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Löhne niedriger als in China

Hunderte ehemalige Mitarbeiter eines adidas-Zulieferers in Indonesien haben letzte Woche gegen ihre Entlassung protestiert. Adidas habe die Firma aufgefordert, die Arbeiter wieder einzustellen, und genau das verlangten sie jetzt, sagte ein Gewerkschaftsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Der deutsche Sporthersteller vergibt seit Mitte August keine Aufträge mehr an den Subunternehmer.

„Wir verlangen von der Geschäftsführung, dass sie sich mit uns zusammensetzt und versucht, eine Lösung zu finden“, sagte der Gewerkschaftsvertreter Ernawati. Laut Polizei kam es bei der Fabrik Panarub Dwikarya nahe der Hauptstadt Jakarta zu Zusammenstößen zwischen 1.300 früheren Arbeitern und Sicherheitskräften.

13 Menschen wurden bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei verletzt, teilten die Polizei und adidas mit. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein, um die Demonstranten vom Gelände der Firma, die für adidas, Mizuno und Specs produziert, fernzuhalten. Polizeichef Wahyu Widodo sagte, die Polizei wolle zwischen Firmenleitung und Arbeitern vermitteln. Das Unternehmen habe sich darauf vorbereitet, die Demonstranten zu attackieren, so Gewerkschaftsvertreter. Einige von ihnen seien mit Eisenstangen und Steinen angegriffen worden.

700 Entlassungen wegen Streiks

Die Fabrik des Zulieferers stellt Schuhe unter anderem für adidas her. Die Arbeiter waren laut adidas nach einem Streik im Juli entlassen worden, weil sie zu lange ihrem Arbeitsplatz ferngeblieben waren und der Ausstand von der Firma als illegal eingestuft wurde. Rund 1.600 Arbeiter hatten dem Unternehmen zufolge eine Nachzahlung von Löhnen gefordert, da in der Branche seit Jahresanfang höhere Gehälter gezahlt werden müssen. Entlassen worden seien nach dem Streik rund 700, sagte ein Sprecher von adidas in Deutschland.

Adidas hatte nach eigenen Angaben bereits während des Streiks versucht, zwischen dem Management des Zulieferers und den Angestellten zu vermitteln. An den Forderungen nach Wiedereinstellung und der Zahlung des branchenweiten Mindestlohns halte adidas weiterhin fest, teilte der Unternehmenssprecher mit.

In Indonesien sind viele Zulieferfirmen für westliche Textil- und Schuhanbieter angesiedelt: Die Löhne sind oftmals niedriger als in China und Indien. Doch die Arbeiter begehren zunehmend auf. Adidas hatte im April eine Untersuchung angeordnet, nachdem die britische Presse berichtet hatte, Zulieferer ließen Arbeitskräfte bis zu 65 Stunden pro Woche schuften - zu einem Stundenlohn von umgerechnet 40 Cent.

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