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Gewinne fließen ins Ausland

Die Welthungerhilfe hat die Politiker weltweit zum Kampf gegen den „Landraub“ zu Lasten der Armen aufgefordert. Mehr als die Hälfte der durch Landraub erworbenen landwirtschaftlichen Flächen würden für die Produktion von Biosprit genutzt, beklagte die Organisation in ihrem am Donnerstag vorgelegten alljährlichen Welthungerindex.

Der „Druck auf Land, Wasser und Energie“ erschwere den Kampf gegen den Hunger, erklärte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann. Landinvestitionen sollten stärker von Kleinbauern und Genossenschaften übernommen werden.

Existenz von Kleinbauern gefährdet

Das „Land Grabbing“ - der Kauf großer Flächen Ackerland - gefährdet nach Angaben der Welthungerhilfe die Existenz vieler Kleinbauern und fördert das Hungerproblem. Ausländische Firmen produzierten oft nur, um zu exportieren. „Die Gewinne werden nicht im Land gelassen.“

Die Regierungen der Industrie- und Entwicklungsländer seien aufgerufen, ihre Land-, Wasser- und Energiepolitik aufeinander abzustimmen, nur dann könne Ernährungssicherheit gewährleistet werden, erklärte Klaus von Grebmer, Forscher des International Food Policy and Research Institute in Washington.

Jeder achte Mensch unterernährt

Seit 1990 hat sich das Hungerproblem auf der Welt zwar abgemildert, dennoch ist jeder achte Mensch auch heute nicht ausreichend ernährt. Die Entwicklung spiegelt sich im Welthungerindex wider, der aus einer Vielzahl von Fakten errechnet wird. Es ergibt sich ein Rückgang um 26 Prozent. In den Index fließen der Anteil von unterernährten Menschen insgesamt, unterernährten Kindern und die Kindersterblichkeitsraten ein. Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen sind weltweit 868 Millionen Menschen von Hunger betroffen.

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