„Romnesia“: Obama macht sich über Herausforderer lustig

US-Präsident Barack Obama versucht mit einem neuen Namensspiel, seinen Wahlkampfkontrahenten Mitt Romney lächerlich zu machen. Sein Widersacher müsse an einer Krankheit namens „Romnesia“ leiden, durch die er seine früheren politischen Aussagen vergesse, scherzte Obama gestern bei einem Wahlkampfauftritt in Fairfax (Virgina). Der Präsident setzte dabei das Kunstwort aus „Romney“ und „amnesia“ (deutsch: Amnesie) zusammen. Der medizinische Begriff beschreibt eine Art der Gedächtnisstörung.

Romney „Kleinkarierte Angriffe“

Obama zählte mehrere Themen auf, bei denen Romney in den vergangenen Wochen angeblich seine Meinung geändert habe. „Wenn Du einen Fall von ‚Romnesia‘ hast, kannst Du Dich anscheinend nicht einmal an die Vorschläge erinnern, die immer noch auf deiner Website stehen“, sagte der Amtsinhaber. Das sei aber eine „kurierbare Krankheit“ - man müsse am 6. November nur Obama wählen. Romney bezichtigte in einer Reaktion Obama „kleinkarierter Angriffe und dümmlicher Wortspiele“.

Bereits im August hatte Obama ein Namensspiel mit seinem Kontrahenten betrieben. Damals nannte er ihn „Romney Hood“, weil der Republikaner mit seinen Steuerplänen das Geld von den Armen nehmen und den Reichen geben wolle. „Das ist wie Robin Hood im Rückwärtsgang.“

Kampagne über Hilfsprogramm für GM und Chrysler

Unterdessen macht das Wahlkampfmanagement von US-Präsident Obama dessen milliardenschweres Hilfsprogramm für die Autohersteller General Motors und Chrysler zum Thema. In dem heftig umkämpften Staat Ohio schaltete das Team Obamas gestern einen neuen Fernsehspot, der den damaligen Widerstand des republikanischen Herausforderers Romney gegen die Rettungsaktion thematisiert.

So tauchen mehrere Arbeiter der Automobilindustrie in dem Clip auf und berichten, dass sie ihre Arbeitsplätze der Entscheidung Obamas verdanken, den beiden Großkonzernen 2009 Bundesdarlehen zu gewähren.

Romney hingegen hatte sich für einen strukturierten Konkurs ohne den Einsatz von Steuergeldern ausgesprochen. Hätte Obama damals nicht interveniert, wäre Ohio zusammengebrochen, sagt ein Arbeiter in dem Wahlwerbespot. Dieser endet mit dem Slogan: „Mitt Romney. Keiner von uns.“