Die fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrats und Deutschland haben den Iran erneut aufgefordert, im Streit um sein Atomprogramm auf ein Angebot der Sechser-Gruppe einzugehen. "Wir appellieren an den Iran, erneut die Möglichkeit zu prüfen, mit einer Vereinbarung die humanitären Bedürfnisse seiner Bürger zu erfüllen und mit uns ernsthaft in Verhandlungen einzutreten, heißt es in einer Erklärung von Spitzendiplomaten nach Gesprächen gestern in Brüssel.
Die sechs Staaten (China, Frankreich, Großbritannien, Russland, USA und Deutschland) hatten Teheran angeboten, in Russland und Frankreich Uran für einen Forschungsreaktor hoch anreichern zu lassen. Darauf habe der Iran bisher "nicht positiv geantwortet", bedauerten die politischen Direktoren aus den Außenministerien der sechs Staaten.
In der Erklärung heißt es, sie hätten die Möglichkeiten verschärfter Sanktionen gegen den Iran "nur in allgemeiner Weise" erörtert.
"Ball beim Iran"
"Ich glaube, offen gesagt, dass der Ball ganz klar auf der iranischen Seite liegt", sagte der Chef der Atomenergiebhörde IAEA, Mohamed ElBaradei, in Berlin. "Ich hoffe, dass sie (die Iraner) diese einmalige - und wie ich sie nenne - vergängliche Chance nicht versäumen."
Einige Partner hätten angedeutet, dem Iran bis zum Jahresende Zeit zu geben. Dies könne auch einen Wandel in den Beziehungen zwischen den USA und dem Iran bringen. ElBaradei appellierte an alle Seiten, Sanktionen zu vermeiden. Sie führten nur zu mehr Konfrontation.