Ausland

Druck aus Rom: EU plant neue Mittelmeer-Strategie

Italien hat mit Blockadedrohungen eine sofortige Überprüfung des EU-Marineeinsatzes vor der libyschen Küste erzwungen. Vertreterinnen und Vertreter der EU-Staaten einigten sich nach Angaben von Diplomaten heute Abend in Brüssel darauf, möglichst innerhalb der kommenden fünf Wochen eine neue Strategie zum Umgang mit bei dem Einsatz von Geretteten zu vereinbaren. Diese waren bisher ausschließlich nach Italien gebracht worden. Die Regierung in Rom hatte deswegen zuletzt damit gedroht, italienische Häfen für Schiffe der EU-Operation zu sperren.

„Spiegel“: Operation „Sophia“ gestoppt

Das deutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (Onlineausgabe) hatte zuvor berichtet, dass die EU-Operation „Sophia“ im Mittelmeer gestoppt worden sei. Der Kommandeur, der italienische Admiral Enrico Credendino, habe alle beteiligten Kriegsschiffe zurück in die Häfen beordert.

Hintergrund für die Aussetzung des Einsatzes war die Weigerung Italiens, keine von den EU-Militärschiffen geretteten Geflüchteten mehr an Land aufzunehmen. Aktuell waren sechs EU-Militärschiffe auf dem Mittelmeer aktiv. Mit dem Befehl sei der Einsatz faktisch gestoppt, hieß es laut „Spiegel“ in Militärkreisen.

49.000 Menschen aus Seenot gerettet

Seit Juni 2015 ist die EU-Mission „Sophia“ mit Schiffen, Flugzeugen und Hubschraubern im Mittelmeer zwischen Italien und Libyen im Einsatz. Sie war ins Leben gerufen worden, nachdem 700 Menschen bei einem Schiffsunglück vor der libyschen Küste ums Leben kamen. In den vergangenen drei Jahren wurden 49.000 Personen aus Seenot gerettet.

Hauptaufgabe des offiziell EUNAVFOR MED (European Naval Force Mediterranean) Operation Sophia genannten Einsatzes ist allerdings die Bekämpfung von Schlepperbanden, die Flüchtlinge auf die lebensgefährliche Reise über das Mittelmeer schicken. „Sophia“ kann verdächtige Boote notfalls auch mit Waffengewalt stoppen, durchsuchen und beschlagnahmen. 140 mutmaßliche Schleuser wurden bisher festgenommen.

„FAZ“: Berlin lässt Türkei-Sanktionen teilweise auslaufen

Die deutsche Regierung hat nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ („FAZ“, Samstag-Ausgabe) Teile ihrer Türkei-Sanktionen auslaufen lassen. So sei die 2017 beschlossene Obergrenze für Exportgarantien für das laufende Jahr nicht verlängert worden.

Auch habe das Auswärtige Amt die damals verschärften Reisehinweise für Touristinnen und Touristen sowie Geschäftsleute nach dem Ende des Ausnahmezustands in der Türkei abgemildert. Die Neufassung mahnt weiterhin zur Vorsicht, enthält aber nicht mehr den Passus, es sei mit willkürlichen „Festnahmen in allen Landesteilen der Türkei einschließlich der touristisch frequentierten Regionen zu rechnen“.

Das Wirtschaftsministerium und die zuständige Euler Hermes AG bestätigten der Zeitung gegenüber das Ende der Deckelung. Die Opposition in Berlin zeigte sich laut „FAZ“ empört. „Dass die Obergrenze gekappt wurde, ist ein Skandal“, wird Alexander Neu, Politikwissenschaftler und Bundestagsabgeordneter der Linken, zitiert. „Die Bedingungen in der Türkei haben sich ja nicht verbessert.“

Aufruhr um Trump-Aufnahme zu Zahlung an Playboy-Model

Der Ex-Anwalt von US-Präsident Donald Trump hat einem Medienbericht zufolge heimlich ein Gespräch über eine Schweigegeldzahlung an ein Playboy-Model aufgezeichnet. Wie die „New York Times“ heute weiter berichtete, hat die Bundespolizei FBI den Mitschnitt bei einer Durchsuchung des Büros des Anwalts Michael Cohen sichergestellt.

Giuliani bestätigt Gespräch

Trumps Anwalt Rudolph Giuliani bestätigte laut „New York Times“, dass Trump mit Cohen über Zahlungen gesprochen habe - aber letztlich sei kein Geld geflossen. Der Mitschnitt sei weniger als zwei Minuten lang und zeige, dass der Präsident nichts Verbotenes getan habe. Trump habe Cohen gesagt, dass er besser einen Scheck ausstellen solle, als Bargeld zu senden - falls es zu einer Zahlung kommen sollte.

Das Justizministerium untersucht derzeit Cohens Beteiligung an Schweigegeldzahlungen, um peinliche Berichte über den damaligen Kandidaten Trump vor der Präsidentenwahl 2016 zu verhindern. Dabei geht es vor allem darum, ob Geld aus Trumps Wahlkampfkasse zweckentfremdet wurde.

Playmate berichtete von Affäre im Jahr 2006

Das Playmate des Jahres 1998, Karen McDougal, schilderte dem Magazin „New Yorker“ im Februar, sie habe im Jahr 2006 eine Affäre mit dem damaligen Reality-TV-Star Trump gehabt. Das Skandalblatt „National Enquirer“ habe für diese Geschichte 150.000 US-Dollar gezahlt, sie aber dann nie veröffentlicht.

McDougal sagte, sie fühle sich ihrer Rechte beraubt und sei unsicher, was sie überhaupt sagen dürfe, ohne in Schwierigkeiten zu geraten. Trump und McDougal sollen sich 2006 auf dem Anwesen des „Playboy“-Gründers Hugh Hefner in Los Angeles getroffen haben, wo Trump eine Folge seiner TV-Show „The Apprentice“ drehte. Donald und Melania Trump hatten ein Jahr zuvor geheiratet.

Im November 2016 berichtete das „Wall Street Journal“ von der Zahlung der American Media Inc. AMI an McDougal - der AMI gehört der „Enquirer“. AMI-Chef David Pecker ist ein guter Bekannter Trumps. Ein Sprecher des Weißen Hauses wies eine Affäre Trumps mit McDougal zurück. Der Bericht sei „Fake News“.

Pakistan: Drahtzieher von Anschlag mit 150 Toten erschossen

Das pakistanische Militär hat nach Behördenangaben den Drahtzieher eines der folgenschwersten Selbstmordanschläge in der Geschichte des Landes getötet. Grenzsoldaten hätten das Haus gestürmt und den als Hidayat Ullah identifzierten Dschihadisten erschossen, sagte der hochrangige Behördenvertreter Qaisar Khan heute.

Ullah habe der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angehört und sei in einem Dorf in der Region Kalat nahe der Grenze zu Afghanistan lokalisiert worden, so Khan. Bei einem Sprengstoffattentat in der unweit von Kalat gelegenen Stadt Mastung wurden vergangene Woche rund 150 Menschen getötet.

Der IS bekannte sich zu dem Anschlag, die Behörden machten den pakistanischen Dschihadisten Hafeez Nawaz als Attentäter aus. Nach Angaben eines Kommandanten der Grenztruppen hatte Ullah Nawaz bei der Durchführung des Attentats unterstützt.

Zivilisten und Aufständische ziehen aus Süden Syriens ab

Nach der Kapitulation der Aufständischen im Südwesten Syriens haben heute viele von ihnen das Gebiet an den von Israel besetzten Golanhöhen verlassen. Ihnen wurde die Wahl gelassen, die Regierung von Baschar al-Assad zu akzeptieren oder in die Rebellenprovinz Idlib im Nordwesten des Bürgerkriegslandes umzusiedeln.

Nach Berichten von Augenzeugen verließen am Nachmittag Busse mit Kämpfern und Zivilpersonen, die Vergeltungsmaßnahmen der Regierung fürchten, das Gebiet um Kuneitra. Von den Golanhöhen aus konnte man einen Strom von Motorrädern, schwer beladenen Pkws und Lastwagen beobachten, die das Dorf Kahtanija verließen.

Erfolg für Assad

Die Kapitulation der Rebellen im Südwesten ist ein Erfolg Assads, der vor allem von Israel mit Sorge betrachtet wird. Es befürchtet, dass damit auch die mit Assad verbündeten iranischen Truppen bis an das von Israel kontrollierte Gebiet auf dem Golan heranrücken könnten.

Der Kapitulationsvereinbarung zufolge sollen zwei syrische Armeebrigaden dorthin zurückkehren, wo sie bereits vor Beginn des Bürgerkriegs 2011 stationiert gewesen seien, meldete ein Informationsdienst der regierungstreuen libanesischen Hisbollah-Miliz. Den Rebellen zufolge sollen die Brigaden von russischer Militärpolizei begleitet werden.

UNO fordert sichere Flucht

Das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) forderte unterdessen eine sicherere Zuflucht für Zivilpersonen aus dem Südwesten Syriens. Es müsse gewährleistet werden, dass die 140.000 Menschen Unterstützung bekämen, sagte ein Sprecher des UNHCR.

Das Hilfswerk erklärte sich zudem dazu bereit, mit Syrien und Russland über die Einrichtung von Zentren zu sprechen, in die syrische Flüchtlinge zurückkehren könnten. In der ersten Jahreshälfte kehrten nach UNHCR-Angaben fast 13.000 Menschen nach Syrien zurück, die sich in den Nachbarländern in Sicherheit gebracht hatten. Dazu kämen etwa 750.000 Binnenflüchtlinge.

Vier Tote bei Angriffen im Gazastreifen

Das israelische Militär hat bei Angriffen im Gazastreifen vier Kämpfer der radikalislamischen Hamas getötet. Zwei Palästinenser seien östlich von Chan Junis, ein dritter östlich von Rafah, beides im südlichen Teil des Küstenstreifens, getötet worden, wie das Gesundheitsministerium in Gaza heute mitteilte. Über den vierten Toten gab es keine Informationen. Nach Angaben der Hamas handelte es sich bei den Toten um Kämpfer des militärischen Arms der Palästinenserorganisation.

Bombardement nach Gewalt entlang des Grenzzauns

Panzer und Kampfflugzeuge hätten acht militärische Ziele im Gazastreifen bombardiert, teilte die israelische Armee mit. Zuvor habe es bei „gewaltsamen Ausschreitungen entlang des Grenzzauns“ Schüsse auf israelische Soldaten gegeben. Ob dabei Israelis verletzt wurden, war zunächst unklar.

Israel geht seit einer Woche schärfer gegen militante Palästinenser im Gazastreifen vor. Immer wieder lassen Palästinenser Ballons und Drachen mit befestigten Brandsätzen auf israelisches Gebiet fliegen.

Heftige Angriffe

Bei den heftigsten Angriffen seit dem Gaza-Krieg 2014 starben am vergangenen Wochenende nach palästinensischen Angaben zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren. Aus dem Palästinensergebiet wurden nach israelischen Angaben rund 200 Raketen und Granaten abgefeuert und dabei vier Menschen verletzt.

Seit Beginn der jüngsten gewaltsamen Auseinandersetzungen im Gazastreifen Ende März stieg die Zahl der getöteten Palästinenser auf 148. Auf israelischer Seite gab es keine Toten.

Überlebendes Nowitschok-Opfer aus Spital entlassen

Ein mit dem Kampfstoff Nowitschok in Kontakt gekommener Brite ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das teilte das Salisbury District Hospital heute mit. Der 45-jährige Mann und seine 44-jährige Lebensgefährtin waren Ende Juni wegen einer Nowitschok-Vergiftung in die Klinik gebracht worden. Die Frau war Mitte Juli an den Folgen gestorben.

Die Polizei hat eine kleine Flasche aus der Wohnung des Mannes im nahen Amesbury als Quelle des Kampfstoffs identifiziert. Das britische Paar kam wohl zufällig damit in Kontakt. Unklar war zunächst, ob der Mann Hinweise darüber geben kann, wie er und seine Partnerin in Besitz des Nowitschok-Behälters kamen.

Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass der Fall mit dem Giftanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia im März zusammenhängt. Sie entkamen nur knapp dem Tod und leben inzwischen an einem geheimen Ort. London macht Moskau für den Attentatsversuch verantwortlich.

EU

Vilimsky: FPÖ wird Teil von EU-weiter Populistenallianz

FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky hat die Teilnahme seiner Partei an dem für die Wahl zum Europäischen Parlament Ende Mai 2019 von Italiens Vizepremier und Innenminister Matteo Salvini angekündigten populistischen EU-weiten Bündnis bestätigt. Er stehe jetzt schon in einer Allianz mit Salvini und der Lega, sagte Vilimsky der Tageszeitung „Kurier“ (Samstag-Ausgabe).

„Je größer diese Allianz wird, umso besser“, so der Delegationsleiter der freiheitlichen Abgeordneten im Europäischen Parlament. Salvini hatte gegenüber der US-Tageszeitung „Washington Post“ ein Bündnis von Europas populistischen und rechtsnationalen Parteien angekündigt und die Bedeutung der nächsten EU-Parlamentswahl unterstrichen.

Europa sei bisher stets aufgrund eines Abkommens aus Sozialisten und EVP regiert worden, kritisierte der Chef der rechten Lega. „Ich will die Parteien vereinen, die die neue Mehrheit im EU-Parlament bilden werden, die Parteien in Österreich, den Niederlanden, in Schweden, Frankreich und Deutschland“, so Salvini.

EU warnt vor „No Deal“-Szenario bei „Brexit“

Der Chefverhandler der Europäischen Union zum „Brexit“, Michel Barnier, hat davor gewarnt, dass vielleicht keine Vereinbarung zwischen Großbritannien und der Europäischen Union vor dem „Brexit“ zustande kommen könnte. „Wir müssen uns auf alles einstellen - auch auf einen ‚No Deal‘“, sagte er heute in Brüssel.

Barnier: Weißbuch wirft Fragen auf

„Mit Blick auf die künftige Wirtschaftspartnerschaft“ werfe das von Großbritannien veröffentlichte Weißbuch „drei Serien von Fragen auf“, sagte Barnier. Es sei nicht sicher, ob die Vorschläge umsetzbar seien, „im Interesse der EU“ und „vereinbar mit den Grundsätzen“ der europäischen Seite.

Barnier fällte noch kein abschließendes Urteil, warf aber eine Reihe von Fragen auf, die nun mit der britischen Seite erörtert werden sollen. Er nannte dabei unter anderem die Vereinbarkeit mit allen vier Grundfreiheiten des EU-Binnenmarktes zu Personen, Waren, Kapital und Dienstleistungen.

Zweifel an Zollplänen

Auch stelle sich die Frage, wie die Zollbehörden nach dem britischen Vorschlag zwischen Waren aus Drittstaaten unterscheiden sollten, die nur nach Großbritannien gehen und solchen, die in die EU weitertransportiert würden, sagte Barnier.

Er sah mögliche zusätzliche Kosten und Bürokratie. Und schließlich müsse verhindert werden, dass Großbritannien durch das Ausklammern von Dienstleistungen in einen „unfairen Wettbewerb“ mit der EU trete.

Nordirland bleibt Knackpunkt

Als zentralen Knackpunkt für den geplanten Austrittsvertrag nannte Barnier erneut die Nordirland-Frage. Hier müsse bis zum Herbst eine rechtlich wirksame Auffanglösung vereinbart werden, sagte er. Sie soll in Kraft treten, wenn keine Alternative gefunden wird, um das Problem der Grenze zwischen Irland und der britischen Provinz Nordirland zu lösen.

Hier dürfe jetzt „keine Zeit mehr verloren werden“, sagte Barnier. Deshalb habe die EU für nächste Woche Gespräche über die Auffanglösung angesetzt. Der Austrittsvertrag insgesamt muss laut Barnier bis Oktober oder November stehen, damit eine Ratifizierung durch die Parlamente vor dem „Brexit“ im März 2019 noch möglich ist.

„Ohne Backstop (Auffanglösung; Anm.) haben wir keinen Deal“, sagte indes der amtierende EU-Ratsvorsitzende, Europaminister Gernot Blümel (ÖVP), nach Beratungen der 27 EU-Staaten zum „Brexit“. Es sei wichtig, bis Oktober zu einer Einigung mit Großbritannien über den Austrittsvertrag zu kommen. Die Verhandlungen müssten bis dahin beschleunigt werden.

Hartinger-Klein für Anhebung der EU-Sozialausgaben

Die Sozialministerinnen und -minister der EU-Staaten haben gestern und heute in Wien beim informellen Sozialministerrat getagt und über die Auswirkungen der Digitalisierung und des Einsatzes von Robotern auf die Arbeitswelt erörtert. Bei einer Abschlusspressekonferenz sprach sich die österreichische Ratsvorsitzende, Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ), für eine Anhebung der Sozialausgaben der EU aus.

Derzeit werden 0,3 Prozent des gesamten EU-Budgets für Soziales verwendet. „0,3 Prozent sind zu wenig. Wir brauchen mehr Investitionen in das Sozialsystem“, sagte Hartinger-Klein. Der informelle EU-Rat werde einen Bericht an den formellen Sozialministerrat im Oktober liefern. In einem Weißbuch für die nächste EU-Kommission sollen die Themen gesammelt werden, „damit wir genau wissen, in welche Richtung wir mit der nächsten Kommission arbeiten können“, so die Ministerin.

Sozialkommissarin will Anpassung an neue Arbeitsformen

EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen ortete zwei große Herausforderungen: mehr Konvergenz zwischen den EU-Mitgliedsstaaten herzustellen und das Sozialsystem an die neuen Arbeitsformen anzupassen. Alle Arbeitenden müssten vom sozialen Schutzsystem erfasst werden, auch jene, die etwa über Onlineplattformen ihr Geld verdienen.

Zunächst brauche es eine klare arbeits- und möglicherweise sozialrechtliche Definition neuer Arbeitsformen, weil die Unterteilung in Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und Selbstständige nicht mehr ausreiche.

Optimismus bei Digitalisierung

Angesprochen auf Studien, wonach durch Digitalisierung und den Einsatz von Robotern die Zahl der Arbeitsplätze in Europa erheblich schwinden könnte, meinte EU-Kommissarin Thyssen, die neuesten Studien seien weniger negativ als vor fünf bis sechs Jahren. Es werde jetzt erwartet, dass zwar viele Arbeitsplätze gestrichen würden, auch in der Mittelschicht, aber dass auch viele neue Jobs entstehen würden.

Es gebe schon jetzt viele unbesetzte Arbeitsplätze und gleichzeitig viele Arbeitssuchende, aber die Qualifikationen der Arbeitslosen passten nicht zu den Anforderungen der Arbeitgeber. Hier müsse mit Anpassungen bei der Ausbildung gegengearbeitet werden.

Inland

Hilfsvereine sollen leichter an Täterdaten kommen

Karoline Edtstadler, (ÖVP), Staatssekretärin im Innenministerium, will rechtliche Grundlagen schaffen, die die Weitergabe von Gewalttätern an Hilfsvereine regeln. Das kündigte sie in einem Interview mit den „Salzburger Nachrichten“ (Samstag-Ausgabe) an.

„Die Polizei gibt die Daten des Opfers an die Gewaltschutzzentren oder in Wien an die Interventionsstelle weiter, diese nehmen dann sehr sensibel Kontakt mit den Opfern auf. Aber was fehlt, ist die rechtliche Grundlage, um Täterdaten weiterzugeben“, sagte Edtstadler. „Aber Datenschutz darf nicht zum Täterschutz werden.“ Die Polizei müsse „in der Lage sein, die Täterdaten an Vereine weiterzugeben, die dann mit dem Täter arbeiten“.

Dazu brauche man einheitliche Standards. „Ich möchte all dies genau so aufstellen, wie beim Opferschutz.“ Die Staatssekretärin schlug vor, dass es in jedem Bundesland mindestens eine Organisation geben soll, die sich um die Arbeit mit den Tätern kümmern solle. „Es gibt bereits tolle Vereine, aber diese arbeiten verteilt und nicht koordiniert“, sagte Edtstadler.

Integration: Grünes Licht für 30 Übergangsklassen

Auch im kommenden Schuljahr werden österreichweit Übergangslehrgänge an Bundesschulen (AHS und BMHS) eingerichtet. Aufgrund sinkender Zuwanderung starten ab November rund 30 Lehrgänge für etwa 600 nicht mehr schulpflichtige Jugendliche mit geringen Deutschkenntnissen, teilte das Bildungsministerium heute der APA mit. Im letzten Schuljahr besuchten noch 1.600 Jugendliche „Übergangsklassen“.

Einstieg ins Schulsystem

Damit jugendlichen Flüchtlingen im Alter zwischen 15 und 19 Jahren der Einstieg in das österreichische Schulsystem sowie in die Berufswelt erleichtert wird, wurden im Herbst 2015 an berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) und im Schuljahr 2016/17 an AHS die sogenannten Übergangslehrgänge eingerichtet.

Am Ende der einjährigen Ausbildung steht eine Aufnahme- bzw. Einstufungsprüfung in die ersten Klassen der Oberstufe. Gut 45 Prozent der Teilnehmer schafften laut dem Ministerium dann den Einstieg in weiterführende Schulen.

Faßmann: Nachfrage zurückgegangen

Die Kosten für die Übergangslehrgänge ab Herbst beziffert man im Ministerium zwischen einer und 1,5 Mio. Euro. „Die Nachfrage nach der Übergangsstufe ist aufgrund der sinkenden Zuwanderung zurückgegangen“, so ÖVP-Bildungsminister Heinz Faßmann. Das Modell würde aber weiter „möglichst flächendeckend“ in jedem Bundesland an AHS oder BMHS abgeboten, so Faßmann.

Der Schwerpunkt im Rahmen des insgesamt 31 Wochenstunden umfassenden Unterrichts liegt mit einem Gesamtanteil von einem Drittel auf Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache.

ZIB2

Heftige Reaktionen auf ZIB-Undercover-Recherchen

Das Faktum, dass viele Wissenschaftler, darunter auch österreichische, gegen Geld in pseudowisssenschaftlichen Fachzeitschriften Studien veröffentlichen und diese Zeitschriften oft das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt werden, wird nicht bestritten. Aber man müsse das relativieren, da das einen Vertrauensverlust für die gesamte Wissenschaft bedeute.

Neun Verletze bei Gewalttat in Lübeck

In einem Linienbus sind in der deutschen Stadt Lübeck neun Menschen verletzt worden, drei von ihnen mittelschwer, sechs weitere leicht. Die Fahrgäste haben den Täter überwältigt. Noch ist vieles unklar und nichts auszuschließen, auch kein terroristischer Hintergrund.

Erste Kritik aus der ÖVP an der Regierung

Noch ist die Kritik eher leise und kommt vor allem aus dem Westen und vom Arbeitnehmerflügel der ÖVP. Mehrere Landeshauptleute sind nicht mit allem einverstanden, was die Regierung macht. Dazu ist der Politikwissenschaftler Peter Filzmaier zu Gast im Studio.

Mit Frontex an der Front

Reportage aus Albanien, wie dort die Grenze zu Griechenland von Frontex kontrolliert wird.

Gegenseitiges Kennenlernen

Gestern wurde in Wien ein junger Mann, der eine Kippa trug, auf offener Straße attackiert. Laut Behörden ist noch nicht klar, ob der Täter ein antisemitisches Motiv hatte. Tatsächlich fürchten sich viele Juden in Österreich auch vor Judenhass, der von Menschen aus dem Nahen und Mittleren Osten ausgeht. Um Brücken zu bauen, gibt es nun ein Projekt mit muslimischen und jüdischen Jugendlichen. Gemeinsam fahren sie zum ehemaligen KZ Mauthausen und versuchen sich durch das Verstehen der Geschichte näherzukommen.

Hitze in ganz Nordeuropa

Durch die Hitze sorgen viele Waldbrände in Großbritannien und Skandinavien für Probleme. Eine Reportage aus Großbritannien, wo viele der berühmten grünen Wiesen inzwischen braun sind.

ZIB2 mit Lou Lorenz-Dittlbacher, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Sport

Tour de France: Dritter Streich von Weltmeister Sagan

Der Slowake Peter Sagan hat die 13. Etappe der Tour de France in Valence gewonnen und seinen dritten Tagessieg gefeiert. Der dreimalige Weltmeister verwies heute im Sprint nach 169 Kilometern den Norweger Alexander Kristoff und den Franzosen Arnaud Demare auf die Ränge zwei und drei.

Sagan, Träger des Grünen Trikots, konnte damit seinen Vorsprung in der Punktewertung ausbauen. Der Waliser Geraint Thomas verteidigte unterdessen souverän sein Gelbes Trikot.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Fußball: Caleta-Car wechselt für Rekordsumme

Der Wechsel von Duje Caleta-Car zu Olympique Marseille ist perfekt. Das bestätigten die Franzosen heute ebenso wie Red Bull Salzburg. Der heimische Meister verliert durch den Abgang des kroatischen Innenverteidigers zwar einen wichtigen Spieler, darf sich aber über einen neuen Transferrekord freuen.

Die kolportierten 17 Millionen Euro wurden zwar nicht bestätigt, Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund sprach aber vom „lukrativsten Transfer“ in der Geschichte des Clubs.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Formel 1: Verstappen legt in Hockenheim vor

Red-Bull-Pilot Max Verstappen hat heute mit 1:13,085 Minuten die schnellste Runde im Freien Training für den Grand Prix von Deutschland gedreht. Der Österreich-Sieger war damit auf dem Hockenheimring um 26 Tausendstelsekunden schneller als Weltmeister Lewis Hamilton.

Dritter wurde dessen Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas vor dem deutschen Ferrari-Star Sebastian Vettel. Schlechte Nachrichten für den Rennsonntag gab es für Daniel Ricciardo im zweiten Red Bull.

Mehr dazu in sport.ORF.at

Wirtschaft

US-Notenbank will trotz Trump-Kritik Kurs halten

Die Kritik von US-Präsident Donald Trump wird die amerikanische Notenbank einem ihrer hochrangigen Mitglieder zufolge nicht von ihrem Kurs abbringen. Trump hatte den Zinserhöhungskurs der US-Notenbank (Fed) in einem Interview scharf angegriffen und über Twitter noch einmal nachgelegt.

Es sei Aufgabe des Offenmarktausschusses der Fed, die Inflation niedrig und stabil zu halten und in der US-Wirtschaft Vollbeschäftigung zu erzielen, sagte der Präsident des Fed-Ablegers von St. Louis, James Bullard heute.

„Jeder kann das kommentieren, der Präsident und andere Politiker eingeschlossen.“ Aber es obliege dem Ausschuss, die besten Entscheidungen zu treffen, um diese Ziele zu erreichen, so Bullard.

Weitere Drohgebärden

Unterdessen drohte Trump neuerlich damit, Zölle auf chinesische Einfuhren im Wert von 500 Mrd. Dollar zu erheben. In einem TV-Interview sagte er mit Blick auf das Handelsdefizit mit China: „Die USA liegen gewaltig zurück.“ Er sei „bereit, bis 500 zu gehen“. Damit nahm er Bezug auf die 505,5 Mrd. Dollar, auf die sich die Einfuhren aus China in die USA im vergangenen Jahr summierten.

Die USA haben bereits chinesische Importe im Wert von 34 Mrd. Dollar mit Zöllen belegt, woraufhin China gegen US-Einfuhren in gleicher Höhe Strafzölle verhängte. Trump hatte bereits in der Vergangenheit mit weiteren Zöllen gedroht, sollte China nicht sein Verhalten im Umgang mit geistigem Eigentum und bei Subventionen für die Hightech-Industrie ändern.

Vorwurf der Währungsmanipulation

Der EU und China warf er zudem vor, den Wert ihrer Währung künstlich niedrig zu halten, um sich Vorteile im internationalen Handel zu verschaffen. „China, die EU und andere manipulieren ihre Währungen und Zinsen nach unten“, während der Kurs des US-Dollars ständig steige, schrieb Trump auf Twitter. Dadurch würden die USA ihres „großen Wettbewerbsvorteils“ beraubt.

Streik kostete französischer Bahn 790 Mio. Euro

Der wochenlange Streik der französischen Eisenbahner gegen die von Präsident Emmanuel Macron geplanten Maßnahmen hat die staatliche Bahngesellschaft SNCF viel Geld gekostet. Laut einem internen Dokument, das die Nachrichtenagentur AFP heute einsehen konnte, kostete der 37-tägige Ausstand die Bahn 790 Millionen Euro - 21 Millionen pro Tag. Das übertrifft den Gewinn des Konzerns für 2017 von 679 Millionen Euro.

Die Eisenbahner hatten im Frühjahr aus Protest gegen Maßnahmen gestreikt, mit denen die SNCF in eine Aktiengesellschaft in öffentlicher Hand umgewandelt wird, Arbeitsplätze abgebaut und der Kündigungsschutz gelockert werden. Macron hatte die Reformpläne gegen den Widerstand der Gewerkschaften und die Kritik der Opposition durchgesetzt und Mitte Juni die Zustimmung des Parlaments erhalten.

Der SNCF-Chef Guillaume Pepy hatte die Kosten des Streiks im April mit 20 Millionen Euro pro Tag angegeben. Die Eisenbahner waren erstmals am 22. März in den Ausstand getreten und hatten bis zum 28. Juni an 37 Tagen die Arbeit niedergelegt. Die meisten Kosten erklären sich durch den Rückgang der Einnahmen, da viele Reisende wegen der Streiks auf andere Verkehrsmittel auswichen, aber auch durch Entschädigungszahlungen an Kunden.

Hamburger Weinhändler will Wein & Co schlucken

Wein & Co könnte schon bald mehrheitlich in deutscher Hand sein. Mitte Juni hat der Hamburger Weinhändler Hawesko Gespräche über eine mehrheitliche Übernahme des österreichischen Unternehmens aufgenommen. Die gleichzeitig eingeleitete vertiefte Prüfung der Finanz- und Vermögenslage (Financial Due Diligence) ist derzeit noch am Laufen, ergab eine APA-Anfrage bei der Hawesko Holding AG.

Erste Berichte über Verhandlungen im Juni

Der Vorstand des deutschen Interessenten hatte vor fünfeinhalb Wochen in einer Ad-hoc-Mitteilung bekanntgegeben, in Verhandlungen über einen Mehrheitserwerb der Wein & Co Handelsgesellschaft mit Sitz in Vösendorf zu treten und mit der Sichtung der Bücher zu beginnen.

Wann mit einem Ergebnis der Due-Diligence-Prüfung zu rechnen ist, konnte Hawesko-Sprecher Thomas Hutchinson heute nicht sagen. „Wir haben unserer Mitteilung vom 12. Juni nichts hinzuzufügen“, hielt er sich bedeckt. Die Chancen und Risiken des Investments werden gegenwärtig noch geprüft.

Wein-&-Co-Gründer: „Sommerloch“

Der 70-jährige Gründer und Eigentümer von Wein & Co, Heinz Kammerer, war nicht für eine Stellungnahme erreichbar. In der Gratistageszeitung „Heute“ kommentierte er dieser Tage Berichte zu Haweskos Übernahmeplänen lediglich mit dem Wort „Sommerloch“.

Erste Marktgerüchte über einen Verkauf von Wein & Co an die in Frankfurt börsennotierte Hawesko Holding AG hatten sich bereits zum Jahreswechsel verdichtet. Damals räumten die Hamburger lediglich ein, „Interesse am Unternehmen bekundet“ zu haben, dass aber „zurzeit keine konkreten Verhandlungen“ stattfänden.

Anfang Mai gab Kammerer bekannt, sich per 1. Juli aus der Geschäftsführung zurückzuziehen. Nun leiten Paul Truszkowski und Wolfgang Frühbauer die Weinhandelskette, die heuer ihr 25-jähriges Bestehen feiert und aus der Verlustzone kommen will.

Chronik

Totenzahl bei Bootsunglück in Missouri auf 17 gestiegen

Die Zahl der Todesopfer beim Untergang eines Ausflugsboots im US-Bundesstaat Missouri ist auf 17 gestiegen. Die Leichen von vier zuvor noch als vermisst geltenden Menschen wurden gefunden, wie ein Polizeisprecher heute mitteilte. Die offizielle Totenzahl hatte zuvor noch bei 13 gelegen.

Unter den Toten sind auch Kinder. Angaben zum Alter der Opfer wollte der Sprecher aber zunächst noch nicht machen.

Unglück in heftigem Unwetter

Das Unglück auf dem Table-Rock-See ereignete sich in einem heftigen Unwetter. An Bord des Amphibienfahrzeugs, das sowohl an Land fahren als auch auf dem Wasser schwimmen kann, befanden sich laut Polizeiangaben 31 Menschen. Mehrere Menschen konnten sich ans Ufer retten.

Das Amphibienfahrzeug war umgekippt, als die Besatzung versuchte, es wegen des Unwetters wieder ans Ufer zu lenken. Das Unwetter war nach Augenzeugenberichten plötzlich aufgezogen.

Der künstlich angelegte Table Rock Lake in der Nähe der Stadt Branson im Süden von Missouri ist ein beliebtes Urlaubsziel mit zahlreichen Touristenattraktionen, darunter die mit dem Amphibienfahrzeug angebotenen „Ride the Ducks“-Touren.

Festnahmen nach Tod von olympischem Eiskunstläufer

Nach der tödlichen Messerattacke auf den kasachischen Eiskunstläufer Denis Ten sind zwei mutmaßliche Angreifer festgenommen worden. Die Polizei habe einen Mann in Almaty gefasst und vernommen, teilte das Innenministerium des zentralasiatischen Landes Kasachstan heute mit.

Der Mann habe die Tat gestanden. Ein zweiter Verdächtiger sei nach einer groß angelegten Fahndung ebenfalls gefasst worden. Gegen beide werde wegen Mordes ermittelt, hieß es.

Nach Diebstahl mit Messer attackiert

Ten, der bei den Olympischen Spielen in Sotschi 2014 Bronze gewonnen hatte, war gestern durch Messerstiche getötet worden. Die Angreifer hätten die Seitenspiegel von Tens Auto stehlen wollen, berichteten kasachische Medien unter Berufung auf die Ermittler.

Der 25-Jährige habe die Männer zur Rede stellen wollen, daraufhin hätten sie ihn mit einem Messer schwer am Oberschenkel verletzt. Ten verblutete und starb in einem Krankenhaus in seiner Heimatstadt Almaty. Der Fall löste in der Sportwelt große Bestürzung aus. Ten zählte zu den beliebtesten Sportlern Kasachstans.

Angriff in Wien-Leopoldstadt: Opfer „wahllos ausgesucht“

Die Staatsanwaltschaft Wien geht nach derzeitigem Stand nicht von einem antisemitischen Hintergrund der Attacken eines Mannes gestern in der Wiener Leopoldstadt aus.
Von der Polizei hieß es, es habe sich um „wahllos ausgesuchte Opfer“ gehandelt. Die Ermittlungen laufen.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft spricht die Israelitische Kultusgemeinde von einem klar antisemitischen Angriff auf einen Juden in der Leopoldstadt. Präsident Oskar Deutsch will nun nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Kultur

Sammlung von Robin Williams wird versteigert

Die Sammlung des US-Schauspielers Robin Williams (1951 bis 2014) und seiner langjährigen Ehefrau Marsha soll im Herbst in New York für einen guten Zweck versteigert werden. Kunstwerke, Filmandenken, Auszeichnungen, Uhren, Möbel und anderes mehr stünden bei der Auktion am 4. Oktober zum Verkauf, teilte das Auktionshaus Sotheby’s heute in New York mit. Ein Teil des Erlöses soll Wohltätigkeitsorganisationen gespendet werden.

Williams war mit Filmen wie „Good Morning, Vietnam“, „Der Club der toten Dichter“, „Flubber“ und „Mrs. Doubtfire - Das stachelige Kindermädchen“ weltweit bekannt geworden. Der Schauspieler beging 2014 Suizid. Williams hatte drei Kinder und war dreimal verheiratet, zwischen 1989 und 2010 mit der Produzentin Marsha Garces Williams.

IT

Internetbetrug: Europaweites Netzwerk aufgedeckt

Deutsche Ermittelnde haben ein europaweites Netzwerk von Internetkriminellen aufgedeckt. Den derzeit 15 Beschuldigten wird vorgeworfen, durch betrügerische Onlinebestellungen Waren im Wert von mehr als 18 Millionen Euro ergaunert zu haben, teilten das Landeskriminalamt Sachsen (LKA) und die federführende Staatsanwaltschaft Dresden heute mit.

Mitte Juni seien in Deutschland sowie in Estland, Lettland, Litauen, der Schweiz, Zypern, Großbritannien, in Finnland und in der Ukraine 31 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht worden. Der mutmaßliche Chef der Bande, ein Mann mit russischem und moldawischem Pass, wurde in Zypern festgenommen.

Zudem gab es Haftbefehle gegen drei weitere Beteiligte. Ihnen wird Hehlerei, Geldwäsche und Computerbetrug vorgeworfen. Österreich war bei dieser Aktion laut sächsischem Landeskriminalamt nicht dabei. Die Ermittler wiesen allerdings darauf hin, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen seien und daher noch Fakten in Österreich auftauchen könnten.

Science

Panorama

Twitter-Nutzer bauen Kunstklassiker auf Broten nach

Wer sagt, dass Kunst brotlos sein muss? Zahlreiche Twitter-Nutzer und -Nutzerinnen haben sich dem kunstvollen Brotbelag verschrieben und posten derzeit unter dem Hashtag „#KunstGeschichteAlsBrotbelag“ Belege ihrer Passion.

Die zum Teil sehr kunstvoll gestalteten Brote stellen berühmte Gemälde der Kunstgeschichte nach, von Andy Warhol über Edvard Munch, Vincent Van Gogh und Frida Kahlo bis zu Kasimir Malewitsch ist quasi für jeden Geschmack etwas dabei.

Das die Aktion auch wie andere nicht immer ganz ernst zu nehmen ist beziehungsweise breite Möglichkeiten der Interpretation zulässt, zeigen die unterschiedlichen Zugänge zu dem Thema. Alle Brote sind laut den Erstellern tatsächlich auch essbar. Erfunden wurde der Spaß allerdings schon vor einiger Zeit: Die US-Künstlerin Brittany Powell wurde mit nachgestellten Kunstklassikern auf Broten schon vor einigen Jahren bekannt.