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Trotzdem Rekordjahr angepeilt

Der bisher erfolgsverwöhnte Modekonzern Hugo Boss hat im dritten Quartal überraschend schwach abgeschnitten. Bedingt durch ein geringeres Umsatzwachstum, höhere Marketingaufwendungen und Kosten für den Ausbau des Filialnetzes sank der Gesamtgewinn deutlich um 14 Prozent, obwohl die Umsätze stiegen. Im Schlussquartal rechnet der Konzern sogar mit zweistelligen Zuwächsen.

Netto verdiente Boss zwischen Jänner und September 103,4 Mio. Euro, wie das Unternehmen Ende Oktober bekanntgab. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank um sieben Prozent auf 165 Millionen Euro, der Umsatz stieg um fünf Prozent auf 646 Mio. Euro. Das Sagen hat bei dem Modelabel der Finanzinvestor Permira.

Asiengeschäft kompensiert Euro-Krise

Seine Prognose für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern allerdings und versprach einen starken Schlussspurt. 2012 soll so weiterhin der Umsatz währungsbereinigt um bis zu zehn Prozent zulegen. Positiv ist für Boss vor allem das gute Geschäft in Asien und den USA und der aus dortiger Sicht günstige Euro-Wechselkurs, der den krisenbedingten Umsatzrückgang in Europa kompensiert,

Obwohl Hugo Boss die Krise in Europa - der umsatzstärksten Absatzregion - mit einem Umsatzrückgang im Sommerquartal um drei Prozent auf 398,3 Millionen Euro zu spüren bekam, wischte Vorstandschef Claus-Dietrich Lahrs Zweifel an der Prognose für das laufende Jahr beiseite. „Mit dem Wintergeschäft werden wir im vierten Quartal zu zweistelligem Umsatz- und Ergebniswachstum zurückkehren“, versicherte er.

Ausbau des eigenen Filialnetzes

Der Gesamtjahresumsatz werde 2012 - ohne Berücksichtigung von Währungseffekten - um bis zu zehn Prozent über dem Vorjahreswert von 2,06 Mrd. Euro liegen. Damit würde Hugo Boss erneut ein Rekordjahr hinlegen und schneller wachsen als der weltweite Premium- und Luxusgütermarkt.

Hugo Boss konkurriert mit Modemarken wie Ralph Lauren, Burberry und Tommy Hilfiger. Einige Wettbewerber hatten zuletzt Anzeichen für ein Ende der knapp dreijährigen Boomphase erblickt. Im Gegensatz zu Luxusmarken wie LVMH oder Gucci verzeichnete Hugo Boss im dritten Quartal in China stärkeren Zulauf als im Frühjahr. Die Zuversicht der Deutschen kommt auch in steigenden Investitionen zum Ausdruck. Das Unternehmen investiert derzeit stark in den Ausbau des eigenen Einzelhandels, weil dieser eine bessere Marge bringt als der Verkauf über Zwischenhändler. Bis Ende des Jahres sollen rund 80 neue Geschäfte entstehen.

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