Erdogan bittet Berlin um Hilfe wegen Syrien

Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hat wegen des Konflikts im Nachbarland Syrien die Unterstützung Deutschlands erbeten. „Wir brauchen unbedingt die Unterstützung und den Beistand Deutschlands“, sagte Erdogan heute nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin.

Mit Blick auf die zahlreichen syrischen Flüchtlinge, die in Nachbarländern wie der Türkei Zuflucht suchen, warnte Erdogan: „In einer Zeit, wo man nach globalem Frieden Ausschau hält, ist das natürlich eine Katastrophe, und das müssen wir verhindern.“

Merkel sagte, die Lage in Syrien sei für die Türkei eine „echte Belastung“. Die Bundesregierung habe „Unterstützung humanitärer Art“ angeboten. „Wir fühlen uns für die Sicherheit der Türkei verantwortlich“, sagte die Kanzlerin. Weiters sichert Merkel (CDU) der Türkei intensive Unterstützung im Kampf gegen die als terroristisch eingestufte Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu.

Türkei drängt auf EU-Beitritt

Erdogan warnte zudem vor den Folgen einer zu langen Verzögerung des EU-Beitritts seines Landes. Auf die Frage, ob die Türkei 2023 ein Mitgliedsstaat der Union sein werde, sagte Erdogan: „So lange wird man uns nicht hinhalten. Aber sollten sie das tun, dann wird die Europäische Union verlieren, zumindest die Türkei.“

Merkel versprach Erdogan „ehrliche“ Verhandlungen. „Diese Verhandlungen werden weitergehen unbeschadet der Fragen, die wir grundsätzlicher Art zu klären haben. Deutschland steht zu diesem Prozess, dass diese Verhandlungen fortgeführt werden“, sagte Merkel.