Islamisten zerstören in Mali abermals heilige Stätten

Im Norden Malis haben Islamisten erneut heilige muslimische Stätten zerstört. Die Extremisten gingen mit Spitzhacken gegen die heiligen Gräber in Karaba im Süden der Stadt Timbuktu vor, sagte ein Anrainer.

Ein zweiter Augenzeuge bestätigte das und ergänzte, die Islamisten seien mit drei Fahrzeugen gekommen und teils bewaffnet gewesen. „Mit Spitzhacken und anderen Werkzeugen zerstören sie das erste Mausoleum. Sie sagen, sie wollen alle Mausoleen zerstören“, fügte er hinzu.

In den vergangenen Monaten hatten die Islamisten, die den Norden Malis kontrollieren, bereits viele traditionelle heilige Stätten in Timbuktu zerstört. Die Verehrung Heiliger verstößt nach Ansicht der Fundamentalisten gegen den Islam, der den Gläubigen gebiete, allein Allah zu verehren. Die Islamisten lehnen es zudem ab, dass viele dieser Stätten zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen und betrachten eine solche Klassifizierung als Einmischung des Auslands.

Konferenz soll Krise lösen

Zahlreiche internationale Experten wollen heute bei einem Treffen in Mali eine Strategie zur Lösung der Krise in dem westafrikanischen Land entwickeln. Mali steht nach der Eroberung des Nordens durch radikale Islamisten vor der Spaltung. An dem Treffen in der Hauptstadt Bamako nehmen Vertreter der Regierung, der Afrikanischen Union, der EU, der westafrikanischen Staatengemeinschaft ECOWAS und der UNO teil.

Viele Beobachter hoffen noch, dass die Situation auf dem Verhandlungsweg gelöst werden kann. Jedoch wird eine Militärintervention unter UNO-Mandat immer wahrscheinlicher. Der Weltsicherheitsrat hatte erst vergangene Woche eine solche Offensive gegen die islamistischen Aufständischen genehmigt. Nun müssen innerhalb 45 Tagen konkrete Pläne vorgelegt werden.