Ausland

Angesichts der chaotischen Zustände in den Gefängnissen in Ecuador hat die Regierung des südamerikanischen Landes den Ausnahmezustand verhängt. Unter anderem wird das Versammlungsrecht vorübergehend eingeschränkt, hieß es in einem gestern (Ortszeit) veröffentlichten Dekret. Außerdem gilt für 60 Tage eine nächtliche Ausgangssperre.

Zuletzt hatten sich kriminelle Banden in den Haftanstalten des Landes heftige Auseinandersetzungen geliefert und Aufseher als Geiseln genommen. Dem Chef der mächtigen Bande „Los Choneros“, Adolfo Macias alias „Fito“, war nach Angaben der Gefängnisverwaltung dabei offenbar die Flucht gelungen.

„Wir übernehmen wieder die Kontrolle“

„Die Zeiten, in denen die wegen Drogenhandel, Auftragsmord und organisierter Kriminalität Verurteilten der Regierung gesagt haben, was sie zu tun hat, sind vorbei“, sagte Präsident Daniel Noboa in einer Ansprache. „Wir übernehmen in den Gefängnissen wieder die Kontrolle.“ Auf Videos war zu sehen, wie schwer bewaffnete Soldaten und Polizisten in eine Haftanstalt einrückten und die Häftlinge in Unterwäsche auf dem Boden des Innenhofes aufreihten.

Die Gewalt nahm in Ecuador in den vergangenen Jahren dramatisch zu. Mit rund 25 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohner wurde im Jahr 2022 einer der höchsten Werte Lateinamerikas registriert. Viele der überfüllten Gefängnisse werden von kriminellen Organisationen kontrolliert, es kommt dort immer wieder zu Kämpfen zwischen Banden.

US-Außenminister Antony Blinken ist im Rahmen seiner Nahost-Vermittlungsreise gestern Abend in Israel eingetroffen. Zuvor hatte er Gespräche in Saudi-Arabien mit Kronprinz Mohammed bin Salman geführt.

US-Außenminister Antony Blinken
Reuters/Evelyn Hockstein

Heute wird er in Tel Aviv unter anderen mit seinem neuen israelischen Amtskollegen Israel Katz zusammentreffen. Bei den Gesprächen dürfte es darum gehen, wie ein Übergreifen des Gaza-Krieges auf andere Teile der Region – insbesondere den Libanon – verhindert werden kann. Auch die Frage, wie es im Gazastreifen nach einem Ende des Krieges weitergehen könnte, dürfte erörtert werden.

„Wir wollen zusammenarbeiten und unsere Bemühungen koordinieren, um Gaza bei der Stabilisierung und Erholung zu helfen, einen politischen Weg für die Palästinenser festzulegen und auf langfristigen Frieden, Sicherheit und Stabilität hinzuarbeiten“, sagte Blinken zuvor in Saudi-Arabien, wie die Onlinezeitung Times of Israel berichtete.

USA wollen Israel zu Reduzierung der Militärpräsenz bringen

Die USA fordern eine bessere humanitäre Versorgung der Menschen im Gazastreifen und mehr Rücksicht auf die Zivilbevölkerung beim Kampf der israelischen Armee gegen die islamistische Hamas. US-Präsident Joe Biden sagte bei einer Wahlkampfrede, er arbeite „im Stillen“ mit der israelischen Regierung und wolle erreichen, dass Israel seine Militärpräsenz im Gazastreifen deutlich reduziere.

Es ist bereits Blinkens vierte Nahost-Reise seit dem Terrorangriff der Hamas und anderer extremistischer Palästinensergruppen am 7. Oktober auf Israel. Stationen der Reise, die noch bis Donnerstag dauern sollte, sind neben Saudi-Arabien und Israel auch die Türkei, Griechenland, Jordanien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie das Westjordanland und Ägypten.

Die US-Regierung hat nach der Parlamentswahl in Bangladesch scharfe Kritik am Ablauf der Abstimmung geübt. „Die Vereinigten Staaten teilen die Ansicht anderer Beobachter, dass diese Wahlen nicht frei und fair waren, und wir bedauern, dass nicht alle Parteien teilgenommen haben“, teilte das Außenministerium in Washington gestern mit.

Man verurteile die Gewalt während der Abstimmung und sei „nach wie vor besorgt“ angesichts der Festnahmen Tausender Oppositionsmitglieder.

Opposition boykottierte Wahl

Bei der Wahl hatte sich die bisherige autokratisch regierende Premierministerin Sheikh Hasina wie erwartet eine fünfte Amtszeit gesichert.

Die größte Oppositionspartei, die Bangladesh Nationalist Party (BNP), boykottierte die Parlamentswahl, da diese ihrer Ansicht nach nicht fair ablief. Die Partei der 76-jährigen Hasina, die Awami-Liga, sicherte sich der Wahlkommission zufolge 223 von 298 Sitzen im Parlament.

Die US-Regierung erklärte weiter, zur Kenntnis zu nehmen, dass Hasinas Partei die Mehrheit der Sitze gewonnen habe. Man „unterstütze das Volk von Bangladesch und sein Streben nach Demokratie, friedlicher Versammlungsfreiheit und freier Meinungsäußerung“, hieß es. Washington forderte alle Parteien auf, Gewalt abzulehnen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) hat vor zunehmender gesetzlicher Diskriminierung von LGBTQ-Menschen in mehreren afrikanischen Ländern gewarnt. Die englische Abkürzung LGBTQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer.

Vergangenes Jahr seien in vielen Ländern Afrikas LGBTQ-Organisationen verboten und Versammlungen aufgelöst worden, erklärte die Referentin für Afrika bei AI in Deutschland, Franziska Ulm-Düsterhöft, heute.

„Übergriffe auf lesbische, schwule, bisexuelle, trans und intergeschlechtliche Menschen sowie Verhaftungen sind an der Tagesordnung“, so Ulm-Düsterhöft. AI zufolge kriminalisieren 31 afrikanische Länder einvernehmliche gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen.

Verschärfungen durch neue Gesetze

Als Beispiel nannte die Organisation Uganda, wo im Mai eines der weltweit strengsten Gesetze gegen Homosexuelle verabschiedet wurde. Doch auch in Ländern wie Ghana seien LGBTQ-Menschen „bereits jetzt einer ganzen Reihe von Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt“. Auch dort könnte das Parlament demnach bald „einen der schärfsten Gesetzesentwürfe“ gegen LGBTQ „auf dem gesamten Kontinent“ verabschieden.

Auch in Kenia gibt es laut Amnesty einen Gesetzesentwurf, der auf das Verbot von Homosexualität abzielt. Kenia ist der größte Handelspartner Deutschlands in Ostafrika. Im Dezember unterzeichnete das Land ein Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union.

Ulm-Düsterhöft zufolge wird auch die Unterstützung homosexueller Menschen in afrikanischen Ländern zunehmend unter Strafe gestellt, sodass diese ihre Arbeit verlieren, „ihre Wohnung und den Zugang zu medizinischer Versorgung“. Die Situation sei vielerorts so prekär, dass zahlreiche LGBTQ-Menschen „untergetaucht sind oder versuchen zu fliehen“.

Inland

SPÖ-Parteichef Andreas Babler hat gestern im ZIB2-Interview einmal mehr eine Koalition mit der FPÖ kategorisch ausgeschlossen. Das betreffe für die SPÖ sowohl die Bundes- als auch die Landesebene, so der Parteivorsitzende.

Ebenso hielt Babler an einer Erbschaftssteuer als Koalitionsbedingung für die SPÖ fest. Dass eine solche bis auf die Grünen keine andere Partei mittragen würde, wollte der SPÖ-Chef nicht gelten lassen.

Er widersprach auch der Einschätzung, dass die SPÖ mit dem von ihm gesetzten Themen keine Wahlen gewinnen könne. Er habe „eine andere These“, sagte Babler darauf angesprochen, dass etwa der Politikwissenschaftler Anton Pelinka, einen „Babler-Effekt“ in Zweifel zieht. Er habe in dem halben Jahr, seit er die Parteiführung übernommen habe, „eine solide Arbeit hingelegt“, so Babler.

Wahl am liebsten noch vor Sommer

Geht es nach Babler, sollte sich so bald wie möglich zeigen, ob die SPÖ unter ihm bei einer Nationalratswahl reüssieren kann. „Ich bin dafür, dass man schnell wählt, am besten noch vor dem Sommer“, meinte er auf eine entsprechende Frage am Montag im ZIB2-Interview.

Parteivorsitz „kein Wunschkonzert“

Dass – nicht zuletzt in den vergangenen Wochen – manche SPÖ-Mitglieder auch für negative Schlagzeilen gesorgt hatten, konnte Babler nicht bestreiten. So äußerte er sich auch zu den hohen Beratungssummen, die der ehemalige SPÖ-Parteichef und Kanzler Alfred Gusenbauer der Signa in Rechnung gestellt hatte.

Er beurteilte diese kritisch und fragte nach der Leistung. Einen Parteiausschluss Gusenbauers wollte er aber nicht ventilieren. Ein Parteivorsitz sei „kein Wunschkonzert“, sagte er auf die Frage, ob er sich wünsche, dass Gusenbauer seine SPÖ-Mitgliedschaft selbst ruhend stelle.

Entschuldigung „stellvertretend für Sozialdemokratie“

„Fassungslos“ habe ihn das Facebook-Posting des SPÖ-Nationalratsmandatars Andreas Kollross gemacht, so Babler. Der Trumauer Bürgermeister hatte in dem sozialen Netzwerk einen Vergewaltigungen verharmlosenden Scherz gemacht.

Er müsse sich für die Sozialdemokratie stellvertretend entschuldigen, sagte Babler. Dass das Posting für Kollross aber keine Konsequenzen hatte, verteidigte Babler damit, dass sich der SPÖ-Mandatar entschuldigt und das Posting „sofort gelöscht“ habe.

Bezüglich des Nahost-Konflikts bekräftigte Babler die SPÖ-Kritik, weil Österreich im Dezember gegen eine UNO-Resolution für einen humanitären Waffenstillstand gestimmt hatte. Es müsse alles für den Schutz der Zivilbevölkerung getan werden.

Die neue Universität in Linz stößt in der Universitätslandschaft und bei der Opposition auf Kritik. Für die SPÖ entpuppt sich die geplante Digitaluni als „teures Wahlkampfzuckerl“. NEOS sieht ÖVP-Bildungsminister Martin Polaschek von einer Panne zur nächsten stolpern. Der Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Oliver Vitouch, sprach gegenüber ORF.at von einem „Wolpertinger“.

Dass die Uni künftig 100 Mio. Euro jährlich kosten und gleichzeitig nach eigenem Ermessen allgemeine Studiengebühren einheben dürfen soll, sei „absolut untragbar“, hieß es gestern in einer Aussendung von Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl und Vizeklubchefin Eva-Maria Holzleitner (beide SPÖ). Um den Schaden zu begrenzen, müsse die Planung zurück an den Start.

NEOS-Bildungssprecherin Martina Künsberg Sarre forderte Minister Polaschek auf, gemeinsam mit allen Parteien und Stakeholdern „etwas zu entwickeln, das Hand und Fuß hat“. Zuvor hatten sich bereits mehrere Stellen kritisch zum Gesetzesentwurf geäußert, der aktuell begutachtet wird. Das Wissenschaftsressort begrüßte die breite Debatte zum Gesetz. Man wolle etwas Neues wagen, hieß es gegenüber ORF.at.

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Ukraine-Krieg

Die Ukraine will die jüngsten schweren Angriffe Russlands eigenen Angaben nach nicht unbeantwortet lassen. „Der Terrorstaat wird definitiv unsere Antwort spüren“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gestern in seiner abendlichen Videoansprache.

Außerdem seien die Verhandlungen mit internationalen Partnern in den kommenden Wochen auf die Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung ausgerichtet, sagte Selenskyj. „Viele Schritte werden unternommen, und ich bin zuversichtlich, dass wir in der Lage sein werden, unseren Staat zu stärken. Unser Luftverteidigungssystem. Unsere Arbeit mit Partnern an Drohnen.“

Welle von Angriffen

Russland hatte die Ukraine zuvor zum wiederholten Mal binnen weniger Tage mit Dutzenden Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen angegrifen. Von den insgesamt knapp 60 Geschossen konnten allerdings weniger abgefangen werden als üblich – unter anderem, weil Landesteile zum Ziel wurden, die nicht so gut geschützt sind wie etwa die Hauptstadt Kiew. Diese ist mit aus dem Westen gelieferten Luftabwehrsystemen ausgestattet.

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Unweit eines russischen Öldepots ereignete sich Medien zufolge eine Explosion an einer Eisenbahnstrecke. Diese sei in der Stadt Nischni Tagil am Ural durch einen Sprengsatz ausgelöst worden, berichteten mehrere Onlinepotale. Die russische Grenzregion Belgorod meldete erneut Beschuss durch die ukrainische Armee. Ersten Erkenntnissen nach seien drei Menschen verletzt worden, schrieb Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram.

Die Ukraine geht von mehr als 19.500 Kindern aus, die im Krieg illegal nach Russland verschleppt worden seien. Das sagte der Leiter des ukrainischen Präsidialamtes, Andrij Jermak, gestern in Kiew. Die genannte Zahl stützt sich auf UNO-Angaben. Etwa 3.900 dieser Kinder sollen Waisen oder ohne Eltern sein.

„Russland hat im Laufe seines Krieges gegen die Ukraine schreckliche Verbrechen begangen, doch die Deportation und gewaltsame Entführung von Kindern, unseren Schutzbedürftigsten, zählt zu den grausamsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit seit dem Zweiten Weltkrieg“, sagte Jermak einer Mitteilung zufolge.

Vorwurf der systematischen Deportation

Jermak warf Russland die systematische Deportation und Umsiedlung ukrainischer Kinder vor – das sei Teil der staatlichen Politik, um deren Identität zu zerstören. Moskau verweigere der Ukraine oder internationalen Institutionen Auskunft über das Schicksal der Kinder.

Neue Arbeitsgruppe

Bisher gelang es nur in Einzelfällen, ukrainische Kinder in ihr Heimatland zurückzuholen. Auf Anweisung der Regierung wurde
nun eine Arbeitsgruppe mit internationaler Beteiligung eingerichtet.

Sie soll Mechanismen für eine freiwillige Wiedervereinigung der Kinder mit ihren Angehörigen entwickeln und Lücken im internationalen Kinderschutzrecht schließen helfen. Neben Jermak leitet die britische Juristin und Oberhausabgeordnete Helena Kennedy die Arbeitsgruppe.

Wirtschaft

Die Deutsche Bahn ist mit dem Versuch gescheitert, den geplanten Lokführerstreik in Deutschland mit juristischen Mitteln zu stoppen. Das Arbeitsgericht Frankfurt lehnte gestern eine einstweilige Verfügung gegen den Streikaufruf der Gewerkschaft GDL ab.

Die Deutsche Bahn kündigte umgehend an, vor dem Hessischen Landesarbeitsgericht in Berufung zu gehen. Dieser Weg steht auch dem Eisenbahnunternehmen Transdev offen, das zuvor in einem parallelen Verfahren ebenfalls vor dem Arbeitsgericht gescheitert war.

Urteile der zweiten Instanz sind voraussichtlich für morgen zu erwarten. Ein Termin stand am Abend noch nicht fest.

Die Pleite des Signa-Flaggschiffes Signa Prime Selection zieht bereits Folgeinsolvenzen nach sich. Die 100-prozentige Prime-Tochter Signa Real Estate Management GmbH beantragte am Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren, teilten der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) und der Kreditschutzverband von 1870 (KSV1870) gestern Nachmittag mit.

Die Passiva werden mit rund 60 Mio. Euro beziffert, demgegenüber stünden Aktiva von rund 5,8 Mio. Euro. Von der Insolvenz sind 47 Beschäftigte und 82 Gläubiger betroffen.

Löhne und Gehälter bis einschließlich November 2023 seien bezahlt. Eine Fortführung des Unternehmens sei derzeit nicht geplant, einer konkursgerichtlichen Schließung sei vorab zugestimmt worden, heißt es vom AKV.

Betreut Immobilien in „Topinnenstadtlagen“

Die Signa Real Estate Management ist laut Bilanzlagebericht 2022, der im Firmenbuch einsehbar ist, in Österreich, Deutschland und Italien tätig und entwickelt und betreut gewerbliche Immobilien in „Topinnenstadtlagen“.

Zu den Projekten gehören demnach etwa das Kaufhaus Tyrol, das KaDeWe Berlin und das Goldene Quartier in Wien. Die Gesellschaft bezifferte ihre Verbindlichkeiten für 2022 im Bericht mit 30,13 Mio. Euro, der Umsatz lag bei 12,11 Mio. Euro.

Im Dezember soll die Immobilienfirma bereits 45 Beschäftigte beim AMS-Frühwarnsystem zur Kündigung angemeldet haben.

Auch Signa Rem Transactions GmbH beantragt Konkursverfahren

Laut dem KSV1870 beantragte auch die Signa Rem Transactions GmbH ein Konkursverfahren. Es seien etwa 25 Beschäftigte und 41 Gläubiger betroffen. Die Passiva betragen laut Mitteilung etwa 5,4 Mio. Euro.

Chronik

Bei einer heftigen Explosion in der Innenstadt von Fort Worth im US-Bundesstaat Texas sind rund 20 Menschen verletzt worden. Ersten Erkenntnissen nach handelte es sich bei dem Vorfall gestern Nachmittag (Ortszeit) um eine Gasexplosion in einem Hotel, wie die zuständigen Behörden mitteilten.

Rund zwei Dutzend Zimmer in dem Hotel seien belegt gewesen, in dem Gebäude hätten zum Zeitpunkt der Explosion Bauarbeiten stattgefunden, hieß es bei einer Pressekonferenz der Feuerwehr. Einige Menschen seien zeitweise im Keller eingeschlossen gewesen, hätten aber gerettet werden können. Auf TV-Bildern waren zahlreiche Trümmer auf der Straße rund um das Hotel zu sehen.

Bei Inspektionen von Flugzeugen des Typs 737 Max 9 hat die US-Fluggesellschaft United Airlines lose Schrauben an jenem Rumpfbauteil gefunden, das vor wenigen Tagen während eines Fluges herausgebrochen war.

Eine United-Sprecherin machte gestern keine Angaben dazu, bei wie vielen Maschinen das Problem festgestellt wurde. Die Airline habe insgesamt 79 Flugzeuge des Typs. Die US-Luftfahrtaufsicht FAA hatte am Wochenende angeordnet, die Flugzeuge auf dem Boden zu halten und inspizieren zu lassen.

Das Bauteil verschließt bei der Modellvariante eine nicht benötigte Türöffnung. Bei einem Flug von Alaska Airlines am Freitag riss das Teil kurz nach dem Start im Steigflug heraus.

Probleme seit Wochen bekannt

Das ausgebrochene Rumpfteil wurde inzwischen gefunden. Ein Lehrer in der Stadt Portland (Oregon) entdeckte den Teil in seinem Garten. Zugleich wurde bekannt, dass seit Wochen wiederholt eine Warnlampe, die auf ein mögliches Problem beim Kabinendruck hinweisen kann, aufleuchtete. Zudem sind die Aufzeichnungen aus dem Cockpit verloren.

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Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat gestern Ermittlungen gegen die italienische Starinfluencerin Chiara Ferragni wegen Betrugs aufgenommen. Diese betreffen die Vermarktung eines von ihr für den Süßwarenhersteller Balocco „entworfenen“ Pandoro. Die Vermarktung des traditionellen italienischen Weihnachtskuchens hatte bei den Kundinnen und Kunden den Eindruck erweckt, dass Spenden für krebskranke Kinder gesammelt wurden.

Das Lebensmittelunternehmen, das den Pandoro produziert, versprach, einen Teil der Einkünfte an das Kinderspital Regina-Margherita in Turin zu spenden. Balocco überwies dem Spital jedoch lange vor der Aktion 50.000 Euro – unabhängig von den tatsächlichen Verkaufszahlen.

Ferragni und Balocco wurden vor drei Wochen vom Wettbewerbsamt wegen „unlauterer Geschäftspraktiken“ mit einer Geldstrafe von einer Million Euro bestraft. Bei dem nun eröffneten Ermittlungsverfahren soll Ferragni demnächst befragt werden. Berichten zufolge untersuchen die Staatsanwälte auch andere Wohltätigkeitsinitiativen, die von der 36-Jährigen unterstützt wurden.

Die italienische Influencerin Chiara Ferragni
AP/Antonio Calanni

Ferragni weist die Vorwürfe zurück. „Ich bin sicher, dass aus den Ermittlungen meine Unschuld hervorgehen wird“, wie es in einer Mitteilung dazu heißt. Die Ermittlungen kommen Ferragni dennoch teuer zu stehen. Zuletzt gab Coca-Cola den Verzicht auf einen bereits abgedrehten Werbespot mit der Influencerin bekannt. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni nahm den Fall zum Anlass, ein neues Gesetz für mehr Transparenz bei Internetauftritten prüfen zu lassen.

Science

Es hätte der Auftakt zur Rückkehr der USA zum Mond sein sollen. Doch wenige Stunden nach dem erfolgreichen Raketenstart droht die Mission des US-Unternehmens Astrobotic zu scheitern.

Astrobotics Mondlandefähre „Peregrine“ war gestern Früh an Bord einer Rakete vom Typ Vulcan Centaur des Herstellers ULA vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet. Am frühen Nachmittag meldete Astrobotic aber, dass sich zwar das Modul mit dem Lander erfolgreich von der Rakete getrennt habe, es gebe allerdings ein Problem mit dem Antriebssystem.

„Leider gab es eine Störung, die verhindert hat, dass ‚Peregrine‘ eine stabile, der Sonne zugewandte Position einnehmen konnte“, schrieb Astrobotic auf X (Twitter). Später teilte das Unternehmen mit, dass zwar die Solarpaneele erfolgreich Richtung Sonne ausgerichtet werden konnten, das Raumfahrzeug verliere allerdings Treibstoff.

„Alternative Einsatzprofile“

„Wir prüfen derzeit, welche alternativen Einsatzmöglichkeiten infrage kommen“, so das Unternehmen weiter. Der Fokus liege nun darauf, möglichst viele wissenschaftliche Daten zu sammeln. Die Aussagen deuten darauf hin, dass eine erfolgreiche Mondlandung zunehmend unwahrscheinlich erscheint.

Wäre die Mission nach Plan verlaufen, hätte die Mondlandefähre Ende Februar auf dem Erdtrabanten in einem Gebiet mit dem Namen Sinus Viscositatis (Bucht der Klebrigkeit) landen sollen.

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Kultur

Wenn von den bedeutendsten Gitarristen der Musikgeschichte die Rede ist, dann fallen Namen wie Chuck Berry, Jimi Hendrix, Eric Clapton, Jeff Beck und Eddie Van Halen – und immer auch Jimmy Page. Der Brite, der heute 80 Jahre alt wird, prägte mit Led Zeppelin die Rockmusik nachhaltig.

Jimmy Page auf Bühne
Reuters/Eduardo Munoz

Sein Gitarrensolo für „Stairway To Heaven“ landet in Bestenlisten stets weit vorn, und auch 40 Jahre nach ihrer Auflösung sind Led Zeppelin eine der einflussreichsten Bands der Welt. Indem sie Elemente von Blues, Rock’n’Roll, Hard Rock, Folk und sogar orientalischer Musik kombinierten, schufen „Led Zep“ in den späten 1960er und 1970er Jahren einen neuen, unverkennbaren Sound, der viele nachfolgende Musikgenres und unzählige Musiker prägte.

„Whole Lotta Love“, „Kashmir“, „Immigrant Song“

Ob Bon Jovi, Kiss, die Foo Fighters oder die verdächtig nach Zeppelin klingenden Greta Van Fleet – kaum eine Rockband der vergangenen Jahrzehnte wurde nicht irgendwie von Led Zeppelin beeinflusst. Krachende und epische Lieder wie „Whole Lotta Love“, „Kashmir“ und „Immigrant Song“ sind Meilensteine des Genres.

Dank ihrer Qualitäten als Liveband und durch Mundpropaganda wurden Led Zeppelin trotz schlechter Presse schnell weltweit erfolgreich. Zwischen 1968 und 1979 veröffentlichten sie acht Studioalben. Nach dem Tod von Schlagzeuger John Bonham im Jahr 1980 löste sich die Gruppe auf.

Weitere Auftritte nach Trennung

Doch auch nach der Trennung musizierte Page immer wieder mit seinen alten Bandkollegen, etwa beim legendären „Live Aid“-Konzert 1985 – mit Phil Collins und Tony Thompson am Schlagzeug – und 2007 für ein Benefizkonzert in London letztmals als Led Zeppelin.

Während die Show von 2007 als Livealbum und Konzertvideo „Celebration Day“ erschienen ist, verhindert Perfektionist Page bis heute eine offizielle Veröffentlichung des „Live Aid“-Auftritts, mit dem die Bandmitglieder nach eigener Aussage nicht zufrieden waren.

Keine Reunion geplant

Privat ist Jimmy Page, der zweimal geschieden ist, mehrere Kinder und eine Adoptivtochter hat, laut Medienberichten mit der 34 Jahre alten britischen Dichterin und Performerin Scarlett Sabet liiert und lebt in der Nähe von London.

Hinter den Kulissen arbeitet er weiter am Vermächtnis von Led Zeppelin, kümmert sich um Neuauflagen und andere Veröffentlichungen. Mehrfach äußerte er sich offen für eine Reunion. Doch damit ist nun nicht mehr zu rechen, denn vor allem Sänger Robert Plant hat nach eigener Aussage kein Interesse daran.

Gesundheit

In allen spanischen Gesundheitseinrichtungen soll wegen zunehmender Atemwegserkrankungen wie Grippe und Covid-19 ab Mittwoch wieder eine Maskenpflicht gelten. Das berichtete der staatliche TV-Sender RTVE gestern Abend unter Berufung auf das Gesundheitsministerium.

Zuvor hatte es Gesundheitsministerin Monica Garcia nicht geschafft, alle Regionen von der Notwendigkeit zu überzeugen, die Maskenpflicht aus eigenen Stücken einzuführen.

Notaufnahmen teilweise unter Druck

Die Ministerin begründete die vorübergehende Maßnahme mit dem Schutz gefährdeter Bevölkerungskreise wie Kleinkinder und ältere Menschen sowie des Gesundheitspersonals. In manchen Teilen des Landes sind die Notaufnahmen der Krankenhäuser wegen eines hohen Patientenaufkommens stark unter Druck.

Die Maskenpflicht im Gesundheitswesen war in Spanien Anfang Juli vergangenen Jahres abgeschafft worden, als der CoV-Notstand aufgehoben wurde.

Leute

Vor jubelnden Fans hat Schauspieler Willem Dafoe gestern seinen Stern auf Hollywoods „Walk of Fame“ enthüllt. Im Blitzlichtgewitter der Fotografen ging der 68-Jährige strahlend auf der Plakette zu Boden und küsste den Stern.

US-Schauspieler Willem Dafoe am Hollywood Walk of Fame
Reuters/Mario Anzuoni

Als Kind in einer Kleinstadt in Wisconsin hätte er sich so eine Ehre nie vorstellen können, schaute der Schauspieler zurück. Er liebe es einfach, Teil der Filmgemeinschaft zu sein, Geschichten zu erzählen und Menschen dadurch zu verbinden, schwärmte Dafoe über seinen Beruf.

US-Schauspieler Willem Dafoe am Hollywood Walk of Fame
Reuters/Mario Anzuoni

Erst am Vortag hatte Dafoe bei der Vergabe der Golden Globes mitgefeiert. Für seine Rolle als größenwahnsinniger Wissenschaftler in dem skurrilen Märchen „Poor Things“ war er für einen Nebenrollen-Globe nominiert.

Auch Wim Wenders unter Gästen

Zu der „Walk of Fame“-Feier brachte Dafoe zahlreiche Freunde und Kollegen mit, darunter Patricia Arquette, Mark Ruffalo, Pedro Pascal und den deutschen Regisseur Wim Wenders. Auch seine Ehefrau, die italienische Filmemacherin Giada Colagrande, war dabei.

Dafoe hat mehr als hundert Filme gedreht, darunter „Platoon“, „Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit“ und „Spider-Man“. Zuletzt spielte er in Filmen wie „Nightmare Alley“, „Inside“ und „Asteroid City“ mit.