Misshandelter Putin-Gegner nimmt Geständnis zurück

Der vermutlich von russischen Agenten in der Ukraine verschleppte Kreml-Gegner Leonid Raswosschajew hat sein unter Folter erzwungenes Geständnis von Umsturzplänen widerrufen. Der Gegner von Kreml-Chef Wladimir Putin habe keine blutigen Krawalle vorbereitet und bekenne sich deshalb auch nicht schuldig, sagte sein Verteidiger Mark Fejgin gestern.

Menschenrechtler forderten Ermittlungen wegen der Entführung und Folterung Raswosschajews. Die USA zeigten sich besorgt wegen des Falls.

Moskau weist US-Kritik zurück

Das russische Außenministerium wies die Kritik der USA als verfrüht zurück. Es handle sich um ein laufendes Verfahren, sagte ein Behördenmitarbeiter der Agentur Interfax zufolge. Ein Sprecher der US-Botschaft in Moskau sagte, dass die Diplomaten das Geschehen verfolgten.

Raswosschajew hatte vorige Woche in der Ukraine bei einer Flüchtlingsstelle der Vereinten Nationen Asyl beantragt, wurde aber in einer Pause auf der Straße in ein Auto gezerrt und entführt.

Ukraine: Möglicherweise russische Agenten

Das ukrainische Innenministerium teilte in Kiew mit, dass russische Geheimdienste hinter der Aktion stecken könnten. Raswosschajew hatte erklärt, tagelang in einem Raum ohne Essen und Toilette gefoltert geworden zu sein, bis er ein Geständnis unterschrieb und politische Mitstreiter schwer belastete. Auch die EU äußerte sich bestürzt über die gewaltsame Entführung.