Medwedew kritisiert Haft für Pussy-Riot-Sängerinnen

Russlands Regierungschef Dimitri Medwedew hat seine Kritik an der Verhängung von Haftstrafen gegen Sängerinnen der Punkband Pussy Riot bekräftigt.

„Wenn ich Richter wäre, würde ich sie nicht ins Gefängnis stecken“, zitierte die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti gestern den Ministerpräsidenten. „Ich denke einfach, dass es nicht richtig ist, dass sie Haftstrafen verbüßen.“ Sie seien schon lange genug inhaftiert.

Die Pussy-Riot-Mitglieder Nadeschda Tolokonnikowa und Marina Alechina waren im August wegen einer Protestaktion gegen die Wiederwahl von Präsident Wladimir Putin in einer Moskauer Kathedrale zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Ein Berufungsgericht bestätigte die Strafen Anfang Oktober. Medwedew hatte davor schon eine weitere Haft der Sängerinnen als „unproduktiv“ bezeichnet und für die Umwandlung der Gefängnis- in eine Bewährungsstrafe plädiert.