbeiterfluktuation, da die Beschäftigten höhere Löhne fordern, um die steigenden Lebenshaltungskosten zu decken.

Die Entscheidung des Onlinehändlers kommt auch vor dem Hintergrund, dass sich Beschäftigte an mehreren Standorten in den USA gewerkschaftlich organisieren wollen. Amazon beschäftigt weltweit über 1,5 Millionen Voll- und Teilzeitkräfte, die meisten davon in den USA.

Sport

Allzeitgröße Lionel Messi hat mit Argentinien im Testspiel gegen Jamaika mit 3:0 gewonnen und damit seinen 100. Sieg mit den Südamerikanern gefeiert. Julian Alvarez brachte Argentinien in der 13. Minute in Führung, Messi wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt und sorgte mit einem späten Doppelpack in der 86. und 89. Minute für den Endstand. Der 35-jährige frühere Weltfußballer hält damit bei 90 Treffern in 164 Länderspielen.

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Dominic Thiem ist gestern Abend beim ATP-250-Hartplatzturnier in Tel Aviv im Achtelfinale ausgeschieden. Der 29-Jährige musste sich Marin Cilic an dessen 34. Geburtstag mit 7:6 (8/6) 2:6 4:6 geschlagen geben. Es war die erste Niederlage des Niederösterreichers gegen den als Nummer zwei gesetzten Kroaten auf der ATP-Tour.

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Novak Djokovic hat sich Roger Federer als Vorbild genommen und will einen allfälligen Karriereabschied auch mit seinen größten Konkurrenten feiern. „Eine Sache, die ich mir definitiv neben meiner Familie und Freunden wünsche, ist, meine größten Rivalen und Mitstreiter da zu haben“, sagte Djokovic über sein Karriereende am Rande des ATP-250-Turniers in Tel Aviv.

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Chronik

Hurrikan „Ian“ hat sich auf seinem Weg durch den US-Bundesstaat Florida abgeschwächt. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde habe „Ian“ inzwischen die niedrigste Stärke eins von fünf, teilte das US-Hurrikanzentrum (NHC) gestern am späten Abend (Ortszeit) mit. Als Wirbelsturm der Kategorie vier hatte „Ian“ am Nachmittag die Westküste Floridas getroffen und heftige Winde, Regen und Sturmfluten gebracht.

Trotz Abschwächung war auf seinem Weg ein mehr als hundert Kilometer breiter Landstreifen heftigen Unwettern ausgesetzt. In der Nacht auf heute befand sich der Sturm den Fachleuten zufolge rund 110 Kilometer südlich von Orlando.

Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Regen durch Straßen peitschte, von Autos nur die Dächer aus den Fluten herausragten und Trümmer durch die Luft flogen. „Ian“ dürfte in die Liste der fünf schwersten Hurrikans in Florida kommen, sagte Floridas Gouverneur Ron DeSantis.

1,6 Mio. Haushalte ohne Strom

Einwohner waren zuvor eindringlich gewarnt worden, auch heute Früh nicht ihre Häuser zu verlassen, um etwa die Schäden zu begutachten. Auch wenn der Wirbelsturm abziehe, bestehe weiter Gefahr durch Trümmer, kaputte Stromleitungen und dergleichen. Für rund 2,5 Millionen Menschen in der Region galten Evakuierungsanweisungen. Einige von ihnen entschlossen sich trotzdem, in ihren Häusern zu bleiben.

Rund 1,6 Millionen Haushalte waren ohne Strom, wie die Website Poweroutage zeigte. Die Behörden rechneten mit schweren Schäden an Infrastruktur und Kommunikationsleitungen. Das Ausmaß der Zerstörung dürfte erst mit Sonnenaufgang klarer werden.

NHC-Direktor Ken Graham betonte, es werde nach dem Eintreffen an Land vermutlich 24 Stunden dauern, bis der Wirbelsturm über Florida hinweggezogen sei. Das bedeute 24 Stunden heftiger Regenfälle. Deanne Criswell von der US-Katastrophenschutzbehörde FEMA sagte, die voraussichtlich von dem Sturm betroffene Region habe seit rund 100 Jahren keinen solchen Hurrikan mehr erlebt.

Bei einer Schießerei auf einem Schulgelände in Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien sind sechs Menschen verletzt worden. Zwei der Opfer hätten lebensgefährliche Schusswunden erlitten, teilte Polizeichef Darren Allison mit.

Die Betroffenen seien 18 Jahre oder älter. Festnahmen gab es den Angaben zufolge nicht. Die Polizei suche nach mindestens einem Schützen, sagte Allison. Die Hintergründe der Tat sind unklar.

Der Campus mit mehreren Schulen war nach dem Vorfall abgeriegelt worden. Derartige Waffengewalt an einer Schule „erschüttert die Seele“, schrieb die Bürgermeisterin von Oakland, Libby Schaaf, auf Twitter. Schulen sollten sichere Zufluchtsorte für Kinder sein. Der „unkontrollierte Zugriff auf Waffen“ in den USA sei unentschuldbar. Schusswaffen sind in den Vereinigten Staaten verhältnismäßig leicht zu bekommen.

Bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat gestern niemand die sechs Richtigen erraten. Im Jackpot liegen zusätzlich zum ersten Rang der nächsten Runde knapp 592.000 Euro.

Die Gewinnzahlen lauten:

5 11 19 27 30 44/Zusatzzahl: 23

Die richtigen LottoPlus-Zahlen:

11 26 33 40 42 45

Die richtige Joker-Zahl:

9 1 9 8 2 1

Alle Angaben ohne Gewähr

Zunehmend mehr Wienerinnen und Wiener haben Schwierigkeiten, ihre Miete zu bezahlen, und sind von Wohnungsverlust bedroht. Die Fachstelle für Wohnungssicherung (FAWOS) der Wiener Volkshilfe verzeichnet heuer bereits um ein Viertel mehr Erstberatungen.

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Die Staatsanwaltschaft Steyr ermittelt gegen einen Mann aus Oberösterreich, der Frauen und minderjährige Mädchen heimlich auf Toiletten gefilmt haben soll. Zudem soll der Pensionist zwei Frauen betäubt, missbraucht und die Tat fotografiert und gefilmt haben, wie die „Kronen Zeitung“ berichtet.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Im Bezirk Wels-Land (Oberösterreich) ist gestern Abend eine 36-jährige alkoholisierte Lenkerin mit ihrem Auto gegen ein Haus geprallt. Sie hatte mehr als zwei Promille Alkohol im Blut. Im Wagen saßen auch ihre drei Kinder im Alter zwischen vier und zehn Jahren.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Auf der Postalm bei Strobl in Salzburg hat eine Forstwirtin der Bundesforste gemeinsam mit einem ORF-Team einen seltenen Baumschläfer entdeckt. Die Verbreitung der etwa neun Zentimeter großen Säugetiere in Österreich wird seit zwei Jahren genauer untersucht.

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Bei Regen und Dunkelheit ist heute Früh eine 35-jährige Frau aus Villach mit einem Klein-Lkw auf der Südautobahn (A2) wegen Aquaplanings ins Schleudern geraten und gegen die Mitteltrennung geprallt. Die Lenkerin wurde verletzt. Es bildete sich ein langer Stau im Pendlerverkehr.

Mehr dazu in kaernten.ORF.at

Medien

Die von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann angekündigte Halbierung der Textmeldungen auf ORF.at hat für Erstaunen bei Belegschaft, Publikumsräten und einzelnen Stiftungsräten gesorgt. In einer Sitzung des Publikumsrats versicherte der ORF-Chef: „Ich habe das gesamte Wohl des Unternehmens im Auge.“

In Verhandlungen müsse man aber auf andere zugehen, um etwas zu bewegen. Konkret ringt der ORF um eine Digitalnovelle. Diese sei auch für Fernsehen und Radio relevant, so Weißmann.

Weißmann glaubt nicht an Leserschwund

Die Textnachrichten auf ORF.at hätten ein etabliertes Publikum, das man verprellen könnte, wenn die Anzahl geschriebener Meldungen auf der „Blauen Seite“ zurückgehe, wurde gestern von so manchem Publikumsratsmitglied eingeworfen.

Weißmann sah diese Gefahr nicht gegeben. „Ehrlicherweise sehe ich nicht, dass künftig weniger Menschen die ‚Blaue Seite‘ abrufen werden. Eher im Gegenteil“, versuchte der ORF-Chef zu argumentieren. Er möchte die reichweitenstärkste Nachrichtenseite des Landes mehr in Richtung Bewegtbild und Multimedialität entwickeln.

Die Weichen dazu seien ohnehin vor Längerem gestellt worden. „Der Weg in Richtung Multimedialität ist eingeschlagen, und den gehen wir auch konsequent weiter“, sagte Weißmann. „Wir erweitern die Mannschaft der ‚Blauen Seite‘ um ein Fünftel. Wir bauen die Redaktion aus“, so Weißmann.

VÖZ begrüßte „Angebot“ von Weißmann

Gerald Grünberger, Geschäftsführer des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ), begrüßte das von Weißmann geäußerte „Angebot“. Die Verleger wollen seit jeher, dass das Nachrichtenportal des ORF eingeschränkt werde. Ihrer Meinung nach verzerre das Textangebot den Markt. „Das Angebot Weißmanns ist jedenfalls dazu geeignet, konstruktiv in weitere Gespräche einzutreten“, so der VÖZ-Geschäftsführer.

„Der öffentlich-rechtliche Auftrag des ORF darf damit um keinen Preis ausgehöhlt werden. Wenn dem so wäre, ist eine rote Linie überschritten“, sagte Heinz Lederer, SPÖ-„Freundeskreis“-Leiter im obersten ORF-Gremium. Eine substanzielle Veränderung des ORF im digitalen Bereich gehöre geprüft. Wenn die Inhalte dagegen in gleicher Qualität in Bewegtbild transformiert würden, könne man darüber reden. „Es braucht eine inhaltliche Klarstellung“, forderte der Stiftungsrat.

Redakteurs- und Betriebsrat mit Protest

Redakteursrat und Betriebsrat von ORF.at protestierten bereits am Tag nach der Ankündigung in einem Schreiben gegen den geplanten Schritt. Die Beschneidung der meistgelesenen Nachrichtenseite des Landes berge große Risiken für die demokratiepolitische Entwicklung, hieß es.

Der Vorsitzende des ORF-Redakteursrats, Dieter Bornemann, kommentierte die Pläne in einem Ö1-Beitrag ebenfalls kritisch. Nutzer könnten sich in der Folge anderen Gratisplattformen mit politischer Agenda oder gar „Fake News“ zuwenden, so seine Befürchtung.

Science

Intaktes menschliches Gewebe aus dem 3-D-Biodrucker – damit beschäftigt sich eine junge Molekularbiologin an der Medizinischen Universität Innsbruck. Das Verfahren erleichtert die medizinische Forschung, etwa zum Wachstum von Tumoren. Und in Zukunft könnte der Biodruck auch Tierversuche überflüssig machen.

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IT

Kein WhatsApp, kein Google und kein Instagram – viele Kommunikationskanäle wären plötzlich still, wenn das Internet ausfällt. Wie sich das auf die kritische Infrastruktur und die Versorgung auswirkt, hat das Forschungsprojekt Isidor untersucht: Viele Institutionen sind nicht ausreichend auf ein solches Szenario vorbereitet.

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Die Regierungen von Dänemark, Finnland und Südkorea bieten einem neuen UNO-Bericht zufolge derzeit die beste digitale Infrastruktur für ihre Bevölkerung.

Auf den folgenden Plätzen liegen Neuseeland, Schweden, Island, Australien, Estland, die Niederlande, die USA, Großbritannien, Singapur, die Vereinigten Arabischen Emirate, Japan und Malta, hieß es in dem gestern in New York veröffentlichten Bericht. Österreich liegt auf dem 20. Platz.

Für den Bericht wurden die digitalen Angebote der 193 UNO-Mitgliedsstaaten miteinander verglichen – beispielsweise digitale Bildungsangebote, Onlinebeantragungsportale für die Teilnahme an Sozialprogrammen und digitale Steuererklärungen.

Insgesamt habe sich das Angebot deutlich verbessert, hieß es. In einigen Staaten gebe es aber noch Nachholbedarf. Der Bericht wird seit 2001 etwa alle zwei Jahre veröffentlicht.

Kultur

Essen und Trinken: Daran kann niemand vorbei. Dass die so banale Alltagshandlung der Nahrungsaufnahme auch äußerst politisch ist, zeigt die neue Ausstellung „Mahlzeit“ des Dom Museums Wien – und lässt neben schwelgenden Abbildern üppiger Genüsse auch Grausliches stehen.

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Der US-Rapper Coolio ist im Alter von 59 Jahren gestorben. Das berichtete NBC Los Angeles gestern (Ortszeit) unter Berufung auf das Management des Musikers.

Coolio, dessen bürgerlicher Name Artis Leon Ivey Jr. lautete und der vor allem für seinen Song „Gangsta’s Paradise“ bekannt war, soll einen Herzanfall erlitten haben, eine offizielle Bestätigung dafür gibt es allerdings noch nicht.

Rapper Coolio
AP/Rick Scuteri

Nach seinem Album „It Takes a Thief“ 1994 feierte Coolio ein Jahr später seinen weltweiten Durchbruch mit dem grammyprämierten Hit „Gangsta’s Paradise“. Der Song war auch das Titellied zum Drama „Dangerous Minds“ mit Michelle Pfeiffer in der Hauptrolle. Die Nummer landete in mehreren Ländern auf Platz eins der Charts, so auch in Österreich.

Leute

Die Geschäftsfrau und Autorin MacKenzie Scott hat die Scheidung von ihrem Ehemann Dan Jewett eingereicht. Das berichtete die „New York Times“ („NYT“) gestern (Ortszeit) unter Berufung auf Gerichtsdokumente, die am Montag beim King County Superior Court im US-Bundesstaat Washington eingingen.

Die Ex-Frau von Multimilliardär und Amazon-Gründer Jeff Bezos und der ehemalige Lehrer Scott hatten 2021 geheiratet. In einem öffentlichen Brief auf der Website der Wohltätigkeitskampagne „The Giving Pledge“ hatte das Paar seine Hochzeit bekanntgegeben.

Jewett kündigte damals an, seine Ehefrau bei der Verteilung ihres Vermögens zu unterstützen. „The Giving Pledge“ ist eine Initiative der Milliardäre Bill Gates und Warren Buffett und richtet sich an besonders wohlhabende Menschen. Teilnehmende versprechen, einen Teil ihres Nettovermögens für wohltätige Zwecke zu spenden.

Aus den Gerichtsunterlagen gehe hervor, dass Jewett die Scheidung nicht angefochten hat. Die Aufteilung des Vermögens sei in einem Trennungsvertrag geregelt, dem das Paar zugestimmt habe und der nicht öffentlich ist.