Arbeitskämpfe in Südafrika fordern wieder Menschenleben

Die gewalttätigen Arbeitskämpfe in Südafrika haben erneut Menschenleben gefordert. Sicherheitskräfte der Magdalena Mine im Nordosten erschossen nach Polizeiangaben von heute zwei Streikende.

Ein Unternehmenssprecher betonte, die Arbeiter hätten bei dem Vorfall gestern nahe Dannhauser (Provinz KwaZulu-Natal) versucht, ein Sprengstofflager zu stürmen. Arbeitnehmervertreter sagten, die Arbeiter seien von Sicherheitskräften der Firma verfolgt und erschossen worden. Mit Tränengas ging die Polizei heute gegen Streikende einer Kohleaufbereitungsanlage im nahe gelegenen Dundee vor.

Seit Monaten leidet Südafrika unter blutigen Arbeitskämpfen. Dabei starben bereits über 50 Menschen. Noch immer befinden sich Zehntausende Arbeiter, vor allem in den Bergwerken, im wilden Streik. Südafrikas Präsident Jacob Zuma forderte am Donnerstag die Streikenden auf, zur Arbeit zurückzukehren und den Arbeitskampf im gesetzlichen Rahmen zu führen: „Gewalt und Einschüchterung müssen ein Ende haben.“ Die Arbeitslosigkeit in Südafrika hat nach am Donnerstag veröffentlichten Zahlen mit offiziell 25,5 Prozent den höchsten Stand seit über vier Jahren erreicht. Experten sprechen von einer realen Arbeitslosigkeit von etwa 50 Prozent.