Syrien: Noch keine Entscheidung über Waffenruhe

Syrien hat nach Angaben des Außenministeriums in Damaskus noch keine Entscheidung über eine Feuerpause getroffen. Die militärische Führung des Landes prüfe derzeit den Vorschlag von UNO-Sondervermittler Lakhdar Brahimi, erklärte das Ministerium heute. Eine Entscheidung werde morgen bekanntgegeben.

UNO-Sicherheitsrat unterstützt Plan einstimmig

Nach Angaben des russischen UNO-Botschafters Witali Tschurkin habe die syrische Regierung heute Andeutungen gemacht, den Waffenstillstand akzeptieren zu wollen. Auch der UNO-Sicherheitsrat unterstützt den Plan für eine Waffenruhe. Das wichtigste UNO-Gremium forderte heute in New York alle Konfliktparteien und „insbesondere die syrische Regierung“ auf, dem Vorschlag des internationalen Syrien-Gesandten Lakhdar Brahimi zuzustimmen.

Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats nahmen die Erklärung zu der Waffenruhe einstimmig an. Sie forderten darin auch, „alle regionalen und internationalen Akteure auf, ihren Einfluss geltend zu machen, um die Anwendung zu ermöglichen“.

Brahimi hatte zuvor gesagt, die syrische Führung stimme einer Feuerpause zum islamischen Opferfest zu, das am Freitag beginnt und bis Sonntag dauert. Der bisher letzte Waffenstillstand war im April nach wenigen Tagen gescheitert. Brahimis Vorgänger Kofi Annan, der die damalige Feuerpause vermittelt hatte, trat kurz darauf zurück.

Tote bei Autobombenanschlag in Damaskus

Ungeachtet den Plänen Brahimis wurde Damaskus heute von einem schweren Autobomben-Anschlag erschüttert. Laut syrischem Staatsfernsehen wurden dabei mindestens sechs Menschen getötet und 20 weitere verletzt. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London sprach von mindestens acht Toten.

Die islamistische Rebellengruppe Al-Nusra-Front, die sich zu mehreren Selbstmordanschlägen in Syrien bekannte, lehnte unterdessen eine Waffenruhe während des Opferfests ab.