Athen: Troika-Gespräche unterbrochen

Die Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen internationalen Gläubigern sind im Streit über Arbeitsmarktreformen ins Stocken geraten. Die Gespräche mit dem Arbeitsministerium wurden gestern kurzzeitig ausgesetzt.

Streitpunkt waren automatische Lohnerhöhungen, die die Troika streichen will sowie Abfindungen, die reduziert werden sollen. Der Chef der mitregierenden Demokratischen Linken wies die Forderungen der Experten von Internationalem Währungsfonds, EU-Kommission und Europäischer Zentralbank zurück: Diese näherten die Rezession und die galoppierende Arbeitslosigkeit, sagte Fotis Kouvelis in Athen. Stattdessen brauche Griechenland mehr Zeit, um das Sparprogramm umzusetzen.

Nach einem Treffen der Chefs der Regierungsparteien wurden die Gespräche wieder aufgenommen. In der griechischen Führung hieß es, beide Seiten seien bei vielen Themen nach wie vor unterschiedlicher Meinung. Ministerpräsident Antonis Samaras hatte sich noch vor wenigen Tagen überzeugt gezeigt, bis zum EU-Gipfel am 18. und 19. Oktober eine Einigung auf das geforderte milliardenschwere Sparpaket zu erzielen.