Ausland

Bei der ersten Abstimmung für die Wahl eines neuen Präsidenten in Rom ist es heute zu keinem Ergebnis gekommen. Kein Kandidat erreichte die Zweidrittelmehrheit von 673 Stimmen. Gewählt wird ein Nachfolger für Sergio Mattarella, dessen siebenjährige Amtszeit am 3. Februar zu Ende geht.

Viele Wahlberechtigte hatten vor dem ersten Wahlgang angekündigt, einen leeren und damit ungültigen Stimmzettel abgeben zu wollen. Die Parteien verhandeln noch, um einen gemeinsamen Kandidaten zu finden. Ab dem vierten Wahlgang reicht eine absolute Mehrheit aus.

Für Wahlleute, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden oder sich in Quarantäne befinden, wurde ein eigenes Wahllokal auf dem Parkplatz des Parlaments eingerichtet.

Morgen ist ein weiterer Wahlgang geplant, es wird jedoch auch da nicht mit einem Ergebnis gerechnet. An der Wahl des Staatschefs nahmen in Rom insgesamt 1.009 Wahlmänner und -frauen teil.

In Burkina Faso hat offenbar das Militär die Macht übernommen. Uniformierte verkündeten heute im Fernsehen, dass die Regierung abgesetzt und das Parlament aufgelöst worden sei. Der Verbleib von Präsident Roch Marc Christian Kabore ist nach einer Meuterei weiter unklar, die Lage in dem afrikanischen Land unübersichtlich.

Lesen Sie mehr …

Die Taliban werten die ersten offiziellen Gespräche in Europa mit Vertreterinnen und Vertretern westlicher Staaten in Oslo als Erfolg. Alleine „die Tatsache, dass wir nach Norwegen gekommen sind“, sei ein Gewinn für ihre Regierung in Afghanistan, sagte der Anführer der Taliban-Delegation, Außenminister Amir Chan Muttaki, heute.

Gesprächsrunde mit der Taliban in Oslo, Norwegen
AP/NTB/Stian Lysberg Solum

Zuvor hatten die Islamisten Vertreter der USA, Frankreichs, Großbritanniens, Deutschlands, Italiens, Norwegens und der EU getroffen. Aktivisten kritisierten die Gespräche in Oslo.

Muttaki zuversichtlich zu Hilfen für Afghanistan

„Wir haben uns die Bühne mit der Welt geteilt“, sagte Muttaki weiter. „Wegen dieser Treffen werden wir mit Sicherheit Unterstützung in den Bereichen humanitäre Hilfe, Gesundheit und Bildung in Afghanistan erhalten.“

Im Mittelpunkt der Gespräche, die hinter verschlossenen Türen stattfanden, standen die Menschenrechtslage sowie die humanitäre Krise in Afghanistan. Seit der Machtübernahme der Taliban im August spitzte sich die humanitäre Notlage stark zu. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind in dem Land Millionen Menschen von Hunger bedroht.

Gespräche bedeuten „keine Legitimation“

Bisher hat kein Land die Taliban-Regierung offiziell anerkannt. Auch die Gespräche in Oslo bedeuteten „keine Legitimation oder Anerkennung der Taliban“, betonte Norwegens Außenministerin Anniken Huitfeldt vor Beginn des Treffens. Aber „wir dürfen nicht zulassen, dass die politische Situation in eine noch schlimmere humanitäre Katastrophe mündet“.

Am Rande der Atomverhandlungen mit dem Iran in Wien drängen zwei Männer mittels Hungerstreiks auf die Freilassung von westlichen Langzeitgefangenen in der islamischen Republik. Nun verweigert aber auch ein im Iran inhaftierter österreichisch-iranischer Doppelstaatsbürger die Nahrungsaufnahme, wie „Die Presse“ in ihrer Dienstag-Ausgabe berichtet. Kamran Ghaderi (58) wolle damit ebenfalls seine Freilassung forcieren.

Das gab seine Frau, Harika, die in Wien mit drei Kindern auf ihn wartet, gegenüber der „Presse“ bekannt. „Er protestiert dagegen, unschuldig im Evin-Gefängnis zu sein. Und er verlangt, dass die Freilassung aller EU-Doppelstaatsbürger, die im Iran als Geiseln gehalten werden, zur Bedingung für eine Fortführung der Verhandlungen über das Atomabkommen mit dem Iran gemacht wird“, erklärte sie.

Haft und Urteil

Ghaderi sitzt im Teheraner Evin-Gefängnis in einer Gemeinschaftszelle mit Massoud Mossaheb, dem Generalsekretär der Österreichisch-Iranischen Gesellschaft, und anderen Ausländern. Die Belegung variiert zwischen zwölf und 16 Personen. Am 2. Jänner 2016 war der österreichisch-iranische IT-Manager auf dem Flughafen in Teheran verhaftet worden. Nach zwei als erzwungen angegebenen Geständnissen verurteilte ihn ein Gericht wegen angeblicher Spionage zu zehn Jahren Haft.

Am Rande der Verhandlungen in Wien wollten die beiden Amerikaner Barry Rosen und Nizar Zakka sowie einige iranische Aktivisten mit einem Hungerstreik die Freilassung westlicher Gefangener erzwingen. Rosen war als junger US-Diplomat während der iranischen Geiselkrise von 1979 bis 1981 mit Dutzenden anderen amerikanischen Botschaftsangehörigen in Haft. Der US-Libanese Zakka wurde 2015 wegen angeblicher Spionage im Iran festgenommen und kam nach fast vier Jahren frei. Rosen beendete seinen Hungerstreik laut „Presse“ inzwischen.

Fast zwei Jahre nach der Tötung des Afroamerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in den USA hat heute ein Prozess gegen drei beteiligte Ex-Polizisten begonnen. Vor einem Bundesgericht in Saint Paul im Bundesstaat Minnesota wird ihnen unterlassene Hilfeleistung und die Verletzung von Floyds verfassungsmäßigen Rechten vorgeworfen. Bei einer Verurteilung könnten den früheren Beamten Haftstrafen drohen.

Staatsanwältin Samantha Trepel sagte US-Medienberichten zufolge in ihrem Eröffnungsplädoyer, die Beamten hätten „immer wieder eine bewusste Entscheidung“ getroffen, nicht zu handeln. „Sie haben sich dafür entschieden, George Floyd, dem sie Handschellen angelegt hatten, nicht zu beschützen“, sagte Trepel der örtlichen Zeitung „Star Tribune“ zufolge. Ein Verteidiger erklärte demnach, der Vorfall stelle zwar eine „Tragödie“ dar, aber „eine Tragödie ist kein Verbrechen“.

Der Tod des Afroamerikaners Floyd am 25. Mai 2020 bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hatte in den USA Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst. Videos dokumentieren, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden drückten.

US-Aktivisten erhoffen sich von dem Verfahren ein Signal, dass Polizeigewalt nicht nur für Täter Folgen haben muss, sondern auch für jene Polizisten, die nicht einschreiten, um ihre Kollegen zu stoppen.

In einem separaten Prozess nach dem Recht des Bundesstaats Minnesota müssen sich die drei auch wegen Beihilfe zum Mord und zum Totschlag zweiten Grades verantworten. Der Prozess war für August 2021 geplant, wurde dann aber auf 2022 verschoben.

Der Iran hat einen Teil seiner Schulden bei den Vereinten Nationen bezahlt und damit sein Stimmrecht in der UNO-Generalversammlung zurückerlangt. Die Führung in Teheran überwies nach UNO-Angaben mehr als 16,1 Millionen Euro ans Hauptquartier in New York.

Nach UNO-Regularien wird jenen Staaten das Recht auf Mitbestimmung entzogen, deren Schulden mindestens der Höhe ihrer Mitgliedsbeiträge der vergangenen zwei Jahre entsprechen – so geschehen etwa im Falle Venezuelas und weiterer kleinerer Staaten Mitte diesen Monats. Venezuelas Stimmrecht ist weiterhin ausgesetzt.

COV Inland

Die Omikron-Welle steuert auch in Wien auf ihren Höhepunkt zu. Nur mehr in 32 Prozent der positiven CoV-Fälle kann die Infektionsquelle geklärt werden. In anderen Bundesländern bereitet man sich schon darauf vor, das Contact-Tracing komplett einzustellen. Wien will aber noch nicht aufgeben.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Im Vorfeld des Nightrace in Schladming (Steiermark) führt die Polizei verstärkt CoV-Kontrollen durch. In Schladminger Bars sowie bei deren Betreibern zu Hause wurden vergangene Woche rund ein Dutzend gefälschte Impfpässe entdeckt. Wie die Landespolizeidirektion Steiermark gestern bekanntgab, werden Ermittlungen gegen neun Verdächtige geführt.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 1.971,2 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Tirol hat mit 2.796,5 den höchsten Wert, gefolgt von Salzburg mit 2.638,1. Am niedrigsten ist die 7-Tage-Inzidenz in der Steiermark (1.419,4) und im Burgenland (1.420,9).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weitere Fragen in ORF.at/corona

Ministerien melden 25.610 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 25.610 neu registrierte CoV-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

14.000 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 1.200 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 187 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten/morgenmeldung

COV Ausland

Gegen den britischen Premierminister Boris Johnson werden in einem Medienbericht neue Vorwürfe der Missachtung der CoV-Lockdown-Regeln erhoben. Johnson habe im Juni 2020 seinen Geburtstag gefeiert, obwohl Kontakte in geschlossenen Räumen verboten gewesen seien, berichtete der Sender ITV News gestern.

Der Sender zitierte aus einem Antwortschreiben des Büros des Regierungschefs, nach dem einige Mitarbeiter im Kabinettsraum zusammengekommen seien, um Johnson zum Geburtstag zu gratulieren. „Er hat sich dort weniger als zehn Minuten aufgehalten“, heißt es demnach in dem Schreiben. Der Nachrichtenchef von ITV teilte mit, an der Geburtstagsparty hätten rund 30 Gäste teilgenommen, Johnsons Frau Carrie habe ihn mit einem Kuchen überrascht.

Johnson entschuldigte sich zuletzt wiederholt für diverse Partys und mögliche Fehleinschätzungen – auch bei Königin Elizabeth. Die jüngsten Enthüllungen ließen die Zustimmungswerte für Johnson, der seit Wochen wegen diverser Skandale angeschlagen ist, und auch für seine konservative Partei einbrechen. Eine parteiinterne Revolte konnte Johnson vergangene Woche abwehren.

In Deutschland halten Bund und Länder an den bisherigen Schutzmaßnahmen in der Pandemie fest. Beide Seiten seien „zu dem Ergebnis gekommen, dass im Kern alles für die nächsten Wochen so bleiben soll, wie es jetzt aktuell ist“, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) gestern nach Beratungen der Länderregierungschefs mit dem deutschen Kanzler Olaf Scholz (SPD). „Also keine Verschärfungen, aber auch keine Lockerungen.“

Angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen sollen aber die begrenzten Kapazitäten für PCR-Tests erhöht werden. Dazu müssten alle Anstrengungen unternommen werden, heißt es im Beschluss. Zugleich wurde festgehalten, dass es bei auftretenden Engpässen unabdingbar sei, Priorisierungen vorzunehmen.

Scholz hatte schon zuvor betont, es brauche keine Kurskorrektur. „Es ist jedenfalls sicher nicht angebracht, mitten in der Omikron-Welle auf breiter Front die Regeln zu lockern“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. Die seit November eingeführten Regeln hätten dazu geführt, dass die Welle Deutschland später erreicht habe als europäische Nachbarn.

Impfziel wird nicht rechtzeitig erreicht

Er verwies etwa auf die 2-G-Plus-Regel für Restaurants – also, dass beim Zugang nur für Geimpfte und Genesene auch diese einen negativen Test oder den Nachweis einer Boosterimpfung brauchen. In Verkehrsmitteln und Firmen gilt ein 3-G-Zugang auch für Getestete.

Das Ziel von 30 Millionen Impfungen zwischen Weihnachten und Ende Jänner sei nicht mehr zu halten, räumte Scholz ein. „Man muss realistisch sein, das werden wir nicht mehr zielgerecht erreichen an dem Tag, wo ich mir das wünschen würde“, sagte er.

Inland

Die Werte- und Integrationskurse für Flüchtlinge werden um ein Antisemitismus-Modul erweitert. Die entsprechende Initiative wurde gestern von Integrationsministerin Susanne Raab, Kanzleramtsministerin Karoline Edtstadler (beide ÖVP) und dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, präsentiert. Erleichtert wurde die Aufnahme des Themas durch eine Ausweitung der zu absolvierenden Stundenzahl von acht auf 24 Stunden seit dem heurigen Jahr.

Antisemitismus-Kurs für Asylwerber

Ein Werte- und Orientierungskurs für Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte legt seinen Schwerpunkt auf die Sensibilisierung bezüglich Antisemitismus. Vorstellung war am Montag im Österreichischen Integrationsfonds im 3. Bezirk in Wien.

Zu absolvieren haben die vom Integrationsfonds (ÖIF) gestalteten Kurse anerkannte Asylwerberinnen und -werber sowie subsidiär Schutzberechtigte. Offen stehen sie auch Asylwerbern mit guten Anerkennungschancen. Seit Anfang des Jahres erstrecken sie sich über drei Tage zu je acht Stunden.

Am ersten Tag geht es unter anderem um Bildungschancen und Arbeitsmarkt, am zweiten um Kultur, Traditionen und Ehrenamt sowie eben um Antisemitismus. Tag drei bietet dann Informationen etwa zu Gleichberechtigung und Rechtsstaatlichkeit.

Raab: Antisemitismus hat keinen Platz in Österreich

In den Vordergrund gerückt wurde nun das Modul zum Thema Antisemitismus. Dass es dieses braucht, wird damit begründet, dass gemäß Studien das Phänomen unter muslimischen Jugendlichen vergleichsweise stark verbreitet sei. Zudem sei aus der täglichen Arbeit erkennbar, dass es bei Zuwanderern sowie Flüchtlingen Informations- und Sensibilisierungsbedarf bezüglich Antisemitismus gebe.

In dem neuen Modul stehen laut Raab die Auseinandersetzung mit verschiedenen Formen von Antisemitismus und die Vermittlung der Geschichte jüdischen Lebens in Österreich sowie der Verantwortung Österreichs in Zusammenhang mit dem Holocaust im Mittelpunkt. Antisemitismus, egal aus welcher Richtung er komme, habe in Österreich keinen Platz.

Keine Fortschritte hat nach Einschätzung des Seniorenrats gestern ein Gespräch mit Sozialminister Wolfgang Mückstein (Grüne) gebracht. Das Gespräch sei „zutiefst enttäuschend verlaufen“ und habe „inhaltsleer“ geendet, sagte Präsident Peter Kostelka (SPÖ) nach der Unterredung. Auch für seine ÖVP-Kollegin Ingrid Korosec war das Treffen „zutiefst enttäuschend“.

Sowohl Kostelka als auch Korosec bedauerten gegenüber der APA, dass weder in Sachen Teuerungsausgleich noch beim Thema Pflege Unterstützung vom Sozialminister gekommen sei. Die Präsidentin des ÖVP-Seniorenbundes findet es „sehr schade“, dass Mückstein „offensichtlich kein offenes Ohr für die Anliegen der älteren Generation hat“.

Konkrete Schritte bei Pflegereform gefordert

Kostelka und Korosec drängten den Minister auf konkrete Schritte zur lange angekündigten Pflegereform. Und in Sachen gestiegener Inflation forderten sie einen Teuerungsausgleich. Sowohl Kostelka als auch Korosec schlugen dazu eine Senkung der Mehrwertsteuer auf die wichtigsten Energieträger und auf wichtige Grundnahrungsmittel vor.

Zudem plädierte der Präsident des SPÖ-Pensionistenverbandes für Nachbesserungen bei der Pensionsanpassung 2022, einen „Kaufkraftsicherungs-Hunderter“ und einen „Winterzuschuss“ von 300 Euro für Pensionisten mit kleinem Einkommen.

Mückstein verweist auf bereits beschlossene Maßnahmen

Mückstein verwies dagegen auf die schon beschlossenen Maßnahmen. Bei der Pensionsanpassung habe es zur Inflationsabgeltung von 1,8 Prozent eine außertourliche Erhöhung um drei Prozent für kleine Pensionen gegeben, und die aktuell hohe Inflation werde bei der Anpassung für 2023 berücksichtigt, bekräftigte der Sozialminister in einer Stellungnahme gegenüber der APA.

Weiters gebe es einen Teuerungsausgleich für sozial Schwache über 150 Euro ab März und durch die Steuerreform komme es zu einer Erhöhung des Pensionistenabsetzbetrages, was eine Entlastung von bis zu 250 Euro pro Jahr bedeute.

Und in Sachen Pflege verwies der Minister auf laufende Gespräche mit den Ländern. Für die Ausbildungen im Pflegebereich seien 50 Millionen Euro jährlich im Budget vorgesehen. Weitere Schritte würden ausgearbeitet.

Ein geplanter Gerichtstermin zur umstrittenen Stadtstraße in Wien-Donaustadt sorgt für Aufregung. Umweltschützer zeigten sich erbost, dass das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) die Verhandlung im Rathaus abhalte. Die Stadt wies die Information als falsch zurück.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Wirtschaft

Die Lufthansa und der italienische Reedereikonzern MSC wollen die Fluggesellschaft ITA Airways übernehmen. Das Unternehmen „hat heute eine Interessenbekundung der MSC-Gruppe und der Lufthansa erhalten, um die Mehrheit an ITA Airways zu erwerben“, so die italienische Airline gestern.

Demzufolge sprechen sich Lufthansa und MSC dafür aus, dass „die italienische Regierung eine Minderheitsbeteiligung an dem Unternehmen behält“.

ITA ging aus Alitalia hervor

ITA Airways ging aus der zahlungsunfähigen Fluggesellschaft Alitalia hervor. Das Unternehmen befindet sich bisher zu 100 Prozent im Besitz des italienischen Staates. Rom stieg 2017 bei Alitalia ein, fand jedoch lange Zeit keinen Investor für die Fluggesellschaft. Durch die Pandemie verschärfte sich die wirtschaftliche Lage des Unternehmens noch.

ITA Airways zeigte sich nun „zufrieden, dass die Arbeit, die in den letzten Monaten geleistet wurde, um dem Unternehmen bessere Perspektiven zu geben, allmählich die erwarteten Ergebnisse zeigt“. Das Interesse von Lufthansa und MSC zeige, dass ITA Airways nun eine „anerkannte Fluggesellschaft“ sei. „Der Verwaltungsrat wird bei einer seiner nächsten Sitzungen die Einzelheiten des Angebots prüfen.“

Reederei bestätigt Angaben

MSC bestätigte die Angaben von ITA Airways. Die Reederei habe „gegenüber der italienischen Regierung ihr Interesse am Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung“ an der Fluggesellschaft bekundet, hieß es.

„Wir sind der potenzielle kommerzielle Partner der MSC“, bestätigte auch ein Sprecher der Lufthansa. Die Airline war schon länger als möglicher ITA-Investor gehandelt worden. Ein erster Versuch Anfang 2020 scheiterte jedoch.

Sport

Das Österreichische Olympische Comite (ÖOC) wird mit 42 Athletinnen und 64 Athleten zu den Olympischen Spielen nach Peking aufbrechen. Das gaben die Verantwortlichen rund um ÖOC-Präsident Karl Stoss gestern bekannt. Ursprünglich waren nur 104 Aktive nominiert worden, doch wenige Stunden später gab es für die zuerst nicht berücksichtigten Skifahrer Max Franz und Stefan Brennsteiner doch noch eine gute Nachricht.

Lesen Sie mehr …

Vanessa Herzog trainiert seit Jahresbeginn in Inzell für die Olympischen Spiele. Ihre gravierenden Probleme nach zwei Bandscheibenvorfällen bekam die 26-Jährige durch Neuroathletiktraining sowie konzentrierte sportliche Arbeit auf und neben dem Eis in den Griff.

Lesen Sie mehr …

Die Debatte über weitere Startplätze für Österreichs Alpine bei den Olympischen Spielen in Peking hat gestern für den Österreichischen Skiverband (ÖSV) einen guten Ausgang genommen. Die Sparte Alpinski erhielt vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vier zusätzliche Quotenplätze, Österreich bekam zwei und vergibt sie an Riesentorlauf-Spezialist Stefan Brennsteiner und Speed-Pilot Max Franz.

Lesen Sie mehr …

Chronik

Im Prozess um ein laut Anklage vom Vater vorsätzlich zu Tode geschütteltes Baby sind gestern am Wiener Landesgericht kurz vor 20.00 Uhr die Urteile gefallen. Der 32 Jahre alte Vater wurde wegen Mordes an seiner elf Wochen alten Tochter zu 17 Jahren Haft verurteilt. Die um neun Jahre jüngere Mutter, der Mord durch Unterlassung vorgeworfen worden war, wurde von den Geschworenen einstimmig im Sinne der Anklage schuldig bekannt. Sie bekam 14 Jahre Haft.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Im deutschen Heidelberg ist die Polizei wegen eines Angriffs gestern zu einem Großeinsatz ausgerückt. Auf dem Gelände der Universität gab es einen Amoklauf. Ein Einzeltäter habe heute Mittag mit einer Langwaffe mehrere Menschen in einem Hörsaal verletzt, teilte die Polizei mit. Vier Menschen wurden verletzt, eine der Verletzten – eine junge Frau – starb laut Sicherheitskreisen am Nachmittag.

Polizei in Heidelberg nach Amoklauf
APA/R.priebe

Der Täter sei inzwischen tot. Er habe mehrere Langwaffen bei sich gehabt und soll sich schließlich selbst erschossen haben. Der 18-Jährige aus Mannheim habe die beiden verwendeten Langwaffen nach bisherigen Erkenntnissen im Ausland gekauft, wie die Polizei am Abend mitteilte.

Es gebe Kaufbelege, sagte der Präsident des Mannheimer Polizeipräsidiums, Siegfried Kollmar. Zu klären sei nun, wer jemandem ohne Waffenbesitzkarte eine Waffe verkaufe. Um den Verkäufer nicht vorzuwarnen, nannten die Ermittler das Land, in dem die Waffen gekauft wurden, nicht.

Der 18 Jahre alte Amokläufer sei bisher nicht polizeilich erfasst. Er habe auch keinen Führerschein gehabt. „Das ist schon sehr außergewöhnlich, diese Sachlage“, sagte der Polizeipräsident. Weder er noch seine Angehörigen hätten Waffen besitzen dürfen.

Kündigte die Tat an

Er soll selbst Student gewesen sein. Der Mann habe nach ersten Erkenntnissen keine politischen oder religiösen Motive gehabt, hieß es in Sicherheitskreisen.

Amokläufer erschießt Studentin in Heidelberg

In einem Hörsaal der Universität Heidelberg (Deutschland) hat ein Amokläufer mehrere Menschen angeschossen. Eine junge Frau starb durch einen Kopfschuss, drei weitere wurden verletzt. Die Polizei erschoss den Amokläufer.

Kurz vor dem Amoklauf soll der Schütze seine Tat angekündigt haben. Nach Angaben der Polizei schickte er unmittelbar zuvor eine WhatsApp-Nachricht an „eine Person“. Er habe geschrieben, „dass Leute jetzt bestraft werden müssen“, sagte Kollmar. In der Nachricht habe er sich außerdem eine Seebestattung gewünscht.

„Auch das werden wir noch verifizieren müssen, auch das werden wir noch nachvollziehen müssen“, betonte Kollmar. „Wir werden sein Umfeld jetzt durchleuchten in den nächsten Tagen, mit Hochdruck.“ Die Ermittler wollen alle seine Aufenthaltsorte und Gesprächspartner der vergangenen Tage überprüfen.

Scholz kondolierte

Der deutsche Kanzler Olaf Scholz (SPD) zeigte sich tief erschüttert. „Es zerreißt mir das Herz, solch eine Nachricht zu erfahren“, sagte er in Berlin. Er sprach den Angehörigen, Opfern und Studentinnen und Studenten der Universität Heidelberg sein Beileid aus.

Das Elternhaus des chilenischen Literaturnobelpreisträgers Pablo Neruda (1904-1973) ist durch ein Feuer zerstört worden. Das Gebäude in der Stadt Temuco, in dem sich ein Museum befand, sei komplett niedergebrannt, berichtete das chilenische Fernsehen gestern.

Auch Teile der angrenzenden Schule seien beschädigt worden. „Temuco hat ein historisches Gebäude verloren“, sagte Bürgermeister Roberto Neira im Radiosender Cooperativa.

Neruda lebte als Kind und Jugendlicher von 1906 bis 1921 in dem Haus. 2016 wurde dort ein Museum eingerichtet. Neruda war einer der wichtigsten Lyriker Lateinamerikas und Senator der Kommunistischen Partei. 1971 wurde der Autor des „Canto General“ („Der große Gesang“) mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.

Auf vielen Autobahnabschnitten in Deutschland gilt keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Das nutzte ein tschechischer Millionär, um seinen Luxussportwagen zum Äußersten zu treiben. Der Bugatti schaffte 414 km/h. Ein Video der rasanten Fahrt rief aber die Polizei auf den Plan – und die Debatte über neue Regeln auf den Autobahnen ist wieder eröffnet.

Lesen Sie mehr …

Religion

Der frühere Papst Benedikt XVI. hat eine wesentliche Aussage seiner Einlassung im Münchner Missbrauchsgutachten korrigiert. Entgegen seiner bisherigen Darstellung habe er doch an einer brisanten Ordinariatssitzung teilgenommen, heißt es in einer von ihm veranlassten Stellungnahme.

Mehr dazu in religion.ORF.at

Kultur

Der legendäre US-Folkmusiker Bob Dylan hat die Rechte an all seinen Aufnahmen an den Musikriesen Sony Music Entertainment verkauft. Die Vereinbarung gelte auch für „künftige neue Veröffentlichungen“, erklärte Sony gestern. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Das Branchenmagazin „Variety“ sprach von 150 bis 200 Millionen Dollar (132 bis 176 Millionen Euro). Die Vereinbarung wurde laut Sony bereits im vergangenen Juli geschlossen, aber erst jetzt publik.

Ende 2020 hatte Dylan bereits die Rechte an seinen Kompositionen und Songtexten an den Sony-Konkurrenten Universal Music verkauft. Die Rede war damals von einem Preis von rund 300 Millionen Dollar. Die Rechte an den Songs und an den Aufnahmen der Stücke sind getrennt.

Der heute 80-jährige Dylan, der für Klassiker wie „Blowin’ In The Wind“ und „Like a Rolling Stone“ bekannt ist, arbeitet schon seit Jahrzehnten mit Sony zusammen. Der Singer-Songwriter hatte 1961 einen Vertrag mit dem später von Sony übernommenen Label Columbia Records unterzeichnet und dort sein Debütalbum „Bob Dylan“ veröffentlicht.

Um die Rechte an der Musik bekannter Künstler gibt es seit einiger Zeit einen wahren Hype. Große Musikkonzerne zahlten riesige Summen für die Kataloge von Musikern wie Bruce Springsteen, David Bowie, Stevie Nicks und Paul Simon.

Es glitzerte und funkelte auf dem Laufsteg, als das Modehaus Christian Dior gestern mit seiner Frühjahr-Sommer-Kollektion 2022 die Haute-Couture-Schauen in Paris eröffnete. Dabei sollte das Kunsthandwerk der Stickerei die Hauptrolle spielen.

Die Frühjahr-Sommer-Kollektion 2022 des Modehaus Christian Dior
APA/AFP/Christophe Archambault

Zu sehen waren 64 kunstvolle Einzelstücke, die in Hunderten Stunden Handarbeit gefertigt worden waren. Besonders auffällig bei den Kreationen: die zurückhaltende Farbpalette, die ausschließlich aus Schwarz-, Grau- und Beigetönen bestand. Umso mehr blickten die Gäste, unter denen sich auch Model und Schauspielerin Cara Delevingne befand, auf die funkelnden Stickereien.

Um die enge Verbindung zwischen Kunst und Handwerk zu zeigen, ließ Kreativdirektorin Maria Grazia Chiuri den Laufsteg mit 22 gestickten Wandteppichen des Künstlerpaares Madhvi & Manu Parekh dekorieren, die in Zusammenarbeit mit der Chanakya School of Crafts gefertigt worden waren. Die Werke des Paares können während der Haute-Couture-Woche im Garten des berühmten Pariser Musée Rodin besichtigt werden.

Gesundheit

Deutsche Forscher haben eine mögliche Ursache für mildere Krankheitsverläufe bei der Omikron-Variante des Coronavirus identifiziert. In Zellversuchen habe sich gezeigt, dass Omikron im Vergleich zur Vorgängervariante Delta besonders empfindlich gegenüber der Interferon-Antwort des Menschen sei, teilte das Uniklinikum in Frankfurt gestern mit. Interferone sind Teil des Immunsystems.

Mehr dazu in science.ORF.at

Leute

Die spanische Infantin Cristina und ihr Mann Inaki Urdangarin haben ihre Trennung bekanntgegeben. „In gegenseitigem Einverständnis haben wir entschieden, unsere eheliche Beziehung zu unterbrechen“, erklärten die Infantin und ihr Mann gestern.

Infantin Cristina und Inaki Urdangarin
APA/AFP/Jaime Reina

Ob eine Scheidung folgen werde, ist noch unklar. Urdangarin war vor einigen Tagen händchenhaltend mit einer anderen Frau fotografiert worden.

Urdangarin verbüßt seit 2018 eine fast sechsjährige Haftstrafe wegen Betrugs. Seit 2019 hat er regelmäßig Freigang. Vergangene Woche veröffentlichte eine Zeitschrift Aufnahmen des 54-Jährigen mit einer Frau, die später als Mitarbeiterin seiner Anwaltskanzlei identifiziert wurde. Angesprochen auf die Fotos sprach Urdangarin von familiären „Schwierigkeiten“.

Infantin Cristina ist die jüngere Schwester von Spaniens König Felipe und steht an sechster Stelle der Thronfolge. Mit seiner Thronbesteigung nach Abdankung seines Vaters Juan Carlos im Jahre 2014 hatte Felipe versprochen, den Ruf des spanischen Königshauses, der unter zahlreichen Skandalen gelitten hatte, wiederherzustellen. Seiner Schwester Cristina entzog er daraufhin den Titel der Herzogin von Palma.

Vom Palast auf die Anklagebank

Die Prinzessin saß gemeinsam mit ihrem Ehemann wegen der Veruntreuung öffentlicher Gelder im großen Stil auf der Anklagebank. Sie hatte stets bestritten, über die unlauteren Geschäfte ihres Mannes informiert gewesen zu sein und wurde am Ende freigesprochen. Weil sie von dem Betrug profitiert hatte, musste sie jedoch 136.950 Euro Strafe zahlen.

Die heute 56-Jährige hatte Urdangarin – damals spanischer Nationalspieler und Olympiamedaillengewinner im Handball – bei den Olympischen Spielen in Atlanta 1996 kennengelernt. 1997 folgte die Heirat.

Science

Das Weltraumteleskop „James Webb“ ist an seinem 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Ziel im All angekommen. Das Teleskop warf heute für fünf Minuten seine Triebwerke an und erreichte den zweiten „Lagrange-Punkt“ (L2), wie die US-Weltraumbehörde (NASA) gestern mitteilte.

„Webb, willkommen zu Hause“, sagte NASA-Chef Bill Nelson. „Wir sind der Entdeckung der Geheimnisse des Universums einen Schritt nähergekommen. Ich kann es kaum erwarten, im Sommer Webbs erste neue Aufnahmen des Universums zu sehen.“

Das „James Webb“-Teleskop soll die Frühzeit des Universums vor 13 Milliarden Jahren und damit nur wenige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall erforschen. Astronominnen und Astronomen versprechen sich Rückschlüsse auf die Bildung der ersten Sterne und Galaxien.

Eine Ariane-5-Rakete hatte das Teleskop im Dezember vom Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guyana aus ins All gebracht. Das nach einem ehemaligen Direktor der US-Raumfahrtbehörde benannte Teleskop wurde gemeinsam von der NASA, der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der Kanadischen Weltraumagentur (CSA) entwickelt.