Inland

Zum zweiten Mal wird der Staatsfeiertag am 1. Mai wegen der Coronavirus-Krise ohne Aufmärsche und Feiern abgehalten. Auch die Wiener SPÖ muss wieder in den virtuellen Raum ausweichen: Der traditionelle Sternmarsch zum Rathausplatz mit anschließender Abschlusskundgebung entfällt. Stattdessen wird es eine Reihe von Programmpunkten in Sozialen Netzwerken und im Stream geben.

In einer Filmproduktion der SPÖ Wien werden unter anderen Bürgermeister Michael Ludwig und Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner zu Wort kommen. Gar keine Veranstaltung – auch nicht im Netz – plant heuer die FPÖ am Tag der Arbeit. Parteichef Norbert Hofer und Klubobmann Herbert Kickl wollen sich aber über Soziale Netzwerke an die Österreicher wenden. NEOS hält wieder seinen „Tag der Bildung“ ab.

COV Inland

In Salzburg ist jetzt erstmals der Verdacht auf die zuerst in Indien entdeckte Coronavirus-Variante B.1.617 aufgetaucht. Das teilte das Land gestern mit. Wegen der Kontaktverfolgung hat die Behörde einen öffentlichen Aufruf gestartet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte angesichts B.1.617 vor voreiligen Schlüssen.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Österreich und mehrere andere EU-Länder nehmen an der ersten technischen Testphase für den „Grünen Pass“ teil. Weil die EU-Staaten in der Umsetzung des „Digitalen Grünen Zertifikats“ unterschiedlich schnell seien, „wurde für die Gruppe der schnelleren Länder ein Pilotprojekt zu deren beschleunigter Anbindung an die zentrale Infrastruktur“ – das Gateway – eingerichtet, teilte das Gesundheitsministerium mit. Dieser Gruppe gehöre auch Österreich an.

Der Test findet vom 10. bis 21. Mai statt. Dabei „werden nur künstliche Dummy-Daten verwendet“, versicherte das Ministerium. Ziel sei, die „Überprüfung von in anderen Mitgliedsstaaten ausgestellten Nachweisen durch die eigenen Lösungen zu simulieren beziehungsweise die Funktionalität der entwickelten Lösungen“ inklusive des Gateways zu testen.

Früher Start nach erfolgreicher Testphase möglich

Ist die Testphase erfolgreich, könnten diese Länder früher starten – vorausgesetzt die nationalen rechtlichen Rahmenbedingungen seien geregelt, hieß es weiter. EU-weit soll der Livebetrieb ab Anfang Juni möglich sein.

Der „Grüne Pass“ soll Impfungen, Ergebnisse zugelassener Tests und Informationen zu überstandenen Infektionen festhalten und EU-weit anerkannt werden. Mittels QR-Code, digital oder auf Papier soll das Reisen innerhalb Europas damit wieder deutlich einfacher werden. Auf EU-Ebene verhandeln derzeit EU-Kommission, EU-Staaten und das EU-Parlament die Details.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 159,6 (Stand: gestern, 14.00 Uhr). Am höchsten ist die Zahl in Vorarlberg (245,5) und der Steiermark (179,6). Am niedrigsten ist der Wert im Burgenland (96,5) und in Niederösterreich (109,5).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien melden 2.131 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 2.131 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab.

Landesweit starben laut Ministerien bisher 10.205 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 1.673 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 501 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

COV Ausland

Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer haben nach eigenen Angaben bei der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) die Zulassung ihres CoV-Vakzins für Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 15 Jahren beantragt. Im günstigen Fall könnte das grüne Licht damit Anfang/Mitte Juni erfolgen. Österreich begrüßte den Antrag mit Blick auf den Schulstart im Herbst.

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Die US-Impfkampagne hat eine weitere wichtige Marke erreicht. „Heute sind 100 Millionen Amerikaner voll geimpft“, sagte der CoV-Koordinator des Weißen Hauses, Jeff Zients. Zients betonte, dass das nicht bedeute, dass schon alle 100 Millionen, die die erforderlichen Impfungen erhalten haben, auch schon über den vollen Impfschutz verfügen. Dieser ist nach offiziellen Angaben erst zwei Wochen nach der letzten erforderlichen Impfung erreicht.

In den USA leben rund 330 Millionen Menschen – somit hat annähernd jeder und jede Dritte in der Bevölkerung die erforderlichen Impfdosen bekommen. In den Vereinigten Staaten sind bisher drei Impfstoffe erhältlich. Die Wirkstoffe der Unternehmen Moderna sowie Pfizer und Biontech werden in je zwei Dosen verabreicht. Im Fall von Johnson & Johnson reicht eine Spritze.

Frankreich will Impfungen gegen Covid-19 ab dem 15. Juni für alle Erwachsenen zulassen. Das kündigte Präsident Emmanuel Macron gestern auf Twitter an. Alle Menschen über 50 Jahren sollen sich ab dem 15. Mai impfen lassen können, schrieb er außerdem. Alle Erwachsenen mit bestimmten Vorerkrankungen könnten ab diesem Wochenende einen Impftermin wahrnehmen. Das Gesundheitsministerium präzisierte, dass es dafür keine ärztliche Bescheinigung brauche. Es müsse lediglich die Vorerkrankung angegeben werden.

Mehr als 15,2 Millionen Menschen haben in Frankreich mindestens eine erste Impfung erhalten. Das entspricht knapp 23 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Macron hatte bereits weitgehende Lockerungen angekündigt – so sollen ab Mitte Mai Geschäfte, Außenbereiche von Restaurants und bestimmte Kultureinrichtungen wieder öffnen.

Ausland

Soldaten haben im Tschad bei Kämpfen gegen eine Miliz nach offiziellen Angaben mehrere hundert Rebellen getötet. Rund 60 weitere Kämpfer der Rebellenbewegung „Front für Wandel und Eintracht im Tschad“ (FACT) seien gefangen genommen worden, sagte General Azem Bermandoa Agouna, der Sprecher des Übergangsmilitärrats, gestern. Zudem wurden zahlreiche Fahrzeuge und Waffen der Miliz erbeutet, so Agounda.

Die Auseinandersetzungen begannen, nachdem die FACT am Donnerstag die Stadt Nokou, rund 390 Kilometer nördlich der Hauptstadt N’Djamena, eroberte. Die Armee habe nach Angaben des Übergangsmilitärrats, der das Land seit dem plötzlichen Tod des Langzeitherrschers Idriss Deby Itno am 20. April regiert, die Stadt zurückerobert.

Die Rebellen waren am Tag der Präsidentenwahl am 11. April aus Libyen in den Tschad eingedrungen und in Richtung Hauptstadt vorgedrungen. Bei Gefechten der Rebellen mit der Armee war der an die Front gereiste Deby nach offiziellen Angaben getötet worden. Erst einen Tag zuvor war seine Wiederwahl bestätigt worden. Wenige Stunden später wurde sein Sohn Mahamat als Präsident des Militärrats eingesetzt.

Im Osten Afghanistans sind gestern bei einem Autobombenanschlag mindestens 30 Menschen getötet worden. Örtliche Behörden bezifferten die Zahl der Verletzten auf mehr als 60. Das Attentat ereignete sich in Pul-e Alam, der Hauptstadt der Provinz Logar. Unter den Opfern befanden sich zahlreiche Schüler sowie zudem Angehörige regierungsnaher Milizen, wie der Vorsitzende des Provinzrats, Hazibullah Staneksai, mitteilte.

Die Bombe sei nahe einem Anwesen gezündet worden, das auch als Gästehaus genutzt wird. Wer für den Anschlag verantwortlich ist, ist bisher unklar. Von den aufständischen radikalislamischen Taliban war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen. Seit Bekanntgabe der NATO-Truppenabzugspläne vor zwei Wochen hat die Gewalt in Afghanistan deutlich zugenommen.

Der Anschlag ereignete sich einen Tag vor dem offiziellen Beginn des Abzugs der internationalen Truppen aus Afghanistan. Nach fast 20 Jahren Einsatz sollen rund 10.000 NATO-Soldaten der Ausbildungsmission „Resolute Support“, darunter 2.500 Soldaten aus den USA, bis spätestens September das Land verlassen haben.

Faktisch hat der Abzug nach Angaben der NATO bereits begonnen. Bereits seit Wochen wird Material aus dem Land gebracht. Mehrere NATO-Länder haben zusätzliche Kräfte bereitgestellt bzw. halten sie bereit, um den Abzug zu sichern.

Die Vorwürfe gegen Russland, etwa an Explosionen in Waffenlagern beteiligt gewesen zu sein, häufen sich. Nach Tschechien nahm nun auch Bulgarien Ermittlungen gegen sechs russische Staatsbürger wegen Explosionen in Waffenlagern zwischen 2011 und 2015 auf.

Die bulgarische Staatsanwaltschaft sieht zudem mögliche Verbindungen zu „schweren Verbrechen, die in anderen Ländern begangen wurden“. Gemeint sind etwa die Explosion im tschechischen Waffendepot in Vrbetice im Jahr 2014 und der Giftanschlag auf den ehemaligen russischen Doppelagenten Sergej Skripal in Großbritannien vier Jahre später. Offiziere des russischen Militärnachrichtengeheimdienstes GRU, konkret die Spezialeinheit 29155, sollen involviert gewesen sein.

Explodiertes Munitionslager in Vrbetice
AP/CTK/Dalibor Gluck
Tschechien wirft Russland vor, an der Explosion des Munitionslagers in Vrbetice beteiligt gewesen zu sein

„Neue Giftstoffe“

Die Explosion in Vrbetice sei nur ein Beispiel für eine Reihe von Aktivitäten der GRU in Europa nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs 2014, heißt es von der Rechercheplattform Bellingcat. Im Schatten der Kampfhandlungen an der Front führte der russische Militärgeheimdienst seinen Krieg. Zur Zielscheibe der GRU wurden Munitionslager in Tschechien und Bulgarien sowie Waffenhändler wie etwa der Bulgare Emilian Gebrew, der die Ukraine im Kampf gegen prorussische Separatisten im Donbass unterstützte.

Gebrew als Waffenhändler wird mit dem zerstörten Waffenlager in Vrbetice in Verbindung gebracht. Wenige Monate nach der Explosion entging Gebrew 2015 nur knapp einem Giftanschlag. Ein finnisches Labor, das Gebrew privat mit der Analyse beauftragt hatte, stellte eine „nicht identifizierbare" Substanz fest. „Damals wusste in Europa niemand, dass Russland weiterhin neue Giftstoffe entwickelt“, erzählte der auf Russland spezialisierte Journalist Christo Grosew der Rechercheplattform Bellingcat gegenüber dem ORF. Laut Bellingcat gibt es einen Cluster von Instituten, die in kleinen gut vernetzten Teams an der Entwicklung chemischer Waffen arbeiten.

„Geheimdienste wissen wenig über GRU“

Man sehe immer mehr, „wie wenig die europäischen Geheimdienste über die Aktivitäten von der GRU wissen“, sagte Grosew. Die sicherheitspolitischen Gefahren für Europa würden enorm unterschätzt. Das Problem sei, dass nach wie vor die Methoden des Kalten Krieges zum Einsatz kämen. Viele Entwicklungen seien verschlafen worden.

Besonders in ehemaligen kommunistischen Ländern wie Bulgarien seien die Defizite groß. Nach der Wende habe es keinen wirklichen Wechsel der Mitarbeiter des Verteidigungsministerium und der Geheimdienste gegeben. Grosew: „Ein riesiges Versäumnis aus heutiger Perspektive.“ Ein Großteil der Menschen, die früher mit den kommunistischen Strukturen arbeiteten – etwa mit dem Militärnachrichtendienst – und dort eingeschult wurden, sind heute kurz vor dem Ruhestand bzw. Trainer der Jüngeren.

Maulwürfe für Russland

Auf diese Weise pflege Russland seine Einflusskanäle. „Sie sind die Kontakte des russischen Militärgeheimdienstes", erklärte Grosew. In Bulgarien funktioniere das nach dem System: Rekrutiere den Recruiter. „Oft machen das altgediente Geheimdienstler nicht aufgrund des Geldes, sondern aus ideologischer Überzeugung", meinte Grosew. Erst kürzlich wurde dazu ein Fall in Bulgarien bekannt.

Ein Recruiter organisierte Maulwürfe für Russland. Für die von ihm rekrutierten jüngeren Kollegen wurden mit Russland Honorare ausgehandelt. Er selbst verlangte für sich kein Honorar. Das diene der Wiederherstellung der Sowjetunion, lautete sein Argument.

EU

Der Brexit-Handelspakt der Europäischen Union mit Großbritannien tritt heute in Kraft. Fast fünf Jahre nach der Entscheidung der Briten für den EU-Austritt steht damit endgültig die rechtliche Grundlage für die künftigen Beziehungen beider Seiten. In der Praxis ändert sich kaum etwas, denn der Vertrag wurde seit Jahresbeginn bereits vorläufig angewendet.

Beide Seiten hatten sich am Heiligen Abend 2020 auf das Handels- und Partnerschaftsabkommen TCA geeinigt – nur eine Woche vor dem Ausscheiden Großbritanniens aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion. In London wurde es rasch ratifiziert, doch dem EU-Parlament fehlte dafür die Zeit. Es billigte den Vertrag erst diese Woche, mit sehr großer Mehrheit.

Wichtigster Punkt des mehr als 1.000 Seiten starken Vertrags ist ein in der Regel zollfreier und unbegrenzter Warenhandel in beide Richtungen. Zollformalitäten und Kontrollen gibt es allerdings trotzdem. Geregelt sind zudem Fischfang sowie die Zusammenarbeit bei Energie, Transport, Justiz, Polizei und viele andere Themen.

Kurz vor Ablauf der Frist hat Österreich gestern Abend seinen finalen Plan für den europäischen Wiederaufbauplan bei der EU-Kommission eingereicht. Das bestätigte ein Sprecher von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) der APA. Den entsprechenden Ministerratsvortrag beschloss die Bundesregierung gestern per Umlaufbeschluss. In den kommenden Tagen wird das mehr als 600 Seiten umfassende Dokument an das Parlament geleitet und veröffentlicht.

Nach Angaben der EU-Kommission haben bisher neun EU-Länder ihre Anträge eingereicht, mit Österreich sind es zehn der 27 EU-Staaten. Neben Österreich gaben Deutschland, Frankreich, Portugal, Griechenland, die Slowakei, Dänemark, Spanien, Lettland und Luxemburg ihren Plan ab. Die Frist bis 30. April sei aber nur ein „Orientierungsdatum“, sagte eine Kommissionssprecherin laut Nachrichtenagentur dpa. Einige Aufbaupläne könnten auch noch in den nächsten Wochen kommen.

Noch keine Details

Österreich hatte Mitte April seinen Entwurf für Projekte im Umfang von 4,5 Mrd. Euro im Rahmen des europäischen Wiederaufbaufonds eingereicht. Im Gegensatz zu anderen EU-Staaten hat die Bundesregierung die Details ihres Wiederaufbauplans allerdings noch nicht veröffentlicht. Große Teile des österreichischen EU-Wiederaufbauplans sollen in den Bahn- und Breitbandausbau sowie in Ökoinvestitionen fließen.

750-Mrd.-Paket

Damit die Mittel aus dem EU-Wiederaufbaufonds fließen können und die EU-Kommission Anleihen auf dem Kapitalmarkt begeben kann, müssen zuvor auch alle EU-Staaten den entsprechenden EU-Finanzierungsbeschluss („Eigenmittelbeschluss“) ratifizieren. Neben Österreich fehlen diesbezüglich noch Estland, Finnland, Irland, die Niederlande, Polen, Rumänien und Ungarn.

Die EU-Staaten hatten im Sommer 2020 ein 750 Milliarden schweres Programm namens „Next Generation EU“ vereinbart, um die tiefe CoV-Wirtschaftskrise zu überwinden und wichtige Zukunftsinvestitionen zu finanzieren. Dafür soll die EU-Kommission Schulden aufnehmen, die bis 2058 gemeinsam getilgt werden. In den nationalen Aufbauplänen müssen die Staaten im Detail darlegen, wofür sie ihren Anteil der Mittel aus dem Aufbaufonds RRF verwenden wollen.

Wirtschaft

Nach rund einem halben Jahr behördlich verfügter Sperre geht es mit den am 19. Mai anstehenden Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen auch für Österreichs Hotels und Pensionen wieder los. Viele Betriebe wollen dann nicht mehr abwarten und öffnen sofort, womit vielerorts auch einem Urlaub über Pfingsten nichts im Wege steht.

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US-Präsident Joe Biden hat anlässlich des 50. Geburtstags der Bahngesellschaft Amtrak Milliardeninvestitionen in den Zugsverkehr versprochen. „Wir haben die großartige Chance, in diesem Land schnellen, sicheren, verlässlichen und sauberen Personenverkehr anzubieten“, sagte Biden bei einer Rede auf dem Hauptbahnhof der Millionenstadt Philadelphia. Notwendig seien aber Investitionen in Züge, Bahnhöfe, das Schienennetz, Brücken und Tunnel.

„Wir liegen derzeit weit hinter dem Rest der Welt zurück“, warnte Biden, der im Zuge eines billionenschweren Infrastrukturpakets 80 Milliarden Dollar (rund 66 Milliarden Euro) in den Schienenverkehr stecken will. China verfüge bereits über 37.000 Kilometer an Hochgeschwindigkeitsstrecken. „Wir haben Verspätung.“

Der Ausbau des Bahnnetzes biete aber die Möglichkeit, den Klimawandel zu bekämpfen und zugleich Arbeitsplätze zu schaffen, sagte der Demokrat. „Die besten Tage für Amtrak, die Bahn und Amerika liegen vor uns.“

Spitzname „Amtrak Joe“

Die Förderung der Bahn ist dem Präsidenten auch ein persönliches Anliegen: Biden ist ein ausgemachter Bahnfan und trägt sogar den Spitznamen „Amtrak Joe“. Der 78-Jährige pendelte in seinen Jahrzehnten als US-Senator mit dem Zug zwischen der Hauptstadt Washington und seiner Heimatstadt Wilmington, wo der Bahnhof inzwischen nach ihm benannt ist.

Lückenhaft und veraltet

Die staatliche Bahngesellschaft, in der 20 private Anbieter zusammengefasst wurden, hatte am 1. Mai 1971 den Betrieb aufgenommen. Allerdings ist das Bahnnetz in den USA, wo viele Menschen auf das Auto und das Flugzeug setzen, höchst lückenhaft und veraltet.

Umwelt & Klima

Aus dem Amazonas-Regenwald ist einer Studie zufolge im vergangenen Jahrzehnt fast 20 Prozent mehr CO2 in die Atmosphäre gelangt, als von der grünen Lunge des Planeten aufgenommen werden konnte. Die am Donnerstag in der Zeitschrift „Nature Climate Change“ veröffentlichte Studie verglich dazu die Menge des vom Wald aufgenommen CO2 mit der von durch Brandrodung und Zerstörung freigesetztem Kohlenstoffdioxid.

Die Zahlen zeigten erstmals, „dass der brasilianische Amazonas-Regenwald gekippt ist und jetzt ein Nettoemittent ist“, sagte Koautor Jean-Pierre Wigneron vom französischen Nationalen Institut für Agronomieforschung (Inra). „Wir wissen nicht, ab welchem Punkt diese Veränderung irreversibel werden könnte.“

Steigende Entwaldung

Zwischen 2010 und 2019 nahm das Amazonas-Becken laut der Studie rund 13,9 Milliarden Tonnen CO2 auf, gab aber 16,6 Milliarden Tonnen ab. Die Studie zeigt auch die zunehmende Zerstörung des Waldes durch Brände und Holzfäller. Das Ausmaß der Entwaldung sei 2019 im Vergleich zu den Vorjahren um fast das Vierfache angestiegen, von rund einer Million Hektar auf 3,9 Millionen – eine Fläche von der Größe der Niederlande.

Intakte Ökosysteme spielen eine entscheidende Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels und der steigenden CO2-Emissionen, die 2019 mehr als 40 Milliarden Tonnen betrugen. In den vergangenen 50 Jahren haben Pflanzen und Böden etwa 30 Prozent dieser Emissionen absorbiert, Ozeane mehr als 20 Prozent. Der tropische Regenwald nimmt besonders viel CO2 auf, etwa die Hälfte dieser Wälder liegt im Amazonas-Becken.

Chronik

Gut fünf Monate nach dem Tod von Diego Maradona hat eine Expertenkommission schwere Vorwürfe gegen die Ärzte und Pfleger der argentinischen Fußball-Legende erhoben. „Das Verhalten des medizinischen Teams von Diego Armando Maradona war unzureichend, mangelhaft und rücksichtslos. Der Patient wurde seinem Schicksal überlassen“, zitierte die Zeitung „La Nación“ gestern aus einem Bericht der Ärztekommission über die letzten Tage des Stars.

Zwar lasse sich nicht mit Sicherheit sagen, dass er bei einer besseren medizinischen Betreuung nicht gestorben wäre, aber zumindest hätte er eine bessere Überlebenschance gehabt, hieß es in dem Report weiter. Maradona war am 25. November 2020 im Alter von nur 60 Jahren in einer privaten Wohnanlage nördlich von Buenos Aires an einem Herzinfarkt gestorben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mindestens sieben Mitglieder des medizinischen Teams wegen fahrlässiger Tötung. Unter den Verdächtigen sind Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque, seine Psychiaterin Agustina Cosachov und mehrere Pflegekräfte.

Maradona war zwei Wochen vor seinem Tod aus dem Krankenhaus entlassen worden, wo er sich einer Gehirnoperation unterzogen hatte. Offenbar lehnte er die ständige Betreuung durch Pflegekräfte in dem gemieteten Haus ab.

Die britische Schauspielerin Esme Bianco (38, „Game of Thrones“) hat gegen den US-Schockrocker Marilyn Manson (52) eine Zivilklage wegen Missbrauchs eingereicht. In der Klageschrift vor einem Gericht in Los Angeles, die gestern von dem Filmblatt „Variety“ veröffentlicht wurde, wirft Bianco dem Sänger Körperverletzung, Vergewaltigung und anderen sexuellen Missbrauch vor. Sie beschreibt Vorfälle in einem Zeitraum von 2009 bis 2011.

Die britische Schauspielerin Esme Bianco
APA/AFP/Angela Weiss

In einem Interview mit dem „New York Magazine“ im Februar hatte Bianco Manson körperlichen und seelischen Missbrauch vorgeworfen. Zuvor hatten auch US-Schauspielerin Evan Rachel Wood und mehrere andere Frauen, darunter die Models Sarah McNeilly and Ashley Lindsay Morgan, Vorwürfe gegen Manson publik gemacht. In einem Instagram-Posting warf Wood (33, „Westworld“) ihrem Ex-Freund jahrelangen „grauenhaften“ Missbrauch vor.

Manson äußert sich zu Klage nicht

Der Sänger hatte damals die Vorwürfe umgehend zurückgewiesen. Seine Kunst und sein Leben seien schon lange „Magnete für Kontroversen“, aber die Behauptungen über ihn seien „schreckliche Verfälschungen der Realität“, schrieb der Musiker im Februar auf Instagram. Seine intimen Beziehungen mit gleichgesinnten Partnerinnen seien immer einvernehmlich gewesen. Zu der Klage von Bianco äußerte sich Manson in den Sozialen Netzwerken zunächst nicht.

Nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe im Februar hat die Polizei in Los Angeles eine Untersuchung eingeleitet. Laut einer Mitteilung des Sheriff-Büros drehen sich die Nachforschungen um Vorwürfe häuslicher Gewalt in einem Zeitraum zwischen 2009 und 2011, als Manson in West Hollywood lebte.

In Japan hat der Tod des 28-jährigen Sumoringers Hibikiryu eine Debatte über die Praktiken in dem Traditionssport wieder hochkochen lassen. Der Mann mit dem bürgerlichen Namen Mitsuki Amano war an Lungenversagen gestorben. Einen Monat zuvor hatte er bei einem Kampf eine Gehirnerschütterung erlitten und sich seither in Behandlung befunden.

Hibikiryus Behandlung nach der Verletzung hatte für heftige Debatten gesorgt. Der Verletzte lag mehrere Minuten regungslos im Ring, bevor er medizinisch behandelt wurde. Es wird von Sumoringern erwartet, dass sie sich aus eigener Kraft aus dem Ring bewegen. Zudem dürfte es keine adäquate Versorgung mit Erster Hilfe gegeben haben.

Angesichts des Vorfalles und weiterer schwerer Kopfverletzungen in der jüngeren Vergangenheit wurden nun Rufe nach einem besseren Schutz für die Sumokämpfer laut. Die Sportler bräuchten bessere medizinische Betreuung, die Tradition dürfe nicht über der Sicherheit stehen.

Wien-Simmering startet einen neuen Anlauf für ein flächendeckendes Parkpickerl im Bezirk. Bezirksvorsteher Thomas Steinhart (SPÖ) kündigt eine Umsetzung bis spätestens Sommer 2022 an. Auch die Gärtnereigebiete im Bezirk sollen davon umfasst sein.

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Sport

Der LASK hofft heute (20.30 Uhr, live in ORF1 und im Livestream) eine Durststrecke beenden zu können: 56 Jahre wartet der Traditionsclub aus Oberösterreich bereits auf den neuerlichen Gewinn einer der beiden Bewerbe im heimischen Spitzenfußball. Das ist länger her als die Mondlandung aus dem Jahre 1969. Im Finale des Uniqa-ÖFB-Cups bietet sich als Außenseiter gegen Seriensieger Salzburg in Klagenfurt die Chance, die Unserie zu beenden.

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Das Spitzenduo der 2. Fußballliga hat gestern in der 26. Runde Siege gefeiert. Tabellenführer FC Blau Weiß Linz setzte sich daheim gegen den FAC mit 2:0 durch, der Zweite FC Liefering gewann in Grödig gegen Dornbirn mit 3:2. Der Dritte SV Lafnitz kassierte gegen die Young Violets eine überraschende 1:2-Heimniederlage.

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Die Mercedes-Piloten Valtteri Bottas und Lewis Hamilton haben gestern bei den Trainings der Formel 1 in Portugal den Ton angegeben. Zweiter wurde jeweils Max Verstappen im Red Bull, der wie schon bei den beiden Auftaktrennen der stärkste Gegner der Mercedes-Fahrer sein dürfte.

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Kultur

Die neue Sonderschau der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) taucht in die Geschichte der Donau ein. Der thematisch weit gespannte Bogen reicht von der Venus von Willendorf bis zur Besetzung der Hainburger Au und überzeugt vor allem in den Kapiteln zur Regulierungsgeschichte und der Passierbarkeit des einst bedrohlichen Stroms. Das Ausstellungshighlight: die 36 Meter lange Pasetti-Karte.

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Die Bayreuther Festspiele 2021 sollen trotz der Pandemie stattfinden. Das haben die Mitglieder des Verwaltungsrates der Festspiele gestern bekanntgegeben.

Die Festspiele auf dem Grünen Hügel sollten unter Beachtung der notwendigen Hygienekonzepte sowie gesetzlicher und behördlicher Regelungen ausgetragen werden, hieß es. Wie viele Zuschauer bei den Vorstellungen zugelassen werden, sei noch nicht entschieden. Die Entwicklung der Pandemie unterliege nach wie vor großer Dynamik.

Die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth gelten als eine der renommiertesten Veranstaltungen der Hochkultur in Deutschland, sie haben einen weltweiten Bekanntheitsgrad. Jährlich gibt es bis zu über 30 Aufführungen, die von mehr als 50.000 Opernfans aus aller Welt besucht werden. Im vergangenen Jahr waren die Festspiele der Pandemie zum Opfer gefallen.

Science

Der Minihubschrauber „Ingenuity“ soll deutlich länger auf dem Mars herumschwirren als zunächst geplant. Die ursprünglich auf rund 30 Tage angelegte Mission sei zunächst um 30 Tage verlängert worden, teilte die US-Raumfahrtbehörde (NASA) gestern mit. „Nach dieser 30-Tage-Periode werden wir uns anschauen, wo wir stehen“, sagte NASA-Managerin Lori Glaze. „Es gibt die Möglichkeit, darüber hinauszugehen.“

Vierter Flug geglückt

In der vergangenen Woche war „Ingenuity“ (Dt. etwa: Einfallsreichtum) zum ersten Mal abgehoben und hatte damit als erstes Luftfahrzeug einen Flug auf einem anderen Planeten absolviert. Danach war der mit Lithium-Ionen-Akkus betriebene und rund 1,8 Kilogramm schwere Helikopter noch zwei weitere Male geflogen – weiter und schneller als zuvor. Ein vierter Startversuch war am Donnerstag zunächst misslungen, wurde aber gestern erfolgreich wiederholt, wie die NASA mitteilte. Mehrere weitere Flüge sind geplant.

Der Hubschrauber muss auf dem Mars extremen Bedingungen trotzen: Nachts fallen die Temperaturen auf bis zu minus 90 Grad Celsius, was für Batterien und Elektronik eine Herausforderung ist. Wegen der dünnen Atmosphäre, die nur ein Prozent so dicht ist wie die auf der Erde, müssen die Rotoren von „Ingenuity“ auf 2.537 Umdrehungen pro Minute beschleunigen – ein Vielfaches dessen, was Hubschrauber auf der Erde erreichen. Die Energie für diese Kraftanstrengung zieht „Ingenuity“ aus seiner durch Sonnenstrahlen gespeisten Batterie.

Panorama

Ein französischer Extremsportler ist auf dem Hometrainer virtuell die Strecke von Paris bis nach Mexiko gestrampelt und hat damit einen neuen Weltrekord aufgestellt. Nach 23 Tagen kam Pascal Pich gestern virtuell „ins Ziel“, nachdem er in Fort de Nogent bei Paris insgesamt 10.477 Kilometer zurückgelegt hatte. Während seiner Rekordfahrt fuhr Pich täglich von 6.00 bis 23.00 Uhr auf dem Hometrainer und machte dabei nur zwei viertelstündige Essenspausen.

Pascal Pich auf seinem Hometrainer
APA/AFP/Pascal Guyot

Nachts schlief er neben seinem Trainingsgerät. Der 57-Jährige ist fünffacher Weltmeister im Ultra-Triathlon, einem extremen Ausdauersport, bei dem Schwimmen, Radfahren und Laufen über lange Strecken kombiniert werden. Mit seinem Weltrekord will er sich noch lange nicht zur Ruhe setzen: Ab dem nächsten Jahr will er 100 Ironman-Wettbewerbe hintereinander vollbringen, indem er zehn Deca-Ironman ableistet. Jeder Deca-Ironman besteht aus 38 Kilometern Schwimmen, 1.800 Kilometern Radfahren und 423 Kilometern Laufen.