US-Wirtschaft wächst wieder stärker

Die US-Konjunktur zieht wieder an. Nach einer ersten Schätzung des US-Handelsministeriums von gestern stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 2,0 Prozent. Das war deutlich mehr als im Zeitraum von April bis Juni, als ein Wachstum von 1,3 Prozent gemessen worden war. Vor allem der private Konsum, eine Erholung auf dem Immobilienmarkt und gestiegene Staatsausgaben hätten für die Zunahme gesorgt. Volkswirte hatten mit etwas schwächeren Werten gerechnet.

Einigung nötig

Insgesamt ist das US-Wachstum nach Experteneinschätzung aber immer noch etwas zu schwach. Vor allem die Unsicherheit durch die bevorstehende „Fiskalklippe“ führe zur Zurückhaltung bei Investoren. Zum Jahreswechsel drohen in den USA massive Steuererhöhungen und gleichzeitig erhebliche Einsparungen im Staatshaushalt, wenn der vom laufenden Wahlkampf gelähmte Kongress nicht rechtzeitig handelt. Das könne die Wirtschaftsleistung um drei Prozent senken.

„Ohne Einigung der beiden politischen Parteien droht den USA im ersten Halbjahr 2013 eine Rezession“, schreibt die VP Bank in einer Analyse. Zuletzt hatte auch der Internationale Währungsfonds die Amerikaner eindringlich vor dem „fiscal cliff“ gewarnt. US-Präsident Barack Obama betonte vor einigen Tagen in einem Zeitungsinterview, das Thema im Falle seiner Wiederwahl umgehend mit aller Kraft voranzutreiben. Auch sein Herausforderer Mitt Romney gibt einer Lösung höchste Priorität.