Athen vor nächster Zahlung aus Rettungspaket
Die Finanzminister der Euro-Staaten haben der Auszahlung von weiteren 7,5 Milliarden Euro aus dem zweiten Rettungspaket für Griechenland grundsätzlich zugestimmt. Die Regierung in Athen müsse noch letzte Reformauflagen erfüllen, dann könne noch im Mai die erste Tranche über 4,2 Milliarden Euro fließen, sagte Euro-Gruppe-Chef Jeroen Dijsselbloem heute in Brüssel. Weitere 3,3 Milliarden Euro sollen demnach im Juni folgen. Der Auszahlung der Rettungsmilliarden müssen noch einige nationale Parlamente zustimmen.
Mit ihrer Entscheidung folgten die Finanzminister der Euro-Gruppe einer Empfehlung der Gläubigertroika aus Europäischer Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF).
Frisches Geld auch für Portugal und Zypern
Die Finanzminister der 17-Euro-Staaten befassten sich in Brüssel neben Griechenland auch mit den kriselnden Euro-Staaten Italien, Zypern, Spanien, Portugal und Slowenien. Portugal erhielt grundsätzlich grünes Licht für die Auszahlung von 2,1 Milliarden Euro.
Der Euro-Rettungsfonds ESM zahlte heute zudem zwei Milliarden Euro an Zypern aus. Es handelte sich dabei um die erste Tranche aus dem insgesamt zehn Milliarden Euro schweren Rettungspaket für den beinahe bankrotten Inselstaat.
Rüge für Slowenien
Slowenien macht den Euro-Partnern unterdessen Sorgen. Der Bankensektor muss dringend repariert werden. „Wir sind uns einig, dass die slowenische Regierung schnell und entschieden handeln muss, um die wirtschaftlichen Ungleichgewichte des Landes in Angriff zu nehmen und eine umfassende Reformstrategie umzusetzen“, so Dijsselbloem. „Zuallererst muss sie das Vertrauen in die Belastbarkeit des Bankensektors wiederherstellen.“
Die slowenischen Geldhäuser ächzen unter einer Schuldenlast von rund sieben Milliarden Euro, das entspricht einem Fünftel des Bruttoinlandsproduktes. Die Mitte-links-Regierung des Landes will mit einem Spar- und Reformprogramm vermeiden, Finanzhilfe aus dem Euro-Rettungsfonds in Anspruch nehmen zu müssen. Die Pläne werden derzeit von der EU-Kommission geprüft, Ende des Monats wollen die Brüsseler Experten eine Bewertung vorlegen.
Publiziert am 13.05.2013