EU will bei Bankenpleiten auch Großanleger schützen

Die EU-Kommission will einem Zeitungsbericht zufolge nicht nur kleine Sparer vor den Folgen von Bankenpleiten schützen, sondern auch wohlhabenden Anlegern entgegenkommen. Die staatliche Garantie für Sparkonten bis zu 100.000 Euro werde in EU-Kommissionskreisen als nicht ausreichend angesehen, berichtete das „Handelsblatt“ (Dienstag-Ausgabe). Befürchtet werde, dass Inhaber größerer Konten, die bei einer Schieflage ihrer Bank um die Einlagen fürchten müssten, ihre Konten räumten.

Kontoinhaber besser gestellt als Gläubiger

Um diese Gefahr auszuschließen, müsse es eine „Präferenz“ für alle Einleger geben, zitierte die Zeitung weiter aus Kreisen der EU-Kommission. Einen entsprechenden Passus wolle die Kommission in den bereits vorliegenden Richtlinienentwurf zur Bankenabwicklung einfügen. Das bedeutet demnach, dass Kontoinhaber bei der Haftung bessergestellt würden als Gläubiger mit Vorrangstatus, für die sich wiederum das Verlustrisiko deutlich erhöhen würde.

EU-Finanzminister beraten morgen über Bankenregeln

Die EU-Finanzminister beraten morgen in Brüssel über Regeln zur Abwicklung von Banken - und in welcher Reihenfolge bei Pleiten künftig zum Schutz der Steuerzahler auch Anteilseigner, Gläubiger und Kontoinhaber beteiligt werden.

Großbritannien und Frankreich hätten sich schon im Vorfeld gegen die Besserstellung wohlhabender Anleger ausgesprochen, sagten EU-Diplomaten laut „Handelsblatt“. Beide Länder wollen demnach die Regeln weiter selbst bestimmen.

Publiziert am 13.05.2013