Syriens Armee stimmt vorübergehender Waffenruhe zu

Die syrischen Streitkräfte stimmen einer viertägigen Waffenruhe zum islamischen Opferfest zu. Das teilte gestern die syrische Armeeführung in einer vom Staatsfernsehen übertragenen Erklärung mit. Die Waffen sollen von morgen Früh an schweigen.

UNHCR will Hilfspakete schicken

Der internationale Sondergesandte Lakhdar Brahimi hatte die Konfliktparteien zur Einstellung des Feuers während des Opferfests aufgefordert. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) kündigte an, im Fall einer Waffenruhe Hilfspakete an die Familien in den bisher unzugänglichen Kampfzonen zu schicken.

Bis zuletzt war offen, ob die syrische Regierung sich auf die Initiative Brahimis einlassen würde. Tags davor hatte Brahimi in Kairo erklärt, Damaskus sei zu der Waffenruhe bereit, doch hatte die Regierung daraufhin erklärt, sie müsse erst eine endgültige Entscheidung fällen. Nach Angaben Brahimis wollen sich die meisten Rebellenkommandeure, die er dazu kontaktierte, ebenfalls an die Feuerpause halten.

Zweifel an tatsächlicher Einhaltung

Dennoch ist die Hoffnung auf eine Unterbrechung der Gewalt gering. Eine Mitte April ausgerufene Waffenruhe war rasch wieder gebrochen worden. Eine zur Überwachung des Waffenstillstands entsandte UNO-Beobachtermission hatte das Land nach drei Monaten wieder verlassen müssen, weil sie selbst wiederholt Ziel von Angriffen geworden war. Brahimis Vorgänger Kofi Annan gab im August sein Amt auf, weil alle Bemühungen zur Beendigung der Gewalt gescheitert waren.