Mindestens 15 Tote durch Schlammlawinen in Kolumbien

Bei neuen Erdrutschen in Kolumbien sind mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Nach der Katastrophe in der Stadt Manizales würden noch acht Menschen vermisst, teilte die nationale Katastrophenschutzbehörde UNGRD gestern mit.

Staatschef Juan Manuel Santos wertete die Erdrutsche bei einem Besuch im Katastrophengebiet als Folge des Klimawandels. Bereits Ende März waren bei Erdrutschen in der südkolumbianischen Stadt Mocoa Hunderte Menschen gestorben.

Nach heftigen Regenfällen wurden nach Angaben der Behörden 75 Häuser zerstört, 400 Familien konnten in Sicherheit gebracht werden.

Suche nach Vermissten

Durch die Schlammlawinen in vier Vierteln von Manizales seien mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen und 23 weitere verletzt worden, erklärte UNGRD. Nach acht Vermissten werde noch gesucht. „Ich weiß nicht, um wie viel Uhr es war, da habe ich einen Lärm wahrgenommen, wie einen Knall“, beschrieb ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur AFP, wie er die Katastrophe erlebte.

Einsatzkräfte suchten in Manizales zwischen umgestürzten Bäumen und zerstörten Häusern nach Überlebenden, wie auf Bildern örtlicher Medien zu sehen war. Die Erdrutsche in der Hauptstadt des Departamento de Caldas, Kolumbiens größtes Kaffeeanbaugebiet, waren durch tagelange heftige Regenfälle ausgelöst worden.

Wohnungen in Manizales wurden evakuiert

Behördenvertreter untersuchten die Schäden sowie die Risiken für weitere Unglücke. UNGRD-Chef Carlos Ivan Marqzez sagte, 400 Wohnungen in Manizales seien vorsorglich evakuiert worden. Die Stadt sei „im wahrsten Sinne abgeschnitten durch Erdrutsche, Überschwemmungen“, sagte Bürgermeister Jose Octavio Cardona in Interviews mit örtlichen Medien. Die betroffenen Viertel der 400.000-Einwohner-Stadt waren ohne Wasser- und Stromversorgung.