COV Inland

In Österreich ist die Zahl der aktiv Infizierten auf 1.447 gestiegen (Stand: heute, 11.00 Uhr). Zwischen gestern, 11.00 Uhr und heute, 11.00 Uhr wurden 189 neue Fälle gemeldet. Bisher wurden 22.398 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Insgesamt wurden landesweit bereits 983.018 Tests durchgeführt.

118 Menschen werden im Spital behandelt, davon 25 auf der Intensivstation. 712 Menschen starben in Österreich am Coronavirus. Für die Zählung ist die Definition des Epidemiologischen Meldesystems (EMS) ausschlaggebend.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Hinweis zur Aktualisierung der Daten

Um die Daten aktuell zu halten, übernimmt ORF.at die Informationen direkt aus dem offiziellen Dashboard des Gesundheitsministeriums. Die aktuellen Fallzahlen im Kopf der Seite werden stündlich aktualisiert, die Verlaufsgrafiken zum Tageswechsel, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Genaue Informationen zu Definitionen, Herkunft der Daten, Aktualisierung und FAQs finden sich im Infopoint Coronavirus von ORF.at.

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SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hält die derzeitige Diskussion über eine Coronavirus-Impfpflicht für sinnlos. Seriös könne man diese erst dann führen, wenn ein Impfstoff vorliege und man seine Wirkung und Nebenwirkungen kenne. Ganz allgemein bestätigte sie aber ihre schon als Gesundheitsministerin vertretene Linie: „Ich bin grundsätzlich nicht für eine Impfpflicht.“

Generell solle man Hoffnungen und Erwartungen nicht zu hoch schrauben, so Rendi in einer Pressekonferenz heute. Noch kein einziger Impfstoffkandidat stehe knapp vor der Zulassung. Die große Herausforderung sei dann auch noch die Produktion und die Verteilung, schließlich handle es sich um eine Pandemie, in der dann die gesamte Weltbevölkerung den Anspruch nach einer Impfung stellen werde.

Auch Hofer gegen Impfflicht

Gegen eine verpflichtende Impfung gegen das Coronavirus in Österreich sprach sich FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer aus. „Ein Zwang widerspricht dem freiheitlichen Grundgedanken. Jeder Mensch sollte selber entscheiden können, ob er sich gegen Corona impfen lassen will oder nicht“, betonte er in einer Aussendung.

Angesichts des von Russland vorgestellten Impfstoffs – ohne das Abwarten großer klinischer Studien über die Wirksamkeit und etwaige Nebenwirkungen – warnte Hofer davor, Sicherheitsbestimmungen über Bord zu werfen: „Es müssen vor einer Zulassung eines Coronavirus-Impfstoffes alle Studien und Tests durchlaufen werden. Vorher darf der Impfstoff nicht zur Verwendung kommen.“

Laut dem vorläufigen Ergebnis einer großangelegten Covid-19-Studie in Wien weisen Kinder kaum Antikörper auf. Von 2.000 getesteten Volksschülerinnen und Volksschülern hatten lediglich 26 positive Antikörpernachweise.

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Große Verwirrung herrscht derzeit über den vorgeschriebenen Einmeterabstand in der Gastronomie. Eine Familie aus dem Mostviertel, die diesen bei ihrem Urlaub in Osttirol eingehalten hat, musste dennoch in Quarantäne, nachdem eine Frau im selben Restaurant positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

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Ein an der Universität Innsbruck entwickeltes CoV-Testverfahren wird nun erfolgreich in der Praxis angewendet. Das Verfahren hat unter anderem den Vorteil, nicht auf Testkits diverser Hersteller angewiesen zu sein.

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COV Ausland

In Italien eskaliert die Debatte über eine mögliche Impfpflicht, sollte in den nächsten Monaten ein Impfmittel gegen das Coronavirus entwickelt werden. Angeheizt wurde die Diskussion durch den Beschluss des römischen Krankenhauses Spallanzani, ab 24. August einen Impfstoff an 90 Freiwilligen zu testen.

Ex-Premier Matteo Renzi, der das Land zwischen 2014 und 2016 regiert hatte, startete eine Unterschriftensammlung, um die Impfpflicht einzuführen. Er reagierte damit auf Premier Giuseppe Conte, der am Wochenende betont hatte, dass in Italien keine Impfpflicht gegen das Coronavirus eingeführt wird, auch wenn ein Impfstoff entwickelt werden sollte.

Renzi kritisiert Contes Entscheidung

„Sollte ein Impfstoff gegen Covid-19 auf den Markt kommen, muss die Impfung für jeden in Italien Pflicht sein“, forderte Renzi. Der Ex-Premier hatte in den vergangenen Jahren eine Kampagne gegen die „No Vax“-Bewegung geführt.

Diese besteht zum Großteil aus Eltern, die sich trotz der 2017 gesetzlich eingeführten Pflicht weigern, schulpflichtige Kinder gegen zehn Krankheiten, darunter Diphtherie, Tetanus und Masern, impfen zu lassen. Sie behaupten, die massive Injizierung von Impfstoffen sei für die Gesundheit gefährlich.

„Wir haben wegen Covid-19 in Italien zwei Monate lang Ausgangssperre gehabt. Wird jetzt ein Impfstoff entwickelt, lassen wir den Italienern die Freiheit, sich impfen zu lassen oder nicht? Das ist doch wohl ein Witz!“, schrieb Renzi, der auf seiner Website den Link zur Unterschriftensammlung postete.

Seine Äußerung löste hitzige Diskussionen aus. Auf Facebook florierten Hashtags gegen Renzi, der beschuldigt wurde, der Verfassung zu widersprechen und auf undemokratische Weise alle Italiener zur Impfung zwingen zu wollen.

Impfstoff in Krankenhaus getestet

3.000 Kandidaten und Kandidatinnen haben sich in den vergangenen Tagen beim römischen Krankenhaus Lazzaro Spallanzani gemeldet, das ab 24. August einen Impfstoff an Menschen testet. Begonnen wird mit 90 Freiwilligen, die 700 Euro erhalten werden.

Diese werden den Altersgruppen zwischen 18 und 55 Jahren und von 65 bis 85 Jahren angehören. Sie dürfen sich nicht am Coronavirus infiziert und in den vergangenen Monaten klinischen Tests unterzogen haben. Auch mehrere Ärzte haben sich gemeldet.

Für die Entwicklung wurden acht Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Er wurde von der Biotechnologiefirma ReiThera mit Sitz in Castelromano bei Rom zusammen mit dem Münchner Unternehmen Leukocare und mit Univercells (Brüssel) entwickelt und patentiert. Die Produktion wird erst nach den Tests beginnen. Der vorbeugende Impfstoff soll die Produktion von Antikörpern und die Aktivität der Immunzellen fördern, hieß es.

Premier Conte hatte sich am Sonntag gegen eine Impfpflicht ausgesprochen. „Ich bin nicht der Ansicht, dass eine Impfung gegen Covid-19 Pflicht sein muss. Der Impfstoff muss jedoch jedem zur Verfügung gestellt werden.“

Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland hat den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 1.226 neue Coronavirus-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Höher war der Wert zuletzt am 9. Mai mit 1.251 registrierten Neuinfektionen, so das RKI heute.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen war Anfang April bei mehr als 6.000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1.000 liegenden Werten im Mai gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder.

Seit Beginn der CoV-Krise haben sich mindestens 218.519 Menschen in Deutschland nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit einer CoV-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9.207.

Reisewarnung für Teile Spaniens

Das deutsche Auswärtige Amt warnt wegen der Pandemie indes nun auch vor Reisen in Spaniens Hauptstadt Madrid und ins spanische Baskenland. Das Ministerium begründete das mit „erneut hohen Infektionszahlen“. Bereits seit Ende Juli gilt eine Warnung vor Reisen in drei andere spanische Regionen, darunter Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und die Strände der Costa Brava.

Ausland

Das von Erzkonservativen und Hardlinern dominierte iranische Parlament hat Präsident Hassan Rouhanis Kandidaten für das Handelsministerium abgelehnt. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA stimmten 140 der 254 anwesenden Abgeordneten heute gegen Hossein Modares Chiabani. Damit bleibt das Ministerium ohne Minister, und Ruhani muss nun einen neuen Kandidaten suchen.

Schon nach dem Sieg von Hardlinern und Konservativen bei der Parlamentswahl Ende Februar zeichnete sich ab, dass sie Rouhanis Regierung und die Reformer schwächen wollen. Einige Abgeordnete wollen sogar den Präsidenten stürzen.

Aus ihrer Sicht hat Rouhani mit seiner prowestlichen Politik und insbesondere dem Wiener Atomabkommen von 2015 die Islamische Republik von ihren ideologischen Zielen entfernt. Außerdem habe seine Annäherung an den Westen nichts gebracht und das Land in eine seiner schlimmsten Wirtschaftskrisen geführt.

Im Streit zwischen der Türkei und Griechenland um Erdgas im Mittelmeer zeichnet sich weiter keine Lösung ab. In der Nacht bewegte sich das türkische Forschungsschiff „Oruc Reis“ weiterhin in einem Seegebiet, das Griechenland als eigene Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) versteht. Zahlreiche türkische und griechische Kriegsschiffe halten sich in der Region auf.

Türkisches Schiff Orcus Reis begleitet von Militärschiffen
Reuters/Turkish Defence Ministry

Mittelmeer-Anrainer Israel unterstützte die griechische Position. „Israel drückt seine volle Unterstützung und Solidarität mit Griechenland aus – in seinem Recht, Seezonen und seine AWZ abzugrenzen“, sagte das israelische Außenministerium heute.

Athen: Suche der Türkei illegal

Nachdem das türkische Forschungsschiff den östlichsten Zipfel des Gebietes erreichte, das Ankara für Forschungen freigegeben hatte, änderte es seinen Kurs um 180 Grad und fuhr heute Früh in nordöstlicher Richtung; parallel aber entgegengesetzt zum Kurs, den es am Vortag hatte. Die griechische Marine ging davon aus, dass die „Oruc Reis“ die Region systematisch absuche und mit Ultraschallwellen den Boden des Mittelmeeres erforsche.

Die Suche der Türkei ist aus Sicht Athens illegal, weil die Region zur Ausschließlichen Wirtschaftszone des EU-Landes gehöre. Auch die EU hat die türkischen Aktionen verurteilt und Ankara aufgefordert, sie einzustellen. Nach türkischer Lesart haben Inseln wie Kreta zwar Hoheitsgewässer, aber keine Ausschließliche Wirtschaftszone.

Der Hongkonger Medienunternehmer Jimmy Lai hat nach seiner Freilassung die Belegschaft seiner Peking kritisch gegenüberstehenden Zeitung „Apple Daily“ zum „Weiterkämpfen“ aufgerufen. Unter Applaus wurde Lai heute in der Redaktion der Zeitung empfangen, wie Aufnahmen von Journalisten und Journalistinnen auf Facebook zeigten.

Lai war am Montag unter dem Vorwurf geheimer Absprachen mit „ausländischen Mächten“ von der Polizei festgenommen worden. Gestern kam er gegen Kaution wieder frei.

In seiner Ansprache forderte Lai die Mitarbeiter der „Apple Daily“ auf, die Berichterstattung über die Ereignisse in Hongkong unverblümt fortzusetzen – auch wenn das die Wut der chinesischen Regierung provoziere. „Kämpft weiter! Lasst uns weiterkämpfen!“, sagte der 71-Jährige.

Das Überleben werde für Medienunternehmen in Hongkong zunehmend schwerer, davon solle sich die Redaktion aber nicht abschrecken lassen. Lai fügte hinzu: „Wir haben die Unterstützung der Hongkonger, wir dürfen sie nicht im Stich lassen.“

Zehn Menschen verhaftet

Anfang der Woche hatten rund 200 Polizisten die Redaktion der von Lai herausgegebenen Zeitung „Apple Daily“ durchsucht. Diese ist in Hongkong sehr beliebt und vertritt eine prodemokratische und Peking gegenüber kritische Linie.

Insgesamt wurden zehn Menschen auf Grundlage des umstrittenen neuen chinesischen Hongkong-Gesetz festgenommen. Darunter waren auch Lais zwei Söhne sowie die prominente Demokratieaktivistin Agnes Chow. Die Aktivistin kam ebenfalls gestern gegen eine Kaution wieder frei. Die Festnahmen wurden international scharf kritisiert.

Seit einigen Wochen haben die Sicherheitsbehörden ihr Vorgehen gegen die Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone deutlich verschärft. Das „Sicherheitsgesetz“ erlaubt den Behörden ein hartes Vorgehen gegen alle Aktivitäten, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit Chinas bedrohen. Verstöße können mit lebenslanger Haft geahndet werden.

Inland

Die „SoKo Ibiza“ hat im Zuge ihrer Ermittlungen Mobiltelefone von insgesamt 14 Personen sichergestellt. Das gab Justizministerin Alma Zadic (Grüne) in der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ bekannt.

Beschlagnahmt wurden nur Handys von als Beschuldigte geführten Personen. Auf den Geräten hätten sich auch Nachrichten von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) befunden, bestätigte sie.

Die Datenauswertung sei derzeit noch im Gange, antwortete Zadic auf die Frage des freiheitlichen Fraktionsführers im „Ibiza“-U-Ausschuss, Christian Hafenecker. Zum Akt genommen werden dürften nur Nachrichten, die für den Gegenstand des Ermittlungsverfahrens von Relevanz sind, merkte sie außerdem an, denn: „Die Vorlage von noch nicht ausgewerteten Daten könnte die Ermittlungen gefährden und wäre zudem gesetzwidrig.“

Kein Ermittlungsverfahren gegen Kurz

Gegen Bundeskanzler Kurz werde kein Ermittlungsverfahren geführt, so die Justizministerin. „Zur Anordnung der Sicherstellung seines Mobiltelefons bestand und besteht kein Anlass“, antwortete sie auf die Frage, warum dessen Nachrichten nicht dem U-Ausschuss übermittelt worden seien.

Die Auswertung der sichergestellten Geräte sei aber noch nicht abgeschlossen, so Zadic. Die Möglichkeit „allfälliger Zufallsfunde“ werde daher von den Ermittlern „laufend im Auge behalten“.

Dass auf den Mobiltelefonen auch Nachrichten von Kurz gewesen seien, ist wenig überraschend. Immerhin dürfte sich der Bundeskanzler zur Zeit der türkis-blauen Regierung etwa regelmäßig mit seinem Vize Heinz-Christian Strache (damals FPÖ, jetzt TS) ausgetauscht haben, dessen Handy sichergestellt wurde. Straches Daten wurden laut Zadic am 26. August 2019 der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft übergeben. Einige davon habe man erst einmal entschlüsseln müssen.

Hafenecker sieht sich bestätigt

„Wir haben jetzt endlich die offizielle Bestätigung, dass Nachrichten von Kanzler Kurz sichergestellt wurden, und umso mehr stellt sich die Frage, warum diese noch nicht im Akt sind“, kommentierte Hafenecker die Anfragebeantwortung durch die Justizministerin gegenüber der APA. Kurz selbst habe ja gesagt, dass er Nachrichten von Strache erhalten habe. „Da wird er hin und wieder auch geantwortet haben.“

„Lebensfremd“ findet es Hafenecker auch, dass Strache über mögliche Personalentscheidungen in der CASAG zwar mit dem damaligen Finanzminister Hartiwg Löger (ÖVP) kommuniziert habe, aber nicht mit Kurz. Der FPÖ-Fraktionsführer wies auch darauf hin, dass es im U-Ausschuss um die Klärung von politischer Verantwortung gehe und nicht um die juridische Aufarbeitung. „Da können also auch Nachrichten wesentlich sein, die strafrechtlich irrelevant sind.“

Der frühere Flüchtlingskoordinator der Regierung, Christian Konrad, kritisiert neuerlich die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Dass nach Afghanistan abgeschoben werde, nennt der Ex-Raiffeisen-Generalanwalt in der Österreich-Ausgabe der Wochenzeitung „Die Zeit“ eine „Sauerei“.

Außerdem fordert Konrad die Aufnahme von Menschen aus Griechenland. „Um substanziell unseren Beitrag zu leisten, sollten wir um die 400 Menschen aufnehmen“, sagt Konrad laut Vorabmeldung.

Der ehemalige Raiffeisen-Generalanwalt attackiert auch Kurz persönlich. Er schätze ihn zwar als politisches Talent, „aber manches gefällt mir nicht“, so Konrad. „Ich hoffe nur, dass er sich nicht verbildet und sich zu sehr an den Orbans und Erdogans dieser Welt orientiert – denn natürlich ist es einfacher, Diktator zu sein, als sich demokratisch zu hinterfragen.“ Die Tendenz sehe er aber nicht.

Der ÖGB vermutet, dass die Regelung zum Schutz chronisch kranker Menschen mit einem hohen Coronavirus-Infektionsrisiko nicht überall eingehalten wird. Angehörige von CoV-Risikogruppen würden teils stark unter Druck gesetzt, berichtete der ÖGB. Einige Unternehmen hätten Risikopersonen sogar den Verzicht auf die im Gesetz verankerte Dienstfreistellung nahegelegt.

Verhalten „besonders verwerflich“

„Wir haben bereits mehrere Hilferufe von Betroffenen, die mit ihrer Unterschrift bestätigt haben, dass sie trotz ihrer ärztlich bestätigten Zugehörigkeit zur Risikogruppe die Dienstfreistellung ablehnen und weiterhin zur Arbeit kommen möchten“, ärgerte sich ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian heute.

Dem ÖGB wurden entsprechende Fälle aus zwei Bundesländern gemeldet, auch die Kopie der Verzichtserklärung einer Arbeitnehmerin liege vor. „Hier werden Risikopatienten mit berechtigter Furcht vor der Ansteckung mit Corona massiv unter Druck gesetzt“, so Katzian. Angesichts der „angespannten Arbeitsmarktsituation“ sei ein solches Verhalten „besonders verwerflich“.

ÖGB: Verzichtserklärung sind Ausnahmen

Der ÖGB rät Betroffenen, „keinesfalls Verzichtserklärungen ohne Rücksprache mit ihrem Betriebsrat oder mit der zuständigen Gewerkschaft zu unterschreiben“. In Richtung der Unternehmen sagte Katzian, „Ausnahmen von der Ausnahme für Risikogruppen zu verlangen, ist rechtlich mehr als fragwürdig und moralisch verwerflich“.

Außerdem fordert der ÖGB-Präsident die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) auf, den Kampf gegen schwarze Schafe unter den Arbeitgebern zu unterstützen und sicherzustellen, dass diese Verzichtserklärungen die Ausnahme bleiben.

in der Causa Casinos gehen die Ermittler dem Verdacht nach, dass es um die Bestellung des Wiener Ex-FPÖ-Bezirksrats Peter Sidlo zum Casinos-Austria-Finanzvorstand ÖVP-FPÖ-Absprachen mit dem damaligen Casinos-Miteigentümer Novomatic gab.

Es könnte aber auch um einen Einstieg der slowakischen Arca-Gruppe bei der Wiener Privatbank und den Casinos gegangen sein, berichtete die „Presse“ gestern.

Aus einer WhatsApp-Nachricht vom 12. August 2018 von Sidlo an Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus, die die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) als heiße Spur bezüglich vermuteter Postenschacherei bei den Casinos betrachte, geht es laut Zeitung nicht um die Novomatic, sondern um eine geplante Übernahme der Wiener Privatbank durch einen slowakischen Investor, der sich auch für die Casinos interessiert habe.

Arca suchte Investmentmöglichkeiten

Sidlo habe geglaubt, dass der seit Jahren um die Casinos-Anteile tobende Eigentümerstreit beigelegt werden könne, wenn die Sazka-Gruppe, damals zu einem Drittel an den Casinos beteiligt, an Arca verkaufe. Im Frühjahr 2018 hatte Sazka bei den Casinos von 34 auf 38 Prozent aufgestockt, seit Juni 2020 ist Sazka mit 55 Prozent Mehrheitseigentümer, nachdem sie das 17-Prozent-Paket von Novomatic erwarb; ein Drittel hält über die ÖBAG der österreichische Staat.

Ursprünglicher Plan der Arca-Gruppe sei es gewesen, Investmentmöglichkeiten in Österreich zu finden. Eine davon sei die Übernahme der börsennotierten Wiener Privatbank gewesen – diesen Deal sollte der Zeitung zufolge Sidlo für Arca abwickeln. Von den Bankeigentümern wurde Sidlo, damals Vorstand der Sigma Investment, auch zum Aufsichtsrat bestellt.

Aus Deal wurde nichts

Sidlo und ein weiterer damals neu eingezogener Aufsichtsrat sollten als unabhängige Marktexperten neben dem geplanten Eigentümerwechsel auch die Entwicklung der Bank zu einem Player in Zentral- und Osteuropa begleiten, erklärte die Privatbank damals. Erwerben sollte die Arca-Gruppe die Bankmehrheit von den Geschäftsleuten Günter Kerbler und Johann Kowar.

Aus den Ideen wurde letztlich nichts, weil die Bankaufseher Arca kritisch gegenüberstanden und das die Investorengruppe auch spüren ließen. Grund waren frühere strafrechtliche Ermittlungen wegen Geldwäsche gegen einen der Eigentümer, so die „Presse“. Im Sommer 2018 war schon länger bekannt gewesen, dass die Finanzmarktaufsicht (FMA) und mit ihr die letztlich entscheidende Europäische Zentralbank (EZB) starke Bedenken gegen den Deal haben.

Wirtschaft

Die Industrieunternehmen in der Euro-Zone haben sich im Juni weiter von dem Einbruch in der Coronavirus-Krise erholt. Die Industrieproduktion stieg um 9,1 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das Statistikamt Eurostat heute in Luxemburg mitteilte.

Die Entwicklung lag allerdings unter den Erwartungen von Analysten und Analystinnen, die im Mittel einen Zuwachs um zehn Prozent erwartet hatten. Im Mai war die Produktion um revidierte 12,3 Prozent (zunächst 12,4 Prozent) gestiegen. Im März und April war die Produktion wegen der Pandemie drastisch eingebrochen.

Wie schwer die Krise immer noch wiegt, zeigt der Jahresvergleich. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat fiel die Produktion im Juni um 12,3 Prozent. Im Mai war sie noch um revidierte 20,4 Prozent (zunächst 20,9 Prozent) gefallen.

Die stärksten Rückgänge im Jahresvergleich wurden in Portugal (minus 14,8 Prozent), Deutschland und Spanien (je minus 14,1 Prozent) und Italien (minus 13,7 Prozent) registriert. Ein Anstieg von 4,5 Prozent wurde in Irland beobachtet. Für Österreich waren keine Daten verfügbar.

Die niederländische Bank ABN Amro zieht sich aus der Handels- und Rohstofffinanzierung zurück. In den kommenden drei bis vier Jahren werde das Institut in den USA, Asien, Autralien und Brasilien Niederlassungen schließen, teilte ABN Amro mit. Dadurch fielen rund 800 Jobs weg.

„Wir werden uns auf die Niederlande und Nordwesteuropa konzentrieren, wo wir investieren und wachsen werden“, sagte Bankchef Robert Swaak. Auch andere Institute ziehen sich aus dem vergleichsweise riskanten Rohstoffgeschäft zurück.

Abschreibungen durch gefallene Ölpreise und Belastungen durch die Coronavirus-Krise verursachten ABN Amro im zweiten Quartal einen Verlust von fünf Millionen Euro. Vor Jahresfrist hatte noch ein Gewinn von 693 Millionen Euro zu Buche gestanden. Analysten und Analystinnen hatten aber mit einem noch höheren Verlust gerechnet.

IT

Im November will der US-Konzern Microsoft die neue Xbox Series X auf den Markt bringen – ein genauer Termin wurde bisher nicht genannt. Doch gibt es in Zusammenhang mit dem Start der neuen Konsole jedenfalls eine Verzögerung: So wird „Halo Infinite“, das als bedeutendstes Videospiel für die neue Xbox gilt, erst 2021 erscheinen. Das teilte der Konzern via Twitter mit.

„Weder Gesundheit noch Erfolg zuträglich“

Der verschobene Veröffentlichungstermin des Spiels sei auch auf die veränderten Arbeitsbedingungen in der Coronavirus-Krise zurückzuführen, hieß es in der Mitteilung. Weder sei es der Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch dem Erfolg des Spiels zuträglich, „Halo Infinite“ wie geplant zusammen mit der Series X zu veröffentlichen, schrieb Studiochef Chris Lee zudem.

Einen genauen Termin für die Veröffentlichung im Jahr 2021 nannte Lee nicht. „Halo Infinite“ wird vom Entwicklungsstudio produziert, es ist innerhalb der Microsoft-Konzerngruppe für die Weiterentwicklung des „Halo“-Franchises verantwortlich. Das neue Spiel sollte die Verkaufszahlen der Xbox Series X beschleunigen. In einem Blogeintrag dazu bewirbt Microsoft die neue Konsole nun vor allem mit bereits erschienenen Spielen, die für die Series X optimiert werden sollen.

Sport

Fünf Etappen, fünf Bergankünfte – das Criterium du Dauphine präsentiert sich ab heute als echter Test für die am 29. August beginnende Tour de France. Fast alle kletterstarken Tour-Mitfavoriten sind dabei, die Teams Ineos und Jumbo ragen mit jeweils mehreren Siegesanwärtern für die 72. Auflage mit Ziel in Megeve aus dem Starterfeld heraus. Vier Österreicher sind als Helfer am Start.

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Schachtar Donezk ist der Halbfinal-Gegner von Inter Mailand in der Europa League. Die Ukrainer setzten sich gestern Abend in Gelsenkirchen gegen den von Ex-ÖFB-Teamchef Marcel Koller trainierten FC Basel mit 4:1 (2:0) durch und treffen am Montag auf Italiens Vizemeister. Sevilla besiegte Wolverhampton erst dank eines späten Treffers mit 1:0 und bekommt es am Sonntag mit Manchester United zu tun.

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Die San Antonio Spurs bleiben in der National Basketball Association (NBA) im Rennen um einen Play-off-Platz. Das Team von Jakob Pöltl feierte gestern in der „Bubble“ in Orlando einen 123:105-Sieg über die Houston Rockets. Der Wiener verbuchte 14 Punkte und zwölf Rebounds. Die Rockets schonten allerdings im 200. Texas-Derby gegen die Spurs NBA-Topscorer James Harden.

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Chronik

Seit den frühen Morgenstunden ist die Westautobahn (A1) zwischen Amstetten-Ost und Amstetten-West (Niederösterreich) in Fahrtrichtung Salzburg komplett gesperrt. Ein Lkw mit Zugsteilen war umgestürzt und auf der Seite zu liegen gekommen.

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Nach der Attacke auf eine 55-Jährige in Poysdorf im Weinviertel (Niederösterreich) Ende April ist ein 22-Jähriger am Landesgericht Korneuburg zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Der Schuldspruch ist laut Medienberichten nicht rechtskräftig.

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Ein Mann mit einer Schreckschusspistole hat gestern am frühen Abend für einen Großeinsatz der Polizei in Bergland (Niederösterreich) gesorgt. Er hatte laut Polizei auf seine Frau geschossen. Der Beschuldigte wurde festgenommen.

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Nach dem Tod eines 22-jährigen Nordburgenländers, dessen Leiche am Montag in Mörbisch (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) gefunden wurde, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Inzwischen brachte die Obduktion erste Erkenntnisse. „Hinweise auf Fremdverschulden durch Gewalteinwirkung sind vorhanden“, sagte Petra Bauer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft (StA) Eisenstadt.

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Religion

Das „Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel“ (volkstümlich „Mariä Himmelfahrt“ genannt) am Samstag ist nicht nur in der katholischen, sondern auch in der orthodoxen Kirche ein bedeutender Feiertag. Die ostkirchliche Theologie und Tradition spricht von der „Entschlafung“ (dormitio) Mariens, die westkirchliche von der „Aufnahme in den Himmel“ (assumptio).

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Kultur

Der „Fast and Furious“-Star und ehemalige Profiwrestler Dwayne „The Rock“ Johnson hat auch in der Coronavirus-Pandemie seinen Platz als Topverdiener Hollywoods behauptet. Laut dem US-Magazin „Forbes“ verdiente Johnson binnen zwölf Monaten geschätzte 87,5 Millionen US-Dollar (rund 74,6 Mio. Euro).

Schauspieler Dwayne Johnson
Reuters/Yves Herman

Es ist das dritte Mal, dass der 48-Jährige an der Spitze des Branchenrankings steht. Seinen Erfolg verdankt er unter anderem einer Gage von 23,5 Millionen Dollar für den Actionfilm „Red Notice“.

Auf Platz zwei des Rankings schaffte es „Deadpool“-Schauspieler Ryan Reynolds (71,5 Mio. Dollar), Mark Wahlberg belegte den dritten Platz (58 Mio. Dollar). Zusammengerechnet wurden die Einkünfte zwischen dem 1. Juni 2019 und dem 1. Juni 2020.

Leute

Peter Weck hat dem kulturellen Leben der vergangenen Jahrzehnte als Schauspieler, Regisseur, Produzent und Intendant seinen Stempel aufgedrückt. Er ist bekannt aus Serien wie „Ich heirate eine Familie“ und gilt als Erneuerer des Musicals. Heute feiert er seinen 90. Geburtstag.

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Science

Rudern, singen, tanzen – Menschen bewegen sich gerne synchron. Doch was passiert, wenn diese Synchronizität beeinträchtigt wird? Das haben israelische Forscher anhand eines Geigenensembles untersucht, mit überraschenden Ergebnissen. Diese ließen auch Rückschlüsse auf die Verbreitung von Fake News in Sozialen Netzwerken zu.

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Panorama

Das Landgut Cobenzl in Wien-Döbling kämpft zurzeit gegen Dutzende Krähen. Die Vögel haben den Bauernhof als Futterstelle entdeckt und streiten nun mit den dort lebenden Tieren um das Futter. Einige verletzte und getötete Bauernhoftiere sind die Folge.

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Satellitenschüsseln auf Biberburgen sorgen seit einigen Wochen für Rätselraten in Kanada. Grund für die technische Hochrüstung der Biberburgen ist ein Streich zur Aufheiterung in Coronavirus-Zeiten, der sich inzwischen verselbstständigt hat.

Dem Sender CBC war zunächst eine Satellitenschüssel auf einem Biberdamm nahe der Stadt Thunder Bay in der Provinz Ontario aufgefallen. Anschließend stießen die Reporter und Reporterinnen auf weitere Schüsseln in den Provinzen Manitoba im Norden, Saskatchewan im Süden, Neufundland im Osten des Landes, nahe Montreal sowie an mehreren Orten in Ontario.

Mit Anglerhosen durch Wasser gewatet

Eine Anfrage beim größten kanadischen Telekomanbieter Bell Canada zu der Anlage bei Thunder Bay wurde mit der Antwort beschieden, dass das Unternehmen „diese Biberburg nicht in unserer Kundendatenbank finden konnte“.

Schließlich stießen die Journalisten auf den Urheber des Ganzen: Grant Carlson aus der Gegend von Thunder Bay gestand, dass er im Mai mit einem Kajak über einen Teich gepaddelt und anschließend in Anglerhosen durchs Wasser gewatet war, um eine Satellitenschüssel auf die Biberburg zu montieren. Carlson fand mit seinem Streich Nachahmer im ganzen Land.