Frankreichs Unternehmer fordern Lohnsteuersenkung

Frankreichs Konzernlenker fordern eine weitreichende Steuersenkungsoffensive, um das Land wirtschaftlich wieder flottzumachen. Um 30 Mrd. Euro solle allein die Lohnsteuer binnen zwei Jahren gesenkt werden, verlangten die Chefs von 98 Großunternehmen in einem gemeinsamen Appell, der in der Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“ veröffentlicht wurde. Nur so könne das Land seine Wettbewerbsfähigkeit wiedergewinnen.

Zudem wollen die Konzernchefs, dass die Unternehmenssteuern auf das Niveau von Nachbarländern reduziert und Steuererleichterungen für Forschungsausgaben beibehalten werden. Die Lohnsteuersenkungen sollen mit einer Erhöhung der Mehrwertsteuer und Streichungen der öffentlichen Hand gegenfinanziert werden. Nach Ansicht der Unterzeichner könnte der Staat in den nächsten fünf Jahren bis zu 60 Milliarden Euro einsparen.

EADS-Chef empfiehlt „Schocktherapie“

Die Regierung von Ministerpräsident Francois Hollande hat bereits ein Programm zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit angekündigt. Dieses soll am 6. November vorgelegt werden. Einen Tag vorher präsentiert der frühere EADS-Chef Louis Gallois seine mit Spannung erwartete Empfehlungsliste zu diesem Thema. Seinen Worten zufolge muss Frankreich mit einer „Schocktherapie“ saniert werden.

Die Regierung hingegen lehnt den geforderten großen Wurf ab. „Das kann nicht mit dem Zauberstab getan werden“, sagte Finanzminister Pierre Moscovici dem Fernsehsender Canal+. „Das muss über die gesamte fünfjährige Amtszeit des Präsidenten getan werden.“ Hollande plant für 2013 die stärkste Erhöhung der Steuern für Großunternehmen in Frankreich seit 30 Jahren. Forderungen nach einer Senkung der Staatsausgaben hat er sich bisher widersetzt.