Ausland

Eklat während der Untersuchung im US-Kongress zur Ukraine-Affäre: Mit Präsident Donald Trump verbündete Parlamentarier sind unerlaubt in den Sitzungssaal eingedrungen und haben so eine Zeugenaussage vorläufig verhindert. Die mehr als zwei Dutzend republikanischen Abgeordneten erwirkten gestern eine Unterbrechung der Sitzung, bei der die hochrangige Pentagon-Mitarbeiterin Laura Cooper aussagen sollte.

Ärger über Ausschluss

Die Eindringlinge waren wütend darüber, dass sie von der Sitzung ausgeschlossen worden waren. Sie weigerten sich, den Saal wieder zu verlassen. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, der Demokrat Adam Schiff, kontaktierte daraufhin laut US-Medienberichten den Sicherheitschef des Kongresses. Die Sitzung fand in einem abhörsicheren Raum statt. Die Regeln des Kongresses verbieten den Zutritt zu solchen Räumen ohne Genehmigung.

Auch ist der Zutritt mit Mobilfunkgeräten verboten. Einige der Eindringlinge versandten aber offenbar während der Protestaktion Botschaften von ihren Smartphones. Der Rädelsführer der Eindringlinge, Matt Gaetz, schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, er sei mit mehr als 30 Kollegen eingedrungen und befinde sich noch im Saal. Zwei Tage vor der Protestaktion der republikanischen Abgeordneten hatte Trump an seine Partei appelliert, die Untersuchung „härter“ zu bekämpfen.

Eindringlinge gehörten Gremien nicht an

Die Teilnahme stand allen Mitgliedern der drei Ausschüsse des Repräsentantenhauses offen, die mit der Ukraine-Untersuchung befasst sind. Die Eindringlinge gehören diesen Gremien nicht an. Trump und viele Republikaner werfen den im Repräsentantenhaus dominierenden Demokraten vor, die Untersuchung in unfairer Weise zu führen. Mit der Untersuchung will die Oppositionspartei den Weg für ein voraussichtliches späteres Amtsenthebungsverfahren gegen Trump bereiten.

Die Demokraten werfen Trump gravierenden Amtsmissbrauch in seiner Ukraine-Politik vor. Dabei geht es um die Bestrebungen des Präsidenten, Ermittlungen in dem Land gegen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden, dessen früher für eine ukrainische Gasfirma tätigen Sohn Hunter und die Demokratische Partei zu erwirken.

In den seit einer Woche laufenden Protesten im Libanon bemühen sich Soldaten teilweise mit Gewalt, blockierte Straßen freizugeben und die öffentliche Ordnung wieder herzustellen. Truppen der libanesischen Armee versuchten gestern laut Augenzeugen, die versammelten Menschen auseinanderzutreiben.

Den Berichten zufolge drängten die Soldaten, die mit gepanzerten Fahrzeugen angerückt waren, die Demonstranten zur Seite und bauten deren Barrikaden ab.

Proteste im Libanon

Die wirtschaftliche Krise im Libanon soll entschärft werden, Tausende gehen dennoch wieder auf die Straßen. ORF-Korrespondent Karim El-Gawhary berichtet aus dem Libanon.

Teils spielten sich bewegende Szenen ab. „Wir demonstrieren auch für eure Familien“, sagten einige Demonstranten im Gespräch mit Soldaten, wie auf Videos in Sozialen Netzwerken zu sehen war. Andere schenkten den Uniformierten weiße Blumen. In einem Video war ein Soldat zu sehen, dem während des Einsatzes auf der Straße die Tränen kommen.

Schlechte Wirtschaftslage

Hintergrund der Proteste ist die schlechte Wirtschaftslage des hoch verschuldeten Mittelmeer-Landes. Kritiker werfen der Regierung unter anderem Korruption und Misswirtschaft vor. Die seit vergangenem Donnerstag laufenden Demonstrationen hatten das öffentliche Leben in Beirut teilweise lahmgelegt. Schulen, Universitäten und Banken blieben auch gestern geschlossen.

In Regierung und Parteien werde diskutiert, das Kabinett umzubilden oder es mit einer Reihe von Wirtschaftsexperten komplett neu zu besetzen, erfuhr die dpa aus Regierungskreisen. Bisherige Reformversprechen gehen den Demonstranten nicht weit genug. Zu den Versprechen von Ministerpräsident Saad Hariri zählt eine Kürzung der Gehälter von Ministern und Parlamentsabgeordneten und das Vorhaben, kommendes Jahr keine neuen Steuern zu erheben.

„Wir werden die Straßen nicht verlassen, ehe diese ganze politische Gruppe geht“, stand auf einem Plakat in Beirut geschrieben.

Die sterblichen Überreste des früheren spanischen Diktators Francisco Franco (1892–1975) werden heute Vormittag aus dem Grab geholt und umgebettet. Vorausgegangen war eine monatelange Debatte über die letzte Ruhestätte des Gewaltherrschers.

Sein Grab befindet sich bisher in einem gigantischen Mausoleum, das traditionell eine Pilgerstätte für Anhänger des faschistischen Diktators war. Die sozialistische Regierung von Ministerpräsident Pedro Sanchez hatte kurz nach ihrer Amtsübernahme im Juni 2018 trotz vieler Proteste angekündigt, die Gebeine an einen anderen Ort bringen zu lassen.

20 Mitglieder der Familie Franco werden anwesend sein

Deshalb werden die sterblichen Überreste Francos im Mausoleum Francos im „Tal der Gefallenen“ („Valle de los Caidos“) nordwestlich von Madrid exhumiert. Sie werden dann wahrscheinlich per Hubschrauber zum Friedhof El Pardo-Mingorrubio am Nordrand der Stadt geflogen. Bei schlechtem Wetter soll die Umbettung Regierungsangaben zufolge per Auto erfolgen.

Mehr als 20 Mitglieder der Familie Franco, die sich lange gegen die Exhumierung gewehrt hatte, werden anwesend sein. Familienangehörige sollen auch den Sarg aus der Grabstätte tragen. Militärische Ehren wird es nicht geben. Die Öffentlichkeit ist von der streng abgeschirmten Umbettung ausgeschlossen. Dennoch werden Proteste erwartet.

Rund 50 Neonazis haben gestern ein bekanntes liberales Kulturzentrum in der ungarischen Hauptstadt Budapest angegriffen. Sie rissen die Regenbogenfahne am Eingang herunter, verbrannten sie und schmierten Nazi-Slogans an das Tor und an die Hauswand, wie Adam Schönberger, der Leiter des Kulturzentrums Aurora, auf seiner Facebook-Seite berichtete.

Polizei leitet Ermittlungen ein

Das Zentrum sei zum Zeitpunkt des Angriffs noch nicht geöffnet gewesen, in den Innenräumen habe sich niemand aufgehalten, fügte Schönberger hinzu. Die Polizei leitete Ermittlungen gegen unbekannt wegen Randalierens ein.

Das Aurora besteht seit 2014 und bietet auch kritischen Zivilorganisationen eine Bleibe. Unter anderem haben die Veranstalter der Gay Pride, Obdachlosenaktivisten und das Roma-Pressezentrum dort Büros. Die bis vor Kurzem amtierende zuständige Bezirksverwaltung, die von der FIDESZ-Partei kontrolliert war, hatte mehrfach versucht, den Club zu schließen.

Doch bei der Kommunalwahl vor zehn Tagen war die FIDESZ von Ministerpräsident Viktor Orban auch im achten Budapester Stadtbezirk der Opposition unterlegen. Dort befindet sich das Aurora. Der neue Bezirksbürgermeister Andras Piko begab sich unmittelbar nach dem Angriff der Rechtsextremisten an den Schauplatz. Er erhielt Polizeischutz für das Zentrum.

Angreifer nahmen wohl an Kundgebung teil

Die Angreifer hatten offenbar zuvor an einer Kundgebung von Gleichgesinnten aus Anlass des ungarischen Nationalfeiertags teilgenommen. Am 23. Oktober 1956 war ein Aufstand gegen die damalige kommunistische Führung des Landes ausgebrochen. Sowjetische Streitkräfte hatten die Rebellion nach knapp zwei Wochen blutig niedergeschlagen.

Inland

Nach den Metallern und den Handelsangestellten starten heute auch die Beamten in ihre Gehaltsverhandlungen. Diese stehen heuer einerseits im Zeichen der Personalvertretungswahl Ende November, und andererseits startet die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) die Verhandlungen mit der Übergangsregierung, die für einen notwendigen Beschluss im Nationalrat keine gesicherte Mehrheit hat.

Zum Auftakt werden traditionell Wirtschaftsforscher die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen erläutern. Abgesehen von einer Verständigung auf das Wirtschaftswachstum und die Inflation, die den weiteren Gesprächen zugrunde gelegt werden sollen, ist in der ersten Runde nichts Konkretes zu erwarten – weder eine in Zahlen gegossene Forderung der GÖD noch ein Angebot der Regierung.

Der für die Beamten zuständige Finanzminister Eduard Müller hat bereits Ende August angekündigt, „ergebnisoffen“ in die Gespräche zu gehen. Offen ließ er, ob die Übergangsregierung die Verhandlungen auch abschließen würde – zumal dann ja auch ein Beschluss im Nationalrat und damit eine parlamentarische Mehrheit notwendig wären. GÖD-Vorsitzender Norbert Schnedl hat im Vorfeld bereits „eine nachhaltige Erhöhung der Gehälter“ verlangt, „um eine dauerhafte Kaufkraftsteigerung für alle öffentlich Bediensteten sicherzustellen“.

Ex-FPÖ-Klubchef Johann Gudenus soll vor dem berüchtigten Treffen mit dem damaligen Parteichef Heinz-Christian Strache und einer vermeintlichen Oligarchennichte auf Ibiza eine Warnung erhalten haben. Das berichtete gestern der „Standard“ (Onlineausgabe). Ein Russland-Kontakt machte Gudenus darauf aufmerksam, dass der Lockvogel eine falsche Identität vorgibt.

Insider in Oligarchenkreisen

Bei dem Warner handelte es sich offenbar um einen langjährigen Kontakt, einen Insider in Oligarchenkreisen – der dem „Standard“ nun Rede und Antwort stand. Levan Pirveli berichtete, dass er im Jahr 2017 einige Wochen vor dem berühmten Abend auf Ibiza mit Gudenus in Kontakt war. Die Frau, die sich als Nichte des Oligarchen Igor Makarow ausgegeben hatte, machte ihn skeptisch.

Der Russland-Kontakt versuchte, Gudenus über die Verwandtschaftsverhältnisse der Familie Makarow aufzuklären und ihm beizubringen, dass die Frau, die sich als Aljona Makarowa ausgegeben hatte, nicht die Nichte des Oligarchen sei. Doch Gudenus nahm die Warnungen offenbar nicht ernst genug.

Gudenus weist Vorwürfe zurück

Pirveli ist laut „Standard“ seit 2007 mit Strache, Gudenus und anderen FPÖ-Spitzenpolitikern bekannt. Der ehemalige prorussische Politiker floh Anfang der 2000er Jahre nach strafrechtlichen Vorwürfen aus Georgien nach Wien. Ab 2007 verkehrte er mit FPÖ-Politikern.

Gudenus weist die Vorwürfe laut dem Bericht scharf zurück. Pirveli habe ein „gesteigertes Geltungsbedürfnis“, teilte dessen Anwalt mit. Spekulationen über Warnungen an Gudenus hatte es aber bereits davor gegeben.

Nach der Neugründung des rechtsextremen Magazins „Aula“ als „Neue Aula“ wird die Zeitschrift nach einer Ausgabe wieder eingestellt. Auf der Website hieß es gestern Abend nur knapp: „Das Magazin ‚Neue AULA‘ wird nicht mehr erscheinen.“ Der Medienhaber führte gegenüber dem Ö1-Abendjournal finanzielle Gründe an.

Die FPÖ hatte tags zuvor klargestellt, dass die Verantwortlichen keine Mitglieder der Freiheitlichen Partei mehr sind. Herausgeber Martin Pfeiffer sei bereits seit Anfang September 2019 nicht mehr FPÖ-Mitglied, Medieninhaber Albert Engelmann trat nun ebenfalls aus der Partei aus.

Engelmann hatte erklärt, dass die „Neue Aula“ keine Staats-und Parteisubventionen erhalte und sich „ausschließlich“ durch ihre Leser finanziere. Das erste Heft habe Dank „großer Spendenbereitschaft im Dritten Lager“ bereits Anfang Oktober erscheinen können. „Initialzündung“ für die Gründung sei der „Ibiza-Skandal“ gewesen. Kritik kam von SOS-Mitmensch-Sprecher Alexander Pollak, für den die „Neue Aula“ in ähnlicher Besetzung auftrat und inhaltlich an das im Vorjahr eingestellte Magazin anknüpfte.

Nach dem Sommer sollen die staugeplagten Ortschaften entlang der Tiroler Autobahnen auch im Winter mit Fahrverboten entlastet werden. Das sagte die Landesregierung gestern. Die Fahrverbote werden zwischen Dezember 2019 und April 2020 gelten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) riet daraufhin von einem Skiurlaub in Österreich ab.

Mehr dazu in tirol.ORF.at

EU

Die EU-Mitgliedsstaaten haben Diplomaten zufolge noch keine Entscheidung über eine mögliche Fristverlängerung für den Brexit getroffen. Drei hochrangige EU-Gesandte sagten gestern nach einem Treffen der Vertreter von 27 EU-Mitgliedsländern, am Freitag solle erneut beraten werden. Eine Einigung auf einen dreimonatigen Aufschub bis Ende Jänner 2020 sei die wahrscheinlichste Variante.

„Dauer der Verlängerung wird weiter diskutiert“

Gestern Abend hatte der britische Premierminister Boris Johnson nach dem Nein des Parlaments in London zu seinem engen Zeitplan seinen Gesetzesentwurf für den Austritt am 31. Oktober auf Eis gelegt. EU-Ratspräsident Donald Tusk will die EU-27 eigenen Angaben zufolge in einem „schriftlichen Verfahren“ um Zustimmung für eine Verlängerung bitten. Einen zuvor angedachten Sondergipfel soll es nicht geben.

Die EU-Staaten sind im Prinzip für eine Verlängerung der Frist, um einen chaotischen Austritt am 31. Oktober zu verhindern. „Die Dauer der Verlängerung wird aber weiter diskutiert“, hieß es nach dem Treffen der EU-Botschafter in Brüssel.

Tusk will weiter mit EU-Staaten beraten

Tusk werde weitere Konsultationen mit den Mitgliedsstaaten führen. Er hatte sich für eine Verlängerung bis Ende Jänner ausgesprochen. Insbesondere Frankreich hatte aber zunächst nur eine Verschiebung des Brexits um einige Tage ins Spiel gebracht, um eine Ratifizierung des Austrittsabkommens mit der EU noch zu ermöglichen.

Das britische Unterhaus hatte ein von Johnson beantragtes beschleunigtes Brexit-Verfahren abgelehnt, das eine Einhaltung des Brexit-Termins zum 31. Oktober theoretisch ermöglicht hätte. Johnson kündigte daraufhin an, den Gesetzgebungsprozess auszusetzen, bis die EU über die am Samstag von London beantragte Brexit-Verschiebung entschieden hat.

Wirtschaft

Hohe Belastungen durch den Konzernumbau haben beim zweitgrößten US-Autokonzern Ford im dritten Quartal erneut stark am Gewinn gezehrt. Verglichen mit dem Vorjahreswert sank der Überschuss um fast 60 Prozent auf 425 Mio. Dollar (382 Mio. Euro), wie Ford gestern nach US-Börsenschluss mitteilte. Sonderkosten in Höhe von 1,5 Mrd. Dollar zogen die Bilanz in Mitleidenschaft.

Zudem kämpft Ford mit sinkenden Verkaufszahlen in den weltgrößten Automärkten China und USA. Der konzernweite Umsatz schrumpfte um zwei Prozent auf 37 Mrd. Dollar. Analysten hatten jedoch mit noch schlechteren Zahlen gerechnet. Ford senkte allerdings auch sein Gewinnziel fürs das Gesamtjahr deutlich, was auf dem Markt nicht gut ankam. Die Aktie büßte nachbörslich zunächst über drei Prozent ein.

Der US-amerikanische Bürovermieter WeWork setzt einem Medienbericht zufolge nach einer Finanzspritze durch den japanischen Technologieinvestor Softbank zum Jobkahlschlag an. Das US-Unternehmen will im Rahmen eines Umstrukturierungsplans bis zu 4.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeit entlassen, wie die „Financial Times“ (FT) gestern berichtet. Das wäre etwa rund ein Drittel der globalen Belegschaft.

Von WeWork war bisher keine Stellungnahme zu erhalten. Softbank investiert nach dem gescheiterten Börsengang von WeWork mehr als zehn Milliarden Dollar (fast neun Mrd. Euro) in das Unternehmen und stockt seine Beteiligung damit von rund einem Drittel auf 80 Prozent auf. Ohne die Finanzspritze aus Japan wäre WeWork laut Insidern bereits in wenigen Wochen das Geld ausgegangen.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat bekräftigt, dass die umstrittene Digitalwährung Libra erst an den Start gehen soll, wenn alle Bedenken von Regulierern ausgeräumt wurden. Zugleich zeigte er gestern bei einer Anhörung im US-Kongress Verständnis dafür, dass Facebook nach Skandalen und Kritik der vergangenen Jahre einen schweren Stand als Urheber des Projekts hat.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg im US-Kongress
APA/AFP/Getty Images/Chip Somodevilla

„Wir haben in den vergangenen Jahren viele Probleme gehabt. Und ich bin sicher, Leute wünschen sich, dass irgendjemand anderes mit der Idee kommt, nur nicht Facebook“, sagte Zuckerberg.

Die Digitalwährung Libra soll nach Vorstellungen von Facebook zunächst vor allem für Geldüberweisungen über Ländergrenzen hinweg zum Einsatz kommen, mit der Zeit aber auch zum Bezahlen von Einkäufen. Die Idee ist, dass Libra mit etablierten Währungen wie Euro und Dollar erworben werden kann. Das Geld soll dabei eins zu eins zur Absicherung der Digitalwährung verwendet werden.

Zahlreiche Bedenken

Regulierer und Politiker sehen unter anderem noch offene Fragen bei Maßnahmen gegen Geldwäsche und Terrorfinanzierung. Zugleich befürchten sie aber auch eine mögliche Destabilisierung des etablierten Finanzsystems, wenn große Geldmengen in Libra und zurück getauscht werden. Nach dem Gegenwind zogen sich namhafte Partner aus der Finanzbranche wie Mastercard, Visa und Paypal aus dem Libra-Projekt zurück.

Zuckerberg warnt vor China

Die jüngst gegründete Libra-Assoziation mit Sitz in der Schweiz, die die neue Währung verwalten soll, sei unabhängig, sagte Zuckerberg. Zugleich versicherte er: „Facebook wird nicht Teil eines Starts von Libra irgendwo auf der Welt sein, bis die US-Regulierer ihre Zustimmung gegeben haben.“

Zuckerberg versuchte aber auch, bei den US-Abgeordneten die Sorge vor einer Übermacht China in dem Bereich zu schüren, wenn Facebook weiter Steine in den Weg gelegt werden. „Während wir debattieren, steht der Rest der Welt nicht still.“ So wolle China in den kommenden Jahren ähnliche Projekte auf den Weg bringen.

„Libra wird größtenteils durch Dollar gedeckt sein, und ich bin überzeugt, dass es die führende Rolle Amerikas in der Finanzbranche stärken wird, genauso wie unsere demokratischen Werte und die Kontrolle rund um die Welt.“

Bitcoin auf tiefstem Stand seit Mai

Die Debatte über Libra wirkte sich jedenfalls auch auf den Kurs anderer Digitalwährungen aus. Bitcoin fiel innerhalb weniger Minuten auf unter 7.500 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Mai.

Sport

Chronik

Indem er einem Bekannten mit einem Hammer zwei Schraubenzieher in den Kopf schlug, soll ein 29 Jahre alter Mann den 43-Jährigen Ende Mai 2019 in Wien-Ottakring getötet haben. Heute müssen sich der gebürtige Ungar und eine 30-jährige Wienerin wegen Mordes am Landesgericht verantworten. Die Frau soll der Tötung zugestimmt und den Erstangeklagten bestärkt haben.

Die Angeklagten hatten den Toten in eine Decke gewickelt und einige Tage neben dem Leichnam in der Wohnung der 30-Jährigen verbracht. Am 29. Mai entsorgten sie die dann Leiche, indem sie diese in den Müllraum verfrachteten und in einen Müllcontainer hievten. Der Leichnam wurde nie gefunden. Er wurde mit dem Hausmüll in die Müllverbrennungsanlage Flötzersteig gebracht und dort verbannt.

Ein Tiercafe in China, in dem Hunde wie Pandabären gefärbt werden, hat im Internet eine hitzige Tierschutzdebatte ausgelöst. In dem Cafe in der südlichen Stadt Chengdu können Gäste sechs im Pandalook schwarz-weiß gefärbte Chow-Chows streicheln.

Chow-Chows mit schwarz-weiß gefärbtem Fell
APA/AFP

In einem am Mittwoch von „Hongxing News“ veröffentlichten Video erklärte der Cafebesitzer, die „Pandahunde“ seien bei seinen Gästen so gut angekommen, dass er inzwischen für 1.500 Yuan (190 Euro) auch fremde Hunde färbe. Seine Mitarbeiter benötigten etwa einen Tag, um einen Chow-Chow in einen „Panda“ zu verwandeln, sagte der Besitzer. Er betonte, die Farbe stelle keine Gefahr für die Hunde dar. Ein Tierarzt sagte „Hongxing News“ hingegen, das Färben könne dem Fell und der Haut der Tiere schaden.

Das Cafe wurde vergangenen Monat in Chengdu in der südwestlichen Provinz Sichuan, der Heimat der berühmten Riesenpandas, eröffnet. Im chinesischen Onlinedienst Weibo rief der ungewöhnliche Service Empörung hervor. „Ich schlage vor, den Cafebesitzer schwarz-weiß zu färben“, schrieb etwa ein User.

Nachdem Überschwemmungen die Gleise der Hochgeschwindigkeitszüge von Frankreich nach Barcelona beschädigt hatten, ist der Verkehr auf der Strecke vorerst eingestellt worden. Auch zwischen den südfranzösischen Städten Montpellier und Toulouse verkehrten keine Züge, teilte die französische Staatsbahn SNCF gestern mit. Die Zuggleise südlich von Montpellier seien weggespült worden. Der Verkehr dort sei zunächst bis zum 4. November eingestellt, teilte ein SNCF-Sprecher mit. Das Unternehmen prüfe Alternativen.

Lokale Behörden in Montpellier gaben an, dass in der Region fast 1.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden mussten. Darunter seien auch 500 Menschen auf einem Campingplatz gewesen. Einsatzkräfte hätten 38 Menschen per Hubschrauber gerettet. Unwetter mit Starkregen und Wind führten in ganz Südfrankreich zu Schäden und Verkehrsbehinderungen. Vor allem in der Nähe des Mittelmeers wurden zahlreiche Straßen gesperrt. 

Bei der aktuellen Ziehung von Lotto „6 aus 45“ gibt es einen Jackpot. Beim Joker gibt es eine Gewinnerin oder einen Gewinner.

Es wurden folgende Gewinnzahlen ermittelt:

6 8 13 32 39 45 / Zusatzzahl 28

Die Gewinnzahlen der LottoPlus-Ziehung lauten:

6 17 27 30 36 40

Eine Spielteilnehmerin bzw. ein Spielteilnehmer hatte den richtigen Joker auf der Quittung, er oder sie erhält rund 184.200 Euro.

Die aktuellen Joker-Zahlen lauten:

9 1 6 0 4 2

Alle Angaben ohne Gewähr

Kultur

Die Viennale startet heute Abend mit der traditionellen Eröffnungsgala im Gartenbaukino in ihre 57. Ausgabe. Das Filmfestival, das bis zum 6. November mehrere Wiener Innenstadtkinos bespielt, wird dabei zum zweiten Mal von seiner italienischen Direktorin Eva Sangiorgi eröffnet.

Das erste Werk der heurigen Ausgabe stellt Celine Sciammas „Portrait de la jeune fille en feu“ dar, für das Hauptdarstellerin Adele Haenel eigens nach Wien reist. Beschlossen wird der Filmreigen am 6. November mit der Abschlussgala, in deren Rahmen die italienische Erfolgsproduktion „Martin Eden“ Österreich-Premiere feiern wird. Dazwischen sind gut 300 Werke aus 40 Ländern programmiert.

Der deutsche Dirigent und Komponist Hans Zender ist in der Nacht auf gestern 82-jährig verstorben. Das meldet das Klangforum Wien, das seit seiner Gründung im Jahr 1985 dem Künstler „in tiefer Freundschaft verbunden“ war, wie es gegenüber der APA hieß.

„Hans Zender war nicht nur einer der bedeutendsten Komponisten seiner Generation, er war zugleich einer der herausragenden Dirigenten und Orchesterleiter und der wohl fruchtbarste und tiefste Musikdenker und -schriftsteller seiner Zeit“, so Klangforum-Intendant Sven Hartberger. „Das Klangforum Wien würdigt Hans Zender als einen außergewöhnlichen Menschen, der sich zeitlebens rastlos bemüht hat, seine vielen Begabungen mit großer Offenheit und unermüdlichem Arbeitseinsatz zu Blüte und Frucht zu bringen.“

Zender wurde am 22. November 1936 in Wiesbaden geboren. Er studierte Komposition, Klavier und Dirigieren und bekleidete in der Folge zahlreiche Positionen im deutschen Musikleben. So war er etwa Chefdirigent der Oper Bonn und des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken, Generalmusikdirektor in Kiel und an der Hamburgischen Staatsoper sowie Professor für Komposition an der Frankfurter Musikhochschule.

Science