EU

Strache stellt sich bei „Brexit“ hinter EU-Kommission

Die britische Regierung kann bei ihrer Suche nach Bündnispartnern in den „Brexit“-Verhandlungen offenbar nicht auf die FPÖ zählen. Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) stellte sich nach einem Treffen mit dem britischen Wirtschaftsminister Greg Clark in Wien demonstrativ hinter die EU-Kommission. Diese führe die Verhandlungen für die EU, so der FPÖ-Chef.

Clark ist nach Premierministerin Theresa May und Außenminister Jeremy Hunt das dritte hochrangige britische Regierungsmitglied, das Österreich innerhalb eines Monats besucht hat. Beobachter sehen die rege Reisediplomatie als Versuch, einen Keil zwischen die Mitgliedsstaaten zu treiben, die bisher relativ geschlossen hinter EU-Chefverhandler Michel Barnier stehen.

Clark war dem Vernehmen nach bemüht, neben seiner Amtskollegin Margarete Schramböck (ÖVP) auch Vertreter der FPÖ zu treffen. Nach der „Brexit“-Entscheidung hatte die damalige Oppositionspartei mit einem „Öxit“ geliebäugelt, Parteichef Strache äußerte noch im Vorjahr die Erwartung, dass London nach dem EU-Austritt besser dastehen werde.

Strache: „Kein Rosinenpicken“

Das wollte er heute auf Nachfrage nicht mehr so formulieren. „Als Vizekanzler“ wolle er keine Prognosen für die Zukunft anstellen, so Strache. Zugleich sprach er sich für ein Verhältnis aus, in dem „beide Seiten keine Nachteile haben sollen“.

Bei dem gemeinsamen Presseauftritt mit Clark wandte sich Strache gegen „Revanchismus“ gegenüber London, betonte aber zugleich, „dass es kein Rosinenpicken geben darf“. So müsse etwa der Binnenmarkt unteilbar bleiben, unterstrich der Vizekanzler mit Blick auf die vier Freiheiten, von denen die Personenfreizügigkeit London ein Dorn im Auge ist.

Lob für EU-Kommission

Strache hob mehrmals die Rolle der EU-Kommission hervor, die in London für ihre angebliche harte Haltung scharf kritisiert wird. „Man muss klarstellen, dass die Europäische Kommission die Verhandlungen für die Europäische Union führt“, sagte der FPÖ-Chef.

Auch sei „festzuhalten, dass die verhandlungsführende europäische Kommission seit Beginn der Austrittsverhandlungen bemüht ist, einen geordneten Austritt des Vereinigten Königreichs zu erwirken und die Eckpunkte des künftigen Verhältnisses zu vereinbaren“, lobte Strache die Brüsseler Behörde, die sonst oft Zielscheibe von FPÖ-Kritik ist.

Britische Regierung „auf alle Eventualitäten“ vorbereitet

Clark betonte in seiner Wortmeldung insbesondere das Interesse der Unternehmen an einer Lösung. Es gehe darum, „dass wir konstruktiv auf die Vorschläge des jeweils anderen eingehen“. „Wir haben einen guten Dialog. Wir haben das gemeinsame Ziel, ein positives Verhandlungsergebnis zu erreichen, das die Integrität der Europäischen Union und den Willen des britischen Volkes respektiert“, sagte er.

Der österreichischen Regierung sei er dankbar für ihre „Führungsrolle“. Zugleich betonte er mit Blick auf ein Scheitern der Verhandlungen, dass sich die britische Regierung „auf alle Eventualitäten“ vorbereite.

Türkei: Finanzminister beschwört Kooperation mit Europa

Die Lira-Krise und die Verschärfung der Beziehungen zu den USA könnte die Türkei nach Worten von Finanzminister Berat Albayrak wieder näher an Europa rücken. Albayrak sagte heute in Ankara, eine Vertiefung der Beziehungen zu Europa und eine langfristige Kooperation sei die beste Antwort auf die Bedrohung durch die USA.

Er fügte hinzu, dass Äußerungen der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und des italienischen Außenministers Enzo Moavero Milanesi gezeigt hätten, wie „unfair und böswillig“ es sei, was der Türkei widerfahre.

Albayrak sagte, die „Äußerungen des gesunden Menschenverstandes“ aus Europa seien wichtig. Sie stärkten das Vertrauen der Türken in Europa. Der Finanzminister ist der Schwiegersohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Erdogan: Türkei wird US-Elektronikprodukte boykottieren

Das Staatsoberhaupt legte unterdessen im Streit mit den USA nach. Es sei wichtig, an „unserer entschiedenen politischen Haltung“ festzuhalten, sagte Erdogan.

Als Reaktion auf US-Handelseinschränkungen kündigte er einen Boykott gegen elektronische Produkte aus den USA an. US-Präsident Donald Trump hatte wegen der Inhaftierung eines amerikanischen Pastors Einfuhrzölle gegen bestimmte Produkte aus der Türkei erhöht.

Lira-Kursverfall gestoppt

Zugesagte Geldspritzen der türkischen
Zentralbank haben unterdessen den rasanten Verfall der türkischen Lira gebremst. Ein Dollar kostete heute 6,8054 Lira. Damit rückte die türkische Landeswährung von dem zuletzt erreichten Rekordtief von 7,24 Dollar wieder etwas ab. Die Zentralbank hatte Geldspritzen zugesichert, um den Währungsverfall zu stoppen.

Vertragsverletzung: Nächster Schritt gegen Polen

Die Europäische Kommission hat den nächsten Schritt im Vertragsverletzungsverfahren gegen Polen wegen der umstrittenen Zwangspensionierungen oberster Richterinnen und Richter gemacht und eine begründete Stellungnahme an Warschau geschickt, so die Kommission heute.

Polen habe nun einen Monat Zeit, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, sonst werde der Fall an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) verwiesen.

Durch das neue polnische Gesetz werde das Pensionsantrittsalter für Mitglieder des Höchstgerichts von 70 auf 65 Jahre gesenkt, wodurch 27 von 72 polnischen Höchstrichterinnen und Höchstrichter vor der Zwangspensionierung stünden. Diese Maßnahme betreffe auch die erste Präsidentin des Höchstgerichts, die wie in der polnischen Verfassung vorgesehen ein Sechsjahresmandat habe, das vorzeitig beendet werden würde.

Inland

Bogner-Strauß installiert Arbeitsgruppe zur Lohnschere

Eine Arbeitsgruppe soll sich des Themas Lohnschere zwischen den Geschlechtern annehmen. Deren Einsetzung kündigte Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß (ÖVP) heute an. Ziel sei es, die bestehenden Einkommensberichte auf einen bundesweit einheitlichen Standard zusammenzuführen, hieß es in einer Aussendung.

Die Arbeitsgruppe soll aus Expertinnen und Experten der Sozialpartner und aus der Wissenschaft bestehen und sich zuerst mit den verschiedenen Indikatoren zur Messung der geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede beschäftigen.

Die erste Arbeitsrunde werde im September im Bundeskanzleramt stattfinden. Im nächsten Schritt sollen dann konkrete Maßnahmen für mehr Einkommensgerechtigkeit erarbeitet werden, hieß es.

AUVA: Szekeres gegen weitere Einsparungen

Der Präsident der Wiener und der Österreichischen Ärztekammer Thomas Szekeres ist zufrieden, dass die AUVA-Spitäler erhalten bleiben. Er fordert aber, dass dem Gesundheitswesen bzw. der Krankenversicherung kein Geld entzogen werden darf.

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In Kärnten dürften die Einsparungspläne der AUVA bereits Auswirkungen auf die Gebietskrankenkassen (GKK) haben. Allein die GKK Kärnten könnte um 13,5 Mio. Euro weniger bekommen. Ein Beschluss soll kommende Woche fallen.

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Ausland

Nebraska setzt Fentanyl bei Hinrichtung ein

Gegen den Protest des deutschen Pharmaherstellers Fresenius Kabi ist heute im US-Bundesstaat Nebraska ein Häftling hingerichtet worden. Die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates bestätigte den Tod des 60-Jährigen, der 1980 wegen Mordes an zwei Taxifahrern zum Tode verurteilt worden war.

Pharmakonzern fürchtet Imageschaden

Der Giftcocktail enthielt vier Substanzen, darunter das erstmals bei einer Hinrichtung in den USA eingesetzte Fentanyl. Bei zwei weiteren Substanzen hatte Fresenius vermutet, dass es sich um Produkte aus seiner Herstellung handeln könnte, und war dagegen aus Furcht vor einer Rufschädigung gerichtlich vorgegangen. Die Klage wurde jedoch von einem Gericht in Nebraska als unbegründet zurückgewiesen; auch die Berufung scheiterte - nur Stunden vor der Exekution.

Erste Hinrichtung in Nebraska seit 1997

Die Hinrichtung war die erste im Bundesstaat Nebraska seit 1997 und die 16. in den USA im laufenden Jahr. Die US-Staaten tun sich immer schwerer, an die Substanzen für die Giftspritzen zu kommen. Viele Hersteller versuchen dagegen vorzugehen, weil sie eine Rufschädigung ihres Unternehmens befürchten. Außerhalb der USA wird in westlichen Demokratien die Todesstrafe sowohl aus humanitären wie auch aus juristischen Gründen weitgehend abgelehnt.

Das Opioid Fentanyl ist in den USA berüchtigt, weil es als Schmerzmittel zur Sucht führen kann. Die Abhängigkeit von verschreibungspflichtigen Opioiden ist ein riesiges gesellschaftliches Problem in den USA. Allein auf den Missbrauch von Fentanyl werden Tausende Drogentote zurückgeführt.

Trump geht gegen Ex-Mitarbeiterin vor

Das Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump hat rechtliche Schritte gegen dessen ehemalige Mitarbeiterin Omarosa Manigault Newman eingeleitet. Man habe eine Schiedsstelle in New York angerufen, weil Manigault Newman eine Vertraulichkeitsvereinbarung aus dem Jahr 2016 gebrochen habe, bestätigte ein Wahlkampfmitarbeiter, der nicht namentlich zitiert werden wollte, am Dienstag der dpa.

Worauf sich das Wahlkampfteam genau bezog, blieb zunächst unklar. Nach dem Erscheinen ihres Enthüllungsbuches über Trump tobt eine Schlammschlacht zwischen Trump und seiner Ex-Mitarbeiterin. Die 44-Jährige erklärte sich in einem Interview zu einer Zusammenarbeit mit dem Sonderermittler in der Russland-Affäre, Robert Mueller, bereit. Außerdem verfüge sie über weitere Audiomitschnitte aus dem Präsidentensitz. Trump griff die Ex-Kommunikationschefin scharf an - und räumte, wohl unbeabsichtigt, auf dem Kurznachrichtendienst Twitter die Existenz möglicherweise illegaler Verträge im Weißen Haus ein.

Mehr dazu in „Werde alles teilen, was sie wollen“

General nach mutmaßlichem Attentat in Venezuela in Haft

Nach dem mutmaßlichen Attentat auf Venezuelas Präsidenten Nicolas Maduro haben Sicherheitskräfte auch einen General der Nationalgarde festgenommen. Alejandro Perez, Divisionschef der Teilstreitmacht mit Polizeiaufgaben, sei bereits dem Haftrichter vorgeführt worden, teilte Generalstaatsanwalt Tarek William Saab heute mit. Insgesamt seien bisher 14 von 34 Verdächtigten gefasst worden.

Nach Angaben der Regierung sei am 4. August versucht worden, einen Bombenanschlag mit Drohnen auf Maduro zu verüben. Während einer vom Staatsfernsehen übertragenen Rede des Präsidenten waren Explosionen zu hören. Maduro blieb unverletzt. Nach offiziellen Angaben wurden sieben Nationalgardisten zum Teil schwer verletzt.

Der prominente Oppositionspolitiker Julio Borges wurde weltweit zur Fahndung ausgeschrieben. Die Behörden werfen dem Vorsitzenden der Partei Primero Justica vor, der Drahtzieher hinter dem Anschlagsversuch zu sein. Borges lebt derzeit im Exil in Kolumbien. Der Abgeordnete Juan Requesens wurde in Venezuela vom Geheimdienst festgenommen und wegen Vaterlandsverrats und Mordversuchs angeklagt.

„Aquarius“ darf in Malta anlegen

Das seit Tagen auf See ausharrende Rettungsschiff „Aquarius“ mit 141 im Mittelmeer Geretteten an Bord darf in Malta anlegen. Das Schiff der Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee bekäme die Erlaubnis, in einen maltesischen Hafen einzulaufen. Die Menschen würden anschließend zwischen Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Portugal und Spanien aufgeteilt, teilte der maltesische Regierungschef Joseph Muscat heute im Kurzbotschaftendienst Twitter mit.

Deutschland will 50 Menschen aufnehmen. Innenminister Horst Seehofer (CSU) habe sich aus Gründen der Humanität dazu entschieden, teilte das Ministerium mit. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sanchez teilte via Twitter mit, sein Land nehme 60 Menschen von der „Aquarius“ auf. Portugal erklärte sich zur Aufnahme von 30 Geretteten bereit.

Die am Freitag geretteten Menschen auf der „Aquarius“ stammen überwiegend aus Somalia und Eritrea. Die Hälfte von ihnen sind Minderjährige.

Israel öffnet wieder Warenübergang in Gazastreifen

Israel öffnet den seit Wochen zumindest teilweise geschlossenen einzigen Warenübergang in den Gazastreifen wieder vollständig. Aufgrund der ruhigen Lage in den vergangenen Tagen könnten von morgen an auch wieder gewerbliche Güter Kerem Schalom passieren, teilte das Verteidigungsministerium heute mit. Die Fischereizone werde wieder von sechs auf neun Seemeilen (rund 17 Kilometer) ausgeweitet.

Vergangene Woche hatten militante Palästinenserorganisationen nach Angaben der israelischen Armee rund 150 Raketen auf Israel abgefeuert. Die Armee griff nach eigenen Angaben daraufhin mehr als 150 militärische Ziele im Gazastreifen an.

Dabei wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums eine schwangere Frau und ihre 18 Monate alte Tochter sowie ein Mitglied des militanten Arms der Hamas getötet.

Blockade wegen Sicherheitsbedenken

Israel hatte den Übergang Kerem Schalom am 9. Juli wegen anhaltender Attacken mit brennenden Drachen aus dem Gazastreifen geschlossen. Zwei Wochen später öffnete ihn Israel wieder teilweise.

Anfang der Woche hatten nach palästinensischen Angaben mehr als 95 Prozent der Produktionsstätten im Gazastreifen wegen des geschlossenen Grenzübergangs ihre Arbeit eingestellt.

Israel rechtfertigt seine vor mehr als zehn Jahren begonnene Blockade des Gazastreifens, die auch von Ägypten mitgetragen wird, mit Sicherheitserwägungen. Die in dem Küstengebiet herrschende radikalislamische Hamas wird von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft.

Auto gegen Absperrung: Terrorermittlungen in London

Ein Auto ist heute vor dem Parlament in London in eine Sicherheitsabsperrung gefahren und hat dabei mehrere Menschen erfasst. Eine Frau wurde schwer verletzt, eine weitere Person musste ebenfalls im Spital behandelt werden. Das teilten die britische Polizei und Rettungskräfte mit.

Forensiker untersuchen Auto

APA/AFP/Daniel Leal-Olivas

Der Fahrer, ein Mann Ende 20, wurde laut Behörden unter Terrorverdacht festgenommen. Er kooperiere nicht, hieß es. Die Ermittlungen werden Scotland Yard zufolge von der Anti-Terror-Einheit geleitet.

Polizei mit Großaufgebot im Einsatz

Der Vorfall ereignete sich kurz nach 7.30 Uhr Ortszeit. Eine Augenzeugin berichtete: „Es sah so aus, als sei es absichtlich gewesen. Das Auto fuhr sehr schnell in Richtung der Absperrungen“, sagte Ewalina Ochab der Nachrichtenagentur PA. Sie habe vorne an dem Fahrzeug kein Kennzeichen gesehen.

Mehrere Straßen wurden gesperrt. Auch mehrere Krankenwagen eilten an den Einsatzort. Die U-Bahn-Haltestelle Westminster wurde geschlossen. Auf Videos im Internet war zu sehen, wie die Polizei eine Person aus dem schwer beschädigten Fahrzeug zerrte. Hubschrauber kreisten über Westminster Palace, überall standen Polizeifahrzeuge.

Anschlag mit fünf Toten im Vorjahr

Das Parlament ist seit einem Anschlag im März 2017 von einer Sicherheitsbarriere aus Stahl und Beton umgeben. Damals war ein Angreifer mit einem Auto auf der Westminster Bridge in eine Menschenmenge gefahren, vier Personen wurden getötet. Der Mann erstach außerdem einen Polizisten, ehe er von der Polizei erschossen wurde.

ZIB2

Experte zu Brückeneinsturz in Genua

Der Einsturz einer Autobahnbrücke in Genua fordert Dutzende Tote. In der ZIB2 eine Live-Schaltung zu Katharina Wagner am Unglücksort und ein Studio-Gespräch mit dem Brückenbauexperten Helmut Wenzel von der Uni Wien, der die Brücke aus eigener Anschauung kennt.

Wie geheim dürfen BVT-Akten sein?

Wegen geschwärzter Akten für den Untersuchungsausschuss zur BVT-Affäre schaltet die Opposition den Verfassungsgerichtshof ein. In der ZIB2 eine Einschätzung durch den Verfassungsjuristen Bernd-Christian Funk.

Nach dem Glyphosat-Urteil in den USA

Der Pharmakonzern Monsanto muss einem Krebskranken in den USA Schmerzensgeld in Millionen-Höhe zahlen. Was heißt das für den weiteren Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat, auch in Österreich? In der ZIB2 kommen Gemeinden und Experten zu Wort.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Sport

Alonso beendet Formel-1-Karriere

Fernando Alonso sagt der Formel 1 Adios. Der Spanier, dessen Vertrag bei McLaren nach dieser Saison ausläuft, wird seine Karriere in der Königsklasse des Motorsports beenden. Zuletzt war immer wieder über seinen Ausstieg spekuliert worden. „Nach 17 wundervollen Jahren in diesem unglaublichen Sport ist es Zeit, weiterzugehen“, erklärte der 37-Jährige heute, der 2005 und 2006 im Renault die Weltmeisterschaft gewann.

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Bundesliga: „Kein Ultimatum“ für Rapid-Coach Djuricin

Rapid steckt in einem frühen Formtief, nach dem torlosen Heimremis am Sonntag gegen den WAC war die Stimmung in der Mannschaft am Boden. Trainer Goran Djuricin erhält vorerst aber noch Rückendeckung vom Rapid-Vorstand. „Es gibt kein Ultimatum“, sagte Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel. Ob es dabei bleibt, wird wohl auch vom Ausgang der EL-Qualifikation am Donnerstag gegen Slovan Bratislava abhängen.

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Leichtathletik: Vom Flüchtling zum Medaillengewinner

Österreichs Marathonläufer haben zum Abschluss der Leichtathletik-EM in Berlin Team-Bronze erobert und damit für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Bester des ÖLV-Trios war mit Lemawork Ketema ein gebürtiger Äthiopier, der 2013 als Flüchtling nach Österreich gekommen ist.

Mit Siegen beim Wings for Life World Run wurde er in der heimischen Laufszene bekannt und im Dezember 2015 eingebürgert. Nach dem achten EM-Rang im Einzel nimmt der 32-Jährige nun die Olympischen Spiele 2020 in Tokio ins Visier, allerdings hat Ketema mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen.

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Wirtschaft

Tinder-Mitgründer reichen Milliardenklage ein

Eine Gruppe von Tinder-Mitarbeitern fühlt sich von der Muttergesellschaft der populären Dating-App betrogen und will vor Gericht Schadenersatz in Höhe von mindestens zwei Milliarden Dollar erstreiten. Die zehn Kläger - zu denen Mitgründer und andere Angestellte der Startphase zählen - beschuldigen den Internetkonzern IAC/InterActiveCorp, sie um Aktienoptionen geprellt zu haben. Das geht aus der heute eingereichten Klageschrift hervor.

Angeblich sollen Finanzdaten manipuliert worden sein, um den Unternehmenswert von Tinder nach unten zu frisieren. Da sie vertraglich eine Beteiligung an der Wertsteigerung vereinbart hätten, sei ihnen dadurch viel Geld entgangen, behaupten die Kläger. Vom IAC-Konzern, dem Tinder durch eine 80-prozentige Beteiligung an der Match Group gehört, gab es zunächst keine Stellungnahme. An der Börse gerieten die Aktien von IAC und Match spürbar unter Druck.

Burundi verbietet Plastiksackerln

Burundi folgt dem Beispiel anderer afrikanischer Länder wie Ruanda und Kenia und verbietet im Kampf gegen die Umweltverschmutzung Plastiksackerln.

Präsident Pierre Nkurunziza erließ ein Dekret, das „Herstellung, Import, Lagerung, Verkauf und Nutzung von Plastiksackerln und anderen Plastikverpackungen“ verbietet. Unterzeichnet wurde die Anordnung gestern.

Die Regierung erließ eine Übergangsperiode von 18 Monaten, damit gelagerte und bestellte Güter noch genutzt werden könnten. Ausnahmen wird es für biologisch abbaubare Sackerln und Produkte im medizinischen Bereich, der Industrie und der Pharmabranche geben, wie es weiter hieß.

Chronik

Frau stirbt bei Sturz mit Pkw in Bachbett

Heute Nachmittag ist es auf der Seebergstraße in Kärnten zu einem tödlichen Verkehrsunfall gekommen. Eine Frau kam mit ihrem Fahrzeug von der Fahrbahn ab und landete in einem Bachbett. Sie war sofort tot.

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Lenkerin in Salzburg aus Wrack gerettet

Glimpflicher verlief ein ähnlicher Unfall im Salzburger Großarl. In der Nacht auf heute stürzte eine Lenkerin mit ihrem Pkw in die Großarler Ache. Sie konnte von Passanten aus dem Autowrack gerettet werden.

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Über 777.000 Dosen Red Bull in Belgien gestohlen

In Belgien hat eine Diebesbande 300 Paletten mit Red-Bull-Dosen gestohlen - das sind 777.600 Dosen. Das Diebesgut hat einen Wert von fast einer Million Euro, wie die belgische Polizei heute mitteilte.

Die Diebesbande sei bereits am Sonntag in die Lagerhalle des Getränkeherstellers in einem Industriegebiet in der Stadt Menen in Westflandern nahe der Grenze zu Frankreich eingedrungen. Sie sei dabei „sehr professionell“ vorgegangen.

Stundenlanger Diebstahl

Die Polizei geht davon aus, dass der Diebstahl rund zwölf Stunden dauerte und mehrere Fahrten notwendig waren, um die die Paletten mit dem Energy-Drink wegzuschaffen. Die 300 Paletten entsprechen elf Lkw-Ladungen.

Die Ermittler werten nun Aufnahmen von Überwachungskameras aus dem Industriegebiet aus, um die Gruppe hinter dem Diebstahl zu finden. Die Polizei schließt nicht aus, dass Menschen innerhalb des Lagers bei der Tat geholfen haben könnten.

Yosemite-Tal nach Waldbränden wieder geöffnet

Wochenlang hat ein Waldbrand den Zugang zum Yosemite-Tal in Kalifornien versperrt - jetzt können Menschen wieder in den beliebten Naturpark reisen. Heute Vormittag (Ortszeit) wurden die ersten Urlauber und Urlauberinnen in das von steilen Granitfelsen umgebene Tal gelassen.

Parkverwaltung und Touristen werben für Wiedereröffnung des Parks

AP/Steve Montalto

Das westlich des Naturparks ausgebrochene „Ferguson Feuer“ hat seit Mitte Juli große Flächen Wald zerstört. Inzwischen sind die die Brände zu großen Teilen eingedämmt. Am 25. Juli hatten alle Besucher den Talbereich räumen müssen. Die Schließung wurde vor allem wegen der starken Rauchbelastung angeordnet.

Die Behörden warnten aber vor einer anhaltenden Luftverschmutzung durch Rauch. Vor allem ältere Menschen und Kinder sollten körperliche Anstrengungen vermeiden. Der beliebte Aussichtspunkt Glacier Point am Westrand des Tals ist weiterhin geschlossen.

Längste Schließung wegen Bränden

Der für seine Wasserfälle und imposanten Granitfelsen wie El Capitan und Half Dome bekannte Park lockt jährlich mehr als vier Millionen Besucher an. Noch nie war das Yosemite-Valley wegen Bränden so lange geschlossen.

1997 richteten katastrophale Überflutungen nach heftigen Regenfällen schwere Schäden an. Zwei Monate lang - allerdings in der Nebensaison von Januar bis März - sperrte das Tal damals zu.

Gesundheit

WHO warnt vor Ebola-Epidemie in DR Kongo

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht beim Kampf gegen den erneuten Ausbruch von Ebola in der Demokratischen Republik (DR) Kongo vor Problemen. Da es sich bei dem betroffenen Gebiet um eine Konfliktzone handle, sei der Zugang für Hilfsteams riskant, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus heute in Genf. „Wir haben eine Sicherheitsherausforderung.“

Polizei bewacht medizinische Einrichtung in der DR Kongo

AP/Al-hadji Kudra Maliro

In dem Gebiet seien seit Jahresanfang 120 gewalttätige Zwischenfälle gezählt worden. Angesichts dieser Umstände und der hohen Bevölkerungsdichte sei die Gefahr einer Ausbreitung der lebensgefährlichen Infektionskrankheit groß. In der Region kämpfen mehrere Milizen um die Kontrolle von Land und Bodenschätzen.

„Es sind vor allem Kinder und Frauen betroffen“, so Tedros über die Erkrankten. Das kongolesische Gesundheitsministerium hat bisher 57 Verdachtsfälle gezählt, davon sind 30 bestätigt. 41 Menschen sind bisher gestorben.

EU entsendet Hilfsteams

Die Europäische Union hat Expertinnen und Experten entsandt, um die DR Kongo im Kampf gegen die neue Epidemie zu unterstützen. Darüber hinaus hat die EU-Kommission acht Flüge mit Personal und Hilfsgütern in die Stadt Beni im Seuchengebiet organisiert, wie die Brüsseler Behörde mitteilte.

„Wir bringen unsere gesamte Unterstützung ein, um beim Eindämmen des Virus zu helfen“, erklärte der für humanitäre Hilfe zuständige Kommissar Christos Stylianides.

Erst am 24. Juni hatten die Behörden in der DR Kongo eine Ebola-Ausbreitung 1.500 Kilometer weiter westlich für gestoppt erklärt. Dort gab es insgesamt 54 Verdachtsfälle, 33 Menschen starben.

Kultur

Finanzstreit um Song Contest in Israel vorerst beendet

Der Finanzstreit um die Austragung des Eurovision Song Contest (ESC) 2019 in Israel ist nach Angaben des für die Übertragung zuständigen Fernsehsenders Kan vorerst beendet. Kan werde fristgerecht umgerechnet rund zwölf Millionen Euro als Sicherheit bei der Europäischen Rundfunkunion (EBU) hinterlegen, teilte eine Sendersprecherin heute mit.

Kan und die israelische Regierung hatten sich bis zuletzt darum gestritten, wer für die Kosten des ESC 2019 aufkommen soll. Sollte die Sicherheit nicht bis heute vorliegen, werde es 2019 keinen ESC in Israel geben, hatte die Sprecherin von Kan gestern gesagt. Insgesamt gehe es um Kosten von rund 24 Millionen Euro.

Sender erwartet sich Finanzierung durch Regierung

Kan nehme das Geld für die Sicherheit aus dem Budget für das Jahr 2019. Der Sender erwarte, dass die Regierung die Verantwortung für die grundlegende Finanzierung der Veranstaltung übernehme, teilte die Sprecherin mit. Das Finanzministerium äußerte sich zunächst nicht dazu.

Die EBU hatte die Frist zuvor bestätigt. „Jedes Jahr müssen finanzielle Garantien gegenüber der EBU gegeben werden, bevor Pläne erstellt werden und die Austragungsstadt (...) bekanntgegeben wird“, hieß es in einer Mitteilung. Die EBU bestätigte den Eingang der Sicherheit zunächst nicht.

Der Veranstaltungsort soll bis September feststehen. Die Hafenstädte Tel Aviv, Eilat und Haifa sind neben Jerusalem dafür im Rennen. Die israelische Sängerin Netta hatte im Mai mit ihrem Song „Toy“ den ESC in Portugal gewonnen. Dadurch findet der Wettbewerb im Mai 2019 regulär in Israel statt.

Arno Geiger auf Longlist für Deutschen Buchpreis

Arno Geiger ist der einzige Österreicher unter den 20 Nominierten für den Deutschen Buchpreis 2018. Der Vorarlberger, der schon 2005 den erstmals vergebenen Buchpreis erhalten hatte, steht mit „Unter der Drachenwand“ auf der heute veröffentlichten Longlist. Auf dieser finden sich prominente Kolleginnen und Kollegen wie Helene Hegemann („Bungalow“) und Adolf Muschg („Heimkehr nach Fukushima“).

Auch der Südtiroler Literat Josef Oberholenzer („Sültzrather“) und Maxim Biller („Sechs Koffer“) dürfen sich über eine Nominierung freuen. Insgesamt hat die siebenköpfige Jury, zu der unter anderen der Wiener Literaturkritiker Paul Jandl gehört, heuer zwölf Frauen und acht Männer nominiert. Dafür wurden 165 von Verlagen vorgeschlagene sowie 34 selbst gewählte Titel gesichtet.

Am 11. September wird die derzeit noch 20 Titel umfassende Liste dann für die Shortlist auf sechs Werke verkürzt. Der Sieger oder die Siegerin wird am 8. Oktober verkündet, zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse.

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