ÖBB spart weiter bei Güterverkehr

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) treten im Güterverkehr weiter auf die Kostenbremse. ÖBB-Chef Christian Kern kündigte im Klub der Wirtschaftspublizisten in Wien gestern weitere Restrukturierungsschritte an. Güterverkehr dürfe kein Verlustgeschäft sein, die Bahn wolle schließlich ihre eigenen Kapitalkosten verdienen.

Heuer werden die Bundesbahnen unterm Strich einen Gewinn machen: Nach einem Halbjahresergebnis von 79 Mio. Euro wird für das Gesamtjahr ein EBT (Vorsteuerergebnis) von rund 60 Mio. Euro angepeilt.

Schwarze Zahlen trotz Eintrübung

Zwar zeige sich im zweiten Halbjahr eine Verschlechterung der Konjunkturlage, was sich im Güterverkehr durchschlage, doch die ÖBB werden positiv bilanzieren: „Heuer werden wir die schwarzen Zahlen bis Jahresende behalten“, ist Kern zuversichtlich.

Zuwächse bei Personenverkehr

Umsatzzuwächse verzeichnet der ÖBB-Personenverkehr, der trotz der Konkurrenz durch die mehrheitlich private Westbahn mehr Fahrgäste und mehr verkaufte Tickets verzeichnet. Dabei helfen der Bahn auch die steigenden Treibstoffpreise.

Kern ortet ein neues Mobilitätsverhalten in Ballungsräumen, wo der öffentliche Verkehr stolze Zuwachsraten verzeichnen könne. Sowohl im Lokal- als auch im Fernverkehr nutzen mehr Fahrgäste die Bahnangebote - von Fernzug bis Postbus.

Preiserhöhungen im Personenverkehr sollen keine auf die Österreicher zukommen. „Wir sind mit dem Preisniveau jetzt zufrieden“, sagte der Bahn-Chef im Klub. Trotz der neuen Konkurrenz durch die mehrheitlich private Westbahn sei der Personenverkehr weiter ein Wachstumsfeld.