COV Inland

PCR-Gurgeltests sollen die Teststrategie an den Schulen ergänzen. Die Landesregierung beschloss gestern den Ankauf der Tests. Diese sollen einmalig zum Einsatz kommen und bei der Rückkehr zum Präsenzunterricht im Schichtbetrieb starten.

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Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 192,3 (Stand: gestern, 14.00 Uhr). Wien weist mit 236,1 die höchste 7-Tage-Inzidenz aller Bundesländer aus, das Burgenland mit 118,2 die geringste.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum.

In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Ministerien meldeten 2.026 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 2.026 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen nannten die Bundesländer dem nationalen Krisenstab.

9.959 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 2.112 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 565 auf Intensivstationen.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

COV Ausland

Trotz niedriger Fallzahlen befürchtet der britische Premierminister Boris Johnson in diesem Jahr eine dritte Welle an Coronavirus-Infektionen in seinem Land. Das sei die feste Ansicht der meisten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sagte er gestern bei einer Pressekonferenz.

Kein anderer Kurs bei Öffnungsschritten

Derzeit weise aber nichts darauf hin, dass der Fahrplan zur Lockerung von Maßnahmen nicht wie geplant fortgesetzt werden könne, so Johnson. Bis zum 21. Juni sollen in England schrittweise alle Kontaktbeschränkungen aufgehoben werden.

Um künftige Ausbrüche besser einzudämmen, soll zudem der Einsatz verschiedener Medikamente bei positiv Getesteten geprüft werden, so Johnson. „Das bedeutet zum Beispiel, wenn Sie positiv getestet werden mit dem Virus, könnte es eine Tablette geben, die Sie zu Hause einnehmen und die das Virus im Keim erstickt (…)“, so der Premier. Unter anderem nannte er Mittel wie Dexamethason und Remdesivir, die teilweise bereits bei Covid-19-Patienten zum Einsatz kamen.

7-Tage-Inzidenz liegt bei 26

In Großbritannien sind die Infektionszahlen in den vergangenen Monaten stark zurückgegangen. Die 7-Tage-Inzidenz wurde zuletzt mit 26 angegeben – zum Vergleich: Hierzulande liegt der Wert momentan bei rund 192. Mehr als 33 Millionen Menschen, knapp die Hälfte der Gesamtbevölkerung, wurde bereits mit einer ersten Dosis geimpft. Über zehn Millionen Menschen erhielten bereits beide Impfungen.

Trotz anhaltend hoher Infektionszahlen werden in den Niederlanden die Coronavirus-Maßnahmen gelockert. Vier Monate nach Verhängung des strengen Lockdowns wird die abendliche Ausgangssperre aufgehoben, und die Terrassen der Cafes und Geschäfte dürfen unter Auflagen wieder öffnen, kündigte Ministerpräsident Mark Rutte gestern in Den Haag an.

Die Lockerungen sollen ab dem 28. April gelten. „Wir wagen das Risiko, am 28. April den ersten vorsichtigen Schritt zu machen“, sagte der Premier. Rutte räumte ein, dass die Lockerung angesichts der steigenden Zahlen riskant sei. Die Prognosen seien jedoch vorsichtig optimistisch.

Mit rund 280 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen sind die Niederlande nach wie vor ein Hochinzidenzland. Zum Vergleich: In Österreich liegt dieser Wert bei 192. „Der Druck durch die Coronavirus-Epidemie auf Krankenhäuser, Gesundheitsämter und andere Dienste wie Hausärzte bleibt unvermindert hoch“, so das nationale Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM.

Die abendliche Ausgangssperre war Ende Jänner eingeführt worden. Sie wird komplett aufgehoben. Der Besuch von „terrasjes“ ist nach Mitteilung des Premiers an Auflagen gebunden. So dürfen diese nur von 12.00 bis 18.00 Uhr geöffnet sein und nur eine begrenzte Zahl von Gästen aufnehmen. Vor allem Bürgermeister der Großstädte hatten gefordert, die Terrassen zu öffnen. Bei schönem Wetter sind die Parks oft überfüllt, dabei werden Abstandsregeln nicht eingehalten.

Auch Geschäfte dürfen ab 28. April wieder Kundinnen und Kunden empfangen. Das „Shoppen mit Termin“ wird abgeschafft. Die Niederländer dürfen ab Ende April auch wieder zwei Besucher statt bisher nur einen zu Hause empfangen.

Als erstes Land in Lateinamerika hat Argentinien mit der Herstellung des russischen Coronavirus-Impfstoffs „Sputnik V“ begonnen. Der Pharmahersteller Laboratorios Richmond produziert nun zuerst eine erste Tranche, die dann zur Qualitätskontrolle zum Gamaleja-Institut in Moskau geschickt wird, wie das Unternehmen gestern mitteilte.

Im Juni wird die Produktion im großen Stil anlaufen. Der in Argentinien hergestellte Impfstoff soll später in andere lateinamerikanische Länder exportiert werden.

In Argentinien wird auch das Vakzin des Herstellers AstraZeneca produziert, das zur Abfüllung nach Mexiko geschickt wird. In der Impfkampagne in Argentinien kommt aber vor allem „Sputnik V“ zum Einsatz. Bisher haben 12,3 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Dosis erhalten, 1,8 Prozent sind bereits vollständig geimpft. In Argentinien leben rund 45 Mio. Menschen.

Das südamerikanische Land erlebte zuletzt einen deutlichen Anstieg der Neuinfektionen. Die Regierung verhängte daraufhin für große Teile des südamerikanischen Landes wieder strenge Ausgangsbeschränkungen. Im Großraum Buenos Aires gilt von 20.00 Uhr bis 6.00 Uhr eine Ausgangssperre. Alle sozialen, sportlichen, kulturellen und religiösen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind untersagt. Schulen und Kindergärten sollen bis Ende April geschlossen bleiben.

Inland

FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl hat gestern eine Rückkehr des früheren Bundesparteiobmanns Heinz-Christian Strache in die Partei dezidiert ausgeschlossen. Zu Straches Avancen vom Wochenende, wonach er Kickl die Hand reiche und zurück in die FPÖ wolle, sagte Kickl: „Never ever. Ich weiß gar nicht, wie Strache auf die Idee kommen kann.“ Zur parteiinternen Maskendiskussion sagte er, die Sache sei erledigt, es gebe auch keinen Richtungsstreit in der FPÖ.

Strache hat am vergangenen Wochenende in einem Interview gesagt, er wolle zurück in die FPÖ, er reiche Kickl und der FPÖ jedenfalls die Hand und stelle sich im Maskenstreit hinter Kickl. „Schauen wir, ob Kickl selbst bereit ist, die Verantwortung zu übernehmen und sich zutraut, als Obmann in der ersten Reihe zu stehen.“

Kickl sagte nun am Rande einer Pressekonferenz dazu, er habe „Verständnis“ für Straches „schwierige persönliche Situation“. Die Idee der Rückkehr sei aber eine „Absurdität“. Das Wort „Ausschluss“ bestehe aus zwei Worten, nämlich „Aus und Schluss“, so Kickl mit Verweis auf Straches Parteiausschluss vom Dezember 2019.

Ausland

Nach Angaben des russischen Chefverhandlers bei den Wiener Atomgesprächen mit dem Iran haben die Parteien vereinbart, die Verhandlungen zu unterbrechen, um sich mit ihren Hauptstädten zu beraten, bevor die Gespräche nächste Woche wieder aufgenommen werden.

„Die Gemeinsame Kommission des #JCPOA (Atomabkommens, Anm.) hat die Fortschritte bei den Verhandlungen zur Wiederherstellung des Atomabkommens mit Befriedigung zur Kenntnis genommen“, sagte Michail Uljanow, Russlands Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), gestern per Twitter-Nachricht.

Chinas Gesandter Wang Qun sagte Reuters-Angaben zufolge, die Parteien hätten begonnen, Entwürfe für eine Verhandlungslösung zu erstellen und hätten mehr Klarheit darüber, wie ein endgültiges Dokument aussehen würde. Priorität müsse die Frage der Aufhebung der gegen den Iran verhängten Sanktionen haben.

Der iranische Chefverhandler Abbas Araktschi lehnte die Möglichkeit einer „vorübergehenden Einigung“ während der Atomgespräche in Wien mit den verbleibenden Parteien des Atomabkommens ab und sagte laut Nachrichtenagentur FARS, Teheran fordere zunächst die vollständige Aufhebung von Sanktionen.

Gewisse Fortschritte seien schon erzielt worden, doch die schwierigsten Fragen seien noch ungelöst, sagten europäische Diplomaten. „Das wird kein Selbstläufer, und die Zeit ist knapp“, hieß es aus europäischen Verhandlerkreisen.

ÖVP-Außenminister Alexander Schallenberg hat gestern in einem Telefonat mit US-Außenminister Antony Blinken die „klare transatlantische Ausrichtung der Bundesregierung“ betont. „Wir wissen, wo wir stehen – Schulter an Schulter statt Rücken an Rücken mit den USA“, sagte Schallenberg laut seinem Büro.

Das erste bilaterale Gespräch sei in freundschaftlicher und offener Atmosphäre abgelaufen, hieß es. „Im Rahmen der EU-Außenminister“ habe es bereits zuvor Kontakte gegeben.

„Wir setzen alles daran, den Nordatlantik ein Stück kleiner zu machen“, so Schallenberg gegenüber Blinken. Die im Regierungsprogramm fixierte strategische Partnerschaft mit den USA solle mit Leben erfüllt werden, „nicht nur im Bereich von Politik und Wirtschaft, sondern vor allem auch im Rahmen eines breiten Dialogs mit der Zivilgesellschaft“.

„Starke amerikanische Stimme am Verhandlungstisch“

Schallenberg begrüßte den Angaben zufolge die Rückkehr der USA auf die multilaterale Bühne und den „neuen, klar auf Partnerschaft basierten, Ansatz“ der Biden-Administration. „Es tut gut, wieder eine starke amerikanische Stimme am Verhandlungstisch zu haben. Wenn sich Amerika zurückzieht, füllen andere das Vakuum. Das kann nicht im Interesse Österreichs und der EU sein.“

Die beiden Außenminister vereinbarten eine engere Kooperation bei der Heranführung der Westbalkan-Staaten an die EU. „Der Westbalkan ist eine Region von geostrategischem Interesse für die EU und die USA“, so Schallenberg. „Wir dürfen dieses Feld nicht anderen überlassen. Die Zukunft der Westbalkan-Staaten liegt in der EU, daran besteht überhaupt kein Zweifel. Die EU und die USA müssen an einem Strang ziehen, Österreich kann dabei ein zentrales Bindeglied sein.“ Ein Austausch fand auch zu den aktuell in Wien laufenden Atomverhandlungen mit dem Iran statt.

Der gesundheitlich schwer angeschlagene Kreml-Kritiker Alexej Nawalny erhält nach Angaben seiner Anwälte im Gefängniskrankenhaus „keine medizinische Hilfe“.

Der 44-Jährige sei „sehr schwach, kann kaum sitzen und sprechen“, sagte die Anwältin Olga Michailowa gestern nach einem Besuch bei Nawalny. Sie forderte eine Verlegung des Oppositionellen, der sich seit drei Wochen im Hungerstreik befindet, in ein „ziviles Krankenhaus“.

Vor Protesten: Unterstützer festgenommen

Kurz vor geplanten Massenprotesten ging die russische Polizei unterdessen in mehreren Städten gegen Nawalny-Anhänger vor. Mitarbeiter seiner Antikorruptionsstiftung in der sibirischen Stadt Kurgan veröffentlichten in sozialen Netzwerken ein Video, das die Festnahme ihres Koordinators Alexej Schwarz zeigt.

Auch in St. Petersburg, Wolgograd und Twer berichteten Nawalnys Unterstützer von Festnahmen. Der Oppositionspolitiker selbst bedankte sich auf Instagram für Solidaritätsbekundungen, die ihn aus Russland und der ganzen Welt erreichten.

Inmitten der angespannten Lage im Ukraine-Konflikt hat Russland ein Militärmanöver mit mehr als 20 Kriegsschiffen im Schwarzen Meer abgehalten. An der Übung seien auch Kampfjets der Luftwaffe beteiligt gewesen, teilte das russische Verteidigungsministerium gestern mit.

Zudem wurden mehr als 50 Flugzeuge auf die 2014 von Russland annektierte ukrainische Halbinsel Krim verlegt. Die russische Schwarzmeerflotte hielt ebenfalls ein Manöver ab, bei dem nach Militärangaben auch der „Unterwasserkampf“ trainiert wurde.

russisches Militärmanöver im Schwarzen Meer
AP/Russian Defense Ministry Press Service

Das Vorgehen Russlands in der Region heizt derzeit die Spannungen mit der Ukraine und dem Westen deutlich an. Moskau hat in den vergangenen Wochen Zehntausende Soldaten an die Grenzen zur Ukraine verlegt.

Zudem kündigte die russische Regierung vergangene Woche an, ab Ende April Teile des Schwarzen Meers nahe der Krim für ausländische Kriegsschiffe und andere staatliche Schiffe sechs Monate lang zu sperren. Betroffen wären die ukrainischen Häfen am Asowschen Meer.

Nach dem tagelangen Machtkampf zwischen Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU) kann die Union vorerst aufatmen. Laschet wird wie vorgesehen der Kanzlerkandidat beider Schwesterparteien. Nun muss er eine gespaltene Fraktion, in der sein Führungspotenzial angezweifelt wurde, in die deutsche Bundestagswahl im September führen.

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Chronik

Gestern Vormittag hat sich in Gundersdorf im Bezirk Deutschlandsberg (Steiermark) ein Unfall mit einem Traktor mit Güllefass ereignet. Der Lenker des Fahrzeuges ist dabei ums Leben gekommen.

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Im Reptilienzoo Happ in Kärnten ist die Riesenschildkröte Poldi an Altersschwäche verendet. Das 180 Kilogramm schwere Tier stammte von den Galapagosinseln und wurde auf 160 Jahre geschätzt. Seit fast zehn Jahren lebte Poldi getrennt von seiner langjährigen Partnerin Bibi, weil es immer wieder zu Konflikten gekommen ist.

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Umwelt & Klima

Kurz vor einem von den USA organisierten Klimagipfel hat die britische Regierung ihre Verpflichtungen zur Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes nochmals erhöht. Premierminister Boris Johnson kündigte gestern an, die Emissionen bis 2035 um 78 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Das ist 15 Jahre früher als ursprünglich geplant.

„Wir wollen die Messlatte für den Kampf gegen den Klimawandel erhöhen, deshalb setzen wir uns das weltweit ambitionierteste Ziel zur Reduzierung von Emissionen“, sagte Johnson. Seine Ankündigung erfolgte zwei Tage vor dem Start eines virtuellen Klimagipfels, zu dem US-Präsident Joe Biden rund 40 Staats- und Regierungschefs eingeladen hat.

An dem zweitägigen Gipfel nimmt auch Russlands Präsident Wladimir Putin teil. Großbritannien richtet im November in Glasgow die UNO-Klimakonferenz COP26 aus. Bei der Tagung mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs sollen die Staaten des Pariser Abkommens von 2015 neue Klimaschutzzusagen vorlegen.

Sport

Flyeralarm Admira hat sich gestern Abend mit einem Auswärtssieg gegen Cashpoint Altach vom Tabellenende der tipico-Bundesliga verabschiedet. Das Goldtor für die Südstädter erzielte Maximilian Breunig in der 63. Minute. Die Altacher ließen damit nicht nur wichtige Punkte liegen, um sich vom Abstiegsplatz zu distanzieren, sondern sind nun unmittelbar in den Kampf um den Klassenerhalt verwickelt. Das Team aus dem „Ländle“ trennen drei, die Admiraner zwei Zähler vom neuen Schlusslicht spusu St. Pölten.

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In der deutschen Bundesliga ist gestern in der 30. Runde die erste Entscheidung gefallen. Der FC Schalke 04 ist nach 1981, 1983 und 1988 zum vierten Mal in seiner Geschichte abgestiegen. Der abgeschlagene Traditionsclub musste sich bei Arminia Bielefeld mit 0:1 geschlagen geben und steht damit als Absteiger fest. Der FC Bayern München steht dank eines 2:0-Sieges über Bayer Leverkusen und Schützenhilfe aus Köln als neuerlicher Meister so gut wie fest.

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Österreichs Handball-Nationalteam der Damen hat erstmals seit 2009 die WM-Qualifikation geschafft. Die ÖHB-Truppe von Trainer Herbert Müller feierte gestern im Play-off-Rückspiel gegen Polen in Marki einen überraschenden 29:26 (15:11)-Erfolg (daheim 29:29) und hat sich damit gegen den Favoriten mit dem Gesamtscore von 58:55 durchgesetzt. Die WM 2021 geht von 2. bis 19. Dezember in Spanien in Szene.

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EU

Die EU-Kommission will die Anwendung von künstlicher Intelligenz (KI) regulieren. In einigen wenigen Bereichen soll die Verwendung von KI grundsätzlich verboten werden, wie aus einem Gesetzesentwurf der Brüsseler Behörde hervorgeht, welcher der Nachrichtenagentur AFP vorlag.

Andere Anwendungen sollen als „risikoreich“ eingestuft werden und brauchten demnach eine spezielle Zulassung. Laut dem Gesetzesentwurf, der heute vorgestellt werden soll, könnten etwa Möglichkeiten der „generalisierten Überwachung“ der Bevölkerung mit künstlicher Intelligenz verboten werden.

Keine Zulassung für „soziale Bewertung“

Auch Instrumente „zur Manipulation des Verhaltens, der Meinungen oder der Entscheidungen“ der Bürgerinnen und Bürger sowie Systeme zur „sozialen Bewertung“ von Menschen aufgrund ihres Verhaltens oder ihrer Persönlichkeit wären nicht zugelassen.

Als „risikoreich“ könnten dem Gesetzesentwurf zufolge die „biometrische Fernidentifizierung von Personen an öffentlichen Orten“ und „Sicherheitselemente in kritischen öffentlichen Infrastrukturen“ eingestuft werden. Für Instrumente der Gesichtserkennung in Videoüberwachungssystemen wären also Bewertung und Zulassung durch eine Kontrollbehörde nötig, bevor ein entsprechendes Produkt auf den Markt gebracht werden kann.

Ausnahmen für öffentliche Sicherheit

Ausnahmen sind für Fälle vorgesehen, in denen der entsprechende KI-Einsatz dem Schutz der öffentlichen Sicherheit dient. Die militärische Anwendung von KI decken die Vorschriften grundsätzlich nicht ab.

Eine zweite Risikokategorie umfasst beispielsweise Priorisierungssysteme in Notaufnahmen, Instrumente für die Personalsuche und zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit. In diesen Fällen soll der jeweilige Anbieter die Regelkonformität seines Produkts garantieren. Für alle weiteren Anwendungen künstlicher Intelligenz sollen keine Anforderungen gelten, die über die üblichen Regeln zur Produktsicherheit hinausgehen.

Die EU-Kommission will nach eigenen Angaben einen klaren Rechtsrahmen für den Einsatz von KI schaffen, der auch die Innovation in diesem Bereich fördern soll. Als Vorreiter gelten hier bisher die USA und China.

IT

Apple wird künftig auch Desktop-Computer mit eigenen Chips anbieten. Der gestern vorgestellte neue iMac wird Apples M1-Chip verwenden, der auch schon in den im Vorjahr vorgestellten MacBooks verbaut ist. Damit entfernt sich der Konzern weiter von Chiphersteller Intel.

Das Gerät ist nur 11,5 Millimeter dick – dünner als viele Monitore ohne einen Computer im Inneren. Angekündigt wurden auch neue iPads: Diese setzen jetzt ebenfalls auf den stärkeren Apple-Chip M1.

Zu den kurioseren Gegenständen der Apple-Präsentation zählen unterdessen die bereits im Vorfeld erwarteten AirTags: kleine Plättchen, die an Gegenständen angebracht werden können. Diese können dann mit dem Handy leicht wiedergefunden werden.

Wirtschaft

Die Preise für Rohstoffe wie Stahl und Holz ziehen derzeit stark an. Für die Vorarlberger Bauwirtschaft, die traditionell auf Holz setzt, wird die Lage immer prekärer. Durch den Mangel an Bauhölzern können Fertigstellungstermine nicht mehr gehalten werden, das Bauen verteuert sich weiter.

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Der deutsche Onlinemodehändler Zalando wächst stärker und ist profitabler, als ihm Analystinnen und Analysten zugetraut haben. Der Umsatz sei im ersten Quartal um 46 bis 48 Prozent auf 3,13 Milliarden Euro gewachsen, teilte das Unternehmen gestern in Berlin mit. Vom Unternehmen selbst befragte Analysten hatten im Schnitt mit gut 45 Prozent Zuwachs gerechnet.

Deutlich höher als gedacht fiel der operative Gewinn aus: Zalando bezifferte das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) nach vorläufigen Zahlen auf 80 bis 100 Millionen Euro, die Finanzexperten hätten nur mit 41 Millionen gerechnet. Vor einem Jahr hatte Zalando im gleichen Zeitraum noch fast 100 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet.

Das Unternehmen erklärte die positive Überraschung mit einem besser als erwartet ausgefallenen Start in die Frühjahrssaison und einer unerwartet niedrigen Rücksendequote. Die europäische Nummer eins wandelt sich gerade von einem reinen Onlinehändler zu einem Plattformanbieter. Über diese können andere Händler, Modemarken oder Geschäfte ihre Waren verkaufen und dafür wie auch für Logistikdienstleistungen Provisionen an Zalando zahlen. Die Strategie zahle sich bereits aus, sagte Finanzchef David Schröder.

Kultur

Für den heutigen fünften Todestag rechnet Paisley Park, Princes ehemaliger Wohn- und Arbeitsplatz bei Minneapolis, mit einem Strom an Besuchern, der einer Pilgerfahrt gleichkommen dürfte. Im inzwischen als Museum genutzten Bau können Fans von der Musiklegende noch einmal Abschied nehmen. Draußen vor dem Eingang ist Platz für Blumen und Erinnerungsstücke. Drinnen im lichtdurchfluteten Atrium wird die Asche des Sängers, der vor fünf Jahren starb, ausgestellt.

Paisley Park
APA/AFP/Craig Lassig

Paisley Park war schon zu Princes Lebzeiten legendär. Im rund 6.000 Quadratmeter großen Komplex versammelte der als Prince Roger Nelson geborene Musiker seine Habseligkeiten, Auszeichnungen, Kostüme und Instrumente und nutzte ihn als Arbeitsort mit mehreren Aufnahmestudios, Bühnen und Videoproduktionsräumen.

Jahrelanger Rechtsstreit

Prince war neben seiner Musik für exzentrische Auftritte und seine jahrelangen Rechtsstreitigkeiten mit dem Plattenlabel Warner Brothers bekannt. In deren Verlauf verlor er die Rechte an seinem Künstlernamen und firmierte zwischenzeitlich als „The Artist Who Was Formerly Known as Prince“.

Paisley Park war auch der Ort, an dem Prince starb. Am 21. April 2016 wurde er im Aufzug des heutigen Museums leblos aufgefunden und kurz darauf für tot erklärt. Als Todesursache wurde eine Überdosis Schmerzmittel festgestellt, auch wenn die genauen Umstände immer noch nicht geklärt sind. Prince wurde 57 Jahre alt.

Der US-amerikanische Komponist Jim Steinman, der Hits für Musiker wie Meat Loaf, Celine Dion und Bonnie Tyler geschrieben hat, ist tot. Die Gerichtsmedizin im US-Staat Connecticut bestätigte gestern den Tod, wie US-Medien übereinstimmend berichteten. Den Berichten zufolge war Steinman tags zuvor im Alter von 73 Jahren gestorben. Die Todesursache ist noch nicht öffentlich bekannt.

Der amerikanische Rockkomponist Jim Steinman.
AP//Evan Agostini

Steinman war durch die Zusammenarbeit mit Meat Loaf berühmt geworden, ehe er mit Barbra Streisand, Barry Manilow, Bonnie Tyler, Celine Dion oder den Sisters Of Mercy arbeitete.

Musik für „Tanz der Vampire“

Bei den Proben zu dem Musical „More Than You Deserve“ war der Texter, Komponist und Musikproduzent Steinman Anfang der 1970er Jahre auf Meat Loaf getroffen. Gemeinsam produzierten sie das Hitalbum „Bat Out Of Hell“ (1977), das sich millionenfach verkaufte.

1997 holte Steinman eine Grammy-Trophäe für seine Mitarbeit an dem Album „Falling into You“ von Celine Dion. Im selben Jahr feierte das Musical „Tanz der Vampire“ Premiere. Die rockig-opernhafte Musik zu dem nach Roman Polanskis gleichnamigem Film entstandenen Musical stammte von Steinman.

Er arbeite auch mit Andrew Lloyd Webber an dem Musical „Whistle Down the Wind“. Mit Meat Loaf brachte der Kultkomponist zuletzt das gemeinsame Album „Braver Than We Are“ (2016) heraus.

Der deutsche Schauspieler Willi Herren ist tot. Eine Sprecherin der Kölner Polizei bestätigte Informationen der „Bild“-Zeitung, wonach der 45-Jährige gestern tot in seiner Wohnung in Köln gefunden worden sei. Es sei ein Verfahren zur Ermittlung der Todesursache eingeleitet worden.

Der deutsche Schauspieler Willi Herren
picturedesk.com/dpa/Horst Galuschka

Herren galt als skandalumwittert. Er räumte öffentlich jahrelangen Drogenkonsum ein und geriet wiederholt ins Visier der Polizei, unter anderem wegen Verkehrsdelikten und Trunkenheit am Steuer. Bekannt geworden war Herren als Schauspieler in der ARD-Serie „Lindenstraße“, wo er die Figur des Oliver Klatt verkörperte.

Herren verlegte sich zuletzt auf die Teilnahme an Formaten wie „Promi Big Brother“, wo er 2017 auf Platz drei landete. Zu Wochenbeginn war er auf Sat.1 in einer Ausgabe von „Promis unter Palmen“ zu sehen, wo er zu den Teilnehmern der aktuellen Staffel zählte. Außerdem trat er immer wieder auf Mallorca am Ballermann als Sänger auf und veröffentlichte auch eine Reihe von Liedern.

Science

Sein Werdegang war ein verschlungener Pfad: Rudolf Burger begann seine Karriere als Festkörperphysiker, dann wurde er zum Wissenschaftssoziologen – und schließlich zum streitbaren Philosophen. Am 19. April ist Burger im Alter von 82 Jahren verstorben.

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Das Naturhistorische Museum Wien (NHM) macht viele seiner Museumsobjekte online als 3-D-Modelle verfügbar. Ab sofort können die ersten 20 Modelle auf der Plattform „Sketchfab“ von allen Seiten betrachtet werden.

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