Weiter Querelen um „nackte Männer“ zwischen Wien und Linz

Die beigelegt geglaubten Querelen um Kunstausstellungen in Wien und Linz, die beide nackte Männer zum Thema haben, gehen doch noch weiter. Äußerungen der Leiterin des Kunstmuseums Lentos in Linz anlässlich der Präsentation der Ausstellung „Der nackte Mann“ lösten gestern Widerspruch vom Leopold Museum in Wien aus.

„Nie angedacht“

Lentos-Chefin Stella Rollig erklärte, eine Zusammenarbeit mit dem Wiener Leopold Museum, das vergangene Woche „nackte männer“ eröffnete, sei von Linz „nie angedacht“ worden. Das Museum habe eine Anfrage des Lentos um Leihgaben mit diesem Wunsch beantwortet, das sei aber nicht mehr möglich gewesen, so Rollig.

Denn das Lentos habe bereits früh mit dem Ludwig Museum in Budapest kooperiert, wo die Ausstellung ab Frühjahr 2013 gezeigt wird. Die Leihgaben aus Wien seien „nur in Spurenelementen“ gekommen, Schlüsselwerke von Schiele und Gerstl gar nicht. Der fast gleich lautende Titel und die Eröffnung eine Woche vor dem Lentos sei ein „Affront“.

Leopold veröffentlicht Auszüge aus Brief

Das Leopold Museum stellte dem Auszüge aus dem Briefwechsel mit seinem Vorstandsmitglied Elisabeth Leopold gegenüber. Demzufolge sei es im Ermessen von Rollig gewesen, eine entsprechende Ausstellung im Rahmen einer Kooperation zuerst in Linz und anschließend in Wien zu zeigen. Selbst der Zugang zu den Highlights des Leopold Museums wäre Linz offen gestanden, wird angeführt.