Bericht über Massenhinrichtungen in Nigeria

Die nigerianische Armee hat nach Angaben von Überlebenden über 40 junge Männer in der mehrheitlich muslimischen Stadt Maiduguri im Nordosten des Landes hingerichtet. Zwei Anwohner sagten gestern laut AFP, die Soldaten hätten in den Vierteln Kalari, Gwange und zwei weiteren Stadtteilen junge Männer zusammengetrieben und diese noch an Ort und Stelle erschossen. Als die Angehörigen der Opfer die Leichen im städtischen Krankenhaus abholen wollten, zählten sie laut einem der Zeugen 48 Tote.

Ein Mitarbeiter des Leichenhauses im Hospital von Maiduguri sagte laut AFP, Soldaten hätten gestern 39 Leichen mit Schusswunden eingeliefert. Die Armee lehnte einen Kommentar ab, bezeichnete die Anschuldigungen aber als „unbegründet“.

Die Stadt gilt als Hochburg der radikalislamischen Rebellengruppe Boko Haram und war zuletzt wiederholt Schauplatz der Gewalt zwischen staatlichen Sicherheitskräften und Islamisten. Amnesty International berichtete zuletzt von schweren Menschenrechtsverletzungen der Armee im Kampf gegen Boko Haram.