Ukraine-Krieg

US-Präsident Joe Biden hat sich gegen eine Lieferung von Kampfjets vom Typ F-16 an die Ukraine ausgesprochen. Auf die Frage von der Presse, ob er für eine Lieferung der Kampfflugzeuge an die Ukraine sei, antwortete Biden gestern in Washington mit Nein. Die ukrainische Führung drängt ihre westlichen Verbündeten derzeit mit Nachdruck zur Lieferung von Kampfjets.

Vergangene Woche hatte Bidens stellvertretender Nationaler Sicherheitsberater Jon Finer in einem Interview eine Lieferung von F-16-Jets nicht kategorisch ausgeschlossen. Die USA würden grundsätzlich kein „spezifisches System“ ausschließen, sondern ständig prüfen, welche Waffen die Ukraine im Krieg gegen Russland brauche. Der deutsche Kanzler Olaf Scholz (SPD) hat eine Lieferung von Kampfflugzeugen an Kiew wiederholt ausgeschlossen und vor einem „ständigen Überbietungswettbewerb“ in der Debatte über Waffenlieferungen gewarnt.

Scholz und Biden hatten erst vergangene Woche nach langem Zögern der Ukraine schwere Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 und Abrams zugesagt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bat die Verbündeten seines Landes daraufhin auch um Kampfflugzeuge. Biden kündigte auch eine Reise in das an die Ukraine angrenzende Polen an, ohne aber ein konkretes Datum zu nennen.

Knapp ein Jahr nach Kriegsbeginn hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Notwendigkeit eines vollständigen Sieges seines Landes bekräftigt.

„Der russische Terror muss überall und in jeder Hinsicht verlieren, sowohl auf dem Schlachtfeld als auch insofern, als in unserem Land keine einzige Ruine übrig bleibt“, so Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache gestern. „Sodass wir alles wiederaufbauen und damit beweisen können, dass die Freiheit stärker ist.“

Wichtig seien neben Sicherheits- auch humanitäre Initiativen, betonte der ukrainische Staatschef. In der südlichen Stadt Mykolajiw sei etwa die Wiederherstellung der von russischen Truppen zerstörten Wasserversorgung besonders wichtig, sagte er mit Blick auf einen Besuch dort mit der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen wenige Stunden zuvor.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat eine Lieferung von Kampfflugzeugen an die Ukraine nicht ausgeschlossen. „Grundsätzlich ist nichts verboten“, sagte Macron gestern bei einem Besuch in Den Haag. Zugleich warnte er vor dem Risiko einer Eskalation und nannte eine Reihe von „Kriterien“, die für eine Lieferung französischer Kampfjets erfüllt werden müssten. Der deutsche Kanzler Olaf Scholz (SPD) hatte zuletzt eine Lieferung von Kampfjets durch Deutschland ausgeschlossen.

Macron sagte, zunächst müsse Kiew vor der Lieferung von Kampfjets eine offizielle „Anfrage“ stellen. Das habe die Ukraine „bisher nicht getan“. Zudem dürften die Waffen „nicht eskalierend“ sein und „keinen russischen Boden berühren, sondern ausschließlich die Abwehrfähigkeit unterstützen“. Auch dürfe jegliche Waffenlieferung „die Kapazität der französischen Streitkräfte nicht schwächen“.

„Kein Tabu“

Der niederländische Regierungschef Mark Rutte stimmte den von Macron genannten Kriterien für Kampfjetlieferungen zu. Er betonte seinerseits, es gebe „kein Tabu, aber es wäre ein großer Schritt“, wenn Kampfflugzeuge an Kiew geliefert würden. Auch die Niederlande hätten bisher keine entsprechende Anfrage aus Kiew erhalten, sagte Rutte.

Scholz hatte am Montag zum wiederholten Mal eine strikte Ablehnung von Kampfjetlieferungen an die Ukraine bekräftigt. Scholz machte klar, dass eine Debatte über Waffenlieferungen für ihn nicht auf der Tagesordnung stehe. „Es ist dazu jetzt alles gesagt, auch von mir“, sagte Scholz am Sonntag bei seinem Besuch in Chile.

Die ukrainische Führung drängt ihre westlichen Verbündeten derzeit mit Nachdruck zur Lieferung von Kampfjets. Auch den Wunsch nach Kriegsschiffen und U-Booten hat Kiew bereits geäußert.

Moskau verbietet einheimischen Ölexporteuren die Einhaltung der von westlichen und anderen Staaten verhängten Preisobergrenze für Rohöl. Die Maßnahme soll den Erlass von Präsident Wladimir Putin vom 27. Dezember unterstützen, der ab dem 1. Februar für fünf Monate die Lieferungen von Öl und Ölprodukten an Länder verbietet, die die Obergrenze umsetzen. Diese war am 5. Dezember von den G-7-Staaten, der EU und Australien vereinbart worden. Sie liegt bei 60 Dollar pro Barrel.

Norwegen will einen Teil seiner Leopard-2-Panzer „so schnell wie möglich“ an die Ukraine liefern. Es sei wichtig, „dass wir eng mit unseren Partnern zusammenarbeiten, damit diese Hilfe einen echten Unterschied für die Ukraine macht“, sagte der norwegische Verteidigungsminister Björn Arild Gram gestern der Nachrichtenagentur AFP. Wie viele seiner 36 Leopard-2-Panzer Norwegen abgeben wird, sei noch nicht festgelegt, fügte Arild hinzu.

Norwegen ist eines von mehreren europäischen Ländern, die vergangene Woche – nach grünem Licht aus Berlin – die Lieferung der Kampfpanzer zugesagt hatte.

Der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, hatte monatelang auf die Lieferung schwerer Kampfpanzer gedrungen. Norwegen und andere Länder im Besitz von Leopard-Panzern benötigen die Genehmigung des Herstellerlands Deutschland, um sie an Drittländer abzugeben.

Kiew hat Berichte über ein Vorrücken russischer Truppen nahe der Stadt Wuhledar in der ostukrainischen Donezk-Region dementiert. Der „Feind“ sei mit „Schusswaffen und Artillerie“ getroffen und zum Rückzug gezwungen worden, sagte der für die Region zuständige Militärsprecher Jewgen Jerin gestern der Nachrichtenagentur AFP.

„Wir haben unsere Stellungen nicht eingebüßt“, fügte er hinzu. Bei Angriffen auf Charkiw und Cherson am Wochenende wurden nach ukrainischen Angaben mindestens vier Menschen getötet.

Russland behauptet, Stellungen bezogen zu haben

Der prorussische Separatistenführer Denis Puschilin hatte im russischen Fernsehen verkündet, „unsere Einheiten rücken weiter in Richtung Wuhledar vor“. Demnach sollen die russischen Einheiten Stellungen im Osten der Stadt bezogen haben. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, seine Soldaten hätten „vorteilhaftere Stellungen“ in Wuhledar eingenommen und den ukrainischen Streitkräften Verluste zugefügt.

Beide Seiten hatten in der vergangenen Woche von erbitterten Kämpfen um Wuhledar berichtet. Die Bergbaustadt mit ihren einst rund 15.000 Einwohnern und Einwohnerinnen liegt etwa 150 Kilometer südlich von Bachmut, das seit Wochen heftig umkämpft ist. Auch auf die Städte Pokrowsk und Kurachowe in der Region Donezk hatten die russischen Truppen zuletzt den Druck erhöht.

Die komplette Einnahme der Region Donezk ist eines der wesentlichen Kriegsziele Russlands in der Ukraine. Die Regionen Donezk und Luhansk bilden zusammen die Region Donbas, die bereits seit 2014 von prorussischen Separatisten teilweise besetzt ist. Der Donbas ist wegen seiner Rohstoffe und Industrie von großer wirtschaftlicher Bedeutung.

Ausland

Der frühere brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat in den USA ein sechsmonatiges Visum beantragt. Das bestätigte gestern die auf Visumsfragen spezialisierte US-Anwaltskanzlei AG Immigration.

In einer E-Mail an die Nachrichtenagentur Reuters schrieb Felipe Alexandre, Bolsonaro habe den Antrag am Freitag gestellt. Er werde in den USA bleiben, während darüber entschieden werde. „Er will sich eine Auszeit nehmen, den Kopf klar bekommen, und es einige Monate lang genießen, ein Tourist in den USA zu sein“, schrieb Alexandre. Danach werde Bolsonaro über das weitere Vorgehen entscheiden. Das US-Außenministerium lehnte unter Verweis auf den Datenschutz eine Auskunft ab.

Visum verfällt

Bolsonaro war Ende Dezember zum Ablauf seiner Amtszeit nach Florida geflogen, an der Amtseinsetzung seines Nachfolgers Luiz Inacio Lula da Silva nahm er entgegen der Tradition nicht teil. Am 8. Jänner stürmten dann Hunderte Bolsonaro-Anhängerinnen und -Anhänger in Brasilia den Präsidentenpalast, das Kongressgebäude und den Sitz des obersten Gerichts. Von dem Angriff auf den Präsidentenpalast distanzierte sich Bolsonaro später. Gleichzeitig wies er jede Verantwortung dafür zurück.

US-Parlamentarier riefen Präsident Joe Biden als Reaktion auf die Gewalt in Brasilia auf, Bolsonaro sein Visum zu entziehen. Bolsonaro soll sich mit einem Diplomatenvisum in Florida aufhalten, das aber heute verfällt.

Die taiwanische Präsidentin Tsai Ing-wen hat gestern mit dem designierten tschechischen Präsidenten Petr Pavel telefoniert. Das gilt als ungewöhnlicher Schritt angesichts der fehlenden formellen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Während des 15-minütigen Telefonats hätten beide Staatsoberhäupter die gemeinsamen Werte ihrer Länder wie Freiheit, Demokratie und Menschenrechte betont, teilten beide Büros mit.

Die meisten Staaten vermeiden hochrangige öffentliche Kontakte mit Taiwan und der Präsidentin, weil sie China nicht provozieren wollen. Sowohl die USA und Deutschland als auch die EU-Staaten verfolgen eine Ein-China-Politik. Zu der Insel Taiwan, die von Peking als abtrünnige Provinz betrachtet wird, pflegen sie deshalb keine vollen diplomatischen Beziehungen.

Diplomatisches Signal, aber noch kein Regelbruch

Das Telefonat gilt in diplomatischen Kreisen als politisches Signal, aber noch nicht als Bruch dieser Regel, weil Pavel noch nicht Präsident ist. In den vergangenen Monaten hatte Peking seine militärischen Drohungen gegen Taiwan verschärft.

Pavel wird sein Amt erst Anfang März antreten und den für seine pekingfreundliche Haltung bekannten Präsidenten Milos Zeman ablösen. Zeman hatte im Jänner mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping gesprochen und dabei nach Angaben seines Büros die „persönlichen, freundschaftlichen“ Beziehungen betont.

Im Jahr 2020 besuchte der damalige Vorsitzende des tschechischen Senats, Milos Vystrcil, Taiwan und erklärte sich in einer Rede vor dem taiwanischen Parlament als Taiwaner – in Anlehnung an den verstorbenen US-Präsidenten John F. Kennedy, der sich 1963 im geteilten Berlin als Berliner bezeichnet hatte.

Bei zwei Drohnenangriffen im Osten Syriens gegen irantreue Milizen sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten insgesamt elf Menschen getötet worden. Die Angriffe nahe Deir es-Sor galten einem Konvoi der mit Teheran verbündeten Milizen, wie die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte gestern mitteilte. Sieben Fahrer und ihre Begleiter seien ums Leben gekommen, darunter auch ein Milizenführer.

Der Konvoi sollte demnach iranische Waffen aus dem Irak nach Syrien liefern. Die staatlichen syrischen Medien berichteten zunächst nicht über den Vorfall. Ein Aktivist in der Region sagte der dpa, die Milizen in dem Gebiet seien in „hoher Alarmbereitschaft“. Angesichts mehrerer Schwerverletzter werde die Zahl der Todesopfer vermutlich noch steigen, sagte er.

Wer hinter den Angriffen steckt, blieb unklar. Der Verdacht richtete sich aber auf Israel, das regelmäßig Ziele im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien angreift. Israel will verhindern, dass sein Erzfeind Iran und mit ihm verbündete Milizen wie die Hisbollah ihren militärischen Einfluss dort weiter ausbauen. Das israelische Militär kommentierte die Angriffe wie üblich nicht. Der Iran ist neben Russland im Bürgerkrieg der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.

Nach der groß angelegten Anti-Terror-Razzia gegen Mitglieder der „Reichsbürger“-Szene in mehreren Bundesländern Deutschlands, in Österreich und Italien ist der Kreis der Verdächtigen auf 55 angewachsen. Bisher war von 54 Beschuldigten die Rede. 25 davon hatten Ermittler Anfang Dezember festgenommen. Zuerst hatte das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ (Onlineausgabe) über den Anstieg berichtet.

In dem Verfahren stellten die Behörden nach dpa-Informationen bisher mehr als 420.000 Euro Bargeld sowie Edelmetalle sicher. Der „Spiegel“ hatte diesbezüglich von gut 50 Kilogramm Gold und anderen Edelmetallen berichtet.

Die deutsche Bundesanwaltschaft wirft 22 der Festgenommenen vor, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein, die das politische System in Deutschland stürzen wollte. Drei weitere Festgenommene gelten als Unterstützer. 24 der Männer und Frauen sitzen in Untersuchungshaft.

Ein in Italien festgenommener Ex-Offizier einer Bundeswehr-Spezialeinheit geht noch höchstgerichtlich gegen die Auslieferung nach Deutschland vor. Für den 9. Februar ist die Berufungsverhandlung anberaumt. Mit Ausnahme einer Russin haben alle Verdächtigen den Angaben nach die deutsche Staatsbürgerschaft.

Inland

Die Liederbuchaffäre in Niederösterreich, Korruptionsskandale im Bund – obwohl die FPÖ in nicht allzu ferner Vergangenheit mit Skandalen Schlagzeilen gemacht hat, ist es der Partei gelungen, bei der Niederösterreich-Wahl am Sonntag enorme Zuwächse für sich zu verbuchen. Für Politikwissenschaftlerin Katrin Praprotnik habe die Partei einmal mehr mit „Alleinstellungspositionen“ vor allem im Lager der unzufriedenen Wählerinnen und Wähler gepunktet, sagte sie gegenüber ORF.at.

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Der Seniorenbund ist ein Teil der ÖVP. Das hat der Parteiensenat im Kanzleramt (UPTS) heute neuerlich bestätigt. Anlass war ein Fall aus dem Jahr 2019, für den die ÖVP nun 15.000 Euro Geldbuße bezahlen soll. Die Konsequenzen könnten wegen der drohenden Rückforderung von Coronavirus-Hilfen aber deutlich weitreichender sein.

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Eingestellt wurde dagegen das Verfahren wegen der Vorarlberger Wirtschaftsbund-Inserate. Auch die SPÖ kann bezüglich ihrer Parteizentrale aufatmen.

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Schon im Vorfeld der niederösterreichischen Landtagswahl ist viel über ihre bundespolitische Relevanz spekuliert worden: Nun gibt es mit den herben Verlusten von ÖVP und SPÖ wohl bei beiden Parteien Diskussionsbedarf. Kommentatorinnen und Kommentatoren sehen vor allem bei der SPÖ die nächste Debatte über Parteichefin Pamela Rendi-Wagner aufziehen. Für die Regierung von ÖVP und Grünen brechen wohl auch schwierigere Zeiten herein.

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Nach dem schwächsten Ergebnis seit 1945 bei der Landtagswahl in Niederösterreich muss sich bei der ÖVP das Personalkarussell in Bewegung setzen. Zwei Sitze in der Landesregierung fallen weg. Am Montag soll es eine erste „tiefgreifende Analyse“ geben, heißt es von der ÖVP.

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Die ÖVP hat bei der Landtagswahl vor allem in vielen Landgemeinden schwere Verluste hinnehmen müssen. Der größte Absturz erfolgte in Yspertal (Bezirk Melk) mit minus 33 Prozentpunkten. Viele Wählerinnen und Wähler dürften aus Protest zur FPÖ gewandert sein.

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Pröll: „Selbstkritik und Demut entscheidend“

Die ÖVP hat am Wahlabend zu einer Rückholaktion der Wählerinnen und Wähler aufgerufen. Altlandeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) „glaube daran“, wie er im Interview mit noe.ORF.at betont. Eine Obfraudebatte ortet Pröll nicht.

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FPÖ: Spekulationen über Postenbesetzungen

Bei der FPÖ findet nach der Landtagswahl traditionell der „Blaue Montag“ statt. Ab Mitte der Woche werden die Gremien der Freiheitlichen zusammentreten. Aufgrund der deutlichen Zugewinne gilt es viele neue Posten zu besetzen.

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Bei einem Selbstmordanschlag in einer Moschee im Nordwesten Pakistans sind mindestens 59 Menschen in den Tod gerissen worden. Rund 150 Gläubige seien bei der Attacke gestern verletzt worden, hieß es von einem Krankenhaussprecher. Die meisten Opfer sind Polizeiangaben zufolge Polizisten. Viele Menschen wurden noch unter den Trümmern des Gebäudes vermutet.

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EU

Die EU treibt den geplanten gemeinsamen Erdgaseinkauf der Mitgliedsländer voran. Die EU-Kommission habe in der vergangenen Woche einen Vertrag mit der Erdgasbuchungsfirma Prisma geschlossen, meldete die Nachrichtenagentur Reuters gestern unter Berufung auf die Kommission.

Das Unternehmen soll die Nachfrage der einzelnen Staaten zusammentragen und dann passende Angebote einholen. Die EU hofft, mit einem gemeinsamen Einkauf niedrigere Preise erzielen zu können.

Die Türkei will unterdessen vom 14. bis zum 15. Februar einen Erdgasgipfel in Istanbul ausrichten. Dabei sollen die Exportländer mit den europäischen Abnehmerstaaten zusammengebracht werden, kündigt der türkische Energieminister Fatih Donmez an. Eingeladen würden Länder des Nahen Ostens, Anrainer des Mittelmeers und Kaspischem Meers sowie aus Zentralasien und Europa.

Im Wettbewerb um klimafreundliche Energie und Industriearbeitsplätze der Zukunft müssen in Europa laut offizieller Schätzung Hunderte Milliarden pro Jahr mehr investiert werden. Konkret beziffert die EU-Kommission den Bedarf auf 477 Milliarden Euro, die pro Jahr zusätzlich für Verkehr und Energiesysteme bereitgestellt werden müssten, im Vergleich zu dem, was bisher in diesen Bereichen ausgegeben wurde. So könnten die Klimaziele der EU eingehalten werden.

Damit das Geld fließt, sollen unter anderem Regeln für Staatshilfe weiter gelockert werden, wie aus einem Entwurf der Kommission hervorgeht, der der dpa vorliegt. So heißt es in dem Text der Kommission etwa, dass Subventionen in China im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung doppelt so hoch wie in der EU seien.

„Ära der billigen fossilen Brennstoffe vorbei“

In dem Text wird gelobt, dass auch Partner in klimafreundliche Technologien investierten. So mobilisierten die USA mit ihrem Inflation Reduction Act mehr als 360 Milliarden Dollar (rund 331 Milliarden Euro). Das Vorhaben wird in Brüssel aber auch sehr kritisch betrachtet, da es als diskriminierend angesehene Maßnahmen enthält.

So sollen bestimmte Vorteile nur Unternehmen gewährt werden, die in den USA produzieren. Um auf die Staatshilfe in anderen Ländern zu reagieren, sollen nun Beihilfen in der EU dem Entwurf zufolge künftig etwa für mehr Technologien gewährt werden dürfen, höher als bisher sein und längere Fristen bekommen.

„Die Ära der billigen fossilen Brennstoffe ist vorbei“, heißt es in dem Plan, nach dem laut Industrie bis 2030 170 Milliarden Euro in Windparks, Solaranlagen, Batterien, Wärmepumpen und Wasserstoff investiert werden müssen, damit die Industrie wettbewerbsfähig bleibt. Das Geld für die Vorhaben soll unter anderem aus bereits bestehenden Töpfen umgeschichtet oder aus privaten Quellen mobilisiert werden.

Sport

Der Österreichische Skiverband (ÖSV) schöpft wie erwartet das volle Kontingent aus und hat 24 Athletinnen und Athleten für die alpinen Ski-Weltmeisterschaften (6. bis 19. Februar) in Meribel/Courchevel nominiert. Die Quote wurde gleichberechtigt mit 12 Frauen und 12 Männern aufgeteilt, maximal 14 pro Geschlecht durften nominiert werden. Angeführt wird das Aufgebot von den drei Titelverteidigern Vincent Kriechmayr, Marco Schwarz und Katharina Liensberger sowie Manuel Feller.

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Mit zwei Siegen und einem zweiten Rang hat Johannes Lamparter das Seefeld-Triple der Kombinierer dominiert und sich auch an die Spitze des Gesamtweltcups gesetzt. Der 21-jährige Tiroler liegt sieben Bewerbe vor Schluss 101 Punkte vor dem Deutschen Julian Schmid. Beschäftigen will sich Lamparter aber erst nach der WM damit, für die sich das ÖSV-Team allmählich abzeichnet.

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Karim Onisiwo spielt schon seit sieben Jahren für den deutschen Bundesligisten FSV Mainz. Am Wochenende führte der Stürmer seine Mannschaft mit einer Galavorstellung und drei Toren zu einem 5:2-Sieg gegen den VfL Bochum. Das war dem Wiener in der höchsten Spielklasse zuvor noch nie gelungen – auch nicht in Österreich. Als Lohn gab es für den 30-Jährigen nicht nur den Matchball, sondern auch großes Lob.

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Wirtschaft

Der Internationale Währungsfonds (IWF) legt heute seine neue Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft vor. Zwar werde sich das Wachstum im Vergleich zum Jahr 2022 verlangsamen, sagte die IWF-Direktorin Kristalina Georgieva bereits vorab. Sie rechne in diesem Jahr trotz der Folgen des Krieges in der Ukraine und einer weiter hohen Inflation jedoch nicht mit einem Abrutschen der Weltwirtschaft in die Rezession.

Nach Einschätzung von Georgieva ist nun nicht mit einer wesentlichen Änderung der jüngsten Prognose vom vergangenen Oktober zu rechnen. Damals hatte der IWF für 2023 ein globales Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent erwartet. Der IWF prognostizierte noch im Herbst, dass sich 2023 für viele Menschen wie eine Rezession anfühlen werde.

Jetzt betonte Georgieva, dass sich China als Treiber der Weltwirtschaft erweisen könnte. Die Abkehr von der Null-Covid-Strategie dürfte dazu führen, dass das Land wieder eine treibende Kraft der Weltwirtschaft werde.

Chronik

Die belgische Polizei hat nach einer Messerattacke in einer Brüsseler U-Bahn–Station im EU-Viertel einen möglichen Verdächtigen festgenommen. Bei dem Angriff wurden gestern drei Personen verletzt. Eines der Opfer wurde laut Polizei lebensgefährlich verletzt, zwei weitere leicht. Zuvor war von einem Verletzten die Rede gewesen.

Absperrband und Polizisten bei einem Abgang zur U-Bahn
AP/Sylvain Plazy

Ein dpa-Reporter berichtete, dass in der U-Bahn-Station Schuman ein junger Mann von der Polizei festgesetzt wurde. Einige Minuten zuvor hatten Passanten gerufen: „Er hat ein Messer“, wie eine dpa-Reporterin hörte. Am Ort der Festnahme waren auch mehrere Polizisten mit Hunden im Einsatz, die den Bereich abschirmten. Direkt vor der Europäischen Kommission kümmerten sich Rettungskräfte um Passantinnen und Passanten.

Keine Hinweise auf Terrorismus

Eine Polizeisprecherin sagte der dpa, sie könne eine Festnahme bestätigen. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der dpa in Brüssel sagte, gebe es aber keine Hinweise auf Terrorismus.

Laut einer mit dem Fall vertrauten Quelle ist der festgenommene Verdächtige den Behörden „bereits wegen einer psychiatrischen Vorgeschichte bekannt“.

„Schnelle Festnahme“

Am Abend schrieb Brüssels Bürgermeister Philippe Close auf Twitter: „Messerangriff in der Schuman-Station“. Eine gute Zusammenarbeit der Polizei habe zu einer schnellen Festnahme geführt. EU-Ratspräsident Charles Michel dankte den Einsatzkräften und drückte den Opfern sein Mitgefühl aus.

Wie die Brüsseler Verkehrsbetriebe auf Twitter mitteilten, wurde der öffentliche Nahverkehr in dem Bereich um die Haltestelle Schumann teilweise eingestellt – wegen eines Polizeieinsatzes. Die Station Schuman liegt im Bereich vieler wichtiger EU-Institutionen.

Auf der Schneeberg-Bahnlinie im Bezirk Neunkirchen (Niederösterreich) hat gestern ein ÖBB-Triebwagen zu brennen begonnen. Laut Feuerwehr wurden keine Fahrgäste verletzt. Die Ursache ist noch unklar.

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Ein mit Holz beladener Lkw ist gestern samt Fahrer von einer Gemeindestraße in der Gemeinde Neuhaus abgekommen und in einen Wald gestürzt. Der Lenker wurde mit leichten Verletzungen aus dem steilen Gelände geborgen.

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Zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit ist beim Verschiebebahnhof in Wels (Oberösterreich) gestern eine Fliegerbombe gefunden worden. Wieder mussten Züge angehalten und die Weststrecke gesperrt werden. Wenig später konnte das Kriegsrelikt entschärft werden.

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Umwelt & Klima

Die HTL in Klagenfurt ist nicht nur nahezu energieautark, sie verschreibt sich nun auch bei der Ausbildung den Themen Umwelt und Nachhaltigkeit. Im kommenden Schuljahr gibt es den verpflichtenden Unterrichtszweig für „Green-Energy-Ingenieure“.

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Gesundheit

Profilerinnen und Profiler gibt es nicht nur in der Polizei, sondern auch in der Medizin. Während erstere individuelle Täterprofile erstellen, entwickeln zweitere maßgeschneiderte Krebstherapien, die das Leben verlängern und verbessern. Darauf weist die MedUni Wien anlässlich des Weltkrebstags am 4. Februar hin.

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Science

Delfine arbeiten in Brasilien mit Menschen aktiv bei der Fischjagd zusammen. Dabei profitieren beide voneinander, wie Forschende beobachtet und in Videos dokumentiert haben. Die seit über einem Jahrhundert bestehende Fangtradition ist jedoch gefährdet.

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Kultur

Seit gestern finden in Wien Dreharbeiten für die neue HBO-Großproduktion „The Palace“ statt – unter der Regie von Stephen Frears und mit Stars wie Kate Winslet, die bereits in Wien gesichtet worden ist. Nicht gesichert ist, ob auch Hugh Grant in Wien auftaucht.

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