Erstmals Überreste gefiederter Dinosaurier in Amerika entdeckt

Kanadische Wissenschaftler haben erstmals Überreste gefiederter Dinosaurier auf dem amerikanischen Kontinent entdeckt. Die Ornithomimus-Fossilien seien etwa 75 Millionen Jahre alt, berichtete die Fachzeitschrift „Science“ gestern.

Im Gegensatz zu bisher bekannten Vertretern ihrer Spezies, die an heutige Straußen erinnerten, seien die nun entdeckten Tiere vollständig mit Federn bedeckt gewesen, sagte Studienleiterin Darla Zelenitsky von der Universität Calgary in der westlichen Provinz Alberta.

Erst im Erwachsenenalter Flügel

Bisher hatte es entsprechende Funde den Angaben zufolge fast nur in China und Deutschland gegeben. Die Forscher fanden demnach in Alberta Überreste eines jungen und zweier erwachsener Exemplare des Ornithomimus.

Sie stellten fest, dass sich das Gefieder im Laufe des Lebens der Dinosaurier veränderte: Sie seien zunächst mit einer Art Flaum bedeckt gewesen und hätten erst im Erwachsenenalter Flügel und richtige Federn bekommen, sagte Zelenitsky.

Das sei ungewöhnlich, weil sich bei anderen Dinosauriern die Flügel bereits kurz nach dem Schlüpfen gebildet hätten, und bedeute wahrscheinlich, dass die Flügel nie zum Fliegen, sondern etwa zum Schutz des Geleges bestimmt gewesen seien, führte die Forscherin aus. Möglicherweise hätten sie aber auch zur Verführung von Sexualpartnern gedient.