Ausland

Offenbar großer Anschlag in Deutschland verhindert

Die Sicherheitsbehörden haben nach Medienberichten in einer mehr als einjährigen Operation einen Anschlagsplan der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) in Deutschland durchkreuzt.

Dazu hätten 2016 insgesamt drei Teams von Attentätern nach Deutschland reisen sollen, um die Tat vorzubereiten und durchzuführen. Ziel sei möglicherweise ein Musikfestival gewesen, berichteten gestern NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ („SZ“) gemeinsam sowie parallel dazu auch die „Zeit“.

Frühzeitig informiert

Die Bundesanwaltschaft bestätigte die Terrorpläne. „Wir haben sehr frühzeitig von den Anschlagsplanungen erfahren, sodass wir im Oktober des Jahres 2016 ein strafrechtliches Verfahren einleiten konnten“, sagte Generalbundesanwalt Peter Frank. „Für uns war die Faktenlage in diesem Fall sehr konkret und auch belastbar.“ Den Sendern zufolge werden weitere Tatbeteiligte noch gesucht.

Eine zentrale Rolle habe ein deutsches Ehepaar spielen sollen, das im Herbst 2015 nach Syrien ausgereist sei und sich dem IS angeschlossen habe, berichteten die Medien übereinstimmend. Die Frau, eine Konvertitin, habe von der syrischen Stadt al-Rakka aus Frauen in Norddeutschland gesucht, die bereit gewesen seien, potenzielle Attentäter zu heiraten und ihnen so einen Weg nach Deutschland zu ebnen. Eine der kontaktierten Frauen habe aber für
den Verfassungsschutz gearbeitet.

Die Planungen seien durch die Ermittlungen und den Zerfall des IS durchkreuzt worden. Die „Zeit“ berichtete, das Ehepaar habe sich im Oktober 2017 den kurdischen Behörden gestellt. Die beiden säßen seitdem in kurdischen Gefängnissen in Nordsyrien in Haft. Dort konnten NDR, WDR und „SZ“ den aus Hildesheim stammenden Ehemann interviewen. Er mache geltend, versucht zu haben, „aus der Sache wieder ‚rauszukommen‘“, als er vom eigentlichen Anschlagsplan erfahren habe.

Mord an bulgarischer Journalistin: Verdächtiger ausgeliefert

Eineinhalb Wochen nach dem Mord an der bulgarischen Journalistin Viktoria Marinowa ist der mutmaßliche Täter von Deutschland an seine Heimat ausgeliefert worden. Der Verdächtige befinde sich bereits wieder in Bulgarien, erklärte eine Sprecherin des Justizministeriums in Sofia gestern Abend.

Die Leiche der 30-jährigen Fernsehmoderatorin war am 6. Oktober in einem Park in der nordbulgarischen Stadt Russe gefunden worden. Marinowa war offenbar beim Joggen überfallen, vergewaltigt und erschlagen worden. Drei Tage später wurde der tatverdächtige Sewerin K. im niedersächsischen Stade festgenommen, wo er sich bei Verwandten aufhielt.

Den deutschen Ermittlern gestand der 20-Jährige, er sei mit Marinowa in einen Streit geraten, habe sie geschlagen und in einen Busch geworfen. Eine Tötungsabsicht bestritt er ebenso wie eine Vergewaltigung.

Ermittler sprechen von handfesten Beweisen

Der bulgarische Ermittlungschef Sotir Zazarow betonte dagegen gestern im Fernsehsender Nowa TV, es lägen handfeste Beweise gegen K. vor. Die Staatsanwaltschaft will den 20-Jährigen wegen Vergewaltigung und besonders schweren Mordes anklagen, ihm droht lebenslange Haft ohne Aussicht auf vorzeitige Begnadigung.

Der Mord an der Journalistin hatte international Entsetzen ausgelöst. Die bulgarischen Behörden gehen jedoch nicht von einem Zusammenhang zwischen der Tat und Marinowas journalistischer Arbeit aus. Die 30-Jährige arbeitete als Moderatorin für den privaten Lokalsender TVN, der wenige Tage vor ihrer Ermordung Interviews mit zwei investigativen Journalisten ausgestrahlt hatte. Die Reporter berichteten über ihre Recherchen zur mutmaßlichen Veruntreuung von EU-Geldern in Bulgarien durch Geschäftsleute und Politiker.

Verfassungsschutz beobachtet bayrische AfD-Mitglieder

Einige Mitglieder der neuen AfD-Fraktion im bayrischen Landtag werden vom Verfassungsschutz beobachtet. Das sagte ein Sprecher des Landesamts für Verfassungsschutz dem „Münchner Merkur“ (Donnerstag-Ausgabe). Bei den Beobachteten handle es sich um „Einzelne, die bei der Landtagswahl am 14. Oktober ein Mandat für die AfD errungen haben“.

Ob die betreffenden Fraktionsmitglieder auch noch als Abgeordnete beobachtet werden, ist unklar. Das werde derzeit geprüft, hieß es dem Bericht zufolge. Für die Beobachtung von Mandatsträgern gelten erhöhte Schwellen. Die AfD als Ganzes wird derzeit dem Bericht zufolge nicht vom Verfassungsschutz beobachtet.

Schon zuvor war bekannt, dass eine niedrige zweistellige Zahl von Personen innerhalb der AfD, darunter auch Funktionsträger, im Fokus der Verfassungsschützer steht. „Die Zahl hat im Laufe des Jahres eine steigende Tendenz aufgewiesen“, sagte der Sprecher. Konkret gehe es um „Verbindungen in die rechtsextremistische, die verfassungsschutzrelevante islamfeindliche und die Reichsbürger-Szene“.

Chaschukdschi: Türkische Polizei durchsuchte saudische Residenz

Nach dem saudi-arabischen Konsulat in Istanbul hat die türkische Polizei gestern auch die Residenz des Konsuls durchsucht, um Erkenntnisse zum Schicksal des vermissten Journalisten Dschamal Chaschukdschi zu erlangen.

Es besteht der Verdacht, dass die saudi-arabische Führung den Regierungskritiker Chaschukdschi am 2. Oktober bei einem Besuch im Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul foltern und ermorden ließ. Zwar bestreitet Riad das, doch hat es keinen Beweis vorgelegt, dass Chaschukdschi das Konsulat lebend verließ.

Konsul setzte sich nach Riad ab

Die Durchsuchung der Residenz des Konsuls Mohammed al-Otaibi hatte sich verzögert, da Saudi-Arabien die Genehmigung zunächst verweigert hatte, wie der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu mitteilte. Otaibi verließ Dienstagabend Istanbul in Richtung Riad. Cavusoglu betonte, der Konsul sei nicht ausgewiesen worden, doch warf er ihm zugleich ein „respektloses Verhalten“ nach dem Verschwinden Chaschukdschis vor.

Die türkische Führung hat bisher direkte Schuldzuweisungen in dem Fall vermieden, doch veröffentlichen Medien fast täglich neue belastende Details aus den Polizeiermittlungen. So berichtete die Zeitung „Yeni Safak“, ihr liege eine Audioaufnahme aus dem Konsulat vor, die belege, dass Chaschukdschi während eines Verhörs mehrere Finger abgeschnitten worden seien, bevor er enthauptet worden sei.

Trump: „Sehr wichtiger Verbündeter“

US-Präsident Donald Trump rechnet bis zum Ende der Woche mit Antworten in dem Fall. Er wolle wissen, was mit Chaschukdschi passiert sei, sagte Trump gestern und fügte hinzu: „Wir werden das vermutlich bis zum Ende der Woche wissen.“ Konkreter wurde er nicht. Trump sagte, US-Außenminister Mike Pompeo werde ihn nach dessen Rückkehr aus Saudi-Arabien und der Türkei gründlich über die Erkenntnisse der Reise informieren.

Mit Blick auf Saudi-Arabien sagte Trump: „Sie sind ein sehr wichtiger Verbündeter.“ Das gelte etwa für den Kampf gegen den Terror und die Iran-Frage, aber auch für große Rüstungsgeschäfte. Der US-Präsident wehrte sich zugleich gegen den Vorwurf, dass er die Saudis in dem Fall gegen Vorwürfe in Schutz nehme.

Trump ruft Kabinett zu Sparsamkeit auf

US-Präsident Donald Trump hat seine Minister zum Sparen aufgefordert. In jedem Ressort sollten fünf Prozent des Budgets gekürzt werden, sagte Trump gestern bei einer Kabinettssitzung in Washington. „Einige werden sogar sagen: Ich kann noch viel mehr tun als fünf Prozent“, sagte Trump. Es gehe darum, den Ballast abzuwerfen.

Der Kürzungsaufruf kommt in einer Zeit klingelnder Kassen für die US-Wirtschaft. Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow sprach bei der Kabinettssitzung von der „wachstumsstärksten Volkswirtschaft seit 20 Jahren“.

Allerdings sitzt die Regierung Trump auch auf einem riesigen Schuldenberg. Die Steuerreform, mit der ein Teil des Booms gestützt wurde, ist zum großen Teil auf Pump finanziert.

Inland

Etappensieg für „Falter“-Chefredakteur gegen Innenministerium

Auf der Website des Innenministeriums (BMI) wurde jene Presseaussendung gelöscht, die Anfang Oktober für heftige Kritik gesorgt hatte, weil sie die Korrespondenz zwischen dem Innenministerium und „Falter“-Chefredakteur Florian Klenk genauestens dokumentiert und veröffentlicht hatte.

Klenk, der vom Ministerium vor der Veröffentlichung nicht um Erlaubnis gefragt wurde, stellte bei der Behörde einen Antrag auf Löschung der Aussendung nach dem Datenschutzgesetz, das Ministerium kam der Aufforderung nach und lässt die Causa prüfen, wie der „Standard“ (Onlineausgabe) berichtete.

Ein Datenschutzbeauftragter des Ministeriums soll in den nächsten Tagen beurteilen, ob dieser Schritt auch tatsächlich notwendig gewesen sei. Erst danach werde die weitere Vorgehensweise entschieden. Die Aussendung ist derzeit etwa noch über APA-OTS verfügbar.

„Boxring um die Pressefreiheit“

Das Innenministerium habe erkannt, dass es seine Mails nicht so einfach veröffentlichen dürfe, sagte Klenk zum „Standard“: „Sie haben versucht, den Boxring um die Pressefreiheit unbemerkt durch die Hintertüre zu verlassen“, indem die Aussendung von der BMI-Seite sowie der Tweet, der zu ihr führte, entfernt wurden.

Staatsziel Wirtschaft in Verfassung ausgebremst

Mit der Verankerung des Staatsziels Wirtschaft in der Verfassung wird es vorerst nichts, auch wenn die Regierung an ihrem politisch hoch umstrittenen Plan festhalten will. Nach dem Rückzug seiner vorübergehend geplanten Zustimmung blieb NEOS dabei und trug den Plan im Verfassungsausschuss gestern nicht mit.

Die Beratungen über einen entsprechenden Gesetzesvorschlag sind vom Verfassungsausschuss des Nationalrats auf Antrag von NEOS vertagt worden, berichtete die Parlamentskorrespondenz gestern Abend. Für ihren Plan brauchen ÖVP und FPÖ wegen der erforderlichen Zweidrittelmehrheit einen Partner. Im Nationalrat reicht dafür NEOS. Im Bundesrat braucht man die SPÖ, sollte es noch zu einer Einigung mit NEOS kommen. Von den Sozialdemokraten wurde gestern im Ausschuss aber eine Zustimmung im Bundesrat dezidiert ausgeschlossen.

NEOS war ursprünglich schon an Bord. Aber die Oppositionspartei stört sich an einer von ÖVP und FPÖ geplanten Novelle zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), die Nichtregierungsorganisationen (NGOs) schikaniere. „Wir sind zwar überzeugt, dass das Staatsziel Wirtschaft Sinn macht und wir haben auch die Nachhaltigkeit hineinverhandelt. Aber dass im gleichen Atemzug versucht wird, Umweltorganisationen aus UVP-Verfahren auszusperren, das geht einfach nicht zusammen“, sagte NEOS-Verfassungssprecher Nikolaus Scherak.

Van der Bellen würdigt serbische Gemeinschaft in Österreich

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat bei einem vorgezogenen Empfang zu Österreichs Nationalfeiertag im Belgrader Rathaus gestern die Bedeutung der serbischen Gemeinschaft als wichtiger Teil der österreichischen Gesellschaft und als „Band“ zwischen den beiden Ländern gewürdigt. Die zweitgrößte Diaspora Österreichs sei gut integriert, betonte auch Premierministerin Ana Brnabic.

Österreich sei ein sehr wichtiger Player in der serbischen Wirtschaft, sagte die Regierungschefin. Sie bedankte sich für das wirtschaftliche Engagement österreichischer Unternehmen in Serbien und hob dabei die teilstaatliche Telekommunikationsfirma A1 (Telekom Austria) hervor. „Wir halten A1 noch für ein echt österreichisches Unternehmen, obwohl es von der mexikanischen America Movil gekauft wurde“, sagte sie.

Nachbarn ohne gemeinsame Grenze

Österreich und Serbien teilten „Verantwortung und Perspektiven für die Zukunft“, sagte Van der Bellen. Die beiden Länder sähen sich als Nachbarn an, obwohl sie keine gemeinsame Grenze hätten. Während des aktuellen EU-Ratsvorsitzes habe Österreich die Ambition, einen Beitritt Serbiens zur Union „ganz oben auf Europas Agenda“ zu halten.

EU

Italien gibt in Streit mit EU über Budget nicht nach

Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte will im Streit mit der EU über die geplante Neuverschuldung nicht einlenken. Er sehe „keinen Spielraum“ für Änderungen am Haushaltsentwurf seiner Regierung, sagte Conte beim EU-Gipfel gestern Abend in Brüssel.

Italien werde auf die Kritik der EU-Kommission antworten und hoffe dabei auf einen „konstruktiven Dialog“. Das Budget ziele auf eine „Trendwende“ in Italiens Haushaltspolitik ab: Diese setze auf „Wachstum im Interesse des Landes“, sagte Conte.

Defizit von 2,4 Prozent

Für das kommende Jahr sieht der am Montag in Rom verabschiedete Entwurf ein Defizit von 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung vor – deutlich mehr als die von der Vorgängerregierung versprochenen 0,8 Prozent. 2020 betrage das Defizit 2,1 Prozent, im Jahr 2021 liegt es der Planung zufolge bei 1,8 Prozent.

Geplant sind etwa kostspielige Ausgaben unter anderem für die Einführung eines Grundeinkommens und Erleichterungen beim Pensionseintritt sowie eine Amnestie für Steuersünder. Italien hat bereits jetzt die zweithöchste Gesamtverschuldung in der Euro-Zone nach Griechenland und muss für seine Kreditaufnahme steigende Zinsen zahlen.

Den Entwurf hat Italien wie vorgeschrieben zur Prüfung an die EU-Kommission gesandt. Diese könnte das Land zu Nachbesserungen auffordern.

Gates und EU legen Fonds für erneuerbare Energien auf

US-Milliardär Bill Gates und die EU haben einen gemeinsamen Investitionsfonds zur Unterstützung von Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien aufgelegt. Der Microsoft-Mitbegründer unterzeichnete gestern eine Absichtserklärung mit der EU-Kommission zur Einrichtung des Fonds im Umfang von 100 Millionen Euro.

Der gemeinsame Topf soll innovative europäische Unternehmen dabei unterstützen, neue Technologien zu „entwickeln und zu vermarkten“, erklärte die Kommission. Der Fonds sei der „erste dieser Art“ und in einem Rekordtempo aufgelegt worden, erklärte die Kommission.

Profitieren sollen von dem Geld Bereiche wie die Energiespeicherung und -produktion sowie der Verkehrssektor. Der Fonds soll Breakthrough Energy Europe (BEE) heißen und im kommenden Jahr starten. Gespeist wird er jeweils zur Hälfte von Gates und aus EU-Mitteln.

Sport

Wirtschaft

Facebook: Investmentfonds wollen Zuckerberg entmachten

Vier staatliche Investmentfonds in den USA haben die Abberufung von Mark Zuckerberg als Aufsichtsratschef von Facebook verlangt. Die Chefs der Investmentfonds der Bundesstaaten Illinois, New York, Pennsylvania und Rhode Island erklärten gestern, durch die Einsetzung eines unabhängigen Aufsichtsratschefs könnten die Unternehmensführung und Transparenz bei Facebook verbessert werden.

Wegen der „übergroßen Rolle“ von Facebook in US-Gesellschaft und -Wirtschaft müssten „Unabhängigkeit und Rechenschaftspflicht“ im Aufsichtsrat hergestellt werden, forderte der oberste Rechnungsprüfer des Staates New York, Scott Stringer. Er ist für den dortigen Staatsfonds verantwortlich.

Wenig Chance auf Realisierung

Der Unternehmensgründer Zuckerberg vereint die Funktionen des Vorstandsvorsitzenden – also obersten Managers – und Aufsichtsratschefs in sich. Obwohl er nur eine Minderheit der Aktien hält, besitzt er aufgrund einer Regelung zu unterschiedlichen Anteilsarten die Mehrheit der Stimmen unter den Aktionären. Der Antrag, der vermutlich bei einer Generalversammlung im Mai 2019 zur Abstimmung kommt, hat also wenig Chance auf Umsetzung.

Facebook durchlebt seit dem Frühjahr die bisher schwerste Krise seiner 14-jährigen Unternehmensgeschichte. Damals war ans Licht gekommen, dass die Daten von rund 87 Millionen Nutzern bei der britischen Firma Cambridge Analytica gelandet und von ihr unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump benutzt worden waren.

Ramponierter Ruf

Der Ruf des Konzerns hat auch infolge des Missbrauchs seiner Plattformen durch mutmaßliche russische Akteure im US-Wahlkampf 2016 gelitten. Ende September teilte Facebook auch noch mit, dass das Onlinenetzwerk zur Zielscheibe einer großangelegten Hackerattacke geworden sei. Nach den jüngsten Angaben des Konzerns erlangten die Täter dabei Zugriff auf die Daten von 29 Millionen Nutzern.

USA beenden 144 Jahre altes Postabkommen mit China

US-Präsident Donald Trump hat ein neues Mittel gefunden, um China im Handelsstreit unter Druck zu setzen. Auf Anraten seines Wirtschaftsberaters Peter Navarro kündigen die USA gestern ein 144 Jahre altes Postabkommen auf.

Durch die Vereinbarung könnten chinesische Unternehmen bisher zu stark reduzierten Versandraten Packerln in die USA schicken und dortige Wettbewerber preislich unterbieten.

Die ursprünglich von 1874 stammende und insgesamt 192 Staaten umfassende Regelung war laut dem Bericht 1969 so angepasst worden, dass arme und Entwicklungsländer – inklusive China – deutlich besser gestellt sind als wohlhabendere Staaten in Europa und Nordamerika. Das habe jedoch dazu geführt, dass der US-Markt mit billigen Konsumgütern aus China überschwemmt wird.

Chronik

US-Lottospielern winkt Rekordgewinn von 868 Mio. Dollar

Lottospielern in den USA winkt der größte Einzelgewinn in der Geschichte des Glücksspiels. Nachdem auch am Dienstag niemand sechs Richtige getippt hatte, schwoll der Jackpot der Lotterie Mega Millions auf 868 Millionen Dollar (752 Millionen Euro) an. Sollte bei der nächsten Ziehung am Freitag ein einzelner Spieler die richtigen Zahlen auf seinem Tippschein haben, würde er den weltweit höchsten Gewinn in der Lottogeschichte einstreichen.

Bisheriger Höchstwert: 759 Millionen Dollar

Derzeit wird der Rekord von einer 53-jährigen US-Bürgerin gehalten, die im vergangenen Jahr bei der Lotterie Powerball knapp 759 Millionen Dollar gewann. 2016 hatte der Powerball-Jackpot sogar die Milliardengrenze überschritten. Damals teilten sich aber drei Lottospieler die Gewinnsumme von 1,6 Milliarden Dollar.

Die Lotterie Mega Millions wurde 2002 ins Leben gerufen. Durch mehrere Regeländerungen verringerten sich seitdem die Gewinnchancen, was gleichzeitig zu höheren Jackpots führte.

Wer den Hauptgewinn ergattert, kann sich die Summe in 30 Jahresraten auszahlen oder mit deutlichen Abschlägen sofort auf sein Konto überweisen lassen. Zudem müssen Lottospieler in den USA auf Bundesebene Steuern auf ihren Gewinn abführen. Darüber hinaus verlangen manche Bundesstaaten ihrerseits zusätzliche Zahlungen an den Fiskus.

Science

Gesundheit

Ebola: WHO sieht vorerst von Gesundheitsnotstand ab

Trotz der hohen Zahl der Ebola-Fälle in der Demokratischen Republik (DR) Kongo in Zentralafrika sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) keinen Grund, einen internationalen Gesundheitsnotstand auszurufen. Sie folgte gestern damit in Genf Empfehlungen von Experten unter der Leitung des Züricher Spezialisten für ansteckende Krankheiten, Robert Steffen.

„In absehbarer Zeit unter Kontrolle“

„Wir sind optimistisch, dass dieser Ausbruch in absehbarer Zeit unter Kontrolle gebracht werden kann“, sagte Steffen. Bis dato haben sich in der Provinz Nordkivu mehr als 200 Menschen wahrscheinlich infiziert, 140 sind gestorben.

Die Sorge, dass sich die hoch ansteckende Krankheit Richtung Osten nach Uganda, Ruanda oder in anderen Länder ausbreitet, sei zwar nicht gebannt, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Aber die Gesundheitsbehörden in der DR Kongo und in Nachbarländern hätten alle wichtigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Die Verhängung des Gesundheitsnotstands hätte keine zusätzliche Sicherheit gebracht. Wenn ein Notstand gilt, kann die WHO besondere Maßnahmen empfehlen, etwa stärkere Gesundheitskontrollen an den Grenzen oder Reisebeschränkungen.

Umkämpftes Gebiet

Zwar sind in der DR Kongo seit Anfang August Hunderte Nothelfer von UNO- und Hilfsorganisationen im Einsatz, doch ist es bisher nicht gelungen, den Ausbruch in Nordkivu unter Kontrolle zu bringen. Die Zahl der neuen Fälle pro Woche nimmt zu. Die Lage ist besonders schwierig, weil dort Dutzende Rebellengruppen kämpfen und die Bevölkerung traumatisiert und misstrauisch ist. Durch die Kämpfe sind rund eine Million Menschen aus ihren Dörfern vertrieben worden.

Kultur

Religion

Panorama

Flugzeug mit Melania Trump musste wegen Defekts umdrehen

Rauch in der Kabine hat das Flugzeug der First Lady Melania Trump zur Rückkehr auf eine US-Luftwaffenbasis bei Washington gezwungen. Trump sei gestern auf dem Weg zum Besuch eines Krankenhauses in Philadelphia gewesen, als rund 15 Minuten nach dem Start „kleine Mengen Rauch“ im Flugzeug zu sehen gewesen seien, berichteten mitreisende Reporter.

Feuchte Tücher für Passagiere

Die Crew habe Passagieren feuchte Tücher ausgehändigt, um sie gegen den Brandgeruch über ihre Gesichter zu legen. Das Flugzeug vom Typ Boeing C-32A sei daraufhin zur Luftwaffenbasis Andrews bei Washington zurückgekehrt.

Trump und ihre Delegation seien dann mit einem anderen Flugzeug nach Philadelphia gereist. Die Sprecherin der First Lady, Stephanie Grisham, sagte, es habe sich um eine kleinere Angelegenheit gehandelt. Weitere Informationen würden bekanntgegeben, wenn die Untersuchung abgeschlossen sei.

Trump besuchte im Rahmen ihrer „Be Best“-Initiative, die sich für den Schutz von Kindern einsetzt, eine Intensivstation für Neugeborene im Thomas-Jefferson-Universitätskrankenhaus in Philadelphia. Sie traf dabei mit Familien von Babys von drogenabhängigen Müttern zusammen.

Schauspielerin vererbt Dorf vier Mio. Euro für Theaterbau

Einen unverhofften Geldsegen hat eine betagte Schauspielerin ihrer kleinen Heimatgemeinde in Frankreich vererbt. Die Summe von vier Millionen Euro müsse aber in den Bau eines Schauspielsaals investiert werden, legte die 93-Jährige fest, wie die Zeitung „L’Echo Republicain“ (Mittwoch-Ausgabe) berichtete.

Der Gemeinderat von Courville-sur-Eure rund 100 Kilometer südwestlich von Paris hatte diese Woche der Annahme des Erbes zugestimmt, dessen Summe doppelt so hoch ist wie der Jahreshaushalt des 3.300-Einwohner-Orts.

„Schock“ im Gemeinderat

„Als der Notar die Summe vorlas, wurde mir schwindelig, das war unvorstellbar“, zitierte die Zeitung den Gemeindevertreter, dem Anfang des Monats das Millionenerbe verkündet wurde. „Ich stand unter Schock.“

Die kinderlose Schauspielerin, die zuletzt in einem Altenheim lebte, hatte lange Jahre eine Laienschauspielgruppe im Ort geleitet. Als junge Frau hatte sie in Paris für Kinostreifen vor der Kamera gestanden und später einen wohlhabenden Schauspieler geheiratet.