Urteil gegen Skandalbanker Kerviel bestätigt

Ein französisches Berufungsgericht hat das Urteil gegen den Skandalbanker Jerome Kerviel bestätigt. Der 35-Jährige muss für drei Jahre ins Gefängnis und der Großbank Societe Generale Schadenersatz in Höhe von 4,9 Mrd. Euro zahlen, wie das Gericht in Paris heute entschied.

Damit wurde ein Urteil vom Herbst 2010 gegen den Banker bestätigt, der mit hochriskanten Geldgeschäften die Großbank Societe Generale fast in den Ruin getrieben hätte.

Vertrauensmissbrauch, Fälschung, betrügerische Dateneingabe

Kerviels Anwalt sprach von einer „Ungerechtigkeit“ und kündigte an, das Urteil womöglich vor dem Kassationsgerichtshof anfechten zu wollen. Im Berufungsprozess hatte sich Kerviel im Juni wie auch im ersten Prozess damit verteidigt, dass er bei seinen Finanzspekulationen mit Wissen seiner Vorgesetzten gehandelt habe.

Dem folgten die Richter nicht: Sie bestätigten die Verurteilung Kerviels wegen Vertrauensmissbrauchs, Fälschung und wegen der betrügerischen Eingabe von Daten in das Computersystem der zweitgrößten französischen Bank.

Erstinstanzliches Urteil bestätigt

Das Pariser Berufungsgericht bestätigt damit das Urteil aus erster Instanz zur Gänze: Kerviel wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, davon zwei auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft ohne Bewährung gefordert, die Verteidigung einen Freispruch für den 35-Jährigen.

Das Berufungsgericht hielt auch an dem Schadenersatz von 4,9 Milliarden Euro fest, der dem Verlust entspricht, den Kerviel der Bank in dem Anfang 2008 bekanntgewordenen Skandal zugefügt hatte.