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Über 400 Mio. an Neuinvestitionen

Nicht nur die Wirtschaftskrise macht den Wettbewerb um den Winterurlauber noch härter als bisher. Die Zeiten, da etwa Österreich im Winter eine geschlossene Nation von Skiurlaubern war, gehören der Vergangenheit an. Dennoch: Wintertourismus bleibt Massentourismus - und wer nicht investiert, der tut sich im Kampf um die Gäste noch schwerer als in der Vergangenheit.

Seit dem Jahr 2000 haben Österreichs Seilbahnunternehmen sechs Milliarden Euro in Qualität, Sicherheit und Beschneiungsanlagen investiert. Für den Winter 2012/13 rechnet der Fachverband Seilbahnwirtschaft mit Gesamtinvestitionen von rund 415,9 Mio. Euro, wie man bei einer Pressekonferenz am Samstag in Sölden vorrechnete.

Trotz der schwierigen Bedingungen im letzten Winter konnte auch in der Saison 2011/12 ein respektables Ergebnis erzielt werden. Ein leichtes Minus gab es bei den Skitagen auf 50 Mio. (ein Minus von rund zwei Prozent), ein leichtes Plus bei den Umsätzen auf 1.158 Mio. Euro (rund plus 0,5 Prozent). An den 31.800 Betriebstagen wurden 554 Mio. Beförderungen durchgeführt.

„Zuversichtlich für die laufende Saison“

„Wir können natürlich nicht voraussehen, welchen Herausforderungen und welchen Wetterkapriolen wir uns im kommenden Winter stellen müssen. Wir sind aber zuversichtlich, im Winter 2012/13 zumindest bei den Erfolgen der letzten Saison anschließen zu können“, prognostiziert der Obmann der Österreichischen Seilbahnwirtschaft, Franz Hörl. „Die Stimmung innerhalb der Branche“, so Hörl, „ist gut, unsere Unternehmen starten optimistisch in die neue Saison.“

Schneekanone

APA/Han Klaus Techt

Wer eine lange Saison haben will, kommt ohne künstliche Beschneiung nicht mehr aus

Mehr Geld wird für Beschneiung ausgegeben

Die große Herausforderung für die Liftbetreiber sind Wetter und Schnee. Denn auch wenn die Umsätze oft steigen, bedeutet das noch kein kalkulierbar rentableres Ergebnis, wie ein Blick nach Kärnten zeigt.

Die Wirtschaftlichkeit für die Liftbetreiber in Kärnten stieg trotz wachsender Anzahl an Gästen nicht. Grund ist, dass gleichzeitig die Aufwendungen für Schnee-Erzeugung und Pistenpräparierung stiegen. Dass die Investitionen heuer deutlich geringer sind als in früheren Jahren, hänge nicht nur damit zusammen, dass die Anlagen in den großen Skigebieten noch relativ neu sind, sagt Wolfgang Löscher, Fachgruppenobmann der Seilbahnwirtschaft in der Kärntner Wirtschaftskammer - mehr dazu auch in kaernten.ORF.at

Vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen werde es daher zunehmend schwierig, meinte Löscher. Ihre Überlebenschancen lägen vor allem in der Spezialisierung, etwa wenn man auf Sonderzielgruppen wie Kinder setze.

Gebiete kooperieren

Zahlreiche Skigebiete setzen ja auch auf Vergrößerung ihres Pistenangebots durch Zusammenlegungen. Prominentes Beispiele in dieser Saison ist der Zusammenschluss der Skigebiete Alpachtal und Wildschönau - mehr dazu in tirol.ORF.at. Bis zur Saison 2013/14 sollen wiederum der Zusammenschluss von Lech-Zürs und Warth-Schröcken Realität sein - mehr dazu in vorarlberg.ORF.at. Im Salzburger Pinzgau überlegen die Gebiete Zell am See, Saalbach-Hinterglem und Kaprun, wie man die jeweiligen Skianlagen mit Liften vernetzen kann.

Investitionen bei den Nachbarn

Aufgerüstet wird im Seilbahnbereich nicht nur in Österreich. Im benachbarten Bayern, wo man in Sachen Lifteausstattung stark hinter den österreichischen Investitionsentwicklungen der letzten Jahre hinterherhinkt, bemühen sich einige Standorte auch um ein Mehr an Invetitionen. Im Skigebiet Winkelmoosalm investiert man knapp zehn Mio. Euro, um mit dem Skigebiet Lofer-Steinplatte, mit dem man vernetzt ist, technologisch mithalten zu können.

An vielen Winterstandorten in Bayern muss auch bei der künstlichen Beschneiung aufgerüstet werden. Ohne neue Speicherseen werde man Skigebiete nicht erhalten können, lautet die Argumentation der Liftbetreiber, etwa in Lenggries an der Zugspitze. Umweltschützer sehen das deutlich kritischer - für sie liegen bayrische Skigebiete deutlich zu niedrig, als dass sich Investitionen langfristig lohnen würden. Ein Blick auf die Investitionssummen zeigt auch, dass zumindest Österreichs Skigebiete die Konkurrenz des nördlichen Nachbarn nicht fürchten müssen.

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