COV Ausland

Der vor dem Regierungswechsel noch geschäftsführend im Amt befindliche, deutsche Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat angekündigt, die Impfpflicht für Spitäler und Heime noch vor Weihnachten umsetzen zu wollen. Auch Profisportler hätten eine „moralische Impfpflicht“, sagt Hubertus Heil, einem Vorabbericht der Zeitung „Bild am Sonntag“ zufolge. „Das Wichtigste ist, dass sich mehr Menschen impfen lassen.“

„Zum Beispiel Profifußballer“

Das gelte auch „für diejenigen, die viel verdienen und im Rampenlicht stehen, zum Beispiel Profifußballer. Es gibt eine moralische Impfpflicht.“ Heil befürwortet auch eine allgemeine Impfpflicht, eine Debatte darüber müsse jedoch richtig geführt werden: „Denn wenn die Impfpflicht kommen soll, muss sie rechtssicher und praktisch umsetzbar sein.“

Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier rief die Bürger eindringlich dazu auf, einen Lockdown durch freiwillige Kontaktbeschränkungen zu verhindern. „Wichtig ist, dass wir jetzt alle gemeinsam handeln“, schrieb Steinmeier in einem Gastbeitrag für die „Bild am Sonntag“. Steinmeier appellierte zudem erneut an die Menschen, sich impfen zu lassen.

Zuletzt hatte die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina vorgeschlagen, rasch mehrwöchige Kontaktsperren auch für Geimpfte zu verhängen, um die starke vierte Welle zu brechen. Außerdem müssten bis Jahresende 30 Millionen Menschen in Deutschland eine Booster-Impfung erhalten. Eine Impfpflicht, zumindest für Bedienstete im Gesundheitswesen, sei notwendig.

Drei Vierte der Spitäler müssen OPs verschieben

Aufgrund der vielen Covid-19-Patienten auf Intensivstationen müssen immer mehr Kliniken in Deutschland planbare Operationen verschieben. Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft kann der Normalbetrieb in mehr als drei Viertel aller Krankenhäuser in Deutschland mittlerweile nicht mehr aufrechterhalten werden, und diese Häuser müssen planbare Operationen verschieben.

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland stieg unterdessen erneut und erreichte einen Höchststand. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl heute mit 446,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag war der Wert bei 444,3 gelegen, vor einer Woche bei 372,7 (Vormonat: 130,2). Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 104 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 75 Todesfälle.

Um die Ausbreitung der neuen Omikron-Variante des Coronavirus einzudämmen, schließt Israel seine Grenzen für Ausländer. Diese und weitere Beschränkungen beschloss das Coronavirus-Kabinett laut israelischen Medienberichten gestern Abend. Die neuen Beschränkungen sollen heute Abend in Kraft treten. Derzeit ist demnach in Israel ein Omikron-Fall bestätigt, sieben Fälle werden untersucht.

Bis auf Weiteres müssen alle Personen, die aus einem beliebigen Land nach Israel zurückkehren – darunter auch geimpfte Israelis – bei der Einreise nach Israel drei Tage lang isoliert werden, wie etwa die „Jerusalem Post“ berichtete. Die Reisenden würden am Flughafen getestet und müssten sich dann am dritten Tag einem PCR-Test unterziehen und dürften die Isolation erst verlassen, wenn das Ergebnis negativ sei, hieß es weiter.

Ungeimpfte Israelis müssten sieben Tage lang isoliert werden, sofern der Test negativ ausfalle. Alle Ausländer, die eine Einreiseerlaubnis nach Israel erhielten, müssten in einem staatlichen „Coronavirus-Hotel“ unter Quarantäne gestellt werden.

Zuvor hatte die israelische Regierung bereits die Einreise aus Afrika weitgehend eingeschränkt. Zahlreiche afrikanische Staaten würden als „rote Länder“ eingestuft. Die Länder in Nordafrika sind davon ausgenommen.

Die US-Regierung hat das Handeln Südafrikas im Zusammenhang mit der Omikron-Variante des Coronavirus als vorbildlich gelobt. Außenminister Antony Blinken habe in einem Telefonat mit seinem südafrikanischen Amtskollegen Naledi Pandor insbesondere die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Südafrika für die schnelle Identifizierung der Omikron-Variante hervorgehoben, teilte das US-Außenministerium gestern mit.

Blinken habe auch die südafrikanische Regierung für ihre Transparenz bei der Weitergabe dieser Informationen gelobt. Dieses Verhalten sollte als „Vorbild für die Welt“ dienen.

Die zuerst im südlichen Afrika nachgewiesene Variante (B.1.1.529) wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „besorgniserregend“ eingestuft. Welche genauen Auswirkungen die Variante hat, steht aber noch nicht fest. Das südafrikanische Institut für Ansteckende Krankheiten NICD hatte am Donnerstag mitgeteilt, es seien in Südafrika mehrere Fälle der neuen Variante B.1.1.529 nachgewiesen worden.

Auch die US-Regierung schränkt wegen der neuen Variante Einreisen aus den Staaten des südlichen Afrikas ein. Betroffen sind ab Montag Einreisen aus Südafrika, Simbabwe, Namibia, Botswana, Lesotho, Eswatini, Mosambik und Malawi. China hatten die USA wegen Mangels an Transparenz bei der Aufklärung über den Ursprung des Coronavirus scharf kritisiert.

In einer aufgeheizten politischen Atmosphäre stimmen die Menschen in der Schweiz heute über das Covid-19-Gesetz der Regierung ab. Die Gegner mobilisieren vor allem gegen das bereits eingeführte Covid-19-Zertifikat, mit dem sich eine CoV-Impfung, Negativtestung oder Genesung nachweisen lässt. Dieses soll durch die Volksabstimmung auf eine rechtssichere Grundlage gestellt werden.

Seit September wird das Zertifikat unter anderem beim Besuch von Restaurants benötigt. Obwohl laut Umfragen eine Mehrheit von zwei Dritteln der Bevölkerung hinter dem Covid-19-Gesetz steht, befürchten Beobachter eine Zunahme der Spannungen um die CoV-Politik der Regierung.

Politiker sind nach Polizeiangaben mit einem nie da gewesenen Ausmaß an Drohungen konfrontiert. Zuletzt erhöhte die Polizei die Sicherheitsmaßnahmen für mehrere Betroffene, darunter Gesundheitsminister Alain Berset. Landesweit hatten Kritiker in den vergangenen Wochen immer wieder gegen Beschränkungen protestiert, manche Demonstrationen schlugen in Gewalt um.

Wegen eines starken Anstiegs der Infektions- und Patientenzahlen gehen die Niederlande von heute an in einen abendlichen CoV-Lockdown. Geschäfte, Kulturstätten, Gaststätten und Sportclubs müssen bereits um 17.00 Uhr schließen. Die verschärften Maßnahmen gelten zunächst bis zum 18. Dezember. Davon ausgenommen sind Supermärkte.

Schulen sollen geöffnet bleiben

Schulen sollen vorerst geöffnet bleiben. Allerdings müssen Schülerinnen und Schüler ab zehn Jahre eine Maske tragen, wenn sie nicht an ihrem Platz sitzen. Die 1,5-Meter-Distanz-Regel wird ausgeweitet auf Kinos, Theater und Gaststätten. Das heißt, dass weniger Besucher gleichzeitig hineindürfen. Dort wird auch wieder die Maskenpflicht gelten.

Es müsse eine echte Wende erreicht werden, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitag bei der Ankündigung der neuen Regeln. Zur Begründung verwies die Regierung auch darauf, dass sich die Lage in den Krankenhäusern zugespitzt habe.

Zuletzt noch im Teillockdown

Gestern galten noch die Mitte November angeordneten Regeln eines Teillockdowns, wonach Geschäfte bis 18.00 Uhr und Restaurants bis 20.00 Uhr geöffnet bleiben durften. Damit sollte den betroffenen Unternehmen Zeit gegeben werden, sich auf die verschärften Vorschriften einzustellen und zum Beispiel die Abstände zwischen Tischen sowie Sitzgelegenheiten entsprechend zu vergrößern.

Ob die neuen Maßnahmen den erhofften Erfolg bringen und zu einer spürbaren Senkung der Infektionszahlen beitragen, soll Mitte Dezember beurteilt werden.

Am Flughafen Lübeck haben Polizei und Stadt eine unzulässige Impfaktion mit großem Andrang beendet. Es bestehe der Verdacht, dass der Impfstoff nicht zugelassen ist und damit eine Straftat nach dem Arzneimittelgesetz darstellt, teilte die Polizeidirektion Lübeck gestern Abend mit. 50 Personen seien wahrscheinlich damit geimpft worden, bevor die Aktion von Polizei und Kommunalem Ordnungsdienst gestoppt worden sei.

Bei Eintreffen der Beamten gegen 15.00 Uhr seien 80 Personen vor dem Flughafengebäude festgestellt worden, weitere Menschen seien zugeströmt. Etwa 150 Impfwillige hätten sich in der Abfertigungshalle aufgehalten. Geimpft wurde den Angaben zufolge in einem zu diesem Zweck hergerichteten Büroraum. Flugverkehr gab es nicht.

Die Beamten stellten Impfproben, genutzte Spritzen sowie Impflisten sicher und nahmen von den anwesenden Personen die Personalien auf. Weitere Detailangaben würden zum jetzigen Zeitpunkt nicht gemacht, hieß es weiter. Diese würden in der kommenden Woche nach Absprachen der beteiligten Ämter und Behörden folgen.

Der Flughafen gehört dem Unternehmer und promovierten Mediziner Winfried Stöcker, der einen eigenen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt hat. Im April 2020 hatte sein Büro bestätigt, dass er diesen im Selbstversuch erforscht.

COV Inland

8.000 Fünf- bis Elfjährigen ist in Niederösterreich bisher eine Coronavirus-Schutzimpfung verabreicht worden. In den nächsten Wochen stehen 30.000 weitere Impftermine an. Impfkoordinator Constantin Chwojka fordert dafür vom Bund mehr Impfstoff.

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Das Land Tirol öffnet heute alle neun Impfzentren. Damit soll die CoV-Impfung unkompliziert und ohne Anmeldung möglich sein. Verabreicht werden sowohl Erst- und Zweitstiche als auch dritte Impfungen.

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Mit dem vierten Lockdown sind viele Geschäfte wieder geschlossen, Fitnessstudios gesperrt, Konzerte und Kurse abgesagt. Erfahrungen früherer Lockdowns haben gezeigt, dass es für Betroffene mitunter schwierig ist, ihre Rechte durchzusetzen. So wurden etwa Rückzahlungen verzögert. Wie man Geld zurückbekommt und was jetzt erlaubt ist.

Mehr dazu in help.ORF.at

Das Land Tirol und die MedUni Innsbruck bieten Covid-19-Patienten in Heimquarantäne wieder die Möglichkeit einer telemedizinischen Überwachung. Dabei messen Sensoren laufend die Werte der Patientinnen und Patienten. Verschlechtern sich diese deutlich, wird automatisch Alarm geschlagen.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den abgelaufenen sieben Tagen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner, liegt laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bei 1.029 (Stand: gestern, 14.00 Uhr).

Salzburg hat mit einer Inzidenz von 1.508,8 weiterhin den höchsten Wert, gefolgt von Oberösterreich mit 1.450,7. Am niedrigsten ist die 7-Tage-Inzidenz weiterhin in Wien (547,8) und dem Burgenland (632,4).

Das Berichtsschema der AGES zeigt die Zahlen vom Vortag – wie die Meldung der Ministerien. Wesentlicher Unterschied zu den Ministeriumsmeldungen: Laborbestätigte Fälle, Tote etc. werden nicht zum Meldezeitpunkt dargestellt, sondern zum Diagnose- bzw. Sterbedatum. In der Darstellung in ORF.at wird auch täglich transparent gemacht, welchen Tagen die neu gemeldeten Fälle zugeordnet werden.

Karten, Grafiken und Informationen zu aktuellen Fällen und zum Epidemieverlauf in ORF.at/corona/daten

Ministerien melden 11.671 Neuinfektionen

Das Gesundheits- und das Innenministerium haben 11.671 neu registrierte CoV-Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden (Stand: gestern, 9.30 Uhr) gemeldet. Diese Zahlen meldeten die Bundesländer an den nationalen Krisenstab.

12.349 Menschen verstarben bisher an den Folgen des Coronavirus. Derzeit befinden sich 3.248 Personen aufgrund des Coronavirus in Spitalsbehandlung, davon 608 auf Intensivstationen.

Daten des Krisenstabs in ORF.at/corona/daten/morgenmeldung

Erklärung zur Zählweise und weiteren Fragen in ORF.at/corona

Die Regierung hat den Zeitplan für ihr Gesetz zur ab Februar 2022 geplanten Coronavirus-Impfpflicht vorgelegt: In der Woche ab 6. Dezember soll der Entwurf vorliegen, das soll eine „ordentliche Begutachtung von mindestens vier Wochen“ ermöglichen. Das Gesetz könne dann nach Beschluss von Nationalrat und Bundesrat mit Anfang Februar in Kraft treten, so das Gesundheitsministerium am Samstag in einer Mitteilung. Zusätzlich sollen Experten schon vorab eingebunden werden.

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Gestern sind nicht – wie zunächst berichtet – bis zum Nachmittag über 1.000 Coronavirus-Neuinfektionen in Vorarlberg dazugekommen, sondern 500. Grund für die falsche Zahl sei ein technischer Fehler beim Vorarlberger Dashboard gewesen, wie die Landesregierung mitteilte.

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Inland

Wiens Ex-Bürgermeister und jetziger Präsident der Volkshilfe Wien, Michael Häupl (SPÖ), denkt nicht daran, Bundespräsident zu werden. Einer Bewerbung erteilte er im „Wien heute“-Interview gestern eine eindeutige Absage. Auch zur aktuellen politischen Situation äußerte sich Häupl. Die politische Karriere von Ex-Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sieht Häupl angesichts der Ermittlungen rund um die Inseratenaffäre am Ende. Er selbst habe auf seinem Handy nur private Chats.

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Ende Oktober hat die Rechtsschutzbeauftragte der Justiz, Gabriele Aicher, mit scharfer Kritik an der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in Sachen ÖVP-Ermittlungen für Aufsehen gesorgt. Die ÖVP nutzte die Stellungnahme Aichers anschließend medial für Angriffe auf die WKStA. Doch nun berichteten „Standard“ und „Spiegel“, Aicher sei von einer Anwaltskanzlei beraten worden, die auch mehrere Beschuldigte vertritt. Justizministerin Alma Zadic (Grüne) lädt Aicher nun zum Gespräch.

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Ausland

Knapp drei Monate nach seiner Ernennung hat sich der amtierende Chef der Taliban, Mullah Mohammed Hassan Achund, erstmals an die Bürger Afghanistans gewandt. Seine aufgezeichnete Audiobotschaft wurde gestern im Staatsfernsehen veröffentlicht. In der mit Spannung erwarteten Rede rief er die Nation dazu auf, für das Taliban-Regime dankbar zu sein. Zuvor war Achund kritisiert worden, bei offiziellen Treffen nicht zu sprechen.

Seit August an der Macht

Mitte August hatten die militant-islamistischen Taliban die afghanische Hauptstadt Kabul erobert und nach dem Abzug der internationalen NATO-Truppen die Macht übernommen. Danach bildeten sie eine Übergangsregierung mit Mullah Mohammed Hassan Achund als amtierendem Regierungschef. Millionen von Afghanen verloren seitdem ihre Haupteinkommensquelle. UNO-Organisationen warnen vor einer humanitären Krise in dem Land.

In seiner Rede sagte Achund, die Taliban hätten ihre Versprechen erfüllt, indem sie ihren Kampf gegen ausländische Kräfte bis zur Einsetzung einer islamischen Regierung und der Stabilisierung des Landes fortgesetzt hätten.

Nöte schon vor Machtübernahme

Er behauptete, Hungersnöte, Arbeitslosigkeit und Preissteigerungen hätten bereits vor der Machtübernahme durch die Taliban im Lande bestanden. Die Wirtschaftskrise könne gelöst werden, wenn rund neun Milliarden Dollar der afghanischen Zentralbankreserven, die größtenteils in den Vereinigten Staaten geparkt seien, freigegeben würden.

Die internationale Gemeinschaft hatte das Regime aufgefordert, eine weitgehend repräsentative Regierung zu bilden und die Menschen- und Frauenrechte zu achten. Achund sagte, seine Regierung sei für jeden frei zugänglich, und die Rechte der Frauen würden geachtet. In der derzeitigen Regierung gehören jedoch mehr als 90 Prozent der Regierungsvertreter einer einzigen ethnischen Gruppe an. Darüber hinaus sind keine Frauen beteiligt.

Vertreter Frankreichs, Belgiens, Deutschlands, der Niederlande und der EU-Kommission treffen sich heute im nordfranzösischen Calais, um über die Flüchtlingskrise am Ärmelkanal zu beraten. Ziel der Beratungen ist es, die polizeiliche, juristische und humanitäre Zusammenarbeit zu verbessern und entschiedener gegen Schlepper vorzugehen. Zu dem Treffen eingeladen hatte Frankreich nach dem Tod von 27 Flüchtlingen am Mittwoch.

Großbritannien ausgeladen

Ursprünglich sollte auch die britische Innenministerin Priti Patel teilnehmen, doch wurde sie von ihrem französischen Kollegen Gerald Darmanin im zunehmenden Streit um die Flüchtlingskrise wieder ausgeladen.

Im Hinterland von Calais warten derzeit Tausende Menschen darauf, über den Ärmelkanal nach Großbritannien zu gelangen, 25.700 haben es britischen Angaben zufolge in diesem Jahr bereits geschafft. London und Paris machen sich gegenseitig für die dramatische Lage verantwortlich. Vor Beginn der Beratungen forderten Hilfsorganisationen Maßnahmen zur Schaffung legaler Migrationswege.

Mehrere Patrouillenboote der italienische Küstenwache haben gestern Abend ein Flüchtlingsboot mit 200 Schutzsuchenden erreicht, die sich im Ionischen Meer vor der Küste Kalabriens in Schwierigkeiten befanden. Der Alarm wurde auf Twitter von der Plattform „Alarm Phone“ ausgelöst, die Geflüchteten in Seenot Hilfe leistet.

Die Rettungsaktion, die von den Behörden der süditalienischen Stadt Reggio Calabria koordiniert wurde, gestaltete sich aufgrund der schwierigen Wetterbedingungen problematisch. Es wurde noch nicht entschieden, in welchen Hafen die Schutzsuchenden gebracht werden sollen.

Das deutsche Rettungsschiff „Sea Watch-4“ mit 461 Menschen an Bord wartet unterdessen im Hafen der sizilianischen Stadt Augusta immer noch auf eine Landegenehmigung. Von den Schutzsuchenden an Bord durften bisher zwei Schwangere das Schiff verlassen, berichtete die deutsche Hilfsorganisation Sea Watch per Twitter. Die Geflüchteten befinden sich seit acht Tagen an Bord des Schiffes, das Italien und Malta bereits um eine Landegenehmigung gebeten hat.

In der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik Kirgistan sind die Bürger heute zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. Die Wahllokale öffneten um 8.00 Uhr früh (3.00 Uhr MEZ), erste Ergebnisse werden kurz nach Beginn der Auszählung um 20.00 Uhr (Ortszeit) erwartet. Umfragen zeigten einen Rückhalt für die Regierung von Präsident Sadyr Dschaparow. Er hat jedoch keine eigene Partei. Mehrere gut finanzierte Bündnisse werden allerdings von ihm loyalen Politikern angeführt.

Energiekrise droht

Die Regierung des 6,5-Millionen-Einwohner-Landes steht vor einer schwierigen Zukunft: Eine Energiekrise zeichnet sich ab, die Lebenshaltungskosten steigen, und der Handel mit dem benachbarten China wird durch die Pandemie beeinträchtigt.

Seit der Unabhängigkeit des von Armut geprägten zentralasiatischen Landes von der Sowjetunion im Jahr 1991 wurden drei Präsidenten gestürzt.

Der amtierende Präsident Dschaparow war selbst vergangenes Jahr nach Unruhen an die Macht gekommen, nachdem er zuvor eine Gefängnisstrafe wegen Entführung abgesessen hatte. Ihm zufolge war die Haft politisch motiviert. Dschaparow hatte freie und faire Wahlen versprochen. Seine Kritiker werfen dem Staatschef jedoch vor, die Fehler seiner Vorgänger zu wiederholen, indem er potenzielle Konkurrenten verhaften lässt.

Wirtschaft

US-Kunden haben am „Black Friday“ weniger über das Internet eingekauft als im Jahr zuvor. Das geht aus Daten von Adobe Analytics hervor, das Transaktionen bei 80 der 100 größten US-Einzelhändler verfolgte.

Laut der Adobe-Datenanalysen beliefen sich die Onlineeinkäufe an dem Tag auf insgesamt 8,9 Milliarden Dollar im Vergleich zu neun Mrd. Dollar im Jahr 2020. Damit wurde das stetige Wachstum der letzten Jahre unterbrochen.

Stattdessen kehrten die Amerikanerinnen und Amerikaner im Vergleich zum Vorjahr vermehrt in die Geschäfte zurück, trotz der Angst vor dem Coronavirus. Die Kundenbesuche in den Geschäften stiegen im Vergleich zu 2020 um 47,5 Prozent.

Ein Vergleich mit 2019, dem letzten Jahr vor der Pandemie, zeigt jedoch einen Rückgang um 28,3 Prozent, so die Daten von Sensormatic Solutions. „Black Friday“ ist traditionell einer der größten Einkaufstage des Jahres in den USA.

Der chinesische Elektronikkonzern Xiaomi plant eine Fabrik für E-Autos in Peking mit einer jährlichen Produktionskapazität von 300.000 Fahrzeugen. Wie die Pekinger Behörden gestern mitteilten, soll das Werk in zwei Phasen gebaut werden und auch ein Forschungszentrum beinhalten. Das erste Auto soll laut Plan im Jahr 2024 vom Band rollen.

Erst im März kündigte der 51-jährige Xiaomi-Gründer Lei Jun an, mit seinem Unternehmen im Bereich Elektroautos tätig zu werden. Rund zehn Milliarden Dollar werde man innerhalb der nächsten Dekade in die firmeneigene Autosparte investieren, hieß es.

Eine entsprechende Gewerbeanmeldung schloss der Konzern mit Sitz in Peking im August ab. Xiaomi ist einer der führenden Smartphone-Produzenten weltweit. Xiaomi verkauft vor allem in China auch Haushaltselektronik, das Unternehmen vertreibt auch E-Scooter.

Sport

Die Weltcup-Rennen in Nordamerika stehen derzeit unter keinem guten Stern. Einen Tag nach der Absage der Herren-Abfahrt in Lake Louise musste gestern auch der Riesentorlauf der Damen in Killington im ersten Durchgang nach neun Läuferinnen abgebrochen werden. Starke Windböen hatten ein faires Rennen verhindert. Zum Zeitpunkt des Abbruchs führte die Französin Tessa Worley.

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Für Österreichs Frauen hat es am fünften Spieltag der Qualifikation für die WM-Endrunde 2023 wie befürchtet die erste Niederlage gesetzt. Die Auswahl von Teamchefin Irene Fuhrmann musste sich gestern in Sunderland Gruppenfavorit England mit 0:1 (0:1) geschlagen geben und ging damit erstmals in der laufenden Qualifikation als Verlierer vom Platz. Ellen White gelang in der 39. Minute der goldene Treffer für die Engländerinnen, die Österreich trotz des knappen Ausgangs klar die Grenzen aufzeigten.

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26 Tore sind in der deutschen Bundesliga am Freitag und gestern in den ersten sechs Spielen der 13. Runde gefallen, also ein Schnitt von 4,33 Treffern pro Match. Drei Tore davon erzielten Österreicher. Dejan Ljubicic brachte Köln auf die Siegerstraße, Michael Gregoritsch schlug für Augsburg in der 97. Minute zu, und auch Philipp Lienhart war für Freiburg erfolgreich. Neun der 26 Tore fielen übrigens in einem Spiel.

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Chronik

In der Nacht auf heute ist ein 32-jähriger Mann aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung auf der Böhmerwaldstraße (B 38) in Oberösterreich tödlich verunglückt. Er kam von der Straße ab und prallte gegen einen Baum.

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Tödlicher Traktorunfall in Kapfenberg

Ein 79-jähriger Steirer ist gestern in Kapfenberg beim Absturz eines Traktors tödlich verunglückt. Der Einheimische war gemeinsam mit seiner 18-jährigen Enkelin zu Waldarbeiten auf der eigenen Forststraße im Ortsteil Pönegg ohne Schneeketten unterwegs. Die Fahrbahn war schneebedeckt, wie Landespolizeidirektion Steiermark am Samstagabend mitteilte.

Der Lenker wollte im Wald herunterhängende Äste, die die Weiterfahrt behinderten, vom Schnee befreien. Dazu setzte er sich auf den Kran, seine Enkelin stieg ab und wartete vor dem Traktor. Doch dann begann der Traktor zu rutschen.

Das Fahrzeug stürzte seitlich rund 15 Meter tief ab und überschlug sich. Der 79-Jährige wurde vom Kran geschleudert. Ein Notarzt und die Besatzung eines Notarzthubschraubers konnten den Verunfallten nicht mehr retten. Die 18-Jährige blieb unverletzt.

Einen ungewöhnlichen Einsatz hat die Feuerwehr Alkoven (Oberösterreich) heute praktisch vor der eigenen Haustür gehabt. Ein Traktor hatte auf der B 129 Mais verloren. Mit zahlreichen Gerätschaften wurde ausgerückt, um den gelben Teppich von der Straße zu kehren.

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In einer Klagenfurter Wohnung haben gestern insgesamt elf Personen gefeiert. Sie werden wegen Übertretung der Covid-19-Maßnahmenverordnung und Lärmerregung angezeigt.

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In den USA ist ein fünfjähriger Bub erschossen worden, als eine Gruppe Jugendlicher zu Thanksgiving ein Video für Online-Netzwerke drehen wollte. Laut der Polizei von Brooklyn Park, einem Vorort von Minneapolis (Minnesota), wurde ein 13-Jähriger verdächtigt, mit einer Schusswaffe hantiert und versehentlich geschossen zu haben. Er wurde festgenommen und in eine Jugendhaftanstalt gebracht. Zu Thanksgiving starben in den USA mindestens 35 weitere Menschen durch Schusswaffen.

Wie die Polizei auf Facebook mitteilte, ereignete sich der Vorfall in Brooklyn Par bereits am Donnerstagabend. Mehrere andere Jugendliche seien dabei gewesen, als sich der Schuss gelöst habe.

Nach Angaben der Website Gun violence Archives starben zu Thanksgiving, einem der wichtigsten Feiertage in den USA, mindestens 35 weitere Menschen durch Schusswaffen. In South Fulton, einem Vorort von Atlanta, starb ein fünfjähriges Mädchen. Ihre Familie erklärte im Fernsehsender WCB-TV, dass das Mädchen versehentlich eine auf einem Sessel liegende Waffe ausgelöst habe. Die Polizei erklärte im Fernsehsender Fox hingegen, ein dreijähriges Kind habe versehentlich geschossen.

In Philadelphia starb ein 25-jähriger Mann durch eine verirrte Kugel, als er mit seiner Familie zu Abend aß. Die Polizei verdächtigte einen 19-Jährigen, der zusammen mit seiner Freundin bei einer Party in der Nachbarschaft herausgeworfen worden sei, wie ein Lokalsender berichtete.

Nach einem Vorfall an einem Atomkraftwerk in Südchina im Sommer ist nun wohl die Ursache geklärt. Der Gasaustritt soll auf einen Konstruktionsfehler des Reaktordruckbehälters zurückzuführen sein, wie die französische Vereinigung CRIIRAD gestern bekanntgab. Der französische Energiekonzern Electricite de France (EDF) war an dem Bau des AKW in Taishan in Südchina beteiligt.

Angaben eines Whistleblowers

Die Kommission für unabhängige Forschung und Information über Radioaktivität (CRIIRAD) berief sich auf Angaben eines Whistleblowers, wie sie der französischen Behörde für nukleare Sicherheit (ASN) mitteilte. „Es handelt sich um einen Franzosen, der in der Atomindustrie arbeitet und Zugang zu sehr genauen technischen Elementen über den Zustand des Reaktorkerns von Taishan 1 hat“, so Bruno Chareyron, Leiter des Labors der CRIIRAD der Nachrichtenagentur AFP.

Der chinesische Hauptbetreiber CGN hatte am 1. Juli angekündigt, den Reaktor 1 des EPR-Kernkraftwerks Taishan in der Nähe von Hongkong „für Wartungsarbeiten abzuschalten“. Zuvor war gemeldet worden, dass Gas aus dem Reaktor ausgetreten war. In dem AKW sind zwei Druckwasserreaktoren neuen Typs (European Pressurized Water Reactor, EPR) im Dienst.

„Abnormale Vibrationen“

An den Brennelementen festgestellte Beschädigungen seien auf „abnormale Vibrationen“ zurückzuführen, die „mit einem Konstruktionsfehler des EPR-Druckbehälters in Verbindung stehen“, schrieb die CRIIRAD. Modellversuche beim Atomausrüster Framatome in Le Creusot in Frankreich hätten bereits 2007 und 2008 diese Mängel an der Hydraulik des Tanks aufgedeckt.

Die beiden EPR-Reaktoren in Taishan sind bisher die einzigen weltweit, die bereits Strom liefern. Die beiden Blöcke westlich der chinesischen Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau waren 2018 und 2019 ans Netz gegangen. Insgesamt sind China rund 50 Atomreaktoren in Betrieb, womit das Land hinter den USA und Frankreich weltweit an dritter Stelle steht.

Gesundheit

Vierzig Jahre nach dem Beschreiben der ersten Aids-Fälle ist die Welt vom gemeinsamen Ziel, der Epidemie ein Ende zu setzen, noch weit entfernt. „Nicht weil es an Wissen oder Instrumenten zur Reduktion von HIV-Neuinfektionen und der Bekämpfung von Aids mangelt, sondern wegen struktureller Ungleichheiten, die den Zugang zu HIV-Prävention und -Behandlung erschweren“, so Andrea Brunner von der Aids Hilfe Wien anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember.

Etwas weniger Neuinfektionen

Mit 332 Betroffenen lag die Anzahl der HIV-Neudiagnosen in Österreich im Jahr 2020 etwas niedriger als in den Vorjahren. Das dürfte zum Teil mit Verordnungen und Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Covid-19-Pandemie in Zusammenhang stehen. Laut Berichten des Zentrums für Virologie wurden insbesondere während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 signifikant weniger HIV-Tests eingeschickt.

„Ob der Rückgang an HIV-Neudiagnosen neben dem verringerten Testaufkommen auch auf geringere Neuinfektionen im Jahr 2020 zurückzuführen ist, wird sich im Laufe der kommenden Jahre retrospektiv interpretieren lassen“, hieß es in einer Aussendung der Aids Hilfe Wien.

Je früher erkannt, desto besser

Was man aktuell bei SARS-CoV-2 sieht, das gilt auch für HIV: Je früher man über eine Ansteckung Bescheid weiß, desto günstiger wirkt sich das auf den Krankheitsverlauf und das persönliche Wohlbefinden aus. Menschen unter wirksamer Therapie können eine normale Lebenserwartung und eine gute Lebensqualität haben. Und: Sie können unter wirksamer Therapie das Virus nicht weitergeben.

Lifestyle

Zahlreiche Lockdowns haben mittlerweile vor Augen geführt, dass es sinnvoll sein kann, Vorräte anzulegen. Viele Lebensmittel benötigen aber eine angemessene Kühlung, um frisch zu bleiben. Große Kühl-Gefrier-Kombinationen können diese Aufgabe erfüllen – manche Geräte besser als andere. Die deutsche Stiftung Warentest hat frei stehende Kühl-Gefrier-Kombinationen getestet.

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Religion

Mit dem heutigen ersten Adventsonntag beginnt nicht nur die vorweihnachtliche Adventzeit, sondern auch ein neues Kirchenjahr. Der Advent gilt als eine Zeit der Stille und Besinnung. Für Christinnen und Christen ist er die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Das Wort kommt vom lateinischen „adventus“ und bedeutet „Ankunft“. Damit verbunden ist die Erinnerung an die Geburt von Jesus Christus in Bethlehem und das Erwarten seiner Wiederkunft am Ende der Zeit.

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Wenige Tage vor seiner Reise nach Zypern und Griechenland hat Papst Franziskus erneut zu Solidarität mit Geflüchteten aufgerufen. Das Mittelmeer solle Menschen unterschiedlicher Kulturen verbinden – und nicht trennen, sagte er in einer gestern ausgestrahlten Videobotschaft.

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Kultur

Die Büchereien der Stadt Wien bieten wieder „Click & Collect“ an. Bücher, Filme und Musik können online bestellt und dann abgeholt werden. Mehr als 6.000 Vorbestellungen sind im aktuellen Lockdown in den Bibliotheken bereits eingegangen.

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Die Musicalwelt trauert um den Komponisten und Texter Stephen Sondheim: Er ist am Freitag im Alter von 91 Jahren gestorben, wie die „New York Times“ unter Berufung auf Sondheims Anwalt F. Richard Pappas berichtete. Sondheim entkitschte das Musical und brachte die großen Fragen des Lebens auf die Bühne. Musicallegende Andrew Lloyd Webber nannte ihn „den Giganten des Musiktheaters unserer Zeit“, die britische Schauspielerin Imelda Staunton sprach vom „Shakespeare der Musicalwelt“.

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