Themenüberblick

Fisch hinter Glas, Fisch auf dem Teller

Wer nach Kopenhagen fliegt, der kann die neue Toptouristenattraktion der dänischen Hauptstadt bereits aus der Luft bewundern: Das neue Riesenaquarium „Den Blaa Planet“ („Der blaue Planet“) am Öresund wurde nun eröffnet und soll künftig jährlich 700.000 Besucher anlocken.

Das Unterwassermuseum ist über 10.000 Quadratmeter groß mit einer zusätzlichen Außenfläche von 5.000 Quadratmetern. 20.000 Meerestiere haben bereits ihr neues Quartier am Öresund bezogen. Einige davon waren zuvor im alten Gebäude des Dänischen Aquariums untergebracht, das jedoch wegen seines schlechten Zustands und des zu geringen Platzangebots in die Kritik geraten war.

Mitte der 1990er Jahre präsentierte Jesper Horsted, der Direktor des Aquariums, erste Ideen für einen Neubau. Eine Renovierung des alten Gebäudes wäre nur wenig sinnvoll gewesen, skizzierte Horsted - einerseits weil eine Vergrößerung am alten Standort schlicht unmöglich gewesen wäre, andererseits, weil sowohl Kosten als auch Aufwand in keinem Verhältnis zur vergleichsweise marginalen Verbesserung der Situation gestanden wären.

Außenansicht des neuen Aquarium in Kopenhagen

Adam Mork

Außen der Öresund, innen sieben Millionen Liter Wasser

So war der Entschluss zum Neubau naheliegend und die einzige Alternative zur Schließung. Rund 600 Mio. dänische Kronen (80,5 Mio. Euro) kostete der Bau, der nun laut Betreibern modernsten technischen Standards entspricht und damit auch international konkurrenzfähig sein soll. Für die Struktur des Baus ließen sich die Architekten der dänischen Firma 3XN von der Form eines Wasserstrudels inspirieren.

Vor allem aus der Luft fällt die ungewöhnliche Anlage auf und soll so Touristen, die mit dem Flugzeug auf dem nahe gelegenen Flughafen ankommen, neugierig machen. „Wir sehen die Anlage als Wasserwirbel, der das Publikum in die faszinierende Welt lockt, die sie zwischen Fischen und Meerestieren aus der ganzen Welt erwartet.“

Sieben Mio. Liter Wasser

Schon alleine mit der Größe der Becken und der Zahl der Tiere stellt der „blaue Planet“ die meisten ähnlichen Einrichtungen Europas in den Schatten. Deutschlands größtes Meeresmuseum etwa, das Ozeanum in Stralsund, verfügt über 35 Aquarien mit einem Gesamtvolumen von sechs Mio. Liter Wasser.

Im neuen dänischen Aquarium sind es 53 getrennte Becken mit einem Fassungsvermögen von sieben Mio. Liter Wasser, davon alleine vier Mio. im Ozeanbecken. Hinter den 48 Zentimeter dicken Acrylglaswänden tummeln sich Hammerhaie, Rochen, Barrakudas und Muränen, die via 16-Meter-Tunnel auch von unten beobachtet werden können.

Innenansicht des neuen Aquarium in Kopenhagen

Adam Mork

Auch im Inneren ist die Strudelform des Gebäudes nachzuvollziehen

Als einziges Aquarium Dänemarks zeigt der „Blaa Planet“ Tiere aus kalten und warmen Gewässern, Salz- und Süßwasserfische, aber auch Seelöwen und Vögel können bewundert werden. In fünf großen Tanks wird die Vielfalt der Lebewesen in den afrikanischen Seen gezeigt - darunter auch Krokodile und Sumpfschildkröten.

Piranhas und Anacondas in der „Regenwaldhalle“

In einer „Regenwaldhalle“ widmet sich das Museum der Tierwelt des Amazonas - freifliegende Vögel und Schmetterlinge inklusive. Im dazugehörigen Aquarium lebt die größte Piranha-Kolonie genauso wie ein Anacoda-Pärchen, die man sowohl von oben als auch durch einen Tunnel von unten betrachten kann. Wer Fisch nicht nur hinter Glas, sondern auch auf dem Teller mag, für den bietet das Restaurant Öst passende Menüs. Frischer Fisch und Meeresfrüchte stehen dort als Spezialitäten auf der Speisekarte, gekocht wird von Ex-Küchenchefs des „besten Restaurants der Welt“, Noma.

Link: