Ukraine-Krieg

Die russische Generalstaatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben wegen der mutmaßlichen Sabotage an den Pipelines „Nord Stream 1“ und „Nord Stream 2“ ein Verfahren wegen internationalen Terrorismus eingeleitet. „Nicht später als am 26.09.2022 wurden im Bereich der Insel Bornholm vorsätzliche Handlungen zur Beschädigung der auf dem Ostseeboden verlegten Gasleitungen ‚Nord Stream 1‘ und ‚Nord Stream 2‘ verübt“, teilte die russische Generalstaatsanwaltschaft heute auf ihrem Telegram-Kanal mit.

Moskau begründete den Schritt damit, dass mit der Beschädigung der Pipelines „Russland erheblicher wirtschaftlicher Schaden zugefügt“ worden sei. Gasprom hat bis Ende August durch die Pipeline „Nord Stream 1“ Gas nach Europa gepumpt, diese Lieferungen dann aber unter Verweis auf technische Probleme, die sich wegen Sanktionen angeblich nicht lösen ließen, eingestellt. Die Bundesregierung nannte die Begründung vorgeschoben und vermutete politische Beweggründe hinter dem Lieferstopp.

„Nord Stream 2“ war ebenfalls mit russischem Gas befüllt. Moskau hat die Pipeline in den vergangenen Monaten immer wieder als möglichen Ersatz für „Nord Stream 1“ angeboten, allerdings wurde die Leitung von Deutschland nicht zertifiziert. Seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine gilt eine Inbetriebnahme als ausgeschlossen.

Die USA haben der Ukraine weitere 1,1 Milliarden Dollar (rund 1,1 Mrd. Euro) an Militärhilfen zugesagt. Das neue Rüstungspaket umfasst unter anderem 18 Raketenwerfersysteme vom Typ HIMARS, 150 Panzerfahrzeuge vom Typ Humvee, 150 Fahrzeuge zum Transport von Waffen sowie Radargeräte und Anti-Drohnen-Systeme, wie das US-Verteidigungsministerium heute mitteilte.

Die Lieferung der Güter dürfte erst in einigen Monaten erfolgen – sie stammen nicht aus US-Armeebeständen, sondern werden bei der Rüstungsindustrie neu bestellt. Das Pentagon erklärte, die neue Zusage unterstreiche die Entschlossenheit der US-Regierung, „die Ukraine langfristig zu unterstützen“.

Insgesamt 16,2 Milliarden Dollar

Die Zusage erfolgt inmitten militärischer Erfolge der Ukraine im Kampf gegen Russland, aber auch kurz nach der Teilmobilisierung Russlands durch Präsident Wladimir Putin, die eine weitere Eskalationsstufe des Angriffskriegs bedeutet.

Mit dem neuen Paket steigt der Umfang der US-Militärhilfe für die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen das Land am 24. Februar auf 16,2 Milliarden Dollar.

Im ostukrainischen Gebiet Donezk droht den russischen Truppen offenbar eine Einschließung durch die ukrainische Armee. Russische Kriegsreporter berichteten heute von erfolgreichen ukrainischen Vorstößen nordöstlich und östlich der Kleinstadt Lyman.

Sollte die Siedlung Torske zurückerobert werden, droht den Russen eine Abschneidung der Verbindungswege von Lyman nach Kreminna und Swatowe im Luhansker Gebiet. Die Straßen stehen bereits unter Beschuss durch die ukrainische Artillerie.

Auch bei der Stadt Kupjansk im Gebiet Charkiw ist mit Kiwschariwka mindestens ein weiterer Ort auf der Ostseite des Flusses Oskil ukrainischen Angaben zufolge zurückerobert worden.

Angesichts der in Russland laufenden Teilmobilmachung haben die USA ihre Staatsbürger erneut zur Ausreise aufgefordert. Die Botschaft der Vereinigten Staaten in Moskau warnte heute, Russland könnte Menschen mit doppelter US- und russischer Staatsbürgerschaft an der Ausreise hindern und zum Militärdienst einziehen.

„US-Bürger sollten nicht nach Russland reisen und diejenigen, die in Russland wohnen oder reisen, sollten Russland unverzüglich verlassen“, hieß es in der Mitteilung weiter. Die Botschaft wies darauf hin, dass die Ausreisemöglichkeiten per Flugzeug derzeit „extrem beschränkt“ seien.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte vor einer Woche eine Teilmobilmachung seiner Armee angeordnet. Seitdem herrscht vielerorts in Russland Panik, weil Männer im ganzen Land für den Krieg gegen die Ukraine eingezogen werden. Zehntausende Russen flohen bereits ins Ausland oder haben es noch vor – deshalb sind viele Flüge ausgebucht oder extrem teuer.

Ausland

In Italien haben Frauen heute in mehreren Städten für den weiteren Zugang zu kostenlosen und sicheren Abtreibungen demonstriert. Grund sind Befürchtungen, die künftige Rechtsregierung unter Giorgia Meloni könnte den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen erschweren. Die Vorsitzende der postfaschistischen Partei Brüder Italiens (FdI – Fratelli d’Italia) hatte im Wahlkampf erklärt, sie wolle Frauen eine Alternative zur Abtreibung bieten.

Demonstranten in Rom
Reuters/Yara Nardi

Der Zugang zu Abtreibungen ist in Italien bereits jetzt oft schwierig, da zahlreiche katholische Ärzte und Ärztinnen aus Gewissensgründen eine Abtreibung ablehnen. In vielen Regionen sind es 80 bzw. 90 Prozent der Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche verweigern.

Meloni, die voraussichtlich in wenigen Wochen Regierungschefin wird, sagte auf einer Wahlkundgebung, dass sie das Abtreibungsgesetz zwar nicht ändern werde, aber klarmachen wolle, dass es „andere Möglichkeiten“ gebe.

Nach dem Tod der Iranerin Mahsa Amini nach ihrer Festnahme wegen Verstoßes gegen die islamische Kleiderordnung haben die Eltern der 22-Jährigen eine Klage eingereicht. Aminis Eltern hätten eine „Klage gegen die Urheber der Festnahme ihrer Tochter“ sowie gegen „die Polizisten, die nach ihrer Ankunft bei der Religionspolizei mit ihr gesprochen haben“, eingereicht, sagte Rechtsanwalt Saleh Nikbacht am Mittwoch.

Die Staatsanwaltschaft und der Untersuchungsrichter seien aufgefordert worden, detailliert zu prüfen, was genau vom Moment der Festnahme bis zur Verlegung Aminis ins Krankenhaus passiert sei, erklärte der Anwalt. Nikbacht verlangte von den Behörden, „alle Videos und Fotos“ zur Verfügung zu stellen, die während ihres Aufenthalts auf der Polizeiwache gemacht wurden.

Landesweite Proteste nach Tod

Der Leiter der Staatsanwaltschaft habe „versprochen, dass der Fall gründlich untersucht werde und alle unsere Anliegen berücksichtigt werden“, sagte der Anwalt. Ein von Aminis Familie ernanntes medizinisches Team solle über den Verlauf der Ermittlungen informiert werden.

Die junge Kurdin Mahsa Amini war am 13. September festgenommen worden, da sie ihr Kopftuch „unangemessen“ trug. Sie brach nach ihrer Festnahme unter ungeklärten Umständen auf der Polizeiwache zusammen und wurde drei Tage später im Krankenhaus für tot erklärt. Seitdem gehen landesweit Menschen auf die Straße, um gegen ihren Tod zu protestieren.

Österreich und die Schweiz wollen noch enger bei der Bekämpfung irregulärer Migration zusammenarbeiten. Bei einem Besuch von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) bei seiner Amtskollegin Karin Keller-Sutter in der Schweiz wurde heute ein gemeinsamer Aktionsplan beschlossen. An der gemeinsamen Grenze soll in Schwerpunktaktionen verstärkt zusammengearbeitet werden. Zudem soll Druck auf Balkan-Länder wie Serbien ausgeübt werden, die geltenden Visaregeln einzuschränken.

Vereinbart wurde die Intensivierung von gemeinsamen Streifen im grenzüberschreitenden Bahnverkehr und von gemeinsamen Schwerpunktfahndungen.

„Enger Schulterschluss“

In beiden Ländern sei die irreguläre Migration in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen, betonten die beiden Innenminister bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Nachmittag in Zürich.

Kein Land könne dieses Problem alleine angehen, daher sei der „enge Schulterschluss“ zwischen Österreich und der Schweiz nötig, so Karner und Keller-Sutter unisono. Gemeinsam soll besonders die Sekundärmigration, also das Weiterziehen in andere Länder, in Europa bekämpft werden.

Kritik an Visapolitik von Balkan-Staaten

Den Grund für die gestiegenen Asylantragszahlen sehen Karner und Keller-Sutter in der Visapolitik einiger Balkan-Staaten, insbesondere Serbiens. Personen aus Indien, Pakistan, Tunesien, Burundi und anderen Ländern könnten in Serbien visafrei mit dem Flugzeug einreisen und anschließend mit Schleppern in die EU weiterreisen, kritisierten die Innenminister.

Dabei seien die Asylgesuche praktisch aussichtslos, so Karner. In den ersten acht Monaten dieses Jahres gab es in Österreich 56.000 Asylansuchen, sagte der Innenminister und sprach von einer „fast schon dramatischen Lage“. Seit Jahresbeginn habe es bereits 32.000 negative Asylbescheide gegeben.

Auf Initiative Österreichs ist daher ein Brief an die EU-Kommission in Arbeit, in dem diese aufgefordert wird, Druck auf Serbien auszuüben, um seine Visaregeln an die des Schengen-Raums anzugleichen. Der Brief wurde bisher laut Innenministerium neben der Schweiz auch von Slowenien, Kroatien und Deutschland unterzeichnet.

Die Wahlsiegerin und Chefin der italienischen Rechtsaußenpartei Fratelli d’Italia (FdI/Brüder Italiens), Giorgia Meloni, und der Koalitionspartner und Lega-Chef Matteo Salvini sind heute in Rom zusammengetroffen, um das Wahlergebnis zu analysieren. Dabei signalisierten die beiden Parteichefs Kooperationsbereitschaft im Rahmen einer möglichen Rechtsregierung.

Das Treffen, das erste nach dem Wahlsieg der Mitte-Rechts-Parteien, habe in einer „Atmosphäre der Zusammenarbeit und der Einigkeit statt“ stattgefunden, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Parteien. „Beide Politiker haben ihre Genugtuung über das Vertrauen zum Ausdruck gebracht, das die Italiener der Koalition entgegengebracht haben, und das große Verantwortungsbewusstsein bekräftigt, das dieses Ergebnis mit sich bringt.“

Absolute Mehrheit für Rechte

Damit dementierten die beiden Parteispitzen Meinungsverschiedenheiten über die mögliche Zusammensetzung einer neuen Rechtsregierung in Rom. Im Gegensatz zur Partei Fratelli d’Italia, die die Zahl ihrer Parlamentarierinnen und Parlamentarier gegenüber den Parlamentswahlen 2018 vervierfachen konnte, musste Salvinis Lega eine kalte Dusche hinnehmen. Sie fiel gegenüber 2018 von 17 auf acht Prozent zurück und ist nun viertstärkste Partei im neuen italienischen Parlament.

Bei den Parlamentswahlen in Italien am Sonntag erhielt das Bündnis aus Fratelli d’Italia, Lega und Silvio Berlusconis Forza Italia rund 44 Prozent der Stimmen. Damit erreichte die Rechte die absolute Mehrheit sowohl in der Abgeordnetenkammer als auch im Senat. Mit 26 Prozent sind die Fratelli d’Italia stärkste Partei. Die Wahlbeteiligung lag mit knapp 64 Prozent auf dem niedrigsten Stand der Nachkriegszeit.

Wegen des Anfangsverdachts des Verstoßes gegen das Parteiengesetz sowie der Untreue hat die Berliner Staatsanwaltschaft heute unter anderem die Bundesgeschäftsstelle der rechtspopulistischen Partei Alternative für Deutschland (AfD) durchsucht. Zuvor berichtete bereits die AfD selber von der Razzia in Berlin.

Es gehe um zwei Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Vorsitzenden Jörg Meuthen sowie gegen den ehemaligen Bundesschatzmeister Klaus-Günther Fohrmann, teilte die Staatsanwaltschaft heute mit. Die Beschuldigten seien verantwortlich für Rechenschaftsberichte der AfD für die Jahre 2016, 2017 und 2018, so die Staatsanwaltschaft. Diese Berichte enthielten „mutmaßlich fehlerhafte Angaben hinsichtlich Parteispenden“.

Die Staatsanwaltschaft fand Unterlagen und Datenträger, die im Verlauf der weiter andauernden Ermittlungen ausgewertet werden sollen. Durchsucht wurden Räume an sieben Orten in Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Zahlreiche Polizisten aus Berlin und anderen deutschen Bundesländern sowie drei Staatsanwälte waren an der großangelegten Durchsuchungsaktion beteiligt.

Inland

Mit Alexander Melchior ist heute ein „alter Hase“ im ÖVP-Korruptions-U-Ausschuss den Abgeordneten Rede und Antwort gestanden. Die Auskunftsperson wurde in ihrer früheren Rolle als Generalsekretär der ÖVP befragt. Melchior zeigte sich aber in vielen Causen unwissend – Rückendeckung kam aus seiner Fraktion.

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Österreich kontrolliert ab Mitternacht die Grenzübergänge zur Slowakei. Das teilte ein Sprecher von Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) heute Früh mit. Tschechien beginnt heute aufgrund des vermehrten Schlepperaufkommens seinerseits Kontrollen zur Slowakei.

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Im Rechtsausschuss des Vorarlberger Landtags haben alle Parteien für ein neues Gesetz gestimmt, das mehr Transparenz und Kontrollmöglichkeiten bei Parteifinanzen bringen wird. Das Votum erfolgte vor dem Hintergrund jüngster Vorfälle im Land – allen voran die Affäre rund um den ÖVP-Wirtschaftsbund.

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Außenminister Alexander Schallenberg und Wirtschaftsminister Martin Kocher (beide ÖVP) haben anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen Vietnams Chefdiplomaten Bui Thanh Son heute zu Gesprächen in Wien empfangen.

Schallenberg erklärte anschließend auf Twitter, er freue sich auf seine Reise nach Vietnam nächstes Jahr. Österreich habe „großes Interesse an der Vertiefung wirtschaftlicher Beziehungen“.

Auch Kocher betonte: „Der asiatische Markt ist von großer Wichtigkeit für österreichische Unternehmen.“ Mit dem Minister habe er über die Verstärkung der Partnerschaft diskutiert.

Coronavirus

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 696,0 (Stand: heute, 14.00 Uhr).

Laut AGES wurden 14.389 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. 20.734 Menschen verstarben bisher im Zusammenhang mit dem Coronavirus. 1.320 infizierte Personen werden derzeit in einem Spital behandelt, davon 73 auf Intensivstationen. Eine Unterscheidung in Haupt- und Nebendiagnose ist mit dieser Datenquelle bundesweit nicht möglich.

Im Berichtsschema der AGES werden die Daten nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Umwelt & Klima

In Wien bekennen sich der erste Bezirk und die Stadtregierung zu weniger Verkehr in der Innenstadt. An der genauen Umsetzung wird noch gearbeitet. Die Wiener Grünen haben dafür heute ihr Konzept präsentiert. Sie wollen Begegnungszonen. Die Stadt möchte ihre Pläne im Spätherbst bekanntgeben.

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Die andauernden Hitzeperioden, die bereits den Juli geprägt hatten, haben sich im August fortgesetzt und zu einem weiteren Rückgang der österreichischen Stromproduktion aus Wasserkraft geführt. Im Vergleich zum August 2021 wurde heuer um 37 Prozent weniger Strom aus Laufwasserkraft produziert, teilte der Übertragungsnetzbetreiber Austrian Power Grid (APG) heute mit. Damit habe Österreich nur rund 77 Prozent seines Strombedarfs selbst abgedeckt, der Rest habe importiert werden müssen.

„Die klimatischen Veränderungen machen uns zunehmend in ganz Europa, aber auch in Österreich energiewirtschaftlich zu schaffen“, sagte der technische Vorstand der APG, Gerhard Christiner, laut Aussendung. Extremwetterereignisse, wie etwa die anhaltende Trockenheit im Sommer 2022, werden laut Forscherinnen und Forschern durch den Klimawandel häufiger und intensiver.

In der Vergangenheit sei Österreich regelmäßig in der Lage gewesen, auch im Sommer Strom zu exportieren. Im Jahr 2021 sei der Exportsaldo für August etwa bei 257 GWh gelegen. Durch die anhaltende Trockenheit im heurigen August habe „sich dieses Bild vollkommen“ gedreht und Österreich habe 958 GWh Stunden Strom im Ausland zukaufen müssen. Die Stromproduktion aus Windkraft sei unterdessen um 35 Prozent gestiegen, was das Minus in der Wasserkraft aber nicht ausgeglichen habe.

ZIB2

Wie konnte die Wien Energie so in Schieflage geraten? In der ZIB2 ist Michael Strebl, Geschäftsführer der Wien Energie.

Gas sprudelt weiter ins Meer

Im Westen wächst die Überzeugung, dass die Lecks an den Gaspipelines „Nord Stream 1“ und „2“ auf einen Sabotageakt zurückzuführen sind.

Die Rückkehr von Sebastian Kurz

Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist im ÖVP-Korruptions-U-Ausschuss befragt worden. Fragen zu Postenbesetzungen, OMV und Russland-Gas standen unter anderem im Mittelpunkt.

„Wir alle haben zu handeln“

Der größte Erfolg von Erin Brockovich wurde mit Julia Roberts in der Hauptrolle verfilmt. In der ZIB2 ein Interview mit der US-Umweltaktivistin.

ZIB2 mit Armin Wolf, 22.00 Uhr, ORF2

Mail an die ZIB2

Textfassung: Zeit im Bild

Wirtschaft

In Tirol landen pro Jahr circa 15.750 Tonnen genießbarer Lebensmittel im Müll. Aufgrund derzeit stark steigender Warenpreise sei die Abfallvermeidung in Gastronomie und Hotellerie eine wichtige Einsparquelle, so Fachleute. Ein neues E-Learning-Tool soll dabei helfen.

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Um die desolate Wirtschaftslage im Land zu verbessern, will der Libanon einen neuen offiziellen Wechselkurs für seine Landeswährung einführen. Das sei eine „notwendige Korrekturmaßnahme“, hieß es in einer Erklärung des Finanzministeriums heute.

Der einst im Jahr 1997 eingeführte Wechselkurs hat schon lange nichts mehr mit der Realität zu tun. Damals war ein US-Dollar (heute rund ein Euro) gut 1.500 Lira wert. Nun sollen es 15.000 Lira sein. Für die libanesische Währung Lira wird vor allem außerhalb des Landes auch die Bezeichnung Pfund verwendet.

Schwerste Wirtschafts- und Finanzkrise

Die Währung verlor im Zuge der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise in der Geschichte des Landes rund 95 Prozent ihres Werts. Im Land konkurrieren inzwischen mehrere inoffizielle Wechselkurse. Auf dem Schwarzmarkt kostet ein Dollar mitunter 38 000 Lira. Der neue offizielle Wechselkurs soll ab dem 1. November gelten.

Die Vereinheitlichung des Wechselkurses gilt als eine zentrale Forderung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Das kleine Mittelmeerland verhandelt mit dem IWF über ein Rettungsprogramm. Voraussetzung für die Bewilligung der IWF-Finanzierung sind noch weitere Reformen, unter anderem bei der Zentralbank.

Beobachter und Beobachterinnen bezweifeln jedoch, dass die Regierung willens und in der Lage ist, die geforderten Reformen umzusetzen. Drei Viertel der libanesischen Bevölkerung leben aufgrund der heftigen Wirtschaftskrise mittlerweile in Armut.

Am 1. Oktober tritt die CO2-Bepreisung in Kraft, Treibstoff kostet dann pro Liter um acht bis zehn Cent mehr. Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) rechnet damit, dass sich die Verbraucherinnen und Verbraucher daher noch vor dem Wochenende vermehrt mit Benzin und Diesel eindecken werden, teilte FVMI-Geschäftsführerin Hedwig Doloszeski mit. Dazu hatten auch bereits mehrere Autofahrerklubs aufgerufen. Fallweise könnte es zu Dieselengpässen kommen.

Die Marktlage sei derzeit angespannt, so die Geschäftsführerin. Nach einem Unfall in der Raffinerie Schwechat liegt die Auslastung derzeit nur bei etwas über 20 Prozent. Auch der niedrige Wasserstand des Rheins und Ausfälle bei der Bahnlogistik würden die Importbemühungen erschweren.

Fallweise könne es daher im österreichischen Tankstellennetz zu Lieferengpässen bei Diesel kommen. Eine weitgehend unterbrechungsfreie Marktversorgung sei zwar durch die Freigabe der 60.000 Tonnen Diesel aus der nationalen Ölreserve sichergestellt, eine Entspannung der Situation sei aber erst zu erwarten, „sobald die Reparatur in der Raffinerie Schwechat abgeschlossen ist und die Raffinerie die volle Produktion wieder aufnehmen kann“, betonte Doloszeski. Das wurde für die erste Oktoberhälfte angekündigt.

Science

Zu seinem Amtsantritt am 1. Oktober muss der neue Rektor der Universität Wien, Sebastian Schütze, gleich ein Budgetloch von rund 100 Millionen Euro stopfen. Wie der Kunsthistoriker im Interview betont, hat die Universität in Zeiten kolossaler Verunsicherung eine spezielle Verantwortung – für die jungen Menschen, aber auch für die Gesellschaft insgesamt.

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Sport

Dominic Thiem ist heute Abend beim ATP-250-Hartplatzturnier in Tel Aviv im Achtelfinale ausgeschieden. Der 29-Jährige musste sich Marin Cilic an dessen 34. Geburtstag mit 7:6 (8/6) 2:6 4:6 geschlagen geben. Es war die erste Niederlage des Niederösterreichers gegen den als Nummer zwei gesetzten Kroaten auf der ATP-Tour.

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Novak Djokovic hat sich Roger Federer als Vorbild genommen und will einen allfälligen Karriereabschied auch mit seinen größten Konkurrenten feiern. „Eine Sache, die ich mir definitiv neben meiner Familie und Freunden wünsche, ist, meine größten Rivalen und Mitstreiter da zu haben“, sagte Djokovic über sein Karriereende am Rande des ATP-250-Turniers in Tel Aviv.

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Werner Schlager ist für eine in Österreichs Sport nach wie vor historische Leistung verantwortlich und wird auch fast 20 Jahre nach seinem Weltmeistertitel im Tischtennis primär damit verbunden. Heute wurde der Niederösterreicher 50 Jahre alt. Den runden Geburtstag nutzte er, um einen kritischen Blick auf die Entwicklungen im Tischtennis zu werfen.

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Chronik

US-Behörden haben eindringlich vor den Gefahren durch den Hurrikan „Ian“ gewarnt, der auf die Küste des Bundesstaates Florida zusteuert. Der Wirbelsturm berge Lebensgefahr, auch in den Tagen, nachdem er Land erreicht habe, sagte die Leiterin der US-Katastrophenschutzbehörde FEMA, Deanne Criswell, heute.

Durch die erwarteten Sturmfluten an der Küste, Überschwemmungen im Inneren des Landes und enorme Regenfälle würden voraussichtlich weite Teile des Bundesstaates betroffen sein. Die Wassermassen seien extrem gefährlich, warnte Criswell.

24 Stunden heftige Regenfälle

Der Direktor des Nationalen Hurrikanzentrums, Ken Graham, betonte, es werde nach dem Eintreffen an Land vermutlich 24 Stunden dauern, bis der Wirbelsturm über Florida hinweggezogen sei. Das bedeute 24 Stunden lang heftige Regenfälle.

In Teilen Floridas seien in kürzester Zeit 50 bis 60 Zentimeter an Regen zu erwarten. Auch wenn der Wirbelsturm abziehe, bestehe weiter Gefahr durch Trümmer, kaputte Stromleitungen und dergleichen.

Warnung von Biden

US-Präsident Joe Biden betonte, die Bundesregierung stehe bereit, Behörden in Florida und den betroffenen Kommunen jede mögliche Hilfe zu leisten – vor dem Sturm, währenddessen und für den nötigen Aufbau danach.

Auch er mahnte, der Hurrikan sei lebensgefährlich. Biden forderte die Anwohner der betroffenen Gebiete auf, den Anweisungen der örtlichen Behörden zu folgen.

Boot vor Küste untergegangen, 23 vermisst

Nach dem Untergang eines Bootes vor der Küste Floridas suchen Rettungskräfte unterdessen nach 23 vermissten Migranten. Wie der US-Grenzschutz mitteilte, wurde der Rettungseinsatz ausgelöst, als vier Kubaner schwimmend auf der zu den Florida Keys gehörenden Insel Stock Island ankamen. Ihr Boot sei wegen schlechten Wetters gesunken, berichtete ein Grenzschutzbeamter per Twitter.

Zwei Wochen nach der Tötung von Rapper PnB Rock („Selfish“) während eines Raubüberfalls in einem Restaurant in Kalifornien hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Eine dritte Person sei noch flüchtig, teilte die Polizei heute mit. Der namentlich identifizierte Mann wurde als „bewaffnet und gefährlich“ beschrieben.

Eine Polizeisprecherin sagte nach Angaben der „Los Angeles Times“, dass ein Teenager und eine 38-jährige Frau tags zuvor im kalifornischen Lawndale festgenommen worden seien. Den Ermittlern zufolge hatten es die Täter auf den Schmuck und auf andere Wertgegenstände des Rappers abgesehen.

PnB Rock war am 12. September in Begleitung seiner Freundin in einem Restaurant in Los Angeles, wo er der 30 Jahre alte Musiker überfallen und erschossen wurde. Der Schütze habe das Opfer mit einer Waffe bedroht, Gegenstände verlangt und dann mehrere Schüsse abgegeben. Dann sei der Täter mit einem vor dem Restaurant wartenden Fahrzeug geflüchtet, hieß es.

Der Rapper, mit bürgerlichem Namen Rakim Allen, war durch Songs wie „Fleek“ und „Selfish“ bekannt geworden. Pop-Superstar Ed Sheeran spielte seine Single „Cross Me“ zusammen mit PnB Rock und Chance the Rapper ein. Erst Anfang September hatte PnB Rock seinen neuen Song „Luv Me Again“ herausgebracht.

Bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ hat heute niemand die sechs Richtigen erraten. Im Jackpot liegen zusätzlich zum ersten Rang der nächsten Runde knapp 592.000 Euro.

Die Gewinnzahlen lauten:

5 11 19 27 30 44/Zusatzzahl: 23

Die richtigen LottoPlus-Zahlen:

11 26 33 40 42 45

Die richtige Joker-Zahl:

9 1 9 8 2 1

Alle Angaben ohne Gewähr

Im Fall eines Lehrers, der an einer Wiener Mittelschule mehr als zwei Dutzend Buben im Alter von neun bis 14 Jahren missbraucht haben dürfte, spielte offenbar ein Sportverein in Wien eine wesentliche Rolle. Auch zwei mögliche Mittäter dürften dort agiert haben.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Nach dem Mord an einer 23-jährigen Rumänin in Ternberg (Oberösterreich) sind Vorwürfe gegenüber der Polizei aufgekommen. Diese habe nicht rechtmäßig reagiert. Die Landespolizeidirektion weist diese Vorwürfe zurück. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hatte zuvor eine Prüfung angekündigt.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Bei Salzburg-Süd wurde ein Autofahrer geschnappt, der mehrere Arten von Drogen konsumiert hatte. Und bei Puch erwischte die Polizei einen Oberösterreicher, der ebenfalls im Drogenrausch unterwegs war. Und: In Saalfelden hat ein 65-Jähriger laut Polizei beim Autofahren seinen Durst aus einer Weinflasche gelöscht.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Die Polizei konnte einen Raubüberfall aus dem Jahr 2008 endgültig klären. Ein damals 83-Jähriger war in Wörth an der Lafnitz in seinem Wohnhaus von zwei Männern gefesselt, geknebelt und bestohlen worden. Nun wurde der zweite Hauptverdächtige festgenommen.

Mehr dazu in steiermark.ORF.at

Medien

Die von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann angekündigte Halbierung der Textmeldungen auf ORF.at hat für Erstaunen bei Belegschaft, Publikumsräten und einzelnen Stiftungsräten gesorgt. In einer Sitzung des Publikumsrats versicherte der ORF-Chef: „Ich habe das gesamte Wohl des Unternehmens im Auge.“

In Verhandlungen müsse man aber auf andere zugehen, um etwas zu bewegen. Konkret ringt der ORF um eine Digitalnovelle. Diese sei auch für Fernsehen und Radio relevant, so Weißmann.

Weißmann glaubt nicht an Leserschwund

Die Textnachrichten auf ORF.at hätten ein etabliertes Publikum, das man verprellen könnte, wenn die Anzahl geschriebener Meldungen auf der „Blauen Seite“ zurückgehe, wurde heute von so manchem Publikumsratsmitglied eingeworfen.

Weißmann sah diese Gefahr nicht gegeben. „Ehrlicherweise sehe ich nicht, dass künftig weniger Menschen die ‚Blaue Seite‘ abrufen werden. Eher im Gegenteil“, versuchte der ORF-Chef zu argumentieren. Er möchte die reichweitenstärkste Nachrichtenseite des Landes mehr in Richtung Bewegtbild und Multimedialität entwickeln.

Die Weichen dazu seien ohnehin vor Längerem gestellt worden. „Der Weg in Richtung Multimedialität ist eingeschlagen, und den gehen wir auch konsequent weiter“, sagte Weißmann. „Wir erweitern die Mannschaft der ‚Blauen Seite‘ um ein Fünftel. Wir bauen die Redaktion aus“, so Weißmann.

VÖZ begrüßte „Angebot“ von Weißmann

Gerald Grünberger, Geschäftsführer des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ), begrüßte das von Weißmann geäußerte „Angebot“. Die Verleger wollen seit jeher, dass das Nachrichtenportal des ORF eingeschränkt werde. Ihrer Meinung nach verzerre das Textangebot den Markt. „Das Angebot Weißmanns ist jedenfalls dazu geeignet, konstruktiv in weitere Gespräche einzutreten“, so der VÖZ-Geschäftsführer.

„Der öffentlich-rechtliche Auftrag des ORF darf damit um keinen Preis ausgehöhlt werden. Wenn dem so wäre, ist eine rote Linie überschritten“, sagte Heinz Lederer, SPÖ-„Freundeskreis“-Leiter im obersten ORF-Gremium. Eine substanzielle Veränderung des ORF im digitalen Bereich gehöre geprüft. Wenn die Inhalte dagegen in gleicher Qualität in Bewegtbild transformiert würden, könne man darüber reden. „Es braucht eine inhaltliche Klarstellung“, forderte der Stiftungsrat.

Redakteurs- und Betriebsrat mit Protest

Redakteursrat und Betriebsrat von ORF.at protestierten bereits am Tag nach der Ankündigung in einem Schreiben gegen den geplanten Schritt. Die Beschneidung der meistgelesenen Nachrichtenseite des Landes berge große Risiken für die demokratiepolitische Entwicklung, hieß es.

Der Vorsitzende des ORF-Redakteursrats, Dieter Bornemann, kommentierte die Pläne in einem Ö1-Beitrag ebenfalls kritisch. Nutzer könnten sich in der Folge anderen Gratisplattformen mit politischer Agenda oder gar „Fake News“ zuwenden, so seine Befürchtung.

Gesundheit

Immer häufiger sind Kinder und Jugendliche von Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas) betroffen. Die Ursachen sind komplex und individuell, soziale Faktoren spielen eine bedeutende Rolle, wie Studien zeigen. Übergewicht habe viel mit einem „gestressten System“ zu tun, sagt Daniel Weghuber, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Salzburg, gegenüber ORF.at.

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Kultur

Die Viennale geht in der Debatte um die Umstände der Dreharbeiten von Ulrich Seidls Drama „Sparta“ in Vorlage: Das Festival wird den Film um einen von Georg Friedrich gespielten Mann, der mit seinen pädophilen Neigungen kämpft, ins heurige Programm aufnehmen. „Die Viennale ist überzeugt, dass Filmfestivals nicht zuletzt dazu da sind, Filme wie ‚Sparta‘ zu zeigen und zur Diskussion zu stellen“, heißt es in einer Aussendung der am 20. Oktober startenden Filmfestspiele.

Man nehme die Anschuldigungen bezüglich der Umstände der Dreharbeiten, bei denen laut einer „Spiegel“-Recherche Kinderrechte verletzt worden sein sollen, selbstredend ernst und begrüße die eingeleiteten Untersuchungen hierzu: „Die Aufnahme des Films ins Festivalprogramm soll daher nicht Ausdruck einer Entlastung sein. Aber ebenso wenig will die Viennale Teil einer Vorverurteilung von Regisseur oder Film sein.“

„Sparta“ sei einfach ein herausragender und reifer Film, der sein Thema äußerst sensibel behandle. Nachdem das Festival von Toronto die Weltpremiere des Werks gestrichen hatte, feierte es zuletzt in San Sebastian seine Uraufführung. Das komplette Programm der Viennale wird dann am 11. Oktober veröffentlicht.