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Bis zu 50 Zentimeter Schnee

Obwohl seit Tagen angekündigt, hat der heftige Wintereinbruch im Westen des Landes ein veritables Verkehrschaos ausgelöst. Besonders stark betroffen ist Tirol, in der Nacht fielen bis zu 50 Zentimeter Schnee. Viele Fahrzeuglenker waren mit Sommerreifen unterwegs. Auch zahlreiche Zugsverbindungen waren lahmgelegt. Schüler durften aufgrund der winterlichen Bedingungen zu Hause bleiben.

Laut ASFINAG bereiteten die intensiven Schneefälle auf der Brennerautobahn (A13) in der Nacht und Freitagvormittag im gesamten Streckenverlauf Probleme. Wegen umgestürzter Bäume mussten mehrere Anschlussstellen gesperrt werden. Mittlerweile klangen die Schneefälle großteils ab. Die umgestürzten Bäume, die zu Behinderungen an den Anschlussstellen Hall, Innsbruck-Ost und Innsbruck-West geführt hatten, konnten entfernt werden - eine sichere Fahrt an den Anschlussstellen ist somit laut ASFINAG wieder möglich. Räumfahrzeuge sind aber nach wie vor im Dauereinsatz, um die Schneemassen von den Autobahnen zu entfernen.

Der verschneite Ort Thaur in Tirol

Retuers/Dominic Ebenbichler

Dicke Schneedecke über Tirol

Polizei: Öffentliche Verkehrsmittel benutzen

Auch in Innsbruck gaben mehrere Bäume der Schneelast nach. In der ganzen Stadt herrschte Schneeglätte, so der ÖAMTC. Die Polizei rief dazu auf, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Doch auch das war nicht immer möglich: Gegen 7.00 Uhr hieß es für Zugsreisende: „Nichts geht mehr.“ Sowohl die Westbahnstrecke als auch die Verbindungen Scharnitz - Innsbruck und Innsbruck - Brenner konnten nicht bedient werden.

Ein Schaf steckt den Kopf in den Schnee

Retuers/Dominic Ebenbichler

Nicht nur Autofahrer wurden von der Heftigkeit des Wintereinbruchs überrascht

Ab 10.00 Uhr war die Westbahnstrecke wieder befahrbar. Die Brennerstrecke zwischen Innsbruck und Matrei wurde am frühen Nachmittag eingleisig für den Personenverkehr freigegeben. In Salzburg gibt es weiter eine Sperre zwischen Bischofshofen und Schladming.

Tauernautobahn mehrere Stunden gesperrt

Auf der Tauernautobahn (A10) im Bereich Flachgau war die ASFINAG in den Nachtstunden im Dauereinsatz. Die intensiven Schneefälle führten auch hier zu Behinderungen vor dem Tauerntunnel. Unzählige Lastwagen und Autos blieben hängen. Die Autobahn war über mehrere Stunden gesperrt. Im manchen Tälern Salzburgs wurden bis zu 20 Zentimeter Neuschnee registriert, auf dem Sonnblick fiel nahezu ein halber Meter Schnee.

Lkw auf Schneefahrbahn

APA/Zeitungsfoto.at/Daniel Liebl

Lange wird sich der Schnee nicht halten - es wird wieder wärmer

22.000 Tiroler Haushalte ohne Strom

Der heftige Wintereinbruch sorgte in Tirol auch für weitreichende Versorgungsunterbrechungen im Stromnetz. Rund 22.000 Haushalte waren in den Morgenstunden ohne Strom. Laut Angaben der Tinetz-Stromnetz TirAG waren gegen 7.30 Uhr 327 Trafostationen in knapp 50 Gemeinden unversorgt. Vor allem betroffen war das Tiroler Oberland, insbesondere das Ötztal, Pitztal und Imst.

Zu Komplikationen - wenn auch in geringerem Ausmaß - kam es auch in Oberösterreich. Vor allem im Salzkammergut sorgte der Schneefall in der Nacht für Probleme. So war die Feuerwehr etwa in Bad Goisern bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz. Straßen mussten gesperrt werden, und in manchen Häusern fiel der Strom aus - mehr dazu in salzburg.ORF.at. In Vorarlberg fiel Schnee vorwiegend in den Bergregionen, in tiefer gelegenen Gebieten war es regnerisch und kühl - mehr dazu in vorarlberg.ORF.at.

Laut Meteorologen dürfte sich der Schnee nicht lange halten. Schon am Samstag sollen die Temperaturen demnach wieder deutlich anziehen.

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