Ausland

Am Internationalen Frauentag warnt UNICEF, dass eine Errungenschaft des letzten Jahrzehnts – die Verhinderung von 25 Millionen Kinderehen – durch die CoV-Pandemie ernsthaft bedroht sei. Zehn Millionen zusätzliche Kinderehen könnten bis zum Ende des Jahrzehnts geschlossen werden, so eine Analyse, die UNICEF laut Aussendung am Montag veröffentlicht. In Österreich sind laut Regierung jährlich 200 Kinder von Zwangsehe betroffen.

Lockdowns und geschlossene Schulen als großes Problem

Covid-19 hat gemäß dem UNO-Kinderhilfswerk tiefgreifende Auswirkungen auf das Leben von Mädchen. Pandemiebedingte Reisebeschränkungen und räumliche Distanz erschwerten Mädchen den Zugang zu medizinischer Versorgung, sozialen Dienstleistungen und gemeinschaftlicher Unterstützung, die sie vor Kinderehen, ungewollter Schwangerschaft und geschlechtsspezifischer Gewalt schützen.

Da die Schulen geschlossen bleiben, sei es wahrscheinlicher, dass Mädchen ihre Ausbildung abbrechen und nicht zum Unterricht zurückkehren werden. Arbeitsplatzverluste und erhöhte wirtschaftliche Unsicherheit könnten Familien auch dazu zwingen, ihre Töchter zu verheiraten, um die finanzielle Belastung zu verringern.

Zuletzt welteiter Rückgang

Weltweit wurden schätzungsweise 650 Millionen heute lebende Mädchen und Frauen im Kindesalter verheiratet, etwa die Hälfte davon in Bangladesch, Brasilien, Äthiopien, Indien und Nigeria. In den letzten zehn Jahren war der Anteil junger Frauen, die als Kinder verheiratet wurden, weltweit um 15 Prozent gesunken. Das entspricht etwa 25 Millionen Ehen, die verhindert werden konnten, so UNICEF.

Raab: 200 Mädchen in Österreich bedroht

Laut Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) gibt es in Österreich jährlich 200 von Zwangsehe gefährdete oder betroffene Mädchen und Frauen. Die Dunkelziffer dürfte laut Experten jedoch weitaus höher sein, so Raab am Freitag in einer Aussendung. Raab will das Thema Kinder- und Zwangsehen auch im Rahmen der Konferenz der UNO-Frauenstatuskommission (CWS), die von 15. bis 26. März pandemiebedingt online, statt wie üblich in New York, abgehalten wird, in den Fokus rücken. Österreich wird ab Ende März erstmal seit 25 Jahren wieder für die kommenden vier Jahre Mitglied in diesem Forum sein.

Die USA wollen dem stockenden Friedensprozess in Afghanistan mit einer UNO-Konferenz neuen Schwung verleihen. An der Konferenz sollen die Außenminister Russlands, Chinas, Pakistans, des Iran, Indiens und der USA teilnehmen, heißt es in einem gestern veröffentlichten Schreiben von US-Außenminister Antony Blinken an den afghanischen Präsidenten Ashraf Ghani. Diese Staaten hätten laut Blinken „ein gemeinsames Interesse an einem stabilen Afghanistan“.

Mit dem Vorschlag vollziehen die USA eine Kehrtwende in den Bemühungen um die Stabilisierung des Krisenlandes. Unter dem im Jänner aus dem Amt geschiedenen Präsidenten Donald Trump hatte das Land auf bilaterale Gespräche zwischen der afghanischen Regierung und den radikal-islamischen Taliban gesetzt. Trump hatte in diesem Zusammenhang einen kompletten Truppenabzug aus Afghanistan in Aussicht gestellt. Entgegen den Vereinbarungen ist es bisher aber nicht zu einer Reduktion der Gewalt im Land gekommen, weswegen auch der US-Abzug wackelt.

Blinken schlägt nun eine 90-tägige Periode zur Gewaltreduktion vor. Damit soll eine Frühjahrsoffensive der Taliban verhindert werden. Mit Blick auf die Abzugsforderungen der Taliban schrieb er weiter, dass die USA „einen vollen Abzug unserer Truppen mit 1. Mai erwägen“, sich aber alle anderen Optionen offenhielten. Zugleich rufe Washington die afghanische Regierung und die Taliban auf, ihre Gespräche rasch fortzusetzen.

Das saudi-arabische Energieministerium hat einen Angriff auf eine Ölanlage im Osten des Königreichs bestätigt. Die Anlage im Hafen von Ras Tanura sei gestern Früh bei einem Drohnenangriff getroffen worden, erklärte das Ministerium laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Spa. Später seien dann Überreste einer Rakete in der Stadt Dharhan niedergegangen. Durch die Angriffe sei aber niemand zu Schaden gekommen.

Die jemenitischen Huthi-Rebellen bekannten sich im Kurzbotschaftendienst Twitter zu den Angriffen, die ihren Angaben zufolge neben der Anlage des Energieriesen Aramco auch militärischen Zielen in der nahe Dharhan gelegenen Stadt Damman galten. Zuvor hatte die saudi-arabische Militärkoalition laut Spa die von den Rebellen kontrollierte jemenitische Hauptstadt Sanaa aus der Luft angegriffen.

Rauchwolken nach Luftangriffen über Sanaa (Jemen)
Reuters/Khaled Abdullah

Im Jemen herrscht seit 2014 ein Bürgerkrieg zwischen der von Riad unterstützten Regierung und den schiitischen Huthi-Rebellen, die vom Iran unterstützt werden. In dem Konflikt wurden Zehntausende Menschen getötet, Millionen befinden sich auf der Flucht.

Rund zehn Monate nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd beginnt heute (8.00 Uhr Ortszeit, 15.00 Uhr MEZ) in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota der Prozess gegen den weißen Ex-Polizisten Derek Chauvin.

Zunächst müssen die Geschworenen für den Prozess ausgewählt werden, wofür drei Wochen veranschlagt sind. Chauvin wird unter anderem „Mord zweiten Grades“ zur Last gelegt. Das entspricht einem Totschlag in einem besonders schwerem Fall und kann mit bis zu 40 Jahren Gefängnis bestraft werden.

Floyds auf einem Handyvideo festgehaltener Tod am 25. Mai 2020 hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt und beispiellose Proteste gegen Polizeigewalt gegen Schwarze ausgelöst. Chauvin hatte dem wegen Falschgeldvorwürfen festgenommenen 46-Jährigen rund neun Minuten lang das Knie in den Nacken gedrückt, obwohl Floyd mehr als 20-mal klagte, er bekomme keine Luft.

Nach Österreich, Frankreich und anderen europäischen Ländern verbietet auch die Schweiz muslimischen Frauen künftig die Verschleierung mit Nikab oder Burka in der Öffentlichkeit. Bei einer Volksabstimmung sprachen sich gestern rund 51 Prozent der Wählerinnen und Wähler für die Vorlage und damit gegen die Empfehlung der Regierung aus, die dagegen war. Auf lokaler Ebene gibt es solche Verbote bereits in den Kantonen St. Gallen und Tessin.

Die Stimmbeteiligung lag bei für Schweizer Volksabstimmungen hohen 51,4 Prozent. Von den 26 Kantonen stimmten die eher konservativen teils mit mehr als 60 Prozent für das Verbot, etwa das Tessin und Schwyz. Sechs Kantone lehnten das Verbot ab. Für eine Annahme ist eine Mehrheit der Wähler und Kantone erforderlich. Das Verbot muss nun in die Verfassung aufgenommen werden und gilt auf der Straße, in Restaurants und Geschäften. Nur für Gotteshäuser gibt es eine Ausnahme.

Die Schweizer und Schweizerinnen stimmen in einer Volksabstimmung für ein Verhüllungsverbot
Reuters/Arnd Wiegmann

Offiziell war in der Abstimmungsvorlage von einem Verhüllungsverbot die Rede. Auch Demonstranten dürfen ihr Gesicht künftig nicht mehr verstecken. Der Verein Egerkinger Komitee, der die Volksabstimmung mit einer Unterschriftensammlung durchsetzte, macht aber keinen Hehl daraus, dass der Vorstoß auf die muslimische Verschleierung zielte. Das „Komitee“ ist mit der nationalkonservativen Schweizerischen Volkspartei (SVP) inhaltlich und personell eng verbunden.

Raab begrüßt Votum

Der radikale Islam müsse in die Schranken verwiesen werden, sagte Anian Liebrand von der SVP, der gleichzeitig auch Geschäftsführer des Egerkinger Komitees ist, heute. Die Gegner des Verbots warfen dem Verein vor, nur Stimmung gegen Muslime machen zu wollen. Mit dem Verbot werde die Gleichberechtigung der Frauen nicht gefördert.

Frauen- und Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP) begrüßte das Abstimmungsergebnis in der Schweiz. Burka und Nikab hätten den „einzigen Zweck, die Frau durch Verhüllung verschwinden zu lassen. Sie sind ein Symbol der Unterdrückung der Frau, eine Form der kulturell bedingten Gewalt, die wir in Europa nicht haben wollen“, sagte sie in einer Stellungnahme gegenüber der APA. Es gebe „keine Alternative“ zum Verhüllungsverbot.

Klares Nein für E-ID-Gesetz

Bei der Volksabstimmung lehnten die Schweizer zudem einen von der Regierung geplanten elektronischen Personalausweis deutlich ab. Das Projekt war umstritten, weil private Unternehmen den Ausweis ausstellen sollen. Schweizer Medienberichten zufolge wurde das E-ID-Gesetz mit 64 Prozent und somit klar abgelehnt.

Zur Abstimmung stand schließlich auch ein Freihandelsabkommen mit Indonesien. Dieses wurde knapp angenommen. Damit sinken Zölle auf eine bestimmte Menge nachhaltig produzierten Palmöls. Gegner argumentierten vergeblich, das heize die Palmölproduktion an und zerstöre dadurch mehr Regenwald.

Inland

Die SPÖ wirft der ÖVP-Grünen Koialition überbordende Ausgaben für Inserate, Werbe- und Informationskampagnen vor. Rund 73 Mio. Euro seien es im Vorjahr insgesamt gewesen, hat der stellvertretende Klubchef Philip Kucher aus den Beantwortungen seiner Anfragenserie an alle Ressorts zusammengezählt. Pro Tag mussten die Steuerzahler damit circa 200.000 Euro für Werbung und PR der Regierung springen lassen. Die Regierung verwies bei Kritik schon in der Vergangenheit stets auf die besonderen Umstände der CoV-Pandemie.

Drei Jahr davor: 27 Millionen

Im Vergleich zu den 73,03 Mio. Euro 2020 gab das Kabinett Kurz/Strache 2018 in seinem letzten vollen Jahr nur 44,81 Mio. Euro aus. 2017, noch unter SPÖ-Kanzler Christian Kern, verwendete die rot-schwarze Regierung gar nur rund 27 Mio. Euro für Werbung und PR. Die höchsten Ausgaben entfielen im Pandaemiejahr 2020 mit 27,73 Mio. Euro auf das Bundeskanzleramt, so die SPÖ. 2018 hatte dieses nur 5,6 Mio. Euro ausgegeben.

Scharfe SPÖ-Kritik

Kucher erinnerte laut APA an die bis 2024 insgesamt veranschlagten 210 Mio. Euro der Regierung für Eigenwerbung und PR. „Gerade in der Corona-Krise, wo aktuell Hunderttausende Menschen um ihren Job bangen, kann es nicht sein, dass im türkisen System Geld scheinbar keine Rolle spielt“, betonte er.

Enttäuschend sei, dass dies unter grüner Regierungsbeteiligung schlimmer geworden sei. „Wir haben jetzt das Jahr der teuersten Regierungswerbung aller Zeiten“, kommentierte er.

Wegen der Coronavirus-Pandemie muss der diesjährige Weltfrauentag in Österreich zwar ohne die sonst üblichen Veranstaltungen stattfinden – erstmals ist ihm heuer aber eine Sondersitzung des Nationalrates gewidmet: Auf Antrag der Opposition wird heute im Parlament über die Auswirkungen der Coronavirus-Krise speziell auf die Frauen diskutiert.

Anstelle der Großveranstaltungen wird heuer rund um den Frauentag ein dichtes, oft virtuelles Programm geboten. Der Österreichische Frauenring begeht den 8. März mit einer Pressekonferenz und Kundgebung auf dem Johanna-Dohnal-Platz in Wien. NEOS präsentieren am Vormittag die Kampagne #choosetochallenge, und SPÖ-Bundesfrauenchefin Gabriele Heinisch-Hosek meldet sich in einer Pressekonferenz zu Wort. Am späten Nachmittag lädt die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) zur virtuellen Veranstaltung „Unter Druck – Frauen in der Krise“.

Zu Mittag wird auf Verlangen von SPÖ, FPÖ und NEOS im Nationalrat schließlich nicht nur debattiert, sondern auch die Regierung dringlich zu den „Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Frauen“ befragt. Um die Coronavirus-Pandemie geht es anschließend auch im Hauptausschuss – wo einmal mehr die (alle zehn Tage nötige, Anm.) Verlängerung der Schutzmaßnahmen ansteht. Beschlossen werden auch punktuelle Erleichterungen: In Kranken- und Kuranstalten wird mehr Besuch erlaubt, und PCR-Tests sind künftig nicht nur 48, sondern 72 Stunden gültig.

Unterschiedliche Ansätze von ÖVP und Grünen

Die Koalitionsparteien ÖVP und Grüne präsentierten am Wochenende unterschiedliche Ansätze beim Thema Frauenförderung. Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) will mit speziellen Förderungen mehr Frauen für besser bezahlte Jobs begeistern. Dafür sollen 1,3 Mio. Euro fließen. Die Grünen hingegen wollen größere Lohntransparenz in Unternehmen. Kritik kam vonseiten der SPÖ.

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Der schwarze Tiroler Arbeiterkammer-Präsident Erwin Zangerl spart wegen der Angriffe auf die Justiz bzw. die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) im Zuge der Causa Blümel nicht mit Kritik an der Bundes-ÖVP. Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) ist für ihn unangefochten.

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IT

Wegen einer vor wenigen Tagen bekanntgewordenen Sicherheitslücke sind laut US-Medienberichten Zehntausende E-Mail-Server von Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen Opfer von Hackerattacken geworden. Für die Schwachstelle in Microsofts Software Exchange Server gibt es seit Mittwoch zwar ein Sicherheitsupdate. Dieses muss aber von den Kunden installiert werden.

Die US-Regierung forderte Netzwerkadministratoren gestern zu weiteren Schutzmaßnahmen auf. Bei bereits infizierten Exchange-Servern reiche es nicht aus, nur die Microsoft-Reparatursoftware – den Patch – der vergangenen Woche aufzuspielen, sagte ein Vertreter des Präsidialamts. „Es handelt sich um eine aktive Bedrohung, die sich noch weiterentwickelt, und wir fordern die Netzwerkbetreiber dringend auf, sie sehr ernst zu nehmen.“

Weltweit betroffene Systeme

Die Angaben zur Zahl der Betroffenen gingen in den Berichten weit auseinander. Weltweit könne es mehr als 250.000 Opfer geben, schrieb das „Wall Street Journal“ am Wochenende unter Berufung auf eine informierte Person. Dem Finanzdienst Bloomberg sagte ein mit den Ermittlungen vertrauter ehemaliger US-Beamter, man wisse von mindestens 60.000 betroffenen E-Mail-Servern. Der gut vernetzte IT-Sicherheitsspezialist Brian Krebs und das Computermagazin „Wired“ berichteten von 30.000 gehackten E-Mail-Systemen allein in den USA.

Microsoft hatte am Mittwoch gewarnt, dass die vier zuvor nicht öffentlich bekannten Sicherheitslücken von mutmaßlich chinesischen Hackern ausgenutzt würden. Die Hackergruppe, die Microsoft „Hafnium“ nennt, habe mit Hilfe der Schwachstellen vor allem Informationen in den USA abgreifen wollen. Ziele seien unter anderem Forschungen zu Infektionskrankheiten sowie Hochschulen, Anwaltsfirmen und Unternehmen mit Verteidigungsaufträgen gewesen.

Exchange-Server-Versionen 2013, 2016 und 2019

Es habe sich um zielgerichtete Attacken gehandelt, und Microsoft habe keine Hinweise darauf, dass auch Privatkunden angegriffen worden seien. Den Berichten zufolge wurden aber seit Bekanntgabe der Schwachstellen nicht abgesicherte Systeme auf breiter Front angegriffen. Betroffen sind laut Microsoft die Exchange-Server-Versionen 2013, 2016 und 2019. Exchange wird von vielen Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen als E-Mail-Plattform genutzt.

Bei einer erfolgreichen Attacke über die Schwachstellen ist es möglich, Daten aus dem E-Mail-System abzugreifen. Microsoft wurde auf die Sicherheitslücken von IT-Sicherheitsforschern aufmerksam gemacht.

COV Ausland

Norwegens Premierministerin Erna Solberg hat die Bürger ihres Landes für ihren Zusammenhalt in der Coronavirus-Krise gelobt und auf einen weiteren Kraftakt eingeschworen. In einer Fernsehansprache anlässlich des Jahrestags der Coronavirus-Maßnahmen in Norwegen sagte Solberg gestern, dass die Pandemie noch nicht vorbei sei.

„Es gibt eine weitere Bergspitze (zu erklimmen), möglichwerweise mit härteren Maßnahmen“, sagte die Regierungschefin. Es gehe in den kommenden Monaten darum, die Infektionsraten niedrig zu halten, während geimpft werde. Solberg soll morgen im Parlament über die Pandemielage und auch etwaige neue Maßnahmen informieren.

Norwegen sei im Vergleich zu vielen anderen Ländern verhältnismäßig gut durch die Krise gekommen, obwohl Tausende ihren Arbeitsplatz verloren hätten und viele um geliebte Menschen trauerten, sagte die konservative Parteichefin in ihrer Ansprache. Norwegen hat unter seinen 5,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern seit Beginn der Pandemie etwa 73.000 Infektionen und rund 630 Todesfälle unter Erkrankten verzeichnet.

In den USA hat die Zahl der mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpften Personen die Marke von 90 Millionen überstiegen. Das gab das Seuchenzentrum CDC gestern Nachmittag (Ortszeit) bekannt.

Davon hätten knapp 58,9 Millionen bisher eine von zwei benötigten Impfungen erhalten und mehr als 30,7 Millionen beide. Ausgeliefert wurden inzwischen 116,4 Millionen Impfdosen. Erfasst sind die Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna.

In den USA leben etwa 328 Millionen Menschen. US-Präsident Joe Biden hat angekündigt, dass bis Ende Mai genügend Impfstoff verfügbar sein wird, um alle Erwachsenen in den USA zu impfen.

COV Inland

42.000 von 50.000 infrage kommenden Bewohnerinnen und Bewohnern des Tiroler Bezirkes Schwaz haben sich bis gestern Nachmittag für eine Impfung mit der von der EU zur Verfügung gestellten Sondertranche des Impfstoffes von Biontech-Pfizer angemeldet. 27.000 Anmeldungen gingen allein in den vergangenen vier Tagen ein, informierte das Land Tirol. Anmeldungen sind noch bis morgen 20.00 Uhr möglich. Bezirkshauptmann Michael Brandl rief dazu auf, das Angebot in Anspruch zu nehmen.

Der besonders stark von der zunächst in Südafrika nachgewiesenen Coronavirus-Variante B.1.351 betroffene Bezirk Schwaz soll ab Donnerstag mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff durchgeimpft werden. Dazu werden 100.000 Impfdosen (jeweils 50.000 für die erste und zweite Teilimpfung) des Herstellers aus dem EU-Kontingent vorgezogen. Das Projekt soll national und international von Wissenschaftlern begleitet werden.

26 Impfstandorte

Impfberechtigt sind alle Personen ab 16 Jahren, die ihren Hauptwohnsitz zum Stichtag 2. März 2021 im Bezirk Schwaz haben. Die 42.000 bereits angemeldeten Personen erhielten gerade nach und nach Information zu den ihnen zugeteilten Impfzeitpunkten und Impforten, sagte der Bezirkshauptmann.

Er bitte um Verständnis, dass es nicht möglich sei, sich den Zeitpunkt der Immunisierung und die Impfstation beliebig auszusuchen. „Um möglichst viele Personen in kurzer Zeit impfen zu können, müssen wir aus organisatorischen Gründen eine gewisse Zuteilung vornehmen“, so Brandl. Es stehen 26 Impfstandorte für die Bewohner der 39 Gemeinden zur Verfügung.

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, ist erneut leicht gestiegen. Sie liegt laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 178,6 (Stand: gestern, 14.00 Uhr). Am Samstag lag dieser Wert bei 177,6.

Am höchsten ist die Zahl in Salzburg (240,0), Wien (210,1) und Niederösterreich (209,6). Am niedrigsten ist der Wert weiterhin in Vorarlberg (75,5) und Tirol (124,6).

Ministerien melden 2.199 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium meldeten 2.199 neu registrierte Coronavirus-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr). Landesweit starben laut AGES bisher 8.538 Personen an oder mit Covid-19. Derzeit befinden sich 1.454 Erkrankte in Spitalsbehandlung, 316 davon auf der Intensivstation.

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Erklärung für die Umstellung und die neue, genauere Zählweise in ORF.at/corona

Nach dem Tod einer Krankenschwester des Landesklinikums Zwettl, der zuvor der Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca verabreicht wurde, soll die betreffende Charge nicht mehr verwendet werden. Alle Besteller wurden diesbezüglich informiert. „Betroffen davon sind noch etwa 6.000 Impfdosen“, berichtete das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) gestern nach einer APA-Anfrage beim Gesundheitsministerium. Rund 37.000 Dosen der Charge wurden bereits verimpft.

„Es liegen keine weiteren schweren Nebenwirkungsmeldungen dieser Art, die diese Charge betreffen, vor“, hielt das BASG fest. Seit gestern Abend gibt es einen vorsorglichen Ausgabestopp für die Charge ABV5300 des AstraZeneca-Impfstoffs. Impfdosen anderer Chargen des Unternehmens können verabreicht werden, wurde den betroffenen Bundesländern mitgeteilt. Aus Niederösterreich hatte es zuvor geheißen, das Vakzin des Unternehmens werde weiter eingesetzt.

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Neben Niederösterreich ist auch Kärnten von der BASG-Entscheidung betroffen. Dort mussten gestern zahlreiche Impftermine kurzfristig abgesagt werden.

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Im Burgenland ist die Quarantäne für Covid-19-Erkrankte und Kontaktpersonen ausgeweitet worden. Letztere müssen nun 14 Tage in behördlich angeordnete Absonderung, erklärte eine Sprecherin des Koordinationsstabs Coronavirus gestern.

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Wirtschaft

Frauen sind vom Anstieg der Arbeitslosigkeit stärker betroffen als Männer – und zwar besonders auf dem Land. Das zeigen von OGM und APA ausgewertete Arbeitsmarktdaten. Demnach sind in ländlichen Gemeinden fast 70.000 Frauen auf Jobsuche – um 65 Prozent mehr als vor einem Jahr. Bei den Männern beträgt das Plus am Land „nur“ 28 Prozent. Als Gründe nennt das AMS Branchenunterschiede, vermutet aber auch, dass Frauen vielfach zur „Randbelegschaft“ gezählt und zuerst gekündigt werden.

In ganz Österreich waren im Februar fast 437.000 Menschen auf Jobsuche – um 103.000 mehr als im Jahr davor. Zwar sind insgesamt nach wie vor mehr Männer als Frauen arbeitslos. Seit Ausbruch der Pandemie haben Frauen aber deutlich aufgeholt: Die Zahl der Frauen ohne Job ist seit Februar 2020 um 40 Prozent gestiegen (auf 186.740), jene der arbeitslosen Männer „nur“ um ein Viertel (auf 250.242).

Anstieg doppelt so hoch wie in Städten

In Landgemeinden sind derzeit um zwei Drittel mehr Frauen arbeitslos als vor Ausbruch der Pandemie. Das Plus von 65 Prozent ist mehr als doppelt so groß wie in den Städten, wo es um 29 Prozent mehr arbeitslose Frauen gibt. Bei den Männern zeigen die Daten zwar ebenfalls ein Stadt-Land-Gefälle, es ist mit plus 28 Prozent am Land und plus 23 Prozent in den Städten aber deutlich weniger steil.

Ein Teil der Erklärung ist, dass viele Frauen in Branchen arbeiten, die stark unter dem Lockdown leiden: Handel, persönliche Dienstleistungen und Tourismus. So verweist Johannes Klotz von OGM darauf, dass 58 Prozent der Arbeitskräfte in Beherbergung und Gastgewerbe Frauen sind. Dementsprechend ist die Arbeitslosigkeit in den ländlichen Tourismusgemeinden auch besonders stark gestiegen: Auf das Doppelte bei den Männern und auf das Vierfache bei den Frauen.

Vor allem Folge des eingefrorenen Tourismus

Auch der Leiter des Vorstandsbüros im Arbeitsmarktservice (AMS), Marius Wilk, verweist auf die Folgen von Lockdown und Reisebeschränkungen insbesondere am Land: „Da schlägt der Tourismus massiv zu.“ Er vermutet aber noch einen zweiten Grund hinter der Geschlechter-Schere. Denn die Branchenunterschiede alleine reichen nicht aus, um den Trend zu erklären.

„Auch nach Branchen kontrolliert ist die Frauenarbeitslosigkeit deutlich stärker gestiegen als die der Männer“, sagt Wilk. Er sieht Anzeichen dafür, dass Firmen in wirtschaftlichen Krisen die Frauen zuerst kündigen: „Es dürfte so aussehen, dass die Frauenarbeitsplätze von vielen Unternehmen der ‚Randbelegschaft‘ zugeordnet werden und die Männer der ‚Kernbelegschaft‘.“ Ein Grund dafür könnte aus seiner Sicht der höhere Teilzeitanteil unter Frauen sein.

Im Schnitt weniger Geld in Arbeitslosigkeit

Apropos Teilzeit: Weil Frauen in der Regel weniger verdienen, fällt auch die Arbeitslosenunterstützung für sie niedriger aus. Durchschnittlich erhalten Männer pro Tag 33 Euro Arbeitslose oder Notstandshilfe, Frauen erhalten 28,50 – also um knapp 5 Euro pro Tag oder bis zu 142 Euro pro Monat weniger.

Der Chef der größten Elektronikhandelskette Europas, MediaMarktSaturn, wechselt zum spanischen Fußballverein FC Barcelona. Der spanische Manager Ferran Reverter werde in seiner Heimatstadt CEO des FC Barcelona, teilte der Mutterkonzern von Media Markt und Saturn, Ceconomy, gestern mit. Seinen Vertrag bei MediaMarktSaturn habe er nicht verlängert und gehe mit Zustimmung von Vorstand und Aufsichtsrat zum 30. Juni.

Für Ceconomy-Aufsichtsratschef Thomas Dannenfeldt bietet die Personalie auch eine Chance – denn die Düsseldorfer Holding will die Elektronikhandelsketten komplett übernehmen. Dann soll es eine einheitliche und damit einfachere Führungsstruktur geben.

Ferran Reverter hatte zunächst in seiner spanischen Heimat Karriere bei Media Markt und Saturn gemacht und war im Oktober 2018 an die Spitze der Elektronikhandelsketten berufen worden. Mit dem Wechsel zum FC Barcelona erfülle er sich einen Lebenstraum, sagte Ceconomy-Chef Bernhard Düttmann. Der Fußballclub hatte am Abend Joan Laporta zum zweiten Mal zum Präsidenten gewählt, an seiner Seite rückt Ferran Reverter mit an die Spitze des traditionsreichen spanischen Erstliga-Vereins.

Sport

Nach 21 Siegen in Folge und 28 Partien ohne Niederlage in allen Wettbewerben hat sich Manchester City in der 27. Runde der Premier League wieder geschlagen geben müssen. Der Tabellenführer unterlag gestern im Derby dem defensivstark und effizient auftretenden ersten Verfolger Manchester United 0:2, befindet sich dank elf Punkten Vorsprung aber weiter voll auf Kurs in Richtung siebenter Meistertitel.

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Red Bull Salzburg hat gestern in der 20. Runde der tipico-Bundesliga einen souveränen 4:1 (2:1)-Heimsieg über den spusu SKN St. Pölten gefeiert. Der Tabellenführer lag gegen die Niederösterreicher zwar früh zurück, hatte aber keine Probleme, die Partie noch zu seinen Gunsten zu drehen.

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Dramatik pur hat gestern das Fernduell zwischen dem EC Grand Immo VSV und den Steinbach Black Wings Linz um das letzte Viertelfinal-Ticket in der Bet-at-home ICE Hockey League gebracht. Die Villacher sicherten sich schließlich mit einem 6:5 nach Penaltyschießen in Dornbirn den Aufstieg. Den Oberösterreichern nützte damit auch ein 5:3-Erfolg in Graz nichts mehr.

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Chronik

Der französische Milliardär und Politiker Olivier Dassault ist bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. Der Helikopter mit dem 69-Jährigen an Bord stürzte gestern Abend bei Deauville in der Normandie ab, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Auch der Pilot sei ums Leben gekommen.

Olivier Dassault im September 2012
APA/AFP/Kenzo Tribouillard

Dassault war der Sohn des im Mai 2018 verstorbenen Serge Dassault und Enkel des Flugzeugkonstrukteurs und Konzerngründers Marcel Dassault. Das Vermögen der Familie Dassault wird auf mehr als 20 Milliarden Euro geschätzt. Der Flugaufsichtsbehörde zufolge stürzte die Maschine vom Typ Aerospatiale AS350 Ecureuil (Eichhörnchen) kurz nach dem Start von einem Privatgelände ab. Es wurden Ermittlungen eingeleitet.

Olivier Dassault gehörte der Republikanischen Partei (LR) an und saß für sie in der Nationalversammlung. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron würdigte ihn im Kurzbotschaftendienst Twitter als Mann mit vielen Talenten und erklärte: „Sein brutaler Tod ist ein enormer Verlust.“ Premierminister Jean Castex würdigte Dassault unter anderem als „humanistischen Abgeordneten“ und „visionären Unternehmer“.

Bei Explosionen im westafrikanischen Äquatorialguinea sind gestern mindestens 15 Menschen getötet worden. Mindestens 500 Menschen wurden verletzt, teilte Präsident Teodoro Obiang Nguema am Abend im Staatsfernsehen mit. Dem Sender TVGE zufolge gab es mindestens vier starke Explosionen in einem Militärlager der Stadt Bata.

Die Ursache der Explosionen ist nicht bekannt. Ein Militärvertreter sagte TVGE, ein Angriff werde derzeit nicht ausgeschlossen.

Nach Angaben des lokalen Nachrichtenportals Ahoraeg gab es drei aufeinanderfolgende Explosionen. Gebäude seien beschädigt worden, Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden. Auf Bildern und Videos, die auf Twitter verbreitet wurden, waren eine hohe Rauchsäule und fliehende Menschen zu sehen. Bata ist mit knapp 200.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die größte Stadt des afrikanischen Landes und gilt als Wirtschaftszentrum der ehemaligen spanischen Kolonie.

In Köstendorf (Salzburg) hat die Polizei ein Ehepaar ausgeforscht, das zwei junge Minischweine ausgesetzt haben soll. Tierschützer hatten die Schweine vor eineinhalb Wochen in einem Wald bei Straßwalchen gefunden. Das Ehepaar wird jetzt angezeigt.

Mehr dazu in salzburg.ORF.at

Im Raum Mondsee (Oberösterreich) hat die Polizei am Samstag bei einer Routinekontrolle einen 18-Jährigen aus dem Verkehr gezogen. Der mit seinen Eltern auf L-17-Ausbildungsfahrt befindliche Pkw-Lenker stand unter Kokaineinfluss.

Mehr dazu in ooe.ORF.at

Nach der gestrigen Ziehung bei Lotto „6 aus 45“ kann sich ein Mitspieler über die sechs Richtigen auf seinem Lottoschein im Wert von 2.843.304,4 Euro freuen.

Es wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

11 14 15 18 25 32 Zusatzzahl 36

Die aktuellen LottoPlus-Zahlen lauten:

16 17 40 43 44 45

Die aktuelle Joker-Zahl lautet:

0 8 4 1 1 5

Alle Angaben ohne Gewähr

Kultur

Wenn in der jetzigen pandemischen Zeit Opernpremieren vorerst ausschließlich als Streaming eine Öffentlichkeit finden können, steht eine neue Formatfrage im Raum: Wie screentauglich ist eine Inszenierung? Simon Stones für die Opern Paris und Wien entwickelte Lesart von Giuseppe Verdis Klassiker „La Traviata“ lässt nach der gestrigen Premiere an der Staatsoper Abend die Vermutung zu: Hier leuchtet eine Opernform, die als Spiel mit großen Screens gerade der digitalen Wirklichkeit näher entgegenkommen könnte als die klassische Opernbühne.

Stone interpretiert die Figur der Violetta als Influencerin und die Liebesirrungen in dieser Oper als Effekte einer auf Selbstoptimierung getrimmten Gesellschaft. Auf der Bühne von Bob Cousins dreht sich ein nach hinten offener LED-Würfel, der vorne das Screengeschehen unserer Gesellschaft, quasi die polierte Oberfläche, als WhatsApp-Dauerfeuer generiert – dazwischen blickt man schlaglichtartig in Gesellschaftsszenen voller Schnelllebigkeit und Oberflächlichkeit.

„La Traviata“ in der Wiener Staatsoper
ORF.at/Gerald Heidegger
Noch einmal auf der Bühne statt Schlussapplaus

Ansingen gegen die Inszenierung

Gegen diese Konturierung singen Pretty Yende als Violetta und Juan Diego Florez als Alfredo Germont an. Ein wenig erdrückt wirken sie von den übergroßen Nachrichten auf den Displays. Dazwischen suggerieren Clips in Zeitlupe: Es geht um unser Antlitz und Abglanz, aber nicht den Menschen, der das Zentrum dieser Bilder sein könnte.

Und so findet die erste intime Szenen neben den Mistkübeln hinter der Dönerbude statt. Das ist drastisch, aber verträgt sich nicht immer mit dieser Oper, in der der frühe Verdi so ziemlich sein ganzes musikalisches Formen- und Einfallsrepertoire in Stellung bringt und die deshalb zu Recht den Status eines zeitlosen Klassikers einnimmt. Giacomo Sagripanti führt das Staatsopernorchester bei seinem Wien-Debüt präzise, aber doch ein wenig vorsichtig. Die Feierlichkeit, nicht der Schmiss, ist seine Sache.

„La Traviata“ in der Staatsoper

„La Traviata“ von Guiseppe Verdi hat Regisseur Simon Stone letztes Jahr an der Pariser Oper inszeniert. Jetzt kommt die aufsehenerregende Produktion an die Wiener Staatsoper.

Golovatenko als Katalysator

So braucht es schließlich den zweiten Akt und den Auftritt von Igor Golovatenko, der zuletzt als Marquis de Posa im „Don Carlos“ brillierte. Golovatenko bringt so viel stimmliche Präsenz auf die Bühne, dass die einen erwachen und die anderen auflockern. Yende wird an diesem Abend eine überzeugende Violetta präsentieren und wächst von Akt zu Akt.

Am Schluss darf man sich auch im Opernraum mit der Inszenierung anfreunden. Aus dem nüchternen weißen Krankenzimmer wird noch einmal der große, sich ewige drehende Screenwürfel. Violetta steigt am Ende durch die Projektionswände in einen grellen weißen Raum. Es gibt also doch eine Erlösung von der Scheinwelt des Digitalen, könnte man Stone deuten. Und vielleicht ist diese Lektion eine von der Abstinenz.

Vieles ist, das kann man beim Nachsehen der Oper in der Tvthek erleben, auf eine 16:9-Ästhetik hin optimiert. Mit 16:9 haben die Formate der Influencer freilich wenig zu tun. Diesen Schritt ist Stone vielleicht auch auf sympathische Weise noch hinterher. Denn wäre es eine Instagram-Oper, die Traviata wäre im Videoformat quadratisch und ohnedies nach fünf Minuten vorbei. Hashtag „OMG“.

Die ganze „Traviata“ zum Nachschauen in tvthek.ORF.at

Die seit Donnerstag anhaltende Besetzung des Pariser Theaters Odeon aus Protest gegen die coronavirusbedingte Schließung der Kulturstätten geht weiter. Man führe die Aktion fort, bis es konkrete Antworten gebe, erklärten die Schauspieler und Theatertechniker am Wochenende nach dem Besuch der französischen Kulturministerin Roselyne Bachelot.

Gefordert werden die Öffnung der seit Ende Oktober geschlossenen Kulturinstitutionen sowie finanzielle Hilfe, so die Nachrichtenagentur AFP.

Das Odeon-Theater ist ein symbolträchtiger Ort. Im Mai 1968 wurde das Schauspielhaus von mehreren hundert Personen aus dem Theatermilieu besetzt, ebenso im April 2016 aus Protest gegen die Reform der Arbeitslosenversicherung. Bisher zeichnet sich in Frankreich für die Museen und Schauspielhäuser keine Öffnungsperspektive ab.

Der morgige Internationale Weltfrauentag schlägt sich auch in den österreichischen Museen nieder. Zahlreiche Häuser wie die Albertina samt Albertina modern, das Kunst Haus Wien und das Künstlerhaus bieten Frauen Gratiseintritt. Vielerorts gibt es auch ein spezielles Programm.

Mehr dazu in wien.ORF.at

Religion

Zum Abschluss seiner Rundreise durch den Nordirak hat Papst Franziskus gestern in einer Messe im Fußballstadion von Erbil vor Tausenden Gläubigen Machtmissbrauch und Korruption angeprangert. „Es tut not, dass die unheilvolle Beeinflussung der Macht und des Geldes aus unseren Herzen und aus der Kirche ausgerottet werden“, sagte der 84-Jährige in seiner Predigt.

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Leute

In einem mit Spannung erwarteten US-TV-Interview hat Herzogin Meghan von rassistischem Verhalten während ihrer Schwangerschaft mit Sohn Archie gesprochen. Es habe Bedenken und Gespräche darüber gegeben, „wie dunkel seine Haut sein könnte, wenn er geboren wird“. Genauer wollte Meghan Markle sich allerdings nicht äußern, weil dies „sehr schädlich“ für einige Personen wäre. Es sei aber wohl klar, dass ein braunes Baby ein Problem für den Palast gewesen wäre.

Dies sei aus Gesprächen der „Familie“ mit ihrem Mann Prinz Harry hervorgegangenen, sagte die Herzogin in dem Talk mit Moderatorin Oprah Winfrey. Das am Sonntagabend (Ortszeit) vom Sender CBS ausgestrahlte Gespräch ist das erste Interview von Meghan und Prinz Harry, seitdem das Paar vor einem Jahr seine royalen Pflichten aufgegeben hatte. Unterstützer Meghans hatten den Medien und auch dem Königshaus seither immer wieder eine Kampagne insbesondere gegen die Herzogin vorgeworfen. Dabei ging es auch um Anschuldigungen, die Ehefrau des Queen-Enkels Harry sei Rassismus ausgesetzt. Die Mutter der 39-Jährigen Amerikanerin ist schwarz.

Weiters erzählte Meghan, sie sei nicht richtig auf ein Leben in der königlichen Familie vorbereitet gewesen. „Was man über Royals weiß, das kennt man aus Märchen“, sagte Meghan Markle in einem am Sonntagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des US-Senders CBS. „Deshalb ist es einfach, ein Bild davon zu haben, das so fern der Realität ist.“ In die britische Königsfamilie einzuheiraten sei aber eine „ganz andere Sache“, erklärte die Frau von Prinz Harry.

Sie habe nie viel darüber nachgedacht, wie es sein würde, einen Prinzen zu heiraten. „Ich habe nicht völlig verstanden, was das für ein Job ist, was es bedeutet, als Royal aufzutreten“, sagte Meghan in dem mit Spannung erwarteten TV-Auftritt. „Wir haben zu Beginn unserer Beziehung darüber geredet. Aber ich denke, es gab keine Möglichkeit, zu verstehen, was das im Alltag bedeuten würde.“

In den Jahren am Hof sei es schwierig gewesen: „Wahrnehmung und Realität sind zwei sehr unterschiedliche Dinge und man wird nach der Wahrnehmung beurteilt, aber lebt die Realität“, sagte Meghan. Ihr erstes Treffen mit Queen Elizabeth II. bezeichnete Meghan als „schön und einfach“: „Wir saßen einfach da und plauderten.“ Zuvor habe sie noch schnell einen Knicks geübt, um der Königin Respekt zu zollen.

Während ihrer schwierigen Zeit in der britischen Königsfamilie habe sie sogar Selbstmordgedanken gehabt. „Ich wollte einfach nicht mehr am Leben sein. Ich dachte, es würde die Situation für alle lösen“. Zu dieser Zeit habe sie auch Angst gehabt, alleine zu sein, weil sie sich etwas hätte antun können. Sie habe sich an ihren Mann, Prinz Harry, und an den Palast gewandt, damit dieser ihr helfe.

Herzogin Kate habe sie zum Weinen gebracht: Ein paar Tage vor der Hochzeit von Meghan mit Prinz Harry 2018 sei Kate über das Kleid eines Blumenmädchens verärgert gewesen, sagte Meghan: „Und es brachte mich zum Weinen. Und es hat wirklich meine Gefühle verletzt“. Danach habe die Frau von Prinz William sich allerdings entschuldigt und ihr Blumen geschenkt, sagte Meghan. Kate sei eine „gute Person“.

Meghan und Harry haben laut Markle bereits drei Tage vor ihrer royalen Hochzeit im Mai 2018 in kleinstem Rahmen geheiratet. „Niemand weiß das, aber wir haben den Erzbischof angerufen. Wir haben gesagt: Dieses Spektakel, es ist für die Welt. Wir wollen unseren Bund zwischen uns. Die Eheversprechen, die gerahmt bei uns im Zimmer hängen, die sind nur von uns beiden im Garten mit dem Erzbischof von Canterbury“.

Das Gespräch mit Oprah Winfrey wurde am 15. Februar angekündigt, einen Tag nach der Bekanntgabe, dass Harry und Meghan ein zweites Kind erwarten. Wegen des Interviews ist die Stimmung zwischen dem Paar und der königlichen Familie auf einem Tiefpunkt.